Sonntag, 30. Januar 2022

Das siebente und letzte Pentakel des Jupiter von Dirk - Boris Rödel


Nach seiner Kurzgeschichtensammlung Liber Thanatamor, ist nun die neuste Kurzgeschichtensammlung:
Das siebente und letzte Pentakel des Jupiter von Dirk - Boris Rödel 
erschienen.
Der Autor nimmt uns mit auf eine mystische Reise zwischen Traum und Wirklichkeit.


Ich werde versuchen euch nichts, oder wenigstens nicht zu viel, vom Inhalt der einzelnen Geschichten zu erzählen

Schon die erste Geschichte ist sehr beeindruckend.

Elens Traum
Sie erzählt vom werden und vergehen, von Zerstörung und Wiederaufbau und von zweiten Chancen. Die Hauptrolle in dieser Story spielt die erste Tochter Gaias, die nach ihrer Wiedergeburt ohne Gedächtnis durch den Wald irrt, bis sie auf das weise Eichhörnchen trifft, das alles über den Wald weiß und jeden kennt, schließlich ist es schon 3 Jahre alt. Was am Ende dieser Geschichte bleibt ist Hoffnung.

Verdun
Ich hatte am Ende dieser Geschichte tatsächlich Tränen in den Augen, dabei beginnt sie so hoffnungsvoll.
Richard erhält im Schützengraben die Nachricht, dass der Krieg vorbei ist, Kaiser Wilhelm II hat einen Friedensvertrag ausgehandelt und alle Soldaten können nach Hause. Voller Glück und Zufriedenheit genießt er das Weihnachtsfest, nur leider ahnt man schon bald, dass nichts ist, wie es scheint.

Ahnengespräche
Am Lagerfeuer sinnieren die Freunde Timon und Jan darüber, warum man seine Ahnen ehrt und ihnen gedenkt. Welchen Sinn es hat, an Vorfahren zu denken, von denen man nicht weiß, was sie für Menschen waren und darüber, wie unsere Nachfahren eines fernen Tages unserer Gedenken werden.

Die Beichte des Fotografen
Eine klassische Geschichte, die alles hat, um leichte Schauer des Gruselns über den Rücken des Lesers zu schicken. Lehrreich war sie auch, denn ich habe mich nach der Lektüre mit der Totenfotografie des 19. Jahrhunderts beschäftigt.

Das Schloss auf den Klippen
Auf den ersten Seiten dieser Geschichte, schafft es Dirk-Boris Rödel eine düstere und bedrohliche Stimmung zu schaffen, ein Sturm tobt um das Schloss auf den Klippen und eigentlich könnte der einzige mit Leben erfüllte Raum ein Ort der Behaglichkeit sein, doch weit gefehlt, hier wird über das weitere Schicksal der Menschheit entschieden.

Auri sacra fames
Wenn der Hunger nach Gold und religiöser Wahn aufeinander treffen, bleiben am Ende nur Opfer zurück.

... und Meilen geh'n, bevor ich schlafen kann
Gibt es sie eigentlich noch? Kneipen wie das Schulzkes? Kneipen, in denen man an der Theke mit wildfremden ins Gespräch kommt und manchmal geht es um mehr als die Frau zu Hause, die einen nicht versteht und dass das Geld lange vor des Monats alle ist, manchmal geht es um die Sehnsucht nach der Unsterblichkeit und darum, dass es besseren Whisky gibt als den Fusel im Schulzkes.

Das siebente und letzte Pentakel des Jupiter
Manchmal zahlt man den wahren Preis für etwas nicht beim Kauf, sondern viel später. Das muss auch Robert erfahren, der Sprachwissenschaftler erwirbt ein Buch, das ihn magisch anzieht, während es allen anderen Angst macht.

Das Gesicht im Fels
Wenn Legenden nicht nur der Unterhaltung dienen... Ich liebe diese Geschichte und verrate euch nichts, denn ich habe nach dem Schreiben gemerkt, dass ich zu viel verriet. 

Die Dämonenurne
Auch hier haben wir wieder eine eher klassische Geschichte.
Die Welt der Götter und Dämonen; menschengemacht und übermenschlich.
So lautet der Titel der Ausstellung in dem Museum in dem Anselm arbeitet, eine Arbeit die ihn bis nach Hause verfolgt?

Ne Oblivicaris
Der Clan der Campbells und der MacDonalds waren über Generationen miteinander verfeindet, bis Albert Campbell Emily MacDonald die Erbin des MacDonald Vermögens heiratete, die kurz nach der Geburt eines Erben Selbstmord beging. Fünfzig Jahre später erfüllt sich das Motto der MacDonalds.
Ne Oblivicaris

Eine Tat ohne Namen, ein Kreis ohne Form
Welch seltsamer Titel, hat nicht alles einen Namen, Taten und Dinge und ist ein Kreis nicht immer kreisförmig?
Am Ende der Geschichte versteht die Archäologin Jessica, die während eines Urlaubs an der Cornischen Küste auf die Kultstätte eines Hexenzirkels stößt.

Jetzt habe ich doch wieder mehr geschrieben als ich eigentlich wollte, ich hoffe, ich konnte euch ein wenige neugierig machen auf die Geschichten, die der Autor uns schenkt, sie sind etwas Besonderes in der Flut der Neuveröffentlichungen. Es werden sicher noch Rezensionen von anderen Lesern folgen, die in Worte fassen können, was ich beim Lesen fühlte.
Dirk-Boris Rödel ist ein Meister seines Fachs. 

Das wunderschöne Cover wurde von Holger Much gestaltet.

