Sonntag, 30. August 2026

Rezension: Black Bloom von Mario R. Dorian

Buchcover des Sci-Fi-Thrillers Black Bloom von Mario R. Dorian aus dem BoD Verlag.
Werbung - Rezension

Wer auf der Suche nach einem spannenden neuen Science-Fiction-Roman ist, sollte sich „Black Bloom“ einmal näher ansehen. Mir hat besonders die beklemmende Atmosphäre gefallen, denn der Roman führt seine Leser auf einen lebensfeindlichen Planeten, der für die Expedition schon bald zum absoluten Albtraum wird.

Darum geht es in „Black Bloom“. 

Die Crew der USM Charles Darwin will auf dem fernen Planeten K2-18b eigentlich nur Flora und Fauna erforschen. Doch schon der Landeanflug endet in einer Katastrophe: Mysteriöse Mikroorganismen zerfressen das Shuttle. Nur der introvertierte Astrophysiker Darwa und wenige Kollegen überleben den Absturz. Während das Mutterschiff sie für tot hält und einem rätselhaften Signal in der Oortschen Wolke folgt, beginnt auf dem Planeten ein gnadenloser Überlebenskampf gegen eine Bedrohung, die unaufhaltsam wächst.

Spannende Perspektiven und düstere Atmosphäre

Die Geschichte von „Black Bloom“ wird aus den Perspektiven der einzelnen Protagonisten in der Ich-Form erzählt. Das sorgt für eine hohe Dynamik und gibt tiefe Einblicke in die Gedanken und Gefühle der Figuren. Besonders faszinierend ist die menschenfeindliche Umgebung auf K2-18b. Alles auf diesem fremden Planeten schreit förmlich: „Ihr hättet nicht herkommen sollen.“
Parallel dazu verfolgt die USM Charles Darwin ein Signal aus der Oortschen Wolke. Was die Besatzung dort entdeckt, wirft ein völlig neues Licht auf die Ereignisse. Ein fremdartiges Wesen, das mit den Menschen kommunizieren kann, scheint alle Geheimnisse des Planeten zu kennen. Diese zwei Handlungsstränge verknüpfen sich extrem geschickt und steigern die Spannung sehr.

Interessante Charaktere und flüssiger Schreibstil

Die Charaktere im Buch sind vielschichtig gezeichnet. Der Astrophysiker Darwa wächst im Laufe der Story über sich hinaus und ist mir schnell ans Herz gewachsen. Auch die Figur Lin bringt psychologische Tiefe hinein – man fragt sich bis zum Schluss, wie der Planet seine Persönlichkeit verändert.
Der Schreibstil des Autors ist angenehm flüssig und leicht verständlich. Besonders positiv: Obwohl es sich um eine Weltraum-Expedition handelt, wird man nicht mit komplexen technischen Details oder komplizierter Hard-Science-Fiction überfordert. Die Handlung bleibt dadurch stets greifbar und fokussiert.
Fazit:
Insgesamt hat mir dieser Science-Fiction Thriller richtig gut gefallen. Die düstere Atmosphäre, die ständige Gefahr auf K2-18b und die geschickten Wendungen sorgen für echte Gänsehaut-Momente. Das fesselnde Finale macht definitiv Lust auf die Fortsetzung! Eine klare Buchempfehlung für alle Sci-Fi- und Mystery-Fans.


     

📖 Buchdetails

  • Titel: Black Bloom
  • Autor: Mario R. Dorian
  • Reihe: Band 1: Black Dilogie
  • Herausgeber / Verlag: BoD - Books on Demand
  • Erscheinungstermin: 06. Juli 2026
  • Format: Paperback
  • Genre / Themen: Science Fiction & Fantasy
  • Seitenanzahl: 300 Seiten
  • ISBN-13: 978-3695715367

Freitag, 28. August 2026

Rezension: Weiter Leben von Patrick Charnley – Ein Roman über einen Neuanfang

Buchcover von Weiter Leben von Patrick Charnley
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Jago ist gerade einmal 20 Jahre alt, als er nach einem Herzstillstand vierzig Minuten lang klinisch tot ist.
Danach hat sich sein Leben von Grund auf verändert. Früher war er rastlos und konnte nicht stillsitzen. Nun ist er körperlich eingeschränkt, leidet unter chronischer Erschöpfung (Fatigue), kann sich kaum noch konzentrieren und wird von langen Gesprächen schnell ermüdet. Dinge, die er sich unbedingt merken möchte, muss er sich aufschreiben.

