Donnerstag, 31. August 2017

Interview zur Blogtour Herbstlande mit Fabienne Siegmund und Stephanie Kempin

Ich durfte im Rahmen der Herbstlande Blogtour die beiden wunderbaren Autorinnen Fabienne Siegmund und Stephanie Kempin interviewen. Wir sprachen über ihre Motive ein Buch gemeinsam mit anderen Autoren zu schreiben, über Lieblingsbücher und frühere Werke.

So hat Fabienne Siegmund eines meiner Lieblingsbücher im Verlag Torsten Low veröffentlicht, eine Rezension zu Der Karussellkönig, findet ihr HIER.
Unbedingt lesen möchte ich noch Die Blätter des Herbstbringers (Verlag Ohne Ohren) und Das Herz der Nacht (Acabus Verlag).

 Zur Verlagsseite

Von Stephanie Kempin ist bisher das Buch Alice - Follow the White im Papierverzierer Verlag erschienen.


Nun aber zu den Fragen und den wirklich interessanten Antworten. Am Ende des Interviews erfahrt ihr mehr zu unserem Gewinnspiel.

  1. Mögt ihr euch den Lesern, die euch noch nicht kennen, kurz vorstellen?

Fabienne:

Gerne. Mein Name ist Fabienne, ich bin 37 Jahre alt und lebe in der Nähe von Köln. Mit dem Schreiben angefangen habe ich schon als Kind, ich war immer schon in Büchern zuhause. 2009 erschien dann mein erster Kurzgeschichtenband, seither sind viele weitere Kurzgeschichten und einige Romane hinzugekommen.










Stephanie:

Ich bin Stephanie, wohne in Hessen und bin dieses Jahr 30 geworden. Geschichten habe ich schon immer geliebt und bin ihnen deshalb auch immer gefolgt. Erst habe ich Literaturwissenschaft studiert und danach angefangen zu lektorieren und später auch zu übersetzen. Nach einigen Kurzgeschichten und unseren Herbstlanden ist im März diesen Jahres mein Debütroman erschienen, „Alice – Follow the White …“ Wenn mir die Geschichten noch Zeit lassen, bin ich sehr gerne auf Konzerten oder auch Festivals unterwegs






2.Wann habt ihr das erste Mal gemerkt, dass ihr schreiben müsst?

Fabienne:

Müssen ist so ein starkes Wort … ich liebe es zu schreiben und kann mir auch nicht wirklich vorstellen, aufzuhören, Geschichten zu schreiben, aber dennoch ist es eine Leidenschaft und nur dann ein wirklicher Zwang, wenn eben Termine und Fristen eingehalten werden müssen.

Stephanie:
An den einen Moment, mit dem das angefangen hat, kann ich mich gar nicht erinnern. Dieser Wunsch, Geschichten zu erzählen, war einfach „schon immer da“. Das Schreiben selbst ist mal einfacher und mal schwieriger, aber genau wie Fabienne könnte ich mir nicht vorstellen, damit aufzuhören, weil es zum Leben dazugehört.


  1. Hattet ihr eine Lieblingsschullektüre? Wenn ja, welche, und welches Buch, das ihr lesen musstet, mochtet ihr gar nicht?

Fabienne:

Ich hatte das Glück, auf der Schule eine Lehrerin zu haben, die uns immer wieder animiert hat zu lesen. Von ihr habe ich viel von meinem heutigen Sinn für Sprache und Ausdruck gelernt. Meine liebste Lektüre war „Der kleine Prinz“ von Antoine de Saint-Exupéry. Die Klausur dazu habe ich immer noch, fein säuberlich abgetippt.
Gar nicht zum damaligen Zeitpunkt mochte ich „Biedermann und die Brandtstifter“ von Max Frisch, das hat sich heute aber auch geändert.



Stephanie:

Mit den richtigen Lehrern steht und fällt da tatsächlich einiges, aber manche Bücher kann auch die tollste Deutschlehrerin nicht retten. So konnte ich zum Beispiel „Kabale und Liebe“ im Leistungskurs absolut nicht ausstehen, obwohl ich da auch richtig Glück mit der Lehrerin hatte. Das mag vielleicht seltsam klingen, wenn man später in der Richtung studiert hat, aber wenn ich so drüber nachdenke, mochte ich tatsächlich die meiste Schullektüre nicht.
„Faust“ war toll und „Frankenstein“, auch wenn man sich an das alte Englisch erst mal gewöhnen musste.

  1. Was hat euch dazu bewegt, gemeinsam mit anderen Autoren ein Buch zu schreiben?

Stephanie:
Von alleine wäre ich wahrscheinlich nie auf die Idee gekommen, aber nachdem Fabienne mich gefragt hat, ob ich mitmachen möchte, habe ich ja gesagt.

Fabienne:
Mir kam eines Tages die Idee, ein herbstliches Land zu entwickeln, dass in die Monate September, Oktober und November eingeteilt ist. Doch schon während dieser Grundidee hatte ich das Gefühl, dass es der Geschichte guttun würde, wenn nicht nur ich in Weltenbau und die Storyline involviert bin. So habe ich ein wenig überlegt und Stephanie, Vanessa und Thomas angeschrieben, die glücklicherweise verrückt genug waren und mit Begeisterung ja gesagt haben.


  1. Wie darf man sich die Entstehungsgeschichte des Buches vorstellen?

Fabienne:
Zuerst haben wir uns das Grundgerüst der Geschichte und die Hauptfiguren überlegt, also das „Am Anfang ist Person X da, am Ende wird sie dort ankommen.“ Danach haben wir Schritt für Schritt die Figuren und die Länder mit Leben gefüllt und Scarletts Reise durch die Herbstlande geplant.