  • Herausgeber ‏ : ‎ Edition Outbird; 1. Edition (25. November 2021)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Broschiert ‏ : ‎ 200 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3948887284
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3948887285
  • Lesealter ‏ : ‎ 14 Jahre und älter



Donnerstag, 27. Januar 2022

Flucht von Mike Landin

 


Als Jugendlicher träumte Martin von der Flucht aus der DDR, gemeinsam mit seinen Freunden schmiedete er Fluchtpläne, die sie nie in die Tat umsetzen. Als Erwachsener arbeitet, Martin 1979 als Journalist für die parteitreue Zeitung *Das neue Deutschland* Doch diese Arbeit ist nicht, wie er sie sich erträumt hat, denn von freiem, unabhängigen Journalismus kann keine Rede sein. Berichte haben linientreu zu sein und das Regime in bestem Licht dazustellen, so auch der Bericht den Martin und sein Kollege über die Haftanstalt Bautzen schreiben sollen, eine Gegendarstellung zu den kritischen Berichten in den Westmedien. Dort trifft er unvermittelt auf seinen Jugendfreund Frank, mit der einst Fluchtpläne schmiedete und der ihm in einem kurzen Moment ein Versprechen abnimmt: Bring meine Tochter hier raus.


Flucht ist mein zweiter Roman von Mike Landin, nach seinem Debüt Rote Tränen, musste ich die Messlatte für sein zweites Buch Flucht nun doch sehr hoch hängen, schließlich war ich bis auf Kleinigkeiten begeistert von der Story. 
Eins gleich vorweg, ich kann die Messlatte jetzt noch ein klein wenig höher hängen. 

Die Zeit, in der die Geschichte ihren Anfang nimmt, ist die Zeit meiner Kindheit, einer Kindheit allerdings, die in Westdeutschland stattfand, von dem, was sich in der DDR abspielte, bekam ich also höchstens am Rande etwas mit und auch heute noch ist es für mich schwer vorstellbar so leben zu müssen. Natürlich ist mir bewusst, dass die Menschen in der DDR auch Spaß am Leben hatten, dass sie mit allem Lebensnotwendigen versorgt waren, nur fehlte halt eines der wichtigsten Güter im Leben: Die Freiheit, die Freiheit zu reisen, wohin man will und zu sagen, was man denkt und fühlt. 

Das bekommt auch Martin zu spüren, als sein Kollege nach dem Besuch in der Bautzener Haftanstalt strafversetzt wird, dieser hat einmal zu oft die Einschränkungen seines Berufs laut bemängelt. Auch Martin fühlt sich nicht wohl in seinem Land, zu gern würde er fliehen und im Westen ein neues Leben beginnen, doch das Versprechen an seinen ehemaligen Freund hindert ihn, so arbeitet er gemeinsam mit seinem Cousin und seiner neuen Freundin Paula, als Fluchthelfer bis zu dem Tag an dem er die schwangere Delphine, die Tochter Franks vor ihrem gewalttätigen Stiefbruder rettet und ihnen nur ein Ausweg bleibt, die Flucht über Ungarn in den Westen.
Ich verrate hier schon wieder viel zu viel,  die Geschichte ist aber auch vollgepackt, mit Geschehnissen, die ineinandergreifen wie Zahnräder einer gut laufenden Maschine, alles ist wichtig, eins führt zum anderen und die Spannung steigt mit jeder Seite, um im Jahr 2006 ihren Höhepunkt zu erreichen.

Durch die detailgenauen Ortsbeschreibungen hat es der Autor geschafft, dass ich mir alles sehr genau vorstellen konnte, wichtig war das für mich besonders im Zusammenhang mit der Mauer, wie gesagt als *Westkind* kannte ich diese ja nur vom Blick nach Osten und dass es Wachtürme gab, den Todesstreifen, und alles andere, was die Menschen an einer Flucht hinderte, hatte ich nicht wirklich im Focus. Ich bin beeindruckt von der Recherchearbeit des Autors, die so weit ich es beurteilen kann, wirklich sorgfältig ausgeführt wurde.
Ich vergebe für dieses Buch eine uneingeschränkte Leseepfehlung.

  • Herausgeber ‏ : ‎ BoD – Books on Demand; 1. Edition (10. Januar 2022)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Taschenbuch ‏ : ‎ 330 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3755781077
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3755781073



Mittwoch, 26. Januar 2022

#3 Buchgeplauder mit Frau Goethe liest

 



Es gibt mal wieder etwas auf die Ohren, beim 3. Buchgeplauder sprechen Heike und ich wieder über Bücher, Bücher und nochmals Bücher.

Hören könnt ihr das hier:



Wie immer haben wir Bücher aus den verschiedensten Genre gelesen, manche gemeinsam wie

Das Geheimnis von Ellen Sandberg

Sturm in die Freiheit von Jürgen Ehlers

und Das Geheimnis von Windsor Castle geschrieben von Oscar de Muriel, hier war ich nicht ganz überzeugt, aber das lag wohl vor allem daran das es nicht das geschickteste war, mit dem letzten Band in die Reihe einzusteigen. Heike war absolut überzeugt von dem Buch.

Andere allein.

Bei mir waren das dieses Mal

Die Wächter der Drachen von Robin Hobb

und Später von Stephen King

Heike hat 

Unser Weg nach Morgen von Jana Voosen

und Heimweh von Graham Morton 

gelesen und gemeinsam freuen wir uns auf 

Im Schatten der Wende von Frank Goldammer.

Und jetzt wünsche ich euch viel Spaß beim Hören und beim Lesen unserer Rezensionen.




Karma Brown Todsichere Rezepte für die moderne Hausfrau

 Vom Hochzeitstag an sollte die Junge Gattin ihr Leben auf den wahrscheinlichen und ersehnten Fall der Empfängnis und Mutterschaft hin ausrichten. Ansonsten hat sie weder Recht noch Anspruch auf ein Dasein als Ehefrau. Emma Frances Angell Drake, What a young Wife Ought to Know. (1902)




Alice will eigentlich Karriere machen, in Manhatten leben und das Leben gemeinsam mit ihrem Mann genießen, stattdessen fährt sie diese Karriere erst mal an die Wand und anstatt ihrem Mann die Hintergründe für ihre Kündigung zu erzählen, erfindet sie die Geschichte von dem großen amerikanischen Roman, den sie schon immer schreiben wollte und da sie bei einer ausstehenden Beförderung übergangen wurde, habe sie kurzerhand gekündigt. Geplagt von ihrem schlechten Gewissen stimmt sie zu aus Manhatten wegzuziehen und landet schließlich in einer viel zu großen, renovierungsbedürftigen Villa in einem Vorort. 

