Mittwoch, 27. November 2019

Tod in der Bibliothek von JB Lawless

Inhalt:
Der beliebte Pfarrer Father Tom Harkins liegt eines Morgens mit durchschnittener Kehle tot in der Bibliothek von Ballyglass House, dem Stammsitz der Familie Osborne.  Detektive Strafford aus Dublin soll den Fall untersuchen, möglichst diskret wie er aus höchsten Kreisen zu hören bekommt.
Die Ermittlungen gestalten sich schwierig, aus der Familie scheint niemand so recht als Täter infrage zu kommen und das Haus war über Nacht verschlossen. Für Strafford beginnt eine mühselige Suche nach Motiv und Täter.

    Dieser historische Krimi benötigt wieder einmal zwei Blogeinträge. Hier findet ihr die spannenden Aspekte und bei Frau Goethe liest, wird wie gewohnt das Augenmerk auf den historischen Aspekt gelegt. #zweiblogseinbuch für eine umfangreiche Betrachtung von historischen Krimis. 
    Da stellt sich natürlich die Frage. War es spannend?


Meine Meinung:

War es spannend?
Ja war es, aber anders als erwartet. Mir stellte sich schnell nicht mehr die Frage nach dem: Wer war der Täter? Oder warum wurde Father Tom Harkins ermordet. Viele hatten ein Motiv, auch wenn mir das mehr so nebenbei bewusst wurde, das muss man selber lesen glaube ich, um es zu verstehen, verraten kann ich es nicht.
Strafford arbeitet mit den Mitteln seiner Zeit und die sind eher begrenzt, außer Fingerabdrücken steht ihm nichts an forensischen Methoden zur Verfügung. Also beschränken sich seine Ermittlungen auf Gespräche, die nichts mit Verhören wie wir sie aus Krimis normalerweise kennen, zu tun haben, er lädt die Personen nicht vor, sondern besucht sie in ihrer gewohnten Umgebung und erfährt so einiges über den ermordeten Priester, allerdings lässt uns der Autor nicht an den Gedankengängen Straffords teilhaben, sodass die finale Auflösung für meinen Geschmack zu überraschen war.
Das Buch spielt in Irland zu einer Zeit als Protestanten und Katholiken noch viele Konflikte untereinander zu lösen hatten, ich bin nicht gut genug mit der Materie vertraut, um darauf näher einzugehen, ob es realistisch ist, das sich ein Kirchenoberhaupt in die Ermittlungen der Polizei einmischt und nach Möglichkeit versucht, alles was geschah zu vertuschen. Vorstellbar ist es allerdings. Strafford sperrt sich nur halbherzig gegen diese Einmischung, mit aristokratischer Zurückhaltung um es mal so auszudrücken. Etwas mehr Biss hätte ihm gutgetan, so blieb seine Person etwas blass.
Tod in der Bibliothek war also ein durchaus spannendes Lesevergnügen, zwar mehr in der Frage, ob ich mit meiner Vermutung zum Motiv recht hatte, aber auch das führte bei mir dazu, dass ich das Buch nicht aus der Hand legen wollte.




  • Taschenbuch: 368 Seiten
  • Verlag: KiWi-Taschenbuch (10. Oktober 2019)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3462052489
  • ISBN-13: 978-3462052480

Montag, 25. November 2019

Wintertöchter Die Gabe von Mignon Kleinbeck


Als bei Marie auf dem abgelegenen Julianenhof im Winter 1940, die Wehen einsetzen, begehen sie und ihr Mann einen folgenschweren Fehler. Toni soll Maries Ziehschwester, die Hebamme Barbara holen und kehrt nie zurück.
Marie bringt ihre Tochter Anna allein zur Welt und erkennt, dass die Kleine die Gabe besitzt.
Fortan lebt Marie mit ihrem Kind allein auf dem Hof, unterstützt wird sie von Barbara, die ebenfalls die Gabe besitzt und Anna darin unterweist, diese einzusetzen und sich gleichzeitig davor zu schützen.
Ihr merkt, ich rede etwas drum rum, was genau die Gabe ist, das sollt ihr natürlich selbst herausfinden.


Sieht man das Cover und liest die ersten Sätze des Klappentextes: Die Forstau- ein kleines, verborgenes Berdorf am Fuße der österreichischen Tauern. Drei Frauen - Barbara, die selbstbewusste Hebamme. ...
könnte man einen simplen Heimatroman erwarten, herzergreifend und kitschig, der vielleicht eine tragische Liebesgeschichte vor den Kulissen der österreichischen Berge erzählt, gewürzt mit Intrigen innerhalb einer sturen und in der Vergangenheit verhafteten Dorfgemeinschaft.
Nur dann geht der Klappentext weiter...
Ihre schwermütige Ziehschwester Marie und Anna, das Kind mit der besonderen Gabe, die sowohl Geschenk als auch Fluch bedeutet...
Und da fing meine Fantasie an zu arbeiten, wie äußert sich die Gabe? Was macht dieses Kind so besonders? Sind es übernatürliche Kräfte oder ist sie einfach nur besonders intelligent und hat einen langen, schweren Weg vor sich bevor sie entsprechend ihren Fähigkeiten gefördert wird? Wir dürfen nicht vergessen das Anna in den 40er Jahren geboren wird, zu spät für Hexenglauben und zu früh für Mädchen und Frauen an eine berufliche Karriere zu denken.
Die Geschichte der Frauen wäre auch ohne Annas und Barbaras  Fähigkeiten etwas Besonderes, denn Mignon Kleinbeck verschont ihre Leser mit den klassischen Zutaten eines Kitschromans, sie erzählt von Barbara, Marie und Anna als hätten sie genau so gelebt. Ihr Schicksal mit allen Höhen und Tiefen, mit Freud und Leid, ist absolut realistisch geschildert, ich hatte klare Bilder vor Augen, sei es die tief verschneite Landschaft, das Leben auf dem Julianenhof oder auch dem Leben im Dorf,
während des 2.Weltkriegs genauso wie die kleinen Glücksmomente, wenn z. B. Anna erkennt das die Freundschaft zu Mathis, einem jungen Mann aus dem Dorf, sich zu mehr entwickelt.

