Freitag, 24. Dezember 2021

Talberg 1935 von Max Korn


 Ein Mann, der totgeglaubt war, ist zurückgekehrt. Und einer, der gestern noch lebte, liegt mit zerschmettertem Schädel auf dem Berg.


Der Lehrer Steiner hat einen Turm bauen lassen. Angeblich für Vermessungszwecke. Doch im Wirtshaus erzählen sie sich, er beabsichtige, seine Frau dort hinunterzuwerfen. Aber dann liegt er selber unten, mit zerschmettertem Schädel und leeren Augen. Wer hat seinen perfiden Plan für sich missbraucht? Und wer erbt jetzt den Hof, den der Lehrer nie haben wollte? Seine Frau? Oder der ungeliebte Bruder, dessen Name voreilig ins Kriegerdenkmal gemeißelt worden war? Doch er kehrte zurück, und statt seines Lebens hat er nur einen Arm im Krieg gelassen – und jegliche Menschlichkeit.

Wilhelm Steiner liegt tot am Fuß des Turms, den er selbst auf dem Berg errichten ließ, angeblich um Vermessungen auszuführen, im Dorf geht allerdings das Gerücht er wolle seine Frau dort hinunterwerfen. Ist Elisabeth ihm zuvorgekommen?
Und was führt sein Bruder im Schilde?
Sein Vater Josef Steiner lässt die Polizei aus der Stadt kommen, um den Tod seines Sohnes aufzuklären.

Über dem Ort und den Menschen schwebt eine düstere und unheilschwangere Atmosphäre, die der Autor in sehr bildhaften Beschreibungen zu einzufangen versteht. Ich hatte stets ein klares Bild des Ortes vor Augen, auch die Protagonisten konnte ich mehr sehr gut vorstellen, auch wenn sie  sehr Klischeehaft waren, Klischees sind ja nicht grundsätzlich etwas Schlechtes, sie beschreiben das gewohnte und vertraute, allerdings sollten sie nicht überstrapaziert werden, leider bot keiner der Charaktere in Talberg eine Überraschung, außer vielleicht der verstorbene Wilhelm der ein Geheimnis mit sich trug.
Josef Steiner ist der Despot des Dorfes, vor dem jeder Angst hat, sein Sohn Johannes kam mit einem Trauma aus dem Krieg nach Hause, das seine Psyche zutiefst verletzte, Elisabeth ist die schöne und kluge Außenseiterin im Dorf. Dann sind da noch der Ortsvorsteher Georg Leiner, der ein glühender Anhänger Hitlers ist, es gibt auch einen *Dorftrottel* den jungen Heinrich, der stark wie ein Bär ist, aber nur den Verstand eines Kleinkindes hat. Der eintreffende Polizist Karl, hat einen persönlichen Bezug zu Talberg, Georg Leiner ist sein Onkel. Karl ist, integer und er will unbedingt die Wahrheit herausfinden, was sich allerdings als schwierig erweist, denn die Dorfgemeinschaft nimmt ihn nicht für voll und dann verschwindet auch noch Wilhelms Leiche.


Allerdings war der Kriminalfall an sich recht spannend, die Aufklärung in sich schlüssig, so das ich mich im Großen und Ganzen recht gut unterhalten fühlte. Der Schreibstil ist flüssig und schnörkellos und hat mir gut gefallen.

  • Herausgeber ‏ : ‎ Heyne Verlag; Originalausgabe Edition (15. November 2021)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Broschiert ‏ : ‎ 400 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 345342459X
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3453424593



Donnerstag, 23. Dezember 2021

Die Polizeiärztin Das Leben ein großer Rausch von Helene Sommerfeld

 


Berlin 1922. Polizeiärztin Magda Fuchs wird zu einem grausamen Verbrechen gerufen: Die junge Mutter hat sich zu ihrem Kind geschleppt und ist kurz darauf ihren Stichverletzungen erlegen. Magda und Kommissar Kuno Mehring stellt sich die Frage, ob dieser sinnlos erscheinende Mord zu einer Serie brutaler Überfälle auf junge Frauen gehört. Sie alle haben auf der Straße ihre Gunst verkauft. Denn die Zeiten sind schwer: Die unvorstellbar rasch voranschreitende Inflation frisst das Geld für das tägliche Leben auf.

Magda braucht ebenfalls eine Arbeit, von der sie leben kann. In Charlottenburg eröffnet sie ihre eigene Praxis. Frisch verheiratet stellt sie sich ebenso wie ihre Patientinnen die große Frage: Kann man ausgerechnet jetzt an eine Zukunft mit Kind glauben? Auch Medizinstudentin Celia liebt ihren Edgar. Aber will sie für ihn die Freiheit aufgeben, die sie so hart erkämpft hat? Ist Anwältin Ruth dafür die richtige Ratgeberin? Schauspielerin Doris genießt die Liebe wie im Rausch. Plötzlich wird daraus bitterer Ernst 

Zunächst einmal, man sollte den 1. Band der Reihe gelesen haben, sonst wird man erschlagen von all den Charakteren.

