Mittwoch, 30. Oktober 2019

Der unmögliche Mord / Tanja Karmann (Hrsg)

Inhalt: 17 Autorinnen und Autoren haben sich in dieser Anthologie versammelt um die Frage zu klären, wie Verbrechen in der Zukunft aussehen werden, mit welchen Mitteln sie aufgeklärt werden können und gibt es in der Zukunft vielleicht den perfekten Mord?

Meine Meinung:
Der unmögliche Mord, ist ein Zufallsfund den ich auf der FBM19 gemacht habe. Zuerst fiel mir das Cover auf, die Kombination aus Engel, der Farbe schwarz und dem düsteren Blick zog mich fast magisch an, ein Blick auf den Klappentext hat mich dann vollkommen überzeugt. Die Liste der teilnehmenden Autoren ist schon beeindruckend, das die Geschichten keinem festen Genre zuzuordnen sind tat sein übriges.
Meine Neugier war geweckt und wieder zuhause wollte ich nur mal reinschnuppern. Das kostete mich dann zwei schlaflose Nächte, die sich aber definitiv gelohnt haben.

Ich bewerte jetzt nicht jede einzelne Geschichte, ich habe die Erfahrung gemacht, das es sehr mühsam ist nicht zuviel zu verraten, wenn ich erst einmal ins erzählen gerate.
Stellvertretend für alle erzähle ich euch von der ersten Story, sie gab mir schon einen Vorgeschmack auf die Qualität der anderen.

Achtung Spoiler

Tadukeh von Carsten Schmitt.
Die Geschichte beginnt wie ein klassischer, historischer Krimi.
Die Leiche eines jungen Mannes wird in die Pathologie gebracht, so würden wir den Raum wohl nennen, der sich unter der Gendarmeriewache befindet. Der junge Mann wurde wohl ermordet, seine Identität ist ungeklärt, er würde in einem normalen Krimi wohl als unbekannter Toter in einem namenlosen Grab landen. Tadukeh ist aber kein normaler Krimi, der Ermittler Kommissär Charois hat die Möglichkeit mit dem Toten in Verbindung zu treten, sein Leben und seine Vergangenheit zu sehen.
Ob es ihm gelingt den Täter dingfest zu machen und seiner gerechten Strafe zuzuführen und vor allem welche Mittel ihm zur Verfügung stehen, das verrate ich euch dann doch nicht.

Normalerweise kommt jetzt von mir:
Natürlich konnte mich nicht jede Geschichte überzeugen.
Aber was ist schon normal wenn es um eine Anthologie handelt, die so viele verschiedene Genre beinhaltet?
Ich mochte jede Geschichte, ob sie nun von Vampiren handelt wie Staub von Isabella Archan oder ob sie in einer fernen Zukunft in Las Vegas spielt wie Bow 'n' Roll von Mario Steinmetz.

Die Herausgeberin Tanja Karmann hat ein sehr gutes Händchen bei der Auswahl der Autoren und deren Geschichten bewiesen, die sich alle mit spürbarer schreibfreude ans Werk gemacht haben. Auch ihr eigener Beitrag "Das Leben schreibt die besten Geschichten" ist wirklich lesenswert und überrascht mit einer interessanten Auflösung.

Lange Rede, kurzer Sinn
Der unmögliche Mord
ist eine hervorragende Anthologie, die mich wirklich überzeugte.

Vielen Dank für das Rezensionsexemplar.

  • Broschiert: 250 Seiten
  • Verlag: CONTE-VERLAG (1. März 2019)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 395602186X
  • ISBN-13: 978-3956021862

Dienstag, 29. Oktober 2019

Scherbenbrand von Cornelia Lotter

Inhalt: Margarete Heymann hat nur einen Wunsch: Sie will ans Bauhaus in Weimar. Die von Walter Gropius mit dem Ziel gegründete Schule, eine Einheit zwischenKunst und Handwerk zu schaffen, sollte auch ein Beispiel für die Gleichheit der Geschlechter in der Kunst werden. Jeder sollte ungeachtet seiner Herkunft oder seines Geschlechts die gleichen Möglichkeiten bekommen. Das dem nicht so ist, erkennt Margarete schon bald, und ihr Aufenthalt endet in einem Eklat.

Doch die junge Frau nimmt etwas Wichtiges aus ihrer kurzen Zeit am Bauhaus mit:
Ihre Liebe zur Töpferei.



Meine Meinung.

Margarete Heymann gab es wirklich, ihr beruflicher Werdegang, den Cornelia Lotter in ihrem Buch beschreibt, ist historisch belegt. Was ihr Privatleben angeht, hat sich die Autorin sicherlich die eine oder andere künstlerische Freiheit genommen.

Damit hat Cornelia Lotter ein Buch geschaffen, das ein eindrucksvolles Bild der damaligen Zeit vermittelt und ein klein wenig mit dem Mythos BAUHAUS aufräumt.

Sie erzählt von der Stärke, die der jungen Frau innewohnte. Gegen alle Widerstände setzt sie ihren Willen durch. Die Ausbildung in der Töpferwerkstatt des Bauhauses wurde ihr zunächst von Gropius verwehrt. Später wurde sie als begabt, aber nicht für die Werkstatt geeignet, bezeichnet.

Fast 70 Jahre lang begleiten wir Margarete auf ihrem Lebensweg, feiern mit ihr berufliche Erfolge und erleben ihre Niederlagen. 1934 muss sie ihre Keramikwerkstatt weit unter Wert verkaufen, um Repressalien unter den Nazis zu entgehen. Wir erleben, wie sie liebt und leidet, auch der Tod geliebter Angehöriger fordert ihre ganze Kraft.

Das alles hätte nun in einem Tränenmeer enden können oder in einer kitschigen Beschreibung à la Hollywood. Das erspart uns die Autorin aber wie erwartet. Wer die Bücher Cornelia Lotters kennt, weiß, dass sie zwar gefühlvoll aber auch kitschfrei erzählt.

Und so ist auch Scherbenbrand ein eindrucksvolles Porträt einer Frau, die sich in einer der dunkelsten Zeiten deutscher Geschichte zu behaupten weiß.

