Freitag, 31. August 2018

The Coven interviewt Faye Hell




Wie vielleicht schon der eine oder andere weiß, bin ich seit kurzem stolzes Mitglied des Bloggerteams der wunderbaren Faye Hell. Und damit ihr die Autorin auch besser kennen lernen könnt, haben wir ihr einige Fragen gestellt.

Die vielen Gesichter der Faye Hell


Das Interview



Wenn dich jemand fragt warum er ausgerechnet deine Bücher lesen soll. Was antwortest du?
Man sollte meine Bücher lesen, weil sie herausfordernd sind. Literarisch komplex auf der einen Seite, erschreckend aufrichtig und direkt auf der anderen. Man sollte sich als Leser nicht nur immer in die Komfortzone zurückziehen, ein Buch kann mehr sein als bloße Unterhaltung.
Ich erfinde meine Geschichten nicht nur, ich spüre sie. Genau so geht es mir auch mit meinen Charakteren und ich denke, das fühlen meine Leser. Lesen sich meine Bücher leicht? Sicher nicht, wenn man dem Leser etwas vermitteln will, dann hat das einfach Gewicht. *zwinker*
Wie bist du zum Schreiben gekommen? Gab‘s Inspiration? Wolltest du nur hobbymäßig schreiben?
Ich habe als Kind bereits geschrieben. Mit elf Jahren wollte ich bereits Horrorautorin werden. Im jungen Erwachsenenalter habe ich allerdings damit aufgehört. „Keine Menschenseele“ hat als therapeutisches Projekt begonnen, das mir dabei helfen sollte, ein Trauma zu bewältigen. Das ist mir auch gelungen. Aber was an Texten da war, war zwar extrem intim, aber dennoch viel zu gelungen für die Schublade. Also habe ich es überarbeitet. Inspiriert hat mich definitiv das Haus, in dem ich lebe. Ein über hundert Jahre altes Kurhotel. „Keine Menschenseele“ spielt in diesem Hotel. Das Schreiben ist für mich deutlich mehr als ein Hobby, es ist ebenso Selbsterfüllung wie Therapie. Möchte ich nur vom Schreiben leben? Zum jetzigen Zeitpunkt wäre das gar nicht mein Ziel, da ich meinen Job als Lehrerin liebe.
Man fragt sich ja immer, wie krank ein Gehirn sein muss, um auf solche Ideen zu kommen, also, woher kommen deine Inspirationen?
Man kann generell nichts schreiben, das nicht in einem drin ist. Ja, es sind meine Fantasien, aber es sind nicht meine Wunschvorstellungen. Dass ich die Fähigkeit habe, mir so etwas auszudenken, heißt noch lang nicht, dass ich mir so etwas auch wünsche. Das verwechseln viele! Beispiel? In „Keine Menschenseele“ wird eine Katze bestialisch ermordet. Eher würde ich mir einen Finger abbeißen, als einer Katze auch nur ein Schnurrbarthaar zu krümmen. Die Inspiration kommt aus einem tiefen, schwarzen Brunnen, voller Schlamm und Dreck. Ich schraube mich ganz hinunter, greife nach dem schlimmsten Monster, das mir zwischen die Finger kommt und zerre es mit mir ans Tageslicht. Ehrlich, so stelle ich mir das immer vor.
Wann kommt endlich der große, romantische Nackenbeißer von dir?
Und ich dachte, mich könnte keine Frage schockieren. In meinen Büchern geht es meist um die Liebe. In „Tote Götter“ ist sie genau genommen sogar eines der zentralen Themen überhaupt. Die stärkste Kraft im Universum, ihr wisst schon Bescheid. Romance werde ich aber garantiert nie schreiben. Warum ich das so genau weiß? Weil ich es einfach nicht kann! Ich habe es sogar mal versucht, eine Kurzgeschichte für die Anthologie einer Freundin. Das war wirklich die Hölle und es war grauenvoll schlecht. Ich habe die Datei sogar ganz gelöscht. Ich bin leider so romantisch wie eine Waschmaschine.
Ich habe selbst schon versucht, mir Horror Stories auszudenken und sie zu schreiben. Allerdings scheitere ich daran, dass mir die ausgedachten Geschichten so eine sch... Angst machen, dass ich irgendwann aufhören muss. Kennst Du das und wenn ja: Wie gehst Du damit um?
In meinem dritten Roman „Rigor Mortis“ (erscheint im November) kommt ein Ich-Erzähler vor, der mich wahrhaftig das Fürchten gelehrt hat. Ich hasse ihn und er hat mich massiv in die Enge getrieben. Ich habe geflucht, geweint, gespuckt … und dann weitergemacht. Weil ich dadurch Macht über ihn hatte! Wie die meisten wissen, liebe ich Amerika. Dieser Ich-Erzähler ist die Personifikation von allem, was mir an meinem geliebten Amerika derzeit Angst macht. Er ist die schlimmste Figur, die mir einfallen konnte, vielleicht ist er deshalb so gut gelungen.
Wie hat dein persönliches/familiäres Umfeld reagiert als du angefangen hast Horror zu schreiben?
