Montag, 28. Dezember 2020

Blu Ize (Appetizer 1) von Arthur Gordon Wolf


Pokey und seine Kumpels stehen auf harten, ohrenzerfetzenden Sound: Cyberlypse. Sie sind Cyber Cranks, die sich lieber zudröhnen – mit was auch immer – als einer geregelten Arbeit nachzugehen. Da kommt es wie gerufen, dass Pokey die angesagteste Droge auf dem Markt besorgen kann: Blu Ize. Auf einem Cyberlypse Gig wollen es die Freunde so richtig krachen lassen. Blu Ize und Cyberlypse bilden jedoch eine unheilige Allianz. Sie öffnen das Tor zur Hölle. Im wahrsten Sinne des Wortes. Blu Ize ist ein weiteres Kapitel aus Arthur Gordon Wolfs UMC-Saga.

Blu Ize, ist wie es der Untertitel verspricht, ein Appetithäppchen, man lässt es sich auf der Zunge zergehen um es möglichst lange genießen zu können aber egal wie lange man das Ende herauszögern will, der Genuss ist viel zu schnell vorbei.Genau so erging es mir mit dieser knapp 63-seitigen Novelle.
Wie schon die Weißen Männer, die ich erst vor kurzem gelesen habe, spielt auch Blu Ize im UMC Universum
("U.M.C."ist die Abkürzung für "United Merchandise Company". Die"U.M.C."ist ein global tätiger Multi, der sich neben vielen anderen Wirtschaftssektoren vor allem der Entwicklung von K.I. (Künstliche Intelligenz) sowie von Hard- und Software für virtuelle Realitäten verschrieben hat. )

Das UMC Universum ist sicherlich sehr komplex, aber der Autor hat es geschafft das man diese Novelle daraus unabhängig von allen anderen Storys und Romanen lesen kann.
Im Vorwort verrät Arthur Gordon Wolf, das Blu Ize ein paar Monate vor der Dunwich-Pforte spielt, und nach dem Lesen der Novelle, war mir sofort klar: Der Appetizer hat seinen Zweck erfüllt.


Ich will nicht viel mehr aus dem Inhalt erzählen, als der Klappentext verrät, zu schnell wäre zu viel verraten, hervorheben möchte ich aber die bildhafte Sprache, die die Szenen im Buch zum Leben erweckt, besonders die verstörenden und beängstigenden. Bilder, die von den Protagonisten nicht eingeordnet werden können, was ist Realität und was entspringt den Drogen? Die Flucht aus der Realität mit Drogen und lauter Musik beschreibt Wolf so realistisch, das man als Leser nicht nur die Bilder sieht, sondern auch die Lautstärke der Musik am eigenen Leib zu spüren glaubt.


Von mir bekommt
Blu Ize eine absolute Leseempfehlung.

  • Herausgeber : KOVD Verlag (28. September 2020)
  • Sprache: : Deutsch
  • Privatdruck ohne ISBN













Sonntag, 27. Dezember 2020

Buchvorstellung: Klosterkind von Anna Castronovo


Heute lege ich ein Buch ans Herz das in der jüngeren, italienischen Vergangenheit spielt.1981 ist Filomena  gerade 7 Jahre alt, als sie aus heiterem Himmel von ihrer Mutter in ein Klosterinternat gebracht wird. Ohne Erklärung lässt sie das kleine Mädchen bei den strengen Nonnen zurück. 

Verzweifelt sucht Filomena nach einer Fluchtmöglichkeit und stößt dabei auf die Geschichte von Seur Maria Crocifissa della Concezione, die sie immer mehr fasziniert.
Im Laufe der Jahre wird die Nonne Immacolata zu ihrer wichtigsten Bezugsperson, die darauf, hofft das, Filomena eines Tages als Nonne dem Kloster beitritt.
Von den ersten Seiten an, stellt sich die Frage warum das Mädchen ins Kloster gebracht wurde und was es mit der Legende  um Madre Crocifissa auf sich hat, diese Legende beruht übrigens auf wahren Begebenheiten. 
Während des Lesens fühlte ich mich um Jahrzehnte zurückversetzt, nicht nur bis ins Jahr 1981, in Italien schien die Zeit stehen geblieben zu sein, das wenige, was man aus dem weltlichen Umfelt Filomenas erfährt, erinnerte doch sehr an die 50er Jahre in Deutschland, von Emanzipation keine Spur. Eine vollkommen fremde Welt in der Männer das Sagen haben und das von Armut und Gewalt geprägt ist. 
 Umso genauer wird das Leben im Kloster beschrieben, der Tagesablauf der Mädchen die dort die vielleicht einzige Chance auf eine gute Schulbildung haben. Der Umgang der Nonnen mit den ihnen anvertrauten Kindern ist zwar streng aber auf eine zurückhaltende Art auch liebevoll und voller Verständnis.