  • Format: Kindle Ausgabe
  • Dateigröße: 2354 KB
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe: 194 Seiten



Sonntag, 27. Oktober 2019

Opfer 2117 Jussi Adler-Olsen

Inhalt: Den Inhalt dieses Buches in wenigen Worten zusammenzufassen fällt mir gerade wirklich schwer, es passiert einfach zu viel.
Ich versuche es mal.
Der spanische Journalist Joan, will sich mit einer Story über syrische Bootsflüchtlinge profilieren und fliegt nach Zypern, dort beschließt er eine Story über  Opfer 2117 zu schreiben, eine Frau die scheinbar auf der Flucht ertrunken ist und nun mit anderen Opfern an den Strand gespült wurde.
Diese Story inspiriert einen dänischen Jugendlichen aus gutem Haus, dazu einen Amoklauf zu starten, sobald er Level 2117 in seinem Killer Game erreicht hat, um ein Zeichen zu setzen für die unschuldigen Opfer eines sinnlosen Krieges.
Im Sonderdezernat Q läuft derweil alles seinen fast gewohnten Gang, bis Assad ein Foto der ertrunkenen Frau sieht und im Hintergrund zwei weitere Frauen aus seiner Vergangenheit. Jetzt muss das Team um Carl beweisen das sie vorbehaltlos zu einander stehen um gleich zwei Katastrophen zu verhindern.

Meine Meinung:
Opfer2117 ist der 8. Band der Reihe, ich habe irgendwann den Anschluss verloren und hatte den Sonderermittler Carl und sein Team nicht mehr wirklich auf dem Schirm, bis ich die Vorankündigungen zu diesem Buch gelesen hatte, das Thema hat mich gleich angesprochen. Mittlerweile sind Themen wie Flüchtlingskrise,IS-Terror und Amoklauf leider nicht mehr neu, fast täglich begegnet man ihnen in den Medien. Umso gespannter war ich darauf, wie Jussi Adler-Olsen die Themen umsetzt und ich muss sagen: Gut gemacht.
Ich mochte Schreibstil, des Autors schon immer, hier hat auch der Übersetzer Hannes Thiess einen guten Job gemacht, er ist gewohnt flüssig und hält die Leser am Buch. Die spannende Geschichte tut natürlich ihr Übriges dazu, das man das Buch kaum aus der Hand legen mag. Er verknüpft die verschiedenen Handlungsstränge sehr geschickt miteinander, so das am Ende alle Fragen beantwortet werden. Besonders gut gefallen hat mir, das ich mehr über Assad erfahren konnte, seine Vergangenheit, bevor er zum Sonderdezernat Q kam, lag ja bisher im Dunkeln.
Auch Rose ist wieder mit im Team, aus der Story erfuhr ich, das sie irgendwann das Team verließ und sich wegen eines Traumas vollständig zurückzog. Ihre Rückkehr vollzog sich allerdings reibungslos, ein Aspekt der mir ebenfalls sehr gut gefiel, evtl. Querelen innerhalb des Teams mag ich gar nicht.

Ich vergebe für Opfer 2117 eine absolute Leseempfehlung. Auch wenn man nicht alle Bücher der Reihe gelesen hat, ist der Einstieg leicht.

  • Gebundene Ausgabe: 592 Seiten
  • Verlag: dtv Verlagsgesellschaft (10. Oktober 2019)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 342328210X
  • ISBN-13: 978-3423282109


Samstag, 26. Oktober 2019

Das Lied der Wächter Das Gesetz von Thomas Erle

Inhalt: Nachdem Felix seine Eltern, die nach einem Atomunfall vor 16 Jahren im Schwarzwald gefangen sind, gefunden hatte verlebte er einen schönen Sommer mit ihnen und Chiara. Aber er kann nicht bleiben, getrieben von dem Willen herauszufinden, was den Schwarzwald so sehr verändert hat, macht er sich auf die Suche nach Antworten.

Meine Meinung:
Zunächst einmal, man kann die Trilogie nur im Zusammenhang lesen.
Das Gesetz ist der ausgereifteste Band der Trilogie, des Autors Thomas Erle, er hält sich dieses Mal nicht mit allzu vielen Ortsbeschreibungen auf, nur gerade soviel um dem Leser einen Überblick über die Gegend  zu verschaffen. Dafür konzentriert er sich auf Felix selbst gewählte Aufgabe: Herauszufinden was es mit der geheimnisvollen Kraft auf sich hat. Felix Reise zu Antworten gestaltet sich Schwierig und wird durch Chiaras, Gefangennahme unterbrochen, das Mädchen ist ihm gefolgt und in die Hände der Soldaten und eines Arztes geraten, als Felix sie befreit ist sie nur noch ein Schatten ihrer selbst, um sie zu retten riskiert er alles.

Viele Fragen die sich in den ersten Bänden gestellt haben, werden erwartungsgemäß beantwortet, einige Antworten aber bleiben im Dunkel.
Thomas Erle überlässt es der Fantasie seiner Leser, sich vorzustellen was mit Felix und den Menschen die er liebt weiterhin geschieht, er lässt das Ende offen.
Aber die Botschaft ist klar, das glaube ich zu wissen:
Seid achtsam, mit der Natur und den Menschen, es ist genug für alle da.
Diese Botschaft, sofern Thomas Erle sie wirklich vermitteln wollte, kommt nicht laut und polternd daher, Erle verkneift sich den erhobenen Zeigefinger.
Das Erbe der Wächter: Das Gesetz , ist eine durchaus lesenswerte Trilogie, die vor allem jugendliche Leser ansprechen wird, aber auch Erwachsene werden ihre Freude daran haben.

  • Taschenbuch: 416 Seiten
  • Verlag: Gmeiner-Verlag; Auflage: 2019 (9. Oktober 2019)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3839223601
  • ISBN-13: 978-3839223604


Donnerstag, 24. Oktober 2019

FAAR Das versinkende Königreich.Blinde Wächter von Christian Günther

Während sich Alix, Gor und Harmis auf den Weg zum Weltenbruch machen, um den Karthografen Gomar zu finden, verschlägt es Hyron und Syuk nach Kath, die einzig verbliebenen Mitglieder Der Brüder der Schande, suchen ihr Glück zwischen Kampfgruben und alten Tempeln dort treffen sie auf Jelveedi, eine frühere Liebe Hyrons, die mit einer gefährlichen Bitte an sie herantritt.