Natürlich waren sie nicht überrascht. Immerhin habe ich auch davor kein Geheimnis daraus gemacht, dass ich Horror liebe und dass das einfach meine Welt ist. Teile meiner Familie haben viel mehr ein Problem damit, dass ich in Interviews sehr offen über Persönliches spreche und das mit der Welt teile. Zum Beispiel die Tatsache, dass ich mit schweren Depressionen zu kämpfen hatte. Das war für die viel mehr der Horror als der Horror an sich. Deshalb ist auch der Kontakt abgebrochen, was übrigens immer noch und immer wieder höllisch weh tut. Aber was macht man? Man macht weiter! Und ich werde nichts an dem ändern, wie es ist. Schon gut so. Auch in meinem Job als Lehrerin gab es Probleme. Die Menschen denken in Schubladen, so richtig in die Schublade Lehrer passe ich halt nicht und damit können manche (zum Glück nur sehr wenige) nicht umgehen.
Glaubst du, du wirst irgendwann so eine verrückte Katzenoma sein, die mit ihren 20 Miezen zurückgezogen in einem alten Haus wohnt?
Jeder Mensch braucht doch Ziele, oder? Also ja, verdammte Kacke, natürlich werde ich mal eine verrückte Katzenoma mit zwanzig Miezen sein! Wir werden uns einen alten Bauernhof in Andalusien teilen und uns gemeinsam um meine Seidenhühner und meine Alpakas kümmern. Und natürlich um Mister Hell. Aber sagt ihm das nicht, er weiß das mit den zwanzig Katzen noch nicht, das wird eine schnurrrrrende Überraschung.
Welche Rolle/Protagonist aus deinen Büchern liegt dir am meisten am Herzen? Und warum grade er/sie?
Das wäre dann wohl Hannah aus „Tote Götter“. Als ich begonnen habe, diesen Roman zu schreiben, habe ich auf eine Diagnose gewartet. Es stand der Verdacht auf Multiple Sklerose im Raum. Zum Glück hat sich dieser Verdacht nicht bestätigt, aber ich musste ein Monat auf die entsprechende Untersuchung warten und dann noch eine Woche oder so auf das Ergebnis. Ich habe all diese Angst und überhaupt die gesamte Krankheit meiner Hannah auf den Leib geschrieben. Schlussendlich ist es sogar diese Krankheit, die sie so stark macht. Auch trägt diese Ich-Erzählerin sehr viele Wesensmerkmale, die sie wohl von mir gestohlen hat. Manchmal bedaure ich schon fast, dass ich ihr im Roman so übel mitgespielt habe.
Wie viele Tattoos hast du, wo und was? Haben diese auch eine Bedeutung für dich?
Ich habe wirklich einige Tattoos und die meisten davon gehen ineinander über, also kann ich sie nicht so genau trennen. Gänseblümchen für meine Mama, Vergissmeinnicht für meine Oma, eine Tigerente für meinen Mann, einen Seerose für meine Katze Lilli. Libellen, weil mir mein Mann mal erzählt hat, dass Libellen nie sterben, sondern nur den Winter über nach Afrika fliegen. Deshalb steht unter den Libellen auch indestructible. Ein roter Stern aus meiner Kommunistenphase (habe ich Phase gesagt?!). Eine schwarze Witwe, das erklärt sich selbst. Meine neuesten Tattoos sind Sachmet und Bastet, immerhin bin ich der altägyptischen Mythologie und vor allem Bastet sehr verbunden.
Traust du dich, uns einen der intimsten Momente aus deinem Leben zu verraten, den du in einem Text verarbeitet hast?
Ja, ich trau mich. Es fällt mir aber nicht leicht, das will ich hier zugeben. Es ist auch eines der Themen, die immer tabuisiert werden und das obwohl #metoo grad überall ist. Ich wurde in meinen Zwanzigern vergewaltigt und das hat tiefe Narben hinterlassen. Dieses Trauma habe ich in „Keine Menschenseele“ aufgearbeitet. Also nicht die Fantasien eines potentiellen Triebtäters, sondern der Bewältigungsmechanismus eines Opfers.
Liebe Faye, was macht dich glücklich?
Die Natur, ein ausgedehnter Spaziergang, eine Wanderung. Allein oder mit einem Menschen, den ich liebe. Wenn ich am Wochenende bereits am Morgen zu lesen beginne, während Mister Hell noch stundenlang tief und fest schläft .Wenn ich einen Film sehe, der mich so sehr fesselt, dass ich förmlich den Atem anhalte. Wenn ein Buch mich die Welt um mich vergessen lässt. Wenn sich eine Szene in einem Roman oder einer Geschichte wie von Geisterhand schreibt, weil die Ideen gleich so fließen. Das alles macht mich glücklich. Und ja, ich bin jeden Tag vorsätzlich sehr glücklich, weil sonst die Dunkelheit gewinnen würde und ich wieder depressiv wäre. Glück passiert mir nicht, Glück ist mein Vorsatz!
Schreiben ist ein Teil von dir, das merkt man in jeder Zeile. Doch was wäre, wenn du nicht mehr schreiben dürftest? Wenn du zum Beispiel, einen Menschen retten könntest, indem du es aufgibst?
Wahrscheinlich wäre es total verrückt, wenn ich es aufgeben würde, weil nicht zu schreiben mich auf Dauer zerstören würde. Da sind zu viele Gedanken in meinem Schädel und die meisten davon sind nicht gerade nett und flauschig. Aber ich würde ein Menschenleben gewiss über meine Berufung stellen. Wäre das dann noch das Leben eines Menschen, den ich liebe, dann würde ich nicht mal zögern, das zu tun. Da ich weiß, dass dieser Mensch dann mich retten würde, wenn das “nicht Schreiben” meinen Verstand in Gefahr brächte. Oh, das klingt irre … Was ich eigentlich sagen will: Ich liebe dich, Mister Hell.

