Viele von euch haben es sicher schon mitbekommen, in wenigen Tagen erscheinen die Geschichten aus den Herbstlanden im Verlag Torsten Low und ich durfte die Illustratorinnen Jana und Nina vorab interviewen. Im echten Leben hätte ich die beiden mit Kaffee und Kuchen versorgt, weil sie so richtig nett sind, andere bekämen nur eine Keksmischung. Leider haben wir uns nur virtuell getroffen, also gibt es auch nur virtuellen Kuchen.
1.
Vielleicht mögt ihr zuerst einmal kurz vorstellen, für die, die
euch
nicht kennen.
Jana:
Ich
bin ein kleiner Hobbit, der mit Mann und mittlerweile 3 Katzen im
Norden Deutschlands haust und gerne Kaffee trinkt,
wenn
er darf.
Wenn
das Interview erscheint, habe ich gerade angefangen, mich umzuschulen
zur PTA und werde bestimmt ab und an mal
weinen,
weil ich so viel lernen muss :D
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| Jana |
Hier seht ihr schon mal eine Kostprobe von Jana.
Nina:
Mein
Name ist Nina Schellenbach, ich bin 32 Jahre, und habe dieses Jahr
mein Studium der Geschichtswissenschaften mit dem Bachelor of Arts
abgeschlossen. Die Leidenschaft für‘s Malen und Zeichnen hat mich
seit früher Jugend begleitet und vieles von dem, was ich heute kann,
habe ich mir autodidaktisch beigebracht.
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| Nina |
Und auch von Nina bekommt ihr natürlich eine Kostprobe ihrer Arbeit.
2.
Jana, du hast ja schon Herbstlande illustriert, wie kam es dazu?
Naja,
ich bin jetzt seit fast auf den Tag genau 4 Jahre mit Fabienne befreundet.
Damals haben wir uns auf einer
Convention
kennengelernt, als wir ganz „zufällig“ nebeneinander Tische
hatten. Dann haben wir uns vorsichtig
beschnuppert,
ob wir zueinander passen und seitdem einfach schon öfter zusammen
gearbeitet. Auch wenn die Herbstlande
das
erste große Projekt war, bei dem wir dann so richtig zusammen
gearbeitet haben.
3.
Nina, auch du bist bei der Anthologie als Illustratorin dabei wie kam es
dazu?
Nina:
Ich
wurde von Stephanie Kempin, einer der Autorinnen mit der ich gut
befreundet bin, irgendwann gefragt ob ich mir nicht vorstellen könne
Illustrationen für die Herbstlande Anthologie beizusteuern. Ich war
natürlich sehr aufgeregt und glücklich an diesem Projekt mitwirken
zu können, zumal ich noch nie als Illustratorin tätig war. Es ist
schon etwas ganz Besonderes seine Werke auch mal in einem Buch
abgedruckt zu sehen.
4.
Ich gehe davon aus, das ihr Beide unterschiedliche Stile habt,
ist
das manchmal ein Problem, weil vielleicht das eine nicht
zum anderen
passt? Wie einigt ihr euch da, wer hat das
letzte Wort?
Jana:
Wir
haben gar nicht miteinander kommuniziert. Fabienne hat mir einiges
von Nina ab und zu dann
mal
weiter geleitet, damit ich wusste, was sie denn so macht und ich bin
wirklich begeistert!
Dass
wir so unterschiedlich arbeiten (wobei die Auflagen ja ähnlich waren
– Aquarell und Schwarz-weiß),
hat
da gar nichts gemacht und ich empfinde das eher als große
Bereicherung, da auch die Stile für die Geschichten
durch
die vielen unterschiedlichen Autoren viel besser abgedeckt haben.
Wenn überhaupt ist das wohl ein stilistischer
Geschichten-zusammen-kleber,
der letztendlich die Brücke bei allen Autoren zu schlagen vermag.