  • Herausgeber : BoD – Books on Demand; 4. Edition (23. Oktober 2018)
  • Sprache: : Deutsch
  • Taschenbuch : 316 Seiten
  • ISBN-10 : 3752821094
  • ISBN-13 : 978-3752821093

Biografie

Anna Castronovo liebt Italien seit ihrer Kindheit – jede Osterferien verbrachte sie im Ferienhaus ihrer Oma in Terracina. Nach der Schule wurde ihr großer Traum wahr: Sie zog ganz in ihr Lieblingsland und studierte in Perugia Italienisch. Kaum war sie wieder zurück in München (hier besuchte sie erst das Sprachen- und Dolmetscherinstitut und schob noch eine Ausbildung zur Redakteurin sowie eine sechsjährige Festanstellung beim DLV nach), lernte sie ihren Mann kennen – einen Sizilianer. Seit gut fünfzehn Jahren verbringt sie mit ihm und ihren beiden Töchtern jedes Jahr mehrere Wochen auf der Insel. Dabei stößt sie immer wieder auf spannende Geschichten und bewegende Schicksale abseits der Touristenpfade, die sie in ihren Romanen verarbeitet.
Seit 2015 hat sie fünf Bücher veröffentlicht, schreibt als freie Journalistin für verschiedene Zeitschriften und arbeitet als Übersetzerin.
Für ihren ersten Sizilienroman „Klosterkind“ gewann sie 2019 den Skoutz Award in der Kategorie „History“. Ihr zweiter Sizilienroman „Fluch der Saline“ hat es auf die Shortlist für den Tolino Newcomerpreis 2020 geschafft.





Mittwoch, 23. Dezember 2020

Die Schwefelbraut von M.H.Steinmetz


»Sie hat sich erwärmen wollen!« sagte man. Niemand ahnte, was sie Böses gesehen hatte, in welchem finsteren Glanze sie mit der Mutter zur Neujahrsfreude eingegangen war. Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten hat Bredica alles genommen. Als ihre Mutter hinterrücks ermordet wird, macht sie sich auf die Suche nach den feigen Mördern und stößt dabei auf Abgründe, die weit schlimmer sind als das Loch im Keller, aus dem sie den Schwefel für ihre magischen Zündhölzer schöpft. Hast du den Mut, Bredica auf ihrem Rachefeldzug zu begleiten? Bist du bereit für die Hölle in Hells Kitchen zur Zeit des amerikanischen Bürgerkriegs?

Wir alle kennen das Märchen vom Mädchen mit den Schwefelhölzern von Hans Christian Andersen, das davon erzählt wie ein kleines Mädchen versucht, vor der Kälte zu fliehen, in dem sie die Schwefelhölzer, die es verkaufen soll, abbrennt und in den Flammen die wunderbarsten Dinge sieht bevor sie erfriert. 

M.H. Steinmetz hat Elemente aus diesem Märchen für seine Schwefelbraut übernommen und die Geschichte nach Amerika verlegt, wo die junge Bredica das Erbe ihrer Mutter übernommen hat, die in Hells Kitchen feige ermordet wurde. Die Schwefelhölzer die Bredica verkauft haben teuflische Kräfte mit deren Hilfe schon ihre Mutter Wünsche ihrer Kunden erfüllte, doch wie alles teuflische hat auch das seinen Preis.

Es ist schwierig für eine Geschichte dieser Länge eine Rezension zu verfassen, ohne all Zuviel zu verraten, aber das kennt man ja von Kurzgeschichten. 
Ich mag den Schreibstil Mario Steinmetz, seine Geschichten zeichnen sich durch eine bildhafte Sprache aus, die je nach Thema auch schon mal an die Grenze des erträglichen geht. Ich war also gespannt darauf was mich erwartet, und ich war zugegeben auch etwas ängstlich, wie hart würde es werden?

