Die Schweiz soll eines der sichersten Länder der Welt sein? Nicht wenn es nach diesen 15 Autorinnen und Autoren geht! Das Verbrechen kennt keine Kantonsgrenzen. Ob im Aargau, Wallis, Solothurn, in Bern, Basel oder Zürich – gemordet wird in allen Regionen. Sei es im apokalyptischen Basel, im Homeoffice in Bern, auf dem Aletschgletscher oder im Zug beim Hören eines True-Crime-Podcasts. Es kann jeden treffen, überall und zu jeder Zeit. Seien Sie auf der Hut!
Die Schweiz gilt ja gemeinhin als ein sehr sicheres Land. Die Herausgeberin Barbara Saladin und der Herausgeber Paul Ott haben 15 Autorinnen und Autoren versammelt, um uns mit Kurzkrimis ein ganz anderes Bild der beschaulichen Schweiz zu vermitteln.
Da ist z.B.
Die geheime Gewürzmischung von Christine Bonvin
Sofie trifft auf ihrer Joggingrunde Carole, die Freundin des verstorbenen Nachbarn, die Frau ist völlig verzweifelt, da sie nicht an den Selbstmord ihres Verlobten glaubt.Gemeinsam mit ihrem Mann André will Sofie herausfinden was wirklich zum Tod des Mannes führte, war der Grund wirklich die Entlassung weil er die geheime Gewürzmischung in der Fleischwarenfabrik gestohlen hat und dabei erwischt wurde? Sofie und André, beginnen in der Fabrik zu ermitteln und stoßen dabei auf einige Ungereimtheiten.
Etwas vorhersehbar aber trotzdem habe ich sie mit großem Vergnügen gelesen.
Besonders gut gefallen hat mir der dystopische Krimi
Der Sprung aus der Zeit von Wolfgang Bortlik
Irgendwann in naher Zukunft ist die Welt nur noch ein Trümmerhaufen, geschaffen vom Klimawandel, dem die Industrienationen nichts entgegen zusetzen hatten, als es für Maßnahmen dagegen zu spät war. In der Schweiz leben die Menschen mehr mehr oder weniger vom Tauschhandel. Tim Fischer ist Detektiv, als er seiner Nichte Bücher bringt die er gegen Lebensmittel tauschen möchte erfährt er vom Verschwinden einer Frau die Sturmvogel genannt wird, sie hatte viel dazu beigetragen die Sünden an den Menschen und der Natur wieder gutzumachen. Steckt eine aufstrebende Organisation hinter dem Verschwinden der Frau? Die Gruppierung will die alte Ordnung wiederherstellen. Manche glauben sie seien Überreste der Autokraten oder einfach Nazis.
Erschreckend war für mich weniger die Auflösung als der Gedanke daran, das ich mir die Zukunft so vorstellen kann.
Wenn ich euch jetzt jede einzelne der Kurzgeschichten vorstelle sprengt das den Rahmen. Darum jetzt nur noch zwei die mir wirklich gefielen, das heißt nicht das die anderen nicht genauso lesenswert gewesen wären, die meisten haben mir wirklich gut gefallen.
Pokerface von Sascha Michael Campi
Der Mord den Kriminalpolizist Jean-Claude Müller aufklären soll, ist besonders brutal, das Opfer wurde vor seinem Tod offensichtlich gefoltert, ein Mafiamord, da ist sich Müller schnell sicher. Als Leserin erfuhr ich im Laufe der Story, mehr über die Hintergründe der Tat und dem genauen Ablauf der Ereignisse und selten habe ich mich am Ende der Geschichte so amüsiert.
Ebenfalls sehr amüsant ist die gerade mal 2,5 Seiten lange Story
Geld oder Leben von Barbara Saladin
Fredy braucht Geld, dringend, ein Banküberfall scheint die schnellste Lösung für sein Problem, trotz aller Bedenken wegen der heutzutage modernsten Sicherheitsmaßnahmen entscheidet er sich dafür und tatsächlich verläuft der Überfall, reibungslos. Was dann geschah verrate ich euch natürlich nicht.
Anthologien zu bewerten, ist immer eine kleine Herausforderung. Nach dem Lesen frage ich mich daher meist, ob der positive Eindruck überwiegt und das war hier ganz klar der Fall. Auch wenn nicht jede Geschichte meinen persönlichen Geschmack getroffen hat, fand ich die Sammlung insgesamt sehr gelungen. Einige Beiträge haben mich sogar richtig überrascht. Ich habe sie mit großem Vergnügen gelesen und kann diese Anthologie allen empfehlen, die Lust auf abwechslungsreiche, spannende und teils ungewöhnliche Perspektiven haben.