Magda eröffnet eine eigene Praxis, schon allein deshalb, weil sie von ihrer Arbeit als Polizeiärztin allein nicht leben kann. Sie steht kurz vor der Hochzeit mit Kuno Mehringer, mit dem sie auch zusammenarbeitet. Und natürlich gibt es auch ein Wiedersehen mit Celia, der Tochter ihrer Vermieterin und Medizinstudentin und mit Doris, der naiven Schauspielerin, die immer noch davon träumt, die ganz große Karriere zu machen.

Wieder einmal hat es die Autorin Helene Sommerfeld geschafft, die goldenen Zwanziger, die nicht für alle golden waren, aufleben zu lassen. Der Wirtschaft geht es schlecht, die Inflation steigt und steigt, das Geld kann gar nicht so schnell ausgegeben werden, wie es wertlos wird.

Magda bekommt hautnah mit wie schlecht es manchen geht und wie gut wiederum anderer, denn die Reichen feiern als gäbe es kein Morgen mehr, während die Armen kaum wissen wie sie ihre Kinder satt bekommen und so bleibt es nicht aus, das Magda immer häufiger nach der Durchführung einer Abtreibung gefragt wird, doch das kann sie mit ihrem Gewissen nicht vereinbaren.

Die Autorin geht hier detaillierter auf das wahre Leben zu dieser Zeit ein, sie verklärt nichts. Der Krimi teil in diesem zweiten Band handelt von einem Schlitzer der scheinbar wahllos auf junge Frauen einsticht, auch Doris fällt ihm zum Opfer. Auch dieser Aspekt ist spannend und durchaus lesenswert.

Ich bin gespannt, wie die Geschichte um Magda weitergeht.


  • Herausgeber ‏ : ‎ dtv Verlagsgesellschaft (20. Oktober 2021)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Taschenbuch ‏ : ‎ 560 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3423263075
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3423263078


Mittwoch, 22. Dezember 2021

Leiser Stern von Eva Lirot (Seelentrost)


 


Endlich Urlaub. Jim Devcon und Tatjana freuen sich auf besinnliche Weihnachtstage und auf den Jahreswechsel, an dem Jim endlich alle Bedenken und Ängste über Bord werfen will und die Frage aller Fragen stellen möchte. Doch zunächst kommt alles anders als geplant. Unerwartet steht der frühere Gerichtsmediziner Dillinger vor der Tür und bittet Jim und Tatjana um Hilfe, seine Nichte Liane erhält seltsame Postkarten, die das Leben ihrer kleinen Tochter bedrohen.

Zur gleichen Zeit irrt ein Mann durch das verschneite Frankfurt, düstere Gedanken bestimmen sein Ich, er glaubt von sich selbst, nutzlos und wertlos zu sein, nichts kann seine Stimmung aufhellen, weder die Weihnachtslichter noch Kinderlachen, dabei gab es einst eine kurze Zeit, in der er Glück erleben durfte, doch das ist vorbei und er sieht nur noch einen Ausweg, doch diesen Weg will er nicht allein gehen.

Endlich hat sie einen Hund, der Weihnachtsmann hat ihn schon vor Weihnachten abgegeben, weil er keine Zeit mehr hat sich um ihn zu kümmern, da macht es nichts, dass sie in dieser komischen Wohnung warten muss und Hunger hat, und es stinkt und wo bleibt Mama denn?

Eine Bonusgeschichte aus der Jim Devcon Reihe, die es in sich hat, vordergründig handelt es sich, um einen Wettlauf gegen die Zeit um ein kleines Mädchen zu retten, doch bald schon wird klar, es geht um viel mehr.
Eva Lirot zeichnet kein schwarz/weiß Bild  von Gut und Böse, denn DEN BÖSEN gibt es nicht in dieser Geschichte. Was es gibt, ist eine Krankheit, die das Leben eines Menschen und im schlimmsten fall, das anderer bedrohen kann. Eine Krankheit, die man nicht sieht und die doch so viele betrifft, mal mehr, mal weniger intensiv. Depression, die mehr ist als Traurigkeit oder Antriebslosigkeit, ich glaube als nicht betroffener kann man das nicht ansatzweise nachvollziehen und hier hat die Autorin, für mein Empfinden fantastische Arbeit geleistet, ich konnte mich ein klein wenig hineinversetzen in die Gefühlslage ihres Protagonisten. 
Eva Lirot zeigt auf beeindruckende Weise, das es durchaus möglich ist, ernste Themen mit Unterhaltung zu mischen und auf Themen aufmerksam zu machen, die wir in unserem Alltag möglichst verdrängen, sie zeigt wie wichtig es ist  mit offenen Augen und Ohren auf unsere Mitmenschen zuzugehen, vielleicht kann man dadurch manchmal das schlimmste verhindern, auch wenn natürlich die wenigsten an Depression erkrankten Menschen zum äußersten gehen.

Im Untertitel verspricht die Autorin uns ein *kleines Weihnachtswunder* ob es so kommt, das müsst ihr schon selber lesen.