Oftmals hat man Lieblingsprotagonisten, die eine Person, die einem besonders ans Herz wachsen, hier konnte ich mich nicht entscheiden, mal war mir Marie am nächsten, die junge Frau kommt nicht zur Ruhe, immer wieder schlägt das Schicksal erbarmungslos zu. Dann wieder war es Barbara, die selbstbewusst und immer beherrscht der ruhende Pol ist, sie weiß immer was zu tun ist, zu einer anderen Zeit oder an einem anderen Ort wäre aus ihr sicherlich eine erfolgreiche Ärztin geworden, das ist ihr auch bewusst, aber sie hadert nicht, sie liebt ihren Beruf und die Menschen um sich herum und sie ist diejenige die mit einer kleinen Aktion einen weiteren großen Schritt aus der traditionellen Frauenrolle heraus macht.
Ja und Anna? Sie ist ein Kind, wie könnte man Kinder nicht mögen.


Ich bin sehr gespannt, wie es mit den Wintertöchtern weiter geht, zu meinem Glück sind die beiden Folgebände
Die Kinder
und
Die Frauen
schon erschienen.

Wintertöchter - Die Gabe, bekommt von mir eine absolute Leseempfehlung.

  • Taschenbuch
  • Verlag: pinguletta Verlag (20. November 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3981767853
  • ISBN-13: 978-3981767858















Samstag, 23. November 2019

Waldesgrab von Lene Schwarz


Nach dem Unfalltod seiner Frau lebt Leon allein mit seiner Tochter Thea, das Mädchen scheint den Verlust der Mutter endlich halbwegs verarbeitet zu haben und bereitet sich auf ihr Abitur vor und der ehemalige Spitzenkoch fühlt sich in einem kleinen, idyllischen Gasthof Am Quellbach am richtigen Platz. Eine große Hilfe ist ihm da Marlene, die beste Freundin seiner Frau.
Bis Leon unweit seines Arbeitsplatzes eine  makaber hergerichtete Leiche findet, in der Brust der Toten wurde ein Quarzstein drapiert, der Leon an ein lang verdrängtes Geheimnis erinnert.
Nach einem weiteren Leichenfund in Leons Umfeld, gerät er nicht nur in den Focus der polizeilichen Ermittlungen er muss sich auch der Frage stellen, wer sein Geheimnis kennt.
Leon macht sich auf die Suche nach dem Mörder, denn er will unbedingt verhindern, dass der Wald sein Schweigen bricht.

Die Autorin Lene Schwarz hält sich nicht mit langem Vorgeplänkel auf, schon auf den ersten Seiten konfrontiert sie den Leser mit dem Anblick einer grausam zugerichteten Leiche, die sie sehr detailliert beschreibt.
Nach und nach gibt die Autorin das Geheimnis des Waldes preis und damit auch Leons Geheimnis, in Rückblicken wird die eine oder andere Frage beantwortet und neue aufgeworfen und sie präsentiert immer wieder neue Verdächtige, bzw. die meisten der Protagonisten sind von vornherein so, konstruiert das man ihnen allen die Taten zutraut. Ich zumindest habe so ziemlich jedem im Quellbach wenigstens eine Beteiligung an den Taten zugetraut.
Um so überraschender war dann das Ende. Aber bis dahin war ich gefangen in der düsteren Atmosphäre der Harzer Wälder.

  • Taschenbuch: 416 Seiten
  • Verlag: Rowohlt Taschenbuch; Auflage: 1. (19. November 2019)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3499000695
  • ISBN-13: 978-3499000690







Freitag, 22. November 2019

Zonenrandkind von Tim Boltz



Die 80er Jahre im hessischen Zonenrandgebiet. Hier lebt Frank Breuning. Als Teenager hat man es nicht einfach mitten in der Provinz, die einzige Zerstreuung besteht aus nachmittäglichen Treffen an der örtlichen Tischtennisplatte und Ausfahrten mit dem frisierten Mofa. Und am Samstag ist Kehrwoche.