Meine Meinung:
Gleich zu Beginn des zweiten Teils der FAAR Reihe, war ich gleich wieder mitten im Geschehen. Christian Günther hält sich und damit seine Leser nicht mit langen Erklärungen auf, alles was man aus dem Vorgängerband wissen muss um der Geschichte weiter folgen zu können, wird in Gesprächen und kurzen Rückblenden ausreichend erklärt, trotzdem empfehle ich schon allein um des Vergnügen willens, auch den ersten Teil: Die Aschestadt zu lesen.
Christian Günther beweist mit seiner Buchreihe, das Fantasy mehr kann als nur zu unterhalten, neben einer spannenden und interessanten Handlung die dem Leser viele Rätsel aufgibt und für den Moment wenige Antworten gibt, ich bin sicher die kommen im dritten Teil, erleben wir, das es Freundschaft auch unter vermeintlichen Feinden geben kann, das es nicht darauf ankommt, wie man aussieht oder wo man herkommt, sondern buchstäblich auf die inneren Werte.
Wir erfahren aber auch, das man nicht jedem Freund trauen kann.
Ich mag den Schreibstil des Autors, er erzählt ohne seinen Lesern alles vorzuschreiben, es bleibt genügend Raum für die eigene Fantasie, ich habe genaue Vorstellungen vom Aussehen der Protagonisten und den örtlichen Begebenheiten. Genau so wie ich es mag.

Ich vergebe auch für den 2. Teil der FAAR Reihe eine absolute Leseempfehlung.

  • Broschiert: 300 Seiten
  • Verlag: Amrun Verlag; Auflage: 1 (18. März 2018)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 9783958692985
  • ISBN-13: 978-3958692985
  • ASIN: 3958692982

Mittwoch, 23. Oktober 2019

Zauberschön von Irene Matt

 Inhalt: Der zukünftige König von Florapis, ist alles andere als ein Traumprinz wie er im Buche steht: Er fürchtet sich vor allem und jedem, seit er als Baby von einer Biene gestochen wurde. Sein Vater, der allseits geliebte König Florobert entschließt sich die Amtsgeschäfte künftig mit seinem Sohn zu teilen, in der Hoffnung, dass dieser zu mehr Selbstbewusstsein findet.
Leider erfüllt sich diese Hoffnung nicht: Als erste Amtshandlung beschließt der Prinz eine Mauer um Florapis bauen zu lassen. Damit ist das einst blühende Königreich dem Untergang geweiht, die Menschen können vor lauter Arbeit an der Mauer ihren Geschäften nicht mehr nachgehen, verlieren vor lauter Müdigkeit und dem ewigen Baulärm ihre Lebensfreude und als dann auch noch ein Tatzelwurm namens Pankratz auftaucht, dessen Leibspeise Ideen sind, versinkt die Stadt vollends in Lethargie. Einzig Ava, kann den Tatzelwurm sehen und hat am Ende die rettende Idee.

Meine Meinung:
Als mir das Buch angeboten wurde, war mein allererster Gedanke: Ich lese doch keine Märchen. Schon als Kind störte es mich, das die Mädchen und Frauen zwar erst einmal, starke Persönlichkeiten waren die wissen was wollen, um das aber auch zu bekommen, müssen sie alles tun was von ihnen verlangt wird und brauchen am Ende doch den Prinzen der sie rettet. Oder aber sie sind so zickig, gemein und unfreundlich, das sie die Strafe die sie am Ende bekommen auch verdienen.
Es gibt kaum etwas dazwischen, auf jeden Fall nicht in den Märchen die ich kenne.
Aber das Cover ist so schön und der Klappentext liest sich auch gut und vielleicht sollte ich mal wieder einen Versuch wagen.
Ich hätte es sehr bereut dieses Buch nicht zu lesen.
Es erzählt vordergründig von Ava und ihrem Kampf um Florapis um das Glück ihrer Mitbürger, es erzählt von den Abenteuern die sie besteht und auch von den Rückschlägen. Aber es  erzählt auch davon, was geschieht wenn die Freiheit der Menschen eingeschränkt wird, was passiert wenn man ihre Kreativität und Lebensfreude beschneidet, was der Prinz unbeabsichtigt tut.
Ich kann euch jetzt nicht zuviel verraten, das Märchen umfasst gerade mal 180 Seiten, der komplette Inhalt wäre also sehr schnell erzählt.
Dieses Buch behält seinen Platz in meinem Bücherregal, in der Hoffnung das ich es irgendwann einmal meinen Enkeln vorlesen kann.
Ich möchte auch noch die wunderhübschen Illustrationen von Silvia Paparella erwähnen.





Ich vergebe für Zauberschön eine absolute Leseempfehlung.

  • Gebundene Ausgabe: 184 Seiten
  • Verlag: Verlag am Eschbach; Auflage: 1 (1. Oktober 2019)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3869178000
  • ISBN-13: 978-3869178004


Tod in der Speicherstadt von Anja Marschall


Ein toter Zollbeamter und eine verbrannte, nicht identifizierbare Leiche auf einem vermeintlichen Schmugglerschiff, führen den Rendsburger Kriminalkommissar Hauke Sötje nach Hamburg. Ein Siegelring, den der Tote am Finger trug, führt ihn in höchste Hamburger Kreise zur einflussreichen Familie Bellingrodt. Dort stößt Sötje auf eine Mauer aus Ablehnung und Schweigen. Die Bitte seiner Verlobten Sophie, sie bei der Suche nach einer jungen Frau und ihrem Kind zu unterstützen, deren Spur sich nach der Auswanderung des Kindsvater nach Brasiliens in den Armenvierteln Hamburgs verliert, erleichtert seine Arbeit nicht wirklich.


