Dienstag, 30. Mai 2023

Denene Millner: Die Farbe meines Blutes


Brooklyn 1969: Als die unverheiratete Afroamerikanerin Grace ungewollt schwanger wird, will sie gegen gesellschaftliche Normen kämpfen und ihr Kind behalten. Doch es wird ihr weggenommen und von einem jungen Ehepaar aufgezogen. Obwohl Rae früh von ihrer Adoption erfährt, stellt sie keine Fragen und betrachtet Delores und Tommy als ihre »wahren« Eltern. Doch als der Tod ihres Vaters ein lang gehütetes Geheimnis offenbart, wird Rae gezwungen, sich mit ihrer Herkunft und ihren beiden Müttern auseinanderzusetzen.

In ihrem meisterhaften Werk verwebt Denene Millner das Leben von Grace, Delores und Rae zu einem generationsübergreifenden Epos. Es erstreckt sich von den Südstaaten der 1960er Jahre über die amerikanische Bürgerrechtsbewegung bis zum heutigen New York. Dieser hochaktuelle Roman beleuchtet, wie die Herkunft, Kultur und die historische Bürde das Leben afroamerikanischer Frauen bis heute prägen. Gleichzeitig betont er die unermessliche Kraft der Mutterliebe.

Die Autorin Denene Millner erklärt in einem kurzen Statement:

»Ich bin gegen die Auslassung oder der Umschreibung der Worte »Neger«,Niger« oder ähnlichem in meinem Roman. Ich denke, es ist richtig, sie genauso zu verwenden. Denn sie werden nicht ohne Grund benutzt, sondern sollen vielmehr die Geschichte, den Ort und die Zeit verdeutlichen, in denen sich die Charaktere befinden. Ich möchte nicht, dass wir jemals vergessen. Niemals«

Grace lebt bei ihrer Großmutter Maw Maw, die tiefverwurzelt in den Traditionen ihrer Vorfahren als Hebamme in Virginia lebt, Maw Maw hat die Gabe zu sehen, die auch Grace erbte. Maw Maw, zieht das Mädchen voller Liebe auf und lehrt sie auch den Beruf der Hebamme. Dann wird sie beschuldigt, einem weißen Mann ein schwarzes Baby untergeschoben zu haben, sie hätte die Geburtsurkunde gefälscht. Da auch Grace Mutter getötet wurde, wird sie nach New York zu ihrer Tante Hatti gebracht, in deren Haushalt wird sie als kostenloses Dienstmädchen ausgenutzt. Hatti fühlt sich durch Grace an ihre eigene Vergangenheit erinnert, die sie zu gern vergessen würde. Hatti hat hart dafür gearbeitet, um in der schwarzen Gesellschaft New Yorks akzeptiert zu werden. 
Grace leidet unter der Lieblosigkeit ihrer Tante, einzig der Sohn einer Nachbarin Dale wird zu einem Freund. Als Grace schwanger wird, gibt Hatti das Kind gegen ihren Willen zur Adoption frei.


Delores und Tommy können keine eigenen Kinder bekommen und haben schon einen adoptierten Sohn als sie Baby Rae bei sich aufnehmen. Delores genannt Lolo hütet ein Geheimnis, das ihr Leben überschattet, nicht einmal ihr Mann weiß davon, aber auch er gibt nicht alles preis. Raes Kindheit ist überbehütet, Lolo achtet sehr auf ihre Tochter, so sehr, dass sich das Kind ungeliebt fühlt. 

Rae wünscht sich nichts mehr als eine eigene Familie mit einem liebenden und beschützenden Mann, wie es ihr Adoptivvater Tommy gewesen ist, irgendwann muss sie sich entscheiden, für sich oder für das Bild, das sie in der Öffentlichkeit von sich und ihrer Familie zeigen will.


Millner beschreibt die Geschichte von drei Frauen, die durch das Schicksal miteinander verbunden sind. Die Autorin erzählt die Geschichte aus der Perspektive der drei Frauen und gibt dem Leser so einen tiefen Einblick in ihre Gedanken und Gefühle. Die Charaktere sind sehr gut ausgearbeitet und man kann sich gut in sie hineinversetzen. Besonders die Beziehung zwischen Rae und ihren beiden Müttern ist sehr berührend und zeigt, dass es nicht immer die biologische Mutter sein muss, die eine starke Bindung zu ihrem Kind aufbaut.Ein weiteres Thema des Romans ist die Diskriminierung von Afroamerikanern in den USA. Auch Rae muss sich mit Vorurteilen und Diskriminierung auseinandersetzen, als sie versucht, ihre Herkunft zu erforschen. Der Roman zeigt auf, wie wichtig es ist, für Gleichberechtigung und gegen Diskriminierung zu kämpfen.
Insgesamt ist "Die Farbe meines Blutes" ein sehr bewegender Roman, der zum Nachdenken anregt und berührt. Millner verwebt geschickt die Geschichte von drei Frauen zu einem Generationen umspannenden Epos und zeigt auf eindrucksvolle Weise, wie Herkunft, Kultur und die Last der Geschichte afroamerikanische Frauen bis heute prägen. Der Roman ist sehr empfehlenswert für alle, die sich für Geschichte, Kultur und zwischenmenschliche Beziehungen interessieren.