Am Ende war ich begeistert.
Steinmetz hat es geschafft eine Horrorgeschichte zu schreiben, die alles hat was eine gute Story ausmacht, sie ist brutal und schonungslos, er spart nicht an expliziten Beschreibungen und was er nicht ausführlich beschreibt, entsteht zwangsläufig als Bild im eigenen Kopf. Doch nicht nur die körperliche Gewalt ist ein Thema, er vermittelt auch ein Bild, von dem was in den Köpfen der Menschen vor sich geht, was sie zu dem treibt, was sie tun.

Eine grandiose Geschichte in der Tradition der klassischen Märchen aber wir reden hier nicht über die Gebrüder Grimm bei denen am Ende alles gut wird, wenn das Mädchen nur brav und fleißig ist.

Die Schwefelbraut bekommt von mir eine absolute Leseempfehlung, mit dem Hinweis:
Das ist keine Kindergeschichte, aber sind Märchen das überhaupt? 

  • Herausgeber : Amrun Verlag; 1. Edition (30. November 2020)
  • Sprache: : Deutsch
  • Taschenbuch : 140 Seiten
  • ISBN-10 : 395869151X
  • ISBN-13 : 978-3958691513


Donnerstag, 17. Dezember 2020

Schottensterben von Gordon Tyrie


Tote Schotten schwimmen besser

Es passiert in einer stürmischen Nacht. Die Flut hat eine Leiche im Kilt an den Strand der Hebriden-Insel Gigha gespült. Doch die Bewohner sind weit davon entfernt die Polizei holen zu wollen. Jeder für sich hat seine Geheimnisse - und Ideen wie aus dem misslichen Ereignis Nutzen gezogen werden könnte. Insbesondere das Hochlandrind "Thin Lizzy" eine Kuh mit einer Mission...

Als ich das erste Mal von Schottensterben hörte, war ich etwas skeptisch, ein Krimi in dem eine Kuh eine Hauptrolle spielt? Das klingt schon sehr nach, *Das wird jetzt lustig und originell.* Und gleichzeitig weckte der Klappentext meine Neugier. 
Als der Schauspieler und Regisseur Jim McKechnie tot an den Strand gespült wird, drischt der ehemalige Manager und Aussteiger Nicol auf ihn ein, bevor er ihn in einem flachen Grab verschwinden lässt. Beobachtet wird er dabei von einem ehemaligen Auftragskiller, der Töpferin Val, einem Algenfischerpärchen und Thin Lizzy. Jeder von ihnen glaubt etwas über den Tod McKechnie  zu wissen. Nach und nach kommt so manches Geheimnis ans Licht und wir lernen die Bewohner Gighas kennen, ich kann nicht beurteilen wie authentisch sie beschrieben sind, aber sympathisch sind sie alle, mit ihrem etwas rauheren Charme und ihren Schrullen und so treten die Umstände, des vermeintliche Mordes an McKechnie tatsächlich etwas in den Hintergrund, die Geschichten der noch lebenden Protagonisten sind um ein vielfaches Interessanter. Es ist ein Vergnügen dieses Buch zu lesen, es ist humorvoll ohne gewollt lustig zu sein, ich schrieb ja zu Beginn das dies meine Befürchtung war, die sich aber zu meinem Glück nicht erfüllt hatte. 
Und Thin Lizzy? Das Hochlandrind lockert alles noch einmal auf, sie sorgt für mehr als eine komische und auch ein klein wenig dramatische Situationen, welche verrate ich euch natürlich nicht, aber wenn ihr Pat und Bob kennenlernt, ein mehr als nerviges Touristenpaar wird euer Verständnis für Lizzy auf jeden Fall wachsen.
Schottensterben ist ein Wohlfühlkrimi , für den ich gern eine Leseempfehlung abgebe.

  • Herausgeber : Droemer TB; 3. Edition (4. Mai 2020)
  • Sprache: : Deutsch
  • Broschiert : 368 Seiten
  • ISBN-10 : 3426307324
  • ISBN-13 : 978-3426307328


Dienstag, 15. Dezember 2020

Der Spiegelmann von Lars Kepler




Pamelas Tochter Alice kommt bei einem Angelausflug mit ihrem Stiefvater Martin ums Leben, der darauf hin zusammenbricht und sich in einer psychiatrischen Klinik behandeln lässt. Nach seiner Entlassung wird er Zeuge des Mordes an der Schülerin Jenny Lind die Jahre zuvor auf dem Heimweg von der Schule entführt wurde und seitdem als vermisst galt.
Martin ist nicht in der Lage das gesehene in Worte zu fassen, zu sehr quälen ihn die Schatten seiner Vergangenheit.
Pamela kämpft um Martin und um ihre eigene geistige und körperliche Gesundheit, sie entschließt sich Mia, eine junge Frau im Alter ihrer Tochter als Pflegekind aufzunehmen, doch bevor es soweit ist, wird Mia entführt und Pamela bekommt eine Botschaft:
Wenn Martin redet, wird Mia sterben.
Joona Linna ermittelt auf Hochtouren, um den Täter zu fassen, denn er glaubt nicht an eine einzelne Tat.

