Samstag, 30. März 2024

Und täglich grüßt die Mördermitzi von Isabella Archan


Im mittlerweile 6. Band der Reihe muss Agnes einen Bogenschützen stoppen, der wahllos auf Wanderer schießt, so hat sie weniger Zeit für Mitzi. Diese plant gemeinsam mit Rudolfo ein Café zu eröffnen, das Café Theres benannt nach ihrer Großmutter. Eigentlich könnte sie rundum glücklich und zufrieden sein, mit ihrer Fernbeziehung zu Rudolfo, ihren Freunden Agnes, Axel und natürlich ihrer entzückenden Patentochter Konstanze, doch etwas trübt die Freude. Sam der Serienmörder ist aus dem Gefängnis geflohen.

"Sam, dem Auftragsmörder hinter Gittern, war langweilig. Das Gefühl mochte er nicht."

Mitzi befürchtet, er könnte sich an ihr rächen. Und dann ist da noch der Mann, der behauptet ihr Bruder Benni zu sein, doch Benni kam ebenso wie ihre Eltern bei dem Unfall ums Leben, für den Mitzi die Verantwortung zugeschoben bekam. (Das Mitzi an dem Unglück schuld gewesen sein soll, glaube ich allerdings immer noch nicht). Gegen jeden gesunden Menschenverstand ist Mitzi bereit, dem Mann zu glauben. Und dann ist da noch der unbekannte Bogenschütze, dem wir Lesende in kurzen Kapiteln folgen können und der Agnes auf Trapp hält.

Ich begleite die "Mördermitzi" und Agnes, die mittlerweile Revierleiterin ist, seit ihrem ersten Zusammentreffen und sie sind mir schon sehr ans Herz gewachsen. Die Autorin schafft es wieder einmal, mit überraschenden Wendungen und falschen Fährten die Spannung im Buch aufrechtzuerhalten und ihre Leserinnen und Leser daran zu hindern, das Buch aus der Hand zu legen, gut für die Unterhaltung, schlecht für genügend Schlaf. Auch der Humor, den Leserinnen und Leser der vorigen Bände schon kennen, kommt auch dieses Mal nicht zu kurz, ohne zu sehr in den Vordergrund zu drängen. Die Autorin hat eine für meinen Geschmack genau richtige Ausgewogenheit zwischen Humor und Spannung getroffen.

Von mir bekommt

"Und täglich grüßt die Mördermitzi" eine absolute Leseempfehlung.


Reihenfolge der Mitzi und Inspektorin Agnes Kirschnagel Bücher
Band 1: Die Alpen sehen und sterben. 2019. 
Band 2: Wenn die Alpen Trauer tragen. 2020. 
Band 3: Drei Morde für die MörderMitzi. 2021. 
Band 4: Die MörderMitzi und der Sensenmann. 
Band 5: Schießt nicht auf die MörderMitzi! 
Band 6: Und täglich grüßt die MörderMitzi.


  • Herausgeber ‏ : ‎ Emons Verlag (21. März 2024)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Taschenbuch ‏ : ‎ 288 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 374082011X
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3740820114

Freitag, 29. März 2024

Die Kräutersammlerin und der zweifache Tod: Historischer Schwarzwaldkrimi von Heidrun Hurst

 

Im Jahr 1347 lebt Johanna, eine Heilerin, zusammen mit ihrem Mann, dem Flößer Lukas, und ihrer angenommenen Tochter Ida in dem kleinen Ort Schiltach im Schwarzwald. Obwohl das Leben in dem beschaulichen Ort mühsam ist, führen sie ein zufriedenes Leben. Doch ihre Idylle wird jäh gestört, als der Stallbesitzer Merckel tot in einer Schweinesuhle aufgefunden wird. Doch Merckel ist nicht der einzige Tote – eine junge, unbekannte Frau und ihr Neugeborenes werden ebenfalls tot in einer Waldhütte entdeckt. Als ob das nicht genug wäre, wird auch Ida von Gauklern entführt, die finstere Absichten mit der jungen Frau haben.

Entschlossen, die Wahrheit herauszufinden, begibt sich Johanna auf die Suche nach Merckels Mörder und stößt dabei auf schockierende Geheimnisse.


Der mittlerweile dritte Band um Johanna ist meiner Meinung nach der spannendste der Reihe, ich dachte nicht das die Autorin Heidrun Hurst die ersten beiden Bände noch toppen könnte, doch das ist ihr mühelos gelungen. Sie überzeugt nicht nur durch die spannenden Kriminalfälle und ihre Aufklärung, die Familiengeheimnisse, die sie aufdeckt, sind ebenso fesselnd und sie zeigt auf, dass Missbrauch in jeglicher Form kein neues abscheuliches Problem ist.

