Um ihr nah zu sein, geht er über Leichen.
Der
frühe Unfalltod der Eltern hat Noa und ihre große Schwester Audrey
zusammengeschweißt. Durch deren Erfolg als Krimiautorin konnten die
beiden gerade in die schicke Hamburger Hafencity ziehen, als plötzlich
eine unveröffentlichte Romanidee als reale Mordserie in der Tageszeitung
auftaucht. Noa bekommt Zweifel, wie gut sie ihre Schwester eigentlich
kennt. Was geschah wirklich an dem Tag, als ihre Eltern starben? Je mehr
Noa herumschnüffelt, desto klarer wird: Es gibt jemanden in ihrem
Umfeld, der nichts Gutes im Sinn hat, und diese Person ist
hochgefährlich.
Meine Meinung:
Ich lese selten Jugendthriller,
dieser hier hat mich durch sein gelungenes Cover und den Klappentext
angesprochen und ich wurde nicht enttäuscht.
Im Haupteil des Buches
geht es vornehmlich um Noa, die gemeinsam mit ihrer Schwester Audrey
einer erfolgreichen Thrillerautorin ein luxuriöses Leben in Hamburg
führt. Nachdem die Mädchen sehr früh ihre Eltern bei einem Unfall
verloren, verwöhnt Audrey ihre kleine Schwester und lässt ihr mehr
Freiheiten als eine 17jährige meiner Meinung nach haben sollte, da diese
Freiheiten schon seit Jahren gewährt werden.
Erst als Audrey mit
ihrem Verleger in Streit gerät, der eine Romanidee von ihr verwirft und
sie ihren Frust darüber an ihrer Schwester auslässt, gerät die heile
Welt Noas ins Wanken und droht zerstört zu werden, als die Idee des
Romans von einem irren Serienkiller in die Tat umgesetzt wird.
Noa
findet heraus das der neue Roman in irgendeiner Weise mit ihrer
Vergangenheit verknüpft ist und macht sich auf die Suche nach der
Wahrheit, die alle inkl. des neuen Freundes ihrer Schwester zu kennen
scheinen, dabei gerät sie in tödliche Gefahr.
Alexandra Kui, baut
die Spannung langsam auf, eigentlich könnte man das Buch bis kurz vor
Schluss für eine Familiengeschichte halten, für die Suche eines Mädchens
nach der Wahrheit über ihre Familie und nach den Hintergründen für das
teilweise recht seltsame Verhalten ihrer Schwester, wären da nicht die
Manuskriptseiten die gleichzeitig die Gedanken des Mörders sind. Es gibt
viele Verdächtige, bei manchen dachte ich gleich das es zu
offensichtlich eine falsche Fährte ist, bei anderen zweifelte ich bis
zum Schluss, das mit rätseln hat Spaß gemacht und die Auflösung blieb
bis zum Ende eine Überraschung.
Zwei Dinge haben mich im Roman
allerdings trotzdem gestört, der recht sorglose Umgang mit Alkohol, den
Noa wohl schon mit 13 Jahren trinken durfte und der ebenso sorglose
Umgang mit Entschuldigungen für die Schule, hier habe ich gemerkt das
der Roman nicht für mich geschrieben wurde.
Auch fehlten mir
persönlich am Ende einige Erklärungen, wie genau wurde der Mörder
gefasst, was geschah mit Arne, dem Freund Audreys, der eine große Rolle
spielte und dann wohl sang und klanglos abserviert wurde.
Da die
Autorin allerdings in der Leserunde erklärte, das für sie eben Noas
Geschichte im Vordergrund stand und diese aus erzählt war, die
Geschichte auch ohne übermäßige Gewalt wirklich spannend war, vergebe
ich trotzdem die volle Punktzahl.
Ich würde das Buch meiner 14jährigen zu lesen geben, mit einer geschwärzten Stelle ;o) Welche? Das müsst ihr selber rausfinden.
- Broschiert: 288 Seiten
- Verlag: cbt (28. Mai 2013)
- Sprache: Deutsch
- ISBN-10: 3570162567
- ISBN-13: 978-3570162569
- Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren