Freitag, 28. September 2018

Stephen King Der Outsider

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Inhalt: Terry Maitland hat etwas unfassbares getan, der beliebte Baseballtrainer, missbraucht und tötet einen 11-jährigen Jungen auf bestialische Weise. Zeugenaussagen und Spurenlage lassen keinen anderen Schluss zu, so das Detective Ralph Anderson ihn ohne vorige Vernehmung in aller Öffentlichkeit festnimmt. Doch Terry Maitland hat ein Hieb- und Stichfestes Alibi.

Meine Meinung:
Natürlich habe ich mich auf den neuen Roman Stephen Kings gefreut, auf zwei oder drei lange Lesenächte, in denen ich das Buch förmlich inhaliere.
Nur sind jetzt seit der Veröffentlichung mehr als zwei oder drei Nächte vergangen, ich habe tatsächlich viel länger gebraucht als gedacht um das Buch zu lesen. Woran lag es?
Die Frage ist schnell beantwortet. Am ersten Drittel des Buches. Der Outsider beginnt wie ein Kriminalroman, es gibt einen Mord, einen Verdächtigen und schnell steht fest, er war es, alle Zeugen sind glaubwürdig, wären da nicht auch Hinweise auf die Unschuld Terry Maitlands.
Das alles erzählt Stephen King wie immer in einer sehr bildhaften Sprache, ich liebe seine Art zu schreiben, nur ist in diesem Buch alles etwas behäbiger um nicht zu sagen zäh.
Warum ich es nicht abgebrochen habe? Auch diese Frage ist einfach zu beantworten. Stephen King hat es geschrieben, da kommt noch was.
Und so war es auch.
Nach den ersten 250 Seiten, läuft Stephen King zur Höchstform auf, er entwickelt ein kompliziertes Szenario, bei dem so manch anderer schnell seinen eigenen Faden verloren hätte, King nicht, er hält sie fest in der Hand und führt seine Leser zwar langsam aber nicht langweilig daran entlang zu einem Finale, das recht spannend und schlüssig ist.
Kings Protagonisten sind wie immer detailliert beschrieben, fast schon liebevoll. Sein Hauptprotagonist Detective Ralph Anderson, ist ein intelligenter sehr guter Polizist und trotzdem schiebt er alle Zweifel an Maitlands Schuld zunächst von sich, es kann nicht sein was nicht sein darf, aber es nagt an ihm und so macht er sich mithilfe von Terrys Anwalt, einem Privatdetektiv und der wunderbaren Hollie Gibney, die treuen King Fans aus Mr.Mercedes, Finderlohn und Mind Control bekannt ist auf die Suche nach dem wahren Täter. Ein Puzzleteil nach dem anderen fügen sie zusammen, um am Ende ein Bild zu haben, das alles Mögliche ausschließt und nur das Unmögliche übrig lässt, was es dann zu bekämpfen gibt.

Ich muss auf anderen Seiten Sterne vergeben und so werden da nur 4 statt 5 Sterne stehen, der Beginn war mir persönlich zu zäh, aber die 4 Sterne für die letzten zwei Drittel, leuchten dafür um so heller.

Mehr zum Autor erfahrt ihr mit einem Klick auf das Cover.


Gebundene Ausgabe: 752 Seiten
Verlag: Heyne Verlag (27. August 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 345327184X
ISBN-13: 978-3453271845
Originaltitel: The Outsider
Übersetzer:  Bernhard Kleinschmied



Mittwoch, 26. September 2018

Miese kleine Morde von Jussi Adler Olsen

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Inhalt:
Abserviert von seiner Frau, will Lars sein Langweiler Image loswerden und begibt als Erstes sich in die Hände eines Frisörs, der mit allen Mitteln seiner Kunst aus Lars einen Frauenmagneten macht. Aber die Wirkung ist nicht von Dauer und so muss Lars sich nach einem einträglichen Geschäft umsehen, was liegt da näher als die Damen die sich in Schönheitssalons über ihre Ehemänner beklagen, gegen ein angemessenes Honorar von diesen zu befreien?
Meine Meinung:
Ich äußere mich äußerst selten zum Preis eines Buches, den kenne ich ja, wenn ich es kaufe, hier tue ich es, weil ich gerade bei hochpreisigen Büchern schon häufiger Kritik daran gelesen habe. Also Leute das Büchlein umfasst 123 Seiten und kostet 10 Euro, das ist zugegeben auch für ein gebundenes Buch recht teuer. Ist die Geschichte es Wert? Zu Anfang war ich mir da nicht wirklich sicher, Lars der sich aus beruflichen Gründen Michèl nennt, entwickelt seine Geschäftsidee und rekrutiert die erste Kundin, mit mehr Glück als Fachwissen wickelt er die ersten Aufträge ab und das ist teilweise schon sehr witzig. Ich verrate hier natürlich keine Details, dafür ist der Kurzkrimi nun wirklich zu kurz.
Das Ende hat mich tatsächlich überrascht, damit hätte ich absolut nicht gerechnet. Jussi Adler Olsen hat genau meinen Humor getroffen. Es darf gern ein bisschen böse sein, von den Morden mal ganz abgesehen natürlich.

Das Buch hat genau die richtige Länge um zwischen zwei Büchern gelesen zu werden und bekommt von mir eine Leseempfehlung.

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  • Gebundene Ausgabe: 128 Seiten
  • Verlag: dtv Verlagsgesellschaft (21. September 2018)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3423217626
  • ISBN-13: 978-3423217620
  • Originaltitel: Intriguing little killings
  • Verpackungsabmessungen: 17 x 11,6 x 1,6 cm

Samstag, 22. September 2018

Rachewinter: Walter Pulaski 3 - Thriller von Andreas Gruber

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Inhalt: Nach dem Mord Johann Wulf steht für die Wiener Polizei der Täter schnell fest: Michael Kotten, der Sohn eines reichen Geschäftsmanns ist augenscheinlich auf einem zufällig aufgenommenen Handyvideo der Tat zu sehen. Kotten beauftragt die Rechtsanwältin Evelyn Meyers mit seiner Verteidigung.
Währenddessen ermittelt in Leipzig Walter Pulaski, in einem eher zwielichtigen Hotel wird die Leiche Klaus Hinzes gefunden, der auf den ersten Blick einem zwar skurrilen aber nachvollziehbaren Unfall zum Opfer gefallen ist. Pulaski zweifelt die Unfalltheorie an und im Laufe seiner und der Ermittlungen Evelyns kommen Zusammenhänge zutage, die ihnen klar machen: Diese Fälle können sie nur zusammen lösen.