Doch nicht nur dieser Teil der Handlung ist mehr als lesenswert, die Autorin lässt ihre Leserinnen und Leser, tief in die Lebensweise der Menschen zu jener Zeit blicken. Der Klerus und der Adel haben die Hoheitsgewalt über den 3, Stand, die Bauern die freien Bürger und über die Unfreien, über Ihnen stehen nur der Kaiser und der Papst.

Obwohl Heidrun Hurst das feudale Machtgefüge nicht explizit behandelt, wird es durch subtile Passagen deutlich. Ihr gelingt es, das historische Setting lebendig und authentisch zu gestalten. "Show don`t tell" ist der Autorin hervorragend gelungen.

Ebenso interessant und informativ beschreibt die Autorin die Arbeit Johannas. Die junge Heilerin verwendet mit Sachkenntnis und gesundem Menschenverstand Kräuter und Pflanzen, die wir auch heute noch als Heilpflanzen kennen und verwenden und sie schreckt nicht davor zurück, Methoden anzuwenden, die zu ihrer Zeit äußerst umstritten war.

Insgesamt ist dieser dritte Band ein mitreißendes Werk, das nicht nur durch seine packende Handlung, sondern auch durch seine, soweit ich es beurteilen kann, historische Genauigkeit und die facettenreiche Darstellung der Charaktere überzeugt.




  • Herausgeber ‏ : ‎ Emons Verlag (21. März 2024)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Taschenbuch ‏ : ‎ 384 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3740820357
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3740820350

Donnerstag, 28. März 2024

Die Stimme Gottes: Die Abartigen, Band 7 von Sascha Raubal


Im mittlerweile siebten Band dieser fesselnden Reihe werden die Leser und Leserinnen in das Waldland geführt, wo Mikail nach seiner Gefangenschaft in die Hauptstadt Tasik-Hutan gebracht wird. Die Aufhebung des Tötungsbefehls durch den »Erhabenen« Tiru, auch bekannt als »Die Stimme Gottes«, verspricht eine interessante Wendung in Mikails Schicksal, während er sich als Berater des Erhabenen wiederfindet und sogar eine seiner Frauen versprochen bekommt.


Währenddessen erreicht Loris nach seiner Flucht aus Or die Stadt Kuvunja, wo er Arbeit und Freundschaft findet. Doch die zunehmende Einflussnahme der Lehrer aus dem Waldland in Kuvunja wirft ein düsteres Licht auf die Lebensrealität der Bewohner. Als Loris verraten wird, bleibt ihm nur die Flucht, wobei ihn seine Freunde Dunja und Damir begleiten.

»Die Stimme Gottes« offenbart eine brutale Realität, die nicht nur fiktional ist, sondern auch gegenwärtige Fragen aufwirft. Die Macht von Tiru beruht auf Angst und Unterdrückung, wobei die Strafen für kleinste Vergehen auch den Tod bedeuten können. Inmitten dieses Systems des Leidens und der Ungerechtigkeit regt sich jedoch Unmut, und die Sehnsucht nach Freiheit wächst.

Der Autor Sascha Raubal hat mit diesem Band eine Geschichte geschaffen, die nicht nur fesselt, sondern auch zum Nachdenken anregt. Die Parallelen zur Realität sind unverkennbar, und die Beschreibung des Lebens im Waldland und in den Städten wirft drängende Fragen auf, deren Antworten ich kaum erwarten kann.

Persönlich hat mich dieser Teil der Reihe besonders berührt und gleichzeitig wütend gemacht. Nicht wegen dem, was der Autor geschrieben hat, sondern wegen dessen, was in Namen von Religion und Macht tatsächlich geschieht. Die Darstellung von Tirus Herrschaft und seiner Privilegien ist beunruhigend realistisch und lässt den Leser mit einem Gefühl der Beklemmung zurück.

Dieser Band beschreibt die Situation im Waldland und auf das, was in den Städten geschieht, viele offene Fragen, gerade zum Erhabenen und dem Leben im Waldland, die sich in den ersten Bänden stellten, werden beantwortet. Dieser Teil der Reihe steigert die Vorfreude auf den Folgeband, der wohl im Juni erscheinen wird. Ich für meinen Teil bin schon sehr gespannt, wie sich die Geschichte weiterentwickeln wird.