  • Herausgeber ‏ : ‎ Goldmann Verlag; Deutsche Erstausgabe Edition (17. Mai 2023)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Gebundene Ausgabe ‏ : ‎ 656 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3442316413
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3442316410
  • Originaltitel ‏ : ‎ The Beautiful Blood
  • Übersetzung: Henriette Zeltner-Shane

Freitag, 26. Mai 2023

Blogger für HOMER 2023 – Die Shortlist

 



Wie in jedem Jahr kürt auch 2023 der Verein HOMER für historische Literatur den besten historischen
Roman des vorigen Jahres.

Die Jury hat sich die Entscheidung sicher nicht leicht gemacht aus der Vielzahl wirklich beachtenswerten Romane nur 9 auszuwählen, aber sie sind zu einem, wie ich finde, guten Ergebnis gekommen, einige der Romane kenne ich schon, bei den anderen freue ich mich sie.

 Im Laufe der nächsten Woche stellen euch diverse Blogger die ausgewählten Bücher vor, bis es am 07.10.2023 in Ingolstadt richtig spannend wird, denn dann wird der Homer verliehen. 

Begleitet uns bis dahin bei der Vorstellung der Bücher und Autoren auf den Blogs, auf Facebook und Instagram.

Die richtigen Links zu den einzelnen Rezensionen, stelle ich euch natürlich noch nach und nach ein.

                                                                            Die Nominierten 


Ulf Schiewe - Der eiserne Herzog

Alexandra -  

Lesebuch


 Claudius Crönert - Das ewige Licht von Notre-Dame

Patricia -  

Nichtohnebuch


Ana Pawlik - Die Welt im Nebel

Anke - Svanvithe


Heidrun Hurst - Die Kräutersammlerin und der junge Flößer

Sabine - 

Buchmomente


Hendrik Lambertus - Der Zorn der Flut

Carmen - 

CarmensBücherkabinett


Silke Elzner - Die letzte Fehde an der Havel

Uwe - 

Litterae Artesque


Eva Grübl - Botschafterin des Friedens

Tanja - 

nichtohnebuch


Alex Beer - Felix Blom. Der Häftling aus Moabit

Nadine 

kunterbunte Bücherreisen


René Anour - Die Totenärztin. Donaunebel

Manuela 

DasBuecherhaus


Ich würde mich freuen, wenn ihr uns dabei begleitet 

und Freude an der Vielfältigkeit der historischen Romane habt.



Sturzwasser von Karina Ewald


"Sturzwasser" ist der zweite Teil der Regionalkrimi-Reihe um Carolin Halbach, die Leiterin der Bad Gasteiner Stadtbibliothek. Die Geschichte knüpft nahtlos an den Vorgänger an und entführt den Leser erneut in die malerische Kulisse von Bad Gastein.

Nachdem ich vor kurzem den ersten Band der Reihe um die in Bad Gastein lebende und arbeitende deutsche Bibliothekarin Carolin Halbach gelesen habe, war ich sehr gespannt darauf, wie es ihr wohl weiter ergehen wird in der neuen Heimat.

Auf einer Wanderung zur Wiesneralm mit ihrem guten Freund Bruno machen die beiden eine schreckliche Entdeckung. In einem Bottich, in dem gekühlte Getränke auf Wanderer warten, liegt eine Leiche. Wie sich herausstellt, ist der Tote der russische Investor Rubinsky, der Gerüchten zufolge die Alm kaufen wollte. Und bevor sie sich versieht, ist Carolin mittendrin in den Mordermittlungen.

Das Cover des Buches zeigt einen aufgewühlten Fluss, der eine Almwiese durchschneidet. Das fast komplett in Schwarz-Weiß gehaltene Bild ist etwas düster, das passt sehr gut zur Krimihandlung. Dabei ist der Schreibstil der Autorin eher locker und leichtfüßig führt sie uns durch die Story und zeigt uns die schönen Seiten ihrer Wahlheimat.

Manchmal hadert Carolin aber auch mit ihrer neuen Heimat, dann freut sie sich über Kleinigkeiten, die an Deutschland erinnern, besonders in der Sprache, wenn es Sahne gibt statt Obers oder Pfannkuchen statt Palatschinken. Oder sie vermisst den Trubel in Düsseldorf. Doch niemals hat man das Gefühl, dass sie zurück nach Deutschland möchte.

Die Dialoge sind zum größten Teil auch dieses Mal wieder in österreichischem Dialekt geschrieben. Auch das macht das Buch so authentisch. Hochdeutsch wäre albern, und so schwierig ist es nicht, alles zu verstehen.

Karina Ewald schreibt flüssig und bildhaft, und man kann sich die Orte und Situationen, von denen sie schreibt, sehr gut vorstellen. Die Charaktere sind gut gezeichnet und haben alle ihre eigene Geschichte, die im Laufe des Romans nach und nach enthüllt wird. Das betrifft besonders Carolins Privatleben.

Während die Leser und Leserinnen Carolin bei ihren Ermittlungen im Mordfall begleiten, erfahren sie viel über die Schwierigkeiten, die der Tourismus in die idyllischen Landschaften trägt. Die Autorin thematisiert damit ein akutes Problem unserer Zeit.

Ich kann "Sturzwasser" allen Krimifans und Liebhabern von Regionalkrimis empfehlen. Die spannende Handlung, der charmante Schreibstil und die atmosphärische Kulisse von Bad Gastein machen das Buch zu einem gelungenen Leseerlebnis. Ich freue mich bereits auf weitere Abenteuer mit Carolin Halbach in zukünftigen Büchern der Reihe.