Stephanie:
Vor allem die Welt zu bauen, war eine schöne Sache. Ich muss ja zugeben, dass ich immer noch all die Schauplätze und Nebencharaktere im Oktober, wie zum Beispiel die Mushpris, an der ganzen Geschichte am liebsten mag. Bei den Wesen und Schauplätzen in den einzelnen Ländern konnte man sich so richtig schön austoben.

  1. War euch von Anfang an klar, worauf ihr mit der Geschichte hinaus wolltet oder entwickelte sich das erst beim Schreiben?

Fabienne:
Nein, es war unabdingbar, dass wir da ein festes Konzept hatten, es war sogar so fein aufbereitet, dass jeder von uns wusste, in welcher Verfassung Scarlett am Ende der einzelnen Monate wo ankommen würde, denn sonst hätten wir ja niemals parallel schreiben können.

Stephanie:
Trotzdem hatten wir am Ende noch eine Menge anzugleichen. Einige Dinge, unter anderem die Hauptfigur waren nur mit wenigen Wörtern charakterisiert und wie das nun mal so ist, interpretiert jeder solche Informationen anders. Obwohl wir also von Anfang an ein Konzept hatten, war es am Ende im Grunde die meiste Arbeit, die Geschichte sozusagen „glattzuziehen“.

  1. Herbstlande ist ja kein 08/15 Buch, wie schwierig gestaltete sich die Zusammenarbeit mit den anderen Autoren, wolltet ihr zwischendurch mal alles hinschmeißen?

Fabienne:
Es war schon etwas ganz Anderes, als wenn ich ein Buch allein schreibe. Man muss sich abstimmen und oftmals auch Kompromisse machen, was nicht immer ganz einfach ist. Aber der Gedanke , hinzuschmeißen kam mir höchstens, weil ich beim Schreiben wie so oft das Gefühl hatte, dass sich mein Teil der Geschichte in meinem Kopf viel besser angehört hatte wie das Ergebnis, das sich auf dem Papier wiedergefunden hat. Aber das habe ich wie gesagt bei jeder meiner Geschichten. Das gehört wohl einfach dazu und ich kenne kaum einen Schriftsteller, der dieses Gefühl nicht kennt.

Stephanie:
Es ist eindeutig etwas anderes. Gerade, wenn man Charaktere in einer Geschichte hat, die man sich selbst für eine eigene Geschichte nie so ausdenken würde. Bei eigenen Figuren weiß man, wie sie ticken und was sie in welcher Situation tun. Wenn man eine Figur praktisch übernimmt, ist die Wahrscheinlichkeit, daneben zu liegen, gleich mal viel höher.

  1. Wenn du gefragt wirst: Warum sollte ich ausgerechnet euer Buch lesen? Was antwortet ihr?
Ich weiß das die Frage fies ist, aber ihr dürft hemmungslos Werbung machen ;o)

Fabienne:
Dass die Herbstlande kein gewöhnliches Buch sind und dass jeder einmal in die Herbstlande
reisen sollte, weil man nie weiß, was man dort für sich oder in sich finden kann.

Stephanie:
Stimmt, die Frage ist fies. Vor allem, weil man nicht jedem Leser die gleichen Bücher ans Herz legen kann … Bei den Herbstlanden würde ich sagen, wer märchenhafte Welten mag und den Herbst als Jahreszeit liebt, sollte den Ausflug riskieren. Aber Fabienne hat recht, man weiß nie, was man dort so findet.

  1. Woran arbeitet ihr zurzeit?
Stephanie:
Gerade ist bei mir viel weniger Zeit zum Schreiben, als ich das gerne hätte. Wenn ich doch dazu komme, überarbeite ich eine eher düstere Geschichte, die noch stärker von Musik inspiriert ist als sonst. Eine Kurzgeschichte steht bei mir auch noch an und danach ist das nächste Romanprojekt vorgesehen, auch eher düster.

Fabienne:
Ich habe gerade „Namiria“ abgegeben, einen winterlichen Fantasy Roman, der noch in diesem Jahr im Fabylon Verlag erscheinen wird. Da die nächsten Wochen dem Lektorat gehören, beschäftige ich mich momentan mit dem Planen von Geschichten, gerade ist ein Konzept fertig geworden und es gibt noch eine Kurzgeschichte, die ich zu schreiben habe.



  1. Die Herbstlande sind in dem Verlag Torsten Low erschienen, es wäre sicherlich auch bei einem der großen Publikumsverlage angenommen worden, warum habt ihr euch für Torsten Low entschieden? (im Übrigen einer meiner Lieblingsverlage)

Fabienne:
Um ehrlich zu sein, haben wir glaube ich keine Minute darüber nachgedacht, einen großen Publikumsverlag anzuschreiben. Vanessa, Thomas und ich veröffentlichen ja schon lange im Verlag Torsten Low und wir konnten auch Stephanie recht schnell überzeugen, unser Glück dort zu versuchen. Uns war es wichtig, einen Verlag zu finden, bei dem wir uns alle wohlfühlen und wo wir das Gefühl hatten, die Geschichte mit all ihren Facetten und unseren Wünschen gut unterbringen zu können.

Stephanie:
Was heißt, überzeugen. Das stand sehr schnell fest und ich hatte da auch nie Einwände. Und es stimmt schon, gerade kleine Verlage machen oft noch viel mehr Dinge mit als große, von daher war das schon alles gut so.

  1. Wie fühlt man sich, wenn das Buch fertig ist?

Stephanie:
Für mich ist es so eine „Ich habe es geschafft“-Euphorie. In erster Linie wirklich riesige Freude darüber, dass es fertig ist. Irgendwann kommt dann die Frage hoch „Was mache ich denn jetzt?“, weil man die ganze Zeit so in einer Geschichte gesteckt hat, dass es erst einmal total merkwürdig ist, wenn man damit plötzlich fertig ist. Aber die meiste Zeit steht dann auch schon eine andere Geschichte in den Startlöchern, die geschrieben werden will, also geht es eigentlich immer zum nächsten Schreibprojekt.

