Mittwoch, 30. September 2020

Eine wilde Symphonie von Dan Brown

 

Ein Kinderbuch im Bücherhaus? Eigentlich sind diese Zeiten ja lange vorbei, aber wie es der Zufall wollte, hatte ich kurz bevor ich Eine wilde Symphonie entdeckte, mit einer Erzieherin gesprochen die in einem Kindergarten arbeitet. Sie dürfen unter anderem nicht mehr singen, das ist schon an sich sehr schade aber im Hinblick auf die Sprachförderung noch mehr.
Ja und dann fiel mir Eine wilde Symphonie von Dan Brown in die Hand, ich sah die liebevollen Illustrationen und las die ersten Gedichte und war begeistert.
Meine Begeisterung stieg noch als ich mir die zum Buch gehörende, kostenlose App heruntergeladen hatte und die zum Text passende Musik gehört hatte, ich hatte keine so ausgefeilte und doch Kindgerechte klassische Musik erwartet.
Zu jedem Tier gibt es ein passendes Gedicht und dazu die passende Musik.
Ist jetzt aber meine Begeisterung maßgeblich?
Nur bedingt wie ich meine, also packte ich das Buch ein und brachte es in den ehemaligen Kindergarten meiner Kinder, vielleicht, so mein Gedanke haben die Kinder und die Erzieherinnen auch Freude daran.
Gemeinsam mit einer der Erzieherinnen blätterte ich das Buch nochmals durch und war mehr als erfreut als sie meinte, das es auch zur Sprachförderung eingesetzt werden könnte.

Ich mochte da 

Das Schlaflied der Grillen am meisten:

Manchmal schau'n wir einfach bloß
(als wär 's ein Bilderbuch, nur groß)
Doch wenn wir lauschen in die Nacht,
dann öffnet sich die Welt mit Macht...

Die Erzieherin, mit der ich sprach, war von den tolpatschigen Kätzchen begeistert, beide konnten wir das plumpsen als eine von ihnen vom Gartenzaun fiel, in der Musik hören.

Eine wilde Symphonie, ist ein besonderes Kinderbuch, liebevoll illustriert von Susan Batori und übersetzt von Uwe_Michael Gutzschhahn, der auch die Gedichte neu schrieb.

Ich habe das Buch mit einem guten Gefühl im Kindergarten gelassen und hoffe sehr das die Kinder soviel Freude daran haben, wir Erwachsenen.

  • Gebundene Ausgabe : 48 Seiten
  • ISBN-10 : 3414825880
  • ISBN-13 : 978-3414825889
  • Größe und/oder Gewicht : 25.9 x 1.2 x 28.9 cm
  • Herausgeber : Boje; 1. Aufl. 2020 Auflage (9. September 2020)



Dienstag, 29. September 2020

Jener Sturm von James Ellroy

Los Angeles, 1942. Zwischen Kriegsgewinnlern und Drogenhändlern, zwischen vermeintlichen Verrätern und Hollywood-Schauspielern entspinnt sich eine Geschichte von historischer Tragweite aus Liebe und Gewalt, die uns bis nach Baja Calilfornia führt, nach Mexiko.


Mein erster James Ellroy und es hat eine Weile gedauert bis ich mich an den ungewöhnlichen Schreibstil gewöhnt hatte, ihr kennt vielleicht noch die alten amerikanischen schwarz weiß Krimi, in denen eine Stimme aus dem Off die Szenerie beschreibt? 
So fühlte ich mich beim Lesen, das war zwar etwas schwierig zu lesen aber ich fühlte mich  auch hineinversetzt in die Zeit, ich sah alles ganz genau vor mir. Und so konnte ich mich einlassen auf den ungewöhnlichen und spannenden Krimi in dessen Mittelpunkt der Pathologe Hideo Ashida steht, als Japaner hat er keinen leichten Stand nach dem Angriff der Japaner auf Pearl Harbor und seine Internierung steht bevor, das hindert ihn nicht daran zu ermitteln als eine verkohlte Leiche auftaucht um einen Brand und einen Bankraub aufzuklären der fast 10 Jahre zurückliegt.
So manches was Ellroy schreibt, vor allem wie er es schreibt, ist befremdlich. Die Ausdrucksweise ist alles andere als politisch korrekt, wäre die Handlung im heute angesiedelt. 


*Elmer mochte die Polizeiarbeit. Davis brachte ihn mit einer Weiberfleisch-Vertreiberin namens Brenda Allen zusammen*
*Davis hatte ein Käfiglfeisch-Vögelchen zu viel gevögelt.*

Das sind noch harmlose Stellen, die ich anführe, aber sie zeigen wie sehr Ellroy sich bemüht die Zeit authentisch zu beschreiben. Die Cops sind Korrupt, Rassismus ist an der Tagesordnung und doch machen sie einfach nur ihre Arbeit und verdienen sich mit kriminellen Aktivitäten etwas dazu.

Jener Sturm ist der 2. Band des Zweiten L.A.-Quartetts
und ich hattedoch ab und zu das Gefühl, das mir vielleicht Informationen fehlen besonders zu den Protagonisten, aber da hilft das umfangreiche Personenregister am Ende des Buches etwas weiter.


Jener Sturm ist kein Buch, das man einfach mal so zwischendurch liest und das liegt nicht allein an den fast 1000 Seiten die es umfasst, es gehört zu den anspruchsvolleren Büchern des Genres sowohl thematisch als auch sprachlich.

Ich mochte es sehr und vergebe eine Leseempfehlung.

Krimi
Gebundene Ausgabe, 912 Seiten
Übersetzer: Stephen Tree
Verlag: Ullstein
ISBN-10: 3550050410
ISBN-13: 9783550050411
Erscheinungsdatum: 24.04.2020
Preis: 35,00 EUR


 

Montag, 28. September 2020

Buchvorstellung Die Tränen der Zauberschen von Ian Cushing

 Und auch heute möchte ich euch ein Buch vorstellen, das für den Skoutz-Award 2020 nominiert ist. 

Die Tränen der Zauberschen von Ian Cushing


Der Klappentext, ist zwar vielversprechend, gibt aber nicht ganz soviel her:

Ein unheimliches Ereignis verändert das Leben der drei Freunde Dirk, Jan und Marcus von einer Nacht auf die andere. Eine geisterhafte Gestalt droht ihnen grausame Rache für ein Verbrechen an, das vor vierhundert Jahren geschehen ist.
Sie entdecken ein schreckliches Geheimnis, welches ihre Familien seit Jahrhunderten verbindet und müssen erkennen, dass die Sünden der Vergangenheit bis in die Gegenwart überdauert haben. Die Zeit der Rache ist gekommen!



Darum habe ich noch einen Link zu einer Rezension für euch, die mich sehr neugierig auf das Buch gemacht hat. 
Petra  schreibt unter anderem: 

Es handelt sich hier um eines der schrecklichsten Bücher, welches ich in den letzten Jahre gelesen habe. Nicht schrecklich im Sinne von schlecht sondern schrecklich weil ich beim Lesen eine Achterbahnfahrt der Gefühle durchlebt habe. Das Buch hat mich emotional sehr berührt und ich habe die Ereignisse förmlich miterlebt und mit erlitten. Wenn ein Autor es schafft, den Leser so in seine Geschichte hineinzuziehen, dann hat er alles richtig gemacht.