Den Inhalt dieses Buches zusammenzufassen ist wirklich schwierig, das Autorenduo Keppler, erzählt mehrere  Handlungsstränge, die sich erst nach und nach zu einem verbinden.
Der Weg dorthin ist mit kaum zu überbietender Grausamkeit und Einblicken in die tiefsten Abgründe der menschlichen Seele gepflastert.
Der Spiegelmann ist der achte Band der Reihe die mit Der Hypnotiseur begann und mit diesem Buch sicher nicht enden wird. Ich war zunächst etwas skeptisch, ob ich nach einer längeren Pause,, wieder in die Reihe einfinden würde, ich hatte sie irgendwann aus den Augen verloren. Aber ich muss sagen, ich hatte keinerlei Schwierigkeiten. Jonna Linna und seine Ermittlungsmethoden, die nicht immer regelkonform sind und nicht nur ihn in Gefahr bringen, waren mir schnell wieder vertraut, was nicht heißt, dass er mir auch sympathisch ist, das war er noch nie, aber darauf kommt es nicht an, er tut was getan werden muss um den Opfern und deren Angehörigen zu helfen und das ist es, was ich mir wünschen würde, wäre ich in deren Situation, dafür muss ich ihn nicht mögen.
Der Spiegelmann ist ein echter Pageturner, seit langem endlich mal wieder ein Psychothriller der den Namen auch verdient und definitiv nichts für schwache Nerven.

Von mir gibt es eine uneingeschränkte Leseempfehlung.

  • Herausgeber : Lübbe; 2. Aufl. 2020 Edition (27. November 2020)
  • Sprache: : Deutsch
  • Übersetzer: Susanne Dahmann und Thorsten Alms  
  • Gebundene Ausgabe : 627 Seiten
  • ISBN-10 : 3785727046
  • ISBN-13 : 978-3785727041
  • Leseniveau : 16 Jahre und älter
  • Originaltitel : Joona Linna 8



Sonntag, 13. Dezember 2020

Hoffnung von Hanna Nolden Eine ZZG Novelle Hrsg. Claudia Rapp

 


Klappentext: 

So eine Zombie-Apokalypse ist eine prima Sache, solange man genug Kaffee und ein Regal voll ungelesener Bücher hat. Das redet sich Dany zumindest ein. Trotzdem fällt es ihr mit jedem Tag schwerer, aus dem Bett zu kommen. Doch dann treibt sie der Versorgungs-Notstand aus dem Haus und sie stolpert unversehens über einen Hoffnungsschimmer, der ihr ganzes bisheriges Leben gründlicher auf den Kopf stellt, als die Apokalypse es vermochte. Ich werde sterben. Für eine Handvoll Tampons.


Hanna Nolden greift ein Thema auf, das meiner Meinung nach sowohl in Büchern als auch in Filmen sträflich vernachlässigt wird. Im Normalfall schlägt sich die versammelte Menschheit ohne Körperfunktionen durch die Apokalypse, sie benötigt weder Toilettenpapier noch Tampons, doch das wahre Leben sieht anders aus, das muss auch Dany feststellen, die sich mit vielen Vorräten in ihrer Wohnung verschanzt hat und das Haus nur verlässt, wenn es unbedingt sein muss. Es geht ihr recht gut, mit genügend Büchern und Kaffee lässt es sich aushalten. Dany verzweifelt nicht, das macht sie sehr sympathisch, da gibt es kein hysterisches Geheule oder Selbstmitleid, natürlich vermisst sie ihre Familie und Freunde, aber Jammern würde ja eh nichts nutzen. Bis eben zu dem Tag an dem ihr die Tampons auszugehen drohen. An diesem Tag *findet* sie eine Aufgabe, die sie zunächst zu überwältigen droht und sie zwingt ihr Leben umzukrempeln. Dany muss  sich auf den Weg  machen in eine ungewisse und doch hoffnungsvolle Zukunft.
Hoffnung ist viel tiefgründiger als man bei einer Zombie-Novelle erwarten würde, es stellt sich die Frage ob reines Überleben reicht oder ob man nicht irgendwie versuchen sollte sein Leben auch zu Leben und dafür Risiken einzugehen.

Ich möchte euch gar nicht viel mehr über die Handlung verraten, die gerade mal 108 Seiten starke Novelle  ist sonst ruckzuck nacherzählt.
Hoffnung ist der 10. Band der ZZG Reihe, die allerdings auch wie alle anderen unabhängig  gelesen werden kann, denn die Grundidee ist immer gleich nur die Protagonisten und ihre Schicksale variieren. Ich mag das sehr, weiß man doch nie was einen erwartet, bluttriefendes Gemetzel, Verderben und Tod oder Hoffnung.

Hoffnung von Hanna Nolden bekommt eine ganz klare Leseempfehlung.

Und wer nicht genug bekommen kann:
ZZG: Die Anthologie
ZZG: Trümmer (Simona Turini)
ZZG: Tag 78 (Vincent Voss)
ZZG: Letzter Plan (Jenny Wood)
ZZG: Zirkus (Carolin Gmyrek)
ZZG: Blutzoll (Matthias Ramtke)
ZZG: Fressen oder gefressen werden (Thomas Williams)
ZZG: XOA (Lisanne Surborg)
ZZG Anthologie: Der Beginn
ZZG: Hoffnung (Hanna Nolden)

  • Taschenbuch : 108 Seiten
  • ISBN-10 : 3958691536
  • ISBN-13 : 978-3958691537
  • Abmessungen : 12.6 x 1.2 x 18.8 cm
  • Herausgeber : Amrun Verlag; 1. Edition (12. November 2020)






Freitag, 11. Dezember 2020

Skotophobia Die Erben Abaddons Band 3 Vanessa Kaiser, Thomas Lohwasser und Thomas Karg




Skotophobia
Die Angst vor der Dunkelheit

Ich war ja schon sehr gespannt welches Abenteuer mich im 3. Band der Erben Abaddons erwartet. Nachdem in Nimmerland und Remedium weibliche Protagonisten die Hauptrolle spielen, ist es in Skotophia Mateo, der in einer Siedlung in der Nähe des Grüngebirges aufgewachsen ist. Gemeinsam mit seinem gewalttätigen Bruder Christano schlägt er sich mehr schlecht als Recht als Dreckdigger durchs Leben. Er steigt in verlassene Gebäude ein, um die zurückgebliebene Technologie zu plündern und an Händler zu verkaufen.
Als er die Chance erhält für Benson und dessen professionelles Team " Hunters of Ancient" als Door Opener zu arbeiten, hofft er nach diesem Auftrag genug verdient zu haben um niemals wieder in die Dunkelheit zu müssen.
Skotophobia, ist eine Dystopie wie man sie sich seit Mad Max vorstellt, unterschiedliche Gruppen, die sich waffenstrotzdend gegenseitig bekämpfen, um an Ressourcen zu gelangen die für die einen Luxus oder Wissen bedeuten und die anderen schlicht das Überleben sichern, so wie Mateo, der sich ein Leben im Grüngebirge erträumt.


Skotophobia ist der düsterste Teil der Reihe, für Menschen wie mich, die mehr oder weniger ausgeprägt an Klaustrophobie leiden (mich würden keine 10 Pferde in ein Gebäude bekommen, in dem ich den Ausgang nicht kenne, in denen ich nicht weiß, was mich erwartet und in denen es dazu noch dunkel ist) war so manch beschriebene Situation schlecht auszuhalten und genau so muss das sein, ich will die Story fühlen und das haben die Autorin und die Autoren definitiv geschafft.
Aber natürlich ist nicht nur die Atmosphäre perfekt getroffen, die Story an sich ist spannend und weitere Einblicke in die Welt Abaddons sind sehr interessant, mit jedem Band gewinnt man neue Einblicke in die Welt nach der Katastrophe. Außerdem erfährt man als Leser ein wenig, von dem was vor dem Niedergang geschah.
Mehr verrate ich nicht.
Ich bin wieder einmal begeistert und freue mich schon jetzt auf den nächsten Teil der Reihe.