Fabienne:
Bei mir persönlich setzt dann oft „die Leere zwischen den Geschichten“ ein. Man wandert ja zumeist einen längeren Zeitraum Seite an Seite mit den Figuren durch ihr Abenteuer, manchmal nur wenige Wochen, in anderen Fällen ganze Jahre. Wenn ich das Wörtchen „Ende“ unter einen Roman setze, kommt danach oft Leere, und es dauert ein wenig, bis sich diese Leere wieder mit einer neuen Geschichte füllen kann.
Beim ersten Mal fand ich das ganz furchtbar, heute weiß ich, dass es sich wieder ändern wird.

Und hier habe ich noch meine Rezension zu Herbstlande, mit einem Klick auf das Bild, seid ihr schon da. 


Seid ihr neugierig geworden auf die weiteren Stationen unserer Tour?
Dann schaut euch mal unseren Tourplan an.
Und nun zum Gewinnspiel. Bei mir müsst ihr die Frage beantworten: 

Was gefällt euch am Herbst? 

Schreibt mir das einfach in die Kommentare.

Ich wünsche euch viel Spaß und viel Glück

Manuela


Dieses Mal haben Blogger und AutorInnen gleich zwei Verlosungen für euch vorbereitet. Es steht euch frei bei beiden mitzumachen. 


Die Gewinnpakete bestehen jeweils aus:
Einer von den Autoren signierten Ausgabe des Romans »Herbstlande«Dem dazu passenden illustrierten Journal, welches euch durch die Reise in den Herbstlanden begleitet und seine Bewohner vorstellt.
Einem Herbstlande Poster mit dem Coverbild
Zwei weitere Gewinner erhalten als Trostpreis je ein Poster.

Was muss ich dafür tun?

Möglichkeit 1: 
Gewinnspiel auf den Blogs 
Ihr hinterlasst zu den jeweiligen Blogtourartikeln einen Kommentar, oder beantwortet die vom Blog gestellte Gewinnspielfrage.
Möglichkeit 2:
 Gewinnspiel auf der Facebookseite Die Herbtslande  https://www.facebook.com/DieHerbstlande/
Ihr gebt dem Gewinnspielbeitrag ein Like und hinterlasst einen netten Kommentar.
Aus beiden Lostöpfen wird je ein Gewinner des Komplett-Pakets und des Trostpreises ausgelost.

Das Kleingedruckte

Du bist mindestens 18 Jahre alt oder hast das Einverständnis deiner Erziehungsberechtigten.
Hinterlasse uns eine Möglichkeit (E-Mail etc.), um Dich nach dem Gewinnspiel zu kontaktieren.
Mehrfache Teilnahme auf einem Blog geht nicht. Ein doppelter Gewinn (also hier und auf einem weitern Blog, der bei der Tour mitmacht) ist ausgeschlossen. Der Rechtsweg ist ebenfalls ausgeschlossen. Eine Teilnahme am Gewinnspiel ist nur innerhalb von Deutschland möglich. Eine Barauszahlung des Gewinns ist nicht möglich.
Wir übernehmen keine Haftung für den Verlust des Gewinns auf dem Postweg.
Das Gewinnspiel beginnt am 28. August 2017 und endet am 9. September um 23:59 Uhr.
Dieses Mal haben Blogger und AutorInnen gleich zwei Verlosungen für euch vorbereitet. Es steht euch frei bei beiden mitzumachen. 
Die Gewinnpakete bestehen jeweils aus:
Einer von den Autoren signierten Ausgabe des Romans »Herbstlande«Dem dazu passenden illustrierten Journal, welches euch durch die Reise in den Herbstlanden begleitet und seine Bewohner vorstellt.
Einem Herbstlande Poster mit dem Coverbild
Zwei weitere Gewinner erhalten als Trostpreis je ein Poster.

Was muss ich dafür tun?

Möglichkeit 1: 
Gewinnspiel auf den Blogs 
Ihr hinterlasst zu den jeweiligen Blogtourartikeln einen Kommentar, oder beantwortet die vom Blog gestellte Gewinnspielfrage.
Möglichkeit 2:
 Gewinnspiel auf der Facebookseite Die Herbtslande
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Das Kleingedruckte

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Das Gewinnspiel beginnt am 28. August 2017 und endet am 9. September um 23:59 Uhr.




Dienstag, 29. August 2017

Die Magie der Namen von Nicole Gozdek

Inhalt: Nummer 19 lebt in einer Welt in der Namen mehr sind als nur Schall und Rauch. Erst mit der Volljährigkeit erhält ein Kind seinen Namen und mit diesem Namen erfährt es welcher Dynastie es angehört, ob es einen angesehenen Beruf hat, evtl. sogar Magie wirken kann, die Höhe des Vermögens sogar das Aussehen ändert sich mit der Namensgebung.
Nummer 19 erhofft sich nichts mehr als ein Held zu sein, einer aus der bedeutenden Dynastie der Polliander, doch als seine Namensgebung erfolgt, geschieht: Nichts und als wäre das nicht schlimm genug, scheint niemand seinen Namensgeber Tirasan Passario zu kennen. Seine einzige Chance mehr zu erfahren ist das große Namensarchiv in der Hauptstadt Himmelstor. Gemeinsam mit Rustan Polliander und dessen Freunden macht er sich auf die gefährliche Reise.

