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Im Vorfeld der LBM19 habe ich einen der Autoren des Amrûn Verlags genauer unter die Lupe genommen. Christian Günther hat sich nicht nur einen Namen als Autor der Faar Reihe gemacht, auch seine Illustrationen beeindrucken mich immer wieder.
2017 schaffte es Die Aschestadt aus der Faar Reihe auf die Longlist des renommierten Seraph Buchpreises ausgewählt.
Der aus Bielefeld (doch Bielefeld gibt es, ich habe es gesehen) stammende Schriftsteller lebt mittlerweile in der Nähe von Hamburg.
Aber nun genug geredet, jetzt zeige ich euch erst mal um wen es eigentlich geht.
Christin Günther: Autor, Illustrator und geborener Bielefelder.
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| ©katharinabodmann |
1.)Magst du Dich
den Lesern die Dich noch nicht kennen einmal vorstellen, bitte?
Aber gern. Ich bin
44 Jahre alt, stamme aus Ostwestfalen, genauer gesagt Bielefeld (ja,
wirklich, doch, gibt es) und wohne inzwischen in der Nähe von
Hamburg, zusammen mit meinem Hund Emil. Ich beschäftige mich mit dem
Schreiben, seit ich etwa 18 war, zunächst waren es Artikel und
Abenteuer für Rollenspiel-Zeitschriften, später dann
Kurzgeschichten und Cyberpunk-Romane. Neben der Beschäftigung mit
phantastischen Welten male und zeichne ich sehr gern, arbeite in
meinem Hauptberuf als Grafiker und Webdesigner, streife mit dem Hund
durch die Wälder oder beschäftige mich mit Fußball.
Du schreibst
Fantasyromane, was hat Dich dazu gebracht ausgerechnet in diesem
Genre zu schreiben?
Als Jugendlicher
schon mit Rollenspielen in Kontakt gekommen, war dieser Weg fast
vorgezeichnet. Die Phantastik in all ihren Ausprägungen hat mich
seit jeher fasziniert und diese Begeisterung hat im Laufe der Jahre
kein bisschen nachgelassen. Ich habe viel Fantasy gelesen, bin aber
kein Fan von riesigen Epen mit zahllosen Bänden und aberhunderten
von Seiten. Das passt eigentlich nicht so gut zusammen. Deshalb
wollte ich Fantasy schaffen, die schneller, direkter funktioniert –
so wie ich es aus dem Cyberpunk kenne. Dazu wollte ich eine Welt
erschaffen, die nicht einfach nur die tolkienschen Völker abbildet,
sondern eigenständiger ist. Kurz gesagt: Ich fand alles irgendwie
blöd und war der Meinung: Das kann ich besser 😊
3.) Erzählst du uns
ein bisschen etwas zu Deinen bisher erschienenen Bücher?
Wie oben schon
beschrieben, die Welt sollte sich von den Tolkien-Klonen
unterscheiden. Ich habe deshalb ohne Orks, Trolle oder Zwerge
gearbeitet, ohne Magie (okay, ein bisschen schon). Dafür folge ich
eher der Tradition früherer Fantasy-Autoren, Vorbilder sind da
Robert E. Howard (Conan), Karl Edward Wagner (Kane) oder H.P.
Lovecraft (der für die Schrecken aus dem Meer tolle Vorbilder
lieferte). Es ist also eher klassische Barbaren-Fantasy, Sword &
Sorcery eben, gepaart mit Horror-Elementen. Zu diesen Einflüssen
gesellte sich dann die Idee, ein paar Heavy Metal-Zitate zu
integrieren, weil ich meinen alten Helden Tribut zollen wollte. Und
zu guter Letzt wollte ich noch aktuelle Themen verarbeiten, um dem
Ganzen mehr Tiefe zu verleihen, so geht es nicht um die Rettung der
Welt vor der üblichen dunklen Macht, die von einem Bösewicht
angeführt wird, und auch nicht um einen Auserwählten, der diese
Aufgabe übernehmen muss (gut, ein bisschen schon 😉).
Es geht um Themen wie Menschlichkeit im Angesicht des Untergangs, um
den Umgang mit dem Fremden, die Überwindung der Angst vor dem
Unbekannten, Machtmissbrauch, Flucht, Religion und vieles mehr.