Wir begleiten Frank, Franky, wie er genannt werden will durch seine Jugendjahre und das ist durchaus unterhaltsam, obwohl ich kaum einen Unterschied zu meiner Jugendzeit in den 80ern erkennen konnte. Hätte der Autor nicht hin und wieder etwas von Zonenrandförderung oder Wochenendausflügen an die nahe innerdeutsche Grenze geschrieben, es wäre mir nicht aufgefallen, dass der Wohnort und die Lebensumstände Frankys sich in irgendeiner Weise von denen Millionen anderer Teenager zu der Zeit unterscheiden.
Aber lasse ich die meiner Meinung nach nicht vorhandenen besonderen Umstände außer acht, habe ich mich  amüsiert.
Tim Boltz gewährt einen recht tiefen Einblick in das Seelenleben eines pubertierenden männlichen Jugendlichen, die haben es schon nicht leicht die armen Jungs. Hormon geplagt flüchten sie in dumme Sprüche und Dosenbier und wundern sich das die Mädchen in ihrem Alter nicht auf sie stehen. Zum erwachsen werden gehört die Erweiterung des Umfelds, ich weiß nicht wie ich das ausdrücken soll. Je älter man wird, desto weitere Kreise zieht man, um Erfahrungen zu sammeln. Ich finde das die Ausflüge der Jungs, die sich im Laufe der Zeit ihren Möglichkeiten entsprechend, immer mehr ausdehnen ein schönes Sinnbild dafür sind.
Bevor ich das Buch begann, hatte ich ein wenig bedenken, das der Autor die Jugendzeit Frankys verklärt oder ob er jammert, was sein Protagonist alles verpasst hat. Nicht von beidem gab es in dem Buch. Tim Boltz hat ein realistisches Bild einer Jugend auf dem Land geschildert, einer Jugend ohne Facebook, dafür mit Klatsch und Tratsch an der Tischtennisplatte und ohne Fast Food aber mit billigem Bier. Und vor allem Rituale an die man sich auf dem Dorf zu halten hat, will man nicht ausgegrenzt werden, also kaum anders als heute nur die Plattform hat sich geändert, vom Dorfplatz zu Facebook.
Ich hätte mir ein wenig mehr Zonenrandgefühl gewünscht, nichtsdestotrotz ist das Buch ein humorvoller Rückblick auf die 80er Jahre.

Und das ist eine weitere Stimme zum Buch:

https://laberladen.com/zonenrandkind-von-tim-boltz/


  • Taschenbuch: 304 Seiten
  • Verlag: Tinte & Feder (17. September 2019)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 2919805746
  • ISBN-13: 978-2919805747


Donnerstag, 21. November 2019

Schwarzer Leopard, roter Wolf von Marlon James


Der Klappentext verspricht mit Schwarzer Leopard, roter Wolf eine Trilogie über das märchenhafte Afrika, das unvermeidlich an Tolkien, George R.R.Martin und Black Panther erinnert.
Und so hatte ich mich auf ein Fantasy Epos gefreut, auf ein Buch das mich mit nimmt in ein mir vollkommen unbekanntes Land, womit ich nicht  die Geografie des Landes meine, sondern  seine Literatur. Ganz kurz hatte ich, entgegen meiner sonstigen Gewohnheit in die Leseprobe geschaut und war beeindruckt vom Schreibstil des Autors, hier ist sicherlich auch der Übersetzter zu erwähnen, Stephan Kleiner hat wohl einen guten Job gemacht.
Die Sprache in dem Buch ist beeindruckend, fast schon poetisch, die Erzählfreude des Autors war es dann auch, die mich am Buch hielt. In diesem Punkt stimme ich dem Klappentext zu, der James Marlon mit George R.R. Martin vergleicht, der ebenso gern erzählt.

Ich habe lange gebraucht um auch nur Ansatzweise in die Geschichte zu kommen, zu oft ließ mich James Marlon etwas verwirrt zurück, der eine oder andere Handlungssprung ist ja absolut OK, aber hier war es mir auf jeden Fall zu viel.
Mit wenigen Worten den Inhalt zu beschreiben ist für dieses Buch absolut unmöglich, dazu müsste ich viel tiefer in die Mystik und Legenden Afrikas eingehen als ich selbst verstanden habe.
Ganz kurz angerissen: Der Erzähler bekommt den Auftrag einen Jungen zu aufzuspüren, der vor 3 Jahren verschwand. Wegen seiner besonderen Fähigkeiten wird der Erzähler der Sucher genannt. Wir begleiten ihn auf einer langen Reise und begegnen dabei Gestaltwandlern, Vampiren und Hexen.

Ich habe lange gebraucht, bevor ich mich dazu bewegen konnte eine Rezension zu schreiben und ich weiß immer noch nicht, was ich von diesem Buch halten soll. Es ist teilweise brutal und abstoßend, der Autor scheut nicht vor genauen Beschreibungen von Gewalt auch von sexueller Art zurück, an manchen Stellen wollte ich das Buch abbrechen und nie wieder aufschlagen und ich bin wirklich nicht zart besaitet. Auf der anderen Seite war ich fast verliebt in die Sprache Marlon James, die mich auch durch die langatmigen Seiten führte, die auf 800 Seiten nicht ausblieben.


Mittwoch, 20. November 2019

Schonungslos offen von Irene Matt


Inhalt: Alexandra Rau und ihr Kollege Isidor ermitteln in einem besonders schwer Fall, ein Serienmörder treibt sein Unwesen, ohne Spuren zu hinterlassen, mordet er wahllos, seine Opfer haben nur eine Gemeinsamkeit, sie sind jung und schön.