Meine Meinung:
Ich war schon lange neugierig auf das Buch und als es mir  jetzt in die Hände fiel musste ich es auch gleich lesen und ich kann schon jetzt verraten: Es hat mir sehr gut gefallen, der Schreibstil der Autorin Nicole Gozek, ist klar und flüssig, sie verliert sich nicht in überflüssigen Schnörkeln lässt aber ihre Welt trotzdem vor den Augen der Leser auferstehen. Ihre Protagonisten sind sehr authentisch und zum Großteil auch sympathisch, aber natürlich gibt es auch die Antagonisten, die die es nicht wirklich gut meinen mit Tirasan und seinen Freunden.
Auf der gefährlichen Reise in die Hauptstadt machen Tirasan und seine Freunde eine teils erstaunliche Entwicklung durch, war Baro, ein enger Freund Rustans z.B. arrogant, gemein und unhöflich zu Tirasan, erfährt der Leser die Beweggründe für sein Verhalten und darf miterleben wie auch er sich zu einem loyalen Freund entwickelt.
Ich will euch aber gar nicht zu viel vom Inhalt des Buches verraten. Eher möchte ich auf den Grundgedanken eingehen, es geht um Freundschaft und die Bedeutung von Familie. Wie wichtig ist es in einer Familie aufzuwachsen, geliebt und umsorgt zu werden, wie wichtig ist es zu wissen wo man her kommt? Die Kinder in Mirabortas wachsen ohne Familien auf, ohne all dieses wichtige Wissen, denn solange sie noch keinen Namen haben, nicht wissen zu welcher Dynastie sie gehören sind sie bedeutungslose Nummern.
Der Verlag gibt die Altersempfehlung 12-17 Jahren an und das passt meiner Meinung nach auch sehr gut, es gibt zwar die eine oder andere Kampfszene aber die Autorin verzichtet auf überflüssige Gewalt nur um der Gewalt willen. Meiner Meinung nach ist das Buch gut dazu geeignet junge Leser, sowohl Mädchen als auch Jungen, Fantasyliteratur nahe zu bringen.
Und obwohl ich der Zielgruppe eigentlich schon lange entwachsen bin, habe ich mich wohl gefühlt mit dem Buch und bin auf jeden Fall schon sehr gespannt auf die Fortsetzung, denn gerade das Ende hat für einige kontroverse Diskussionen unter den Fans gesorgt.

  • Gebundene Ausgabe: 368 Seiten
  • Verlag: ivi (1. März 2016)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3492703879
  • ISBN-13: 978-3492703871


Sonntag, 27. August 2017

Kukolka von Lana Lux

Zur Verlagsseite
Inhalt:
Samira lebt in der Ukraine, in einem Land in dem die Menschen nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion von Freiheit und Wohlstand träumen. Auch Samira träumt, sie träumt von einem besseren Leben in bei ihrer Freundin Marina die von einem Ehepaar aus Deutschland adoptiert wurde. Als sie einen Brief von Marina erhält, den eine der Erzieherinnen des Heims in dem sie lebt, aus reiner Schikane behält, läuft Samira weg, sie will nach Deutschland zu Marina und eine berühmte Sängerin werden und landet bei Rocky und seiner *Familie*
Rocky schickt seine Familie auf Beutezüge in die Stadt, sie müssen stehlen und betteln und ihre Einnahmen bei ihm abgeben. Samira ist die bald die Beste in ihrem Job und Rocky mag sie sehr, wenn sie ihn massiert bekommt sie von ihm Schokolade, er nennt sie Kukolka das heißt Püppchen: Samira ist 7.
Und sie ist 12 als sie Dima kennenlernt, sie verliebt sich ihn, er ist schön, er ist nett, er ist reich, er legt ihr die Welt zu Füssen und sich das Kind in sein Bett. Dima nimmt sie mit nach Deutschland, dem Land ihrer Träume, in dem ihr Leidensweg erst richtig beginnt.

Meine Meinung:
Ich könnte euch das komplette Buch erzählen, Station für Station des Lebens eines Kindes, das mehr durchmachen musste als ein Mensch eigentlich,ertragen kann, diese Geschichte hat sich in mein Gedächtnis eingebrannt wie kaum eine zuvor.
Lana Lux, lässt Samira ihre Geschichte erzählen, mit den Worten eines Kindes, mit den Gefühlen eines Kindes. Samira glaubt den Worten, der Menschen, sie glaubt das das Herz zerquetscht wird wenn man auf der linken Seite schläft, wie es die Erzieherinnen im Kinderheim Sonnenschein sagten, sie glaubt Rocky, das er sie nach Deutschland bringen wird und sie glaubt Dima, der ihr erzählt sein Leben sei in Gefahr und nur sie könne ihm helfen das Geld für seine Schulden aufzubringen. Sie ist ein Kind, das keinerlei Schulbildung hat, das einzige was sie im Heim lernte war sich an die Regeln zu halten.
Samira erzählt ihre grausame Geschichte unbefangen wie es Kinder nun einmal tun, weil sie nicht wirklich weiß das ihr großes Unrecht angetan wurde, sie genießt den Sex mit Dima,  sie weiß nicht das er sie missbraucht.
Diese Unbefangenheit mit der die Autorin ihre kleine Protagonistin erzählen lässt, macht das Buch zu etwas ganz besonderem.
Selten hatte ich so sehr den Wunsch das eine Geschichte gut ausgeht, das dieses Kind noch jemanden findet der ihr Geborgenheit und Schutz bietet, bevor es zu spät ist.
Kindesmissbrauch egal in welcher Form macht jeden normal denkenden Menschen wütend und hilflos lesen wir davon in den Zeitungen oder hören in den Nachrichten. Wir hören von Kinderbanden, die stehlen und betteln oder sich prostituieren müssen. Das ist alles ganz weit weg, eine Meldung die von anderen ebenso erschütternden Nachrichten abgelöst wird. Samiras Geschichte allerdings lässt sich nicht so einfach durch andere Nachrichten ablösen, sie bleibt in Erinnerung, gerade weil sie sie ohne erhobenen Zeigefinger erzählt, es gibt kein Heulen und Wehklagen, kein Selbstmitleid, natürlich gibt es Tränen, Samira leidet, sie weint,aber sie lacht auch, freut sich an dem luxus einer Badewanne oder guten Essens und schöner Kleider. Ich war es die zu jeder Sekunde die ich Samira "zuhörte" wütender wurde auf die Männer, auf die Freier, auf alle die dem Kind Leid zufügten.
Kukolka ist ein bemerkenswertes Debut aus der Feder Lana Lux, die Autorin werde ich auf jeden Fall im Auge behalten, ich spreche für das Buch eine absolute und uneingeschränkte Leseempfehlung aus.

