Der beliebte Pfarrer Father Tom Harkins liegt eines Morgens mit durchschnittener Kehle tot in der Bibliothek von Ballyglass House, dem Stammsitz der Familie Osborne. Detektive Strafford aus Dublin soll den Fall untersuchen, möglichst diskret wie er aus höchsten Kreisen zu hören bekommt.
Die Ermittlungen gestalten sich schwierig, aus der Familie scheint niemand so recht als Täter infrage zu kommen und das Haus war über Nacht verschlossen. Für Strafford beginnt eine mühselige Suche nach Motiv und Täter.
- Dieser historische Krimi benötigt wieder einmal zwei Blogeinträge. Hier findet ihr die spannenden Aspekte und bei Frau Goethe liest, wird wie gewohnt das Augenmerk auf den historischen Aspekt gelegt. #zweiblogseinbuch für eine umfangreiche Betrachtung von historischen Krimis.
- Da stellt sich natürlich die Frage. War es spannend?
Meine Meinung:
War es spannend?
Ja war es, aber anders als erwartet. Mir stellte sich schnell nicht mehr die Frage nach dem: Wer war der Täter? Oder warum wurde Father Tom Harkins ermordet. Viele hatten ein Motiv, auch wenn mir das mehr so nebenbei bewusst wurde, das muss man selber lesen glaube ich, um es zu verstehen, verraten kann ich es nicht.
Strafford arbeitet mit den Mitteln seiner Zeit und die sind eher begrenzt, außer Fingerabdrücken steht ihm nichts an forensischen Methoden zur Verfügung. Also beschränken sich seine Ermittlungen auf Gespräche, die nichts mit Verhören wie wir sie aus Krimis normalerweise kennen, zu tun haben, er lädt die Personen nicht vor, sondern besucht sie in ihrer gewohnten Umgebung und erfährt so einiges über den ermordeten Priester, allerdings lässt uns der Autor nicht an den Gedankengängen Straffords teilhaben, sodass die finale Auflösung für meinen Geschmack zu überraschen war.
Das Buch spielt in Irland zu einer Zeit als Protestanten und Katholiken noch viele Konflikte untereinander zu lösen hatten, ich bin nicht gut genug mit der Materie vertraut, um darauf näher einzugehen, ob es realistisch ist, das sich ein Kirchenoberhaupt in die Ermittlungen der Polizei einmischt und nach Möglichkeit versucht, alles was geschah zu vertuschen. Vorstellbar ist es allerdings. Strafford sperrt sich nur halbherzig gegen diese Einmischung, mit aristokratischer Zurückhaltung um es mal so auszudrücken. Etwas mehr Biss hätte ihm gutgetan, so blieb seine Person etwas blass.
Tod in der Bibliothek war also ein durchaus spannendes Lesevergnügen, zwar mehr in der Frage, ob ich mit meiner Vermutung zum Motiv recht hatte, aber auch das führte bei mir dazu, dass ich das Buch nicht aus der Hand legen wollte.
- Taschenbuch: 368 Seiten
- Verlag: KiWi-Taschenbuch (10. Oktober 2019)
- Sprache: Deutsch
- ISBN-10: 3462052489
- ISBN-13: 978-3462052480