Meine Meinung:
Nach "Nichts drin" und "Der Augenblick“ ist "Schonungslos offen" ein weiterer Fall für Alexandra Rau und Isidor Rogg und dieser Fall scheint fast unlösbar.
Der Täter wählt seine Opfer scheinbar wahllos sie haben nur eine Gemeinsamkeit, sie sind jung und schön.
Alexandra und Isidor rennt die Zeit davon, denn schon kurz nach dem Fund ersten Opfern verschwinden die nächsten jungen Leute.
Als Leser ist man sehr nah bei den ermittelnden Beamten, wir erleben ihre Enttäuschung, wenn es in dem Fall nicht weitergeht und freuen uns über jeden noch so kleinen Ermittlungserfolg.
Alexandra tritt auf der Stelle, erst als sie in ihrem eigenen Umfeld auf Ungereimtheiten stößt scheint der Täter zum Greifen nah.
Ich mag Alexandra, die meist besonnen und vernünftig ihrer Arbeit nachgeht und die sich durchaus bewusst ist, das es nichts bringt sich vollkommen aufzureiben und sich deshalb auch Pausen gönnt, aus denen sie sich gestärkt und mit frischem Blick erneut in die Ermittlungsarbeiten vergräbt. Das echte Leben ist kein Fernsehkrimi, wie sie so treffend wie realistisch meint.

Wir erfahren aber nicht nur wie die Ermittlungsarbeiten laufen, auch der Täter kommt zu Wort. In Einschüben erzählt er uns von seiner Selbsttherapie. In Sitzungen wie bei einem Psychiater berichtet er von seiner Kindheit und seinem heutigen Leben. "Schonungslos offen" wie er in sein Tagebuch schreibt, beschreibt er seine Taten, ob er alles offenlegt, was ihn antrieb Menschen zu töten , ich glaube es fast nicht. Zu brutal und sexuell motiviert sind seine Taten.

Ich vergebe für das Buch eine klare Leseempfehlung. Wer die Vorgängerbände kennt, wird eine positive Entwicklung bezüglich des Schreibstils der Autorin feststellen, der mir vorher schon gefallen hat. Schonungslos offen lässt sich noch etwas flüssiger lesen.

  • Gebundene Ausgabe: 282 Seiten
  • Verlag: Verlag am Eschbach; Auflage: 1 (1. Oktober 2019)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3869178019
  • ISBN-13: 978-3869178011



Montag, 18. November 2019

Backnang Stories 2019 Lesung in Backnang


Backnang Stories: Was ist das eigentlich? Irgendwelche Geschichten über eine mittelgroße Stadt in Baden-Württemberg, die bisher ich nur vom Hörensagen kannte. Am Sonntag nun ergab sich die Gelegenheit mich mal näher zu informieren. Die einzige Lesung zu den Backnang Stories fand am 17.11.2019 in der Musikbar: Das Wohnzimmer statt, die von außen eher nüchtern wirkende Location ist von innen erstaunlich gemütlich. Da wir nur ganz knapp pünktlich waren, bekamen wir nur noch Plätze am Rand, die Frage, ob wir da überhaupt etwas verstehen beantwortete sich schnell, denn die erste Autorin begann schon mit ihrer Lesung.



Sarah Stiegler - Die Stiege
Sabine Baumert - Maubacher Gartenzwerg-Marsch
Annika Vetter - Aus dem Leben einer 15-jährigen
Hanna Höhle - Der Gänsezauber
Felix Rosenfeldt - Der Schatten
Tanja Kummer - Die Templerin



Teils lasen die Autoren und Autorinnen ihre Geschichten komplett vor, teils nur in Auszügen, weil die Geschichte doch länger geworden ist als geplant. Das kann laut dem Verleger Marc Hamacher schon mal vorkommen und wenn sie dann zu gut sind um nicht gedruckt zu werden, lässt man sich schon mal etwas einfallen.


Beim Blick auf die Autoren fällt auf, bis auf Tanja Kummer die sich mit ihrer Tybay Saga und dem in sich abgeschlossenen Fantasyroman: Sturm der Verbannten, schon einen Namen in der Fantasyliteratur gemacht hat, kennt man noch niemanden so richtig, von den Erwachsenen Autoren und Autorinnen klingelt vielleicht etwas, wenn man den Namen liest aber noch ist das Klingeln eher leise.. Vielleicht sind die einen oder anderen Gesichter in Backnang treffen bekannt, viele der Autoren kann man morgens auf dem Schulweg treffen.


Das verwundert nicht, kennt man den Hintergrund zu den Anthologien.

Der Leseratten Verlag hat es sich zur Aufgabe gemacht, Nachwuchsautoren jeden Alters aus Backnang und der Region eine Plattform zu bieten. Seit 2014 gibt es den Schreibwettbewerb, an dem sich jeder beteiligen kann, eine unabhängige Jury wählt die Gewinner aus.