Mit einem Klick auf das Cover kommt ihr direkt zur Verlagsseite.

  • Gebundene Ausgabe: 375 Seiten
  • Verlag: Aufbau Verlag; Auflage: 1 (18. August 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3351036930
  • ISBN-13: 978-3351036935

Samstag, 26. August 2017

Ankündigung zur herbstlichen Blogtour. Herbstlande


Aufmerksame Leser meines Blogs, haben meine Begeisterung für das Buch Herbstlande, geschrieben von Fabienne Siegmund, Vanessa Kaiser, Stephanie Kempin und Thomas Lohwasser, sicherlich mitbekommen, illustriert wurde dieses wunderbare Buch von Jana Damaris Reich, erschienen ist es im Verlag Torsten Low. Für die die das nicht mitbekommen haben, ihr könnt euch mit einem Klick auf das Cover einen Eindruck verschaffen.
Zu meiner Rezension
Und nun möchten wir euch zu einer herbstlichen Blogtour einladen, 13 Blogs haben sich zu einer großen Blogtour zusammengeschlossen, um euch mitzunehmen auf eine Reise durch die Herbstlande.
Vom 28.August bis zum 9. September 2017 führen wir euch durch einer Welt voller Mythologie. Lasst euch verzaubern von der einzigartigen Atmosphäre des Buches. Es erwarten euch Autoreninterviews, Bastelanleitungen,Rezepte ein Gewinnspiel und vieles mehr.

Meinen Beitrag zu Blogtour darf ich euch am 31. August vorstellen, ich hatte die Ehre Fabienne Siegmund und Stephanie Kempin ein paar Fragen zu stellen.


Was gibt es zu gewinnen?
Dieses Mal haben Blogger und AutorInnen gleich zwei Verlosungen für euch vorbereitet. Es steht euch frei bei beiden mitzumachen. 
Die Gewinnpakete bestehen jeweils aus:
Einer von den Autoren signierten Ausgabe des Romans »Herbstlande«Dem dazu passenden illustrierten Journal, welches euch durch die Reise in den Herbstlanden begleitet und seine Bewohner vorstellt.
Einem Herbstlande Poster mit dem Coverbild
Zwei weitere Gewinner erhalten als Trostpreis je ein Poster.

Was muss ich dafür tun?

Möglichkeit 1: 
Gewinnspiel auf den Blogs 
Ihr hinterlasst zu den jeweiligen Blogtourartikeln einen Kommentar, oder beantwortet die vom Blog gestellte Gewinnspielfrage.
Möglichkeit 2:
 Gewinnspiel auf der Facebookseite Die Herbtslande
Ihr gebt dem Gewinnspielbeitrag ein Like und hinterlasst einen netten Kommentar.
Aus beiden Lostöpfen wird je ein Gewinner des Komplett-Pakets und des Trostpreises ausgelost.

Das Kleingedruckte

Du bist mindestens 18 Jahre alt oder hast das Einverständnis deiner Erziehungsberechtigten.
Hinterlasse uns eine Möglichkeit (E-Mail etc.), um Dich nach dem Gewinnspiel zu kontaktieren.
Mehrfache Teilnahme auf einem Blog geht nicht. Ein doppelter Gewinn (also hier und auf einem weitern Blog, der bei der Tour mitmacht) ist ausgeschlossen. Der Rechtsweg ist ebenfalls ausgeschlossen. Eine Teilnahme am Gewinnspiel ist nur innerhalb von Deutschland möglich. Eine Barauszahlung des Gewinns ist nicht möglich.
Wir übernehmen keine Haftung für den Verlust des Gewinns auf dem Postweg.
Das Gewinnspiel beginnt am 28. August 2017 und endet am 9. September um 23:59 Uhr.


Und nun wünsche ich Euch viel Spaß, bei unserer gemeinsamen Reise
Manuela



Freitag, 25. August 2017

Engel der Toten. Gnadenlose Jagd von Eval Lirot

Zur Autorenseite
Inhalt: Nach ihrer Flucht vor dem Wolf, zieht sich Sadie zurück, versteckt in einem kleinen Hotel beschließt sie alles in ihrer Macht stehende zu tun um dem Orden der Wölfe das Handwerk zu legen und den toten Mädchen und Frauen eine Stimme zu geben und um weitere Opfer zu verhindern.
Ihr einziger Verbündeter ist John Palmer, zu dem sie langsam Vertrauen fasst, zu dem sie aber, um ihn nicht zu gefährden Abstand hält, nicht ahnend das er schon längst ins Visier der Organisation geraten ist.

