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Dienstag, 8. September 2026

Rezension: Ein Leben in Songs von Mary Austin

 

Wer, wie ich, seit Jahrzehnten Queen-Fan ist, kommt an diesem Buch eigentlich kaum vorbei. Meine erste selbstgekaufte Platte war „We Are the Champions“ und seitdem ist die Musik von Queen ein Teil meines Lebens. Mary Austins „Ein Leben in Songs“ ist allerdings keine klassische Biografie. Das Buch ist eher ein persönlicher Blick auf Freddie Mercury und seine Arbeit. Und genau das fand ich interessant, denn Mary Austin war jemand, der ihn über viele Jahre sehr gut kannte und ihm besonders nahestand.

Blick ins Freddie Mercury Archiv: Handgeschriebene Songtexte und Notizen

Schon beim ersten Durchblättern fiel mir auf, dass dieses Buch anders aufgebaut ist als viele andere Queen-Bücher. Auf mehr als 320 Seiten findet man jede Menge Material aus Freddies privatem Archiv: handgeschriebene Songtexte, Zeichnungen, Notizen, verworfene Ideen und Fotos. Vieles davon war mir tatsächlich neu. Besonders spannend fand ich die Seiten zu Songs wie „Bohemian Rhapsody“ oder „Don’t Stop Me Now“. Man kennt die fertigen Lieder natürlich seit Jahren, aber hier sieht man plötzlich frühere Textzeilen, Streichungen und kleine Anmerkungen. Dadurch bekommt man einen ganz anderen Eindruck davon, wie diese Songs entstanden sind.
Auch Mary Austins Art zu erzählen hat mir gefallen. Sie schreibt nicht distanziert über Freddie, sondern aus ihrer eigenen Erinnerung heraus. Dabei bleibt sie angenehm ruhig und drängt sich selbst nicht in den Vordergrund. Es geht um die Anfangszeit von Queen, um Freddies Solo-Projekte wie „Barcelona“, um Live Aid, aber eben auch um persönlichere Momente.
Für mich ist gerade diese Mischung das Besondere an dem Buch. Es gibt Informationen, die man als langjähriger Fan vielleicht schon kennt, aber durch die vielen Originaldokumente sieht man manches plötzlich mit anderen Augen.

Von „Killer Queen“ bis „Barcelona“: Der Aufbau des Buchs

Die Illustrationen und Faksimiles sind dabei für mich mehr als nur schöne Ergänzungen. Freddies Handschrift zu sehen, seine Korrekturen oder kleine Zeichnungen am Rand, fand ich erstaunlich persönlich. Man bekommt dadurch ein besseres Gefühl dafür, wie er an seinen Liedern gearbeitet hat. Gleichzeitig ist das Buch so aufgebaut, dass man nicht unbedingt alles von vorne bis hinten lesen muss. Die Kapitel orientieren sich unter anderem an Songs und bestimmten Stationen seines Lebens, zum Beispiel „Killer Queen“, „Bohemian Rhapsody“, „Live Aid“ oder „Barcelona“. Ich habe deshalb auch immer wieder einfach irgendwo aufgeschlagen und weitergelesen.

Mein Fazit: Keine Enthüllungsbiografie, sondern ein respektvoller Blick auf ein Genie

Natürlich sollte man keine Enthüllungsbiografie erwarten. Mary Austin erzählt nicht jede private Geschichte und geht auch nicht auf alles ein, was möglicherweise interessant oder spektakulär wäre. Sie setzt ihre Schwerpunkte klar auf Freddie als Musiker und Künstler. Mir hat das besonders gefallen. Dadurch wirkt das Buch für mich respektvoll und persönlich und nicht wie der Versuch, noch einmal möglichst viele Schlagzeilen aus Freddies Leben herauszuholen.
„Ein Leben in Songs“ hat mir vor allem noch einmal gezeigt, wie viel Arbeit hinter Freddies Musik gesteckt hat. Die fertigen Songs wirken oft so selbstverständlich, aber in den Notizen und Entwürfen sieht man, wie viel ausprobiert, verändert und wieder verworfen wurde.
Für mich als Queen-Fan war das Buch deshalb eine wirklich schöne Ergänzung zu dem, was ich über Freddie Mercury und Queen schon wusste. Wer sich besonders für die Entstehung der Songs interessiert oder einfach gerne einen Blick auf Freddies kreative Arbeit werfen möchte, dürfte mit diesem Buch viel Freude haben. 

  • Herausgeber ‏ : ‎ C.H.Beck
  • Erscheinungstermin ‏ : ‎ 1. September 2026
  • Auflage ‏ : ‎ 1.
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe ‏ : ‎ 320 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3406853315
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3406853319