Ich bin von dieser Idee und der Ausführung begeistert, gerade die Tatsache das auch Jugendliche und Kinder darin bestärkt werden Geschichten zu schreiben ohne dafür viel mehr als ein Grundthema, sie müssen in Backnang oder der Region spielen, vorgegeben zu bekommen. Die Autoren, egal ob jung oder schön etwas älter dürfen und sollen sogar ihre Fantasie voll ausleben.
Geschichten zu schreiben die auch lesbar sind, ist schwierig, das wissen wir alle noch aus Schulzeiten, eine gute Idee ist noch nicht alles. Das am Ende eine runde Geschichte in der Anthologie steht, ist dem äußerst strengen Lektorat Tanja Kummers zu verdanken, wie mir der Verleger verraten hat.
Tanja Kummer, Marc Hamacher

Der Abend in der Musikbar Das Wohnzimmer, war rundum gelungen und trotz unserer nicht ganz optimalen Plätze, war alles gut zu verstehen, gute Technik machte es möglich.









Donnerstag, 14. November 2019

Die Putzhilfe von Regina Nössler


Inhalt: Franziska ist Mitte 30, als sie Hals über Kopf aus der Provinz nach Berlin zieht, sie lässt alles zurück. Ihren Mann, ihren Job, ihre Eltern und ihren Namen.
Fortan nennt sie sich Marie Weber, mit viel Glück, kommt sie in einer heruntergekommen Wohnung unter. Sie ist stets darauf bedacht, mit wenigen Menschen zu sprechen, um nicht zu verraten, wer sie wirklich ist. Ihre Zeit verbringt sie in den Museen der Stadt. Dort lernt sie Henny kennen, die gerade auf der Suche nach einer neuen Putzhilfe ist. Zögernd nimmt Marie das Angebot an, ohne ihre wahre Identität zu offenbaren hat sie allerdings auch keine andere Möglichkeit Geld zu verdienen. Paralell lernen wir noch Sina kennen, die 15-jährige beobachtet Marie, die sie zufällig immer wieder trifft. Sina ist eine Göre, wie sie im Buche steht, eine freche, faule Schulschwänzerin, aus üblen Verhältnissen.

Meine Meinung: Wenn eine Geschichte den Zusatz: Nichts ist, wie es scheint, verdient, dann diese.
Aus diesem Grund fällt es mir auch so schwer zu erzählen, worum es im Buch im einzelnen geht. Sobald ich auf eine der Protagonistinnen näher eingehen würde, liefe ich Gefahr etwas zu verraten was das komplette Buch spoilert, das will ich natürlich nicht.
Der Leser begleitet Marie durch das Buch, er erfährt einiges aus ihrem Leben vor ihrer Flucht aus einer unglücklichen Ehe, der nicht nur räumlichen Enge ihres Zuhauses. Einzig ihr Beruf erfüllte sie, dort machte sie Karriere, die Doktorarbeit war ein Klacks für die begabte Akademikerin und ihre Habilitation nur noch eine Frage der Zeit. Mit diesem Wissen schlug meine Fantasie Purzelbäume. Wie furchtbar muss ein Leben sein, das eine einfache Trennung nicht reicht?
Die Autorin hat es geschafft das ich für die Protagonistinnen eigene Legenden hinter den erzählten Tatsachen ersann, das ist so spannend wie, im Nachhinein auch amüsant.
Marie als Charakter stürzte mich in ein Wechselbad der Gefühle, mal mochte ich sie sehr und mein Mitleid mit ihr wuchs ins unermessliche, dann wieder tat oder sagte sie etwas das mich mit einem Unbehagen erfüllte, das nicht ganz greifbar aber unterschwellig immer da war und immer stärker werdend in meinem Hinterkopf lauerte. 
Thomas Wörthe schreibt über die Autorin:
... sie korrespondiert mit unser aller Erfahrung, vermutlich deswegen erkennen wir uns so oft in ihren Konstellationen und Konflikten.
dem kann ich nur zustimmen und möchte hinzufügen
vermutlich deswegen vermag sie uns so sehr zu überraschen.

Ich vergebe für Die Putzhilfe, eine absolute Leseempfehlung.

  • Taschenbuch: 402 Seiten
  • Verlag: konkursbuch (25. September 2019)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 388769595X
  • ISBN-13: 978-3887695958







Mittwoch, 13. November 2019

Wisting und der Tag der Vermissten von Jorn Lier Horst


Inhalt: Jedes Jahr am 10.Oktober besucht Kommissar Wisting den Ehemann  der vor 24 Jahren an diesem Tag verschwundenen Katharina Haugen. Der Fall ist mysteriös, nichts deutete vor ihrem Verschwinden darauf hin, das sie freiwillig  gehen wollte und es gibt keine Hinweise auf ein Verbrechen. Die einzige Spur ist ein Zettel auf dem Küchentisch mit Zahlen und Zeichen, ein Code den niemand entschlüsseln kann, ein Strauß vertrockneter Rosen und ein gepackter Koffer.
Der letzte Jahrestag verläuft allerdings anders als die bisherigen, aus Oslo reist ein Ermittler der Adrian Stiller an, er ermittelt in dem Fall der ebenfalls vermissten Nadja Krogh und in ihrem Fall sind Fingerabdrücke Martin Haugens aufgetaucht, der zum ersten Mal die Verabredung mit Wisting verpasst.