Meine Meinung:
Ich stehe jetzt vor der schwierigen Aufgabe, meine Meinung niederzuschreiben ohne zu viel der Handlung zu verraten, die Protagonisten  Sadie und John hatte ich euch schon in meiner Rezension zum ersten Teil vorgestellt, ihre Beweggründe und Charaktereigenschaften, haben sich selbstverständlich in der kurzen Zeit nicht geändert. Der Leser erfährt allerdings etwas mehr über die Organisation der Wölfe, die gut vernetzt und organisiert über das ganze Land ausbreiten und es wird detailliert beschrieben wie die Machtverhältnisse innerhalb des Ordens aussehen und wie diese Macht aufrecht erhalten wird. Für zartbesaitete Leser vielleicht etwas zu detailliert, Eva Lirot spart nicht an blutigen Einzelheiten.
Alle Fragen die sich mir zum ersten Teil des Buches stellten, werden in diesem Band beantwortet, alle Rädchen fügen sich zu einem runden Gesamtbild ineinander, häufig ist es ja so das lose Fäden innerhalb einer Reihe einfach vergessen werden, das ist hier Gott sei Dank nicht der Fall.
Ich war erschrocken, als ich nach und nach las, welch weite Kreise, die einst zum Privatvergnügen der Mitglieder gegründete Organisation, zog und vor allem wer alles involviert ist. Sadie hatte Recht daran getan niemandem zu vertrauen.

Zwei Dinge noch.

Erstens: Meiner Meinung nach muss man zwingend den ersten Teil der Reihe gelesen haben, es ist mit dem Vorwissen aus dem vorigen Teil um ein vielfaches leichter die Handlungen und Beweggründe der Protagonisten zu verstehen. Allerdings ist auch schon der erste Band pure Spannung, es gibt also keinen Grund sich selber einen Teil des Lesevergnügens vorzuenthalten.

Zweitens: Für den Engel der Toten, braucht man starke Nerven, alles was Eva Lirot in ihren Beschreibungen der Grausamkeiten auslässt, spielt sich unweigerlich in euren Köpfen ab, man kommt als Leser nicht umhin die eigene Fantasie schweifen zu lassen. Die Bilder die die Autorin in eure Köpfe projizieren wird, lassen sich nicht so einfach wieder ausblenden.

Meine Rezension zu Band 1 findet ihr HIER
und mit einem Klick auf das Coverbild kommt ihr direkt zur Autorenseite.


  • Taschenbuch: 236 Seiten
  • Verlag: Independently published (7. August 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 1522009809
  • ISBN-13: 978-1522009801

Sonntag, 20. August 2017

UNORTHODOX von Deborah Feldman

Zur Verlagsseite
Inhalt:
Die Autorin Deborah Feldman, erzählt in ihrem Buch von ihrer Kindheit und ersten Erwachsenenjahren als orthodoxe Jüdin in Williamsburg/New York. Einem Leben zwischen Tradition und dem Drang nach Freiheit. Als Chassidische Jüdin in der Satmar Gemeinde, ist sie den Regeln einer der strengsten Gemeinden innerhalb des Judentums unterworfen, jede Verfehlung wird bestraft, Bildung für Mädchen erfolgt nur insoweit das den Mindesanforderungen der staatlichen Schulbehörde Genüge getan wird. Das einzige Ziel im Leben eines Mädchens ist es zu heiraten und ihrem Mann zu dienen.
Deborah Feldman, beschritt einen harten Weg um dem Leben das ihr vorbestimmt war zu entfliehen.

Meine Meinung:
Das letzte Mal als ich mich mit Religion, gleich welcher Art beschäftigt habe, war zu Schulzeiten, uns wurden die unterschiedlichen Glaubensrichtungen aufgezeigt, da war die  Einteilung allerdings recht einfach: Christen,Juden, Moslem,Buddhisten. Fertig. Das sich diese Glaubensrichtungen allerdings immer weiter verzweigen und verästeln und dabei für mich unverständliche Blüten treiben können, lernte ich erst nach meiner Schulzeit, durch Bücher und was man so aufschnappt.
Durch das Buch Unorthodox, habe ich eine dieser Blüten kennengelernt. Mitten in der Millionenstadt New York, lebt eine große Gruppe Menschen, abgeschottet vom Rest der Stadt, nach ihren eigenen Gesetzen und Regeln, immer in der Angst etwas zu tun das nicht Gottgefällig ist, wobei es durchaus legitim ist, Verbrechen vor dem Gesetz zu vertuschen um das Ansehen einer Familie nicht zu beschmutzen. Und immer kann es sein, das der Rabbiner eine neue Regel aufstellt, die alle zu befolgen haben.
Deborah wächst in dieser Umgebung bei ihren Großeltern auf, ihr Vater scheint gesundheitlich nicht in der Lage sich um die Tochter zu kümmern und ihre Mutter hat die Familie und die Gemeinde verlassen. Das Mädchen fühlt sich allein und ungeliebt, obwohl ich persönlich nicht einmal glaube das dies von ihrer Familie auch so gesehen wurde, sie wurde mit allem versorgt, musste nie Hunger leiden, aber sie war auch das Kind, dessen Eltern, die Erwartungen nicht erfüllten, das Kind das aneckte und sich nur widerwillig den Regeln beugte. Deborah liest verbotene Bücher zu denen Anne of Green Gables , Stolz und Vorurteil oder Mathilda gehören, Bücher aus denen sie im Endeffekt ihre Kraft zieht.
Als sie mit 17 Jahren mit Eri verheiratet wird, erhofft sie sich ein besseres Leben. Nach sehr schwierigen Startbedingungen in die Ehe ( die jungen Leute haben keinerlei Ahnung was in der Hochzeitsnacht auf sie zukommt) scheint sich diese Hoffnung nach einem Umzug zu erfüllen, Deborah macht den Führerschein und sie beginnt ein Studium. Und je mehr sie lernt und je mehr sie das Leben kennenlernt, desto mehr hinterfragt sie, bis sie die Kraft findet sich von ihrem Mann zu trennen und ein neues Leben zu beginnen.