  • Herausgeber ‏ : ‎ Servus; 1. Edition (17. Mai 2023)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Broschiert ‏ : ‎ 336 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3710403200
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3710403200


















Donnerstag, 25. Mai 2023

Magie und Milchschaum von Travis Baldree

 



Als ich das Buch "Magie und Milchschaum" in die Hand nahm, war ich von Anfang an begeistert. Der Titel versprach eine faszinierende Kombination aus Magie und Genuss, und das Cover zog mich mit seiner ansprechenden Gestaltung sofort in seinen Bann. Doch was mich letztendlich am meisten faszinierte, war die Geschichte um die Orkin Viv.

Bisher kannte ich Orks nur als kriegerische und skrupellose Wesen, die optisch und olfaktorisch wenig ansprechend sind. Doch hier spielten solche Klischees keine Rolle. Viv ist eine Orkin, die den Kampf und ihr bisheriges Leben hinter sich lässt, nachdem sie bei einem letzten Coup ein besonderes Stück erbeutet hat. Sie sehnt sich nach einem neuen Leben, fernab von Gewalt und Zerstörung. Ohne ein Wort des Abschieds verlässt sie ihre Kampfgefährten und macht sich auf den Weg in die Hafenstadt Thune.

Dort erwirbt sie einen heruntergekommenen Mietstall und beschließt, ihn mithilfe des Kobolds Cal in ein Kaffeehaus umzuwandeln. Ihr Ziel ist es, ihr Geld zukünftig mit dem Verkauf von Kaffee zu verdienen. Obwohl in Thune niemand so richtig weiß, was Kaffee überhaupt ist, läuft alles überraschend gut für Viv.


Sie findet in Tandri, einer Succubus, eine wertvolle Mitarbeiterin, und mit Fingerhut, einem begnadeten Bäcker, der ihre Kreationen mit Zimtschnecken bereichert, erweitert sie ihr Angebot.Und ich konnte die Mischung aus frischem Kaffee und warmen Gebäck geradezu riechen.

Doch das Leben besteht nicht nur aus Kuchen und Café Latte. Viv und ihre Weggefährten stoßen auf zahlreiche Herausforderungen und müssen sich mit Schwierigkeiten auseinandersetzen. Der Autor versteht es meisterhaft, die lockere und gemütliche Atmosphäre der Cosy Fantasy mit tieferen Themen zu verbinden. Es geht um Freundschaft, um das Finden des eigenen Ichs und um die eigene Wertschätzung.

Besonders beeindruckt hat mich die Darstellung der Protagonistin Viv. Sie zeigt eine bemerkenswerte Wandlung von der kampferprobten Orkin zur einfühlsamen Kaffeehausbesitzerin. Viv will nicht mehr kämpfen und bemüht sich erfolgreich, ihre andere Seite zu zeigen. Sie ist einfach nur nett und wirkt auf ihre Mitmenschen anziehend. Selbst als ihre Existenz bedroht wird, bewahrt sie Ruhe und Fassung. Diese innere Stärke verdankt sie auch ihren Freunden, die ihr auf ihre eigene Art und Weise Halt geben.

Die Geschichte ist tiefgründiger, als es auf den ersten Blick scheint. Neben der spannenden Handlung und den charmanten Charakteren geht es um die Bedeutung von Freundschaft und darum, sich selbst anzunehmen und zu schätzen. Eine weitere Facette der Geschichte ist die sensibel eingebaute Liebesgeschichte. Normalerweise habe ich das Gefühl, dass Autoren eine Liebesgeschichte nur einbauen, weil es zum Genre gehört. Doch hier ist es anders.

Die sensibel eingebaute Liebesgeschichte bereichert die Geschichte auf eine ganz besondere Weise, ohne dabei im Vordergrund zu stehen. Sie zeigt viel vom inneren Wesen der Liebenden und fügt sich organisch in den Handlungsverlauf ein. Die Beziehung zwischen den Charakteren entwickelt sich auf natürliche Weise und verleiht der Geschichte zusätzliche Tiefe, ohne dabei den Fokus von Vivs persönlicher Entwicklung und den Herausforderungen, mit denen sie konfrontiert wird, abzulenken.

Der Autor Travis Baldree hat einen fesselnden Schreibstil, der es mir ermöglichte, das Buch innerhalb von nur zwei Tagen regelrecht zu verschlingen. Die Mischung aus Fantasy, gemütlicher Atmosphäre und tieferen Botschaften zog mich von Anfang bis Ende in ihren Bann. Ich wurde förmlich in die Welt von Viv und ihren Freunden hineingezogen und konnte mich mit ihnen identifizieren.

Besonders hervorheben möchte ich auch die Nebencharaktere, die mit viel Liebe zum Detail ausgearbeitet wurden. Tandri, die Succubus, ist eine wertvolle und unterstützende Freundin für Viv. Ihr Zusammenspiel und ihre gegenseitige Unterstützung sind eine Freude zu lesen. Auch Fingerhut, der begnadete Bäcker, beeindruckte mich mit seinen Kreationen, die das Angebot von Vivi's Kaffeehaus auf wunderbare Weise bereichern.