 Ein Neuanfang an der Küste Cornwalls

Im vergangenen Jahr hat Jago zudem seine Mutter verloren, seinen Vater kennt er nicht. Deshalb lebt er nun bei seinem Onkel Jacob an der rauen Küste Cornwalls. Das Leben auf dem Hof ist einfach: Es gibt keinen Strom und die Butter wird noch selbst hergestellt. Doch genau diese Entschleunigung und Einfachheit ist es, die Jago jetzt braucht. Ein geregelter Tagesablauf, vertraute Aufgaben und möglichst wenig Druck von außen helfen ihm dabei, sich in seinem neuen Leben zurechtzufinden.
Sein Onkel Jacob ist dabei ein wichtiger Begleiter. Er unterstützt Jago, ohne ihn  zu bevormunden. Er gibt ihm immer wieder das Gefühl, dass er so, wie er im Moment ist, genau richtig ist. Diese bedingungslose Unterstützung hat mir beim Lesen besonders gut gefallen. Jago muss sich nicht dafür rechtfertigen, dass vieles für ihn schwieriger geworden ist. Er darf in seinem eigenen Tempo leben und herausfinden, was ihm guttut.
Authentisch und berührend: Die Perspektive des Autors
Patrick Charnley lässt die gesamte Geschichte aus Jagos Perspektive erzählen. Der Roman ist von den eigenen Erfahrungen des Autors inspiriert, denn auch Charnley war nach einem Herzstillstand klinisch tot. Diese persönliche Erfahrung ist auf jeder Seite spürbar, ohne dass die Geschichte unnötig dramatisiert wird.
Aus meiner eigenen Erfahrung mit Menschen, die von Fatigue betroffen sind, weiß ich, wie belastend selbst alltägliche Dinge sein können. Genau das vermittelt der Roman sehr glaubwürdig. Er zeigt, was Betroffene in einer solchen Situation brauchen und auf was sie verzichten können, ohne dass dadurch ihre Lebensqualität verloren geht.
Ruhiger Schreibstil mit einer Prise Krimi-Spannung
Ich mochte den ruhigen Schreibstil, der die passende Stimmung für diese Story erzeugt. Trotz des ernsten Themas liest sich der Roman nicht bedrückend. Vielmehr entsteht eine beinahe stille Atmosphäre, in der kleine Fortschritte und einfache Tätigkeiten eine große Bedeutung bekommen. Jago findet nicht einfach in sein früheres Leben zurück. Er muss sich ein neues aufbauen. Dieser Prozess wird sehr einfühlsam beschrieben.
Zusätzlich sorgt eine kleine Krimihandlung für Abwechslung: Der Farmer Bill Sligo möchte unbedingt eines der Felder von Jacob kaufen und bietet dafür einen exorbitant hohen Preis. Als Jago herausfindet, dass der Eingang zu einer alten Mine auf dem Land seines Onkels neu verschlossen wurde, ahnt er, dass dort etwas nicht stimmt. Dieser Handlungsstrang lockert die Geschichte gut auf, drängt sich aber nie in den Vordergrund. Wichtiger blieb Jagos Entwicklung für mich.

Mein Fazit 

„Weiter Leben“ von Patrick Charnley ist ein ruhiger, berührender und absolut lesenswerter Roman über einen jungen Mann, der sein Leben neu ordnen muss. Die Geschichte erzählt von Verlust, Fürsorge und den kleinen Schritten zurück in einen selbstbestimmten Alltag. Besonders gefallen hat mir, dass Jago nicht bemitleidet wird, sondern als eigenständiger Mensch mit Stärken und Einschränkungen im Mittelpunkt steht. Eine klare Leseempfehlung für alle, die tiefgründige und authentische Geschichten suchen!