Hier noch ein paar Fakten über die Autorin:
Romane

Keine Menschenseele
Tote Götter

Ihre Kurzgeschichten sind vertreten in folgenden Anthologien

Dark Poems
Fleisch 4
Blutgrütze 

Sachbuch

the little Virus Book of Satan

Seit ihrer frühesten Kindheit ist Faye vom Bösen fasziniert. Im Alter von elf Jahren schreibt sie ihre erste Horrorgeschichte. Eltern und Lehrer sind sich sicher: Das ist nur eine Phase, das vergeht. Doch es ist alles andere als eine Phase und vergeht erst recht nicht, viel eher verfeinert sich ihr Hang zum Diabolischen und nimmt professionelle Züge an.

Seit 2007 ist sie Redakteurin des VIRUS Magazins (unter dem Namen Lili Marlene), dort verfasst sie vorrangig Rezensionen zu Horrorfilmen abseits des Mainstreams. In ihrer schriftstellerischen Arbeit verbindet sie subtiles Grauen mit expliziter Gewalt und Obszönität. Ein Leben ohne Horror, das ist für Faye undenkbar.

Warum das Pseudonym Faye Hell? Weil nicht nur das fiktive Leben die Hölle sein kein. Aber auch, weil selbst der schwärzesten Nacht stets etwas Helles innewohnt. Und sogar der Teufel ein Lichtbringer ist.

Ihr Debütroman "Keine Menschenseele" wurde 2016 mit dem Deutschen Phantastik Preis ausgezeichnet.

Quelle: Amazon Autorenseite





Mittwoch, 29. August 2018

Tod in Herford von Regina Schleheck

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Inhalt:
Die Hauptperson dieses Krimis ist Linus, Linus kommt im Herbst in die Schule und könnte schon allein in den Kindergarten gehen, aber seine Mutter Mira, lässt ihn kaum eine Sekunde aus den Augen, wenn wundert es da, das Linus die Gelegenheit ergreift als seine Mutter eines Morgens zu betrunken ist um aufzustehen und sich allein auf den Weg macht, schließlich will er auch Pink wieder sehen die er kurz zuvor im Häuschen auf dem Spielplatz getroffen hat.
Und prompt findet das Kind eine Leiche.

Meine Meinung:
Kinder und Krimis, wie soll das denn zusammenpassen. In den bisher von mir gelesenen Krimis waren Kinder die Opfer oder es handelte sich um Jugendbücher. Ein Jugendbuch ist Tod in Herford auf gar keinen Fall, knallhart erzählt die Autorin von Mord, Kindesmissbrauch und Prostitution, sie nimmt kein Blatt vor den Mund, besonders wenn Linus im Focus des Geschehens steht, seine Gedanken und ausgesprochenen Worte sind erfrischend offen und ehrlich, er beobachtet seine Umwelt mit wachen Augen und zieht seine eigenen Schlüsse, das die nicht immer mit der Realität übereinstimmen führt zu der ein oder anderen komischen Situation, die die Härte und Grausamkeit der Geschichte etwas abmildern.
Auf die eine oder andere Art sind alle Protagonisten miteinander verbunden, Linus getrennt lebenden Eltern (die er nerviger Weise Mira und Karl nennt, genau wie sein bester Freund seine Eltern mit dem Vornamen anspricht) hüten ein Geheimnis, das erst im Laufe der Ermittlungen zu der von Linus gefundenen Leiche ans Licht kommt.
Da wäre da noch die fünfzehnjährige Ausreißerin Pink, die in ihrem Leben schon viel zu viel negatives erleben musste und erst durch die Begegnung mit dem Punker Igor, etwas Liebe und Geborgenheit findet, doch dieses Glück wird durch ihren Zuhälter bedroht, der sie zwingt sich weiter zu prostituieren sonst würde er Igor wegen Sex mit einer Minderjährigen anzeigen. Das war so ein "Hallo" Moment,Igor hat Abitur aber wohl in der Schule nicht aufgepasst :o)
Die Protagonisten sind alle nett, bis auf die Bösen natürlich, das führt leider dazu, dass sie mir nicht wirklich nahe kamen, sie blieben eher Bekannte, als dass sie Freunde wurden.
 Aber vielleicht erlebt Linus ja noch mehr Abenteuer, ich würde mich freuen, es muss ja nicht immer Mord sein.