"Magie und Milchschaum" ist nicht nur ein Buch über Kaffee und Kuchen, sondern erzählt eine Geschichte über den Mut, sich selbst treu zu bleiben und den eigenen Weg zu finden. Es ist eine zauberhafte Reise der Selbstfindung, die den Leser mit einem warmen Gefühl im Herzen zurücklässt.

Nachdem ich dieses Buch mit großer Begeisterung gelesen habe, hoffe ich sehr, bald mehr von Travis Baldree lesen zu dürfen. Sein Schreibstil und die Art, wie er seine Charaktere zum Leben erweckt, haben mich restlos überzeugt. Ich kann "Magie und Milchschaum" allen Fantasy-Liebhabern wärmstens empfehlen, die nach einer einzigartigen und berührenden Geschichte suchen, die sie in eine Welt voller Magie und Menschlichkeit entführt.


  • Herausgeber ‏ : ‎ dtv Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG; 1. Edition (18. Mai 2023)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Broschiert ‏ : ‎ 320 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3423263563
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3423263566

Sonntag, 21. Mai 2023

Und dann verschwand die Zeit von Jessie Greengrass









Auf einer Anhöhe abseits einer kleinen Stadt am Meer liegt das High House. Dort leben Grandy und seine Enkeltochter Sally sowie Caro und ihr Halbbruder Pauly. Das Haus verfügt über ein Gezeitenbecken und eine Mühle, einen Gemüsegarten und eine Scheune voller Vorräte – die Vier sind vorerst sicher vor dem steigenden Wasser, das die Stadt zu zerstören droht. Aber wie lange noch? 


»High House« so heißt das Anwesen auf dem Hügel, oberhalb eines kleinen Dorfes, das vier Menschen ein Zuhause bietet, während rings herum die Welt im wahrsten Sinne des Wortes versinkt. 
Da sind Sally und ihr Großvater Grandy, der in der Gegend aufgewachsen ist und sich im Winter um die Häuser der Feriengäste kümmert, er bringt Sally alles bei, was man über das Leben am Meer und über Gartenarbeit wissen muss.
Caro und ihr jüngerer Bruder Pauly sind die Kinder der Umweltforscherin Francesca, die gemeinsam mit ihrem Mann für den Erhalt der Umwelt kämpft und dabei scheinbar die Kinder aus den Augen verliert. 
Francesca hat High House geerbt und sie bittet Grandy sich um das Anwesen zu kümmern, das über einen großen Obst- und Gemüsegarten, einen Gezeitentümpel und einen eigenen Wald verfügt.
Jessie Greengrass` Roman ist in meinen Augen etwas ganz Besonderes, eindringlich erzählt sie davon, wie wenig sich die Menschen dafür zu interessieren scheinen, dass die Klimakatastrophe kaum noch aufzuhalten ist, sie leben ihr Leben, Katastrophen finden in den Nachrichten statt, weit weg und die Bilder sind schnell wieder verdrängt.<br />Sie beschreibt das Leben, das jeder von uns gerade führt. Sei es, weil wir denken, dass der Einzelne sowieso nichts ändern kann oder weil er leugnet, dass der Klimawandel überhaupt stattfindet.
Dann liegt ihr Hauptaugenmerk allerdings auf dem Leben auf »High House«, die vier lernen miteinander zu leben, einander zu helfen und mit den immer größer werdenden Schwierigkeiten genügend Lebensmittel zu finden und mit der Einsamkeit zu leben.
Abwechselnd erzählen Sally, Caro und Pauly von ihrem Leben auf High House und dabei erfahren wir auch viel über ihr Gefühlsleben, von den glücklichen Momenten bis zu denen tiefster Verzweiflung. Sie müssen Entscheidungen treffen, die auf den ersten Blick herzlos scheinen, doch im Rückblick mehr als verständlich sind.
Besonders Caro ist mir im Laufe der Geschichte ans Herz gewachsen, sie wurde schon früh von ihren Eltern alleingelassen, die durch die Welt reisten, um diese zu retten, sie lassen Pauly in Caros Obhut, dass sie Caro, die selbst noch nicht erwachsen ist, damit vielleicht überfordern, scheinen sie dabei zu übersehen. So ist es nicht verwunderlich, dass das Mädchen bei ihrer Ankunft auf High House, erst einmal zusammenbricht. Im Rückblick lässt sich sagen, dass Caros und Paulys Eltern ihr privates Glück vergeblich opferten. 
Andererseits, wenn niemand kämpft, haben alle schon verloren.I
ch kann mir kaum vorstellen, was Francesca gefühlt hat, als sie ihr bewusst wurde, dass die Katastrophe nicht mehr aufzuhalten ist, dass sie dann aber alles tut, um ihre Stieftochter und ihren kleinen Sohn in Sicherheit zu bringen, ist sicherlich für alle Eltern nachvollziehbar. />Für mich istUnd dann verschwand die Zeit,eines der wichtigsten Bücher des Jahres.

Jessie Greengrass`Dystopie unterscheidet sich grundlegend von anderen, sie verzichtet fast vollständig auf die sonst üblichen Szenarien von Plünderern oder sich gegenseitig bekämpfenden Überlebenden, die Bewohner des High House werden nie von anderen Menschen bedroht. Solche Szenarien braucht die<br />Geschichte allerdings auch nicht, die Atmosphäre ist auch so beklemmend genug.The High House" ist eine äußerst ergreifende Lektüre, die eine dystopische Vision der Zukunft vermittelt. Die Autorin vermittelt äußerst akkurat die Welt der Charaktere und ihre Verbindungen zueinander.