📖 Buchdetails 

  • Titel: Weiter Leben
  • Autor: Patrick Charnley
  • Originaltitel: This, My Second Life
  • Herausgeber: DuMont Buchverlag GmbH & Co. KG
  • Erscheinungstermin: 11. August 2026
  • Auflage: 1. Auflage
  • Genre / Themen: Zeitgenössischer Roman, Leben nach Herzstillstand, Fatigue, Neuanfang
  • Seitenanzahl: 288 Seiten
  • ISBN-13: 978-3755800507

Mittwoch, 26. August 2026

Rezension zu „Sylthass“ von Jona Jensen

Buchcover des Sylt-Krimis Sylthass von Jona Jensen
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Mein erster Gedanke nach den ersten Kapiteln war: In dieser Familie möchte man lieber nicht zu Gast sein, geschweige denn dazu gehören! Denn was zunächst wie ein ganz normaler 80. Geburtstag in Kampen auf Sylt beginnt, endet mit dem Tod des Familienoberhaupts Helmut Ahrens. Schnell steht fest, dass er nicht eines natürlichen Todes gestorben ist. Das rückt seine Familie sofort in den Fokus der Ermittlungen.

Fünf Verdächtige und ein Erbe

Fünf Kinder, ein erbitterter Streit ums Erbe und jede Menge alte Konflikte machen schnell deutlich, dass der Verstorbene offenbar kein liebevoller Vater war. Jedes der Kinder hatte ein Motiv. Nach und nach kommt ans Licht, was sich hinter der glänzenden Fassade der angesehenen Sylter Familie wirklich abgespielt hat.

Ein ungleiches Ermittler-Team bringt frischen Wind in die Krimiszene.

Ausgerechnet mitten in diesem komplizierten Fall bekommt Hauptkommissarin Mona Fedder einen neuen Kollegen an die Seite gestellt. Dominik Kirschbaum ist jung, unerfahren und manchmal etwas zu arglos für den Polizeialltag. Außerdem spricht er gelegentlich, bevor er denkt, was Mona verständlicherweise ziemlich nervt. Er ist allerdings lernwillig und bringt sich auf seine eigene Art in die Ermittlungen ein. Manchmal führt seine unbedarfte Art tatsächlich zu Ergebnissen, mit denen selbst Mona nicht gerechnet hat. Ich mochte ihn gerade deshalb sehr – er bringt frischen Wind in die Krimiszene.
Mona Fedder hat mir als Ermittlerin ebenfalls gut gefallen. Sie wirkt erfahren und souverän, muss aber gleichzeitig mit den ganz normalen Problemen ihrer pubertierenden Tochter zurechtkommen. Dadurch bekommt sie eine persönliche Tiefe und wirkt angenehm menschlich, statt nur als typische Kommissarin zu funktionieren.
Spannung, Wendungen und ein zweiter Mord

Die Handlung nimmt nach und nach an Fahrt auf. Immer wieder gibt es neue Verdächtige, Hinweise und Wendungen, sodass ich beim Lesen gut miträtseln konnte. Als ein zweiter Mord die Nordsee-Insel erschüttert, wird die Geschichte noch einmal deutlich spannender.
Jona Jensen schreibt flüssig und leicht zugänglich. Die Abgründe der Ahrens-Familie werden Stück für Stück aufgedeckt. Als Leserin bekam ich immer neue Puzzleteile geliefert, die sich am Ende langsam zu einem stimmigen Gesamtbild fügen.

Fazit 

„Sylthass“ hat mich insgesamt gut unterhalten. Besonders das Zusammenspiel von Mona und Dominik hat mir gefallen, weil beide sehr unterschiedliche Charaktere mitbringen und sich als Ermittlerteam erst noch entwickeln müssen. Dazu kommt ein spannender Familienkonflikt mit genügend Verdächtigen und Motiven, um selbst ein wenig mitzurätseln.
Ein angenehm zu lesender Krimi mit sympathischen Ermittlerfiguren und einer Geschichte, die immer wieder neue Wendungen bereithält. Ich würde jedenfalls gern einen weiteren Fall mit Mona und Dominik lesen!