  • Herausgeber : Low, Torsten; Erstausgabe Edition (23. November 2020)
  • Sprache: : Deutsch
  • Taschenbuch : 152 Seiten
  • ISBN-10 : 3966290022
  • ISBN-13 : 978-3966290029









Donnerstag, 10. Dezember 2020

Hexenherz. Goldener Tod: Fantasyroman Band 3 von Monika Loerchner

 Die göttinliche Ordnung, nach der nur Frauen Magie besitzen und über die schwächeren Männer gebieten, droht, ins Wanken zu geraten: Es ist den Rebellen gelungen, einem Jungen Magie zu verschaffen. Berauscht von seiner neuen Macht fiebert Kolja nun einem Kampf entgegen, der alles verändern könnte. Einem Kampf, den seine Mutter Helena um jeden Preis verhindern will. Denn, obwohl sie von der Goldenen Frau, der mächtigsten Frau des Reiches, verstoßen und ihrer Magie beraubt wurde, glaubt Helena noch immer an das Vorrecht der Frauen. Und während Rebellenanführer Adrian versucht, eine friedliche Lösung für ein gleichwertiges Zusammenleben der Geschlechter zu finden, schmiedet Helena einen eigenen Plan.


Als ich das erste Mal von Hexenherz hörte, hatte ich komplett andere Vorstellungen, von der Thematik.
Eine Welt in der Frauen die Macht haben, weil sie Magie wirken können, während die Männer nur für den Haushalt und die Kindererziehung taugen und von Frauen versorgt werden müssen, sie sind ohne Magie einfach zu schwach um für sich selbst zu sorgen.

Das klingt nach einer  Geschichte, in der die Männer das zu spüren bekommen, was für Frauen seit, jeher Alltag ist und worüber man Witze macht, wenn es doch mal einen Mann trifft. Eine Geschichte die  durch Humor besticht. 
Hexenherz ist aber viel mehr als eine lustige Fantasy – Trilogie, das will sie ja auch gar nicht sein und 
das wird mit dem dritten Band der Reihe besonders deutlich.

Die Rebellinnen um Adrian stehen kurz vor dem Durchbruch alle Männer, Großmütter und Fräuleins mit Magie auszustatten, damit wäre der wesentliche Vorteil der Frauen nicht mehr vorhanden und der Gleichberechtigung von Frau und Mann stünde nichts mehr im Weg.
Doch noch steht ihnen die Mehrheit der Frauen, allen voran die Goldene Frau im Weg, Friedensverhandlungen sollen zu einer Einigung führen, Verhandlungen von denen Helena nicht viel hält, sie glaubt auch nicht an die Gleichberechtigung von Frau und Mann. Ihrer Auffassung nach gehören Männer an den Herd in die Sicherheit eines Heims versorgt von einer starken Frau. Das alles wünscht sie sich auch für ihren Sohn Kolja, doch der brennt für die Rebellion.
Während des Lesens spürt man die Zerrissenheit Helenas, zwischen ihrem Wunsch ihr Kind glücklich zu sehen und dem festhalten an der alten Ordnung, denn die ist in ihren Augen Göttinnengegeben.

Die Autorin zeigt den schwierigen Weg zur Gleichberechtigung auf, Gleichberechtigung bedeutet nicht das alle Menschen die gleichen Fähigkeiten haben, Gleichberechtigung bedeutet das jeder nach seinen Wünschen und Fähigkeiten den Weg gehen darf, der ihn Glücklich macht.
Findet ein Mann sein Glück also in der Kindererziehung so ist das genauso wichtig, als wenn er einen Beruf erlernen möchte, niemand darf ihm das verweigern.
Das ist die meiner Meinung nach die Grundaussage der kompletten Geschichte.
Wir sind nicht alle Gleich in unseren Fähigkeiten und Begabungen, aber wir sind alle gleich wichtig und wertvoll.
Die Hexenherz Trilogie, bietet alles, was gute Fantasy braucht: Magie, Kampf, Liebe als Motivation sich selbst und seine Grenzen zu hinterfragen und vielleicht zu überwinden, sympathische und auch weniger sympathische Protagonisten.
Dazu noch der sehr angenehme Schreibstil der Autorin, der mich immer wieder dazu brachte, länger zu lesen als es meinem Schlafbedarf gut tat.
Die komplette Trilogie bekommt eine Leseempfehlung von mir.