Herausgeber: Kiepenheuer&Witsch

Sprache: Deutsch

ISBN: 978 346 200 1969

Übersetzt von: Andrea O'Brien







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Samstag, 20. Mai 2023

Rot.Blut.Tod. von Anne Nordby

 



Rot. Blut.Tot.« ist ein Thriller von Anne Nordby, der am 10. Mai 2023 veröffentlicht wurde. Nach 30 Jahren Haft kehrt ein entlassener Mörder in seine alte Heimat auf die Insel Møn zurück. Dort beginnt eine Menschenjagd, die von der Kopenhagener Mordkommission und der Privatermittlerin Marit Rauch Iversen geführt wird. Ein grausam hergerichteter Toter macht den Anfang in die spannende Geschichte. Aufgrund einer Tätowierung gehen die Ermittler von einem Mord in der rechten Szene aus. Schnell stellt sich dies als Irrtum heraus, wird doch eine zweite Leiche gefunden.

 
Das Buch beginnt mit einer sehr düsteren Szene, in der der Protagonist von einem Wolf heimgesucht wird. Diese Szene setzt den Ton für den Rest des Buches und zeigt, dass es sich um einen Thriller handelt. Die Geschichte ist gut durchdacht und die Charaktere sind gut entwickelt. Besonders interessant ist die Hauptfigur Marit Rauch Iversen, eine Superrecognizerin, die in der Lage ist, Gesichter sehr genau zu erkennen. Ihre Fähigkeit spielt eine wichtige Rolle bei der Aufklärung des Falls. 

Die Handlung ist spannend und fesselnd. Ich wurde gleich in die Geschichte hineingezogen und wollte unbedingt wissen, wie es weitergeht. Ihr kennt das: »Eine Seite noch, dann wird geschlafen« und schon ist es weit nach Mitternacht. 
Es gibt viele unerwartete Wendungen und Überraschungen, die das Buch noch interessanter machen. Die Atmosphäre des Buches ist düster und bedrohlich, was mich dazu brachte immer weiter zu lesen. Die Sprache des Buches ist einfach und leicht verständlich. Anne Nordby beschreibt die Szenen sehr detailliert und schafft es, eine lebhafte Vorstellungskraft beim Leser zu erzeugen. Die Dialoge sind realistisch und gut geschrieben. Insgesamt ist »Rot. Blut.Tot.« ein sehr gut geschriebener Thriller mit einer fesselnden Handlung und interessanten Charakteren. 

Atmosphärisch ist die Story düster und bedrohlich. Insgesamt ein empfehlenswerter Thriller für alle, die Nervenkitzel und düstere Geheimnisse lieben.

  • Herausgeber ‏ : ‎ Gmeiner-Verlag; 2023. Edition (10. Mai 2023)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Broschiert ‏ : ‎ 512 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3839204305
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3839204306

Anja Marschall Die toten Engel von Kreta




Thea reist nach Kreta, wo ihre Tochter einen tödlichen Unfall hatte. Doch die Tote, die sie identifizieren soll, ist nicht Anna. Wo ist ihr Kind? Zusammen mit einem geheimnisvollen Einheimischen, der sich Alexis nennt, stellt Thea auf eigene Faust Nachforschungen an, denn die Behörden verweigern ihre Hilfe. Nach und nach muss sie jedoch erkennen, dass Alexis von ganz eigenen Motiven angetrieben wird. Wer ist er wirklich – und was will er von Theas Tochter?

Mit einem Anruf wird, für Thea der Alptraum jeder Mutter war, ihre Tochter von Anna, die sich seit einiger Zeit nicht bei ihr gemeldet hat, ist auf Kreta einem Unfall zum Opfer gefallen. Thea nimmt das nächste Flugzeug, um ihre Tochter nach Hause zu holen, doch die Tote ist nicht Anna. Der Botschaftsmitarbeiter Heiko Gravert rät ihr wieder nach Hause zu fliegen, sie könne nichts tun, um Anna zu finden, die sowieso sicher schon wieder auf dem Weg nach Hause sei, die Behörden vor Ort würden sich kümmern und alles in ihrer Macht Stehende tun, um die junge Frau zu finden. Doch natürlich kann Thea nicht einfach zurück nach Deutschland fliegen. 

Auf sich allein gestellt und pleite irrt Thea durch die engen Gassen Rethymnos ohne zu wissen, dass sie sich in großer Gefahr befindet. Als ein Fremder sie anspricht, der sich Alexis nennt und ihr seine Hilfe anbietet, ist sie zunächst erleichtert, doch während sie mit Alexis zusammenarbeitet, wird ihr nach und nach klar, dass er seine eigenen geheimen Motive verfolgt. Wer ist dieser Mann wirklich, und was hat er mit dem Verschwinden von Theas Tochter zu tun
Thea kann sich nie sicher sein, wer es ehrlich meint, Freund und Feind sind kaum zu unterscheiden und die Wahrheit bleibt lange im Verborgenen. 