  • ASIN ‏ : ‎ B09ML2R3BF
  • Publisher ‏ : ‎ Independently published (1 Dec. 2021)
  • Language ‏ : ‎ German
  • Paperback ‏ : ‎ 152 pages
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 979-8774209422

Dienstag, 21. Dezember 2021

Sei tapfer im Leben Die Spuren der Kriegskinder von Karin Lassen


 Schauplatz Ludwigshafen/Rhein. Im Mai 1939 kommt Ilse Oehler zur Welt. Ihre ersten Lebensjahre: geprägt von Bombenangriffen, Fliegeralarm und Nächten im Bunker. Ihr Elternhaus: pflichtbeflissen und schweigsam. Und so beginnt für die lebenslustige junge Frau ein verzweifelter Kampf um Liebe, Anerkennung, Selbstbestimmung und ein bisschen Freiheit. Bis Ilse um sich herum eine Mauer aus Schweigen baut und die Katastrophe unausweichlich scheint. Ein beeindruckender historischer Roman, hervorragend recherchiert, mit vielen Originalbelegen, Zeitungsberichten und Protokollen aus Ludwigshafen und Mannheim. Ein Schicksal, das exemplarisch ist für viele Kriegskinder und ihren herausfordernden Lebensweg. Und immer offen bleibt die Frage nach der Verantwortung.


Die Generation Ilses ist die Generation meiner Eltern, genau wie Ilse haben sie als Kinder den Krieg erlebt und die schweren Jahre danach. Karin Lassen lässt uns in ihrem Buch: Sei Tapfer im Leben Die Spuren der Kriegskinder an Ilses Leben teilhaben. Ilse kommt in Ludwigshafen zur Welt und ihre ersten Lebensjahre sind geprägt vom Kriegsgeschehen. Die Autorin erzählt von ganz alltäglichen Dingen, den Schwierigkeiten, die allein die tägliche Versorgung der kleinen Familie für ihre Mutter Hedwig bedeuten und dazu die über allem schwebende Angst.

Die Geschichte spielt ab dem 2. Weltkrieg und wird von der Autorin bis zu Gegenwart erzählt, das Hauptaugenmerk liegt auf Ilse und der Beziehung zu ihren Eltern. Ilse ist eine lebenslustige junge Frau, als sie ungewollt schwanger wird und sich den damaligen Konventionen beugt und heiratet,  mangels einer Wohnung zieht sie mit ihrem Mann in die elterliche Wohnung wo es aufgrund der Enge bald zu Spannungen kommt,  die Geburt des kleinen Udo verschärft die Situation noch. Nach der unausweichlichen Scheidung zieht Ilse aus und lässt ihren Sohn in der Obhut der Eltern. Ein Fehler wie sich schon bald herausstellt.

Ilses Geschichte ist exemplarisch für die Geschichte vieler Kriegskinder, deren Eltern nur das Beste für ihre Kinder wollten, *sie sollten es einmal besser haben* Ich konnte Ilses Reaktionen und Taten nicht immer nachvollziehen, vor allem konnte ich nicht verstehen, warum sie ihre Eltern als die *Bösen* sah, denn diese haben sich in meinen Augen immer bemüht, ihre Tochter zu unterstützen, auch wenn sie nicht mit Kritik sparten. Ilse empfindet diese Sorge als Kontrolle und Einmischung. Und selbstverständlich haben auch sie Fehler gemacht, in dem sie nie mit ihrer Tochter über den Krieg sprachen, über die Ängste während der Bombennächte. Sie glaubten daran, dass Kinder schnell alles Schreckliche vergessen und verwechselten das mit Verdrängung. Ilse ist eine Meisterin der Verdrängung, ihre Probleme brechen sich allerdings mit ihrem Renteneintritt Bahn. 

Zu ihrer Tochter Birgit aus ihrer zweiten Ehe hat Ilse ein, wie zunächst aussieht,  gutes Verhältnis, man trifft sich regelmäßig bei Birgit oder in der Stadt zum Kaffeetrinken, doch an Ilses 75. Geburtstag fällt Birgit auf wie gebrechlich ihre Mutter geworden ist und wie schwer ihr das Alltägliche im Leben fällt, natürlich bietet sie ihr Hilfe an, die Ilse rigoros ablehnt, sie wolle ihr nicht zu Last fallen und vor allem nicht kontrolliert und bevormundet werden. Birgit lässt sich immer wieder abwimmeln und es dauert bis sie alles in einem klaren Bild sieht.

Ich könnte euch noch stundenlang von diesem Buch erzählen, die Geschichte erklärt vieles von dem Verhalten der Kriegskindergeneration, sie schweigen und behalten ihre Erinnerungen für sich, sofern sie sich bewusst überhaupt an die Erlebnisse erinnern. Heute weiß man, dass Kriegstraumata behandelt werden müssen (was nichts daran ändert, dass es nicht genügend Therapeuten gibt).

Karin Lassen hat mit dieser Familiegeschichte, vielleicht den Grundstein für Gespräche in den Familien gelegt, deren Eltern noch immer leiden.

Sei tapfer im Leben bekommt von mir eine absolute Leseempfehlung. 

Donnerstag, 16. Dezember 2021

Wächter der Drachen: Roman (Die Regenwildnis-Chroniken, Band 1)



 Die große Drachin Tintaglia rettete einst die Händler von Bingstadt. Dafür schworen ihr diese, ihre Brut zu beschützen. Doch die Dankbarkeit der Menschen währte nur so lange, wie sie sich davon einen Vorteil erhofften. Und als sich die Drachenbrut als missgestaltet und schwach erwies, zogen die Händler ihren Schutz zurück. Nun benötigen die jungen Drachen eine neue Heimat. Ihre verbliebenen menschlichen Freunde sehen nur eine Möglichkeit: Kelsingra, die verlorene Stadt der Drachen inmitten der Regenwildnis. Doch der Weg dorthin ist mühsam. Niemand weiß, ob alle Drachen die Reise überstehen werden – und ob Kelsingra überhaupt noch existiert.