📖 Buchdetails 

  • Titel: Sylthass
  • Autorin: Jona Jensen
  • Reihe: Mona Fedder & Dominik Kirschbaum (Band 1)
  • Genre: Kriminalroman / Sylt-Krimi
  • Themen: Familiendrama, Erbschaftsstreit, Nordsee-Insel
  • Herausgeber: Independently published
  • Erscheinungstermin: 9. Juli 2026
  • Sprache: Deutsch
  • Seitenzahl: 264 Seiten (Print-Ausgabe)
  • ISBN-13: 979-8183947175
  • ASIN: B0H6H4VBJP

Montag, 24. August 2026

Martas Gift Rezension: Gianpietro Montanos neuer Basilicata-Krimi

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Buchcover Martas Gift
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Mit „Martas Gift“ legt Gianpietro Montano den zweiten Band seiner packenden Achim-Crocco-Reihe vor. Wer den Vorgänger „Die Tote von Anglona“ kennt, ist mit der atmosphärischen Landschaft der italienischen Region Basilicata und mit Achims Lebensumständen bereits vertraut. Der neue Kriminalroman knüpft eng an den ersten Teil an,als Leser wird man förmlich mitten in die Geschichte hineingeworfen. Erfahre in dieser Rezension zu Martas Gift, ob der Umwelt-Krimi mit dem starken Debüt mithalten kann.

Worum geht es in „Martas Gift“? 


Zu Beginn reflektiert Ermittler Achim einen Zoom-Call mit seiner Tochter Jessica. Sie ist entsetzt darüber, dass in unmittelbarer Nähe eine Giftmülldeponie errichtet oder eine bereits bestehende Deponie erweitert werden soll. Dort sollen schädliche Abfallprodukte aus der Erdölindustrie gelagert werden. Im Roman wird schnell deutlich: Das Lagern ist für die Konzerne offenbar günstiger, als die Rückstände fachgerecht zu verwerten. Ein erschreckender Gedanke, der zeigt, dass es hier nicht nur um ein lokales Umweltproblem geht.

Achim würde Jessica gern in seiner Nähe wissen. Sie soll bei ihm ihre Doktorarbeit in Umweltwissenschaften schreiben und sich aber nicht mit den illegalen Vorgängen vor Ort beschäftigen. Doch je mehr Fragen gestellt werden, desto gefährlicher wird die Situation für Vater und Tochter. Bedrohung, Korruption und kriminelle Netzwerke spielen eine zentrale Rolle. Bald wird klar, dass die Mächtigen  im Hintergrund keinerlei Interesse daran haben, dass die Wahrheit jemals ans Licht kommt.


Wie schon im ersten Band beschreibt Gianpietro Montano die Landschaft, das Essen und den Wein Süditaliens sehr ausführlich. Dadurch entsteht eine dichte, packende Atmosphäre. Man spürt in jedem Kapitel, dass der Autor diese Region nicht nur als bloßen Schauplatz verwendet, sondern sie den Leserinnen und Lesern wirklich nahebringen möchte.
Allerdings waren mir manche Passagen gelegentlich etwas zu ausführlich geraten. Wenn beispielsweise ein großer Flughafen sehr detailliert geschildert wird, war das für meinen Geschmack stellenweise etwas zu viel des Guten, schließlich wissen wir im Allgemeinen alle, wie große Flughäfen aussehen.

Die interessante Handlung leidet darunter jedoch nicht dauerhaft. Die Spannung bleibt über weite Strecken erhalten, und die ausführlichen Landschafts- und Milieuschilderungen verleihen dem Roman gleichzeitig seinen ganz eigenen Charakter.



Besonders gelungen finde ich, wie der Autor die klassische Krimihandlung mit hochaktuellen Themen verbindet. Es geht in „Martas Gift“ nicht nur um persönliche Bedrohungen. Im Fokus stehen:
Illegale Umweltzerstörung in Italien, skrupellose wirtschaftliche Interessen und die Frage, welchen Preis wir Menschen bereit sind, für Profit zu zahlen


Dabei wird erschreckend realistisch deutlich, wie eng Korruption, Macht und kriminelle Strukturen in der Wirtschaft miteinander verbunden sein können.