Meine Meinung:
Der Name Jorn Lier Horst, sagte mir gar nicht, bis ich mich im Rahmen der FBM 19 etwas näher mit norwegischer Kriminalliteratur zu beschäftigte. Meine Wahl fiel also auf Wisting und der Tag der Vermissten.
Ermittler die sich mit sogenannten Cold Cases beschäftigen, stehen nicht mehr unter Zeitdruck, sie können jeden Aspekt eines Falles immer wieder beleuchten und analysieren. Da aber sich an Tatorten und im Umfeld der Opfer naturgemäß alle Spuren und Hinweise im Laufe der Zeit in Luft auflösen, findet die Ermittlungsarbeit hauptsächlich am Schreibtisch statt. Wisting vertieft sich regelmäßig in die alten Akten immer in der Hoffnung auf den entscheidenden Hinweis.

Wisting und der Tag der Vermissten, ist ein ruhiger Krimi, langsam fast bedächtig begleitet der Leser die Ermittlungsarbeit und gerade das zeichnet das Buch aus, ohne an Spannung zu verlieren, verzichtet der Autor auf Gewaltdarstellungen oder gar allzu überraschende Wendungen.

Von mir bekommt das Buch eine Leseempfehlung und ich bin gespannt welchen Cold Case, Wisting als nächstes auf den Schreibtisch bekommt.

  • Verlag: Piper Paperback; Auflage: 2. (1. Oktober 2019)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3492061419
  • ISBN-13: 978-3492061414
  • Originaltitel: Katharina-koden





Montag, 11. November 2019

Poppy von Astrid Korten

Inhalt:

Als die sechsjährige Poppy in einer Nacht und Nebelaktion mit ihrer Mutter, zu deren neuen Freund zieht, scheint sie zunächst im Paradies gelandet zu sein. Der freundliche Mann den die Mutter Pick-Up nennt, überschüttet sie mit Aufmerksamkeit und Geschenken und für Poppy beginnt die Hölle auf Erden.


Meine Meinung:

Ihr seht, ich habe euch nicht viel vom Inhalt verraten und ich weiß auch gar nicht wie ich meine Meinung zum Buch in Worte fassen soll.

Wer mich kennt, weiß das ich keine Angst vor Thrillern und Horrorromanen habe, je härter, desto besser, meine Grenzen sind da weit gesteckt. Und dann kommt da, dieses kleine Mädchen, das mich an meine Grenzen gebracht hat, weil diese Geschichte eben nicht erfunden ist, sie ist so passiert und sie passiert immer noch, täglich vielleicht sogar in unserer Nachbarschaft.

Ich wollte das kleine Mädchen aus dem Buch holen, sie in den Arm nehmen und beschützen. Diese Gefühle wird jeder normal denkende Mensch haben.

Aber mich hat nicht nur Pick-Up entsetzt, seine Taten sind widerlich und unentschuldbar, aber er ist nicht der alleinige Täter. Ihr engstes Umfeld, allen voran ihre Mutter schaut weg. Was mich so sicher macht, das sie Bescheid weiß:

Poppy erzählt ihre Geschichte, mit ihren Worten und wir erleben mit wie sie leidet und wie sie mehr und mehr erkennt, das etwas absolut nicht stimmt am Verhalten des Stiefvaters und sie erzählt, wie sich ihre Mutter verhält und ihre Verwandtschaft und die Familie Pick Ups, als Leser wird schnell klar, dass sie alle Bescheid wussten. Meiner Meinung nach verschließt ihre Mutter aus Gier die Augen. Zuerst mag es Naivität gewesen sein, sie gehört eher zu den schlichteren Gemütern aus sehr einfachen Verhältnissen, sie kann kaum ihren eigenen Namen schreiben, da habe ich noch ein kleines bisschen Verständnis aufbringen können, dafür das sie sich dem erstbesten der sie aus ihrem Umfeld herausholt in die Arme wirft, dass sie das Geld mit vollen Händen ausgibt, aber schon am ersten Tag hätten alle ihre Alarmglocken schrillen müssen und sie haben geschrillt, da bin ich mir sicher.Und da war es mit meinem Verständnis schnell vorbei und zurück blieb nur Wut und Trauer.

Astrid Korten hat ein aufrüttelndes Buch geschrieben, Poppy die ihr diese Geschichte erzählt hat,steht stellvertretend für alle Kinder dieser Welt, die unter Missbrauch leiden müssen. Und wenn dieses Buch nur einem von Ihnen hilft, weil ein aufmerksamer Nachbar, Freund oder Verwandter den Mut fasst zu helfen, hat es seinen Sinn erfüllt.

Das Cover steht in krassem Gegensatz zum Inhalt und passt doch so gut. Die Mohnblüte, deren Zerbrechlichkeit das kleine Mädchen symbolisiert und die zarten Farben, sind hervorragend gewählt.


Ich vergebe eine absolute Leseempfehlung, aber das Buch ist wirklich schwer verdaulich.
  • Taschenbuch: 238 Seiten
  • Verlag: Independently published (3. November 2019)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 1704778867
  • ISBN-13: 978-1704778860


Sonntag, 10. November 2019

Tod einer Bikerin: Der 5. Fall Sigi Sieberts von Klaus Heimann


Inhalt:
Der Mord an einer Frau, stellt die Essener Polizei vor ein Rätsel, sie wurde in ihrer Wohnung erschossen, während ihr Partner im Nebenzimmer seinen Rausch ausschlief. Es gibt keine Einbruchspuren und auch kein Motiv. Erich, der als Nachfolger des pensionierten Hauptkommissars Sigi Siegberts an dem Fall arbeitet, scheint völlig überfordert. So zumindest sieht es Sigi bei einem gemeinsamen Kneipenabend und es kommt, wie es kommen muss.
Sigi ermittelt auf eigene Faust.