Ich kannte Robin Hobb bisher nur vom Hörensagen, aber der Klappentext der neu Übersetzung des Romans *Drachenhüter* hat mich neugierig gemacht. Die Drachin Tintaglia lässt die Drachenbrut in der Obhut der Menschen zurück, diese hatten ihr einst geschworen sich, um die frisch geschlüpften Drachen zu kümmern und diese zu versorgen, doch das erweist sich als schwieriger als gedacht, denn die Drachen sind missgestaltet und wie es scheint werden sie nie in der Lage sein sich selbst zu versorgen. Krank und schwach vegetieren sie auf einem schlammigen Strand dahin, unfähig sich in die Lüfte zu erheben. Die Umsiedlung zur Uraltenstadt Kelsingra soll nicht nur den Drachen helfen, auch die Händler erwarten sich unendliche Reichtümer in der verschollenen Stadt, deren Existenz unbewiesen ist, eine vage Erinnerung im kollektiven Gedächtnis der Drachen. 

Robin Hobb erzählt die Geschichte aus mehreren Perspektiven, recht früh lernen wir Thymara kennen, sie lebt in der Regenwildnis und dürfte eigentlich nicht existieren, zu groß sind die Missbildungen die sie zeichnen und zu früh traten diese auf, solche Kinder werden normalerweise direkt nach der Geburt ausgesetzt und  ihrem Schicksal überlassen, doch Thymaras Vater war dazu nicht in der Lage und rettete sein Kind. Das Mädchen wächst zu einer geschickten Baumkletterin heran, die ihre Eltern nach Kräften unterstützt und sich als Hüterin der Drachen auf der Reise nach Kelsingra verdingt.

Alise ist die Tochter eines Händlers aus Bingstadt, die  junge Frau hat ihr Leben dem Studium der Drachen verschrieben, denn weder sie noch ihre Eltern glauben daran das sie jemals heiraten wird, zu unscheinbar ist sie für den Geschmack der anderen, sie studiert uralte Schriftrollen und ist bald eine Expertin auf dem Gebiet der Drachen und der Uralten. Ihr größter Wunsch wäre ein Zusammentreffen mit den Drachen, doch erst die unerwartete Hochzeit mit Heest, einem reichen Kaufmannssohn beschert ihr die finanziellen Mitteln für die Reise. Gemeinsam mit Sedric, dem engsten Vertrauten ihres Mannes macht sie sich auf die beschwerliche Reise in die Regenwildnis.

Sedric war es auch der Heest davon überzeugte das Alise die richtige Frau für ihn wäre, die Frau die ihm einen Erben schenkt und sonst ihn ihrer Unscheinbarkeit einfach nur dankbar und still ihr Leben dem Erben und dem Haushalt widmen würde. Doch Sedric der ein Jugendfreund Alises ist, plagt das schlechte Gewissen, denn Alise ist unglücklich in ihrer Ehe. Genauso wie Heest, der nur geheiratet hat, um die Erbfolge zu sichern.

Dies sind nur einige Charaktere, die in diesem Buch eine wichtige Rolle spielen, von den Drachen habe ich noch gar nicht erzählt, sie sind so unterschiedlich wie die Hüter die sie auf ihrer Reise begleiten, nicht nur körperlich unterscheiden sie sich in Farbe und Größe, dem Glanz und Funkeln ihrer Schuppen, auch ihre Charktereigenschaften unterscheiden sich, da ist Sintara, die wunderschöne blaue Drachin, träumt von einem Leben, in dem sie hoch in der Luft ihre Kreise zieht und jagt, dabei schafft sie es nicht einen Zentimeter vom Boden, doch ihr Verstand ist einer der klarsten und ihre Arroganz hat sicherlich nicht unter Missbildungen zu leiden.

Robin Hobb hat eine für mich, völlig fremde Welt erschaffen, ich weiß nicht, ob es wirklich erforderlich ist die anderen Bücher der Autorin gelesen zu haben, es gibt wohl einige Hinweise auf die Weitseher Saga oder auch andere Bücher, aber da ich diese nicht kenne habe ich nichts vermisst. 

Manchmal zog sich die Geschichte etwas in die Länge, manche Passagen schienen mir etwas aufgebläht, manches schien etwas zu viel erklärt, doch im Großen und Ganzen, hat mir der erste Teil der Regenwildnis Chronik sehr gefallen und ich kann schon jetzt sagen, dass der zweite Teil diesem in nichts nach steht. Mit dem habe ich schon begonnen.


1. Wächter der Drachen
2. Stadt der Drachen
3. Kampf der Drachen
4. Blut der Drachen

Dieser Roman ist bereits unter dem Titel »Drachenkämpfer« auf Deutsch erschienen. Er wurde für diese Ausgabe komplett überarbeitet.