Ich weiß nicht, wie viel bei der Übersetzung des Buches verloren ging, vieles wurde mir nicht genau genug erklärt, ich hatte häufig das Gefühl, das nur Deborah ihr Leben hinterfragte, allen anderen schien der Weg den ihr Leben nimmt als vorgezeichnet und unabänderlich zu sein.
Etwas das ich mir nicht vorstellen kann, schließlich lebte Deborah nicht irgendwann im 18. oder 19. Jahrhundert sondern im jetzt und heute.
Auch hätte ich mir einen Blick von außen auf die Gemeinde gewünscht, wie sehen andere das Leben der Juden in Williamsburg, wie kann es sein, das schon von vornherein klar zu sein scheint, das eine Frau die ihren Mann verlässt auch automatisch das Sorgerecht für ihr Kind verliert? Deborah konnte das abwenden, aber wie genau wird leider nicht beschrieben.
Deborah Feldmans Schreibstil ist anfangs etwas Gewöhnungsbedürftig, sie schreibt als würde sie ihrem Gegenüber ihre Geschichte erzählen, so das ich ganz nah bei ihr war, viele ihrer Schilderungen gingen mir persönlich sehr nah.
Alles in Allem gebe ich für das Buch eine Leseempfehlung und werde sicherlich auch das zweite Buch der Autorin lesen.

Mit einem Klick auf das Cover kommt ihr direkt zur Verlagsseite.

  • Taschenbuch: 384 Seiten
  • Verlag: btb Verlag (19. Juni 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3442715342
  • ISBN-13: 978-3442715343
  • Originaltitel: Unorthodox





Donnerstag, 17. August 2017

Immerstill von Roman Klementovic

Zur Verlagsseite
Inhalt: Seit Lisa von ihrem Heimatdorf Grundendorf nach Wien gezogen ist, hat sie den Kontakt zu ihrem Vater und ihrer kleinen Schwester Maria, fast völlig verloren, erst als sie die Nachricht erhält das Maria verschwunden ist, kehrt sie zurück und erfährt das nicht nur Maria sondern auch ihre beste Freundin Nathalie vermisst wird.  Im Dorf werden Erinnerungen wach, denn vor genau drei Jahren verschwanden schon einmal zwei Jugendliche, die nie gefunden wurden.

Meine Meinung:
Intensiv beschreibt der Autor die bedrückende Atmosphäre in Lisas Elternhaus, die Lethargie in die ihr Vater schon nach dem Tod seiner Frau verfallen war und die sich nun nach dem verschwinden der Tochter noch verstärkt, er scheint kaum interessiert daran seine Tochter zu finden. intensiviert wird diese Stimmung noch durch den Erzählstil, Lisa erzählt die Geschichte, wir können an jedem ihrer Gedankengänge teilhaben, ihre Sorgen und ihre Ängste bekommen wir hautnah mit.Dadurch wird eine Spannung aufgebaut, die zum immer weiterlesen zwingt. Im Laufe der Story, erfahren wir mehr über Lisa, über ihre Beweggründe nach Wien zu gehen und ihren Freund Patrick zu verlassen, ihr Leben als Galeristin und über ihren Freund Tom. Diese Informationen lockern die Handlung etwas auf und vielleicht erklären sie ein wenig den Umstand, das Lisa nicht beharrlicher den Kontakt zu ihrer Familie aufrecht erhalten hat.
Durch das gesamte Buch hindurch stellt sich natürlich die Frage, wer für das Verschwinden der Jugendlichen verantwortlich ist, irgendwann hatte ich jeden in Verdacht, der Autor präsentiert seine Protagonisten allerdings auch in einem sehr schlechten Licht, hinter fast jedem Dorfbewohner den er vorstellt, steckt ein dunkles Geheimnis oder sie sind so unsympathisch dargestellt, das ich ihnen alles zutraute, das war vielleicht ein bisschen viel des Guten. Es ging soweit, dass ich auch hinter den wenigen sympathischen, den oder die Täter vermutete. Auf die wahren Hintergründe, beider Entführungen war ich allerdings nicht im geringsten gefasst, die Auflösung und auch das Ende des Buches haben mich wirklich überrascht.
Ich vergebe für Immerstill eine Leseempfehlung und freue mich auf das nächste Buch des Autors.

Mit einem KLICK kommt ihr zu meiner Rezension von Verspielt und mit einem Klick auf das Cover gelangt ihr direkt zur Verlagsseite.

  • Taschenbuch: 309 Seiten
  • Verlag: Gmeiner-Verlag; Auflage: 3., 2016 (3. Februar 2016)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3839218888
  • ISBN-13: 978-3839218884
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 18 Jahren
  • Größe und/oder Gewicht: 11,8 x 3 x 19,8 cm

Dienstag, 15. August 2017

Alternativen von Leif Tewes

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Inhalt:
Nachdem Thomas auf dem Nachhauseweg von Asylbewerbern überfallen wird, überredet ihn seine Freundin Marion, keine Anzeige zu erstatten. Die junge Frau arbeitet aktiv in der Flüchtlingshilfe und befürchtet einen Shitstorm, wenn der Vorfall Public wird. Doch in Thomas wächst die Angst und so lässt er sich von einem Arbeitskollegen überreden, die Bürgerversammlung der neuen Partei "Die besseren Deutschen" zu besuchen und lässt sich vorerst anstecken von der Vision eines sicheren Deutschlands. Schnell steigt er in der Partei zum Referenten für Berlin auf Ein Terroranschlag in Frankfurt der dem IS zugeschrieben wird, öffnet ihm die Augen,denn Thomas kennt die wahren Hintergründe.
Desweiteren lernen wir Farim kennen, einen jungen Tunesier, der von einem besseren Leben träumt und dem dafür jedes Mittel recht ist und Alex, Marions Bruder, der keine Demonstration gegen Rechts versäumt und den besseren Deutschen ein Dorn im Auge ist.

