Heute habe ich den in Hamburg geborenen Autor Claudius Crönert zu Gast. Nach seinem Studium der Kunstgeschichte und Philosphie hat er sich als politischer Journalist und Literat einen Namen gemacht.
Er ist bekannt für seine Kriminalromane und historischen Werke, darunter der mit dem Goldenen Homer ausgezeichnete Roman "Freyas Land". Unter dem Pseudonym Carl Rath veröffentlicht er ebenfalls spannende Krimis. Zu seinen weiteren bemerkenswerten Büchern zählen "Die Herren der Schwerter", "Das Kreuz der Hugenotten" und "Letzter Tanz auf Sankt Pauli".
Seine Arbeiten zeichnen sich durch eine fundierte Recherche und ein tiefes Verständnis für historische Kontexte aus, was ihm ermöglicht, komplexe Geschichten mit lebendigen Charakteren zu erzählen.
Fangen wir ganz harmlos an:
1. Wenn du nicht schreibst, wie vertreibst du dir die Zeit?
Ich lese, treibe Sport, gehe ins Kino oder treffe mich mit Freunden.
2. Wie war dein Weg zum Schreiben? Gab es ein bestimmtes Erlebnis oder einen Moment, der dich dazu inspiriert hat, Autor zu werden?
Das Schreiben war immer in meinem Leben, ich habe schon als Kind und als Jugendlicher Geschichten geschrieben. Es gab dann Momente in meinem Leben, wo ich mir die Frage gestellt habe, ob ich ernst damit machen möchte. Wie man sieht, habe ich sie mit Ja beantwortet.
3. Welches Buch – außer deinen eigenen, das versteht sich ja von selbst– würdest du jemandem empfehlen, der sich für historische Romane interessiert, und warum?
Einen einzigen historischen Roman zu empfehlen, ist schwierig bis unmöglich. Ich nenne drei: 1. Robert Harris: „Intrige“ – ein Buch, das auf eindringliche Weise den Weg eines Menschen zur Einsicht beschreibt. 2. Madeleine Miller: „Das Lied des Achill“. Der Autorin gelingt es, eine uralte Geschichte auf ganze neue und berührende Art zu fassen. 3. Jurek Becker: „Jakob, der Lügner“. Ein Drahtseilakt zwischen Dilemma, Grausamkeit und Absurdität.
4. Du hast schon einige sehr erfolgreiche Romane veröffentlicht, wie hat dein beruflicher Hintergrund als Journalist deine Arbeit als Autor beeinflusst?
Ich habe mich immer für Fragen von Politik und Gesellschaft interessiert, im Journalismus genauso wie im Romanscheiben. Beides hat sich gegenseitig beeinflusst, würde ich sage.
5. Wie unterscheiden sich deine historischen Romane von deinen Kriminalromanen in Bezug auf Stil und Recherche?
Im Krimi ist der Stil heutiger, die Recherche geht in die Kriminalistik, die Schauplätze lassen sich leichter abgehen. Im historischen Roman ist es eine andere Art von Recherche (Museen, Literatur), und es braucht ein wenig Vorstellungskraft, um die alte Zeit heraufzubeschwören.
5. Hast du eine Lieblingsepoche, über die du am liebsten schreibst?
Nein, für mich ist es wichtig, dass ich irgendwo den Ansatz einer Geschichte erkenne, die mich interessiert, die mich packt. Das zählt mehr als die jeweilige Epoche. In diese versuche ich dann einzutauchen.
6. Und wenn wir schon bei Lieblingen sind hast du auch eine Lieblingsfigur aus deinen Romanen, die du gern treffen würdest?
Ja, Herkus Monte aus „Die Herren der Schwerter“, das heute unter dem Titel „Der Fürst des Ostens“ bei dotbooks erhältlich ist. Ich habe das Buch vor etwa fünfzehn Jahren geschrieben. Damals ist Herkus mir ans Herz gewachsen, und das hat bis heute gehalten.
7. Für Freyas Land wurdest du mit dem Goldenem Homer ausgezeichnet, dem Preis für historische Romane, hat diese Auszeichnung deine Arbeit nachhaltig beeinflusst?
Sie hat mich bestärkt und bestätigt, und das war schön.
8. Die Zeit der Karolinger ist den meisten von uns nur durch den Geschichtsunterricht bekannt, was waren die größten Herausforderungen bei der Recherche zu dem Buch?
Die zeitgenössischen Schriften über Kaiser Ludwig sind in Bezug auf die handelnden Personen nicht besonders zuverlässig. Trotzdem bezieht sich die wissenschaftliche Literatur stark auf sie. Die Herausforderung war, eigene Charaktere zu schaffen, die in die verbürgten Geschehnisse passen.
9. Magst du uns ein kleines bisschen über Das Erbe der Karolinger verraten?
Es handelt sich um eine Familien- und Erbschaftsgeschichte im Mittelalter. Kaiser Ludwig hatte drei Söhne. Nachdem einem Unfall hat er das Reich für den Fall seiner Nachfolge aufgeteilt. Dann starb seine Frau, er hat wieder geheiratet und einen weiteren Sohn bekommen. Da er auch diesem ein Erbe zukommen lassen wollte, hat er sein Testament neu gefasst. Seine Söhne aus erster Ehe waren damit nicht einverstanden. So begann ein langer, fataler Streit in der Familie. Von diesem erzählt der Roman.
Vielen Dank, Claudius, für das nette Gespräch und die Einblicke in deine Arbeit. Es war mir ein großes Vergnügen, mit dir zu sprechen und mehr über deine Werke zu erfahren. Ich wünsche dir weiterhin viel Erfolg und Inspiration für deine zukünftigen Projekte. Auf ein baldiges Wiedersehen!
- Herausgeber : Lübbe; 1. Aufl. 2025 Edition (28. Februar 2025)
- Sprache : Deutsch
- Gebundene Ausgabe : 816 Seiten
- ISBN-10 : 3757701100
- ISBN-13 : 978-3757701109