Die Autorin dieses mitreißenden Romans beherrscht die Kunst des Spannungsaufbaus meisterhaft. Mit jeder Seite steigt die Spannung, während Thea auf eigene Faust nach Antworten sucht. Die Unsicherheit darüber, wem sie vertrauen kann und wer ihre Feinde sind, verstärkt den Nervenkitzel und hält den Leser gefesselt. Theas emotionale Achterbahnfahrt und ihr unermüdlicher Einsatz, ihre Tochter zu finden, lassen den Leser mitfiebern und mitfühlen.




Ich könnte euch jetzt noch viel mehr erzählen, aber dann müsstet ihr das Buch ja nicht mehr lesen und dann würdet ihr weder die Hitze noch den Wind auf Kreta spüren, oder Theas Angst um ihre Tochter, ihre Verzweiflung, weil niemand wirklich Interesse daran zu haben scheint Anna zu finden, nicht einmal ihr Exmann unterstützt sie, im Gegenteil er dreht ihr den Geldhahn zu.

 Besonders interessant war das Thema Blutfehde, das die Autorin im Buch aufgreift und mich dazu inspirierte, mich etwas mit dem Thema zu befassen, dabei stieß ich auf die Konflikte zweier bekannter griechischer Familien.

Die Vendetta ist beendet
(Evangelos Pentaris, Abgeordneter der sozialistischen Regierungspartei Pasok.)


Eine der bekanntesten Blutfehden herrschte zwischen den Familien Sartzetakis und Pentaris, die erst mit der Wahl Sartzetakis zum Staatspräsidenten im Jahr 1985 endete, weil Evangelos Pentaris, Abgeordneter der sozialistischen Regierungspartei Pasok, mit seiner Stimme den Wahlerfolg erst möglich machte. 

Ein paar Zahlen zu der Blutfehde aus den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts.

1942 Efthymios Sartzetakis tötet Nikolaos Pentaris, Auslöser für eine Blutfehde zwischen den Familien.

1949 Ein Sartzetakis tötet den 14-jährigen Bruder des heutigen Abgeordneten Pentaris.

1965 Ein Pentaris tötet einen Sartzetakis auf einer Landstraße.

Etwa 50 Morde werden der Vendetta zugeschrieben
Insgesamt könnten 150 Menschenopfer gefordert worden sein.


Eine Blutfehde ist eine langanhaltende Fehde zwischen Familien oder Gruppen, die auf einem unverzeihlichen Verbrechen oder einer schweren Beleidigung beruht.


Die Blutrache hat auf Kreta eine jahrhundertelange Tradition und existiert noch heute in geschlossenen und abgeschirmten Gesellschaften auf Mittelmeer-Inseln wie Kreta, Sizilien und Korsika. Historisch gesehen, hat die Vendetta ihre Wurzeln bereits im 9. Jahrhundert, als Sarazenen Kreta eroberten. Die türkischen Besatzer im 17. Jahrhundert und die deutschen Nachfolger während des Zweiten Weltkriegs schonten die Großfamilien aus Angst vor Racheakten. Die Vendetta beschränkt sich auf Blutsverwandte und nur Männer aus der engsten Verwandtschaft der rivalisierenden Familien sind Täter und Opfer. Die mörderischen Kettenreaktionen werden durch Entführungen oder Verführungen junger Mädchen, persönliche Kränkungen, Provokationen auf Dorffesten oder im Kaffeehaus ausgelöst. Klage- und Wiegenlieder schüren den Hass, Männer am Grab schwören die Rache und der Familienrat beschließt, wer den Mord rächen wird. Vergeltungsaktionen ziehen sich über Generationen hinweg und von der Blutrache Verfolgte fliehen ins Ausland oder legen ihre Familiennamen ab und tauchen unter. Die Hinterbliebenen konservieren das Andenken an die Toten durch jahrzehntelange Trauer. Bluträcher kommen meist mit 15 bis 20 Jahren Gefängnis davon, da sie in der Regel in „seelischer Erregung“ gehandelt haben. Die Richter erließen selten Todesurteile und wenn, wurden sie nicht vollstreckt. Es gab Versuche, der Todesspirale zu entkommen, indem man sogenannte Kreuzheiraten vorschlug, die etwa in der Hälfte aller Fälle halfen, weitere Racheakte abzuwenden. Die Vendetta hat tiefgreifende Auswirkungen auf das soziale Leben der Gemeinschaften und fördert eine Kultur des Hasses und der Gewalt. 

In ihrem Nachwort vergleicht Anja Marschall eine Blutfehde mit einem Pingpong Spiel und das trifft es eigentlich ganz gut, die Kontrahenten spielen einander einen immer blutiger werdenden Ball zu.

Die weiteren Teilnehmer der Tour sind:


Und am 22.05. um 18 Uhr 
 Als krönenden Abschluss gibt es ein Meet&Greet mit der Autorin Anja Marschall über zoom: https://us02web.zoom.us/j/87823226977...
Meeting-ID: 878 2322 6977
Kenncode: 981837


  • Herausgeber ‏ : ‎ Emons Verlag (18. Mai 2023)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Taschenbuch ‏ : ‎ 240 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3740812435
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3740812430




Donnerstag, 18. Mai 2023

TTT-TOP TEN THURSDAY Bücher mit rotem Cover

 Das heutige Thema ist ja einfach, dachte ich. Bücher mit rotem Cover stehen ja zuhauf in meinen Regalen.
Ja, stimmt.  Aber das sind fast nur Horrorromane, da müsst ihr jetzt eben durch. Auf die Idee beim TTT mit zumachen kam ich über den Blog von Weltenwanderer schaut euch dort gerne für weitere Buchtipps um.