Gelangweilt, das Schreiben eines Romans, von dem sie nicht einmal eine Ahnung hat, wovon er eigentlich handeln soll, ist doch schwieriger als gedacht, beschließt sie, die Rezepte aus einem alten Kochbuch nachzukochen, das, gespickt mit handschriftlichen Notizen, Einblicke in das Leben der Vorbesitzerin des Hauses, Nellie, gewährt.

Das Buch handelt von eben diesen zwei Frauen, da wäre zunächst einmal Alice, die als emanzipierte Frau gleichberechtigt an der Seite ihres Mannes Nate lebt und die doch mehr und mehr in die Rolle der Hausfrau und zukünftigen Mutter gedrängt wird, weder wehrt sie sich gegen den Umzug, noch wagt sie es ihrem Mann zu gestehen, dass sie noch keine Kinder will, die finanzielle Abhängigkeit von ihrem Mann scheint sie verstummen zu lassen. Nate wiederum erwartet mehr und mehr, dass sich Alice allein um Haushalt und Garten kümmert und er zu jeder Zeit ein sauberes Haus vorfindet. Diese Wandlung geschieht bei beiden eher unbewusst und scheint der Sprachlosigkeit auf beiden Seiten geschuldet.

 Doch je tiefer Alice in Nellies Leben eintaucht, je mehr sie über die Frau erfährt die vor ihr in der Villa lebte, desto mehr emanzipiert sie sich, wie es für sie richtig ist und nicht wie es andere von ihr erwarten.

Nellie zieht in den 50er Jahren des 20sten Jahrhunderts nach der Eheschließung mit dem Kaugummifabrikanten Richard in die Villa, wo ihr Traum von einer liebevollen Beziehung an der Seite eines aufmerksamen Mannes schon in der Hochzeitsnacht zerplatzt. Doch Nellie ist eine Frau ihrer Zeit, nach außen hält sie das Bild einer perfekten Ehe aufrecht, die Spuren der Wahrheit versteckt sie unter langen Ärmeln. Sie wehrt sich nicht gegen ihren Mann, denn wenn sie sich nur genug Mühe gibt, wird sich alles zum Guten wenden, so versprechen es ihr die Frauenzeitschriften und Ratgeberbücher ihrer Zeit. Wenigstens mit ihren liebevoll zubereiteten Mahlzeiten ist Richard zufrieden. Aber auch Nellie emanzipiert sich auf ihre Art und Weise.

Ich habe dieses Buch innerhalb weniger Tage gelesen, ich mochte die Erzählweise, die Einblicke gerade in Nellies leben haben mich immer wieder erstaunt und verwundert, für mich ist es kaum nachvollziehbar wie man sich so sehr zurücknehmen kann, aber ich hatte ja auch das Glück in einer ganz anderen Zeit aufzuwachsen. 

Über den einzelnen Kapitel stehen entweder Zitate aus Zeitschriften und Büchern des vergangenen Jahrhunderts oder Rezepte aus Nellies Kochbuch, beides ist aus heutiger Sicht sehr amüsant.

Ich mochte das Buch sehr gern, die Geschichte der beiden Frauen ist sehr spannend und sie regt auch das eine oder andere Mal zum Nachdenken an.

Darauf brauche ich erst mal ein Gläschen Frauengold.

  • Herausgeber ‏ : ‎ Penguin Verlag; Deutsche Erstausgabe Edition (13. September 2021)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Taschenbuch ‏ : ‎ 416 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3328106618
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3328106616
  • Originaltitel ‏ : ‎ Recipe for a Perfect Wife




Sonntag, 23. Januar 2022

Später von Stephen King

 


Jamie Conklin wächst in Manhattan auf und wirkt wie ein normaler neunjähriger Junge. Seinen Vater hat er nie kennengelernt, aber er steht seiner Mutter Tia, einer Literaturagentin, sehr nahe. Die beiden haben ein Geheimnis: Jamie kann von klein auf die Geister kürzlich Verstorbener sehen und sogar mit ihnen reden. Und sie müssen alle seine Fragen wahrheitsgemäß beantworten. Tia hat sich gerade aus großer finanzieller Not gekämpft, da stirbt ihr lukrativster Autor. Der langersehnte Abschlussband seiner großen Bestsellersaga bleibt leider unvollendet – wäre da nicht Jamies Gabe … Die beiden treten eine Reihe von unabsehbaren Ereignissen los, und schließlich geht es um, nun ja, Leben und Tod.

Was soll ich sagen, mit Später hat Stephen King wieder einmal bewiesen, dass er nicht umsonst der Meister genannt wird. Ich habe es mir schon lange abgewöhnt seine Bücher mit bestimmten Erwartungen zu lesen, denn der Meister ist immer für Überraschungen gut. 

Jamie lebt mit seiner Mutter Tia in Manhatten, Tia hat die Literaturagentur ihres dementen Bruders übernommen und gerade als sie sich mit der fast insolventen Agentur wieder in die Erfolgszone gekämpft hat, stirbt der Autor, der den Erfolg ihrer Agentur ausmacht. Hier kommt nun Jamies besonderes Talent zum Einsatz, gemeinsam mit seiner Mutter und deren Freundin macht er sich auf den Weg zum Anwesen des Autors in der Hoffnung, dass sein Geist noch da ist und ihnen das Ende der Bestseller-Saga erzählt.