  • Herausgeber ‏ : ‎ tredition (1. März 2024)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Paperback ‏ : ‎ 302 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3384147995
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3384147998



Mittwoch, 27. März 2024

Zonen der Zeit: Roman von Michaela Maria Müller

 

In Michaela Maria Müllers neuem Roman "Zonen der Zeit" blicken wir gemeinsam mit dem Historiker, Archivar und Einzelgänger Jan Schneider auf die jüngste Vergangenheit zurück. Jan bearbeitet die Akten des Auswärtigen Amtes des Jahres 1991. Er entscheidet gemeinsam mit Kollegen, welche Ereignisse in einer Edition des Auswärtigen Amtes erscheinen, um sie der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Seine Ehe mit Katja ist an einem schweigenden Tiefpunkt angelangt, sie vermissen sich nicht mehr, wenn sie bedingt durch Jans Beruf voneinander getrennt sind.
Jan liebt seine Arbeit, doch mit diesen Akten kommt er nicht weiter, immer wieder schiebt er sie von einem Fleck auf den Anderen ohne zu realisieren, dass er auch privat an einem Punkt angekommen ist an dem er etwas ändern muss.

Die Begegnung zwischen Jan und Enni van der Bilt, einer Notrufdisponentin, führt zu einer unerwarteten Verbindung zwischen zwei Menschen, die auf den ersten Blick gegensätzlich erscheinen. Enni verkörpert die Entschlossenheit und den Tatendrang, den Jan zu vermissen scheint. Doch trotz ihrer Unterschiede entsteht zwischen ihnen eine besondere Bindung, die die Leser*innen auf eine emotionale Reise mitnimmt.


Die Sprache von Michaela Maria Müller ist sehr einfühlsam , was dem Roman eine besondere Tiefe verleiht. Durch ihre Kunstfertigkeit gelingt es ihr, die Komplexität von Zeit, Geschichte und menschlichen Beziehungen auf eindrucksvolle Weise zu erfassen und miteinander zu verknüpfen.

Michael Maria Müller erzählt in"Zonen der Zeit" nicht nur eine spannende Geschichte, sondern regt auch dazu an, über die Bedeutung von Zeit, Geschichte und persönlicher Entwicklung nachzudenken. Das Buch liess mich lange darüber nachdenken, wie ich mein eigenes Leben sehe. Ich konnte mich gut in die Figuren hineinversetzen und ihre Gefühle nachempfinden.

Die Verbindung zwischen Jan und Enni ist faszinierend und zeigt, wie unterschiedliche Menschen einander beeinflussen können. Man lernt viel über die Vergangenheit und wie sie das Jetzt beeinflusst. Dieses Buch ist nicht nur unterhaltsam, sondern auch lehrreich und inspirierend. Es ermutigt einen, sein eigenes Leben bewusst zu leben und wertzuschätzen, was man hat, ohne dabei aus den Augen zu verlieren, was einen glücklich machen würde. Es ermutigt seine Leser dazu, keine Angst vor Veränderungen zu haben.


Über die Autorin. Quelle Amazon: 

Michaela Maria Müller, 1974 geboren, arbeitete nach einer Ausbildung zur Verlagskauffrau als Buchhändlerin in München und New York und studierte Geschichte und Politikwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin. Sie ist Schriftstellerin und Journalistin. Ihre Reportagen, Interviews und Essays erscheinen unter anderem in der Zeit, der taz, der Süddeutschen Zeitung, der Neuen Zürcher Zeitung und im Merkur. Zuletzt erschien 2022 bei Quintus ihr Roman Mitterndorf. Michaela Maria Müller ist Mitglied des PEN-Zentrums Deutschland und Mitgründerin des PEN Berlin. Sie lebt in Berlin. Website: michaelamariamueller.de

  • Herausgeber ‏ : ‎ Quintus-Verlag (13. März 2024)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Paperback ‏ : ‎ 184 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3969820960
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3969820964




Dienstag, 26. März 2024

Tod eines Spitzels: Ein DDR-Krimi mit Volkspolizist Friedrich von Andreas M. Sturm

 

Tod eines Spitzels: Ein DDR-Krimi mit Volkspolizist Friedrich von Andreas M. Sturm



1984 ist ein turbulentes und nervenaufreibendes Jahr für den Oberkommissar Uwe Friedrich von der Dresdner Volkspolizei. Der Mord an dem Hauptmann Michael Reinhardt ruft die Staatssicherheit auf den Plan, ein toter Mitarbeiter und der Verdacht, dass er von jemanden aus den eigenen Reihen ermordet wurde, ruft bei dessen Vorgesetzten Oberst Dr. Buchmann mehr als Unwohlsein hervor. Einen Mörder in den Reihen der Staatssicherheit darf es einfach nicht geben. Buchmann beauftragt Uwe Friedrich mit der Aufklärung des Mordes. Friedrich soll unter strengster Geheimhaltung ermitteln und nur an Buchmann seine Ergebnisse mitteilen, dafür bekommt er Reinhardts privaten Aufzeichnungen zur Verfügung gestellt.
In diesen Aufzeichnungen stößt Friedrich auf das Bild eines Jungen, ohne zu ahnen, welch schreckliches Geheimnis dieses Bild verbirgt.