Fazit: Für wen lohnt sich „Martas Gift“?

Wer den ersten Band „Die Tote von Anglona“ gelesen hat, wird sich in Achims Welt schnell wieder zurechtfinden. Bekannte Figuren und Schauplätze treffen auf neue Themen rund um Umweltwissenschaft und Erdölindustrie, die dem zweiten Band eine eigene Richtung geben.


„Martas Gift“ ist eine atmosphärische Fortsetzung mit einem brisanten Thema, interessanten Figuren und einer spannenden Handlung. Die ausführlichen Beschreibungen von Landschaft, Essen und Wein waren mir an einigen Stellen etwas zu lang. Insgesamt hat mich der Roman aber erneut in die Basilicata entführt und mit seinem Zusammenspiel aus Bedrohung, Korruption und Umweltproblematik überzeugt. Eine klare Empfehlung für Fans italienischer Kriminalromane!



📖 Buchdetails & Fakten zu „Martas Gift“

  • Titel: Martas Gift
  • Autor: Gianpietro Montano
  • Reihe: Achim Crocco (Band 2)
  • Genre: Kriminalroman / Italien-Krimi
  • Themen: Umweltkriminalität, Korruption, Mafia-Strukturen

Rezension: Das Buch der toten Namen von M.H.Steinmetz Packender Kosmischer Horror: Eine düstere Hommage an den Cthulhu-Mythos von H.P. Lovecraft!

 

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Als begeisterter Fan von Horrorromanen hat mich „Das Buch der toten Namen“ von M. H. Steinmetz sofort angesprochen. Dieser spannende Cthulhu-Roman reiht sich meisterhaft in den berühmten Cthulhu-Mythos ein jene legendäre Sammlung von Geschichten, die auf den unheimlichen Werken von H. P. Lovecraft beruhen. Im Mittelpunkt stehen auch hier die Großen Alten: uralte, außerweltliche Wesen, deren bloße Existenz das menschliche Verständnis übersteigt und den Verstand der Protagonisten unaufhaltsam zerstört. Wer klassischen kosmischen Horror sucht, wird hier fündig.

Die mitreißende Weird Fiction Story beginnt im Jahr 1917 im schlammigen Flandern mitten im Ersten Weltkrieg. Henry Anthony Wilcox erlebt dort als amerikanischer Beobachter das Grauen der Front hautnah. Doch die brutalen Kampfhandlungen sind bei weitem nicht das Schrecklichste, was ihm begegnet. Im krassen Kontrast dazu treffen wir im Jahr 2028 auf Zoe. Sie wird von grausamen Albträumen geplagt, leidet unter Psychosen und verletzt sich selbst. Genau wie ihr Urgroßvater erschafft sie düstere, verstörende Kunstwerke. Auf eine unerklärliche, übersinnliche Weise scheint sie mit Henry und den Geheimnissen des Necronomicon verbunden zu sein. Die geschickte Verknüpfung aus den historischen Schrecken des Weltkriegs, einer fremdartigen Dimension und düsteren familiären Geheimnissen verleiht diesem Horror-Buch eine enorme Tiefe.
M.H. Steinmetz führt uns tief in eine Welt des übernatürlichen Horrors, getragen von einer extrem spannenden Atmosphäre und vielschichtigen Charakteren. Der Schreibstil des Autors hat mir unglaublich gut gefallen. Er beschreibt die Szenerie schonungslos und nimmt absolut kein Blatt vor den Mund. Das erinnert an die kompromisslose Härte von Extrem-Horror-Romanen – das gefällt sicher nicht jedem und ist definitiv nichts für jüngere Leser und Leserinnen. Steinmetz erzeugt eine meisterhafte, klaustrophobische Stimmung, in der Realität, Albtraum und purer Wahnsinn fließend miteinander verschmelzen. Die dichte Geschichte hat mich rasend schnell in ihren Bann gezogen.
Eine kleine Kritik habe ich allerdings: Die Sexszenen waren für meinen Geschmack  etwas zu ausführlich geraten. Allerdings muss man fairerweise sagen, dass sie eine wichtige Funktion in der Handlung erfüllen. Sie dienen nicht bloß dem billigen Schockeffekt, sondern tragen aktiv zur düsteren, bedrohlichen Grundstimmung des Romans bei.
Mein Fazit:
„Das Buch der toten Namen“ ist eine absolute Leseempfehlung für alle, die modernen kosmischen Horror, den Cthulhu-Mythos und epischen Schrecken jenseits der menschlichen Vorstellungskraft suchen. Wer mit den teils sehr deutlichen und expliziten Szenen leben kann, bekommt eine hochspannende, dichte und atmosphärische Geschichte geboten. Nicht immer leichte Kost, aber durchgehend fesselnd. Und noch einmal als Warnung: Dieses Buch ist absolut nichts für Jugendliche!