  • Verlag: Penhaligon Verlag (30. August 2021)
  • Sprache: Deutsch
  • Broschiert: 608 Seiten
  • ISBN-10: 3764532564
  • ISBN-13: 978-3764532567
  • Originaltitel: Dragon Keeper (Regen Wilds Chronicles Book 1)

Freitag, 10. Dezember 2021

Drei Witwen vom Catherine Quinn


 In der Wüste von Utah wird ein Mann grausam ermordet und verstümmelt aufgefunden. Blake Nelson, Angehöriger der Heiligen der letzten Tage, lebte zurückgezogen auf einer Farm in der Wildnis – mit drei Ehefrauen: Der pragmatischen Rachel, ebenfalls aus einer Mormonenfamilie stammend. Der rebellischen Ex-Prostituierten Tina, die Blake alles bietet, was Rachel nicht hat. Und der blutjungen, schüchternen Emily, die völlig von Blake abhängig ist, nachdem ihre Familie mit ihr gebrochen hat.

Nichts verbindet die drei "Schwesterfrauen" außer Blake – und dem Mordverdacht, der nun auf alle drei fällt. Jede von ihnen hätte ein Motiv gehabt. Aber Rachel, Tina und Emily sind sicher, dass die Polizei etwas übersieht. Nur gemeinsam können sie die Wahrheit herausfinden. Doch dazu müssen sie einander vertrauen – und in den Abgrund der eigenen Vergangenheit blicken …

Catherine Quinn lässt ihre Protagonistinnen erzählen, und so lernen wir die Schwesterfrauen nach und nach besser kennen. 
Rachel die erste Frau und die einzige mit der Blake legal verheiratet war, scheint auf den ersten Blick völlig zufrieden zu sein mit ihrer Rolle, die sie im Haushalt spielt, sie kümmert sich ums Essen und um die Vorräte, Mormonen sind dazu angehalten Vorräte für mindestens 1 Jahr anzulegen, und sie unterstützt Blake bei allen seinen Plänen die scheinbar immer abstruser werden. Rachel hat ein Geheimnis, das sie so tief in ihrem Innern vergraben hat, das sie selbst es nicht mehr kennt.

Tina ist eine ehemalige Prostituierte, die ihr altes Leben an Blakes Seite hinter sich lassen will, kennengelernt hat sie ihn als ihren Suchtberater. Tina passt weder von ihrer Art noch von ihrem Auftreten in das Bild einer gläubigen Mormonin.

Emily ist die jüngste Schwesternfrau, sie scheint sehr naiv zu sein, ihre *Ehe* mit Blake ist eine Flucht aus ihrem streng katholischen Elternhaus, aber sie ist unglücklich, vollkommen unwissend stolperte sie in die Ehe und in die Hochzeitsnacht.

Aus all den Erzählungen konnte ich mir auch ein Bild von Blake machen, der sehr Ich bezogen zu sein schien, seine Frauen hat er sich nach seinen Bedürfnissen ausgesucht. 

Aber hatte eine seiner Frauen wirklich einen Grund ihn zu töten? Die Ermittler scheinen davon überzeugt und so müssen sich Rachel, Tina und Emily daran machen den wahren Täter zu finden. Im Laufe ihrer Suche offenbart sich Rachels Vergangenheit, ein mehr als erschütternder Aspekt der Geschichte, liegt hier der Grund für Blakes Tod?

Ich war fasziniert von dem, was ich las und habe zwischendurch immer wieder über diese Religionsgemeinschaft nachgeforscht und kam so manches Mal aus dem Staunen nicht heraus, wofür Religion alles herhalten muss und was Menschen sich Namen dieser alles antun. Man darf allerdings nicht vergessen, dass der Großteil der Mormonen die Vielehe ablehnt und dass die, die sie leben, das zum Großteil freiwillig tun. Die teilweise im Buch  beschriebenen  Lebensumstände sind Ausnahmen, die zwar real aber nicht die Regel sind. 

Das Buch bekommt auf jeden Fall eine Leseempfehlung 

  • Herausgeber ‏ : ‎ Ullstein Paperback; 1. Edition (29. November 2021)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Broschiert ‏ : ‎ 544 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3864931681
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3864931680
  • Originaltitel ‏ : ‎ Black Widows


Dienstag, 7. Dezember 2021

Schöne neue Zauberwelt von Stephanie Kempin

 



Willkommen in der Magpie Lodge mit ihrer Teestube, wo Magie so selbstverständlich zum Tee serviert wird wie Kekse.


Dass es Magie überhaupt gibt, ist für Kayleigh und ihre Schwester Jillian schwer genug zu glauben. Dass diese Magie in ihrer Familie liegt, die magische DNS jedoch an ihnen vorübergegangen ist, sorgt vor allem bei der siebzehnjährigen Jillian für Frustration. Doch nachdem Kayleighs kleiner Sohn Brandon seine Bausteine schweben lässt, führt kein Weg mehr am Umzug in den Familienstammsitz vorbei. Nichtmagische haben in der Magpie Lodge eigentlich nichts zu suchen und so fällt den Schwestern das Eingewöhnen in die neue Umgebung nicht leicht.
Während Kayleigh und Jillian noch damit beschäftigt sind, all die Enthüllungen zu verdauen und sich ihren Platz zwischen den Teestubengästen zu behaupten, drohen jedoch bereits magische Gefahren.
Schnell wird klar, dass sture Feen im Vorgarten, ein Drache in der Tiefkühltruhe und die vorlaute sprechende Katze ihre geringsten Probleme darstellen.