Der dritte, aber hoffentlich nicht letzte Teil der Reihe um den Oberkommissar Uwe Friedrich hat es in sich, nicht nur, dass er bei seinen Ermittlungen sehr vorsichtig sein muss, um nicht allzu sehr in den Focus der Stasi zu geraten. Seine Freundin Sabine Fuchs wird von einem nächtlichen Angreifer fast vergewaltigt, doch sie kann ihm entkommen, gleich nachdem sie ihm die Nase gebrochen hat.

Andreas M. Sturm überzeugt wieder einmal durch die Authentizität der Darstellung der Ermittlungsarbeit in den 80er Jahren. Der Autor lässt den Leser tief in die Welt der DDR-Sicherheitsbehörden eintauchen und präsentiert dabei glaubwürdige Haupt- und Nebenprotagonisten. Uwe Friedrich als sympathischer Ermittler verleiht der Geschichte eine menschliche Note, die den Leser mitfiebern lässt. Die Verflechtung von persönlichem Risiko und beruflicher Verantwortung sorgt für eine fesselnde Dynamik, die bis zum überraschenden Ende anhält. 
Zwar handelt es sich bei 

Tod eines Spitzels

schon um den dritten Teil der Reihe, allerdings kann man ihn lesen, ohne die Vorgänger zu kennen. Andreas M.Sturm fügt geschickt alle wichtigen Fakten aus den vorigen Büchern ein.

Weitere Bücher aus der Reihe:



Klappentext zu: Tod eines Spitzels

Dresden, März 1984. Die Ermordung einer ihrer Mitarbeiter lässt bei der Staatssicherheit Panik aufkommen. Da die Möglichkeit besteht, dass eigene Leute in das Verbrechen involviert sind, wird Oberleutnant der Volkspolizei Uwe Friedrich als externer Ermittler verpflichtet.


Äußerst widerwillig kommt er dem Befehl nach. Weiß er doch genau, dass die Ermittlungen nicht nur ihn, sondern auch seine Freundin Sabine in Gefahr bringen können.

  • Herausgeber ‏ : ‎ edition krimi; 1. Edition (29. Februar 2024)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Paperback ‏ : ‎ 353 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3949961119
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3949961113

Montag, 25. März 2024

Die Toten von Marburg von Monika Lörchner





























Die Toten von Marburg von Monika Loerchner

Das Eine mal ihren Ehemann im Streit oder weil er sie provoziert hat ermordet kann schon mal vorkommen, dann bezahlt sie eine Strafe und das war es dann. Keine große Sache. Nur wenn Eine entgegen aller Beweise behauptet, sie wäre es nicht gewesen und das auch durch die Aussage einer Lügenleserin bestätigt wird, muss ermittelt werden.

Das ruft die goldene Garde auf den Plan, die unter der Leitung Magret Beatesdother alle Morde an Männern in Annaburg der letzten Zeit noch einmal untersucht. Doch zunächst fehlt jeder Hinweis, zu dem, was wirklich passiert ist, nur dass sie mit der Magie ihrer Frauen oder Chefinnen getötet wurden, scheint klar.

Zudem wird Magret von Alpträumen geplagt, die mit einem Armreif zu tun haben, einem Geschenk ihrer Eltern, das ein Geheimnis zu bergen scheint.
Magret genießt hohes Ansehen in der »Goldenen Garde«, sie wird die »Dritte« genannt, nach der »Goldenen Frau« und Heidrun, die es mit ihrer Honigmagie mit Jeder aufnehmen könnte, die sich mit einem blutmagischen Eid an die Goldene gebunden hat. Magrets eigene Magie reagiert äußerst empfindlich auf alles, was nicht im Gleichgewicht ist, jede Lüge, jede noch so kleine Unwahrheit bereiten ihr körperliches Unbehagen. So wie die Anwesenheit der Schwester ihrer Freundin, Kollegin und Mitbewohnerin Frenja, die ihrer Magie beraubt wurde und süchtig nach Traumbringern ist. Das alles geht nicht spurlos an Magret vorbei und so ist es nicht verwunderlich, dass sie sich in den Alkohol flüchtet.

Hier könnte ich euch noch viel mehr erzählen, aber dann würde ich viel zu viel von den Hintergründen verraten und ihr könntet nicht mehr miträtseln, was hinter den Toten Männern von Marburg steckt. Die toten Männer von Marburg ist der zweite Band um die goldene Gardistin Magret Beatesdother, wer aber wie ich den ersten Band »Die Tote in der Tränenburg« noch nicht gelesen hat, den kann ich beruhigen, Vorwissen ist nicht zwingend erforderlich, alles Wesentliche zum Machtgefüge und den Lebensumständen wird erklärt oder erklärt sich im Laufe der Geschichte von selbst.

Monika Lörchners neuestes Buch ist zwar weniger als 200 Seiten lang, jedoch äußerst komplex. Die von ihr erschaffene Welt unterscheidet sich nicht allzu sehr von unserer eigenen, außer dass nicht Männer die Kontrolle und Macht besitzen, sondern Frauen, seitdem sie die Macht der Magie in sich entdeckt haben. Die Autorin beschreibt die Lebensumstände der Männer, die auf Gedeih und Verderb dem Wohlwollen ihrer Frauen, Mütter oder Chefinnen ausgeliefert sind, auf sehr anschauliche Weise. Dabei spiegelt sie gekonnt die gesellschaftliche Unterdrückung von Frauen in unserer Realität wider, indem sie die Rollen umkehrt.

Männer gelten als schwach, weil sie Magielos sind. Doch wer nun glaubt, die Autorin feiert diesen Zustand, der irrt, sie lässt ihre Protagonistinnen und Protagonisten durchaus auch kritisch auf die Situation der Männer blicken.

Monika Lörchners Schreibstil ist der Geschichte entsprechend ungewöhnlich und gewöhnungsbedürftig, aber das legte sich für mich sehr schnell. *Männer sind mitgemeint.* Das wollte ich schon immer mal schreiben.

Von mir bekommt

Die toten Männer von Marburg

eine absolute Leseempfehlung, die atmosphärisch dichte Geschichte, hat mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt hat, mit dem Ende hatte ich in dieser Form absolut nicht gerechnet, da ging es mir wie Magret. Alle Fragen, die sich im Laufe des Buches stellen, werden beantwortet. Für die, die sich am Ende noch ergeben, hoffe ich auf eine Antwort im von mir sehnlichst erwarteten Nachfolgeband, denn die Geschichte Magrets und die der Männer ist noch nicht auserzählt.


Klappentext:

Der Tod geht um in Annaburg! Ausgerechnet in der Hauptstadt des Goldenen Reiches töten immer öfter Frauen wehrlose Männer. Handelt es sich dabei wirklich um tragische Einzelfälle oder steckt eine Verschwörung dahinter? Während Spezialgardistin Magret alles tut, um die Männer Annaburgs zu beschützen, bahnt sich in ihrem Rücken eine Katastrophe an, die ihr Leben für immer verändern soll


  • Herausgeber ‏ : ‎ Alea Libris Verlag; 1. Edition (22. März 2024)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Broschiert ‏ : ‎ 320 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3988270121
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3988270122
















Still reading die leipziger Buchmesse 2024. Danke Leipzig

 


Nun ist die LBM2024 auch schon wieder vorbei.

Im Vorfeld stand für mich, wie für viele andere die bange Frage im Raum

Fährt die Deutsche Bahn oder wird wieder gestreikt?
Glück gehabt, sie fuhr, wenn sie denn fuhr, die mittlerweile üblichen Zugausfälle, wegen Gleisarbeiten, Bauarbeiten und nicht vorhandenem Zugpersonal, rechnet man ja schon bei der Planung ein.

Am Nachmittag des 21.03. kam ich in Leipzig an und machte mich auf die Suche nach meiner Unterkunft, die fußläufig keine 5 Minuten vom Hbf entfernt lag. Da war ich ja ein klein wenig besorgt, da das Appartmenthaus keine Rezeption hat, man bekommt eine Mail aufs Handy mit einem Key und ich so:
„Ich bin alt, ich brauche eine Rezeption, hinter der ein Mensch steht und sagt“ Hier ist ihr Schlüssel, da gehts lang“ Ich sah mich schon auf der Straße schlafen.😅

Meine Befürchtungen waren aber total unnötig, es war nämlich jemand da, der mir eine Keycard aushändigen konnte und sowieso alle Fragen sehr freundlich beantworte. Ich komme auf jeden Fall wieder ins YUMA.