Meine Meinung:
Ach was habe ich ihn vermisst. Sigi ist schon sehr speziell.

Während andere Pensionäre ihre Freizeit genießen und ihre Hobbys pflegen, kann er es nicht lassen Erkundigungen einzuziehen und auf eigene Faust zu ermitteln.
Erinnert sich Sigi in den bisher von mir gelesenen Bänden,

Tod eines anderen und Gang zum Friedhof.

an vergangene Fälle, ist der jetzige aktuell und als Leser erlebt man Hautnah mit, wie Sigi ermittelt, seine Fähigkeit Verbindungen zu erkennen die von anderen Übersehen werden, beeindruckt mich immer wieder. Dass er damit sich und vor allem Erich in Schwierigkeiten bringt, wird ihm immer erst bewusst, wenn es schon zu spät ist. Sigi erinnert mich immer an einen Terrier, liebenswürdig, nett, freundlich und hilfsbereit und etwas schrullig macht er einen harmlosen Eindruck, bis er sich in etwas verbeißt, dann lässt er nicht los, alles wird untersucht und analysiert, gedreht und gewendet bis er alle Zusammenhänge vor sich sieht. Dass er dabei auch schon mal in brenzlige Situationen gerät und sich am Ende von seiner Frau Lotte zu Hause verarzten lassen muss, nimmt er in Kauf, viel mehr als die körperlichen Blessuren schmerzt ihn die Tatsache, dass er Lotte belügen muss, was seine Ermittlungen angeht, um den häuslichen Frieden zu bewahren, es schmerzt aber nicht genug, um ihn abzuhalten.
Seine ehemaligen Kollegen Erich und dessen Frau Möhrchen, fühlen sich berechtigterweise manchmal etwas bevormundet. Sigi ist eben ein liebenswerter Besserwisser.


Ob Sigi am Ende den besseren Riecher hat als seine Ex-Kollegen, das müsst ihr natürlich selber lesen. Der Weg dorthin ist spannend, amüsant und Dank der detaillierten und liebevollen Beschreibungen der Örtlichkeiten erfährt man viel über die schönen Ecken Essens.

Ich freue mich schon auf den nächsten Fall den Sigi lösen wird, denn ich bin sicher, das war nicht der letzte Fall in den Sigi seine Nase steckt.

  • Taschenbuch: 250 Seiten
  • Verlag: edition oberkassel; Auflage: 1 (14. November 2019)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3958131948
  • ISBN-13: 978-3958131941






Donnerstag, 7. November 2019

Ein reines Wesen von Isabella Archan

Inhalt: Nach einem Koma sucht die Kölner Ermittlerin Willa Stark eine renommierte Klinik in Saarbrücken auf. Willa ist seit einem Vorfall im Dienst, so stark körperlich eingeschränkt, dass sie nur noch Innendienst machen kann, ein Umstand, den sie so nicht hinnehmen kann und will.

Während ihres Aufenthalts in Saarbrücken wird sie von einer Frau angesprochen, die in der Klinik als Krankenschwester arbeitet. Sie behauptet eine ehemalige Schulfreundin zu sein und das in der Klinik ein Todesengel sein Unwesen treibt.

Willas Instinkte sind geweckt und sie setzt trotz abgeschlossener Ermittlungen, der Saarbrücker Kollegen, alles daran um die Wahrheit herauszufinden.

Meine Meinung:

Ein reines Wesen ist bereits der vierte Fall um Willa Stark und mein Erster mit der Kölner Ermittlerin mit österreichischen Wurzeln

Ich wiederhole mich, wenn ich sage, das es immer schwierig ist, mitten in eine Reihe einzusteigen. Manchmal gelingt es problemlos, manchmal holpert es etwas und manchmal ist es ein Ding der Unmöglichkeit.

Gleich Vorweg, es holperte nur ein ganz kleines bisschen, dann war ich ganz bei Willa, dieser sturen und eigenwilligen Frau, die sich manchmal selber im Weg steht und dann mit sich über verpasste Chancen hadert.

Willa ist mit Leib und Seele Ermittlerin, ihr gesamtes Sein dreht sich um ihre Arbeit und so ist es nicht verwunderlich, das ihre berufliche Neugier geweckt wird, als die angebliche Schulfreundin sie um Hilfe bittet. Die Ermittlungen decken so manche Überraschung auf, es gibt unerwartete Wendungen, die das Lesen des Buches zu einem sehr spannenden Lesevergnügen machten. Apropos Vergnügen: Die bisher von mir gelesenen Krimis der Autorin zeichneten sich durch eine gute Prise Humor aus, der fehlt hier fast zur Gänze. Isabella Archan beweist, dass ihre Schreibkunst viele Facetten aufweist, ich war angenehm überrascht. Willa Stark ist eine absolut eigenständige Reihe und kein Abklatsch der mir bekannten Werke mit geänderten Namen und Handlungsorten. Isabella Archan, beweist das sie Krimis für jeden Geschmack schreiben kann und das sie bei jedem Buch mit Herzblut und Leidenschaft dabei ist.