Wenn euch das auch neugierig gemacht hat, dann besucht gern ihren Blog: Phantastische Fluchten und wenn ihr das Buch schon kennt, stimmt gern dafür ab. Auch hier gilt wieder: Mit einem Klick auf das Bild seid ihr schon da.


Janina Rgener von Meine Buch und Reziwelt stellt euch Dschinn von Andre Wegman und Tumor Totgeburt von Dominik A. Meyer vor und Charleen Altendorf von Charleens Traumbibliothek hat sich ebenfalls mit Tumor beschäftigt.










Sonntag, 27. September 2020

Buchvorstellung Exodus 2727 von Thariot

Heute stelle ich euch ein Buch aus den Regalen meines Mannes vor, das für den Skoutz Award 2020 nominiert ist.

 EXODUS 2727 von Thariot


 Ich selber habe das Buch leider noch nicht gelesen, aber der Klappentext hört sich schon mal richtig gut an: 

Ein Schiff. Eine Hoffnung. Ein Feind, den niemand sieht. Der neue Space-Thriller von Science-Fiction-Bestseller-Autor Thariot – packend und visionär.
Die USS London ist ein interstellares Siedlungsschiff auf dem Weg zu einer neuen Welt. Die Reisezeit beträgt 109 Jahre, das Ziel liegt 50 Lichtjahre entfernt. Die Fracht: drei Millionen befruchtete menschliche Embryos und sieben Millionen Tiere. Die Besatzung besteht aus 490 Personen, die sich im Kälteschlaf abwechseln.
Alles läuft nach Plan. Bis der Ärztin Jazmin Harper auffällt, dass immer mehr Besatzungsmitglieder psychische Probleme bekommen. Gleichzeitig stößt der Ingenieur Denis Jagberg auf Anzeichen, dass das Schiff deutlich älter ist als gedacht. Beiden ist schnell klar, dass irgendetwas nicht stimmt, doch bevor sie der Sache auf den Grund gehen können, kommt es zur Katastrophe.

Der Waschzettel: 

  • Autor: Thariot
  • Format:Taschenbuch
  • Verlag: FISCHER Tor 

Aber da sowohl mein Mann als auch noch ein paar Hundert andere Leser das Buch empfehlen, wobei mein Mann da ausschlaggebend ist, werde ich es auf jeden Fall zeitnah lesen.

Ihr kennt es schon? Dann gebt dem Buch doch eure Stimme beim Skoutz-Award.


Mit einem Klick auf das Cover seid ihr schon da.

Und dies sind die anderen nominierten:


Anke Gehrke-Behrend vom Blog Svanvithe stellt euch die Lange Reise der Artemis vor

Die Nebel von London wird von Marion Schemel präsentiert auf norias isle of phantastik


Freitag, 25. September 2020

Im WaypointFiftynine oder: Alles so grün hier

Guten Morgen, oder ist es schon Abend? Irgendwie habe ich in den letzten Tagen das Gefühl die Zeit vergeht anders als sonst und wie ich hierhergekommen bin weiß ich auch nicht, ich glaube ja ich vertrage die Drinks im Waypoint Fiftynine nicht so wirklich, da gibt es diesen einen besonderen der angeblich aus 59 Zutaten besteht, ich werde zwar nicht betrunken aber ich sehe seltsame Wesen, so wie den da drüben seht ihr den auch, komplett behaart und irgendwie zottelig.

„Hey du, ja du, sach mal wie siehst du denn aus, hat dein Barber Urlaub oder was?“




Jetzt mal ehrlich, er sieht schon so aus müsse er mal wieder zum Frisör, oder?

upps jetzt guckt er aber böse, ich glaube ich geh mal rüber und stelle mich vor.


„Entschuldige bitte, ich bin etwas neben der Spur, ich bin Manuela und das letzte an das ich mich erinnere ist das ich Zuhause auf dem Sofa eine Anthologie gelesen habe und einen Drink hatte den mir die Verleger Marc und Tanja mitgebracht hatten, den gibt es hier auch ist ein fiftyniner und echt lecker“

„Tach. Ich bin der Manfred. Bist du auch öfter hier?“

„Von einem Manfred, habe ich in dem Buch auch gelesen, eine Geschichte von Veronika Lackerbeauer 

Alles grün, selbst die Autorin


und hey der war genauso behaart wie du, ist ja lustig, sein Schwager hat ihn immer Alfa genannt, die waren auf Kreuzfahrt, warst du auch schon mal auf Kreuzfahrt? Was bedeutet noch mal Alfa? Gleich fällt es mir wieder ein.“

„Hör mir mit dem Hohlkopp auf! Aliena ist die Schwester meiner Frau und ich mag sie ja echt gern, aber ihr Typ geht gar nicht. Das ist so ein seltsames haarloses Alien, aber seine Optik ist nicht mal das größte Problem. Er verbreitet einfach immer schlechte Laune. Und dann kommt er immer mit diesen krassen Verschwörungstheorien an. Das nervt mich ja am meisten. Durch meinen Job krieg ich halt viel mit, was so hinter den Kulissen läuft, aber ich darf da ja nicht drüber reden. Er reizt mich schon oft, dass ich ihm einfach mal ein paar Wahrheiten um die Ohren fetze.“

Der Barkeeper bringt uns zwei fiftyniner, ich glaube ich habe ne Flatrate bestellt.

„Prost.“ Nimmt einen großen Schluck, atmet geräuschvoll aus und setzt dann einen lauten Rülpser hinterher. „Das tut gut. Wo war ich? Ach ja, die Kreuzfahrt. Leck mich am Arsch, das war was! Erstens wär meine Tarnung beinahe aufgeflogen, zweitens hat der Hohlkopp sich und mich wieder völlig blamiert. Egal, wo der hinkommt, er kann sich danach dort nicht mehr blicken lassen. Deshalb bin ich übrigens so gern im Waypoint Fiftynine! Da geht er nämlich auch nicht mehr hin.“

„Ah jetzt fällt mir auch wieder ein was Alfa bedeutet Albernes-Langes-Fell-Alien.

Alien als gäbe es wirklich Aliens. Könntest du mich runterlassen, bitte? Wo trägst du mich hin? Ist das ne Luftschleuse?

Jetzt sitze ich wieder auf meiner Couch und ich schwöre euch, ich trinke nie niemals wieder, erst recht nicht ohne Zutatenliste, da bildet man sich nur seltsame Sachen ein und wie ich wieder nach Hause gekommen bin weiß ich auch nicht.

Anderseits, das, was Veronika Lackerbauer in ihrer Geschichte erzählt hat, fühlt sich so echt an und wenn es aufgeschrieben ist, muss es ja stimmen oder? Und auf meinem Tisch liegen seltsame Dinge, im Traum habe ich mich an irgendetwas festgehalten als Manfred mich zur Luftschleuse schleppte, der hat jetzt Rücken. ätsch
Das sieht schon aus wie ein Bierdeckel oder? Und Bierdeckel gibts nur in echten Kneipen.