King wäre nicht King, wäre die Story so ein einfach. King erzählt die Geschichte einer besonderen Beziehung zwischen Mutter und Tochter, von absolutem gegenseitigem Vertrauen. Stephen King schafft es auch dieses Mal, die Geschichte eines Kindes aus der Sicht eines Kindes zu erzählen, ohne, dass das besagte Kind nervt, um es drastisch zu sagen. Sein Verständnis für Kinder ist immer wieder bemerkenswert. Natürlich ist Jamie mit seinen 9 Jahren und in dem Wissen um seine besondere Begabung manchmal ziemlich alt, klug, aber beim Lesen spürt man auch, seine Ängste, er ist eben ein Kind und kein Superheld. Die Geschichte hat natürlich Horrorelemente, wie bei dem Autor zu erwarten ist. Jamie muss gegen einen Dämon kämpfen und hier sind in der Story wieder Verweise auf andere Romane und Erzählungen versteckt. 
Bernhard Kleinschmidt hat das Buch aus dem englischen übersetzt und dieses Mal ist ihm das gut gelungen, ich habe zugegebenermaßen schon mal mit seinem Stil gehadert, doch dieses Mal passt für mein Empfinden alles.


  • Herausgeber ‏ : ‎ Heyne Verlag (15. März 2021)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Gebundene Ausgabe ‏ : ‎ 304 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3453273354
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3453273351
  • Originaltitel ‏ : ‎ Later





Donnerstag, 20. Januar 2022

Gefrorenes Herz von Line Holm und Stine Bolther

 


Polizeihistorikerin Maria Just bereitet gerade eine Ausstellung zum Thema »100 Jahre ungelöste Mordfälle« im Polizeimuseum von Kopenhagen vor. Da wird mitten in der Stadt der Generalsekretär des Roten Kreuzes auf bestialische Art ermordet. Der Tote hängt gekreuzigt an einem Geländer, auf seinem Körper wurde ein rätselhaftes Zeichen eingeritzt. Die Polizei ermittelt unter hohem Druck von Presse und Politik. Doch es ist Maria, die schließlich eine Verbindung zu einem ungeklärten Doppelmord entdeckt, der über fünfzig Jahre zurückliegt. Ein dunkles Kapitel dänischer Geschichte dringt ans Licht. So dunkel, dass jemand auch nach Jahrzehnten noch Vergeltung sucht. Kann Maria den Rachefeldzug stoppen, bevor es zu spät ist?

Als Maria Just auf ihrem Weg zum Polizeimuseum an einem Tatort vorbeikommt, ahnt sie nicht, wie tief sie bald in Ermittlungen zum Mord am Generalsekretär des Roten Kreuzes verstrickt sein wird. Zufällig stößt sie bei der Vorbereitung einer Ausstellung mit dem Thema: Hundert Jahre Kriminalgeschichte* auf das gleiche Symbol, das auch dem Generalsekretär in die Haut geritzt wurde und das ist nicht die einzige Spur, die in die Vergangenheit führt. Die Ermittlern Mikael Dirk und Frederik Dahlin tappen bis dahin im Dunkeln, sie finden kein Motiv und  auch keine verwertbaren Spuren. Erst Marias Hinweis und die damit zutage tretenden Parallelen, bringen auch die Ermittler weiter. Sie stoßen auf ein *Experiment,* dessen Ursprung bis in die höchsten Kreise der Politik reicht.

Gefrorenes Herz ist der Beginn einer neuen skandinavischen Krimireihe der Autorinnen Line Holt und Stine Bolther und der Tatsache ist es natürlich auch geschuldet, dass die Vorstellung der Charaktere sehr viel Raum einnimmt.

Maria stammt eigentlich aus einem kleinen Ort in Jütland, die Enge dort war nicht der einzige Grund, aus dem sie nach Kopenhagen ging, sie versucht auch ein traumatisches Erlebnis in ihrer Kindheit hinter sich zu lassen. Auch die Ermittler Mikael und Frederik haben private Probleme, Mikael durfte nach seiner Scheidung seinen mittlerweile 6-jährigen Sohn nicht mehr sehen, während Frederik und seine Frau vergeblich versuchen ein Kind zu bekommen. 
Ich bin normalerweise kein großer Freund davon, private Probleme der Ermittler zu sehr in den Focus der 
Handlung gerückt zu sehen, bei dem 1 Band einer Reihe gehört das allerdings zur Vorstellung der Charaktere und somit ist das natürlich auch OK, nur mehr darf das nicht werden, die Ermittlungen dürfen nicht behindert werden, weil einer der Ermittler gerade unter seinem Privatleben leidet, da schlittern die Autorinnen manchmal haarscharf dran vorbei, um im letzten Moment, bevor ich denke :Och neeeeeee.* die Kurve gerade noch mal  zu kriegen.
Gefrorenes Herz ist ein eher ruhig erzählter Krimi, der gerade im ersten Teil die eine oder andere Länge aufweist, um dann richtig Fahrt aufzunehmen, am Ende konnte ich das Buch kaum noch aus der Hand legen.

Der Originaltitel 
For Barnets Bedste ( Für das Beste des Kindes)
Passt für mein Empfinden übrigens besser als der deutsche Titel.

  • Herausgeber ‏ : ‎ Heyne Verlag; Deutsche Erstausgabe Edition (24. Dezember 2021)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe ‏ : ‎ 577 Seiten
  • Übersetzer:  Franziska Hüther und Günther Frauenlob
  • ISBN: 978-3-453-44146-0





Freitag, 14. Januar 2022

Elegie von Janika Rehak ein ZZG Roman

 


Lüneburger Heide, Mai 2020 Star-Pianist Yosh Maibach steckt in der Krise: Frau weg, Inspiration weg, die Karriere ödet ihn nur noch an. Als dann auch noch Zombies durch seinen Vorgarten laufen, schließt er sich in seinem Herrenhaus ein, ohne Absicht, es je wieder zu verlassen. Yosh hat immer für die Musik gelebt. Nun ist seine Welt verstummt. Bis eines Tages eine Gruppe unerwarteter Gäste vor seiner Tür steht.