Tod in Herford bekommt von mir eine Leseempfehlung.

Mit einem Klick auf das Bild seid ihr auf der Verlagsseite.


  • Verlag: edition oberkassel; Auflage: 1 (19. September 2018)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3958131506
  • ISBN-13: 978-3958131507

Dienstag, 28. August 2018

Das Morpheus Gen von Tibor Rode


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Inhalt: Schlafen ist ein Grundbedürfnis jeden Lebewesens, ohne Schlaf werden wir unruhig, unkonzentriert, unaufmerksam. Schlafmangel macht krank. Manchmal wünschen wir uns trotzdem, länger wach bleiben zu können, weil eine wichtige Arbeit erledigt werden muss oder einfach um zu feiern. Der Anwalt David Berger sollte wach sein, sein Chef hat ihm einen wichtigen Auftrag erteilt und so nimmt er die Pillen die er von seinem besten Freund Alex bekommen hat *Stay Tuned* heißt das nicht zugelassene Medikament. Und sie wirken, besser als gewünscht.Als Alex und Davids Verlobte ermordet werden, gerät David unter Verdacht und muss fliehen.

Meine Meinung:
Geschickt verbindet der Autor Vergangenes mit der Gegenwart, ich liebe es wenn in Büchern von der Vergangenheit erzählt wird.
Der Autor wechselt immer wieder von einem Protagonisten zum nächsten, manchmal wenn es schon spät war und ich müde, konnte ich die Handlung zeitlich nicht auf Anhieb zuordnen. Ich wusste z.B.  nicht auf Anhieb ob Alex und Lisa schon tot waren als David die Pillen nahm.
Das klärt sich allerdings alles im Laufe des Buches, das zu Beginn einen Haufen Fragen aufwirft.
Wer steckt wirklich hinter den Morden? Was wollen die Verfolger Davids? Wer ist Freund wer ist Feind? Und was hat Davids Vater mit all dem zu tun?
Diese Fragen werden gegen Ende des Buches alle geklärt, allerdings auf eine Art und Weise die mir nicht so ganz gefiel, aber das ist natürlich Geschmackssache.
Bis dahin allerdings hat mich das Morpheus Gen absolut überzeugt, ein rasanter Thriller, mit interessanten Charakteren, der mir die eine oder andere schlaflose Nacht bescherte.

Mit einem Klick auf das Cover seid ihr direkt auf der Verlagsseite.

  • Broschiert: 432 Seiten
  • Verlag: Bastei Lübbe (Lübbe Ehrenwirth); Auflage: 1. Aufl. 2018 (27. Juli 2018)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3431040861
  • ISBN-13: 978-3431040869

Die Erinnerung bewahren

Vor Kurzem las ich das Buch: "Zwischen uns ein ganzes Leben"
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 von Melanie Levensohn. Die Lebensgeschichte einer Verwandten, inspirierte Melanie Levensohn, dieses Buch zu schreiben.



Im Laufe seines Lebens sammelt der Mensch viele Erinnerungen, die meisten von ihnen verblassen nach kurzer Zeit. An manches erinnern wir uns auch nach Jahren, so als wäre es gerade erst geschehen, oder wir verdrängen es komplett aus unserem Gedächtnis, weil das Erlebte unwichtig war oder so unangenehm, dass unser Gehirn uns davor schützt. Es gibt aber auch Geschehnisse, die nicht den Einzelnen betreffen, sondern die gesamte Menschheit, der Holocaust gehört dazu. Die Erinnerung daran muss bewahrt und an nachfolgende Generationen weitergegeben werden, um zu verhindern, dass jemals wieder ein Verbrechen solchen Ausmaßes geschieht.

5,3 bis 6,3 Millionen Menschen jüdischen Glaubens wurden in den Jahren 1941 bis 1945 systematisch ermordet.
Männer, Frauen und Kinder verhungerten, verstarben an Krankheiten, durch Experimente der Nazis, wurden erschossen und vergast. Familien wurden auseinandergerissen.
Europaweit errichtete das Naziregime Vernichtungslager, die bekanntesten sind wohl Auschwitz, Theresienstadt, Bergen-Belsen und Dachau.

Wer bewahrt die Erinnerung?