Ihr glaubt mir nicht? Lest selber nach, das Buch gibt es in jedem gutsortierten Kreuzfahrtschiffkiosk oder direkt beim Verlag












8 Fragen 8 Antworten Ein Interview mit Veronika Lackerbauer



Guten Morgen Veronika,

herzlich willkommen im Bücherhaus lass uns mal schauen, ob der Herr Verleger bei seinem letzten Besuch noch Kekse übriggelassen hat.
Nein sieht nicht so aus, da müssen wir uns mit einem Sektfrühstück begnügen. ( oh ne, der hat ja auch schon keine bekommen)

Greif bitte zu und lass es dir schmecken.

1. Ich stelle dir einstweilen ein paar Fragen, oder stelle dich den Lesern, die dich eventuell noch nicht kennen bitte kurz vor.

Veronika: Hallo Manuela, hallo an alle da draußen!

Mein Name ist Veronika Lackerbauer, ich komme aus Niederbayern, aus der Nähe von Landshut. Ich bin Autorin von Fantasy, Krimis und historischen Romanen und Kurzgeschichten, außerdem betreibe ich seit einigen Monaten den Blog „Grapes’n’Soulfood“.



2.Ich habe mich ja im Vorfeld ein klein wenig über dich schlau gemacht, du arbeitest als Dozentin im Bereich Deutsch als Fremdsprache und Integration, inwieweit beeinflusst das deine Arbeit als Autorin?

Veronika: Das stimmt, ja. Im Brotjob beschäftige ich mich seit einigen Jahren mit Berufsintegration und Bewerbungstrainings. Natürlich hat man auch da Begegnungen und Erlebnisse, die sich auf die schriftstellerische Arbeit auswirken. Ich wurde mal gefragt, ob ich die Arbeit aufgeben würde, wenn ich mit meinen Büchern so viel verdienen würde, dass ich davon leben könnte. Aber mal ehrlich? Könnte ich doch nicht! Woher sollen dann die Ideen kommen?


3. Du bist mit deinen Büchern in vielen Genres vertreten, von historischen Romanen, über Regional- Krimis bis zu Weit hergeholte literarische Bauchlachmuskeltrainingseinheiten absurdester Grandiöslichkeit.

(So nennt der Herr Verleger des Waypoint Fiftynine das Genre, ich habe ihn gefragt und wenn er das sagt)
Was davon schreibst du am Liebsten?


Veronika: Ja, Grandiöslichkeiten haben’s mir schon angetan, keine Frage. Ich war seit Schnittergarn in jeder Leseratten-Antho vertreten und da bin ich natürlich auch stolz drauf. Irrsinn ist schon mein Metier. Aber ich schreibe auch alles andere gern, sonst würd ich’s nicht machen.

4. Waypoint Fiftynine ist ein Buch sehr besonderen Art, wie schwierig war es eine Story dafür zu schreiben?


Veronika: Überhaupt nicht schwierig. Das Tolle an den Leseratten-Ausschreibungen ist, dass ich sofort Bilder im Kopf habe, wenn ich den Ausschreibungstext lese. Und dann kann man einfach wild drauflos spinnen. Und je kruder, desto besser. Wenn ich beim Schreiben denke: Woah, jetzt hast du den Bogen aber echt überspannt! Dann ist Marc beim Lesen erst gerade so zufrieden.


5. Und hier darfst du hemmungslos Werbung für das Buch machen, warum sollte jeder es lesen?


Veronika: Es ist bunt, es ist witzig, es ist absurd, es hat keinen Bezug zur Realität. Es ist genau das, was wir alle in dieser Zeit brauchen!

6. Wenn du ein Drink wärest, welcher wäre es und warum?




Veronika: Ich bin ein Gin Tonic. Down-to-earth, unaufgeregt, ehrlich, geht immer und hält was er verspricht. 😉


7.Welche Frage wolltest du schon immer mal beantworten, es ist sie nur noch niemandem eingefallen?

Veronika: Warum kommen in allen meinen Leseratten-Geschichten Haie vor? Meistens fliegende?

Antwort: Weil ich ein heimlicher Fan von schlechten Hai-Horrorfilmen bin. Das begann mit „Der weiße Hai“ – der ja gar nicht so schlecht ist, eigentlich – und dann kam Teil 2 und Teil 2, die schon relativ absurd sind, aber danach waren da 6x Sharknado (Ian Ziering, was ist nur aus meinem Jugendidol geworden??? Okay, er braucht auch Geld. Von BH90210 konnte er nicht zwanzig Jahre lang zehren, is klar…), Sandsharks, two-headed shark beast und die Fortsetzung three-headed shark beast und noch viele viele weitere…



8. Nach dem Buch ist vor dem Buch. Woran arbeitest du gerade?

Veronika: Ich arbeite an verschiedenen Sachen parallel. Nein, das ist nicht seltsam, das mach ich eigentlich immer so. Zum einen stecke ich mitten in einer historischen Trilogie mit Namen „Glanz & Gloria“, die sich um das 19. Jahrhundert in Bayern dreht. Teil 1 „Ruf der Freiheit“ ist im Februar erschienen, Teil 2 und 3 sind für 2021 geplant. Außerdem hab ich einige Gemeinschaftsprojekte mit anderen Autor*innen in der Pipeline. Und den August über hab ich mir jetzt einen vorgezogenen NaNoWriMo verordnet, weil die ganze Corona-Sache mich ehrlich gesagt ein wenig schreibtechnisch blockiert hatte. Entstanden ist das Rohgerüst zu einer tragischen Liebesgeschichte mit dem Arbeitstitel „Arabische Nächte“.

Und bis zum 31.12. läuft noch meine Ausschreibung beim Leseratten Verlag, denn die nächste Antho werde ich herausgeben. Es handelt sich um „Die göttliche Anthologie“ und skurrile, irrsinnige, spitzfindige, sarkastische und schreiend komische Beiträge sind immer noch herzlich willkommen!

Einen Überblick über die weiteren Bücher von Veronika findet ihr auf ihrer Homepage:  https://www.veronika-lackerbauer.de/ und auch ihr Blog, ist sehr lesenswert:  https://grapesnsoulfood.wordpress.com/


Vielen Dank das du meine Fragen beantwortet hast. Ich hoffe das Frühstück hat dir geschmeckt auch, wenn es keine Kekse gab.



Danke, ja, hat es. Kekse sind natürlich immer Mangelware, wenn man mit Marc zu tun hat. Kekse und Einhörner. Der alte Mörder, der. Ich hab mich gefreut, mit dir zu plaudern und hoffe, du schaust auch bei der nächsten Antho wieder vorbei!