Ich bin ein großer Freund der ZZG-Reihe aus dem Amrûn-Verlag und so lag es Nahe, dass auch Elegie seinen Weg in mein Bücherregal fand, jetzt ist es aber so und das kennen viele von Euch, Bücher, die man unbedingt lesen will und sofort nach Erscheinen kauft, landen schon mal auf dem SuB und müssen warten. Davon habe ich einige und damit das nicht auch mit Elegie passiert, habe ich mich selber ausgetrickst und es mit in die Challenge:

Vielleser
Verringern
Volumen
Lies Dein Ding

genommen. 

Jetzt aber zum Buch, dem ersten ZZG-Roman, nach vielen Kurzgeschichten und einigen Novellen hat Janika Rehak ihren Lesern nun einen fast 300 Seiten umfassenden Roman erschaffen.

Yosh ist mitten in den Vorbereitungen für eine Sommerparty in seinem Herrenhaus auf dem Land und sein größtest Problem ist, das eine Lichterkette zu kurz für die Bäume ist, an denen er sie anbringen will, denn seine Frau Fenia, liebt Lichter und Yosh hofft inständig, dass sie zur Party kommt und zu ihm zurück.
Doch bevor es so weit kommen kann, bricht die Zombie-Apokalypse über Deutschland herein. 

Janika Rehak beschreibt die besondere Situation während einer erzwungenen Isolation, deren Ende nicht abzusehen ist und in der jeder, der sie von außen durchbricht, den Tod bringen kann und so entsteht im Herrenhaus eine seltsame Atmosphäre. Sie sind zu viert Yosh, seine Haushälterin Senta, sein Freund Vincent und Kiyomi seine Stiefschwester, die er erst als fast Erwachsene kennenlernte. Im Laufe der Zeit entwickelt sich zwischen den Stiefgeschwister eine sehr enge Beziehung, die sich noch intensiviert, nachdem im Herrenhaus die ersten Toten zu beklagen sind. Als eine Gruppe Fremder das Haus erreicht, lässt Yosh zu, dass sie sich einrichten und das Kommando übernehmen, das ist zunächst einmal nicht zu seinem oder Kiyomis Schaden, die Gruppe sichert das Haus und teilt die noch vorhandenen Vorräte ein, erst als Vero die Tochter der Haushälterin ankommt und von einer Fluchtmöglichkeit aus Deutschland berichtet spaltet sich die Gruppe und eine von ihnen will das Haus unter keinen Umständen verlassen.

So genug gespoilert. 
Die Herausgeberin Claudia Rapp hat gut daran getan sich des Romans anzunehmen,  er regt wie so viele Kurzgeschichten und Novellen aus der ZZG-Reihe zum Nachdenken an und auch die Zombies kommen nicht zu kurz, es gibt sie, die ekligen Szenen, die wir doch so sehr lieben. Die Mischung ist der Autorin perfekt gelungen.
Sensiblere Menschen sollten sich die Triggerwarnung vorn im Buch zu Herzen nehmen, denn alles vor dem in dieser gewarnt wird, kommt im Buch vor: Suizidalität, Drogenmissbrauch, häusliche Gewalt, dysfunktionale Familienkonstellationen und doch sehr drastische Szenen, aber die erwartet man als Leserin und Leser ja nun wirklich in einem Roman über Zombies.
Von mir gibt es auf jeden Fall eine absolute Leseempfehlung.

Die Umschlaggestaltung ist übrigens von Christian Günther und sie ist sehr gut gelungen.

  • Herausgeber ‏ : ‎ Amrun Verlag; 1. Edition (12. November 2021)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Taschenbuch ‏ : ‎ 300 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3958694691
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3958694699
 

Donnerstag, 13. Januar 2022

Hundepark von Sofi Oksanen

 


Helsinki, 2016. Olenka sitzt auf einer Parkbank und beobachtet eine Familie: Mutter, Vater, zwei Kinder. Als sich eine Frau neben sie setzt, erschrickt sie; sie würde diese Frau überall wiedererkennen, denn Olenka hat ihr Leben zerstört. Und gewiss ist sie gekommen, um Rache zu nehmen. Für einen kurzen Moment sind sie hier zusammen – und schauen ihren eigenen Kindern, die nichts von ihrer Existenz ahnen, beim Spielen zu.


Das ehemalige ukrainische Model Olenka, lebt in Helsinki, dort sitzt sie fast täglich auf einer Bank im Hundepark und beobachtet eine Familie immer in der Angst  erkannt zu werden. Doch die Gefahr, in der sie sich zu befinden glaubt, kommt von einer anderen Seite, eines Tages setzt sich eine Frau zu ihr, deren Leben Olenka einst zerstörte.

Hundepark von Sofi Oksanen ist kein einfaches Buch, die Ich-Erzählerin Olenka deutet zunächst nur an, was genau geschehen ist, nachdem ihre Karriere als Model gescheitert war. Erst nach und nach erfahren ihre Leser von Olenkas vergeblichen Versuche, einen Job zu finden, der es ihrer Familie ermöglicht, aus dem Mohnanbau auszusteigen, der sie bisher über Wasser hielt. Schließlich landet sie in einer Kinderwunschagentur, die es wohlhabenden Frauen aus aller Welt ermöglicht, ihren Wunsch nach einem eigenen Kind zu verwirklichen.
Was auf den ersten Blick nach einer guten Sache klingt, entpuppt sich  als knallhartes Geschäft, in dem Olenka schon bald in der Hierarchie aufsteigt und  junge Frauen anwirbt, die wie Ware geprüft und ausgebeutet werden. Olenka schreckt nicht davor zurück, unter dem Deckmantel wohltätiger Zwecke sogar in Waisenhäusern nach passenden Mädchen zu suchen. Bis ein zunächst noch nicht näher erklärter Vorfall sie zur Flucht aus der Ukraine und zur Annahme einer falschen Identität zwingt.