 


Eines meiner Lieblingsbücher auf der Liste ist:

Apocalypsia von Andreas Izquierdo:

Die Engel sind in Aufruhr, denn ihr Vater geht seinem Tod entgegen. Die Erkenntnis über seine Sterblichkeit ist ein Schock, das Versprechen von ewiger Liebe - ein Schwindel. Das Heer der Engel spaltet sich. Wer die Freiheit will, folgt Luzifer, dem mächtigsten unter ihnen. Sein Plan ist so schlicht wie verführerisch: Sind erst die missratenen Menschen vernichtet und er auf dem Thron, ist der Urzustand allen Seins wiederhergestellt. Die kleine Schar derer, die entschlossen die alte Ordnung verteidigen, ist ganz auf sich allein gestellt, und Intrigen, Verrat und Mord führen schließlich in die Katastrophe. Ein packender Fantasy-Roman, tempo- und actionreich erzählt!




Magpie Lodge. Schöne neue Zauberwelt von Stephanie Kempin

Willkommen in der Magpie Lodge mit ihrer Teestube, wo Magie so selbstverständlich zum Tee serviert wird wie Kekse.

Dass es Magie überhaupt gibt, ist für Kayleigh und ihre Schwester Jillian schwer genug zu glauben. Dass diese Magie in ihrer Familie liegt, die magische DNS jedoch an ihnen vorübergegangen ist, sorgt vor allem bei der siebzehnjährigen Jillian für Frustration. Doch nachdem Kayleighs kleiner Sohn Brandon seine Bausteine schweben lässt, führt kein Weg mehr am Umzug in den Familienstammsitz vorbei. Nichtmagische haben in der Magpie Lodge eigentlich nichts zu suchen und so fällt den Schwestern das Eingewöhnen in die neue Umgebung nicht leicht.



Die Täuschung von Astrid Korten

Victor Adams, dem unter dem Künstlernamen Horus der internationale Durchbruch als Illusionist gelungen ist, steigt nach einer Zahnwurzelbehandlung in die falsche Straßenbahn. An der nächsten Haltestelle entdeckt er seltsame Treppenhäuser, die ihn magisch anziehen. Er steigt aus.
In den darauffolgenden Nächten wird Victor von Albträumen heimgesucht. Als er wissen will, was es mit den Treppenhäusern auf sich hat, nimmt sein Leben eine dramatische Wendung. Seine Assistentin Julia verschwindet auf mysteriöse Weise während einer Illusion. Die Polizei verdächtigt Victor.




Die Mitte bin ich von Hauke von Grimm

In „Die Mitte bin ich“ mäandert Hauke von Grimms erzählerischer Sound zwischen mit Ironie durchsetzten Weltuntergangsstories, Urlaubs(- und Kleingarten)geschichten von fein angerissener deutscher Großkotzigkeit und substanzieller Lyrik, um schließlich in eine aus einem Paralleluniversum entsprungene Geschichte von unfassbarer atmosphärischer Dichte zu münden. Von Grimms Beobachtungsgabe trifft auf eine skeptische Weltsicht, die keine Fragen offen lässt. 





Dann darf natürlich Stephen King nicht fehlen, ich glaube, ich hätte die Liste mit nur seinen Büchern füllen können. Gelesen habe ich sie alle, lange bevor ich begonnen habe Rezensionen zu schreiben.


Brennen muss Salem:

Ben Mears kehrt nach Salem’s Lot zurück und interessiert sich dort für das Marsten-Haus. Von diesem Haus geht eine unheimliche Kraft aus, und bald zeigt sich, wer in Salem’s Lot sein Unwesen treibt: ein Vampir. Ben wagt es mit einigen Helfern – darunter ein alter Mann, eine junge Frau und ein Kind –, den Kampf gegen die Macht des Bösen aufzunehmen. Doch dieses Wagnis kostet furchtbare Opfer.


ES: 

1957 hat alles begonnen: Der kleine Georgie ist das erste Opfer. Und dann bricht »ES« wie die Pest über die Kleinstadt Derry herein, eine Gräueltat folgt der anderen … Über 25 Jahre später ruft Mike Hanlon sechs Freunde zusammen und erinnert sie an den gemeinsamen Schwur: Sollte »ES«, sollte das namenlose Böse noch einmal auftauchen, wollen sie sich wieder in Derry treffen. Damals sind die Freunde in die Abwasserschächte gestiegen, als Kinder haben sie »Es« gejagt und zu töten versucht. Aber »ES« war nur verletzt worden. Und jetzt geht das Grauen wieder um. Einer der Freunde kann dem Treffen nicht beiwohnen. Er liegt blutverschmiert in seiner Badewanne …

Zum 75. Geburtstag von Stephen King am 21.09.22 – der Horrorklassiker als limitierte Prachtausgabe im Schmuckschuber, mit Leineneinband, Lesebändchen, Illustrationen und einer beigelegten Seite aus der Derry News zum Selberfalten des legendären Papierboots.