Hier ist nochmal der Tourplan, schaut gern auch auf den anderen Blogs vorbei und natürlich beim Leserattenverlag








Montag, 21. September 2020

Wir sind fünf von Matias Faldbakken


 In der Nähe von Oslo in einem kleinen Ort namens Råset führt Tormod Blystad mit seiner Frau und seinen zwei Kindern ein beschauliches Leben. Nach einer wilden Jugend ist aus Tormod ein verlässlicher Vater und Ehemann geworden. Aber in jeder Familie gibt es eine Lücke, die gefüllt werden muss. So kommt die kleine Hündin Snusken auf den Hof. Die Kinder lieben das Tier sehr, doch eines Tages verschwindet Snusken spurlos. Um seine Kinder zu trösten, mischt Tormod in seiner Werkstatt aus verschiedenen Zutaten ein Ersatzwesen aus Lehm – und fordert damit Kräfte heraus, deren Reichweite er nicht einmal erahnen kann.

»Mit großem erzählerischen Geschick baut Faldbakken eine Spannung auf, von der man weiß, dass sie in die Katastrophe führt.«, Süddeutsche Zeitung, Sophie Wennerscheid

»Matias Faldbakken ist ein Meister des langsamen Spannungsaufbaus. So gut, dass es schon fast wehtut.«, NRK
»Der beste norwegische Roman des Jahres. Eine mit Sprachgewalt vorgetragene Geschichte, die einfach erscheinen mag, aber eine enorme sozialkritische und poetische Wucht entwickelt.«, Dag og tid

»Ein wahrhaft einzigartiges Stück Literatur.«, Jo Nesbø


Mich hat ja der Klappentext dazu bewogen das Buch lesen zu wollen und ehrlicherweise auch die wirklich guten Pressestimmen, ich mag Bücher die mich fordern, mit denen ich mich beschäftigen muss, manchmal lese ich etwas und ein Satz oder ein Absatz gehen mir nicht aus dem Kopf, weil ich das geschriebene nicht ganz verstanden haben, das ist dann wie ein Rätsel das geknackt werden will. Das macht Spaß. Und zunächst schien es auch so, als wäre Wir sind fünf genau das, eine Geschichte wie ein Rätsel das gelöst werden will.

Die norwegische Zeitung Dadsvision meint »Scharf und humoristisch erzählt. Matias Faldbakken ist ein Autor mit einer stählernen Kontrolle über die Sprache.«

Das muss bei der Übersetzung in die deutsche Sprache irgendwie verloren gegangen sein, zwar lässt sich das Buch flüssig lesen und sprachlich stimmt alles aber mir fehlte die angepriesene Schärfe und der Humor.

»Eine amüsante, scharfsinnige und zeitgemäße Fabel vom Drang des Menschen, über sich hinauszuwachsen, die nicht von ungefähr an ›Faust‹ oder die Geschichte von Dädalus und Ikarus erinnert.«, Aftenposten

Ich mag Fabeln, die mochte ich schon als Kind, herauszufinden was hinter der offensichtlichen Geschichte steckt.
Meiner Meinung nach erzählt diese Geschichte, die Geschichte einer Familie die mit 4 Personen nicht komplett ist, ihnen fehlt das Bindeglied, ein Band, das alles zusammenhält, für Tormod wäre das ein weiteres Kind gewesen, das ihm aber von seiner Frau Siv verwehrt wird. Das mit dem Einzug des Hundes die Familie tatsächlich mehr zusammenwächst ist, nicht von langer Dauer zu fragil ist das Konstrukt und zu künstlich, kein Wunder das es nach dem Verschwinden des Hundes zusammenbricht. Das wäre allein eine gute Story gewesen: Ehemaliger Drogensüchtiger schafft den  Absprung mit Hilfe seiner Frau und scheitert am Leben. Aber das wäre vielleicht auch zu banal gewesen. Der geheimnisvolle Ton kommt ins Spiel, der Eigenschaften aufweist, die weit über das normale Maß hinausgehen, nun hat das nichts mit Mystik zu tun, sondern mit Wissenschaft und mit Hilfe der Wissenschaft lernt der Ton, er wächst er gedeiht und wird nach und nach zu so etwas wie ein Familienmitglied, das aber äußerst schlecht behandelt wird. Ich hatte zeitweise tatsächlich Mitleid.

Ist der Ton ein Sinnbild für die Familie, die sich Tormod so sehr wünscht? Eine Familie die wächst und lernt, die gedeiht und die nichts trennen kann? Ich weiß es nicht, ich muss gestehen ich habe das Buch nicht so wirklich verstanden.
Ich habe während des Lesens immer auf einen Geistesblitz gewartet, er kam nicht, auch das Ende ließ mich ratlos zurück.

  • Originaltitel : Vi er fem
  • Gebundene Ausgabe : 256 Seiten
  • ISBN-10 : 3453272994
  • ISBN-13 : 978-3453272996

Sonntag, 20. September 2020

Wenn das Licht gefriert von Roman Klementovic


Elisabeth und Friedrich sind seit 40 Jahren glücklich verheiratet, auch wenn die letzten Jahre von Friedrichs Alzheimer Erkrankung geprägt waren und deswegen nicht immer einfach gewesen sind. In Erinnerung an die glücklichen Jahre tut Elisabeth alles dafür das Leben für Friedrich so angenehm wie möglich zu machen. Unterstützung bekommt sie dabei nicht, ihre Tochter Valerie lebt schon lange in London und ihr Sohn Phillip scheint nicht viel Interesse an seinen Eltern zu haben, wäre nicht ihre Schwiegertochter Sarah, würde Elisabeth ihn wohl gar nicht mehr zu Gesicht bekommen.
  Nach der Ausstrahlung der TV-Sendung Mörder im Visier, die 22 Jahre nach dem Mord an Anna ausgestrahlt wird kommen Elisabeth Zweifel daran, ob sie ihren Mann jemals wirklich kannte und sie versucht auf eigene Faust herauszufinden was damals geschah.


Als ich den Namen Roman Klementovic in der Programmvorschau des Gmeiner Verlags las, war mir klar: Dieses Buch muss ich lesen, mir haben die drei Krimis, die ich schon von ihm las, sehr gut gefallen und meine Erwartungen waren hoch. Klementovic hat mit seiner Ausgangssituation ein spannendes Szenario geschaffen, in dessen Mittelpunkt Elisabeth steht, sie ist hin- und hergerissen zwischen der Liebe zu ihrem Mann und den vorgeblichen Tatsachen, denen sie sich stellen muss, alles spricht gegen Friedrich und ich habe die ganze Zeit gerätselt was sie wohl tut, sollte sich ihr Verdacht bestätigen. 

Ich habe nichts von dem, was im Buch geschieht vorhergesehen und das will schon was heißen, bei all den Krimis und Thrillern, die ich schon gelesen habe, dachte ich, ich hätte schon ein gewisses Gespür dafür wie sich die Handlung  entwickelt, um so mehr freue ich mich, wenn ich mal wieder eines Besseren belehrt werde. 
Ich habe einen klitzkleinen Kritikpunkt, der ist aber so winzig, dass ich ihn nur aufschreibe, weil ich ihn in kürzester Zeit vergessen haben werde: Einige sprachliche Elemente gefielen dem Autor so gut, dass er sie ein klein wenig zu oft wiederholte. So manchen Leser stört das vielleicht, mich normalerweise auch, aber dieses Mal wurde das von der spannenden Story und dem ansonsten ausgefeilten Stil des Autors vollkommen in den Hintergrund gedrängt. 