Am Abend ging es dann mit Barbara (schön, dass wir soviel Zeit zum Quatschen hatten) zum Essen und dann nur noch ins Bett.

Und dann war der erste Messetag auch schon da, der Donnerstag war vollgepackt mit tollen Gesprächen an den Verlagsständen und den Gängen, immer wieder traf ich auf Lieblingsautoren und Lieblingsmenschen, mit denen ich zumindest ein paar Worte wechseln wollte.


Fotos? Fotos?

Wie immer habe ich kaum Bilder gemacht.

Für Freitag war ein Streik der Leipziger Verkehrsbetriebe angekündigt, na klasse, das wird dann noch ein wenig enger in der S-Bahn, wenn Tram und Busse nicht fahren. Aber dann wurde es für die Messebesucher nicht halb so schlimm wie befürchtet. Die Messe relevanten Linien fuhren und der Regionalzug, den ich mir zur Fahrt ausgesucht hatte, war so gut wie leer und auch am Abend war es kein Problem wieder in die Stadt zu kommen.

Angefüllt mit festen und halbfesten Terminen, bei verschiedenen Verlagen, z. B. dem Blogger:innen 

Treffen vom KiWi Verlag, bei dem uns das Buch »Weiße Wolken« 
von Yandé Seck
vorgestellt wurde.

Und schwups war schon wieder Samstag. »Wer hat an der Uhr gedreht..«

Und der Samstag begann auch wieder mit einem Blogger:innen Treffen, diesmal auf Einladung des Dumont -Verlags, dort wurde uns das kommende Programm vorgestellt, meine Wunschliste, die nach zwei Messetagen sowieso schon fast platzt, hat sich noch weiter gefüllt. Zum krönenden Abschluss dieser Veranstaltung wurde uns noch das Buch »Kontur eines Lebens« vom Autor Japp Robben persönlich vorgestellt, der sehr sympathische Autor hat mich mehr als neugierig auf das Buch gemacht.

Bis um 14 Uhr habe ich es auf der Messe ausgehalten, nach einer kurzen Abschiedsrunde bei den Lieblingsverlagen habe ich das Gelände fluchtartig verlassen »Das Buch ist tot« davon haben die gefühlt 100.000 Menschen in den Hallen und auf dem Gelände noch nichts gehört.

Danke Leipzig, es war wieder sehr schön mit dir. 

Ach ja, die Rückfahrt.

Um es mit einem Buchtitel von Heinrich Böll zu sagen:

»Der Zug war pünktlich.«


















Montag, 18. März 2024

Die Weite des Horizonts von Noa C. Walker

 

Cara Biber wird als Wehrmachthelferin an die Atlantikküste versetzt, an den Ort, an dem sie als Kind mit ihrer Familie viele Urlaube verbrachte, bis ihr Bruder Alexander bei einem Sturz schwer verletzt wurde. Doch nicht nur tragische Erinnerungen werden geweckt, auch die an Erinnerungen an ihre erste große Liebe Nic Poulin werden wieder wach. Nic ist mittlerweile Radar-Ingenieur für England im Einsatz und sein nächstes Ziel ist ausgerechnet der Ort, an dem Cara stationiert ist.


Während dessen wird Alexander wegen staatsfeindlichen Äußerungen im Schwarzwald verhaftet und seine Frau muss sich und ihre Kinder allein durchbringen. 





Ich habe zugegeben etwas gebraucht, bis ich in die Geschichte hineingekommen bin. Bis zu dem Punkt an dem Nic Poulin mit den Engländern einen brisanten und sehr gefährlichen Einsatz planen, der ihn zu Cara führt. Ich hatte aufgrund des Covers auch etwas Angst, dass die Liebesgeschichte zwischen Cara und Nic zu viel Raum einnimmt und das, was mich wirklich interessiert, die Geschehnisse während des 2. Weltkrieges etwas in den Hintergrund gerückt werden. Diese Angst bestätigte sich allerdings nicht, die Autorin Noa C.Walker hat eine recht ausgewogene Mischung geschafft. Noa C. Walker hat es geschafft, eine fiktive Familiengeschichte und gut recherchierte Fakten miteinander zu verweben. Gerade die Fakten haben mich dazu gebracht, mich auch etwas näher mit den Geschehnissen zu beschäftigen. Ich wusste z. B. nicht, dass Frauen, die als Wehrmachthelferinnen eingesetzt wurden, nicht nur Büroarbeiten erledigten oder am Funk Dienst taten, sondern auch Flakgeschütze bedienten.


Auch die »Operation Jubilee« an der Nic beteiligt ist, ist wirklich durchgeführt worden. 


