Mit
„Arsen und Butterplätzchen“ legen 17 Autorinnen und Autoren eine
Anthologie vor, die klassische Weihnachtsstimmung auf den Kopf stellt.
Statt der üblichen Plätzchenromantik erwarten uns hier 17 Geschichten voller schwarzem Humor, Überraschungen und einem bitterbösen
Augenzwinkern.
Was
diesen Sammelband besonders macht, ist die Vielfalt der Geschichten:
Von makaber bis ironisch, von hintergründig bis kurzweilig erzählt jede
Autorin und jeder Autor eine ganz eigene Sicht auf das Fest der Liebe oder besser
gesagt auf seine dunkle Seite. Die Kombination aus festlichem Ambiente
und giftigen Absichten macht die Geschichten zu etwas besonderem.
Dabei
ist das Buch keine Aneinanderreihung austauschbarer Geschichten,
sondern ein sorgfältig ausgewältes Potpourri, das mehr als einmal zum
Schmunzeln und Nachdenken einlädt. Perfekt für Leser*innen, die es gerne
mal etwas bissiger und weniger zuckersüß mögen und die den Humor
lieben, der sich nicht direkt zeigt.
Ich kannte nicht alle Autor:Innen und habe mich gefreut für mich neue zu entdecken und andere wieder zu lesen. Ich versuche ganz kurz etwas über die einzelnen Storys zu erzählen ohne zuviel zu verraten und euch trotzdem neugierig zu machen.
Kann Spuren von Humor,Gift, Einsamkeit, süßer Rache und Spoilern enthalten.
Chris Staudter: Ein Hauch von Weihnachten
Miri kehrt nach Jahren auf den elterlich Hof zurück, der nach dem Tod ihrer Eltern von Lore und ihrer Tochter Irma versorgt wird. Miri ist das Geld ausgegangen und sie will den Hof so schnell wie möglich verkaufen und deshalb müssen Lore und Irma den Hof verlassen. Niemand sonst weiß, dass Miri über Weihnachten ins Dorf zurückkehrt.
Christine Rechl: Ordnung ist das halbe Leben
Ein Ehepaar, zwei Vorstellungen von Ordnung. Während die Ehefrau ihr Leben sprichwörtlich mit dem Lineal ausrichtet , alles muss an einem bestimmten Platz genau ausgerichtet liegen, beginnen seine Sätze meist mit "Wo ist..?" Mein Verständnis liegt zu 100% bei ihm.
Alexander Vorländer: Adele
Adele ist eine feine alte Dame, intelligent, kunstinteressiert, technisch begabt und leider schon mehrfach verwitwet. Das Ende der Story ließ bei mir bedauerlicherweise die Frage nach dem offen, was nach dem Warum kam.
Stefanie Gregg: Wir sagen euch an den lieben Advent
Robert erwacht ohne Erinnerung aus dem Koma, er hatte einen Unfall mit seinem Porsche. Seine Frau Susanne weicht nicht von seiner Seite und hilft ihm, sich wieder an alles zu erinnern. Robert erfährt durch sie, dass sie eine überaus glückliche Ehe führten., er versteht nicht warum sie weint als er ihr verspricht, nie wieder Porsche zu fahren.
Franziska Henze. Knallerwochenende
Die Freunde Gustav und Felix verbringen ein Männerwochenende in einer abgelegenen Jagdhütte, sie werden von Benno überrascht, der normalerweise auch zu ihren jährlichen Treffen eingeladen wird, dieses Mal allerdings nicht und so folgt er ihnen heimlich. Doch dieses Mal, so hatten es Gustav und Felix geplant, soll alles anders ablaufen.
Gisa Klönne: Stern
Wanda ist auf dem Weg zu dem Hof, auf dem ihre Freundin Helene gemeinsam mit ihrem Mann Horst gelebt hat. Sie hat erfahren, dass Horst vorzeitig aus dem Gefängnis entlassen wird, in dem er nach dem Mord an seiner Frau einsaß.Wanda hat damals den Tatort gefunden und ihre Aussage war maßgeblich für Horst Verurteilung. Jetzt will sie nur einen Stern aus dem Haus holen, den sie vor Jahren gemeinsam mit Helene gestaltet hat, bevor Horst zurückkehrt und sich an ihr rächt. Sie findet nicht nur den Stern.
Edith Anna Polkehn: Zauberhaftes Grün
Lena wurde von ihrem Freund rausgeworfen und hat spontan das billigste Hotelzimmer im ganzen Bayrischen Wald reserviert, viel Geld hat sie nicht und sie braucht einfach Ruhe. Mit soviel davon hat sie allerdings nicht gerechnet und auch nicht damit das Frau Huber so viel über ihre Beziehung und ihr voriges Leben weiß. Ich mochte diese Geschichte besonders, ein richtiges Weihnachtsmärchen.
Michael Kibler: Walzentod
Felicitas wirft sich mit allen Waffen einer Frau einen angehenden Schriftsteller und Erben an den Hals und hat keinerlei Schwierigkeiten sich den jungen Mann gefügig zu machen und zu heiraten, die Arbeitsteilung der Beiden ist klar, er verdient das Geld und Felicitas gibt es aus, für sich und ihren Sohn Melvin, den sie mit in die Ehe gebracht hat, das Paar bekommt noch eine gemeinsame Tochter, die zur Freude des Mannes mehr von Nachbarn aufgezogen wird als von der eigenen Mutter, denn deren Eignung als Mutter stellt sich bald als fragwürdig heraus. Als der Vater des jungen Mannes stirbt, wird ihm klar: Sollte auch ihm etwas zustoßen, bekommt Felicitas alles. Und das gilt es zu verhindern.