Meine Meinung: Wieder einmal mitten in eine Reihe gegriffen, besser gesagt an ihr bisheriges Ende, aber das tat dem Lesevergnügen keinen Abbruch.
Andreas Gruber hält sich nicht mit langem Vorgeplänkel auf, direkt auf den ersten Seiten schildert er den Mord an Wulf und das vorhergehende Liebesspiel, das nicht nur für die beiden Arbeiter, die die Szenen filmen eine Überraschung parat hält, sondern auch für die Leser. Detailreich ohne sich in allzu grausame Schilderungen zu verlieren beschreibt er auch die Todesart Hinzes, da haben mir die Schilderungen aber auch gereicht, meine Fantasie hat sich den Rest selber zusammengereimt und so will niemand sterben.
Sehr gut gefallen haben mir auch die Charakterbeschreibungen, auch wenn ich die Vorgängerbände nicht kenne, konnte ich mir gleich ein klares Bild der Protagonisten machen. Pulaski ist keiner der sich in die Suppe spucken oder sich in irgendeiner Form beeinflussen lässt. Gleichzeitig ist er ein besorgter Vater, der es mit seiner Tochter nicht ganz leicht hat, denn auch die hat ihren eigen Kopf.
Evelyn hat nur das Ziel die Wahrheit herauszufinden und ihrem Mandanten zu seinem Recht zu verhelfen, indem sie seine Unschuld beweist.
Dass mir der Schreibstil gefallen hat, sieht man schon daran, das ich das Buch innerhalb weniger Tage durchgelesen hatte, Gruber macht seine Leser auf den ersten Seiten neugierig und lässt sie dann nicht mehr los, das Schlafbedürfnis seiner Leser ist ihm dabei völlig egal.

Rachewinter bekommt von mir eine Leseempfehlung.

Wenn ihr mehr über den Autor und seine Bücher erfahren wollt, mit einem Klick auf das Cover seid ihr direkt auf der Autorenseite.

  • Taschenbuch: 592 Seiten
  • Verlag: Goldmann Verlag (17. September 2018)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3442486556
  • ISBN-13: 978-3442486557


Freitag, 21. September 2018

Vom Ende eines langen Sommers von Beate Teresa Hanika

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Inhalt: Die schwangere Mariella lebt als Bildhauerin in Amsterdam, als sie ein Paket aus Italien bekommt, bis zum Rand gefüllt mit den Tagebüchern ihrer kürzlich verstorbenen Adoptivmutter Franka, zu der sie immer ein eher unterkühltes Verhältnis hatte.

Meine Meinung:
Achtung kann Spoiler enthalten.

1944 verbringt die 17-jährige Franka den Sommer bei ihrer  Familie in einem kleinen, italienischen Dorf, in ihrem Haus sind deutsche Offiziere einquartiert, die Resistenza versteckt sich in den Bergen und Franka bringt mit nächtlichen Botengängen für den Widerstand nicht nur sich in Gefahr. Ihre Liebe zu einem der deutschen Offiziere macht ihr Leben zu dem nicht einfacher.

2003 Franka liegt im Sterben, gemeinsam mit Mariella verbringt sie den Sommer wieder auf dem Gut in Italien. Die starrköpfige Frau weigert sich ärztliche Hilfe anzunehmen und leidet mit stoischer Ruhe.
2004 Mariella lebt nach dem Tod ihrer Mutter wieder in Amsterdam, kurz vor der Geburt ihres Kindes liest sie die Tagebücher ihrer Mutter und beginnt ihr Verhalten zu verstehen.

Beate Teresa Hanika erzählt die Geschichte im Wechsel auf diesen 3 Zeitebenen. Je mehr ich von Franka erfuhr, desto mehr meinte ich ihr Verhalten zu verstehen, die Distanz, die sie zu ihrer Adoptivtochter aufgebaut hatte, schien mir ein Schutzwall zu sein, ein Schutzwall gegen die Angst einen geliebten Menschen zu verlieren und gegen die Angst das dieser Mensch an der Wahrheit zerbrechen würde.
Am Ende des Buches schien mir Franka allerdings nur Feige zu sein, diese starke Frau, die um jeden Preis ihre Familie schützte, die unverheiratet mit einem Adoptivkind im Arm zu ihrer Familie aus New York zurückkehrte, war zu feige ihrer Tochter die Liebe zu geben auf die sie ein Anrecht hatte. Ich kann das nicht verstehen, das lässt mich wirklich ratlos zurück.
Hier sind wir an dem Punkt, an dem ich mir wünschte, dieses Buch im Rahmen einer Leserunde gelesen zu haben. Mich mit anderen Lesern auszutauschen und natürlich mit der Autorin.
Vom Ende eines langen Sommers kommt leichtfüßig daher, der Schreibstil ist locker, die Autorin schaffte es mir den italienischen Sommer zu vermitteln, den durchdringenden Duft Basilikums in der Sonne, den Staub auf dem Kirchenvorplatz der von spielenden Kindern aufgewirbelt wird.
Ich mag das Buch, ich mag die Protagonisten, auch wenn sie mit manchem Klischee behaftet sind, diese Klischees passen zur Geschichte und in die Zeit.
Vom Ende eines langen Sommers, ist eines dieser Bücher, die man in kürzester Zeit liest und während des Lesens denkt: Ja, nette Lektüre für zwischendurch, ein bisschen was fürs Herz, ein bisschen was zum Nachdenken. Und wenn man dann durch ist und eine Nacht darüber geschlafen hat, kommen die Gedanken.
Ich werde die weiteren Rezensionen zu diesem Buch auf jeden Fall im Auge behalten, vielleicht verstehe ich Franka eines Tages.
Solltet ihr dieses Buch lesen?
Auf jeden Fall.
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  • Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
  • Verlag: btb Verlag (3. September 2018)
  • Sprache: Deutsch




Donnerstag, 20. September 2018

Die Tote im Wannsee von Lutz Wilhelm Kellerhoff

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Inhalt: Als die Leiche einer jungen Frau im Wannsee gefunden wird, soll  Kriminalkommissar Heller den Fall schnell abschließen, ein Verdächtiger ist auch rasch gefunden: der Ehemann der Toten. Er gilt als gewalttätig und sein Alibi hält einer Überprüfung nicht stand.
Doch Heller lässt sich nicht davon abbringen sorgfältig zu ermitteln und damit seine Karriere aufs Spiel zu setzen, denn die Spuren führen ihn in höchste, politische Kreise.