Wenn das Licht gefriert von Roman Klementovic ist absolut lesenswert.

  • Taschenbuch : 349 Seiten
  • ISBN-10 : 3839227704
  • ISBN-13 : 978-3839227701
  • Herausgeber : Gmeiner-Verlag

Samstag, 19. September 2020

Ihr Königreich von Jo Nesbo

 
Ihr Königreich, so nennt Roys und Carls Vater, dass Stück Land in den Bergen der Kleinstadt Os Norwegens das sie ihr Zuhause nennen. Schon immer hat Roy auf seinen kleinen Bruder aufgepasst, ihn immer wieder aus Schwierigkeiten geholt und verteidigt. Während Roy nach dem Tod der Eltern als Tankwart arbeitet, geht Carl nach Amerika um dort zu studieren. 
Als Carl nach langen Jahren überraschend wieder in Os auftaucht, mit einer Frau an seiner Seite, die genau Roys Typ entspricht und Plänen ein Wellness-Hotel in den Bergen zu errichten, mit dem er Wohlstand in sein Heimatdorf bringen will, nimmt das Unheil seinen Lauf.

Angekündigt ist   Ihr Königreich als neuer Kriminalroman des Bestsellerautors Jo Nesbo, aber es ist so viel mehr. 
Geschickt verbindet Nesbo die Elemente eines spannenden Krimis mit den Elementen eines Familiendramas.
Roy erzählt in Rückblenden die Geschichte der Brüder während gleichzeitig das Unheil seinen Lauf nimmt und  mehr und mehr Erlebnisse aus der Vergangenheit der Familie Opgard ans Tageslicht kommen, die vieles erklären aber nichts von dem, was aktuell geschieht, entschuldigen. 

Es dauerte nur wenige Seiten bis ich mich von dem Gedanken einen klassischen Kriminalroman, im besten Fall im Stile der Harry Hole Reihe zu lesen, verabschiedet hatte.
Das spricht natürlich sehr für den Autor und seine Fähigkeit die Leser auch mit anders als erwarteten Geschichten in den Bann zu ziehen. Ausgetretene Pfade zu verlassen, oder besser von der gewohnten und von den Lesern geliebten Art und Weise Geschichten zu schreiben, abzuweichen birgt sicherlich immer ein Risiko und wird deshalb von vielen Autoren tunlichst vermieden, ich bin sehr froh das Jo Nesbo dieses Risiko eingegangen ist. 

Ihr Königreich 

gehört zu meinen Lesehighlights und ich hoffe sehr das Jo Nesbo mich auch weiterhin mit Krimis der besonderen Art überraschen wird.

     Übersetzer: Günther Frauenlob
  • Originaltitel : Kingdom
  • Gebundene Ausgabe : 592 Seiten
  • ISBN-10 : 3550050747
  • ISBN-13 : 978-3550050749
  • Herausgeber : Ullstein Hardcover; 1. Auflage (2. September 2020)
  • Sprache: : Deutsch


Freitag, 18. September 2020

Das Haus in der Claremont Street von Wiebke von Carolsfeld

 

Tom verliert mit nur 9 Jahren seine Mutter. Mona wurde von nach jahrelangen Misshandlungen von Toms Vater getötet, der sich danach selbst umbrachte. Der traumatisierte Junge kommt zunächst bei seiner Tante Sonya unter, die älteste Schwester Monas, hätte gern selber Kinder gehabt und eigentlich macht sie alles richtig, um zu Tom durchzudringen, doch vergeblich und so muss das Kind bald schon erneut umziehen, diesmal in das Haus in der Claremont Street zu seiner Tante Rose, die gemeinsam mit ihrem Sohn und dem Bruder Will in mehr als chaotischen Zuständen lebt.Rose ist mit ihrem eigenen Leben völlig überfordert und ihr Bruder ist ein Weltenbummler, der seinen Platz im Leben noch nicht gefunden hat.

Eins eint die Familie, das kollektive schlechte Gewissen, die vermeintliche Schuld an Monas Tod. Dies quält besonders Will, der den Täter in die Familie brachte und Sonya die sich von der fröhlichen Art des Mannes einwickeln ließ. Rosa hat einen ganz eigenen Grund für ein schlechtes Gewissen.

Kann Spoiler enthalten.

Donnerstag, 17. September 2020

Find Me, Finde mich Roman von André Aciman


Die Geschichte von ›Call me by your name‹ geht weiter

Samuel ist auf dem Weg nach Rom, um seinen Sohn Elio zu besuchen, der dort als Pianist lebt. Seit der Trennung von seiner großen Jugendliebe Oliver ist Elio keine längere und ernsthafte Beziehung eingegangen. Oliver hingegen hat in New York geheiratet, ein bürgerliches Leben als Collegeprofessor begonnen, eine Familie gegründet. Doch insgeheim wartet er auf die Begegnung mit einem Menschen, die ihn so erschüttert und bewegt wie einst die mit Elio. Und Samuel begegnet auf seiner Reise einem Menschen, der ihm nach dem Ende seiner Ehe zeigt, was es bedeutet zu lieben.


Call me by your Name, war vor ein paar Jahren eines der großartigsten Bücher, die ich je gelesen hatte, es hat mich berührt wie davor kaum eines und ich denke immer noch mit einem besonderen Gefühl daran zurück. So war meine Freude darüber das André Aciman, die Geschichte Elios und Olivers weiterschrieb natürlich sehr groß.

Das Buch ist in drei Abschnitte aufgeteilt, es beginnt mit Elios Vater Samuel der im Zug auf dem Weg nach Rom um Elio zu treffen die viel jüngere Miranda kennenlernt, die ihn fasziniert und die gleichermaßen von ihm fasziniert ist. Noch fesselte mich der Schreibstil des Autors an das Buch, in fast jedem Satz schwang diese einzigartige Poesie mit die mich auch schon bei Find Me so beeindruckt hatte. Nur fragte ich mich immer häufiger, was denn Samuels Geschichte mit dem Versprechen, das.  im Titel des Buches verborgen ist, zu tun hat. Ich wollte mehr über Elios und Olivers Schicksal erfahren.

Um dahin zu kommen, musste ich allerdings 120 Seiten Geduld haben und miterleben wie Samuel von einer ebenso großen Liebe gefunden wurde, wie einst sein Sohn. Ich hatte schon bald das Gefühl, der Autor hätte viel lieber die Geschichte Samuels und Mirandas Geschichte erzählt, sie hätte wundervoll sein können.

