Klappentext: Ich gab Gas. Die Autobahn spulte sich wie ein schwarzes Band vor mir ab. "Sind wir jetzt verreist?", fragte Felix mit kleiner Stimme von hinten. "Ja", sagte ich, plötzlich sah ich schlecht, ich blinzelte mir was aus den Augen. "Jetzt sind wir verreist." Ein ehemaliger Drogendealer, der frisch aus dem Gefängnis kommt. Ein vernachlässigter Junge, der dringend einen Beschützer braucht. Beide verbindet etwas, das Jahre zurückliegt. Um seinem Drogennetzwerk zu entfliehen, fährt Wanja mit Felix ans Meer. Sie finden Unterschlupf auf einem Reiterhof. Doch niemand kann für immer verreist sein, und Wanja muss lernen, Hilfe anzunehmen - nur so kann er die Menschen retten, die er liebt.
6 Jahre seines Lebens hat Wanja im Gefängnis verbracht, als er auf Bewährung entlassen wird, er will unbedingt neu anfangen, einen Job finden und eine Wohnung.
Doch ein Neuanfang ist schwer, Formulare ausfüllen für das Job-Center, Bewerbungen schreiben, mit all dem ist Wanja überfordert nach einem kurzen Intermezzo als Wachmann in der Kaffeemanufaktur seines Bruders übernimmt er einen Job als Türsteher bei seiner ehemaligen Chefin, der Regentin, die ihm auch eine Wohnung zur Verfügung stellt
Als er zufällig den kleinen Felix kennenlernt, der bei einem Junkie in einer völlig verwahrlosten Wohnung lebt, wird er ein weiteres Mal mit seiner Vergangenheit konfrontiert und er weiß er muss
*Ganz dringend ans Meer*
Ich hatte ja schon davon gehört, das Susanne Pavlovic ein Buch schreibt in dem es nicht um Zauberer und Magie geht, nicht um Schwertkämpfe und Minnesänger und da ich die Autorin sehr schätze und ihre Bücher gerade zu liebe, wollte ich auch dieses Buch, das so ganz anders sein sollte unbedingt lesen.
Das Buch beginnt mit folgendem Satz:
Der Himmel war riesig und hell an den Rändern. Es
hörte gerade auf zu regnen, und überall standen
die Pfützen. Sonst stand da niemand. Ich hatte niemanden
den erwartet, aber für einen Augenblick war die Straße
schon besonders leer.
Wanja erwartet niemanden, er weiß, dass er sich allein durchschlagen muss, seine Mutter ist alt, sein Bruder hat sich von ihm angewandt und zu seinen alten Freunden will und darf er keinen Kontakt mehr haben und doch birgt dieser Satz einen Neuanfang, zumindest habe ich ihn so empfunden.
Dass dieser Neuanfang nicht einfach werden wird, ist sowohl Wanja als auch den Lesern von Anfang an bewusst. Ein langer Weg aus dem Ghetto, weg von Drogenkriminalität und Verwahrlosung liegt vor Wanja und dem kleinen Felix.
Ich habe selten so viel gelacht während ich ein Buch las, über ein Pony, das auch Felix heißt und so wie der kleine menschliche Felix seinem Namen so gar nicht gerecht wird und schon mal zubeißt, wenn ihm etwas nicht passt.
Und ich habe tatsächlich auch die eine oder andere Träne vergossen über den kleinen Jungen, der sich von Gummibärchen ernähren würde, ließe man ihn und der ein weiches, warmes Lager für einen kümmerlichen Welpen ohne Überlebenschancen bereitet.
Susanne Pavlovic hat ein berührendes Buch geschrieben und das vollkommen kitschfrei, ich habe ja immer Angst vor Kitsch.
Sie erzählt von verpfuschten Leben und von zweiten Chancen, von Freundschaft und von Liebe, die nicht immer etwas mit Liebesgeschichten zu tun haben muss, diese Liebe geht viel tiefer und ist demnach auch beständiger und für Wanja so wichtig, das er nicht nur davon redet sein Leben auf die Reihe zu bekommen, er packt es an.
Wenn ich noch mehr erzählen würde, müsstet ihr das Buch nicht mehr lesen und das wäre mehr als schade, denn es geht an Herz und vielleicht ermöglicht es uns die Menschen, um uns herum mit etwas anderen Augen zu sehen und vielleicht die eine zweite oder dritte Chance zu geben.
Von mir bekommt das Buch eine absolute Leseempfehlung.
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Ich bedanke mich bei Susanne Pavlovic für das Leseexemplar.