1953 beschloss das israelische Parlament, die Knesset, das Gesetz Yad Vashem, dieses Gesetz ist nicht zu vergleichen mit einem Gesetz wie wir es kennen. Hier ein Auszug:


Das Gesetz zur Erinnerung an Holocaust und Heldentum - Yad Vashem, 5713/1953
1. Hiermit wird in Jerusalem eine Gedenkstätte, Yad Vashem, eingerichtet:
(1) Für die sechs Millionen Angehörigen des jüdischen Volkes, die zu einem qualvollen Martyrium, zur Vernichtung verdammt und hingemordet wurden von den Nationalsozialisten und ihren Helfern;

Allerdings nahm das Yad Vashem Archiv schon 1946 unter der Leitung von Dr. Sarah Friedlaender seine Arbeit auf und sammelte die schon während des Krieges zusammengetragenen Dokumente von Zeitzeugen aus den Ghettos und Lagern, historischen Kommissionen und Forschern. Anstoß zu diesem Archiv gaben die Nachrichten, die die jüdische Gemeinschaft in Eretz Israel schon während des Krieges erreichten. Mordechai Shenhavi schlug sowohl das Gedenkprojekt als auch den Namen vor: Yad = Denkmal und Shem = Name. Einen ewigen Namen, der nicht vergehen soll.

Zum Archiv gehört die
Zentrale Datenbank der Namen der Holocaustopfer.
Gemeinsam mit seinen Partnern hat Yad Vashem Namen und Biografien von Millionen von Opfern des Holocaust gesammelt und aufgezeichnet. Viereinhalb der sechs Millionen Ermordeten  wurde so ein Denkmal gesetzt. Die Datenbank enthält Informationen zu den Opfern des Holocaust: zu denen, die ermordet wurden und zu denen, deren Schicksal noch zu klären ist.
Hier kommt ihr zur  Datenbank     

Das Projekt: Stolpersteine
Sie sind klein und unscheinbar, aber sie erhalten die Erinnerung wach an Menschen, die von Nationalsozialisten ermordet, misshandelt und gedemütigt wurden: Kleine Messingtafeln, die an den Wohnorten der Opfer in den Gehweg eingelassen wurden. Bis 2015 wurden europaweit 55000 Stolpersteine verlegt. Die Idee zu den Stolpersteinen hatte der Kölner Künstler Gunter Demnig, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, genau dort an die Gräueltaten zu erinnern, wo sie ihren Anfang nahmen, nämlich genau unter uns. Diese Steine liegen in meiner Heimatstadt Bünde/Westf. in der Hindenburgstraße.
Urheber: Hiddenhauser

Nähere Informationen findet ihr Hier.

Das United States Holocaust Museum in Washington.
Im Museum berichteten viele Überlebende des Holocaust von ihren Erlebnissen, sie besuchen Schulen und andere Einrichtungen um die Erinnerungen wachzuhalten. Ihr Schicksal wurde niedergeschrieben und Interviews mit ihnen aufgezeichnet. Diese können als Podcast abgerufen werden.
Im Museum arbeiten fast 80 Holocaust-Überlebende, die als Freiwillige die Öffentlichkeit begrüßen, als Reiseleiter fungieren und ihre persönlichen Geschichten erzählen. Zusätzlich zu ihrer Outreach-Arbeit verbringen freiwillige Helfer ihre Zeit in der Museumsbibliothek und in den Archiven, wo sie anderen Überlebenden und ihren Familien dabei helfen, Informationen über sich selbst und ihre Angehörigen zu finden. Ihre Anwesenheit ist von unschätzbarem Wert und ihre Beiträge sind für die Mission der Institution von entscheidender Bedeutung.
Leider gibt es den Internetauftritt des Museums nicht auf Deutsch.


Es gibt viele Organisationen, die die Erinnerung an eines der schlimmsten Kapitel der Menschheitsgeschichte wach halten, egal wie groß die Reichweite oder ihre Bedeutung ist, sie haben eines gemeinsam.: Sie wollen verhindern, dass das Schicksal von Millionen Menschen in Vergessenheit gerät oder verleugnet wird.




Weitere wichtige Organisationen und Gedenkstätten.
https://www.its-arolsen.org/
https://museum-bisingen.de/
https://www.ushmm.org/ (leider hat die Webseite keine deutschsprachige Übersetzung)
https://www.kz-gedenkstaette-dachau.de/
https://www.annefrank.org/de/

Bildquellen und Lizenzen

https://commons.wikimedia.org/wiki/File:IL-yadvash-halle-namen.jpg?uselang=de
https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Hindenburgstra%C3%9Fe_1_1.jpg?uselang=de

Montag, 27. August 2018

Alte Feinde von Petra Ivanov

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Inhalt: Nach einem Mord mit einer Waffe aus dem amerikanischen Bürgerkrieg, reist die Schweizer Staatsanwältin Regina Flint in die USA, um dort Hinweisen nachzugehen. Gleichzeitig hofft sie, näheres zum Verbleib Bruno Cavallis zu erfahren, der  in einem Cherokee Reservat in einer Mordserie, ermittelt und untergetaucht zu sein scheint.