Im zweiten und dritten Teil treffen wir endlich wieder auf Elio und Oliver.Elio lebt als Pianist mittlerweile in Paris , seit seinem Sommer mit Oliver ist er keine engere Beziehung mehr eingegangen, bis er auf den wesentlich älteren Michel trifft, auch diese Begegnung ist geprägt von tiefsinnigen Gesprächen, es wird überhaupt viel gesprochen, gefühlt besteht das komplette Buch aus Dialogen. Elio erinnere ihn an seinen Sohn, meint Michel und damit war leider die aufkeimende Erotik in diesem Abschnitt perdu. Durch die Begegnung mit Michel wird Elio klar, dass er Kontakt zu Oliver aufnehmen muss, um wirklich frei zu sein für etwas Neues.

Oliver ist verheiratet und arbeitet als Collegeprofessor in den USA, er zieht gerade um und am Abend seiner Abschiedsparty erinnert er sich an seine Zeit mit Elio.

Dann kommt ein Zeitsprung, ich vermute, wieder einmal, denn auch die anderen Abschnitte folgen wohl nicht direkt aufeinander. Auf den letzten paar Seiten, es sind elf, wenn ich nicht irre treffen Elio und Oliver endlich in Elios Elternhaus aufeinander, was genau geschehen ist und weiterhin geschieht, verrate ich jetzt natürlich nicht, dass wenige von dem, was ich als Leser dieses Buches erwartet und erhofft hatte will ich nicht verraten.

Sprachlich ist das Buch grandios, so gut wie CALL ME BY YOUR NAME und wieder besser als Fünf leben lang, welches mich aufgrund seiner teil derben und obszönen Sprache etwas enttäuschte. Inhaltlich hatte ich, nicht allein wegen des Klappentextes, etwas anderes erwartet.

  • Originaltitel : Find me
  • Gebundene Ausgabe : 296 Seiten
  • ISBN-10 : 3423282304
  • ISBN-13 : 978-3423282307



Montag, 14. September 2020

Ganz dringend ans Meer von Susanne Pavlovic

Klappentext: Ich gab Gas. Die Autobahn spulte sich wie ein schwarzes Band vor mir ab. "Sind wir jetzt verreist?", fragte Felix mit kleiner Stimme von hinten. "Ja", sagte ich, plötzlich sah ich schlecht, ich blinzelte mir was aus den Augen. "Jetzt sind wir verreist." Ein ehemaliger Drogendealer, der frisch aus dem Gefängnis kommt. Ein vernachlässigter Junge, der dringend einen Beschützer braucht. Beide verbindet etwas, das Jahre zurückliegt. Um seinem Drogennetzwerk zu entfliehen, fährt Wanja mit Felix ans Meer. Sie finden Unterschlupf auf einem Reiterhof. Doch niemand kann für immer verreist sein, und Wanja muss lernen, Hilfe anzunehmen - nur so kann er die Menschen retten, die er liebt.

6 Jahre seines Lebens hat Wanja im Gefängnis verbracht, als er auf Bewährung entlassen wird, er will unbedingt neu anfangen, einen Job finden und eine Wohnung.

Doch ein Neuanfang ist schwer, Formulare ausfüllen für das Job-Center, Bewerbungen schreiben, mit all dem ist Wanja überfordert nach einem kurzen Intermezzo als Wachmann in der Kaffeemanufaktur seines Bruders übernimmt er einen Job als Türsteher bei seiner ehemaligen Chefin, der Regentin, die ihm auch eine Wohnung zur Verfügung stellt

Als er zufällig den kleinen Felix kennenlernt, der bei einem Junkie in einer völlig verwahrlosten Wohnung lebt, wird er ein weiteres Mal mit seiner Vergangenheit konfrontiert und er weiß er muss

*Ganz dringend ans Meer*

Ich hatte ja schon davon gehört, das Susanne Pavlovic ein Buch schreibt in dem es nicht um Zauberer und Magie geht, nicht um Schwertkämpfe und Minnesänger und da ich die Autorin sehr schätze und ihre Bücher gerade zu liebe, wollte ich auch dieses Buch, das so ganz anders sein sollte unbedingt lesen.

Das Buch beginnt mit folgendem Satz:

Der Himmel war riesig und hell an den Rändern. Es
hörte gerade auf zu regnen, und überall standen
die Pfützen. Sonst stand da niemand. Ich hatte niemanden
den erwartet, aber für einen Augenblick war die Straße
schon besonders leer.


Wanja erwartet niemanden, er weiß, dass er sich allein durchschlagen muss, seine Mutter ist alt, sein Bruder hat sich von ihm angewandt und zu seinen alten Freunden will und darf er keinen Kontakt mehr haben und doch birgt dieser Satz einen Neuanfang, zumindest habe ich ihn so empfunden.
Dass dieser Neuanfang nicht einfach werden wird, ist sowohl Wanja als auch den Lesern von Anfang an bewusst. Ein langer Weg aus dem Ghetto, weg von Drogenkriminalität und Verwahrlosung liegt vor Wanja und dem kleinen Felix.
Ich habe selten so viel gelacht während ich ein Buch las, über ein Pony, das auch Felix heißt und so wie der kleine menschliche Felix seinem Namen so gar nicht gerecht wird und schon mal zubeißt, wenn ihm etwas nicht passt.
Und ich habe tatsächlich auch die eine oder andere Träne vergossen über den kleinen Jungen, der sich von Gummibärchen ernähren würde, ließe man ihn und der ein weiches, warmes Lager für einen kümmerlichen Welpen ohne Überlebenschancen bereitet.
Susanne Pavlovic hat ein berührendes Buch geschrieben und das vollkommen kitschfrei, ich habe ja immer Angst vor Kitsch.
Sie erzählt von verpfuschten Leben und von zweiten Chancen, von Freundschaft und von Liebe, die nicht immer etwas mit Liebesgeschichten zu tun haben muss, diese Liebe geht viel tiefer und ist demnach auch beständiger und für Wanja so wichtig, das er nicht nur davon redet sein Leben auf die Reihe zu bekommen, er packt es an.
Wenn ich noch mehr erzählen würde, müsstet ihr das Buch nicht mehr lesen und das wäre mehr als schade, denn es geht an Herz und vielleicht ermöglicht es uns die Menschen, um uns herum mit etwas anderen Augen zu sehen und vielleicht die eine zweite oder dritte Chance zu geben.

Von mir bekommt das Buch eine absolute Leseempfehlung.

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Ich bedanke mich bei Susanne Pavlovic für das Leseexemplar.







Buchvorstellung: Waypoint FiftyNine

 Nachdem ich euch heute Morgen die Verleger Tanja Kummer und Marc Hamacher vorgestellt habe, erzähle ich euch jetzt etwas über das Buch, um das es geht. Das Universum dreht sich um das Waypoint Fiftynine, eine Weltraumkneipe in der sich die seltsamsten Typen tummeln. Auch die Herausgeber der Romanthologie WFN haben sie besucht um ihre Tantiemen für das vorige Buch zu vertrinken.

Jörg Fuchs Almeda
Günther Kienle


Ich habe schon mal reingelesen, ich empfehle ja nichts, von dem ich nicht selber überzeugt bin.
Und für Euch habe ich hier mal den Klappentext als Video.


