Worum geht es in „Die Legende von Una Everlasting“?
Sir Una Everlasting ist eine Legende. Die Waise, die ein Schwert aus einer Eibe zog und zur größten Heldin des Königreichs Dominion wurde. Ihr Tod für Königin und Vaterland wurde besungen, in Kinderbüchern verewigt und schließlich auch für Regierungspropaganda genutzt.
Jahrhunderte später stößt Owen Mallory auf die Spur dieser Heldin. Er ist Historiker und Kriegsveteran und erhält ein lange verschollen geglaubtes Manuskript über Una. Die Kriegsministerin Vivian Rolfe schickt ihn daraufhin in die Vergangenheit. Seine Aufgabe: Er soll dafür sorgen, dass Una genau zu der Heldin wird, als die sie später in den Geschichtsbüchern bekannt sein wird.
Meine Eindrücke:
Ich muss ehrlich sagen, dass ich am Anfang etwas Mühe hatte, um in die Geschichte hineinzukommen. Der Erzählstil ist ungewöhnlich und auch die Struktur des Buches ist nicht unbedingt etwas, woran man sich sofort gewöhnt. Mit der Zeit bin ich aber immer besser hineingekommen und wollte dann doch wissen, wie die Geschichte weitergeht.
Sehr gut gefallen hat mir die Aufteilung des Romans in zwei Teile. Der erste Teil, „Der erste Tod von Una Everlasting", wird aus Owens Perspektive erzählt, der zweite, „Der zweite Tod von Una Everlasting“, aus Unas Sicht. Dadurch bekommt man beide Figuren noch einmal aus einem anderen Blickwinkel mit. Gerade bei Una fand ich das spannend, weil sie als Legende natürlich zunächst ganz anders wirkt als die Frau, die man im Laufe der Geschichte kennenlernt.
Una und Owen könnten dabei kaum unterschiedlicher sein. Una ist die Kämpferin, die andere beschützt und körperlich unglaublich stark ist. Owen ist dagegen eher der ruhige und nachdenkliche Historiker. Beide haben ihre Stärken, aber eben auch ihre Schwächen. Das hat sie für mich glaubwürdig gemacht. Vor allem Una mochte ich sehr, weil sie eben nicht die perfekte Heldin ist, sondern durchaus Fehler macht und ihre eigene Meinung hat.
Auch die Mischung aus Fantasy, Zeitreise und Liebesgeschichte hat für mich gut funktioniert. Die Liebesgeschichte ist zwar wichtig, nimmt aber nicht die komplette Handlung ein. Das war für mich genau das richtige Maß.
An den Schreibstil musste ich mich, wie gesagt, erst gewöhnen. Harrow schreibt sehr bildhaft und teilweise auch poetisch. Manche Stellen sind etwas ungewöhnlich formuliert, andere fand ich dafür wirklich schön. Die wiederkehrenden Motive und Schleifen im Text haben mir ebenfalls gefallen, weil sie gut zu den Zeitzyklen der Geschichte passen.
Am interessantesten fand ich aber eigentlich die Frage, wie aus einem Menschen eine Legende wird. Una ist in der Gegenwart die große Heldin, deren Geschichte jeder kennt. Aber je mehr man über sie erfährt, desto deutlicher wird, dass die bekannte Geschichte nicht unbedingt die ganze Wahrheit erzählt.
Das fand ich einen der stärksten Punkte des Romans. Es geht nicht nur darum, was damals passiert ist, sondern auch darum, wer später entscheidet, wie man sich daran erinnert. Und vor allem darum, was eine solche Legende für den Menschen bedeutet, der dahintersteht.
Auch die Beziehung zwischen Owen und Una hat mir gefallen. Sie ist für die Geschichte wichtig, ohne dass das Buch dadurch zu einem reinen Liebesroman wird. Gleichzeitig ist sie stellenweise sehr schön, aber auch ziemlich traurig. Besonders die Frage, ob man das Schicksal eines Menschen verändern kann, wenn man weiß, wie seine Geschichte enden soll, zieht sich für mich gut durch den Roman.
Fazit
„Die Legende von Una Everlasting“ ist keine ganz einfache Fantasygeschichte und sicher auch nicht für jeden etwas. Ich habe ein bisschen gebraucht, um mit dem Erzählstil und der Struktur warm zu werden. Danach hat mich die Geschichte aber zunehmend interessiert.
Besonders Una und Owen sind mir dabei im Gedächtnis geblieben. Aber auch die Idee, eine bekannte Heldengeschichte aus verschiedenen Perspektiven zu erzählen und dabei zu zeigen, was hinter einer solchen Legende steckt, hat mir gut gefallen.
Wer Fantasy mit Zeitreisen mag und Lust auf eine Geschichte hat, die sich auch mit Mythos, Erinnerung und Heldentum beschäftigt, könnte mit dem Buch viel Freude haben.
Erscheinungsdatum: 2026
Verlag: Goldmann Verlag
Seitenzahl: ca. 320 Seiten
ISBN-13: 978-3442302757