Meine Meinung:
Zunächst einmal:Alte Feinde ist der 8. Band einer Reihe um Bruno Cavalli und Regina Flint. Normalerweise würde ich jedem raten mit dem 1. Band zu beginnen, aber das ist hier  wirklich nicht nötig, die Autorin Petra Ivanov hat es tatsächlich geschafft, alle notwendigen Informationen in die aktuelle Geschichte einzustreuen die der Leser braucht um sich zurechtzufinden und um eine ausreichende Vorstellung der Charaktere zu bekommen.
 Petra Ivanov hat die einzelnen Taten geschickt miteinander verbunden, so das weder die Ermittler noch die Leser direkt auf die Zusammenhänge aufmerksam wurden, nach und verbinden sich die einzelnen Fäden zu einem stimmigen Gesamtbild, hier passt wieder das Bild des gern bemühten Puzzle, das mit jedem Puzzleteilchen mehr von seinem Geheimnis preisgibt.
Sehr interessant waren die Rückblicke, die von der Mordwaffe erzählten, wie sie während des amerikanischen Bürgerkriegs in die Hände der verschieden Menschen gelangte und die gleichzeitig vom Schrecken des Krieges und den grauenhaften Zuständen in den Gefangenenlager erzählen. Durch das Buch hatte ich einen Anreiz bekommen mich etwas näher mit dem Bürgerkrieg zu befassen und erfahren das die Rolle des Henry Wirtz, der als Kriegsverbrecher hingerichtet wurde noch immer kontrovers diskutiert wird.
Die Hauptprotagonisten Regina Flint und Bruno Cavalli, lernt man auch in dem 8. Band der Reihe gut genug kennen um sich ein Bild machen zu können, besonders Cavalli, der in dem Reservat in dem er den Indian-Killer stellen soll, aufwuchs ist sehr bildhaft beschrieben, naturverbunden und zerrissen zwischen dem Wunsch in der Wildnis der Smoky Mountains zu leben oder bei seiner schweizer Familie bestehend aus Regina und seinen Kindern Chris und Lily. Ich vermute mal das diese innere Zerissenheit in den Vorgängerbänden noch mehr zum tragen kommt.
Petra Ivanov verzichtet auf unnötige Gewalt, es gibt keine grauenhaften, blutigen Tatortbeschreibungen, die dem Leser den Magen umdrehen, sie bleibt recht nah an der Realität die zwar grausam und brutal ist, aber sicher viel weniger ekelerregend als ein großer Teil der Krimis und Thriller heutzutage vermuten lässt.
Ich vergebe für Alte Feinde, eine uneingeschränkte Leseempfehlung.

Mit einem Klick, gelangt ihr wie immer. direkt zur Verlagsseite.

  • Gebundene Ausgabe: 384 Seiten
  • Verlag: Unionsverlag; Auflage: 1 (27. August 2018)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3293005373
  • ISBN-13: 978-3293005372

Sonntag, 26. August 2018

Die Gesichter von Tom Rachmann

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Unbezahlte Werbung / Rezensionsexemplar
Inhalt:
Pinch lebt mit seinen Eltern in Italien, sein Vater Bear Bavinsky ist ein gefeierter Maler seine Mutter versucht sich ebenfalls als Künstlerin.
Als Bear seine Familie verlässt um wieder einmal mit einer neuen Frau und neuen Kindern von vorne zu beginnen bricht für Pinch eine Welt zusammen. Aber die Liebe und die Ehrfurcht seinem Vater gegenüber lässt nie nach. Pinch gesamtes Leben wird davon bestimmt die Achtung seines Vaters zu gewinnen und seine eigene Bestimmung zu finden.

Meine Meinung:
Selten hat mich ein Protagonist so wütend gemacht wie Bear Bavinsky, egoistisch, gedankenlos, arrogant, sind die ersten Worte die mir zu ihm einfallen, immer nur auf sich schauend, verletzt er seine Frauen und Kinder. Im Klappentext wird erwähnt das Pinch sein Lieblingssohn sei, wohl eher war er der Sohn der ihm am wenigsten entgegenzusetzen hatte, weil er so sehr nach der Liebe und Anerkennung seines Vaters gierte das es beim Lesen schon fast weh tat und sein eigenes Ich, seine Fähigkeiten und Begabungen nicht erkannte. Selbst als Pinch sein Talent erkennt, stellt er es in den Dienst seines inzwischen verstorbenen Vaters um dessen Andenken aufzupolieren.
Hat mir Pinchs Geschichte gefallen? Nein, wie sollte sie auch, Pinch scheitert in allem was er tut, seine Ehe geht nach kürzester Zeit den Bach runter, beruflich tritt er auf der Stelle und immer ist er getrieben von der Sehnsucht nach der Anerkennung seines Vaters, die ihm dieser eher gedankenlos als willentlich verwehrt.
Aber das Buch hat mir gefallen, es ist so abseits meiner normalen Lesegewohnheiten, das ich gar nicht anders konnte als es zu genießen.
Die Gesichter war mein erster Roman von Thomas Rachman, aber sicher nicht mein letzter.

Mit einem Klick auf das Cover seid ihr direkt beim Verlag.