Die Geschichte ist gut erzählt, auch wenn mir manche Passagen etwas zu lang waren, aber das ist mein persönlicher Geschmack, die Handlung ist nachvollziehbar. Ich konnte mich gut in Cara, Nic, Alexander, Isabelle und die anderen handelnden Personen hineinversetzen, es war für mich durchaus nachvollziehbar, wie sie in bestimmten Situationen agierten. Da ist z. B. die Situation, als sich der verletzte Nic und Cara zum ersten Mal seit langer Zeit wiedersehen und Nic sich sicher ist, dass Cara ihn nicht erkennt, ein Satz allerdings belehrt ihn eines Besseren: »Das kannst du besser.« Was es damit auf sich hat, das müsst ihr schon selber lesen.





  • Herausgeber ‏ : ‎ Tinte & Feder (14. November 2023)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Taschenbuch ‏ : ‎ 496 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 2496711891
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-2496711899


Sonntag, 17. März 2024

10 Fragen 10 Antworten: Ein Interview mit Janika Rehak





Liebe Janika, herzlich willkommen im Bücherhaus, ich freue mich sehr das du dich bereit erklärst , mir ein paar Fragen zu beantworten.

Kaffee, Tee, alkoholfreie Getränke und Kekse stehen bereit, bitte mach es dir gemütlich.
🧁

Bevor wir mit den Fragen beginnen. Beschreibe dich doch bitte mit 5 Worten.

Autorin, Texterin, begeisterte Mama, Japan-Fan. Sind das fünf Worte? Ja, kommt hin.



Ich habe mich natürlich ein klein wenig über dich schlau gemacht und erfahren, dass du nicht nur Schriftstellerin bist, sondern auch Texterin und Journalistin.


1. Welche dieser Tätigkeiten war denn zuerst da?

Das kann ist gar nicht so genau sagen. Ich glaube, das eine hat sich aus dem anderen ergeben. Ich habe nach einem Schulpraktikum als freie Mitarbeiterin bei der Lokalzeitung angefangen und bin sehr lange dabeigeblieben, neben dem Studium und auch danach. Da habe ich auch gemerkt, dass ich mich auf meinen Nebenjob am Wochenende viel mehr freue als auf die Seminarinhalte und habe gedacht: Ich muss wohl meine Prioritäten verschieben.

Meinen ersten Roman habe ich noch vor dem Studium geschrieben, eine Trilogie während des Studiums und beides liegt gut verschlossen in der „Schublade der Texte, die ich der Welt niemals zeigen werde“ (lacht). 

Das wäre sicher ein interessantes Lesevergnügen.

Nach und nach kamen dann andere Inhalte, Werbetexte und auch Unternehmensportraits hinzu. Und eben Romane, Kurzgeschichten, Flash Fiction, tatsächlich in dieser Reihenfolge.

Ich habe dabei aber auch gelernt, dass ich zwischendurch immer eine Pause brauche. Bedeutet: Ich kann nicht einen Werbetext abschließen und mich unmittelbar danach ans Manuskript setzen, ich brauche wenigstens eine kleine Pause dazwischen. Es ist einfach eine völlig andere Art des Schreibens. Ich mache dann entweder Familienzeit, Sport oder ich lege Wäsche zusammen und höre dabei Podcast. Manchmal liege ich auch einfach nur auf dem Sofa und starre die Raufasertapete an.



2. Als Autorin hast du vermutlich eine Menge Zeit mit dem Lesen anderer Werke im Horrorbereich verbracht. Gibt es bestimmte Autoren oder Bücher, die einen nachhaltigen Eindruck auf dich hinterlassen haben und vielleicht auch deine eigene Schreibweise beeinflusst haben?

Hui, das ist eine sehr schöne, aber auch sehr umfangreiche Frage, wie viel Zeit hab ich? (lacht). Also, ich muss vorausschicken: Als Kind hatte ich totale Angst vor Horror. Ich habe einmal versehentlich einen Trailer für Stephen Kings „Es“ gesehen, die alte Version mit Tim Curry als Clown Pennywise. Ich war damals ungefähr acht und total verstört. Das hat mir Stephen King jedenfalls für lange Zeit verleidet. 😱
Ich bin tatsächlich über die Klassiker gegangen. Mit dreizehn habe ich Poe entdeckt und mich nach und nach durch seine Werke gearbeitet. An Lovecraft bin ich dann auch nicht vorbeigekommen, wobei der natürlich eine kritische Auseinandersetzung und Einordnung erfordert. Was ich bei aller berechtigten Kritik an seinen Texten aber faszinierend finde, ist das Unerklärliche, ein Ausgeliefert-Sein an das Übernatürliche. Gleichzeitig ist gerade an Unheimliche so anziehend, dass die Figuren einfach ungebremst in ihr Verderben laufen. Ich habe da oft diesen Gedanken, dass ich die Figuren am Kragen packen und ihnen sagen möchte: „Nein, nein, nein, mach das nicht – naaa, zu spät. Okay, r.i.p. !“ 

