Nils Trojan ist eben zurück von seiner Auszeit auf einer Insel, da wird er schon an einen neuen Tatort gerufen. Im ersten Moment glaubt er, in einen absurden Albtraum geraten zu sein: Es sieht aus, als würde ein Tier über dem Opfer kauern, denn der Mörder hat das Fell eines Rehs über die getötete junge Frau drapiert. Wenig später ereignet sich der zweite Mord, und wieder sind Mensch und Tier auf makabre Weise ineinander verschlungen. Aber was will der Täter mit seiner grausamen Botschaft mitteilen? In einem verlassenen Haus im Umland von Berlin stößt Trojan auf eine Fährte – und erkennt zu spät, dass er in eine mörderische Falle geraten ist.
Nils Trojan beendet seine Auszeit auf einer spanischen Insel und kehrt voller Vorfreude nach Berlin zurück. Vorfreude darauf, was sich aus der sich anbahnenden Beziehung zu seiner Kollegin Stefanie entwickeln wird und er fühlt sich stark genug und voller Energie, sich den Herausforderungen seines Berufs zu stellen. Er will es langsamer angehen lassen, als bisher. Doch er schafft es nicht einmal die Koffer auszupacken, als er an einen Tatort gerufen wird. Eine Frau, teilweise eingenäht in das Fell eines Rehs, ist das erste Opfer einer grausamen und rätselhaften Mordserie, die Trojan schon bald wieder an seine Grenzen bringt. Nils Trojan muss die HInweise die der Mörder an den Tatorten hinterlässt entschlüsseln, um weitere Morde zu verhindern. Zudem muss er sich an einen neuen Kollegen im Team gewöhnen, Olaf Maas, scheint vom ersten Augenblick etwas gegen Trojan zu haben.
Der neunte Fall für Nils Trojan, ist wieder einmal außerordentlich spannend, ich mag den Schreibstil Max Bentows. Kurze Kapitel, die oft mit einem Cliffhanger enden hielten, mich oftmals lange, manchmal sogar länger als für mein Schlafbedürfnis gut war am Buch. Ich mochte die Erzählweise, bei der sich kurze Kapitel aus der Sicht des Mörders, mit der Haupthandlung abwechseln. Ich rätselte lange Zeit, ob einer der Hauptprotagonisten in diesen Kapiteln zu Wort kommt oder ob es jemand vollkommen anderer ist. Zeitweise hatte ich den Verdacht, dass es Noah sein könnte, ein 16-Jähriger, der es zu Hause nicht mehr aushält und viele Nächte auf einem unverschlossenen Dachboden im Haus der Filmstudentin Elisabeth verbringt. Noah und Elisabeth sind beide auf ihre eigene Weise psychisch angeschlagen, Noah durch die Gewalt in seinem Elternhaus, Elisabeth, weil sie sich ihrer Familie nie so recht zugehörig fühlte. Oder Elisabeth selbst, die manchmal von verstörenden Erinnerungsfetzen aus ihre Vergangenheit gequält wird?
Die Story wirft während des Lesens viele Fragen auf, der Autor macht es seinen Lesern nicht leicht, kaum habe ich geglaubt zu wissen, wer der Täter sein könnte, führte er mich schon wieder auf eine neue Spur, aber am Ende schließt sich der Kreis und die Hinweise, die der Täter hinterlässt, ergeben einen erschreckend klaren Sinn. Fast entwickelte ich so etwas wie Mitleid mit dem Täter.
Eins allerdings hat mich im Buch etwas gestört, das Auftauchen des neuen Kollegen, der von der ersten Sekunde an etwas gegen Trojan zu haben scheint, da es in erster Linie um Trojan geht und sein Team nur am Rande *mitspielt, scheint mir die Figur doch ziemlich überflüssig, vielleicht liegt es aber daran das ich, bis auf einen die Vorgängerbände nicht gelesen habe und so auch die Dynamik im Team nicht kenne. Maas Figur tut nichts für die Story, weder behindert er die Ermittlungen noch bringt er sie in entscheidenden Momenten voran, er ist einfach da und ist unsympathisch.
Besser als bei Dornenkind, das einzige Buch aus der Nils Trojan Reihe, das ich bisher gelesen habe, gefällt mir allerdings, dass man Der Eisjunge komplett unabhängig lesen kann, die Andeutungen, die auf die Vorgängerbände hinweisen sind zu vernachlässigen und mindern das Lesevergnügen in keinster Weise.
- Herausgeber : Goldmann Verlag; Originalausgabe Edition (13. September 2021)
- Sprache : Deutsch
- Broschiert : 416 Seiten
- ISBN-10 : 344220612X
- ISBN-13 : 978-3442206124











