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Montag, 7. September 2026

Rezension: „Dreizehn“ von M.H. Steinmetz

 

Buchcover von Dreizehn von M.H. Steinmetz, Thriller

Wer Mario H. Steinmetz kennt, denkt wahrscheinlich zuerst an seine düstere Endzeit-Reihe „Totes Land“ oder an den okkulten Horror aus „Hell’s Abyss“. Mit „Dreizehn“ schlägt der Autor jedoch eine etwas andere Richtung ein. Herausgekommen ist ein finsterer Mix aus Ermittlerkrimi, Psychothriller, Horror und altägyptischer Mythologie.

Worum geht es in „Dreizehn“ von M.H. Steinmetz? Die Handlung

In London erschüttert eine brutale Mordserie die Stadt. Detective Sergeant Ethan Ward von New Scotland Yard übernimmt den Fall und steht schon bald vor einem Rätsel. Die Opfer wurden nicht nur grausam zugerichtet, der Täter hat ihnen außerdem winzige, uralte Symbole in die Haut geritzt. Eine logische Erklärung dafür scheint zunächst nicht in Sicht zu sein.

Ward und Horvat: Ein ungleiches Ermittlerduo in London

Unterstützung bekommt Ward von Natascha Horvat. Sie ist Graphologin, ausgesprochen eigenwillig und eckt mit ihrer unkonventionellen Art regelmäßig an. Mir war sie allerdings sofort sympathisch. Gerade die Zusammenarbeit mit Ward hat mir gut gefallen, denn hier prallen zwei sehr unterschiedliche Persönlichkeiten aufeinander.

Das Rätsel um die Courtsend-Psychiatrie und Patientin „Dreizehn“

Die Spuren führen Ward und Natascha schließlich auf die abgelegene Insel Foulness Island und in die Courtsend-Psychiatrie. Dort herrscht der ominöse Doktor Botkin, der seine Patienten nicht mit Namen, sondern nur mit Nummern bezeichnet. Eine dieser Patientinnen ist „Dreizehn“.
Obwohl sie unter Medikamenten steht und in einer Gummizelle festgehalten wird, weiß sie erstaunlich viel über die Morde. Dinge, die sie eigentlich gar nicht wissen dürfte. Doch woher stammen ihre Informationen? Und was hat es tatsächlich mit dieser geheimnisvollen Patientin auf sich?

Atmosphäre, Mythologie und Kritik: Meine Meinung zum Buch

Mario H. Steinmetz versteht es, eine beklemmende Atmosphäre aufzubauen. Das zeigt sich besonders in den Szenen rund um die Courtsend-Psychiatrie. Die Anstalt ist für mich nicht bloß der Schauplatz der Handlung, sondern wirkt beinahe wie ein eigener, bösartiger Charakter.
Das harte Regime, die abgeschiedene Lage und die namenlosen Insassen sorgen für eine bedrückende Stimmung. Dazu kommen die okkulten Elemente und die Einbindung der altägyptischen Mythologie.
Ein bisschen Geduld sollte man allerdings mitbringen. Ab und zu verliert sich die Geschichte für meinen Geschmack stellenweise zu sehr in ihren Details. Dadurch zieht sich die Handlung etwas, bevor sie wieder richtig Fahrt aufnimmt. Die mythologischen Hintergründe und übernatürlichen Wendungen haben mir allerdings gut gefallen, passen sie doch zur düsteren Atmosphäre des Romans. Trotzdem war nicht jede Passage gleich spannend, und an manchen Stellen hätte ich mir etwas mehr Tempo gewünscht.
Was mich allerdings wirklich gestört hat, ist der Umgang mit dem Thema Schizophrenie. Im Klappentext heißt es schon: „Verbirgt sich hinter ihrer Schizophrenie mehr als nur eine gespaltene Persönlichkeit?“
Genau diese Formulierung finde ich problematisch, denn Schizophrenie und eine gespaltene beziehungsweise multiple Persönlichkeit sind nicht dasselbe, sondern zwei völlig unterschiedliche Krankheitsbilder. Ich weiß, dass der Satz vermutlich geheimnisvoll klingen und neugierig auf Dreizehn machen soll. Trotzdem sollte ein Autor bei einem derart sensitiven Thema genauer formulieren.

Fazit: Lohnt sich der neue Thriller von Mario H. Steinmetz?

„Dreizehn“ ist definitiv kein Buch für schwache Nerven. Die Handlung ist blutig, düster und teilweise ziemlich verstörend. Wer sich aber auf einen komplexen Thriller mit Horror, Okkultismus und einer ordentlichen Portion Mythologie einlassen kann, bekommt hier eine ungewöhnliche und atmosphärische Geschichte.
Besonders die düstere Psychiatrie, die rätselhafte Patientin Dreizehn und das Ermittlerduo Ward und Horvat sind mir im Gedächtnis geblieben. Trotz einiger Längen konnte mich der Roman insgesamt überzeugen.
Ein atmosphärischer Trip in menschliche und übernatürliche Abgründe.
Perfekt für: Alle, die düstere Thriller mit Horror, Okkultismus und ungewöhnlichen Ermittlungen mögen.

📚 Fakten zum Buch

  • Titel: Dreizehn
  • Autor: M.H. Steinmetz
  • Herausgeber: Independently published
  • Erscheinungstermin: 5. September 2019
  • Sprache: Deutsch
  • Seitenanzahl: 488 Seiten (Print-Ausgabe)
  • ISBN-10: 168980033X
  • ISBN-13: 978-1689800334