Für die bei denen das Abspielen des Videos vielleicht nicht klappt.
Hier der Klappentext:

[Leise, psychedelische Fahrstuhlmusik]
»Wenn dir mal wieder die unendlichen Weiten des Weltraumes zu viel werden und dich die Sorgen zu überwältigen drohen: Komm zu uns. Wir servieren dir mit einem Lächeln und einem offenen Ohr den Drink deiner Wahl.«

[Einblendung]
Waypoint FiftyNine
[Slogan erschallt]
»Vergiss deine Sorgen … [Panflötengesäusel] … Waypoint FiftyNine … [Engelschor erschallt] … wir halten uns an die intergalaktische Schweigepflicht und sagen nichts davon deiner Frau, Mann, KI, Versicherungsvertreter, Kopfgeldjäger, Verleger, Mechaniker, Schneider, Einhorn, Diebin, Nonne, Xenomorphen, Geheimagenten, Gevatter, Struwwelpetra, Gebrauchtschiffhändler, Weihnachtsmann, Reiseveranstalter [Alamedisches Triangelinferno] … im Waypoint FiftyNine sind wir für dich da! [Kienlisches Riff der Hölle]«
[Einblendung des Kleingedruckten]
Diese Schweigepflicht gilt nicht für die engagierten Autoren*innen des Leseratten Verlages von der Erde, aber hey, wer würde schon glauben, was diese Freaks so erzählen?
Dennis Frey - "McGintleroy trinkt"
Lea Baumgart - "Opferbereitschaft"
Dorothee Stern - "Von Pest und Maden und Wollsocken"
Jasmin Aurel - "Von Maden und Halunken in Spelunken"
Nele Sickel - "Kleider machen Leute"
Jessie Weber - "Die himmlischen Schwestern"
Jacqueline Mayerhofer - "Das Schicksal einer Diebin"
Wolfgang Schroeder - "Krankheitsvertretung"
Sandra Florean - "Die Vergessenen"
Alvar Borgan - "Kampfstern Rot Weiß"
Veronika Lackerbauer - "Von Spookies, Spoylent Green und einer interstellaren Kreuzfahrt"
Nob Shepherd - "Edelgard"
Katja Rocker - "Queerdenker"
Lukas Wesslowski - "Am Ende kommt das Ende"
Tanja Kummer - "Exkursion 0 8 15"
Renée Engel - "Alles ist relativ"
Isabell Hemmrich - "Die Op(era)tion"
Florian Krenn - "Der Verräter"
Peter Michael Meuer - "Die Bar am Ende des Regenbogens"
Laurence Horn - "Schildhalla"


Das alles eingebettet in eine Rahmenhandlung von Günther Kienle und Jörg Fuchs Alameda.
Die Rahmenhandlung, ist es die neben den einzelnen Storys, diese Anthologie zu etwas besonderem macht zu einer Romanthologie. Die Rahmenhandlung verbindet nicht nur die einzelnen Geschichten, sie stellt uns das Waypoint FiftyNine, ihre Gäste und ihr Personal vor und sie erzählt natürlich auch was die Herausgeber dort erleben.
Seid ihr ein bisschen neugierig geworden?
Oder braucht ihr noch einen winzigkleinen Schubs von einem der Herausgeber? Jörg Fuchs Almeda überzeugt euch sicher. Er liest euch was vor, also lauscht und staunt:


Euer Dimensionstor in die schrägste Kneipe der Welt ist genau hier: WFN

Besuch im Bücherhaus: Ein Interview mit Tanja Kummer und Marc Hamacher



Guten Morgen, ich freue mich heute die Autorin Tanja Kummer und den Verleger Marc Hamacher im Bücherhaus begrüßen zu dürfen. Kurz vor der Veröffentlichung der neusten Anthologie Waypoint FiftyNine im Leseratten Verlag waren die beiden so freundlich sich Zeit für ein kurzes Gespräch mit mir zu nehmen, um mir mehr darüber zu erzählen.
Ne wir bleiben mal bei der Wahrheit:

Marc war nur scharf auf Kekse, es gab aber nur Kuchen, sorry Marc
und Tanja hatte wichtige Verlagsdinge mir Marc zu besprechen und das geht am besten auf einer Autofahrt, da kann er ja nicht weglaufen, wie sie mir verraten hat.


Tanja und Marc zu Besuch im Bücherhaus



Liebe Tanja, lieber Marc für die die euch nicht kennen, stellt euch doch bitte in einem Satz vor. Jeder einen Satz, bevor du fragst Marc.

Tanja:
Ich bin im Verlag die gute Fee … ähm, ich meine natürlich das Eheeinhorn und zuständig für alles was mit, Texten, Satz, Vorstellungskraft, Fantastik und Glitzer zu tun hat.


Marc: 
Nur ein Satz? Mist … das war schon einer. HMMMM FUCK! © Gerald von Riva


Diesen Monat erscheint die Anthologie WFN in eurem Verlag, Tanja auch du bist mir einer Geschichte vertreten, viele Leser kennen dich als Autorin der Tybay Saga, diese ist ja eher im High
Fantasy Bereich anzusiedeln, wie unterscheidet sich das Schreiben einer Kurzgeschichte die… Moment Marc eine Zwischenfrage zu welchem Genre gehören die Anthologien aus dem Leseratten – Verlag eigentlich?

Marc: Mir waren all bestehenden Schubladen zu langweilig. Eigentlich hasse ich sogar Schubladen. Aber wenn Du es benennen willst: Einige sagen FUNTASTIK. Ich nenne es Weit hergeholte literarische Bauchlachmuskeltrainingseinheiten absurdester Grandiöslichkeit. Bin sicher, das wird sich durchsetzen.

Auf jeden Fall, wird sich das durchsetzen, genauer kann man es ja nicht auf den Punkt bringen. ;o)


Tanja auch du bist mit einer Geschichte vertreten, viele Leser kennen dich als Autorin der Tybay Saga, diese ist ja eher im High Fantasy Bereich anzusiedeln, wie unterscheidet sich das vom Schreiben einer Kurzgeschichte die Im Weit hergeholte literarische Bauchlachmuskeltrainingseinheiten absurdester Grandiöslichkeit Sektor beheimatet ist?

Tanja:

Zuallererst ganz erheblich in der Länge des Textes. :)
Ansonsten bin ich als Autorin in vielen Genres unterwegs: Krimi, Fantasy, Satire, SF, Erotik. Vor mir ist fast kein Thema sicher (außer Vampire und Werwölfe!). Und dann braucht man natürlich auch eine Idee. In diesem Fall war das recht einfach. Man nehme coole Figuren (Faultier), kombiniert das mit einer Legende (Der heilige Gr… ähm Keks) und fügt ganz viel Humor-Würzer hinzu … und schon befindet man sich am Ende der Geschichte in der schrägsten Weltraumkneipe (Waypoint FiftyNine) um sich Mut anzutrinken. 