  • Gebundene Ausgabe: 416 Seiten
  • Verlag: dtv Verlagsgesellschaft (31. August 2018)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3423289694
  • ISBN-13: 978-3423289696
  • Originaltitel: The Italian Teacher

Mittwoch, 22. August 2018

Zwischen uns ein ganzes Leben von Melanie Levensohn

Inhalt: Die Französin Beatrice arbeitet als Pressesprecherin bei der Weltbank in Washington DC, ihr Vorgesetzter Michael drangsaliert sie bei jeder sich bietenden Gelegenheit und nur die Hoffnung auf eine Beförderung hält sie noch aufrecht, doch bevor es dazu kommt wird sie nach einem Fehler ins Archiv versetzt, wo sie eintönige Arbeiten verrichten muss. Durch Zufall landet sie bei einer ehrenamtlichem Tätigkeit, sie betreut Jacobina, die sie bald bittet ihr bei der Suche nach ihrer Halbschwester Judith zu helfen.

Meine Meinung:
Es gibt Menschen, denen ist es vorbestimmt einander zu treffen, manchmal sind es Liebende, manchmal Freunde. Beatrice und Jacobina sind solche Menschen, die sich gemeinsam auf die Suche nach Judith machen, diese Suche führt sie durch viele Institutionen die es sich zur Aufgabe gemacht haben, das Schicksal vieler tausende Opfer des Naziregimes aufzuklären und dafür zu sorgen das diese Schicksale nicht in Vergessenheit geraten. Dieses Buch führt den Lesern vor Augen, das nicht nur in Nazideutschland Menschen verfolgt und verschleppt wurden, auch in den von Deutschland besetzten Ländern war die jüdische Bevölkerung dem ausgesetzt. In ihrem Buch erzählt die Autorin die Geschichte der Französin Judiths, die ihre ganze Hoffnung zu überleben in Christian setzt, der großen Liebe ihres Lebens. Als Leser spürt man die Verzweiflung der Beiden, die tiefe und unzerstörbare Liebe.
Sicherlich fragt sich nun der eine oder andere Leser meines Blogs, seit wann ich denn Liebesromane lese? Es kommt immer drauf an was sich in diesen Liebesromanen noch verbirgt, wenn es sich wie in diesem Fall um eine Erinnerung an eines der dunkelsten Kapitel der Menschheitsgeschichte handelt, dann lese ich auch Liebesromane. Es sind solche Bücher die mit dafür Sorge tragen, das niemand vergisst wozu Menschen fähig sind. Und deshalb bekommt
Zwischen uns ein ganzes Leben
von mir eine Leseempfehlung.

  • Broschiert: 416 Seiten
  • Verlag: FISCHER Taschenbuch; Auflage: 1 (22. August 2018)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3596702712
  • ISBN-13: 978-3596702718


Freitag, 10. August 2018

Die Hilfskräfte. Die wahren Herren des Dungeons

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Unbezahlte Werbung

Jeder von uns hat schon  von Helden und Heldinnen gehört die Abenteuer bestehen und mit unermesslichem Reichtum, Ruhm, Ehre und manchmal mit der Prinzessin belohnt werden. Ihre Geschichten werden nachts am Lagerfeuer oder in der Taverne von Generation zu Generation weitergegeben, diese Geschichten sind es oft die, den Funken Abenteuerlust entzünden den es braucht um die Zuhörer selbst zu Helden werden zu lassen und die dann ausziehen um für Ruhm, Ehre, unermesslichen Reichtum und die Prinzessin gegen Monster, Magier und Drachen zu kämpfen, damit auch ihre Geschichte am Lagerfeuer und in den Tavernen......
Moment, das wiederholt sich ja alles. Und genau das ist der springende Punkt. Immer wieder werden Drachen getötet, Fallen ausgelegt, mal stirbt ein Monster mal ein Held, eine Mauer stürzt ein, ein magischer Trank wird getrunken und wer putzt und baut und füllt alles wieder auf? Genau die Hilfskräfte. Ohne die läuft nämlich nichts in so einem Dungeon, innerhalb kürzester Zeit wäre jeder Schritt des Helden ein Tritt in Drachenscheiße, wenn die niemand wegräumen würde.
In diesem Buch kommen die zu Ehren die es auch wirklich verdient haben.

Die Hilfskräfte
 Die wahren Herren des Dungeon

In 14 Geschichten entführen uns die Autoren hinter die Kulissen eines Dungeons in die Wartungsgänge und in die Hölle der Bürokratie. Normalerweise gibt es in Anthologien immer mindestens eine Geschichte die mir nicht so gut gefiel, hier nicht, hier liebe ich jede einzelne ( die eine mehr die andere weniger, aber ich liebe sie alle.
Ich kannte nicht alle Autoren die in dieser Anthologie vertreten sind und manche nur dem Namen nach, aber hier zeigt sich wieder einmal der Vorteil von Kurzgeschichten, die sind wie Speed Dating, innerhalb kürzester Zeit bekommt man einen Eindruck und der kann entscheidend für das weitere Leben sein, bei Kurzgeschichten ist er vielleicht entscheidend für den nächsten Buchkauf.