  • Broschiert : 512 Seiten
  • ISBN-13 : 978-3862827886
  • ISBN-10 : 3862827887
  • Abmessungen : 13.9 x 3.5 x 20.5 cm
  • Herausgeber : Acabus Verlag; Originalausgabe Edition (28. September 2020)

Sonntag, 6. Dezember 2020

Anima Ex Machina von Michael Marrak

 


Acht Monate sind vergangen, seit die Wandlerin Ninive aus der Welt jenseits der Bannmauer zurückgekehrt ist und Aris seine Gabe, tote Materie zu beseelen, für sie geopfert hat. Die Kronstadt gerät in Aufruhr, als beunruhigende Gerüchte aus der Pränumerischen Öde die Runde machen, wonach Wildmechanoiden damit begonnen hätten, sich äußerst merkwürdig zu verhalten. So wurde die Paragrafschaft Vapora von einer Invasion Asterscher Dampfkäfer heimgesucht, die sich wie auf ein geheimes Zeichen hin in die Wolken erhoben, um kurz darauf zu Abertausenden leblos wieder herabzuregnen. Handlungsreisende aus dem Distrikt Ampherion erzählen, in Höhlen und Grotten, die sie als nächtliche Ruheplätze aufgesucht hatten, Scharen schutzsuchender Mechas vorgefunden zu haben, und pilgernde Mönche aus dem Kloster Dualon berichten von Schellern und Makula-Tieren, die sich ihre Messerspindeln und Weidewalzen abreißen würden, um Jagd auf Kleinmechanoiden machten, statt friedlich in Auen und an Berghängen zu weiden. Fast scheint es, als würde sich eine Seuche im Land ausbreiten, die seine mechanischen Bewohner zu irrationalem Verhalten verleitet – aggressiv, ungehemmt, unberechenbar. Und über allem schwebt eine Bedrohung, die älter ist als der Kataklysmus, welcher dem Goldenen Zeitalter der Menschen vor Jahrtausenden ein Ende bereitet hatte. Doch von all dem ahnt Ninive nichts, als sie das Hochland verlässt und erstmals seit vielen Jahren wieder vor den Toren der von beseelten Maschinen bewohnten Kronstadt steht.

 

So weit der Klappentext. Zunächst einmal fällt der Blick aber auf das Cover, das mehr an ein Gemälde als an ein Buch erinnert und vom Autor Michael Marrak selbst gestaltet wurde.
Daran das ich es so früh erwähne, merkt ihr. Ich liebe es.
Mehr noch aber liebe ich den Inhalt.
Ich war wieder einmal überwältigt von der Poesie der Worte, der Sprachgewalt des Autors, der es schaffte Bilder von grenzenloser Schönheit in meinem Kopf entstehen zu lassen, die so nicht zu erwarten sind.Manchmal liegt Schönheit im unerwarteten und in Katastrophen.
Anima Ex Machina ist, wie schon der Kanon mechanischer Seelen, keine leichte Kost, nichts was zwischendurch gelesen werden kann, aber jede Seite, jede Zeile lohnt sich. 

Anima Ex Machina, könnte eigenständig gelesen werden, man findet sich als Leser recht schnell zurecht in der Welt beseelter Maschinen, die die Erde nach dem Kataklysmus, der alles zerstörenden Katastrophe bevölkern, in der Menschen nur eine untergeordnete Rolle spielen. Die Maschinen haben sich ein Leben aufgebaut, sie sind witzig, gemein, brutal, erinnern manchmal an Disneyfiguren, sie sind also erstaunlich menschlich und doch vergisst man nicht einen Moment das es sich um Maschinen handelt.

Könnte eigenständig gelesen werden, schrieb ich, aber warum sollte man das tun?
Warum sollte man sich des Vergnügens berauben das Kanon Universum in seiner ganzen Pracht und Schönheit, mit all seinen Abenteuer kennenzulernen.
Darum meine Empfehlung.
Lest
Der Kanon mechanischer Seelen
dann kauft
Die Reise zum Mittelpunkt der Zeit (eine illustrierte Kanon Novelle) 
und dann lest
Anima Ex Machina, in der die Die Reise zum Mittelpunkt der Zeit, ebenfalls enthalten ist und weitergeführt wird, allerdings ohne die wunderbaren Illustrationen.

  • Taschenbuch : 280 Seiten
  • ISBN-10 : 3902796731
  • ISBN-13 : 978-3902796738
  • Herausgeber : edition mono/monochrom (16. Oktober 2020)
  • Sprache: : Deutsch