Meine Meinung:
Bei meinen Überlegungen zu: Was lese ich als nächstes? Stieß ich eher zufällig auf die Tote im Wannsee. Momentan lese ich ganz gern Krimis und Romane die in der Nachkriegszeit spielen. Besonders neugierig hat mich hier allerdings der Autor gemacht, denn es handelt sich nicht um einen Autor, es sind drei. Ich konnte mir bei besten Willen nicht vorstellen, wie drei unterschiedliche Menschen ein Buch zusammen schreiben können und am Ende kommt eine harmonische Geschichte dabei heraus.
Es ist ihnen hervorragend gelungen. Ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen und hatte es in zwei Nächten durchgelesen. Sie haben Fiktion und wahre Begebenheiten zu einer absolut runden Story verbunden. Die Charaktere sind realistisch und ihrer Rolle angemessen dargestellt, natürlich ist Wolf Heller der absolute Sympathieträger, von dem möchte ich gern mehr lesen.
Sehr interessant war der Einblick in die Ermittlungsarbeiten der Polizei zur damaligen Zeit, die aus heutiger Sicht beschränkten Mitteln, machten es den Beamten nicht einfach. Ohne konkrete Beweise, Augenzeugen oder ein Geständnis kam so mancher Verdächtiger mit seiner Tat durch, der heute durch DNA-Analysen überführt werden könnte. Dementsprechend rau, teilweise brutal waren auch die Verhörmethoden, ein Pluspunkt für Heller, der keine körperliche Gewalt anwendet.

Die Zeit, in der das Buch spielt, ist mir nur aus Erzählungen bekannt und natürlich wusste ich von den teilweise gewalttätigen Demonstrationen der Studenten, die mit allen Mitteln versuchten ihre Ziele durchzusetzen und als friedlicher Protest gegen das Establishment keine Wirkung zeigte, zu Pflastersteinen und Molotowcocktails griffen. Auch diesen Aspekt der damaligen Zeit greift das Autorentrio auf. Die junge amerikanische Studentin Louise erlebt hautnah mit wie aus Make Love Not War, blutige Krawalle werden und das die Gleichberechtigung der Frauen, auch in einer Kommune oftmals an der Küchentür endet.

Ich vergebe für das Buch eine absolute Leseempfehlung.
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  • Broschiert: 384 Seiten
  • Verlag: Ullstein Hardcover; Auflage: 1. (10. August 2018)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 355005064X
  • ISBN-13: 978-3550050640



Mittwoch, 19. September 2018

Puppenmutter von Astrid Korten

Zelle 13
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Inhalt:
Tessa wird in ihrem Haus überfallen, die Einbrecher verlangen Geld, Geld von dem Tessa sicher ist, dass sie es nicht im Haus hat. Als Tessas Nichte die Einbrecher stört und die Polizei ruft, ergreifen sie die Flucht nicht ohne die Warnung das sie zurückkommen. Nach dem Überfall  kümmern sich ihr Schwager und ihre beste Freundin Amelia rührend um sie, nur Jules taucht nicht auf. Tessa ahnt nicht das der Albtraum soeben erst beginnt.

Meine Meinung:
Von Astrid Korten ist man so einiges gewöhnt, ihre Thriller sind verstörend und knallhart und so wusste ich schon, dass Puppenmutter mir wieder einige wache, Nächte bescheren wird.
Und so war es auch, mit jeder Seite grübelte ich mehr, wie sich die Geheimnisse um Tessa lösen würden und was es mit den Liebesbriefen auf sich hat, die zwar die Leser zu Gesicht bekommen, der Adressat allerdings nicht und die immer bedrohlicher werden und natürlich gilt es das Geheimnis der Insassin im Zelle 13 zu lösen.
Astrid Korten gewährt ihren Lesern einen tiefen Einblick in die Abgründe der menschlichen Seele. Ihre Protagonisten kommen ihren Lesern ganz nah, manchmal bedrohlich nah, es ist schwer zu beschreiben, aber man verliert beim Lesen die Distanz und spürt die Bedrohung fast körperlich, das macht den unverwechselbaren Schreibstil der Autorin aus. Natürlich habe ich beim Lesen überlegt, was hinter allem stecken könnte, mit dem Ende habe ich allerdings nicht gerechnet, wiedereinmal schaffte es die Autorin mich zu überraschen.
Ich vergebe eine Leseempfehlung für den 13 Thriller aus der Feder Astrid Kortens.

Traut ihr euch mehr zu erfahren über die Autorin und ihre Bücher? Mit einem Klick auf das Cover kommt gelangt ihr in Zelle 13.

  • Taschenbuch: 371 Seiten
  • Verlag: Independently published (4. September 2018)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 1720081581
  • ISBN-13: 978-1720081586


Dienstag, 18. September 2018

Rabenfrauen von Anja Jonuleit

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Inhalt:
Anna will im Moor den Platz aufsuchen an dem ihr Lebensgefährte ums Leben kam und trifft dabei auf Renate und Horst, die mit ihren Kindern seit kurzem in Grösitz leben. Als sie im Mailpostfach ihres Freundes Nachrichten findet die Manfred, Renate und Horst in Verbindung bringen ist ihre Neugier geweckt. Mit dem was sie herausfindet und wie es ihr Leben verändern wird, hätte sie allerdings nie gerechnet.
Das Leben der Freundinnen Christa und Ruth ist unbeschwert, 1959 stehen sie kurz vor dem Abitur aber gerade sind Sommerferien und wenn sie mit dem Kartoffelkäfer sammeln, mit dem sie sich etwas Geld verdienen für den Tag fertig sind, können sie ihr Leben genießen. Eines Tages schlägt eine christliche Gemeinde ihre Zelte am Fluss auf. Die Mädchen sind fasziniert von der Gemeinschaft, dem Zusammenhalt und vor allem von Erich, in den sich beide verlieben.