Creepshow Eine Graphic Novel


Willkommen, Freunde des gepflegten Grusels! Willkommen in unserem Kabinett des Zähneklapperns, unserer gemütlichen Ecke des Schreckens, in unserer ganz privaten »Creepshow«! Fünf unheimliche Geschichten haben wir mitgebracht, um sie geneigten Lesern zur Lektüre darzubieten. Es gibt Merkwürdiges und Denkwürdiges, Schauriges und Abscheuliches, Unerhörtes und schier Unvorstellbares zu entdecken. Wonach es eure verwöhnten Augäpfel auch gelüsten mag: Schreiberling Stephen King und Tuschekleckser Bernie Wrightson garantieren beste Unterhaltung!


Jetzt kommen noch Bücher, die in meinem SuB stehen.


Das Vermächtnis: Ruf der Dunkelheit von Vincent Voss und Constantin Dupien


Auf dieses Buch habe ich 8 Jahre gewartet, bisher gab es das nur als E-Book

Das Böse erwacht! Weihnachten 1914.Es lauert in den Schützengräben: Eine Macht, die Jahrhunderte im Verborgenen schlummerte, wird durch das zermürbende Kriegstreiben im regendurchtränkten Flandern geweckt. Dunkle Schatten nähern sich den Stellungen der Deutschen und Briten, gefährlicher noch als das Trommelfeuer der Mörser und Haubitzen.
Immer mehr Leichen säumen die Schlachtfelder. Und die todbringenden Schatten des Bösen reichen bis in die Gegenwart.


Merrick von Anne Rice

            Vampir Louis Pointe de Lac leidet Höllenqualen, denn er fühlt sich immer noch schuldig am Tod des Vampirkindes Claudia. Ob es ihm hilft, den Geist Claudias zu beschwören, um sich mit ihr auszusöhnen? Sein Freund David, ehemaliger Generaloberst des Ordens übersinnlicher Detektive, weiß, wer sie da unterstützen könnte: seine frühere Schülerin Merrick, eine Voodoo-Zauberin, die von den Mayfair-Hexen abstammt.






Vollgas Eine Anthologie Joe Hill und andere.



13 Geschichten voll Schrecken und purer Magie. Darunter ›Vollgas‹ und ›Im hohen Gras‹, zwei Zusammenarbeiten mit Stephen King.




Unwesen von John Ajvide Lindqvist

 

Laut des Daily Mirror ist der Autor John Ajvide Lindqvist die schwedische Antwort auf Stephen King.

Diese Art der Vergleiche ist meiner Meinung nach immer sehr gewagt. Legt es die Messlatte doch sehr hoch und für Fans des amerikanischen Autors noch etwas höher. Ich bin also sehr neugierig gegangen und mit hohen Erwartungen an dieses Buch gegangen. 

Der Prolog beginnt mit einer sehr spannenden Szene, Siv rettet ein Kleinkind vor dem sicheren Tod während zur gleichen Zeit, die Freunde Max und Johan als Mutprobe einen Wasserturm hochklettern, auf dem sie Marko treffen, der seit kurzem mit seinen Eltern nach Norrtälje gezogen ist. Max gerät in Lebensgefahr, als er in einer Vision den Zusammenprall eines Kinderwagens mit einem Kleinbus sieht, solche Visionen begleiten ihn schon seit seiner Kindheit, doch dieses Mal ist etwas anders.

John Ajvide Lindqvist lässt sich Zeit, die Geschichte wird ruhig und fast schon gemächlich erzählt und die Beziehungen der Freunde untereinander, ihre Entwicklungen von Kindern zu Jugendlichen bis zum Erwachsenenalter wird immer wieder thematisiert, das ist sehr angenehm zu lesen und durchaus interessant. Als die drei "Jungs" als Erwachsene auf Siv und ihre Freundin Anna treffen, haben Siw und Max direkt eine besondere Verbindung miteinander, die sich nicht wirklich erklären lässt. 
Als am Hafen ein Container auftaucht, von dessen Herkunft niemand etwas wissen will, geschieht erst einmal nichts, gar nichts, niemand ist zuständig, niemand weiß, wem das Land gehört, auf dem der Container steht, als das endlich geklärt ist und die Schlösser aufgebrochen werden, ergießt sich im wahrsten Sinne des Wortes das Grauen in den Hafen. Und die Angst.

Die Stimmung in der Stadt ändert sich, wo früher Freundlichkeit und Hilfsbereitschaften die Atmosphäre bestimmten, regiert nun Misstrauen. Das ist für mich schwer in Worte zu fassen, da müsst ihr schon das Buch lesen um zu verstehen, was ich meine, denn der Autor hat es geschafft diese Atmosphäre einzufangen und der Übersetzter Thorsten Alms hat sicher einen großen Beitrag dazu geleistet, dass die Geschichte auch auf Deutsch so gut funktioniert.

Zu Beginn schrieb ich, dass die Messlatte durch die Aussage des Daily Mirror sehr hoch gehängt wurde und auch wenn ich Vergleiche zwischen den verschiedenen Autoren nicht unbedingt mag, John Ajvide Lindqvist muss sich hinter seinem Kollegen nicht verstecken.

Ich mochte die ruhige Erzählweise, die Schockmomente spielten sich größtenteils in meinem Kopf ab, befeuert durch die Tagebucheinträge eines Geflüchteten, hatte ich Bilder vor Augen, die mir den Schlaf raubten.  



  • Herausgeber ‏ : ‎ dtv Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG; 1. Edition (18. Mai 2023)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Gebundene Ausgabe ‏ : ‎ 768 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3423283386
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3423283380
  • Originaltitel ‏ : ‎ Vänligheten