The Deniables: Gestohlene Vergangenheit von Stefan Cernohuby ist ein völlig abgedrehter Science-Fiction-Roman, der vor Anspielungen auf Filme und Musik nur so strotzt. Ich kannte die zugrunde liegende Kurzgeschichte schon und habe meinen Verstand ausgeschaltet, um mich dem wilden Treiben hinzugeben, vor allem, weil ich mich mit Physik und Technik ohnehin nicht auskenne, da kann man mir sonst was erzählen. Also habe ich einfach hingenommen, was erzählt wird, und mich einfach eingelassen auf das was mir geoten wurde.
Nimmt man das unterhaltsame Gerüst aus Sprüchen, witzigen Dialogen und den zahllosen Popkultur-Referenzen weg, entdeckt man eine überraschend tiefgründige Geschichte. Der Cyborg Terminus verliert seine gesamte Crew, als er seinen Erzfeind Victor Hannibal Vlad Thanos Gruber-Harkonnen zur Strecke bringen will. Die Deniables aber sind nicht tot kriegen, bis auf Deathstar, die ist dann eben als glitzernde Untote unterwegs. Auf ihrem Weg schließt sich noch Lisa Maria Jackson an, die immer den passenden Soundtrack am Start hat, dazu kommen Dark Shadow, ein Spurensucher und Nachfahre eines indigenen Erdenvolks, der schon mal den Dreck eines Planeten probiert um etwas über die Flora und Fauna zu erfahren, sowie Der Echsenmann mit Erdbeerallergie. Und wer beim Cyborg mit steirischem Akzent an einen bestimmten Kult-Charakter denkt, merkt natürlich bald, dass er recht hat.
Victor Hannibal Vlad Thanos Gruber-Harkonnen, der Bösewicht der, Story ändert, die Vergangenheit um Terminus auf sich aufmerksam zu machen und zu sich zu locken zum finalen Kampf. Das geht so weit, dass er anstelle Neros Rom niederbrennt, der das gar nicht gemacht hat.
Die Geschichte lebt von ihrem Humor, den überdrehten Figuren und den zahllosen Verweisen, die man teilweise sofort versteht, an anderer Stelle später entdeckt. Das ist sicher nicht jedermanns Sache, aber wer sich darauf einlässt, findet ein spaßiges und ziemlich verrücktes Leseerlebnis. Und hinter dem Spaß verbirgt sich eine Geschichte über echte Freundschaft: Die Crew erkennt, dass sie mehr als nur Mitstreiter sind, nämlich Freunde und dass sie das zugeben können, ohne sich gleich zu übergeben.
Wer also eine wissenschaftlich saubere Space Opera erwartet, wird enttäuscht sein. Wer jedoch auf abgefahrene Sci-Fi mit viel Humor, Anspielungen und einer warmherzigen Geschichte steht, sollte unbedingt mal einen Blick riskieren. Für mich war es genau das richtige Buch zum Abschalten und Eintauchen – physikalische Logik habe ich bewusst ignoriert und dafür jede Menge Spaß gehabt. So kann ich die Deniables nur empfehlen.
- Herausgeber : Leseratten Verlag
- Erscheinungstermin : 17. Oktober 2025
- Sprache : Deutsch
- Seitenzahl der Print-Ausgabe : 312 Seiten
- ISBN-10 : 3945230853
- ISBN-13 : 978-3945230855

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