Meine Meinung:

Das Buch ist etwas schwierig zu lesen, da jedes Kapitel aus der Perspektive einer anderen Person geschrieben ist und die Erzählung in den Jahrzehnten wechselt.

Colonia Dignidad, als Kind hörte ich das erste Mal von der christlichen Gemeinschaft in der alle Mitglieder ihre Kraft und Fähigkeiten in den Dienst für andere stellten und in Chile den ärmsten zu Seite stünden. Und so war für mich, der Name der Sekte immer mit positiven Gedanken verbunden bis ich als Erwachsene die ersten Berichte hörte, das auch diese Sekte nicht besser ist als andere, im Gegenteil. Folter, Ausbeutung, Missbrauch und Demütigungen gehörten zum alltäglichen Leben der Opfer Paul Schäfers. Aus heutiger Sicht ist es kaum vorstellbar, dass sich intelligente Menschen so bedingungslos ausliefern, dass sie trotz offensichtlicher Anzeichen von Ausbeutung und Unterdrückung nicht bei der erstbesten Gelegenheit gehen oder wenn das offizielle verlassen der Sekte nicht mehr möglich ist, fliehen bevor es zu spät ist. Man muss sich also immer vor Augen halten wie es den Mensch damals, kurz nach dem Krieg ging, viele Menschen hatten ihre Heimat verloren waren an ihrem neuen Wohnort nicht willkommen, wussten nicht was sie ihren Kindern am nächsten Tag zu essen geben sollten. Paul Schäfer hatte also leichtes Spiel.
Eine Flucht war wohl nur möglich solange die Sekte in Deutschland war, in Chile war das Gelände stark bewacht und die Vernetzung Schäfers mit den dortigen Behörden und auch der deutschen Botschaft, einzigartig. Wem die Flucht gelang, der kam nicht weit, er wurde aufgegriffen und zurück gebracht.

Ohne Vorwissen zu der Sekte und den Geschehnissen in Chile, überliest man vielleicht so manchen Hinweis auf das was innerhalb der Sekte geschieht, erst nach und nach wird Anja Jonuleit deutlicher und offenbart das wirkliche Grauen, ich hatte beim Lesen so manches Mal Tränen in den Augen. Rabenfrauen, ist ein erschütternder Roman ohne wirkliches Happy End, denn die Opfer Schäfers leiden immer noch.
Colonia Dignidad bedeutet übrigens Kolonie Würde, einen perfideren Namen hätte Schäfer sich nicht aussuchen können.
Rabenfrauen bekommt eine absolute und uneingeschränkte Leseempfehlung von mir.

Mit einem Klick auf das Bild gelangt ihr direkt zur Verlagsseite.

  • Broschiert: 400 Seiten
  • Verlag: dtv Verlagsgesellschaft (27. Mai 2016)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3423261048
  • ISBN-13: 978-3423261043



Montag, 17. September 2018

Blutroter Stahl Eine Sword & Sorcery Anthologie

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Zum Inhalt verrate ich ein bisschen im Text, zu Kurzgeschichten ist das echt schwierig ohne allzu viel zu verraten.
Ich liebe Kurzgeschichten,ich mag keine elend langen Reihen oder Schlachtengetümmel das sich über mehrere Seiten hinzieht, was passt da besser als eine Anthologie?
Jetzt musste ich nur noch herausfinden was "Sword & Sorcery" genau heißt, ich hab doch keine Ahnung von den verschiedenen Fantasy Genres, und schon konnte es losgehen.

19 Geschichten
19 Autoren

 Es beginnt gleich düster und unheimlich mit "In den Wälders so still" von Christian Günther, dessen Held Gor gegen den Herrn des Waldes und seine bösen Wesen kämpft, sehr anschaulich und detailliert.

Anja Bagus lässt "Das letzte Lied" erklingen, eine Geschichte über Freundschaft, Lebensfreude und die Erfüllung einer Verpflichtung, koste es was es wolle.

Judith und Christian Vogt weihen uns in "Das Geheimnis des Stahls ein", wiederum eine sehr gut erzählte Geschichte, über die ich etwas länger nachdenken musste.

Thorsten Küper, "Finde Frieden unter den geborstenen Monden". Eine meiner Lieblingsgeschichten, toll erzählt, fantastische Idee gut umgesetzt, ein bisschen blutig, ein bisschen eklig und mit viel List und Tücke.

"Die Rosine im Kuchen" von B.C.Bolt, hier mochte ich sowohl den Schreibstil als auch die Geschichte, nur das Ende mochte ich nicht, aber es gibt schon eine Geschichte, weltberühmt, von meinem Lieblingsautor, das Ende mochte ich genauso wenig und der zählt zu den bestbezahlten Autoren überhaupt, das lässt für B.C.Bold ja hoffen, das es ihm irgendwann ebenso ergeht.

Marc Geiger führt  uns in "Die träumende Stadt"am ungewöhnlichen Schreibstil muss der Autor noch ein wenig feilen, ich habe verstanden was er damit ausdrücken will, aber er fließt ihm noch nicht so ganz flüssig aus der Feder.Wenn das aber mal richtig rund ist, können wir uns hoffentlich auf viele weitere Geschichten freuen.

Kay Noa " Treue" Die Geschichte hätte ich zu Beginn wegen der Art zu sprechen eines Protagonisten fast abgebrochen, falls es euch ebenso ergeht: Durchhalten, es lohnt sich, die Story hat mehr Tiefgang als erwartet und he nach dem wie man das Ende interpretiert auch viel Witz. 😉

Tom Daut: "Die letzte Schlacht". Ein weiterer Favorit meinerseits. Manchmal muss man als König große Opfer bringen um sein Volk vor unendlichem Leid zu bewahren.