Es ist immer wieder erstaunlich mit wie wenigen Worten manche Autoren auskommen um ihren Charakteren Leben einzuhauchen, sie so zu beschreiben das man sie vor sich sieht. Fräulein Edeltraut Krallengrün aus der Feder von Rebekka Pax ist ein gutes Beispiel, vor meinem geistigen Auge hatte ich immer Madame Mim, sollte ich mich total irren bitte ich um Entschuldigung.

Für Rollenspieler bietet das Buch sicherlich den einen oder anderen neuen Blick auf einen Dungeon, für Laien die absolut keine Ahnung was da so passiert, so wie mich, ist der Blick hinter die Kulissen sicher hilfreich und vielleicht lebensrettend. (Oder auch nicht, wer weiß das schon)

Ich vergebe eine absolute Leseempfehlung. Die Hilfskräfte machen einfach Spaß.
Ihr wollt das Buch auch lesen, dann wagt euch in die tiefsten Kerker des Dungeons. Ihr wisst nicht wie ihr dahin kommt?
Ein Klick auf das Cover öffnet euch das Tor.

Mit Geschichten von Christian von Aster, Stephan R. Bellem, Andrea Bottlinger. Stefan Cernohuby, Robin Gates, Christian Günther, Ju Honisch, Tom Orgel, Stephan Orgel, Bernd Perplies, Susanne Pavlovic, Rebekka Pax, Carsten Steenbergen, Melanie Vogltanz, Christian Vogt, Judith Vogt
Herausgeber: T. S. Orgel, S. A. Cernohuby, A. S. Bottlinger
  • Taschenbuch: 300 Seiten
  • Verlag: Amrun Verlag; Auflage: 1 (31. März 2018)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3958693547
  • ISBN-13: 978-3958693548






Sonntag, 5. August 2018

Das Blut des Messias von John Heubusch

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Inhalt:
Dank eines Missgeschicks findet Pater Parenti in der Bibliothek des Vatikans ein Buch, das Beweise für die Echtheit des Turiner Grabtuchs liefert. Immer wieder wurde angezweifelt, das das Tuch  das Antlitz Jesu zeigt, sondern das es sich um eine Fälschung aus dem Mittelalter handelt. Nun soll der Religionswissenschaftler und Atheist Jon Bondurant gemeinsam mit einem Team weiterer Experten unter der Beobachtung der Pressesprecherin des Vatikans Domenika, das Tuch nochmals untersuchen.
Nicht nur der Vatikan und die gesamte christliche Gemeinschaft sind an dem Ergebnis interessiert, auch eine dubiose Sekte, die an die Auferstehung dank Wissenschaft glaubt, will an Proben des Tuches gelangen.

Meine Meinung:
Das Buch beginnt recht witzig mit dem Fund des kostbaren Buches in der Bibliothek des Vatikans, das kam mir sehr entgegen, so fiel mir der Einstieg in das Buch sehr leicht und ich hatte auch gleich einen Sympathieträger Pater Parenti. Leider blieb es auch bei diesem Einen Sympathieträger. Dazu später mehr.
Die Haupthandlung des Buches gefiel mir richtig gut. Die Arbeiten an dem Grabtuch waren spannend und aufschlussreich, auch wenn ich keine Ahnung habe,inwieweit die Wissenschaft fortgeschritten ist,  hat es der Autor verstanden alles so dazustellen, als wäre es möglich, eine in Teilen erschreckende Vorstellung.
Zwischendurch streut der Autor John Heubusch immer mal wieder humorvolle Szenen oder Dialoge ein, das lockert alles ein wenig auf.
Gegen Ende nimmt die Story eine dramatische Wendung, die auf einen weiteren Band mit Jon Bondurant hoffen lässt. Womit wir zu meinem einzigen Kritikpunkt kommen, den ich weiter oben ja schon angedeutet hatte.
Die Hauptprotagonisten Jon und Domenika hätten von ihrer Art her vielleicht besser in einen Liebesroman gepasst als in einen Thriller, allen Erklärungen zum Trotz warum sie handeln wie sie es tun, ich mochte sie nicht. Er der erfolgreiche Wissenschaftler und Frauenheld, der im tiefsten Innern gebrochen ist und sich unterbewusst nach der einen großen Liebe sehnt und sie die Frau, die gar nicht weiß wie schön sie ist und die aus tiefstem Herzen an Gott glaubt und niemals zulassen würde das sie sich in einen Atheisten verliebt. Sie tut es, soviel kann ich verraten und das ist auch sinnvoll für die Handlung. Die Liebesgeschichte an sich, ist zugegebenermaßen wichtig für die Handlung, die Art und Weise wie sie geschrieben wurde, gefiel mir persönlich leider nicht, andere Leser sehen das bestimmt anders.
Das Blut des Messias bekommt von mir eine Leseempfehlung und ich hoffe das die Fortsetzung, nicht allzu lange auf sich warten lässt.

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  • Taschenbuch: 416 Seiten
  • Verlag: Festa Verlag; Auflage: Taschenbuchausgabe (26. Juni 2018)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3865526551
  • ISBN-13: 978-3865526557