📊 Fakten zum Buch: 

Titel: Das Buch der toten Namen: Ein Cthulhu-Roman 

Autor: M.H. Steinmetz

Details: 393 Seiten 

Independently published Erscheinungstermin: 1. August 2025 

 Sprache: Deutsch 

ISBN-13: 979-8285474067 | ASIN: B0FK39ZMFF


Sonntag, 23. August 2026

Rezension: Axt & Krone - die Saxonen Saga Teil 1 – Claudius Crönert

 

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In meiner Rezension zu Claudius Crönerts historischem Roman „Axt & Krone“ erfährst du, wie mir der Auftakt der  Saga gefallen hat.

Der historische Roman führt uns ins Jahr 772 und in das Gebiet zwischen Weser und Elbe. Dort geraten die lebenden Saxonen immer stärker unter den Druck der christlichen Franken. Schon zu Beginn wird es spannend: Nach einer Jagd geraten Wigmar und sein Schwager Albion in die Hände fränkischer Soldaten. Die beiden können sich jedoch befreien und in ihr Dorf zurückkehren. Von diesem Ausgangspunkt an entwickelt sich eine Geschichte über Bedrohung, Freiheit und den schwierigen Versuch, die untereinander uneinigen sächsischen Stämme zusammenzuführen.

Wigmar wird zu Widukind

Marigard, Wigmars Schwester, nennt ihren Bruder „Waldkind“ auf sächsisch „Widukind“. Dieser Spitzname begleitet ihn fortan und bleibt ihm, wie wir wissen, sein ganzes Leben erhalten. Und so wird aus  dem jungen Wigmar, im Laufe der Geschichte die historische Gestalt Widukind.

 Widukind ist nicht von Anfang an der große Anführer, als den man ihn aus der Geschichte kennt. Stattdessen erlebt man ihn zunächst als jungen Mann, der seinen Platz finden muss. Er muss nicht nur gegen die Franken bestehen, sondern sich auch mit den unterschiedlichen Vorstellungen und Streitigkeiten innerhalb der eigenen Reihen auseinandersetzen. 


Die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven

Gut gefallen hat mir außerdem, dass die Geschichte nicht nur aus der Sicht der Saxonen erzählt wird. Auch die fränkische Seite bekommt Raum. So begleitet man beispielsweise Rutger auf seinem Weg zum Reichstag nach Worms, wo er König Karl seine Treue bekunden soll.

Dieser Perspektivwechsel hat mir gut gefallen, weil man dadurch nicht nur eine Seite des Konflikts kennenlernt. Man bekommt auch einen Einblick in die Gedanken und Beweggründe der Menschen auf der jeweils anderen Seite.

Neben der eigentlichen Geschichte erfuhr ich auch viel über das Leben der Menschen zu dieser Zeit. Ich bekam einen Eindruck davon, wie sie unterwegs waren, wie lange Reisen dauern konnten und wie schwierig es damals war, Nachrichten über größere Entfernungen weiterzugeben.

Gerade solche Dinge machen die Zeit für mich lebendig. Heute ist es selbstverständlich, dass man schnell irgendwohin kommt oder innerhalb von Sekunden eine Nachricht verschicken kann. Damals war das ganz anders. Reisen dauerten lange, Nachrichten gingen verloren, das Leben im Allgemeinen war hart und Claudius Crönert beschreibt Alltagssituationen so, dass ich eine gute Vorstellung davon hatte.