"(K)ein Held für einen Tag" von Gloria H.Manderfeld, hier verrate ich gar nix zu der Geschichte, das müsst ihr selber lesen, sie war witzig und ein kleines bisschen gemein, ich liebe sie.

Daniel Isberner: "Die Rache", leider wieder die Art Ende die mir persönlich nicht so gut gefällt, als Beginn einer längeren Geschichte, wäre die Story ein toller Anfang gewesen.

Christel Sheja "Der Weg einer Königin" Wenn fast alles stimmt, Schreibstil, Wortwahl aber die Geschichte trotzdem nicht gefällt, finde ich das persönlich immer sehr schade und hoffe auf die Gelegenheit eine andere Geschichte zu einem anderen Thema lesen zu können.

"Wiedergeburt" von Florian Wehner, beim Titel war ich erst etwas skeptisch ob nun wieder so eine "Dreht sich im Kreis Story" kommt, gut das sich die Wiedergeburt auf die Wiedergeburt des Helden an sich bezog. Mir hat die Geschichte gut gefallen.

Mike Krzywik-Groß hat mit "Der Krähenkönig" eine fast perfekte Geschichte zu der Anthologie beigesteuert, das Happy End um jeden Preis hat für mich die Geschichte etwas kaputt gemacht.

"Blutstein" von Peter Hohmann, beweist wieder einmal das auch Unterhaltungsliteratur den Kopf fordern kann. Nein so war das jetzt nicht gemeint. Unterhaltungsliteratur fördert das Denken. So, liest sich das besser. Tolle Geschichte.

Torsten Exter " Die Welle der Meeresbiester" Die Geschichte hat mir sehr gut gefallen, ich konnte die die Örtlichkeiten und die Protagonisten fast vor mir sehen, das Leid der Einen und die Grausamkeiten der Anderen, waren so bildhaft beschrieben, das war schon Gänsehaut erzeugend.

Dominik Schmeller "Ein wahrer Waraeger" Diese Geschichte gehört meiner Meinung nach in ein komplettes Buch, als Leseprobe wäre sie toll, ein guter Appetithappen um dem Leser Lust auf mehr zu machen, aber nicht das was ich mir unter einer Kurzgeschichte vorstell. Boah wie erkläre ich jetzt was ich meine? Als wäre eine in sich abgeschlossene Szene aus einem Roman herausgenommen und als KG verwendet worden. Trifft es am Besten.

"Die Nadel" von Mario Steinmetz, dieser Autor war unter anderen natürlich, der Grund warum ich diese Anthologie lesen wollte. Bisher war alles was ich von Mario Steinmetz gelesen hatte, weit ab von Schwertkämpfen (Die Totes Land - Trilogie, die hoffentlich bald einen 4. Band bekommt, ist einer meiner Horrorfavoriten) Und er hat mich nicht enttäuscht, eine ausgefeilte, absolut logische und sehr spannende Geschichte.

"Tulmirs Dämonen" von Jörg Benne, hat mich zutiefst traurig zurück gelassen und doch war sie eine der besten Geschichten der Anthologie, sie regt zum Nachdenken an über die Sinnlosigkeit des Krieges. Diese Geschichte könnte stellvertretend für alle Kriege dieser Welt stehen, in jedem wurde und wird unehrenhaft gekämpft. Und nach jedem Krieg werden die Soldaten allein gelassen, mit dem was sie erlebt haben und mit ihren Taten.

Und zu guter letzt Karl-Heinz Zapf "Im bleichen Licht des Mondes" Diese Geschichte pieckt ein wenig, mir persönlich fehlt ein wenig Information zu den Protagonisten, wo kommen sie her, wo gehen sie hin, das wie und warum sie handeln wie sie handeln. Aber wie bei allen Geschichten in dieser Anthologie, überzeugten mich Schreibstil und Wortwahl.

So ihr Lieben, das waren sie, die 19 Geschichten von 19 Autoren, von denen ich bei keinem sagen muss, den brauch ich nicht noch mal lesen. Ich vergebe für Blutroter Stahl eine absolute Leseempfehlung.

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Herausgeber: Michael Quay, Ingo Schulze, André Skora
Autor-/in:
Anja Bagus, B.C. Boldt, Tom Daut, Torsten Exter, Marc Geiger, Christian Günther, Peter Hohmann, Daniel Isberner, Mike Krzywik-Groß, Thorsten Küper, Gloria H. Manderfeld, Kay Noa, Christel Scheja, Judith & Christian Vogt, Florian Wehner, Dominik Schmeller, Jörg Benne, Mario Steinmetz und Karl-Heinz Zapf.


  • Taschenbuch: 440 Seiten
  • Verlag: Mantikore-Verlag; Auflage: 1 (9. Juli 2018)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3961880468
  • ISBN-13: 978-3961880461







Freitag, 14. September 2018

Christine Bernard: Die Legende vom bösen Wolf von Michael E. Vieten

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Inhalt: Ein Toter in einem Wolfsgehege gibt der Kommissarin Christine Bernard Rätsel auf: Wer ist der Mann? Wie kam er in das Gehege und hat ihn wirklich der böse Wolf geholt?
Bei ihren Ermittlungen stößt sie u.a. auf Immobilienhandel und eine gedemütigte Ehefrau.
Meine Meinung:
Wie so oft in letzter Zeit habe ich mal wieder mitten in eine Reihe gegriffen, aber mal ehrlich, wer könnte diesem Cover widerstehen?
Der Klappentext las sich für mich auch sehr ansprechend und so war meine Hoffnung einen spannenden Krimi vor mir zu haben natürlich hoch und ich wurde nicht enttäuscht.
Christine Bernard ist so herrlich normal, sowohl in ihrer Arbeit als Kriminalkommissarin als auch in ihrem Privatleben, keine lebensbeeinträchtigenden Differenzen mit Kollegen oder Vorgesetzten, kein Alkoholproblem, kein Ex, der ihr nach dem Leben trachtet. Sie macht ihren Job, manchmal sind ihre Handlungen etwas zu spontan, was sie in die eine oder andere bedrohliche Situation bringt, aber komplett realistische Polizeiarbeit wäre für den Leser sicherlich eher einschläfernd.
Michael Vieten verbindet geschickt einen Kriminalfall mit der Urangst der Menschen vor Wölfen, so ziemlich jedes Vorurteil, sei es positiv oder negativ kommt in der Story zum tragen ohne das der Autor selbst wertet oder seine Einstellung in den Vordergrund rückt, er macht Lust darauf mehr über Wölfe zu erfahren, das Krimis Lust auf Bildung machen hat man ja auch nicht so oft.
De Krimihandlung darf natürlich auch nicht vergessen werden, immer wieder schickt Michael E, Vieten seine Leser auf eine andere Spur, bis zum Schluss hätte es jeder der Verdächtigen sein können und der Täter war am Ende eine kleine Überraschung.
Ich mochte auch den Schreibstil, die Ortsbeschreibungen waren sehr detailliert und anschaulich ohne zu viel Raum einzunehmen und abzulenken vom eigentlichen Geschehen.