Aus der Welt von
Faar gibt es bislang drei Romane, die aufeinander aufbauen und eine
Novelle, die sozusagen den eineinhalbten Band darstellt. Sie ist auch
gut geeignet, um die Welt kennenzulernen und um festzustellen, ob man
meine Art zu erzählen mag.
4. Weiß dein Umfeld
das Du Bücher schreibst und was sagen sie dazu?
Ja, ich mache daraus
kein Geheimnis. Der Umgang damit bzw. das Interesse daran ist ganz
unterschiedlich – einige Freunde und auch mein Bruder sind zu
begeisterten Lesern geworden. Andere können mit dem Genre nichts
anfangen, woran auch meine Bücher nichts geändert haben. Wieder
andere sind gar nicht weiter leseinteressiert, finden es aber
durchaus spannend, wenn ich davon erzähle (hoffe ich zumindest) und
können sich gar nicht vorstellen, wie und warum man so etwas macht,
wenn man damit gar nicht reich werden kann.
5. Hattest du schon
mal den Wunsch alles hinzuschmeißen und nie wieder eine Zeile zu
schreiben, wenn ja, was hat dich motiviert weiter zu machen?
Nein, eigentlich
nicht. Wobei ich, wie wahrscheinlich die meisten Autoren, beim
Schreiben verschiedene Phasen durchlebe, die von „Boah, ist das
geil“ bis zu „Oh Nein, ich glaube, ich kann nicht mehr schreiben,
was ist das alles für ein Mist“ reichen. Da ich größtenteils das
schreibe, worauf ich Lust habe und nicht nach irgendwelchen Vorgaben
von Markt, Verlagen oder Publikum, ist die Gefahr wohl auch nicht so
groß, auszubrennen. Ich mache aber auch viele Schreibpausen, bin
nicht so produktiv wie manch anderer, aber dafür habe ich einfach zu
viele andere Interessen neben dem Schreiben.
6) Was macht
Christian Günther wenn er nicht schreibt?
Wie schon erwähnt –
malen, wandern, Fußball. Ich finde es unglaublich entspannend, zu
malen, also nicht digital, sondern so richtig an der Staffelei stehen
und mit Farben, Pinseln und Leinwand zu hantieren. Daneben bin ich
viel mit meinem Hund unterwegs. Und ich schaue gern zusammen mit
anderen Fußball. Sonst lese ich natürlich gern, mag Kunst und
Design, Flohmärkte, Spiele (gerade wieder eingestiegen ins
Fantasy-Rollenspiel), Filme, Reisen in den Norden, Fotografieren,
Heavy Metal, laufen, radfahren, alle Sportarten, bei denen ein Ball
mitspielen darf.
7) Deine Bücher
werden unter anderem bei Amrûn verlegt. Warum hast Du Dich für
diesen Verlag entschieden?
Ich habe den Verlag
ursprünglich kennengelernt, weil ich Cover für einige Bücher
gestaltet habe. An den Erstkontakt kann ich mich gar nicht mehr genau
erinnern. Dann habe ich mich mit dem Verleger gut verstanden und
einfach mal mein Konzept eingereicht. Die Lektorinnen, die das dann
gelesen haben, haben ihm wohl dazu geraten, meine Bücher zu
verlegen. Dass dann vier Bände daraus werden, hätte ich am Anfang
auch nicht gedacht.
8. Nach dem Buch ist
vor dem Buch, worauf können wir uns als nächstes freuen?
Momentan hantiere ich mit mehreren Ideen, die meisten davon haben
nichts mit Faar zu tun, sondern gehen in Richtung Science
Fiction/Cyberpunk. Ich habe mir einfach mal etwas Abwechslung
gewünscht, und ich merke, dass das mir und dem, was ich schreibe,
gut tut. Von vielen Lesern wurde ein dritter Band meiner
Cyberpunk-Reihe gefordert, vielleicht kann ich die demnächst
zufriedenstellen. Aber auch für Faar habe ich noch einige Ideen, die
Reise dorthin geht mit Sicherheit weiter.
Ich bedanke mich für die ausführlichen Antworten und freue mich natürlich auf weitere Bücher.
Ihr seid neugierig geworden?
Dann schaut doch mal beim
Amrûn-Verlag vorbei, dort könnt ihr die Bücher sogar signiert bestellen.