Tod in der Speicherstadt, ist eines dieser Bücher, die es mehr durch Zufall in meine Hände geschafft haben und es hatte mich spätestens nach dem Prolog. Die Geschichte spielt zum Ende des 19. Jahrhunderts, einer Zeit in der die moderne Kriminalistik noch in den Kinderschuhen steckte und sich die Macht der reichen Kaufleute gegenüber den staatlichen Organen erst langsam auflöste; noch regiert oft mehr das Geld als das Gesetz.
© Heike Stepprath (Kaffeeklappe/ Speicherstadt)

Hauke Sötje schert sich nicht um Klassenschranken, er will die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen, ungeachtet der beruflichen Konsequenzen, die seine Hartnäckigkeit für ihn haben könnte. Schon allein das ist ein sehr spannender Aspekt des Buches, hinzu kommen natürlich noch die schon erwähnten Toten, bei denen es leider nicht bleibt. Sötje hat in ein Wespennest gestochen und der oder die Mörder sind ihm auf den Fersen und gleichzeitig immer einen Schritt voraus. Zwar blieb die atemlose Spannung aus, soweit es um die Aufklärung der Todesfälle ging, es gab halt keine wilden Verfolgungsjagden, keine forensischen Erkenntnisse in letzter Minute (wie denn auch?), aber es gab eine - in meinen Augen - sehr authentische Ermittlungsarbeit Sötjens. Diese zu beobachten, ihr zu folgen und zu versuchen Sötjens Gedankengänge zu folgen, die eher kläglichen Mittel, die ihm zur Verfügung stehen, in Gedanken mit den heutigen zu vergleichen, das alles macht Tod in der Speicherstadt zu einem spannenden, historischen Kriminalroman. Leise, aber nie langweilig, wozu auch die Ermittlungen Sophies und ihre Suche nach der verschwundenen jungen Frau und ihrem Kind einen Großenteil beiträgt. Sie führt uns in die Elendsviertel Hamburgs und führt den Lesern das Schicksal vieler Frauen vor Augen, die in den Augen der gut bürgerlichen Gesellschaft Schande über sich und ihre Familien gebracht haben, weil sie vor der Ehe ein Kind bekamen. Anja Marschall lässt eine historisch belegte Figur auferstehen, die die Not der Frauen gnaden- und herzlos ausnutzte. Sie nennt sie in ihrem Buch Gertrud Wiesner, aber natürlich ist schnell klar, dass es sich um Elisabeth Wiese handelt: Die Engelmacherin von Sankt Pauli.

© Heike Stepprath ( Elisabeth Wiese.Totenmaske. Minuten nach der Hinrichtung)

Ich vergebe für das Buch eine absolute Leseempfehlung. Auch wenn ich wieder einmal mitten in eine Reihe gegriffen habe, mir fehlte aber nichts zum Verständnis. Alles was man wissen muss, wird im Laufe der Handlung wunderbar eingeflochten.

Wer mehr über den historischen Aspekt des Buches erfahren möchte. Heike vom Blog:
https://fraugoetheliest.wordpress.com/
Hat diese Seite des Buches als Schwerpunkt in ihrer Rezension beleuchtet. Was ist Fakt, was ist Fiktion?


Über weitere Bücher mit dem Ermittler Hauke Sötje und seine Verlobte Sophie, würde ich mich auf jeden Fall sehr freuen.

Wer mehr erfahren möchte und aus der Nähe von Hamburg kommt: Am Freitag, 25. Oktober um 19:30 Uhr, liest Anja Marschall im Speichermuseum Hamburg aus Tod in der Speicherstadt.

Vielen Dank an da den emons Verlag für das Rezensionsexemplar.
#zweiblogseinBuch
schaut doch mal was Heike zu dem Buch zu sagen hat:
https://fraugoetheliest.wordpress.com/2019/10/23/sotje-ermittelt-in-hamburg/

  • Taschenbuch: 384 Seiten
  • Verlag: Emons Verlag (17. Oktober 2019)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3740806613
  • ISBN-13: 978-3740806613
  • Größe und/oder Gewicht: 13,6 x 3,3 x 20,5 cm




Sonntag, 20. Oktober 2019

#fbm19 Tag 2

Hätten sie gekonnt, meine Füße wären ja schon am Vorabend weggelaufen, aber Jammern nutzt nichts habe ich ihnen gesagt, ich habe es ausprobiert.
Also auf zum zweiten Messetag.
Der mit einem Besuch am Mantikore Stand startete, ich hoffte ja dort Mario Steinmetz zu treffen, bevor um 11 Uhr die Massen zu seiner Signierstunde strömten, ja Glück muss man haben, er war da und er hatte Zeit. Wir haben uns länger über seine Bücher unterhalten, die Alten, das Neue und über das was kommt, das Neue musste ich natürlich mitnehmen, vielleicht ist in der Spritze ja die Lesezeit die ich dringend brauche.

Weiter ging es zu einem Bloggertreffen beim Conte Verlag. Isabella Archan stellte uns ihr neustes Buch: Ein reines Wesen, vor und erzählte etwas aus ihrem Leben, soviel Lebensfreude und Freundlichkeit erlebt man selten, ich bin immer wieder begeistert.
Ihr Buch musste ich natürlich gleich mitnehmen, genau wie die Anthologie :Der unmögliche Mord, die von Tanja Karmann herausgegeben wurde.


Bis zu meinem nächsten Termin war noch etwas Zeit, in der ich mich mit einer erstaunlich guten Rindsbratwurst stärkte, ob wir jetzt davor Tanjas selbst gebrannten probierten? Die Zeit fehlt in meiner Erinnerung. Die Wurst war lecker und die Gesellschaft von Kerstin und Roland, wie immer sehr angenehm.

 Ich habe mich auf der Messe tatsächlich richtig geärgert.Der deutsche selfpublishing Preis, ist eine tolle Idee, es werden Autoren ausgezeichnet, die nicht nur mit Herzblut ihre Bücher schreiben und verlegen, sondern so professionell arbeiten, das man keinen Unterschied zu Verlagsbüchern erkennt. Es gibt zwei Kategorien: "Belletristik,  Kinder- und Jugendbuch" sowie "Ratgeber und Sachbuch" Und in beiden Kategorien werden Äpfel mit Birnen verglichen. Als Leser stelle ich vollkommen andere Ansprüche an Romane für Erwachsene als an Kinderbücher, wobei meine Ansprüche an Kinderbücher viel höher sind, zu Jugendbüchern kann ich nicht viel sagen, damit fehlt es mir an Erfahrung. Ebenso kann man Sachbücher und Ratgeber meiner Meinung nach nicht miteinander vergleichen, in Sachbüchern erwarte ich nachprüfbare Fakten, in Ratgebern eher Tipps und Tricks, die bei mir nicht unbedingt funktionieren müssen. Ich gratuliere den Preisträgern von Herzen, ich bin davon überzeugt das sie in ihrer Kategorie zu Recht gewonnen haben, weil sie tolle Bücher schrieben. Sorry, ich habe leider kein Foto von der Veranstaltung für euch, ich mach mal einen auf Heide Klum: Durchgefallen.