Ich fange ausnahmsweise mit dem Cover an, bevor ich es vergesse.
Ich liebe das Cover, es ist schlicht, die Farben sind super gewählt und es macht neugierig auf den Inhalt.

Schöne neue Zauberwelt ist nicht das erste Werk, das ich von der Autorin gelesen habe, allerdings der erste Roman, ich weiß nicht, ob sie außer Kurzgeschichten und Novellen noch anderes geschrieben hat. Ich wusste allerdings, dass ich ihren Schreibstil mag und da mich der Klappentext auch angesprochen hat, stand dem Lesevergnügen nichts mehr im Wege. Und ich habe nicht eine Sekunde bereut.

Kayleigh zieht mit ihrer jüngeren Schwester Jillian und ihrem kleinen Sohn Brandon in die Magpie Lodge, dem Stammsitz ihrer Familie, weder sie noch Jillian sind magisch begabt und dementsprechend überfordert als Brandon beginnt Bausteine schweben zu lassen. Hilfe bekommen sie von ihrem Onkel Robert und dessen Partner Noah, die alles dafür tun, dass sich die jungen Frauen in ihrem neuen Zuhause wohlfühlen und das sie von der magischen Gemeinschaft akzeptiert werden, besonders für Jillian wird die erste Zeit in der Magpie Lodge zu einer Herausforderung, denn wenn sie sich nicht als *würdig* erweist muss sie ihr neues Zuhause wieder verlassen.
Wir lernen nicht nur Kayleigh und ihre Familie kennen, da sind noch Melody, die in der Teestube arbeitet, Cleo die sprechende Katze, die Magpie Lodge, die nicht nur ein Haus, sondern auch ein Hüter ist und viele andere und wir erfahren von Geheimnissen zu deren Aufklärung Kayleigh und Jillian entscheidend beitragen.
Es bleiben noch viele  Fragen offen und nicht alle Geheimnisse werden gelüftet, das steigert natürlich die Neugier auf den 2. Band.
Schöne neue Zauberwelt ist ein Wohlfühlbuch, dessen Handlung, trotz aller Spannung niemals Angst um die Hauptprotagonisten aufkommen lässt, also nur locker und humorvoll?
Nein auf gar keinen Fall, wenn ich die Handlung Revue passieren lasse und meinem Hang zur Interpretation des gelesenen freien Lauf lasse, dann komme ich ganz schnell zu dem Schluss, dass viel mehr in dem Buch steckt, als eine schöne Fantasygeschichte.
Kayleigh und Jillian kommen als nichtmagische in eine Umgebung, in der sie nicht von allen willkommen sind, aus einer Welt in der Brandon mit seinen magischen Kräften tatsächlich in Gefahr schwebt, man stelle sich vor, was geschieht, wenn diese Kräfte publik würden. Ihre Geschichte ließ mich ein klein wenig nachvollziehen wie sich Menschen fühlen, die an einem fremden Ort vollkommen neu anfangen müssen, dabei hat es Kayleigh noch leicht, als Mutter eines magisch begabten Kindes hat sie das Recht in der Magpie Lodge zu leben, wohin gegen Jillian auf den ersten Blick nichts für die Gemeinschaft beitragen kann und erst mal in der Gefahr lebt *abgeschoben* zu werden. Kommt euch das bekannt vor? Das erinnert doch sehr an das richtige Leben. Die Autorin hat ihre Botschaften, wenn sie das denn beabsichtigt hat, sehr subtil in der Geschichte untergebracht, kein erhobener Zeigefinger stört das Lesevergnügen. Ebenso sind die Probleme, mit denen sich Heranwachsende plagen müssen, egal, ob sie magisch begabt sind oder nicht, einfühlsam in die Geschichte eingefügt.

Schöne neue Zauberwelt ist ein rundum gelungenes Buch, vom Einband über die Story bis hin zu den Illustrationen im Innern, bin ich absolut begeistert. 

  • Herausgeber ‏ : ‎ BoD – Books on Demand; 1. Edition (14. Mai 2021)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Taschenbuch ‏ : ‎ 314 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3753402109
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3753402109

Montag, 6. Dezember 2021

Die TÄUSCHUNG: Lügen und andere kleine Monster


 

Victor Adams, dem unter dem Künstlernamen Horus der internationale Durchbruch als Illusionist gelungen ist, steigt nach einer Zahnwurzelbehandlung in die falsche Straßenbahn. An der nächsten Haltestelle entdeckt er seltsame Treppenhäuser, die ihn magisch anziehen. Er steigt aus.



Schon der Einstieg in die Story war faszinierend, was von dem, was Victor erlebt, hat ist wahr und was ist Illusion?

