Klappentext:
Was hat ein Plakat in der Red-Bull-Arena mit einem Mord in Gronau zu
tun? Wie reagiert ein Mann, wenn ihn die Frau verlässt, der er aus Liebe
eine Niere gespendet hat? Wozu ist ein alter Mann fähig, der seinen
Enkel um jeden Preis zum Fußball-Profi machen will?
Aller guten
Dinge sind drei. Zum dritten Mal legen Autorinnen und Autoren vom
Leipziger Krimi-Stammtisch eine Anthologie mit Mords-Geschichten vor.
Mordsgeschichten - das ist einmal wörtlich zu nehmen, weil es Gewalt und Tote gibt.
Mordsgeschichten
- das gilt ebenso im übertragenen Sinne, weil die Fantasie des
Schreibers auch einen Fall ohne Leiche zu einer spannenden und
ungewöhnlichen Story macht.
Dreizehn Autorinnen und Autoren haben
sich diesmal zusammengetan. Und wie bei den ersten Bänden mit Erich
Loest und Edgar Franzmann haben sie sich Verstärkung von außen
dazugeholt, und zwar einen Mann vom Fach: Leipzigs Polizeipräsident
Bernd Merbitz ist mit einer Geschichte aus turbulenten Nachwende-Zeiten
dabei. Ein besonderer Coup der Stammtisch-Bande.
Einmal mehr durfte ich der Einladung des
FHL Verlags folgen und 13 Krimiautoren sowie einem Gastautor beim
Morden begleiten und wie gewohnt wurde ich von den Kurzgeschichten nicht
enttäuscht. Anthologien sind wie Tüten mit gemischten Süßigkeiten, nie
weiß man so ganz genau was einen erwartet, manches ist köstlich und
zergeht auf der Zunge anderes möchte man am Liebsten gleich wieder
ausspucken und wieder anderes mutet seltsam an. Genauso ging es mir mit
den einzelnen Geschichten, nicht immer liessen sie sich gefällig lesen
und erschlossen sich auf Anhieb, sorgsames und manchmal wiederholtes
Lesen war nötig und vielleicht war es gerade dann das etwas sperrige,
was diese Geschichten so interessant machte.Einige der Geschichten,
bzw. der Motive zogen mich unausweichlich auf die Seite des Mörders,
dessen Motive für mich so nachvollziehbar und verständlich waren das ich
ihn nicht verurteilen konnte. z.B. in meinem Top Favoriten:
Hügel
der Stiefel von David Gray, der uns in den wilden Westen nach Hope führt
einer kleinen, von tiefgläubigen Menschen bewohnten, Stadt in der nicht
alles so friedlich und heimelig ist wie es auf den ersten Blick
scheint.
Oder die Story macht betroffen und traurig, wie in
Klassentreffen von Hartwig Hochstein, in der sich über Jahre angestaute
Wut und Verzweiflung in einer grausamen Tat entladen für die ich wieder,
obwohl ich im realen Leben ein rigoroser Gegner von Selbstjustiz bin,
vollstes Verständnis hatte.
Häufig ist man vom Täter überrascht, hat
man doch jemand ganz anderen im Visier,der Motiv und Gelegenheit hätte
jemanden zu ermorden, wie in Lady in Black von Andreas M. Sturm.
Kurz
zum Gastautor Bernd Merbitz, ich gebe zu, es hat etwas gedauert bis ich
mich an die Art und Weise gewöhnt hatte in der der Autor schreibt,
sein Schreibstil gehört zu denen die etwas seltsam anmuteten hat man
sich allerdings erst einmal daran gewöhnt und sich darauf eingelassen,
ist er durchaus interessant, aus diesem Blickwinkel zu erfahren wie es
zu der Tat kam.
Zum Schluss sei noch gesagt, in der Wundertüte gab es
keine Süßigkeit die ich wieder ausspucken wollte,jede Geschichte war
auf ihre Art spannend, manchmal traurig manchmal etwas makaber.
Ich freue mich schon auf die nächsten Stammtischmorde.
- Broschiert: 220 Seiten
- Verlag: fhl Verlag Leipzig; Auflage: 1 (15. Oktober 2014)
- Sprache: Deutsch
- ISBN-10: 3942829266
- ISBN-13: 978-3942829267