 Aber, dann kam doch wieder etwas sehr schönes. Gefährtentreffen Amrûn-Verlag. Vor dem Lesezelt unter freiem Himmel. Wird schon nicht regnen, ich habe ja einen Schirm dabei. Pustekuchen. Das erste Mal wechselten wir den Standort weil es zu laut war, das zweite Mal weil es anfing zu nieseln und das dritte und letzte Mal weil sich die Agora unter einem Sintflutartigen Regenschauer in einen Pool verwandeln wollte. Der Mitherausgeber der Anthologie Die Hilfskräfte - Die wahren Herren des Dungeons, las uns einige Passagen vor ( das Buch ist eine absolute Leseempfehlung von mir, genau so wie Allessandra Ress, die aus ihrer, Novelle Liminale Personae, las. Nach unserer letzten Flucht vor dem Regen, lauschten wir der wunderbaren Katharina Wolf, ich liebe ihre Art zu schreiben und irgendwann lese ich nur wegen ihr auch mal einen Liebesroman, das was ich bisher mitbekommen habe, gefiel mir schon mal, also kauft: Mein Herz, dein Kopf und ein Universum dazwischen: Gay-Romance. Ein besonderer Dank geht hier an die Bloggerfeecrew, Sasija,Claudia und Eva ihr habt das Treffen toll vorbereitet und betreut.Es gab auch Geschenke.


; Der Block und der Stift, sind streng limitiert, aber vielleicht habe ich ja zwei mitgebracht.

Nach diesem mehr fröhlichen als feuchten Treffen ging es weiter zum Bloggertalk an den Gmeiner Verlagsstand, ein kurzer Abstecher zu Emons war vorher auch noch drin, ich musste dort unbedingt meine Begeisterung zu Worüber wir schweigen kundtun.
Bei Gmeiner wurden wir von Petra Wendler mit einem Gläschen kalten Sekt empfangen, sie weiß ganz genau was ihre Leser außer guten Büchern noch so brauchen.

Zum Guten Schluss, gab es noch eine Lesung in der Stadt, im Cafe Roseli, organisiert wurde dieses Event von Heike Stepprath und die hat das richtig toll gemacht, wenn denn dann auch all die die fest zusagen kommen würden oder zeitnah absagen, Leute wo ist das Problem? Aber selber schuld, wir hatten Spaß und all die anderen Gäste im Cafe auch, die sind nämlich fast alle geblieben als die Lesung von Ellin Carsta losging und an ihren Gesichtern sah man: Es hat ihnen ausnahmslos gefallen.

Fleißige Autorin beim fleißigen signieren (Bild geklaut bei Buch-Leben)



#FBM19

Aus unterschiedlichen Gründen sollte die FBM für mich dieses Jahr eigentlich ausfallen, ich schaute schon voller Neid (ja auf manches bin ich dann doch ein bisschen neidisch) auf die fröhlichen und aufgeregten Messevorbereitungen von lieben Freunden,Bloggerkollegen und Kolleginnen und der Autoren. Viele Einladungen musste ich schon im Vorfeld ablehnen und dann stand ich Dank Jasmin Bräutigam von Blog Buchleben doch vorm Messeturm.



An meinem ersten Messetag verabredete ich mich für 9 Uhr mit Heike und Ulla im Pressecenter, Heike hatte mir ein Smartpone mitgebracht damit ich auch mal in die Moderne Welt eintauchen könnte: Instagram ich komme. Oder auch nicht, wir scheiterten kläglich am W-LAN, weitere spätere Versuche, scheiterten auch aber das ist eine andere Geschichte. Instagram: Ich komme vielleicht etwas später.
Da ich für diesen Tag kaum Termine hatte, konnte ich mich ganz in Ruhe umsehen, irgendwann landete ich auch im Norwegen Pavillion, den ich aber recht schnell wieder verließ, irgendwas in dem Raum machte mich fürchterlich nervös, alles schien in Bewegung ( an Tanjas selbst gebranntem konnte es nicht liegen, der kam später).





Ein paar Verlagsstände waren Pflicht und standen ganz weit oben auf meiner Liste, wobei die Treffen dort schon fast privater Natur sind. Andreas M. Sturm gehört zu den Autoren die muss ich auf jeder Messe treffen und ich freue mich immer sehr wenn er Zeit, ich liebe seine Bücher. Ganz kurz durfte ich auch Franziska Steinhauer am Stand der Edition Krimi getroffen, die in der Anthologie Märchenmorde mit einer Geschichte vertreten ist, hier sollte ein Bild der leckeren Pralinen hin, die sie mir geschenkt hat, aber .... sie waren echt lecker.

Nachdem ich eine Weile rumgebummelt bin, traf ich mich auf einen schnellen Kaffee mit Astrid Korten, auch das ist für mich ein Privatvergnügen, Astrid ist einfach wunderbar.

Um 15 Uhr hatte ich dann gemeinsam mit Heike einen Termin mit der wunderbaren Bloggerbetreuerin vom Aufbau Verlag, Nora Friedrichs stellte uns die Neuererscheinungen im Bereich historische Romane vor und wir erzählten ihr von einem Projekt, das wir zusammen machen möchten. Ich glaube das wird richtig gut.

Und schon hatte ich wieder Freizeit und ein sehr entspannter erster Messetag ging zu Ende.

Die obligatorische Büchereule darf natürlich auch nicht fehlen.



Mittwoch, 16. Oktober 2019

Skorpion und Klapperschlange von Reinhard Marheinecke

Nach §2 Nr. 5 TMG kennzeichne ich diesen Beitrag als Werbung.
Inhalt: Auf der Suche nach dem Mörder seines Bruder gerät Jeff Robinson in die Gefangenschaft der Kiowas, durch einen glücklichen Zufall sind Old Shatterhand und Winnetou in der Nähe und können den jungen Mann befreien. Die Blutsbrüder beschließen ihm auf der Suche nach dem feigen Mörder zu helfen. Die erste Spur führt sie nach Fort Worth in Texas, hier erfahren sie das der Bandit unter vielen Namen auftritt und nicht nur ein Falschspieler ist sondern auch gemeinsame Sache mit den Indianern macht.