Für mich hatte „Axt & Krone“ allerdings noch eine ganz besondere persönliche Seite.

Ich bin selbst in der Nähe der heutigen Orte aufgewachsen, die mit Widukind verbunden sind, den wir allerdings Wittekind nannten, und kenne die Sagen und Geschichten rund um diese historische Figur deshalb schon seit meiner Kindheit. Es war spannend, eine Figur, deren Geschichte mir durch meine Heimat schon lange vertraut ist, auf diese Weise neu kennenzulernen, als jungen Mann, der sich in einer gefährlichen Zeit behaupten muss und erst nach und nach in seine spätere Rolle hineinwächst.


Mein Fazit

Claudius Crönert verbindet historische Ereignisse mit einer spannenden Romanhandlung und vermittelt gleichzeitig ein Gefühl dafür, wie unsicher und gefährlich das Leben im 8. Jahrhundert gewesen sein muss.

Für mich war die Story mehr als nur ein historischer Roman über Widukind und die Zeit Karls des Großen. Es war auch eine interessante neue Begegnung mit einer historischen Figur, deren Name und Geschichte mir durch meine eigene Verbindung zu dieser Region schon lange bekannt sind.

Wer historische Romane mag und sich für die Saxonen, Widukind und die Zeit Karls des Großen interessiert, findet mit „Axt & Krone“ einen gelungenen Auftakt zu einer neuen Saga.


📊 Fakten zum Buch: Titel: Axt & Krone (Die Saxonen-Saga 1) | Autor: Claudius Crönert (Website)
Details: 368 Seiten | Independently published | ISBN: 979-188945756
Bewertung: ⭐⭐⭐⭐⭐ (5/5 Sterne)

Samstag, 22. August 2026

Rezension: Porto Vintage – Mord am Douro (Portugal-Krimi von Mario Lima)

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Heute darf ich euch meine Rezension zu dem spannenden Portugal-Krimi „Porto Vintage: Mord am Douro“ von Mario Lima zeigen.
Porto Vintage – Darum geht es im neuen Portugal-Krimi (Inhalt)

Fast fünf Jahre sind seit dem letzten Fall der Mordkommission Porto vergangen, und in der Zwischenzeit ist viel geschehen. Chefinspektor Fonseca ist im wohlverdienten Ruhestand, und Ana Cristina Santos ist nach einer Fortbildung zur Chefinspektorin aufgestiegen. Ihr erster Fall führt sie in die Weinbaugegend rund um den Douro. Mitten während der Weinlese wird am Stauwehr von Régua die Leiche eines jungen Mannes aus dem Fluss geborgen. Er wurde durch mehrere Messerstiche ermordet.

Ana Cristina und ihr Team übernehmen den Fall als Amtshilfe für die Kollegen vor Ort. Die Ermittlungen werden nicht nur durch den Hochbetrieb auf dem Weingut erschwert, auf dem der junge Mann als Student gearbeitet hat. Tiago ist morgens nicht zur Arbeit erschienen, was laut seiner Professorin Maria de Lurdes Macedo, der Önologin des Weinguts Quinta do Monjardim, überhaupt nicht zu ihm passte. Deshalb meldete sie ihn mit einiger Verzögerung als vermisst. Auch die alten Traditionen und das Schweigen der Beteiligten machen ihre Arbeit nicht unbedingt leichter.

Meine Meinung: Lohnt sich das neue Buch von Mario Lima?

Ich habe mich sehr gefreut, endlich wieder, wenn auch nur in Gedanken, nach Porto reisen zu dürfen und dabei vertraute Personen wiederzutreffen. Nicht nur Ana Cristina ist weiterhin Teil des Teams, auch Tété und Dinis sind wieder mit dabei und sorgen mit ihrer sympathischen Art für vertraute Momente. Um sie näher kennenzulernen, gibt es kurze Abschnitte, die ihre Lebenssituation beschreiben. Auch das hat mir gut gefallen, da es nicht zu ausschweifend ist. 