Die Art wie Olenka ihre Geschichte erzählt macht es den Lesern wirklich nicht leicht, sie deutet an, umschreibt und springt in ihrer Erzählung hin und her, nachdem ich mich aber darauf eingelassen hatte, überwog die Neugier auf das was geschah und darauf wie Olenka die Situation mit der Frau aus ihrer Vergangenheit löst.
Der 
Gegenüber Olenka habe ich zwiegespaltene Gefühle, auf der einen Seite habe ich Mitleid mit der jungen Frau, die aus der Not heraus handelt, auf der anderen Seite führt sie sehenden Auges andere Frauen ins Unglück, aber ich maße mir da kein Urteil an, ich kann nicht nachvollziehen, wie es ist unter den Umständen leben zu müssen wie Olenka. 

Der Klappentext verspricht einen literarischen Thriller, bis sich die Thrillerelemente direkt zeigen dauert es allerdings fast schon ein wenig zu lang, über weite Strecken ist *Hundepark* ein Roman, der ein sehr sensibles Thema behandelt. 

Hundepark ist also ein Roman, auf den man sich einlassen muss, sowohl auf den Schreibstil als auch auf die Art wie er erzählt wird, hat man das allerdings geschafft ist er durchaus lesenswert.

  • Herausgeber ‏ : ‎ Kiepenheuer&Witsch; 1. Edition (13. Januar 2022)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Gebundene Ausgabe ‏ : ‎ 480 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 346200011X
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3462000115
  • Originaltitel ‏ : ‎ Koirapuisto

Dienstag, 11. Januar 2022

Das Geheimnis von Windsor Castle: Ein Fall für Frey und McGray 6 von Oscar de Muriel

 


Edinburgh 1889. Frey und McGray haben schon einige ausweglose Situationen erlebt. Doch als sie mitten in der Nacht von Premierminister Salisbury zu einem Treffen geladen werden, stehen der feine Engländer und sein schottischer Vorgesetzter vor dem Ende. Denn niemand anders als Ihre Majestät Queen Victoria trachtet den Inspectors nach dem Leben. Die einzige Hoffnung auf Begnadigung: die Erfüllung einer Mission, die einem Todesurteil gleichkommt. Denn sie führt zurück zu den Hexen von Pendle Hill, zum tragischen Fall von McGrays wahnsinniger Schwester und zu einem Geheimnis, das das englische Königshaus in seinen Grundfesten erschüttert.

Die Ermittler Frey und McGray werden eher unfreundlich zu einem Treffen mit Lord Salisbury  gebeten, der Innenminister erteilt ihnen einen brisanten Auftrag, sie sollen einen Hexenzirkel aufspüren, deren Mitglieder es der Queen persönlich ermöglichen sollen, an Weihnachten während einer Seance mit ihrem verstorbenen Mann Kontakt aufzunehmen, gelingt ihnen das nicht, sind Frey und McGray zum Tode verurteilt. Die Ermittler geraten auf der Suche nach den Hexen in große Gefahr und sie werden mit der Vergangenheit konfrontiert, die sie eigentlich überwunden glaubten.


Die Geschichte beginnt im Jahr 1818 mit einem Rückblick und damit beginnt es sehr, sehr spannend, wie überhaupt alles was mit den Hexen direkt zu tun hat,Caroline Ardglass einen  Auftritt hat. Kaum aber betreten Frey und McGray die Bühne, war für mich die Spannung schon nach kurzer Zeit beendet, mir fehlte es definitiv an Tempo, den ein Krimi, egal, ob historisch oder nicht für mich auf jeden Fall braucht. 

Sicherlich lag es auch an den Charakteren Frey und McGray, die mir beide nicht sonderlich sympathisch waren. Besonders McGrays Art gefällt mir überhaupt nicht, er ist teilweise nur frech, unverschämt und arrogant, das mag manchmal amüsant sein, auf Dauer allerdings ist es eher ermüdend. Hätte ich die Protagonisten schon früher kennengelernt, wäre mein Eindruck von ihnen vielleicht ein anderer.

Man kann das Buch trotzdem alleinstehend lesen, der Autor lässt recht geschickt kurze Einblicke in die Vergangenheit zu und Fans der Reihe werden es sicherlich lieben, man muss sich halt einlassen können auf die besonderen Charaktere und auf die Art und Weise wie Oscar de Muriel seine Geschichte erzählt.


  • Herausgeber ‏ : ‎ Goldmann Verlag; Deutsche Erstausgabe Edition (20. Dezember 2021)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Taschenbuch ‏ : ‎ 576 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3442492343
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3442492343
  • Originaltitel ‏ : ‎ The Dance of the Serpents


Freitag, 7. Januar 2022

Die Burg von Leo Hart


 

Nur wer mitmacht, überlebt: Ein geradezu visionärer Thriller

Deutschland in naher Zukunft: Die moderne Elite hat sich in ländliche Enklaven zurückgezogen, die mittelalterliche Burg gilt als perfekter Ort für eine autarke Lebensgemeinschaft. Saltzman, seinerzeit Gründungsmitglied einer solchen Enklave und inzwischen Taskforce der Polizei, kehrt auf die Burg zurück. Sein Freund Henry Leyland, ein weltweit renommierter Nanotechniker, hat ihn gerufen – doch als Saltzman in der Burg eintrifft, ist Leyland tot. Saltzman nimmt die Ermittlungen an sich und stellt fest: Leyland forschte an der nächsten Stufe der Entwicklung des Menschen. Er hat Saltzman verschlüsselte Botschaften hinterlassen, die den Schlüssel zum Tatmotiv enthalten könnten.


Saltzman kehrt als Taskforce Mitglied der Polizei auf die Burg zurück, die er nach der Scheidung von seiner Frau verließ, sein Freund und Mentor wollte ihm von einer Entdeckung berichten, die er kurz zuvor gemacht hatte, doch dazu kommt es nicht, als Saltzman auf der Burg eintrifft ist Leyland tot.