Meine Meinung:
Kein anderer Schriftsteller vermochte seine Leser so sehr zu fesseln wie Karl May, besonders Jugendliche nahm er mit in den Orient und nach Amerika. Zu seinen erfolgreichsten Werken zählen sicherlich die Geschichten um Winnetou den Häuptling der Apatchen und dessen Blutsbruder Old Shatterhand.
Und hier knüpft Reinhard Marheinecke , wie es scheint fast nahtlos, obwohl  schon Jahrzehnte vergangen sind seit ich die Originalbücher rund um den edlen Indianerhäuptling las, war dieses Gefühl von unverbrüchlicher Freundschaft und absoluter Loyalität, nach ein paar Seiten wieder da.
Man merkt dem Autor seine Liebe zu den Werken Karl Mays mit jedem Satz an, den einen oder anderen Ausdruck hat er direkt übernommen, z.B. Mesch'schurs* über den ich beim Lesen immer wieder stolperte, auch seine Ausdrucksweise lehnt sich, Gefühlsmässig, stark an die Originale an und verschafft seinen Lesern damit ein Wohlfühlerlebnis beim Lesen, ich könnte es Nostalgie nennen, aber dieser Begriff birgt Traurigkeit in sich und die empfindet man sicherlich nicht wenn man die neuen Abenteuer der Blutsbrüder liest.
Für Karl Mays Fans ist das Buch Skorpion und Klapperschlange ein absolutes Muss und auch wer klassische Western mag, ist hier bestens bedient, Bösewichte, Helden und schöne Frauen das Buch hat alles was ein guter Western braucht.

Im Klappentext ist dem Verlag ein kleiner Fehler unterlaufen, es handelt sich um den Bruder Jeff Robinsons, nicht um den Stiefvater, der getötet wurde.

  • Gebundene Ausgabe: 304 Seiten
  • Verlag: Karl-May-Verlag (16. Oktober 2019)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3780201321
  • ISBN-13: 978-3780201324


* (Die aus den Abenteuerromanen des deutschen Schriftstellers Karl May bekannte Anrede Mesch’schurs geht auf die französische Form Messieurs zurück)

Dienstag, 15. Oktober 2019

Worüber wir schweigen von Michaela Kastel

Nach §2 Nr. 5 TMG kennzeichne ich diesen Beitrag als Werbung.
Inhalt: Nach 12 Jahren kehrt Nina in ihr Heimatdorf zurück, das sie nach dem Tod ihres Schulfreundes Domi verlassen hat. Sie hat alle Brücken hinter sich abgebrochen und sich weder bei ihrer Familie noch bei ihren Freunden Mel und Tobias gemeldet. Mit ihrer Rückkehr brechen alte Wunden wieder auf.
Meine Meinung:
Lange war mir nicht klar wo die Autorin Michaela Kastel mit mir hin will. Die Erzählung springt von einem Protagonisten und in verschiedene Zeiten, sie enthüllt nach und nach ein Beziehungsgeflecht, das geprägt ist von Liebe, Hass, Verzweiflung und den Schwierigkeiten des Erwachsenwerdens.
Die Familien der Protagonisten sind schwierig, Nina wird von ihrer Medikamentenabhängigen, depressiven Mutter vernachlässigt, ihr Vater Gregor kann keine richtige Beziehung aufbauen und will eigentlich aus seiner Ehe flüchten nur die Liebe zu seiner schwierigen Tochter scheint ihn zurück zuhalten. Nina flüchtet schon früh in wechselnde Beziehungen. Mels Leben ist völlig anders, sie wird von ihrer Mutter überbehütet und träumt von der großen Liebe. Domi und sein kleiner Bruder Tobias sind erst vor kurzem in das kleine Dorf gezogen, ihre Mutter Sophie lebt nur für ihre Familie.
Ganz normale Familien mit ganz normalen Problemen also, deren Zusteuern auf eine Katastrophe das Buch nur nach und nach enthüllt. Es ist schnell klar, das Nina in das Dorf zurückkehrt um die genauen Umstände von Domis Tod aufzuklären und vielleicht auch Rache zu nehmen. Ich erzähle jetzt nicht mehr, ich würde zu schnell, zu viel verraten. Nur soviel, das Ende hat mich überrascht, nachdem alle Tatsachen offen gelegt wurden, ergab sich ein klares und sehr erschreckendes Bild.

Ich vergebe für Worüber wir schweigen, eine absolute Leseempfehlung, es ist ein besonderes Buch, das seinen wahren Schrecken erst ganz am Ende enthüllt.

  • Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
  • Verlag: Emons Verlag (17. Oktober 2019)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3740806435
  • ISBN-13: 978-3740806439


Nachtblau der See von Gabriela Kasperski

Inhalt: Kurz vor der Premiere stürzt die Hauptdarstellerin eines Shakespeare Stückes in den Tod, zunächst sieht alles nach einem Unfall aus. Das Betreten der ungesicherten Tribüne war strengstens untersagt, doch für ein Selfie nahm die junge Influencerin das Risiko in Kauf.
Bald schon mehren sich allerdings die Hinweise, das es sich nicht um ein tragisches Unglück handelt.
Werner Meier übernimmt den Fall, sehr zum Leidwesen seiner Partnerin Zita Schneyder, die sich mehr familiären Einsatz von ihm wünscht, besonders im Hinblick auf ihre eigene Karriere.

Meine Meinung:
Ich hatte ein paar Bedenken, ein Buch das aus einer Reihe zu lesen ohne alle Vorgängerbücher zu kennen. Ich kannte bisher nur den 2 Teil: Besondere Umstände, der Autorin. Mittlerweile sind die Schnyder/Meiers eine größere Familie und Zita träumt davon für einige Zeit ins Ausland zu gehen, während Meier eine Beförderung annimmt die Zitas Pläne vollkommen zerstören könnte.
Ihre unterschiedlichen Ansichten haben sich im Laufe der Zeit nicht sehr geändert, sie reiben sich aneinander bis es funkt.
Aber nun genug von den Beiden, schließlich handelt es sich bei Nachtblau der See um einen Krimi und nicht um eine Beziehungsstudie.