Ein reines Wesen bekommt von mir eine Leseempfehlung und ich werde Willa Stark sicher im Auge behalten.



Broschiert: 290 Seiten
Verlag: CONTE-VERLAG (1. Oktober 2019)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3956022009
ISBN-13: 978-3956022005

Mittwoch, 6. November 2019

Opfer ohne Blut von Lasse Blom

Inhalt:

Der Mord an der Animierdame Jackie, stellt das Team im Kommissar Casper Munk vor eine Herausforderung, die Frau wurde offensichtlich von ihrem letzten Kunden erdrückt und grausam malträtiert.
Täter soll der 130 kg schwere Schauspieler Greger Lindt sein, der mit ihr und vielen anderen eine feuchtfröhliche Party feierte.
Noch während Munk nach einem Motiv sucht, taucht eine weitere Leiche.

Meine Meinung:

Ich fange mal mit dem Kriminalfall an. Die Tötungsart ist zugegeben originell, ich glaube, so etwas ist mir noch nicht untergekommen seit ich Krimis lese.

Munk und sein Team, ermitteln gemeinsam, ein Fakt der mir sehr gut gefällt, die so häufig auftretenden Schwierigkeiten und Querelen untereinander die so häufig in Krimis auftreten erspart uns Lasse Blom, auch wenn er mit dem Auftreten eines neuen Kollegen zunächst meine Alarmglocken zum schrillen brachte, dessen Vergangenheit Zündstoff genug bieten würde, um das Team in zwei Lager zu spalten.

In Rückblenden erfahren wir zudem einiges über den Prager Frühling und die Rolle der tschechischen Eishockeynationalmannschaft während des Versuchs einer Revolution im Jahr 1968.

Die Zusammenhänge mit den Morden werden erst nach und nach klar.

Ich liebe Krimis, in denen die Vergangenheit und die Gegenwart miteinander verknüpft sind und wenn die Geschehnisse in der Vergangenheit dann auch noch so gut recherchiert sind, gefällt mir das um so besser.

Für den Kriminalfall, das Motiv und die Auflösung gebe ich eine absolute Leseempfehlung.

Leider habe ich auch einen Kritikpunkt.

Der Humor im Buch, trifft überhaupt nicht meinen Geschmack und da Lasse Blom, diesem sehr viel Raum gibt, wurde mein Lesevergnügen etwas getrübt.

Aber das muss jeder für sich entscheiden, der Kriminalteil, ist, wie ich schon schrieb, sehr empfehlenswert.
  • Broschiert: 280 Seiten
  • Verlag: MAXIMUM Verlag; Auflage: 1 (7. Oktober 2019)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 394834602X
  • ISBN-13: 978-3948346027




Dienstag, 5. November 2019

Grauschwinge von Peter Scheerer

Inhalt: Gordon Dunnhil ist der Sproß einer ehemals einflussreichen Familie in der Metropole Panurbia, in der Menschen und andere Völker friedlich zusammenleben. Der junge Investigator ermittelt im Fall einer ermordeten Grauschwinge, die mitten in der Stadt ermordet wurde.
Instinktiv erkennt Gordon, das er diesen Fall mit besonderer Umsicht behandeln muss um Unruhen in der Bevölkerung zu vermeiden, denn in Panurbia brodelt es und die Zeichen mehren sich das eine Katastrophe bevorsteht.

Meine Meinung: 
Das Buch Grauschwinge von Peter Scheerer war ein Geschenk, nicht nur im Wortsinn. Die Mischung aus Fantasy und Kriminalgeschichte, die Verortung der Handlung in eine fremdartige Welt in der Menschen und andere Völker mehr oder weniger friedlich neben- und miteinander leben, hat mich überzeugt.
Mittlerweile kann ich zwar nicht mehr behaupten: Ich lese selten Fantasy, denn das stimmt nicht mehr aber ich lese immer noch selten Fantasywerke, die sich über mehrere Bände hinziehen. Ein Buch - Eine Geschichte, so ist es mir immer noch am Liebsten.
Fantasyautoren, brauchen allerdings meist mehr als ein Buch, die Entwicklung verschiedener Völker und Welten braucht nun mal seine Zeit und vor allem viel Raum um diese Welten vor den Augen der Leser zum Leben zu erwecken.
Peter Scheerer, hat die Handlung fast komplett auf Panurbia beschränkt, was er beschreibt, die Orte und deren Gegebenheiten, beschreibt er Bildhaft, aber nicht ausschweifend, es bleibt genug Raum für die eigene Fantasie. Das hat mir ausnehmend gut gefallen.
Auch der Kriminallfall war gut durchdacht und am Ende schlüssig aufgeklärt, ich konnte gut miträtseln wer oder was genau hinter dem Mord an der Grauschwinge steckte.
Ich kann mir gut vorstellen mehr von Gordon Dunnhill zu lesen, denn Panurbia bietet eine Menge an Geheimnissen die gelöst werden wollen und im Zusammenleben von Menschen und anderen Wesen gibt es genug Zündstoff für weitere Fälle.

  • Taschenbuch: 316 Seiten
  • Verlag: Independently published (28. März 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 1520943091
  • ISBN-13: 978-1520943091