Saltzman wird nicht gern gesehen, er hat die Sicherheit der Burg eingetauscht gegen den Dreck und Schmutz der Außenwelt und hat sich damit selbst zum Außenseiter gemacht und auch er hätte nie gedacht jemals wieder in die Burg zurückzukehren. 

Leyland scheint eine Entdeckung gemacht zu haben, die das Leben aller zum Vorteil verändern könnte, der nächste Schritt auf der Evolutionsleiter? Saltzmann ist davon überzeugt, in dieser Entdeckung muss der Schlüssel zum Mord an Leyland liegen.


Ich war begeistert vom Klappentext, ich mag Dystopien. Die Rahmenhandlung der Geschichte hat meine Erwartungen auch voll erfüllt. Deutschland und der Rest der Welt sind in einem desolaten Zustand, während die Technologie schon recht weit fortgeschritten ist, die Story an sich ist in sich  schlüssig, spannend und interessant, der Autor versteht es seine Leser ans Buch zu binden, es gab nur eine Stelle, die mir gar nicht gefiel und gerade weil es nur diese eine Stelle gab, blieb sie mir wohl so gut im Gedächtnis, ich kann sie euch gern verraten, es handelt sich um eine Kampfszene zwischen Goltz dem Sicherheitschef der Burg und Saltzman. Kampfszenen sind generell nicht mein Ding, hier kamen allerdings Namen von Techniken zur Sprache, die erklären sollten, was die Kontrahenten gerade taten, nur funktionierte das nicht, da ich nicht wusste, was die Begriffe mir erklären sollten. Ich war froh, dass es nicht zu mehr relevanten Kampfszenen kam. Die waren auch nicht nötig, die Spannung und die Wendungen machen das Buch durchaus lesenswert, auch wenn ich mir gewünscht hätte, mehr über die Hintergründe der Geschichte zu erfahren und hoffe auf den 2. Teil.


  • Herausgeber ‏ : ‎ dtv Verlagsgesellschaft (22. Dezember 2021)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Taschenbuch ‏ : ‎ 288 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3423219610
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3423219617



Montag, 3. Januar 2022

Im Eis von Vincent Voss

 


Amelie Fischer ist Professorin am Institut für Ethnologie in Hamburg und weiß alles über die dritte deutsche Polarexpedition 1878 zum Nordpol. Das denkt sie jedenfalls, bis ihr ein Dachbodenfund in die Hände gespielt wird. Nicht die Entdeckung einer eisfreien Passage, nicht die Erforschung des ewigen Eises war das eigentliche Ziel, sondern ein Schiff namens »Sirene« sicher ins Eis zu geleiten. Je mehr sie herausfindet, umso geheimnisvoller erscheint die Expedition in der Nachbetrachtung. Und als sie beschließt, selbst eine Gruppe von Wissenschaftlern in den Nord-Osten Grönlands zu führen, um die Sirene zu bergen, bringt sie ihr Leben in Gefahr.


Die Professorin Amelie Fischer hat sich völlig der dritten deutschen Polarexpedition verschrieben, sie verfügt über ein Wissen, das seinesgleichen sucht und sie ist der felsenfesten Überzeugung alles über die Expedition und seine Teilnehmer zu wissen. Bis zu dem Tag, an dem ihr jemand Tagebuchseiten in die Hände spielt, die verfasst vom Kapitän der *Teutonia* Johannes Werkmeister, den wahren Grund der Reise offenbaren. Ihr geheimer Auftrag lautete, mit der Teutonia und einem weiteren Schiff der *Morgenröte*: sicheres Geleit für die *Sirene* die unter dem Kommando des zwielichtigen Kapitäns Braun steht  bis zur Walfangstation Sabine Islands zu gewährleisten. Diese Tagebuchseiten erschüttern ihr fast romantisch zu nennendes Bild Werkmeisters zutiefst.  

Als sie das Angebot zu einer Forschungsreise erhält, um die Sirene im Eis zu finden, zögert sie nicht, trotz der eindringlichen Warnung eines Wissenschaftskollegen.

Mehr verrate ich euch zum Inhalt nicht, das ist nicht viel mehr als im Klappentext steht, aber wenn ich mehr schreiben müsstet ihr das Buch nicht lesen, weil ich aus dem nacherzählen nicht mehr herauskäme und das würde euch zwar Fakten aus dem Buch verraten, aber nichts von dem Gefühl vermitteln können, das ich auf jeden Fall beim Lesen hatte. 
Besonders der historische Teil des Buches, die Tagebucheintragungen Werkmeisters, die im Buch grau abgesetzt sind, vermittelten ein beklemmendes Gefühl, die Schiffe dringen in eine lebensfeindliche Umgebung vor, in der Gefahren lauern, denen man sich nicht gern aussetzt, Eisbären, Packeis, Kälte. Bald schon herrscht an Bord der Teutonia und der Morgenröte, die Angst und Wahnsinn scheint um sich zu greifen, denn vieles von dem, was geschieht und was Mannschaft und Kapitäne zu sehen und zu spüren glauben kann so nicht sein, oder doch?
Und wie ergeht es Amelie und ihrer Crew? Auch sie wird von seltsamen Ereignissen heimgesucht und zweifelt immer mehr an der Expedition, Zweifel, die sie in tödliche Gefahr bringen. Denn auch an Bord der  Frost ihrem Expeditionsschiff gehen seltsame Dinge, vor die ihren Höhepunkt am Ende der Reise erreichen.