Das Buch beginnt im Jahr 2019
Hannah Frank steht vor Gericht, weil sie einen Regisseur öffentlich beschimpft hat und Behauptungen aufstellte, die sich als Verleumdungen herausstellen könnten. Sie schweigt zu allen Vorwürfen.

Erst nach dem Prolog und dem kurzen Kapitel über die Gerichtsverhandlung springt die Geschichte in das Jahr 2018, kurz vor der Premiere des Theaterstückes und dem tragischen Tod Arielle Bergmanns. Die Gründe für alles was geschah, liegen weit in der Vergangenheit, der Leser erhält einen Einblick hinter die Kulissen des Theaters, die man so nicht erwartet hat. Me too, ist der rote Faden der sich durch das gesamte Buch zieht.

Es ist schwierig zu erklären, welche Gedanken mir beim Lesen durch den Kopf gingen und es war auch ein bisschen schwierig der Krimihandlung zu folgen, denn ich wurde immer wieder durch die privaten Problem der Schnyder/Meiers abgelenkt und die vielen Protagonisten und Handlungsstränge tun ihr übriges um den Lesefluss etwas zu bremsen, dennoch ergibt am Ende alles ein klares Bild, das Motiv für den Mord wird deutlich und auch Hannah Franks Verhalten, ergibt am Ende einen Sinn.

Ich kann also nur eine eingeschränkte Leseempfehlung geben, sicherlich werden Fans der Reihe begeistert sein, denn sie kennen die Art und Weise wie Gabriela Kasperski ihre Bücher schreibt, sie sind mit Schnyder/Meiers vertraut. Für Neueinsteiger, empfehle ich die Bücher ab dem 1. Band zu lesen.

Nachtblau der See ist der 5 Teil der Reihe.

Alle Bücher in chronologischer Reihenfolge.

Die gefallene Schneekönigin


Quelle: Lovelybooks


  • Taschenbuch: 336 Seiten
  • Verlag: Emons Verlag (23. September 2019)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3740806427
  • ISBN-13: 978-3740806422






Donnerstag, 10. Oktober 2019

"DIE BIBLIOTHEK DER FLÜSTERNDEN SCHATTEN - BÜCHERKRIEG" VON AKRAM EL-BAHAY


Inhalt: Den Freunden Sam, Nusar und Kani haben die Fabelwesen zum Tor des Himmels geführt, dort planen sie ihr weiteres Vorgehen, sie müssen verhindern das die Sahira Layl die Namen der Fabelwesen erneut verliest um sie wieder in die Bücher zu sperren. Während sich Sam und Shagyra auf den Weg nach Mythia macht, erfährt Kani von den Thalia wer sie wirklich ist und mehr über ihre Rolle im Bücherkrieg.

Meine Meinung:
Ihr seht schon:


DIE BIBLIOTHEK DER FLÜSTERNDEN SCHATTEN - BÜCHERKRIEG
von

AKRAM EL-BAHAY
kann man nicht allein lesen, es ist zwingend erforderlich auch die beiden Vorgängerbände zu lesen. Das ist bei einer Trilogie auch nicht weiter verwunderlich.
Ich habe also alle drei Teile der Serie gelesen und ich war von jedem der vorigen Bücher begeistert.
In den ersten Bänden führt uns Akram EL- Bahay in viele Geheimnisse der Bücherstadt ein, deren Auflösung allerdings enthielt er seinen Lesern bis zum letzten Band zum größten Teil vor.
Meine Erwartungen waren also hoch. Wird die Auflösung schlüssig sein oder verirrt sich der Autor zwischen den Gängen Paramythias, der Bücherstadt?


Die Bewohner Mythias sind mir sehr ans Herz gewachsen und so bangte ich mit jedem von ihnen, wohl wissend das es in einem Krieg auch Verluste geben wird. Die Trilogie ist sicherlich kein Kinderbuch, auch wenn es keine blutigen Schlachten gibt, sind die spannenden und für die Freunde auch sehr gefährlichen Momente, der finalen Kämpfe nicht zu vergleichen mit Kindermärchen.
Die Botschaft allerdings kann jeder verstehen, so verschieden wir auch sind, wir haben alle das Recht auf ein selbstbestimmtes Leben, egal wie die äußere Hülle aussieht.


Ich hatte Bedenken was die Beziehung zwischen Kani und Sam betrifft, vollkommen Grundlos, wie sich herausstellte: Kani bleibt eine selbstbestimmte und starke junge Frau, die sich ihrer Rolle im Bücherkrieg immer mehr bewusst wird und die sie auch annimmt, zwar zieht sie Kraft aus ihrer Liebe zu Sam, aber sie ordnet sich ihm nicht unter, sie braucht keinen strahlenden Helden der sie am Ende der Geschichte retten muss um alles zu einem guten Ausgang zu führen.
Zwar könnte Der Bücherkrieg, mit den klassischen Märchenworten:
Und wenn sie nicht gestorben sind, so leben sie noch heute enden.
Aber das war es dann auch schon mit den Ähnlichkeiten.


Die Bibliothek der flüsternden Schatten, wird wohl als eine der besten Trilogien in meiner Erinnerung bleiben und so vergebe ich eine uneingeschränke Leseempfehlung für die Trilogie.



Verlag: Lübbe; Auflage: 1. Aufl. 2019 (30. September 2019)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3404209524
ISBN-13: 978-3404209521

Sonntag, 6. Oktober 2019

Das Erbe der Elfen Die Hexer-Saga 1 von Andrzej Sapkowski

Nach §2 Nr. 5 TMG kennzeichne ich diesen Beitrag als Werbung.

Das Löwenjunge, die Thronfolgerin Ciri  überlebt als einzige den blutigen Angriff auf Cintra, alle die sie kannten, sind tot, einschließlich ihrer Großmutter der Königin von Calanthe. Der mächtige Hexer Geralt nimmt sie unter seine Fittiche und bringt sie nach Kaer Morhen, dort werden schon seit Ewigkeiten junge Hexer in Hexerei und Kampfkunst ausgebildet, so geschickt das kleine Mädchen im Kampf ist, so unbegabt scheint sie zu zunächst für die Hexerei zu sein, erst die Zauberin Triss Merrigold erkennt ihr Potenzial.