(außerdem
durfte ich vorher schon mit-aussuch-entscheiden, wer mich
unterstützen darf und da hab ich doch etwas gesucht, was nicht
total
weit von mir entfernt war und gut zusammen funktioniert (; )
Nina:
Die
unterschiedlichen Stile waren eigentlich kein Problem. Jede
Künstlerin hat eine gewisse Anzahl von Bildthemen bekommen und
konnte diese sehr frei ausgestallten. Einzige Vorgabe vom Verlag war,
dass die Bilder in Aquarell gemalt und in schwarz-weiß, also
monochrom gehalten werden sollten. Die Autorin Fabienne Siegmund hat
mir zudem einige Bilder von Jana geschickt und umgekehrt, sodass wir
immer auch eine Vorstellung hatten wie die Werke der jeweils anderen
sich entwickelten. Ich kannte Janas Bilder ja bereits aus dem ersten
Teil von Herbstlande und Ihre Bilder haben mich immer wieder
motiviert und inspiriert. Ich hoffe, dass die Arbeiten, die ich
beisteuern konnte, mit ihren und vor allen mit den Geschichten im
Buch sich zu einem tollen Gesamtwerk zusammenfügen werden.
5.
Ihr habt mit vielen unterschiedlichen Autoren
zusammengearbeitet,
jeder hat seine eigene Vorstellung davon
wie es im Herbstland aussieht,
hat schon mal einer ein Bild
von euch abgelehnt, wie geht es dann weiter?
Jana:
Also
ehrlich gesagt hatten die armen Autoren bei der Anthologie gar kein
sonderlich großes Mitspracherecht,
was
das Bild zu ihrer Geschichte anbelangt. Die Kommunikation fand für
mich eigentlich nur mit Fabienne statt,
die
aber den neugierigen Autoren ihr Bild weitergeleitet in den
verschiedenen Stadien weiter geleitet hat.
Ich
glaube, ich war bei meiner eigenen Geschichte selbst sowieso der
kritischste Autor. Man versucht es immer wirklich
so
gut und perfekt zu machen, wie es zu der Geschichte halt passt, was
nicht zu viel von der Geschichte verrät, wenn man nur
das
Bild betrachtet.. Aber seine eigene Geschichte zu illustrieren war
noch einmal etwas ganz Anderes.
Da
konnte ich dem Autor nicht mehr aus dem Weg gehen *lach* und habe
bestimmt vier oder fünf mal alles komplett
verworfen
und neu angefangen. Die Kommunikation mit mir selbst war da richtig
schwierig (;
Nina
Die
Zusammenarbeit mit den einzelnen Autoren war zumindest für mich
nicht direkt gegeben. Stattdessen hatte jeder Autor bereits zu seiner
Geschichte eine Idee oder Vorstellung eines entsprechenden Motivs
formuliert. Fabienne Siegmund fundierte dann zusätzlich als
Bindeglied zwischen mir und den restlichen Autoren was für mich eine
sehr angenehme Lösung war. Bei 16 unterschiedlichen Motiven für
genauso viele verschiedenen Autoren wäre es sonst wohl sehr
zeitintensiv geworden mit jedem einzelnen Autor Rücksprache zu
halten. Ich habe Fabienne daher auch immer über meinen aktuellen
Fortschritt auf dem Laufenden gehalten.
6.
Was ratet ihr denen, die auch davon träumen einmal Bücher
zu
illustrieren?
Jana:
Dass
sie sich ihre Traumblase zerplatzen und auf den Hosenboden setzen und
hart arbeiten und über Bildern schwitzen müssen.
Ab
und zu fließt dann auch mal die ein oder andere Träne.
Mal
ganz im Ernst – es ist wirklich harte Arbeit. Es ist viel
Zwischenmenschliches dabei, dem ich ein bisschen aus dem Weg gehen
kann,
weil
Fabienne in erster Linie die Verbindungen hat und ich das nicht
hauptberuflich mache.
Wenn
man das aber hauptberuflich machen möchte, muss man sich im Klaren
darüber sein, dass man sich ständig und inständig überall
irgendwie
verkaufen muss. Sei es bei Verlagen, Autoren, Conventions, Messen…
Da nützt jedes noch so große Können nichts,
wenn
man nicht menschlich auch total auf Zack ist und da Bock drauf hat.
Es ist eine Lebensaufgabe 24/7 und nichts, was man mal
eben
so auf Eis legen kann. Wenn man sich dessen bewusst ist und das Zeug
mit bringt, dann ist es allerdings sehr belohnend.