Mein Fazit. Ein lesenswerter Krimi von einem Autor den ich auf jeden Fall im Auge behalten werde und wenn ihr mehr über Michael E. Vieten erfahren wollt. Mit einem Klick auf das Cover seid ihr direkt auf seiner Autorenseite.

  • Taschenbuch: 296 Seiten
  • Verlag: Acabus Verlag; Auflage: Originalausgabe (6. März 2018)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3862825663
  • ISBN-13: 978-3862825660

Dienstag, 11. September 2018

8 Fragen 16 Antworten: Ein Interview mit Jana Damaris Rech und Nina Schellenbach





Viele von euch haben es sicher schon mitbekommen, in wenigen Tagen erscheinen die Geschichten aus den Herbstlanden im Verlag Torsten Low und ich durfte die Illustratorinnen Jana und Nina vorab interviewen. Im echten Leben hätte ich die beiden mit Kaffee und Kuchen versorgt, weil sie so richtig nett sind, andere bekämen nur eine Keksmischung. Leider haben wir uns nur virtuell getroffen, also gibt es auch nur virtuellen Kuchen. 



1. Vielleicht mögt ihr zuerst einmal kurz vorstellen, für die, die euch
nicht kennen.

Jana:
Ich bin ein kleiner Hobbit, der mit Mann und mittlerweile 3 Katzen im Norden Deutschlands haust und gerne Kaffee trinkt,
wenn er darf.
Wenn das Interview erscheint, habe ich gerade angefangen, mich umzuschulen zur PTA und werde bestimmt ab und an mal
weinen, weil ich so viel lernen muss :D

Jana
Hier seht ihr schon mal eine Kostprobe von Jana.




Nina: 
Mein Name ist Nina Schellenbach, ich bin 32 Jahre, und habe dieses Jahr mein Studium der Geschichtswissenschaften mit dem Bachelor of Arts abgeschlossen. Die Leidenschaft für‘s Malen und Zeichnen hat mich seit früher Jugend begleitet und vieles von dem, was ich heute kann, habe ich mir autodidaktisch beigebracht.


Nina

Und auch von Nina bekommt ihr natürlich eine Kostprobe ihrer Arbeit.
 

2. Jana, du hast ja schon Herbstlande illustriert, wie kam es dazu?

Naja, ich bin jetzt seit fast auf den Tag genau 4 Jahre mit Fabienne befreundet. Damals haben wir uns auf einer
Convention kennengelernt, als wir ganz „zufällig“ nebeneinander Tische hatten. Dann haben wir uns vorsichtig
beschnuppert, ob wir zueinander passen und seitdem einfach schon öfter zusammen gearbeitet. Auch wenn die Herbstlande
das erste große Projekt war, bei dem wir dann so richtig zusammen gearbeitet haben.


3. Nina, auch du bist bei der Anthologie als Illustratorin dabei wie kam es dazu?

Nina:
Ich wurde von Stephanie Kempin, einer der Autorinnen mit der ich gut befreundet bin, irgendwann gefragt ob ich mir nicht vorstellen könne Illustrationen für die Herbstlande Anthologie beizusteuern. Ich war natürlich sehr aufgeregt und glücklich an diesem Projekt mitwirken zu können, zumal ich noch nie als Illustratorin tätig war. Es ist schon etwas ganz Besonderes seine Werke auch mal in einem Buch abgedruckt zu sehen.

4. Ich gehe davon aus, das ihr Beide unterschiedliche Stile habt, ist
das manchmal ein Problem, weil vielleicht das eine nicht zum anderen
passt? Wie einigt ihr euch da, wer hat das letzte Wort?

Jana:
Wir haben gar nicht miteinander kommuniziert. Fabienne hat mir einiges von Nina ab und zu dann
mal weiter geleitet, damit ich wusste, was sie denn so macht und ich bin wirklich begeistert!
Dass wir so unterschiedlich arbeiten (wobei die Auflagen ja ähnlich waren – Aquarell und Schwarz-weiß),
hat da gar nichts gemacht und ich empfinde das eher als große Bereicherung, da auch die Stile für die Geschichten
durch die vielen unterschiedlichen Autoren viel besser abgedeckt haben. Wenn überhaupt ist das wohl ein stilistischer
Geschichten-zusammen-kleber, der letztendlich die Brücke bei allen Autoren zu schlagen vermag.
(außerdem durfte ich vorher schon mit-aussuch-entscheiden, wer mich unterstützen darf und da hab ich doch etwas gesucht, was nicht
total weit von mir entfernt war und gut zusammen funktioniert (; )

Nina:
Die unterschiedlichen Stile waren eigentlich kein Problem. Jede Künstlerin hat eine gewisse Anzahl von Bildthemen bekommen und konnte diese sehr frei ausgestallten. Einzige Vorgabe vom Verlag war, dass die Bilder in Aquarell gemalt und in schwarz-weiß, also monochrom gehalten werden sollten. Die Autorin Fabienne Siegmund hat mir zudem einige Bilder von Jana geschickt und umgekehrt, sodass wir immer auch eine Vorstellung hatten wie die Werke der jeweils anderen sich entwickelten. Ich kannte Janas Bilder ja bereits aus dem ersten Teil von Herbstlande und Ihre Bilder haben mich immer wieder motiviert und inspiriert. Ich hoffe, dass die Arbeiten, die ich beisteuern konnte, mit ihren und vor allen mit den Geschichten im Buch sich zu einem tollen Gesamtwerk zusammenfügen werden.

