Die junge, lebenslustige Florence de Meli ist wegen ihrer fröhlichen Art in der amerikanischen Gesellschaft in Dresden beliebt. Nicht so bei ihrer Schwiegermutter Antoinette, die ihr unterstellt, ihren Sohn aus finanziellen Gründen verführt und geheiratet zu haben. Bei jeder sich bietenden Gelegenheit lässt sie Florence ihre Abneigung spüren. Einzig ihre Enkelkinder, der kleine Henry und seine Schwester Minnie, liebt sie aufrichtig.
Henri de Meli, Florences Ehemann, ist ein reicher Nichtsnutz, der vom Geld seiner Mutter Antoinette lebt. Sein im wahrsten Sinne des Wortes „sinnloses“ Leben füllt er mit übermäßigem Alkoholkonsum – kein Tag vergeht, an dem er nicht trinkt. Seine Frau liebt er schon lange nicht mehr, und auch ihm ist ihre Art ein Dorn im Auge. Angestachelt von seiner Mutter, lässt er Florence für verrückt erklären und in eine Nervenklinik einweisen.
Die Pirna Sonnenschein ist ein Ort des Grauens, und Florence ist den Ärzten und Schwestern hilflos ausgeliefert. Die Behandlungsmethoden bei „Hysterie“ erinnern an Folter. Zu Florences Glück fehlen offizielle Papiere, um sie dort festhalten zu können. Doch statt nach Hause zurückkehren zu dürfen, wird sie in eine andere Klinik gebracht. In Bad Kreischa erkennt sie, dass ihr nur die Flucht bleibt, die ihr durch die Hilfe einiger Freunde auch gelingt. Von Amerika aus will sie die Scheidung von ihrem Mann und ihre Kinder zurück.
Das Buch besteht aus drei Teilen und beginnt 1875 in Dresden mit den Beschreibungen der Ehe von Florence und Henri. Teil zwei berichtet von den Zuständen in der Heilanstalt und von Florence’ Flucht aus Bad Kreischa. Im dritten und letzten Teil erfahren wir von ihrem Leben in Amerika, der Scheidungsschlacht und ihrem Kampf um ihre Kinder.
Gleichberechtigung von Mann und Frau war zu der damaligen Zeit noch ein Fremdwort. Männer hatten alle Rechte, und Frauen, die sich dagegen auflehnten, wurde „Hysterie“ diagnostiziert. Die Behandlung dagegen hatte in nicht wenigen Fällen Folgen für die psychische Gesundheit der Frauen. In ihrem Buch „Träume von Freiheit – Ferner Horizont“ beschreibt die Autorin Silke Böschen diese Zeit sehr anschaulich und, soweit ich es beurteilen kann, auch authentisch. Im Anhang erfahren die Leserinnen und Leser, dass die Personen im Buch tatsächlich gelebt haben. Silke Böschen ist eine Mischung aus Fiktion und Fakten gelungen, die ein interessantes Bild der damaligen Zeit zeichnet.
Träume von Freiheit – Ferner Horizont" von Silke Böschen ist ein fesselnder historischer Roman, der die Leser in das 19. Jahrhundert entführt und die Ungleichheiten und Kämpfe von Frauen in dieser Zeit eindrucksvoll schildert. Mit authentischen Charakteren und einer spannenden Handlung, die von Dresden bis nach New York führt, bietet das Buch eine packende Mischung aus Fiktion und realen Ereignissen. Besonders der unerschütterliche Kampf der Protagonistin Florence machen das Buch äußerst lesenswert.
- Herausgeber : Gmeiner-Verlag; 2021. Edition (7. April 2021)
- Sprache : Deutsch
- Taschenbuch : 510 Seiten
- ISBN-10 : 3839228638
- ISBN-13 : 978-3839228630





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