Meine Meinung:

Der Name des Autors Andrzej Sapkowski war mir vollkommen unbekannt, wie ich zu meiner Schande gestehen muss, ich hatte zwar schon vom Witcher Universum als Computerspiel gehört, aber das war es dann auch schon. Und dann sah ich in den Verlagsvorschauen des DTV Verlags, dieses Cover und schon war es um mich geschehen. Ich gebe es zu, ein schönes Cover, ein ansprechender Klappentext und schon bin ich verführt. Nun stelle ich mir natürlich die schönen Bücher nicht nur ins Regal, ich lese sie auch. Das Erbe der Elfen hat mich, Gott sei Dank, nicht nur optisch, sondern auch inhaltlich überzeugt. Die Charaktere sind recht gut beschrieben, ich hatte recht schnell ein klares Bild der Hauptprotagonisten vor Augen: Geralt der Hexer, ist ein reservierter Mann, der aufgrund seiner Erfahrungen im Leben, sein eigenes Ding macht, er will sich nicht mehr vor den Karren der Mächtigen spannen lassen, er beschützt sich selbst und die Seinen. Ciri, das Löwenjunge, ein kleines Mädchen das schon viel zu viel Leid erleben musste, sie ist clever, freundlich und fröhlich ich bin sehr gespannt wie sie sich noch entwickeln wird. Mit den Beschreibungen der Nichtmenschen, wie
z. B. die Elfen und Zwerge auch schon mal genannt werden, bedient Andrzej Sapkowski zugegeben das eine oder andere Klischee, aber das stört mich persönlich überhaupt nicht, ich wäre verwirrt, wären z. B. die Charaktereigenschaften der Zwerge und Elfen vertauscht.

Manchmal schwirrte mir der Kopf, ob der vielen Personen, die schon in diesem ersten Band der Reihe auftauchten, nicht immer war klar zu erkennen auf welcher Seite sie stehen, denn natürlich gibt es zwei Seiten, die die Ciri benutzen wollen, um die Macht über Cintra zurückzugewinnen und die, die Ciri um jeden Preis beschützen wollen.

Erst nach und nach gibt der Autor alle Zusammenhänge preis und obwohl in mir manchmal das Gefühl aufkam ich bräuchte noch mehr Informationen, war am Ende alles Rund, ich weiß oder eher ich ahne, wo der Autor mit seiner Geschichte hin will. Ich bin auf jeden Fall sehr neugierig.

Die eher düstere Atmosphäre, die die Grundstimmung des Buches ausmacht, wird durch einige humorvolle Passagen aufgelockert, diese sind aber nie dazu gedacht bestimmte Personen oder Ereignisse ins Lächerliche zu ziehen, sondern ergeben sich ganz natürlich aus der Situation heraus und kommen so völlig unerwartet.

Von mir bekommt
Das Erbe der Elfen
eine absolute Leseempfehlung.

  • Broschiert: 384 Seiten
  • Verlag: dtv Verlagsgesellschaft (20. September 2019)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3423262443
  • ISBN-13: 978-3423262446
  • Originaltitel: Krew Elfów




Dienstag, 1. Oktober 2019

Connect von Julian Gough



Inhalt: Der achtzehnjährige Colt lebt den größten Teil seines Lebens in einer von ihm selbst geschaffenen virtuellen Welt, in dieser Welt ist er der gefeierte Star, während er in der realen Welt nicht mit seinen Mitmenschen zurecht kommt. Heimlich beendet er eine Arbeit über Biotechnologie seiner Mutter und reicht sie bei einem Komitee ein. Noch bevor die bahnbrechende Arbeit an die Öffentlichkeit kommt, wird sie von der NDSA (National Domestic Security Agency) für die sein Vater arbeitet, beschlagnahmt.Cody und seine Mutter müssen fliehen und Cody muss sich der Realität stellen.

Meine Meinung: Im Kappentext heißt es *Cody ist der clevere Sohn ...* Clever ist absolut untertrieben, Cody ist ein genialer Computercrack, mühelos programmiert er virtuelle Welten und bügelt in diesen Fehler seiner Mitprogrammierer aus, er schreibt die Arbeit über Biotechnologie seiner Mutter zu ende. Intellektuell ist Cody auf einem kaum vorstellbaren Level, dem steht seine soziale Intelligenz gegenüber, ohne Skrupel räumt er die Konten seiner Mutter leer um sich Computerzubehör zu kaufen, er hat keine echten Freunde und ist kaum in der Lage mit seiner Mutter zu kommunizieren, geschweige denn mit anderen.
Ich war teilweise wirklich überfordert mit dem Buch, viel zu viel Programmiersprache für meinen Geschmack, bzw. für mein Alter, jeder der sich etwas besser auskennt als ich und das dürften die Meisten sein liest und versteht die teils wirklich simplen Begriffe ( ich habe mich ja schlau gemacht und bei meinem persönlichen Computerspezialisten nachgefragt) problemlos.
Ich habe das Buch also nochmal von vorn begonnen und mich auf die Menschen konzentriert, auf Cody der lernen muss im richtigen Leben zu agieren, auf Naomi bei der ich so manches Mal dachte: Wie kannst du zulassen das sich dein Kind komplett von der Welt zurückzieht? Cody besucht keine Schule und auch beim Hausunterricht tricksen sie die Behörden aus. Möglich das Cody in einer Schule unterfordert wäre, aber für seine soziale Kompetenz wäre das Zusammensein mit anderen mehr als hilfreich gewesen, für alles andere hätte sich bestimmt auch eine Lösung gefunden.
Verpackt in einen Wissenschaftsthriller, mit selbstfahrenden Autos, elektronischen Haushaltshelfern und virtuellen Realitäten, verbirgt sich eine Geschichte über das erwachsen werden und den damit nicht unkomplizierter  werdenden zwischenmenschlichen Beziehungen, sei es zwischen Eltern und Kindern oder zwischen Frau und Mann.
Eine durchaus lesenswerte Geschichte, die auch zum Nachdenken anregt.

  • Gebundene Ausgabe: 624 Seiten
  • Verlag: C. Bertelsmann Verlag; Auflage: Deutsche Erstausgabe (16. September 2019)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3570102971
  • ISBN-13: 978-3570102978
  • Originaltitel: Connect