Mein Fazit:

Wie schon in den Vorgängerbänden verzichtet der Autor Mario Lima auf allzu bildlich dargestellte Gewalt, und das ist auch absolut nicht nötig. Er schafft es mit Leichtigkeit, seine Leserinnen und Leser mit einem spannenden Kriminalfall, überraschenden Wendungen und wunderbaren Landschaftsbeschreibungen zu fesseln. Dabei entsteht einmal mehr dieses besondere Gefühl, gemeinsam mit den Ermittlern in Portugal unterwegs zu sein.

Am Ende des Buches findet sich außerdem ein Glossar mit portugiesischen Ausdrücken, was mir persönlich sehr geholfen hat. 


  • Herausgeber ‏ : ‎ BoD – Books on Demand
  • Erscheinungstermin ‏ : ‎ 2. Juli 2026
  • Auflage ‏ : ‎ 1.
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe ‏ : ‎ 476 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3696388688
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3696388683


Donnerstag, 20. August 2026

Rezension: Zwei Leben - Solange ich atme (Astrid Korten)

Buchcover von Zwei Leben - Solange ich atme von Astrid Korten

In meiner heutigen Rezension möchte ich meine Meinung zu einem zutiefst bewegenden Buch teilen: Ich habe den neuen historischen Roman „Zwei Leben - Solange ich atme“ von Astrid Korten gelesen. Viele kennen die Autorin vor allem für ihre Psychothriller, doch mit diesem Buch beweist sie eindrucksvoll, wie feinfühlig sie emotionale Zeitgeschichte lebendig machen kann.

Die Geschichte führt uns ins Jahr 1941. Anna Schneider ist gerade einmal 18 Jahre alt, als sie als Jüdin gemeinsam mit ihrer Familie nach Minsk deportiert wird. Was sie dort im Ghetto erlebt, ist geprägt von Hunger, Gewalt und Angst. Sie begegnet Mischa, der im Widerstand aktiv ist. Und schließt sich ihm schließlich an.

Auf einer zweiten Zeitebene lernen wir Miriam und Lilly kennen, Annas Tochter und Enkeltochter. Lilly möchte die mittlerweile 80-jährige Anna für ein Schulprojekt zu ihrer Vergangenheit befragen und reißt damit alte Wunden auf, denn Anna hat ihre Erlebnisse vergessen wollen und mit ihrer Familie nie über ihre Vergangenheit gesprochen.

Besonders berührt hat mich, dass die Autorin nicht nur Annas Erlebnisse während des Krieges schildert. Sie zeigt auch, wie sehr diese Vergangenheit ein ganzes Leben prägen kann. Viele Jahre später hat Anna noch immer über das Erlebte geschwiegen. Erst durch ihre Enkelin wird sie dazu gebracht, sich ihrer Vergangenheit zu stellen. Dabei wird deutlich, wie schwer es sein kann, über traumatische Erfahrungen zu sprechen, und welchen Preis langes Schweigen haben kann.

Astrid Korten erzählt eindringlich , emotional und sehr feinfühlig. Sie lässt ihre Leserinnen und Leser vielleicht etwas besser verstehen, warum die Kriegsgeneration nicht über ihre Erlebnisse sprechen will, ob sie nun auf der Seite der Opfer waren oder auf der der Täter, wenn einem wie in diesem Roman vor Augen geführt wird, was Anna und ihre Familie stellvertretend für all die Millionen weiterer Opfer erleiden mussten.

Für mich sind Bücher wie dieses wichtig. Sie erzählen von einer Zeit, die wir niemals vergessen dürfen, und machen die Schicksale der Menschen dahinter sichtbar. Deshalb finde ich es wichtig, dass solche Geschichten erzählt und gelesen werden, damit die Erinnerungen nicht irgendwann verloren gehen.


  • ASIN ‏ : ‎ B0HCMBDR3T
  • Herausgeber ‏ : ‎ Independently published
  • Erscheinungstermin ‏ : ‎ 2. August 2026
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe ‏ : ‎ 382 Seiten
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 979-8190356489