Mareike Fröhlich:Frühlingsveilchen
Wir begeben uns ins Mittelalter, Margarethe wird von einem Fremden beauftragt ein Schriftstück in die Manteltasche des Stadtrats Voglers zu schmuggeln, sie weiß nicht warum, sie weiß nur das sie 40 Kreutzer dafür bekommt, Geld das sie sehr gebrauchen kann. Diese Geschichte zeigt, das die Gerechtigkeit manchmal Umwege gehen muss um zum tragen zu kommen.
Anke Küpper: Das letzte Geschenk
Micki ist ehemaliger Taschendieb, er will sein Leben ändern, ehrlich werden und verdient sich bis es so weit ist als Kaufhausweihnachtsmann etwas dazu. Als er seinen Geldbeutel mit den letzten Bargeldreserven verliert, sieht er sich gezwungen es doch noch einmal zu tun und die Frau, die mit prallgefülltem Portemonnaie und vielen Einkaufstaschen mehrmals seinen Weg kreuzt, scheint das richtige Opfer zu sein. Doch sie hat ganz andere Pläne als sich beklauen zu lassen.
Regina Schleheck: Wenn der Postmann zweimal klingelt
Jetzt wird es ein klein wenig Horrormäßig. Diese Geschichte sollte man nicht lesen, wenn man Schokolade liebt 😄, es kann sein, dass sie einem den Appetit darauf verdirbt.Der Postbote bringt der Protagonistin ein Päckchen ihres ehemaligen Arbeitgebers, da stand sie wohl noch auf der Gehaltsliste, das Geschenk für fünfjährige Betriebszugehörigkeit kurz vor Weihnachten ist eine Frechheit ebenso wie der Kommentar des Postboten. Auf der Suche nach einem neuen Job landet sie in einer Schokoladenfabrik und damit nimmt das Unheil seinen Lauf.
Cornelia Härtl: Zum Teufel mit dem Weihnachtsmann
Ein als Weihnachtsmann getarnter Auftragskiller hat nur 3 Aufträge, 3 ganz besondere Weihnachtswünsche, doch dieses Jahr läuft nicht alles rund. Sehr kurz und doch ist alles Wesentliche enthalten.
George M. Oswald: Große Bescherung
Schlimmer kann Weihnachten nicht sein als bei dieser Familie. Großeltern, die einander mit Geschenken übertrumpfen wollen, irgendeiner nörgelt an allem herum, es wird zu viel getrunken und gegessen und so richtig Freude am Fest hat wohl niemand und doch wird es nächstes Jahr wieder genauso ablaufen. Eine Gesellschaftsstudie vom Feinsten, dass sie noch zu D-Mark Zeiten spielt, macht wohl keinen Unterschied zu heute.
Beate Ferchlaender: Warm ums Herz
Wenn schon die Ankündigung, das Opa zu Weihnachten eingeladen wurde, allen Familienmitgliedern die Weihnachtsstimmung gründlich verdirbt, kann das nicht gut ausgehen. Das Ende hat mich aber mit dem verdorbenen Fest versöhnt 😈.
Jordan T.A.Wegberg: Anruf bei Tante Hedwig
Weihnachten ist nicht für alle ein Fest der Freude, viel zu viele Menschen sind über die Feiertage unfreiwillig allein und oft einsam, so auch Hedwig, die einen Anruf bekommt von jemandem, der sich als Michael und ihr suggeriert, dass sie verwandt sind. Ich sag nur soviel, wenn ich jemals so einen Michael in die Finger kriege.
Holly Birtwell: Der Mantel des Schweigens
Auch diese Geschichte ist wirklich traurig, Iris und ihre Mutter wurden vor Jahren vom Ehemann und Vater verlassen. Seitdem feiern sie kein Weihnachten mehr. Und dann bekommt Iris im Urlaub einen Anruf ihrer Mutter, wann sie denn käme, das Essen wäre vorbereitet und der Vater wäre wieder mal unterwegs. Den Kloß den Iris bei diesem Anruf hatte, hatte ich auch und bekam ihn während der Geschichte auch nicht mehr los.
Jill Kaltenborn: Rosenkohl
Ich mag Rosenkohl und hätte mich auch von der Zubereitungsart, die Christa wählt, nicht abschrecken lassen, aber die will ja Manfred loswerden, der dabei ist, ihr die beste Freundin wegzunehmen, mit der sie seit 20 Jahren zusammenlebt und die hat eine Erdnussallergie, so das keine Gefahr besteht, das sie davon probiert. Dann aber verraten die zwei ihr ein Geheimnis das alles ändert. Böse aber nachvollziehbar.
Kurz:
„Arsen und Butterplätzchen“ ist ein idealer literarischer Begleiter für
die Vorweihnachtszeit, der auf angenehme Weise aneckt und überrascht.
Ein Tipp für alle, die schwarze Weihnachtstraditionen schätzen und
Abwechslung suchen – ohne dabei den Spaß aus den Augen zu verlieren.
- Herausgeber
:
Pattloch Geschenkbuch
- Erscheinungstermin
:
29. August 2025
- Auflage
:
1.
- Sprache
:
Deutsch
- Seitenzahl der Print-Ausgabe
:
176 Seiten
- ISBN-10
:
3629015417
- ISBN-13
:
978-3629015419