Man
gerät vielleicht mal mit Menschen aneinander, aber allein das
Wissen, dass man mit dem Bild das ausdrücken kann,
was
der Autor mit Buchstaben zu Papier bringt und man miteinander
zahnrädert- das ist ganz wunderbar.
Aber
eben kein Zuckerschlecken und auch kein wirklicher Beruf zum Träumen.
Dafür hat man keine Zeit (;
Nina
Einen
wirklichen Ratschlag habe ich nicht parat, bei mir war es am Ende
eher ein Zufall, dass sich mir diese Möglichkeit eröffnet hat. Was
man natürlich sagen kann, ist dass jeder Künstler an sich und das
eigene Talent glauben sollte um bereit zu sein eine Chance zu
ergreifen die sich bietet. Außerdem sind Kontakte und Zugang zur
„Szene“ wohl ebenfalls sehr von Vorteil.
7.
Wie sieht die Arbeit an so einem aufwendigen Projekt genau aus?
Jana:
Bei
mir ist das wohl so… man versucht frühzeitig anzufangen und sich
einen Plan aufzustellen, um alles möglichst gut einzuteilen,
damit
man nicht in Verzug gerät… und am Ende steht das Leben lachend
neben dem Schreibtisch, vollkommen außer Atem,sich den
Bauch
haltend und sagt „Nein.“. Gerade bei dieser Anthologie ist mir so
viel blödes Zeug dazwischen gekommen, dass ich zwischendrin
ernsthaft
richtig
verzweifelt war, wie ich das alles bloß fertig bekommen soll.
Natürlich ist am Ende alles gut gewesen, weil das A und O die
Kommunikation ist,
aber
trotzdem.
Es
gehört wirklich sehr viel Selbstdisziplin dazu und im besten Fall
hat man 1-2 liebe Menschen, die konstant Kontakt mit ihrem Fuß zu
meinem Hintern
pflegen,
damit ich das auch ja nicht vergesse. Aber manchmal kann man an
bestimmten Umständen nichts ändern und dann hilft nur aufstehen,
Krone richten,
weiter
machen. Und eine Umarmung von Fabienne abholen.
Nina:
Sobald
ich die Geschichten mit den jeweiligen Bildvorschlägen bekommen
hatte, ging es erstmal ans Lesen. Zu jeder Geschichte hatten die
Autoren bereits Bildvorstellungen und Bildbeschreibungen notiert, ich
wollte mir jedoch auch darüber hinaus selbst ein möglichst
umfassendes „Bild“ von den Handlungen und den jeweiligen Figuren
machen. Dazu habe ich im Text die Stellen markiert, die mir relevant
für die Darstellung der Motive erschienen, zum Beispiel
Beschreibungen vom Aussehen von Figuren oder ähnliches.
Danach
ging es ans Skizzieren. Ich habe nach und nach alle Geschichten
abgearbeitet, bis ich für alle Texte zufriedenstellende Entwürfe
hatte. Diese habe ich dann mit einem Lichtzeichentisch auf
Aquarellpapier übertragen und mit Aquarellfarben coloriert. Dabei
ist es durchaus vorgekommen, dass ich ein Motiv zwei bis dreimal
neugemalt habe, bis ich endgültig damit zufrieden war.
8.
Welche Frage wolltet ihr schon immer mal beantworten, es hat sie
nur
noch niemand gestellt? In
Bezug auf eure Arbeit natürlich.
Jana:
Auf
die letzte Frage fällt mir so keine Fragen ein, die mir noch nicht
gestellt wurde. Tut mir leid
Nina:
„Nina
ich habe hier dieses Buch über Meerjungfrauen geschrieben, würdest
du gerne die Illustrationen zu diesem Buch beisteuern?“
„Ja
natürlich, liebend gerne. In meinem Lieblingsgenre Fantasy sind
Meerjungfrauen schließlich meine absoluten Lieblingswesen.“
So
oder so ähnlich könnte es sich abspielen (*lach*)
Ich bedanke mich bei Nina und Jana für ihre Bereitschaft auf meine Fragen zu antworten, es hat mir sehr viel Spaß gemacht und ich freue mich nun noch mehr auf Die Geschichten aus den Herbstlanden.