5. Ihr habt mit vielen unterschiedlichen Autoren zusammengearbeitet,
jeder hat seine eigene Vorstellung davon wie es im Herbstland aussieht,
hat schon mal einer ein Bild von euch abgelehnt, wie geht es dann weiter?

Jana:
Also ehrlich gesagt hatten die armen Autoren bei der Anthologie gar kein sonderlich großes Mitspracherecht,
was das Bild zu ihrer Geschichte anbelangt. Die Kommunikation fand für mich eigentlich nur mit Fabienne statt,
die aber den neugierigen Autoren ihr Bild weitergeleitet in den verschiedenen Stadien weiter geleitet hat.
Ich glaube, ich war bei meiner eigenen Geschichte selbst sowieso der kritischste Autor. Man versucht es immer wirklich
so gut und perfekt zu machen, wie es zu der Geschichte halt passt, was nicht zu viel von der Geschichte verrät, wenn man nur
das Bild betrachtet.. Aber seine eigene Geschichte zu illustrieren war noch einmal etwas ganz Anderes.
Da konnte ich dem Autor nicht mehr aus dem Weg gehen *lach* und habe bestimmt vier oder fünf mal alles komplett
verworfen und neu angefangen. Die Kommunikation mit mir selbst war da richtig schwierig (;

Nina
Die Zusammenarbeit mit den einzelnen Autoren war zumindest für mich nicht direkt gegeben. Stattdessen hatte jeder Autor bereits zu seiner Geschichte eine Idee oder Vorstellung eines entsprechenden Motivs formuliert. Fabienne Siegmund fundierte dann zusätzlich als Bindeglied zwischen mir und den restlichen Autoren was für mich eine sehr angenehme Lösung war. Bei 16 unterschiedlichen Motiven für genauso viele verschiedenen Autoren wäre es sonst wohl sehr zeitintensiv geworden mit jedem einzelnen Autor Rücksprache zu halten. Ich habe Fabienne daher auch immer über meinen aktuellen Fortschritt auf dem Laufenden gehalten.

6. Was ratet ihr denen, die auch davon träumen  einmal Bücher zu
illustrieren?

Jana:

Dass sie sich ihre Traumblase zerplatzen und auf den Hosenboden setzen und hart arbeiten und über Bildern schwitzen müssen.
Ab und zu fließt dann auch mal die ein oder andere Träne.
Mal ganz im Ernst – es ist wirklich harte Arbeit. Es ist viel Zwischenmenschliches dabei, dem ich ein bisschen aus dem Weg gehen kann,
weil Fabienne in erster Linie die Verbindungen hat und ich das nicht hauptberuflich mache.
Wenn man das aber hauptberuflich machen möchte, muss man sich im Klaren darüber sein, dass man sich ständig und inständig überall
irgendwie verkaufen muss. Sei es bei Verlagen, Autoren, Conventions, Messen… Da nützt jedes noch so große Können nichts,
wenn man nicht menschlich auch total auf Zack ist und da Bock drauf hat. Es ist eine Lebensaufgabe 24/7 und nichts, was man mal
eben so auf Eis legen kann. Wenn man sich dessen bewusst ist und das Zeug mit bringt, dann ist es allerdings sehr belohnend.
Man gerät vielleicht mal mit Menschen aneinander, aber allein das Wissen, dass man mit dem Bild das ausdrücken kann,
was der Autor mit Buchstaben zu Papier bringt und man miteinander zahnrädert- das ist ganz wunderbar.
Aber eben kein Zuckerschlecken und auch kein wirklicher Beruf zum Träumen. Dafür hat man keine Zeit (;

Nina
Einen wirklichen Ratschlag habe ich nicht parat, bei mir war es am Ende eher ein Zufall, dass sich mir diese Möglichkeit eröffnet hat. Was man natürlich sagen kann, ist dass jeder Künstler an sich und das eigene Talent glauben sollte um bereit zu sein eine Chance zu ergreifen die sich bietet. Außerdem sind Kontakte und Zugang zur „Szene“ wohl ebenfalls sehr von Vorteil.

7. Wie sieht die Arbeit an so einem aufwendigen Projekt genau aus?

Jana:

Bei mir ist das wohl so… man versucht frühzeitig anzufangen und sich einen Plan aufzustellen, um alles möglichst gut einzuteilen,
damit man nicht in Verzug gerät… und am Ende steht das Leben lachend neben dem Schreibtisch, vollkommen außer Atem,sich den
Bauch haltend und sagt „Nein.“. Gerade bei dieser Anthologie ist mir so viel blödes Zeug dazwischen gekommen, dass ich zwischendrin ernsthaft
richtig verzweifelt war, wie ich das alles bloß fertig bekommen soll. Natürlich ist am Ende alles gut gewesen, weil das A und O die Kommunikation ist,
aber trotzdem.
Es gehört wirklich sehr viel Selbstdisziplin dazu und im besten Fall hat man 1-2 liebe Menschen, die konstant Kontakt mit ihrem Fuß zu meinem Hintern
pflegen, damit ich das auch ja nicht vergesse. Aber manchmal kann man an bestimmten Umständen nichts ändern und dann hilft nur aufstehen, Krone richten,
weiter machen. Und eine Umarmung von Fabienne abholen.

Nina:
Sobald ich die Geschichten mit den jeweiligen Bildvorschlägen bekommen hatte, ging es erstmal ans Lesen. Zu jeder Geschichte hatten die Autoren bereits Bildvorstellungen und Bildbeschreibungen notiert, ich wollte mir jedoch auch darüber hinaus selbst ein möglichst umfassendes „Bild“ von den Handlungen und den jeweiligen Figuren machen. Dazu habe ich im Text die Stellen markiert, die mir relevant für die Darstellung der Motive erschienen, zum Beispiel Beschreibungen vom Aussehen von Figuren oder ähnliches.
Danach ging es ans Skizzieren. Ich habe nach und nach alle Geschichten abgearbeitet, bis ich für alle Texte zufriedenstellende Entwürfe hatte. Diese habe ich dann mit einem Lichtzeichentisch auf Aquarellpapier übertragen und mit Aquarellfarben coloriert. Dabei ist es durchaus vorgekommen, dass ich ein Motiv zwei bis dreimal neugemalt habe, bis ich endgültig damit zufrieden war.