Nach einem Zahnarztbesuch steigt Victor, der unter dem Künstlernamen Horus internationale Karriere als Illusionist gemacht hat, in die falsche Straßenbahn und entdeckt seltsame Treppenhäuser, die ihn magisch anziehen, er steigt aus und es scheint, als hätte er eine vollkommen andere Welt entdeckt, sind das wirklich die Nachwirkungen der Narkose oder die Auswüchse einer psychologischen Störung? Bei Astrid Korten muss man ja auf alles gefasst sein, oft ist nichts so wie es scheint und immer wenn ich denke: Ah ja so, genau, passiert wieder dieser: Ach ne doch nicht. Moment.
Ich liebe es.
Victor wird nicht nur von Albträumen gequält, das Verschwinden seiner langjährigen Assistentin Julia bringt ihn nicht nur in den Verdacht sie ermordet zu haben, viel schlimmer scheint für ihn zu sein, dass er nicht herausfinden kann, wie sie es gemacht hat. Wie kann sie während der Schlussnummer seiner Show verschwinden, ohne dass er, der *größte Illusionist der Welt* herausfinden kann, wie sie es gemacht hat, schließlich perfektioniert er seit frühster Kindheit jede seiner Illusionen. Victor ist ein Mensch, der zwiespältige Gefühle in mir auslöst, mal kann ich ihn kaum ertragen, so selbstgefällig scheint er mir, so sehr von sich überzeugt und egoistisch. Und dann lernen wir Victor als Kind kennen, ein Kind, das mit einem Zauberkasten, den er von seinem Onkel Noah geschenkt bekam, jeden Trick lernte bis er ihn perfekt beherrschte. Je mehr ich das Kind Victor kennenlernte, desto mehr Verständnis brachte ich für ihn auf.

Astrid Korten hat mich wieder einmal überrascht, soweit ich es beurteilen kann hat sie wieder einmal hervorragend recherchiert, das erwarte ich nach allem, was ich bisher von der Autorin las, allerdings auch. Zu wissen, dass man immer etwas Unerwartetes erwarten muss, lässt mich immer wieder gern zu ihren Büchern greifen.

Mehr über die Autorin und ihre Bücher erfahrt ihr auf ihrer Homepage.

https://www.astrid-korten.com/Home

  • Herausgeber ‏ : ‎ Independently published (13. November 2021)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Taschenbuch ‏ : ‎ 293 Seiten
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 979-8764543031

Freitag, 3. Dezember 2021

Eifersucht von Jo Nesbø (Sieben Short Stories, ein Motiv)

 

Der Athener Ermittler Nikos Balli, ein Spezialist für das Mord-Motiv Eifersucht, ist seit dem Verlust seiner großen Liebe ein Getriebener. Auf der Insel Kalymnos soll er einen Vermissten finden, Julian. Er und sein Zwillingsbruder Franz waren in dieselbe Frau verliebt, Helena, Tochter eines Gastwirts der Insel. Es kam zum Streit, und seitdem hat man Julian nicht mehr gesehen. Sein Handtuch wurde am Strand gefunden, ist der junge Mann beim morgendlichen Schwimmen ertrunken?

Balli ermittelt und stößt auf immer mehr Beweise, dass Franz seinen Bruder ermordet hat – aber dann wird Julian gefunden, gefesselt und entkräftet in einer Höhle. Doch wo ist Franz? Balli muss all sein Gespür aufbringen, seine eigene schmerzvolle Erfahrung nochmals durchleben, um den Kampf der Zwillinge um Helena zu stoppen.



Das Cover, fiel mir auf der letzten Frankfurter Buchmesse sofort ins Auge, so schlicht, so schön, da man aber ein Buch nicht nach seinem Einband kaufen sollte, habe ich mich natürlich noch schlau gemacht worum es eigentlich geht und dabei erfahren, es ist genau die Art Bücher, an denen ich kaum vorbeigehen kann:


Eine Anthologie, auch wenn der Text auf den diversen Plattformen auf den ersten Blick eher einen Roman vermuten lässt, deswegen habe ich es hier auch in die Titelzeile geschrieben.


Sieben Kurzgeschichten und ich bin von jeder einzelnen absolut hin und weg. 




London


Eine junge, von ihrem Ehemann und ihrer bester Freundin betrogenen Frau hat einen makaberen Plan gefasst, um sich an ihnen zu rächen.


Ich liebe diese Geschichte, sehr ruhig erzählt und mit einem Ende, das ich so nicht ganz erwartet hatte. Sie ist einfach nur schön.


Eifersucht 


Die Titelgebende Story ist zugleich die längste, eigentlich ist es schon eine Novelle, worum es geht, erfahrt ihr im obigen Text. Hat sie mir gefallen? Auch hier kann ich nur Ja antworten, auch wenn sie mir erst ein klein wenig zu lang erschien, ich mag meine Kurzgeschichten eben KURZ, aber im Nachhinein, wird klar, weniger hätte hier nicht funktioniert.


Die Warteschlange


Sechs Seiten, die mich am Ende sehr traurig zurückgelassen haben, ich erzähle jetzt auch nicht mehr, dann bräuchtet ihr sie nicht mehr zu lesen. Die Geschichte muss sehr aufmerksam gelesen werden um das Motiv zu erkennen, das ich allerdings nicht mit Eifersucht erklären würde.