Als ich dieses Buch erwarb, las ich in einer Empfehlung: Sie deutsche Antwort auf Dan Simmons' »Terror«: dunkel, spannend und atmosphärisch dicht. Dan Simmons' Buch kenne ich leider nur vom Titel, aber auf jeden Fall hält * Im Eis * das Versprechen auf eine düstere und spannende Story. Ich bin wieder einmal von der Gabe Vincent Voss' begeistert, seine Leser in den Bann zu ziehen. Die 400 Seiten lesen sich weg wie nix und von mir aus hätten es noch einmal so viele sein dürfen. Und wieder einmal trifft mich die Erkenntnis, dass ich kaum in Worte fassen kann, wie sehr mich ein Buch beeindruckt hat. Darum nochmal in der Kurzfassung: Lest das Buch.

  • Herausgeber ‏ : ‎ Low, Torsten; Erstausgabe Edition (20. November 2021)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Taschenbuch ‏ : ‎ 400 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3966290189
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3966290180


Sonntag, 2. Januar 2022

Stadt der Drachen von Robin Hobb

 



Die Brut der großen Drachin Tintaglia und ihre menschlichen Hüter haben ihr Ziel noch nicht erreicht. Die verlorene Drachenstadt Kelsingra scheint in unerreichbarer Ferne. Doch ein Zurück gibt es nun nicht mehr, denn Drachenjäger sind ihnen auf den Fersen. Plötzlich müssen sich die Drachen neben den Gefahren der Regenwildnis auch noch der Skrupellosigkeit und Gier der Menschen stellen. Misstrauen zu ihren Hütern flammt auf. Zu Recht! Denn unter ihnen sind Verräter, die für Gold alles tun würden.

Inzwischen habe ich auch den 2. Teil der Regenwildnis Saga beendet und er gefiel mir genauso gut wie der Erste. Die Reise der Drachen birgt viele Gefahren, sowohl für die Hüter der Drachen, für Alisa als auch für die Drachen selbst, sie werden kräftiger und lernen aus ihren Erinnerungen. Es ist aber auch eine Reise auf der jeder etwas Neues über sich und seine Begleiter und erfährt und sie birgt viele Gefahren in sich, einige Menschen trachten weiterhin nach dem Reichtum den sie sich durch den Verkauf von Drachenschuppen und dergleichen erwarten. 

Die Autorin beweist auch in diesem Band ein Talent dafür, Gefühle und Situationen zu beschreiben, das seinesgleichen sucht, ausführlich, ohne allzu sehr abzuschweifen, erweckt sie ihre Protagonisten zum Leben. In diesem Band kamen sie mir noch näher als im Ersten, das gilt besonders für die Drachen, deren unterschiedliche Charaktere sich nicht so sehr von den Menschen unterscheiden.

Die Reise ist beschwerlich und ermüdend für alle, so manches Mal breitet sich eine düstere Stimmung aus und nur die Hoffnung darauf die sagenumwobene Drachenstadt Kelsingra irgendwann zu erreichen, lässt sie ihren Weg fortsetzen.

Stadt der Drachen ist eine ruhige Geschichte, natürlich gibt es auch spannende Momente aber von denen kann ich euch nun nichts  verraten, um nicht zu viel vom Inhalt preiszugeben. 

Stadt der Drachen schließt nahtlos an den ersten Band Wächter der Drachen an und natürlich empfiehlt es sich alle Bände in der richtigen Reihenfolge zu lesen.

Die Regenwildnis-Saga von Robin Hobb ist unabhängig von der Weitseher-Saga lesbar und erscheint komplett bei Penhaligon:
1. Wächter der Drachen
2. Stadt der Drachen
3. Kampf der Drachen
4. Blut der Drachen

Dieser Roman ist bereits unter dem Titel »Drachenkämpfer« auf Deutsch erschienen. Er wurde für diese Ausgabe komplett überarbeitet.


Der Übersetzer Simon Weinert sei hier noch erwähnt, er hat mit viel Fingerspitzengefühl den Text aus der Originalsprache ins Deutsche transportiert.


  • Herausgeber ‏ : ‎ Penhaligon Verlag (22. November 2021)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Broschiert ‏ : ‎ 624 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3764532572
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3764532574
  • Originaltitel ‏ : ‎ Dragon Haven (Rain Wilds Chronicles Book 2)

Samstag, 1. Januar 2022

Vielleser, Verringern,Volumen. Lies dein Ding.

 

Der SuB, unendliche Höhen. Bei der Flut jährlicher Neuerscheinungen ist es kaum möglich die Anzahl der noch zu lesenden Bücher zu reduzieren. Darum gibt es vieles Challenges, Bücher nach Autor, Bücher nach Titel, Bücher nach Seitenzahl, Bücher nach Farben u.s.w. Wir, das sind Heike von Frau Goethe liest, Nadine von Kunterbunte Bücherreisen haben uns nun überlegt 12 Bücher aus dem Sub zu ziehen und konsequent eines davon im Monat zu lesen. Ich habe  mich für folgende Bücher entschieden.

Eines Menschen Flügel
Das neue Testament
Indische Erzählungen
Drachenblut
Wolfsegg
Der Luzifer Killer#
Später
Auf fremden Pfaden
Inselblut
Still
Billy Summers

Beginnen werde ich mit 
Elegie aus dem Amrun Verlag, der erste Roman nach vielen Kurzgeschichten und einigen Novellen aus der Zombie Zone Germany, geschrieben wurde er von Janika Rehak.




Damit das kein Vorsatz bleibt, der sich am Jahresende frustrierend anfühlt, lade Heike jeweils

am zweiten Montag im Monat um 20:00 Uhr

zu einer Stunde gemeinsamen SuB-Abbau ein. Trefft eine Verabredung mit anderen Teilnehmern und bringt euer Buch als Plus1 mit. Ihr werdet sehen, wie schnell ihr eurem Ziel näher kommt. Der Link ist für das ganze Jahr gültig.

Meeting-ID: 899 1672 2697

Kenncode: 221394


Mitmachen ist jederzeit möglich, wir freuen uns auf viele Mitleser.

Schaut gern auf unserer Facebookseite 2Blogs1Buch vorbei,