8. Welche Frage wolltet ihr schon immer mal beantworten, es hat sie nur
noch niemand gestellt? 
In Bezug auf eure Arbeit natürlich.

Jana:
Auf die letzte Frage fällt mir so keine Fragen ein, die mir noch nicht gestellt wurde. Tut mir leid

Nina:
Nina ich habe hier dieses Buch über Meerjungfrauen geschrieben, würdest du gerne die Illustrationen zu diesem Buch beisteuern?“
Ja natürlich, liebend gerne. In meinem Lieblingsgenre Fantasy sind Meerjungfrauen schließlich meine absoluten Lieblingswesen.“
So oder so ähnlich könnte es sich abspielen (*lach*)

Ich bedanke mich bei Nina und Jana für ihre Bereitschaft auf meine Fragen zu antworten, es hat mir sehr viel Spaß gemacht und ich freue mich nun noch mehr auf Die Geschichten aus den Herbstlanden.






Samstag, 8. September 2018

Von Leichen, Magie und Geistern der Vergangenheit von Andreas Schnell

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Inhalt: Als nach dem Fund einer seltsam verstümmelten Leiche, der ungehobelte, unfreundliche und versoffene Noah an den Tatort kommt und den Fall an sich reißt ist Carmen Tirado zunächst nicht begeistert, aber bald schon merkt sie, das sie allein diesen ungewöhnlichen Mordfall nicht lösen kann.

Meine Meinung: Einen Krimi mit Fantasyelementen zu mischen eröffnet für den Autor sicherlich eine Menge neuer Möglichkeiten, das was in der Realität nicht machbar ist, kann mit dem Einsatz von Magie mühelos umgesetzt werden. Von Leichen, Magie und Geistern der Vergangenheit ist, wie der Titel schon verrät, keiner der üblichen Krimis in denen mit den üblichen Mitteln nach dem Täter gesucht wird und dieser im Idealfall auch gefunden wird, hier ist wirklich Magie im Spiel, wenn diese auch leider erst recht spät im Buch wirklich zum Tragen kommt. Die Protagonisten sind, wie sie leider in vielen anderen Krimis auch sind.
Noah Lumen, arbeitet für eine Spezialeinheit des Innenministerium SE3, und hat sich auf die Jagd nach Gestrandeten spezialisiert, nach einem persönlichen Schicksalsschlag, lässt er sich gehen und wenn andere Kaffee brauchen um in die Gänge zu kommen braucht er Alkohol, außerdem ist er unfreundlich und unsensibel, mit einem Wort ein Kotzbrocken.
Carmen Tirado, ist eine leicht aufmüpfige Kriminalbeamtin, die ihre Karriere noch vor sich hat und sich erst nach anfänglichen Schwierigkeiten auf die Arbeit mit Noah einlässt.
Der Antagonist Mahzuni, ist ein Gestrandeter, der seine Magie nur mit widerlichen Mitteln aufrecht erhalten kann, manchmal habe ich tatsächlich so etwas wie Mitleid mit ihm empfunden, ich musste aufpassen das er mir nicht sympathischer wurde als Noah.
Der Schreibstil ist leicht und flüssig, seine Protagonisten sind gut dargestellt, die Lösung des Falls ist in sich schlüssig. Es hat Spaß gemacht dieses Buch zu lesen und ich kann mir gut vorstellen, weitere Geschichten rund um Carmen und Noah zu lesen.

Mit einem Klick auf das Cover kommt ihr zur Verlagsseite.

  • Taschenbuch: 320 Seiten
  • Verlag: A. Fritz Verlag; Auflage: 1. (16. Juli 2018)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3944771214
  • ISBN-13: 978-3944771212

Donnerstag, 6. September 2018

Bücherkönig-Die Bibliothek der flüsternden Schatten

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Eins vorweg, der Bücherkönig ist der zweite Teil einer Trilogie und meiner Meinung nach sollte man den ersten Band unbedingt gelesen haben, bevor man sich in die Bücherstadt Paramythia begibt, denn das Buch schließt nahtlos an den Vorgängerband an.
Schon vor einem Jahr habe ich die Bibliothek der flüsternden  Schatten gelesen und trotzdem war ich von der ersten Seite des Bücherkönigs gefangen in der Welt der Fabelwesen die der Autor Akram El-Bahay erschaffen hat. Er verfügt über einen unverwechselbaren Schreibstil, seine Worte malen Bilder in die Köpfe seiner Leser, ich kann es kaum beschreiben denn die Worte die dem Autor scheinbar mühelos aus der Feder fließen fehlen mir beim beschreiben der Gefühle die ich beim Lesen dieses Buches hatte. Ich war in Paramythia, ich bin gemeinsam mit Sam, Kani und den Asfur auf die Suche nach dem mächtigsten Fabelwesen aller Zeiten gegangen, ich habe mit ihnen das eine oder andere Geheimnis gelüftet und neue Fragen bekommen, die wohl erst im dritten Band beantwortet werden.
Oftmals ist der zweite Band einer Trilogie der schwächste, dieses Mal, nicht meiner Meinung nach ist der Bücherkönig noch besser als der 1. Band.Erwachsener, ist das Wort das mir beim Lesen häufiger durch den Kopf ging.
Nach diesem absolut einzigartigen Lesevergnügen, heißt es nun wieder warten, auf den 3. Teil, der hoffentlich alle Fragen beantwortet. Und der vor allem eine Rückkehr in die Bücherstadt ermöglicht.

Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung.
Mit einem Klick auf das Cover seid ihr direkt auf der Verlagsseite.

  • Broschiert: 400 Seiten
  • Verlag: Bastei Lübbe (Bastei Lübbe Taschenbuch); Auflage: 1. Aufl. 2018 (31. August 2018)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3404209095
  • ISBN-13: 978-3404209095