Abfall


Ein Entsorgungstechniker hat Probleme damit seine Impulse zu kontrollieren und zudem noch einen Blackout was die letzte Nacht betrifft. Seine aktuelle Tour mit dem Müllwagen führt ihn in die Straße, in der der vermeintliche Liebhaber seiner Frau wohnt. Ja ich weiß, man sollte nach einem Krimi nicht grinsen, aber hey ich kann ja nichts für meinen Humor.


Das Geständnis


Und wieder eine Geschichte bei der man auf die Zwischentöne achten muss. Und Schokolade ist ungesund. ;o)


Odd


OK es gibt sie immer in jeder Kurzgeschichtensammlung oder Anthologie, diese eine Geschichte die mich nicht zu 100% überzeugen konnte, aber das nur im Zusammenhang mit den anderen Sammlung. 


Der Ohrring


Ein Fahrgast findet einen Ohrring auf dem Rücksitz eines Taxis, dessen Fahrer ihn als Eigentum seiner Frau identifiziert, doch wieso verliert man einen Ohrring während man einfach nur irgendwo sitzt? (das geht übrigens doch ganz prima, da kann man alle Einzelstücke in meiner Schmuckschatulle fragen) 

Auch diese Geschichte muss ganz aufmerksam gelesen werden, trotz ihrer geringen Länge sind einige versteckte Hinweise versteckt, die gemeinsam mit dem Protagonisten entdeckt werden wollen.


Eifersucht ist ein absolutes Highlight für dieses Jahr, ich habe dieses Jahr schon viele Bücher gelesen, darunter waren sehr, sehr gute, die mir im Gedächtnis bleiben werden und dieses reiht sich da jetzt ein.


Jo Nesbø  hat sein Können mit dieser Anthologie wieder einmal unter Beweis gestellt.


  • Herausgeber ‏ : ‎ Ullstein Hardcover; 1. Edition (1. November 2021)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Gebundene Ausgabe ‏ : ‎ 272 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3550201524
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3550201523
  • Originaltitel ‏ : ‎ Sjalusimannen og andre fortellinger



Mittwoch, 1. Dezember 2021

Natrium Chlorid von Jussi Adler Olsen ( Carl Mørcks 9. Fall)

 Er mordet seit 30 Jahren. Niemand konnte ihn stoppen. Bis jetzt. Der neue Fall für das Sonderdezernat Q

An ihrem 60. Geburtstag begeht eine Frau Selbstmord. Ihr Tod führt zur Wiederaufnahme eines ungeklärten Falls aus dem Jahr 1988, der Marcus Jacobsen mit seinem besten Ermittler Carl Mørck zusammengeführt hat. Carl, Assad, Rose und Gordon ahnen nicht, dass der Fall das Sonderdezernat Q an die Grenzen bringt:


Seit drei Jahrzehnten fallen Menschen einem gerissenen Killer zum Opfer, der tötet, ohne dass ihm ein Mord nachgewiesen werden kann. Er wählt Opfer und Todeszeitpunkt mit Bedacht und Präzision. Dreißig Jahre lang konnte niemand ihn stoppen. Und während die Corona-Maßnahmen die Ermittlungsarbeiten zusätzlich erschweren, bewegt der alte Fall sich auf Carl zu wie eine Giftschlange, die Witterung mit ihrer Beute aufgenommen hat.


Majas kleiner Sohn kommt bei einer Explosion in einer Autowerkstatt ums Leben, Jahre später an ihrem 60. Geburtstag nimmt sie sich das Leben. Ihr Tod führt dazu das Marcus Jacobsen den Fall an Carl und sein Team übergibt, denn er glaubt nicht das es sich bei der Explosion um einen Unfall handelte und er will unbedingt den Täter finden. 


Ein Häufchen Salz am Tatort führt das Team um den Sonderermittler Mørck zu einem Serientäter, der seit 30 Jahren unerkannt mordet und dabei so clever vorgeht das seine Taten als Selbstmord eingestuft werden. Das Team ermittelt unter Hochdruck, um weitere Morde zu verhindern.


Ich mag sie alle, Carl, Assad, Rose und Gordon sind eines jener Ermittlerteams, die einem unweigerlich an Herz wachsen, immerhin begleiten sie die Leser seit langer Zeit. In diesem Band dauert es etwas bis die Story Fahrt aufnimmt, aber das macht nichts, denn Olsen erzählt neben dem Fall auch aus dem Leben seiner Protagonisten und das schafft eine Verbindung zwischen Leser und Protagonisten, man will einfach wissen wie es ihnen erging, wie sie ihr Leben meistern, besonders Assad und seine Familie hebe ich da hervor, denn ihr Schicksal ging mir sehr ans Herz. Der Spannungsbogen steigt im Laufe der Story immer mehr an, um in einem aufregenden Finale quasi zu explodieren.


Der Schreibstil Jussi Adler Olsens ist auch in diesem Band wieder klar und schnörkellos, was das Lesen zu einem Vergnügen machte. Die recht kurzen Kapitel tun ihr Übriges dazu, dass man das Buch kaum aus der Hand legen kann, weil ja immer noch *eins* geht, dass aus dem einen, dann zwei oder drei werden, lässt die Nächte relativ kurz werden.





  • Herausgeber ‏ : ‎ dtv Verlagsgesellschaft (17. November 2021)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Gebundene Ausgabe ‏ : ‎ 528 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3423282800
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3423282802