Zitat: U2 Sunday,bloody,sunday

*I can't believe the news today 
Oh, I can't close my eyes 
And make it go away*


Meine Meinung:
Ich weiß nicht wirklich, wie ich meine Eindrucke beschreiben schreiben soll, kein Wort kann auch nur annähernd meine Emotionen während des Lesens beschreiben, meine Wut und meine Angst. Es wäre viel einfacher, würde es sich um eine vollkommen fiktive Geschichte handeln, wüsste ich nicht, das all das, was Leif Tewes in seinem Buch beschreibt, erschreckende Realität ist.
Eingebettet in diese Handlung ermittelt Kommissar Berg gemeinsam mit seinem Team in einem vermeintlichen Mordfall, der Spediteur Friedrich Keller, Parteimitglied der dbD, rast nach einer Bürgerversammlung frontal gegen einen Baum. Wie auch schon in Blutzucker, besticht Berg durch seine unkonventionellen Ermittlungsmethoden und durch seine Menschlichkeit, die ihn durchaus auch schon mal in Schwierigkeiten bringen.
Natürlich gibt es mittlerweile unzählige Bücher zum Thema Rechtsradikalismus in Deutschland, die allerdings meist mit erhobenem Zeigefinger versuchen die Menschen zum Nachdenken zu bewegen. Genau diese Art von fehlender Belehrung ist es, was Leif Tewes Buch so besonders macht. Er erzählt die Geschichte von Thomas, einem ganz normalen Mann aus der Mittelschicht, gebildet mit einem guten Job, einer netten Freundin und mit  Angst vor der Zukunft. Und diese Angst ist es, die ihn in die Arme der besseren Deutschen treibt, er lässt sich mitreißen von der Propaganda der Parteiführer, von den Versprechungen auf eine gute und sichere Zukunft, bis der Blick hinter die Kulissen ihn eines Besseren belehrt.
Jetzt könnte man sagen: ist ja klar, dass ein gebildeter Mensch irgendwann merkt, das Nationalsozialismus nicht die Lösung für die Probleme eines Landes ist, dass es nicht damit getan ist, Menschen die Hilfe benötigen an den Grenzen abzuweisen und wieder in ihre zerstörten Heimatländer zu schicken.
Nur sind es gerade die von denen man denken sollte, sie wüssten es besser, die den Hass mit geschickter Rhetorik schüren, die von oben die Fäden ziehen und mit haltlosen Versprechen diejenigen an die Wahlurnen locken, die sich zurecht vergessen fühlen von den Politikern, die zwar versprechen alles in ihrer Macht stehende zu tun, damit es Deutschland gut und besser geht, damit aber nicht den einzelnen Menschen meinen sondern doch eher nur die Wirtschaft. 
Thomas hatte meiner Meinung nach das Glück, nicht nur über einen gesunden Menschenverstand zu verfügen sondern auch seine Freundin Marion an seiner Seite zu haben, die im immer wieder vor Augen führt, dass die Menschen nach Deutschland kommen, die Hilfe brauchen, deren Leben in Gefahr ist und das davon die wenigsten Straftäter oder gar Terroristen sind.
Terroristen: Das Stichwort um von Thomas auf Farim zu kommen, dem jungen Tunesier der in Wolfsburg aufgewachsen ist, mit Religion nichts am Hut hat und sich doch radikalisieren lässt. Farim ließ sich verführen von der Aussicht auf sehr viel Geld. Er nimmt die Ausbildung zum Dschihad in Kauf, auch er ist einer derjenigen die sich Vergessen vorkommen, abgehängt von der GesellschaftEr nimmt die Ausbildung zum Dschihad in Kauf, weil auch er einer ist, der sich vergessen und von der Gesellschaft abghängt fühlt. Hier zeigt Leif Tewes die verschiedenen Beweggründe auf, die Menschen zum Islamismus bringen, ist es bei Farim die Aussicht auf Geld, so lässt sich der junge Achmed von Farim mit der Aussicht auf das Paradies zum Terrorismus verführen.
Alternativen, ließ (lässt) mich sprachlos zurück, entsetzt, schockiert und auch traurig. Vor allem ließ es mich nachdenklich zurück, es ist nicht alles schwarz oder weiß, das Leben hat viele Schattierungen und wir alle sollten versuchen uns so gut wie es uns möglich ist zu informieren. 
Und zum Schluß noch ein persönliches Anliegen von mir: Lest dieses Buch. Jetzt! Sofort!
Es wird euer Leben nicht verändern, es wird die Welt nicht ändern und sicherlich wird das Geschriebene nicht die zur Vernunft bringen, die dieses Land zu einem schlechtern Land machen wollen, aber es wird vielleicht den einen oder anderen dazu bringen, nicht aufzugeben im Kampf gegen Rechts und gegen Terror.


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Mit einem Klick auf das Cover, könnt ihr euch über den Autor und sein Werk informieren.

Weitere Stimmen zum Buch:
Cat Loves Books schreibt:
Ohne aufzubauschen, ist der Roman sehr spannend und Thomas ein Protagonist, mit dem man sich gut identifizieren kann.

Chrissi von der bunten Lesecouch meint:
Dieser Roman lebt von der Realität, die diese Geschichte an den Tag legt. 

Sebastian von stuffed-shelves sagt über das Buch :
Mit »Alternativen« präsentiert Leif Tewes den richtigen Roman zur richtigen Zeit.

Marie vom Blog Die Vielleiserin meint
Was ich wähle? Ganz einfach, eine Gesellschaft in der jeder willkommen ist.

Kerstin aus der Kartenwerkstatt hat folgende Meinung zu dem Buch
Es ist ein sozialpolitisch kritisches Buch und trifft die aktuelle Situation auf den Punkt.


  • Taschenbuch: 300 Seiten
  • Verlag: Größenwahn Verlag; Auflage: 1 (3. August 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3957711622
  • ISBN-13: 978-3957711625