Doch ja, als Marc (wir) damals den Verlag gegründet haben, da stellte mich das vor eine ziemliche Herausforderung.
Inzwischen ist es wie das Anziehen eines zu kleinen BHs – beim Schreiben hakt und kneift es manchmal noch etwas, aber das Ergebnis kann sich doch sehen lassen.

Niemand wacht morgens auf und denkt sich: Ich werde dann mal Verleger und mache Anthologien, beides ist ja nichts, womit man auf Anhieb reich wird und sich so viele Kekse kaufen kann, wie man möchte. Was war der Auslöser?


Marc: 
Ich bin ja hauptberuflich Nachhilfelehrer für die einzig relevanten Fächer Mathematik, Chemie und Physik. Damit foltere ich Kinder und Jugendliche aber nur nachmittags, weil morgens ist das Pack ja in der Schule und gammelt rum. Und weil ich aus Solidarität auch immer vormittags rumgegammelt habe, meinte das geeinhörnte Viech bei mir daheim: »HEY! ALTER! Wenn du eh nur rumgammelst, dann kannst du auch was mit ’nem Verlag machen!«

Klingt logisch, finde ich.

Tanja, ich weiß, dass du noch einen Brotjob hast, wenn du nach Hause kommst, hast du nicht Feierabend, sondern es wartet Marc und auch die Verlagsarbeit auf dich, aber schreiben willst und musst du ja auch noch. Wie bekommst du das alles unter einen Hut?

Tanja:
Ehrlich? Gar nicht. Jedenfalls fühlt es sich oft so an. Haushalt, Garten und Katzen stehen ja auch noch auf der To-do-Liste. Aber ich kenne ganz liebe Menschen in der Verlagsfamilie, die ähnliche Probleme haben, noch dazu Vollzeit arbeiten und/oder Kinder haben. Es ist wirklich beeindruckend, was man alles in einen Tag hineinquetschen kann, wenn man muss … das hat dann etwas von der Tasche von Mary Poppins.

Marc, als wir über dieses Interview gesprochen haben, hast du gesagt, dir hat erst einmal jemand die Frage: Welche Frage wolltest du schon immer beantworten, aber es hat sie dir noch niemand gestellt, gestellt (diesen Satz darf man auch nicht mit eingeschaltetem Gehirn lesen).

Ich stelle sie dir nochmal: Welche Frage wolltest du schon immer beantworten? Das Wort Kekse darf aber nicht in der Antwort enthalten sein.

Marc: 
»Willst du ein bisschen Knuspergebäck?«

Den Wunsch kann ich dir leider nicht erfüllen, nachher sagst du Ja und ich habe doch keine Kekse im Haus.


Tanja, magst du uns kurz noch etwas zu Waypoint FiftyNine erzählen? Wie kam es überhaupt dazu? Was macht diese Anthologie zu etwas Besonderem? Keine falsche Bescheidenheit, du darfst mal so richtig die Werbetrommel rühren.

Tanja:

Ich war beim Big Bang nicht dabei. Aber was ich weiß ist, dass sich hier ganz einzigartige Geschichten gefunden haben und manchmal … ja manchmal fragt man sich, wie viele Tassen dem Autor wohl gefehlt haben, als er sie geschrieben hat. Also großes Kompliment an alle. Und ich bin stolz darauf, ebenfalls nicht alle im Schrank stehen zu haben. :)
Aber darüber hinaus haben die Herausgeber Günther Kienle und Jörg Fuchs Alameda die einzelnen Geschichten mit einer Rahmenhandlung zu einem Roman verschmolzen – was ziemlich genial ist und ich bisher noch nirgendwo so gesehen habe.
Fazit: Ich bin mir sicher, dass dies die schrägste Romanthologie des Jahres ist und wer sie nicht liest, ist selber schuld, wenn er nüchtern bleibt.


Vielen Dank für euren Besuch, es war schön, dass ihr da wart. Ich werde es mir jetzt mit  einem Cocktail und Keksen gemütlich machen und den Tag Revue passieren lassen. Upps, da waren ja doch noch Kekse. Sorry Marc.


Im Glas seht ihr übrigens Melonenlikör, zumindest behaupten das Tanja und Marc, die mir den mitgebracht haben. Ich bin mir da nicht so sicher, es könnte auch etwas anderes sein. Vielen lieben Dank dafür, der war sehr lecker.

Die Anthologie Waypoint FiftyNine könnt ihr ab heute im Verlagsshop erwerben.

Mehr über die Autoren erfahrt ihr im Laufe der nächsten Tage auf diversen Blogs und Webseiten.




Freitag, 11. September 2020

Nach dem Feuer von Petra Hammesfahr Rezension



Der Jugendliche der verzweifelt versucht in ein brennendes Wohnmobil zu gelangen, um seine Freunde zu retten, stellt die Polizei vor ein Rätsel, er gibt seinen Namen nicht preis und die ermittelnden Beamten haben Schwierigkeiten seinen Geisteszustand zu beurteilen, ist er besonders clever oder auf dem geistigen Niveau eines 7-jährigen? Der Junge behauptet das Wohnmobil hätte seinen Großeltern gehört und eine junge Frau namens Manon wollte ihn zu ihnen bringen. Die zuständige Kriminalbeamtin zieht ihren früheren Vorgesetzten Klinkhammer zurate, der nach und nach die Wahrheit herausfindet. Der Junge ist der Sohn einer Frau die vor Jahren ihren Mann beschuldigte die eigene Tochter missbraucht zu haben der kurz darauf verschwand.
Nicht nur die ermittelnden Beamten, auch ich hatte Schwierigkeiten alle Fäden dieses sehr komplexen Krimis in der Hand zu halten und immer wieder zu entwirren.
Aber das waren Schwierigkeiten, die es wert waren ;o)
Petra Hammesfahr erzählt die Geschichte einer dysfunktionalen Familie in der besonders die Kinder unter dem Geisteszustand ihrer Narzisstischen Mutter  zu leiden hatten, einer Familie, in der der Vater zu schwach war um sich zum Wohle der Kinder durchzusetzen und der nach  den Missbrauchsvorwürfen aufgibt. Es ist eine Geschichte über das Versagen der Behörden. 
Die Autorin gibt sich allerdings nicht mit dem Schicksal des Jungen, dem Wohnmobilbrand und dem Mord an seiner Mutter zufrieden, sie schickt auch noch einen Serienmörder ins Rennen. Ich habe mich oft gefragt wie sie es schaffen will all dies zu einer stimmigen Geschichte zu vereinbaren. Soviel kann ich verraten: Sie hat es geschafft.
Nach dem Feuer ist ein Krimi für anspruchsvollere Leser, eine komplexe Handlung, viele Personen, von denen einige nur auf den ersten Blick wichtig erscheinen und umgekehrt, es erfordert schon mal etwas Geduld, die sich aber auszahlt.
Ich vergebe für 
Nach dem Feuer 
eine Leseempfehlung.

  • Gebundene Ausgabe : 464 Seiten
  • ISBN-10 : 345329243X
  • ISBN-13 : 978-3453292437
  • Herausgeber : Diana Verlag; Originalausgabe Auflage (31. August 2020)
  • Sprache: : Deutsch