Ich bin tatsächlich gar nicht auf Horror festgelegt, aber anscheinend auf ältere Literatur. Irgendwie lande ich immer wieder da. Ich bin ein Riesenfan von Mary Shelley und finde es sehr schade, dass sie nach Frankenstein nicht noch zwanzig weitere Bücher geschrieben hat.
Was oder wer mich da beeinflusst hat, kann ich gar nicht genau sagen. Ich denke, alles hat einen Einfluss, ob man will, oder nicht, egal ob man die Lektüre mag oder nicht. Ich habe für mich festgestellt, dass Geschichten neben der eigentlichen Handlung einen Subtext brauchen, um mich wirklich zu fesseln. Eine Art Botschaft oder eine Auseinandersetzung mit einer tieferen Thematik. Etwas, das über die Handlung hinaus geht, über das ich nachdenken kann, das nicht alle Rätsel löst. „Der Sandmann“ von E.T.A. Hoffmann ist so ein Beispiel. Die Vorstellung, dass sich ein Mann in einen Automaten verliebt, weil er sie für eine echte weiblich gelesene Persönlichkeit hält, da rollen sich mir nicht nur aus feministischer Perspektive die Zehennägel hoch. Das finde ich einfach viel grausiger als vieles, was an Splatter oder Geisterspuk auf dem Markt ist. Tatsächlich denke ich, dass das eine unterschätzte Fähigkeit von Horrorliteratur ist. Beziehungsweise von Phantastik allgemein: Existentielle Themen und Abgründe abbilden, die durchaus real sind, vielleicht realer, als wir wahrhaben wollen.

Mein Lieblingsschriftsteller ist übrigens Franz Kafka. Und ich mag Yoko Ogawa sehr, wer die noch nicht kennt: Unbedingt reinlesen!


3. Hast du als Autorin bestimmte Rituale oder Gewohnheiten während des Schreibens, die dir helfen, in den kreativen Fluss zu kommen?

Jein. Ich bin Mutter und ich habe einen Job. Ich kann nicht auf den sogenannten Musenkuss warten. Ich setze mich hin, wenn ich ein Zeitfenster habe und schreibe – oder schreibe eben nicht. Tatsächlich wartet Muse* dann schon meist ungeduldig. Falls das Sternchen irritiert: Das nutze ich, weil Muse* sich männlich definiert und ich keine adäquate Entsprechung kenne, die ich wirklich mag. „Muser“ oder „Muserich“ klingt nicht so toll, finde ich. Findet Muse* übrigens auch. Wir haben uns darauf geeinigt, dass ich ihn mit Vornamen anspreche. Also ja, doch, so gesehen ist das ein Ritual: Ich gehe mit Muse* in den Dialog, das ist in meinem Kopf sehr plastisch. Er hält übrigens immer Grüntee für mich bereit.

Den ersten Draft schreibe ich meistens sehr schnell und von Hand. Ich habe das Gefühl, da kommen mir Ideen, die ich beim Schreiben an der Tastatur nicht hätte.


4. Nun bist du Schriftstellerin und hast mit »ELEGIE« den ersten Zombie Zone Germany Roman geschrieben, bisher bestand die Reihe aus Kurzgeschichten und Novellen. Wie kam es denn dazu?


Meine allererste Idee war tatsächlich eine Kurzgeschichte. Ich habe aber schnell gemerkt: Die Geschichte ist größer bzw. sie hat das Potential, über die Kurzgeschichte hinaus zu gehen. Ich hatte das so gar nicht geplant, aber tatsächlich entsprach Elegie, so wie der Stoff zu mir kam, einfach dem Format des Romans und nicht der Novelle. Dass es dann der „erste ZZG-Roman“ wurde, war Zufall beziehungsweise Chronologie.



6. Wie bist du auf die Idee gekommen »Elegie« so zu schreiben wie du es getan hast? In einer Zombiegeschichte erwartet man ja nicht unbedingt, dass die Hauptperson Konzertpianist ist.

Bei mir ist es tatsächlich so, dass die Figuren zu mir kommen. Meist bringen sie schon alles mit, was es braucht, mein Job ist es dann, die Geschichte dahinter freizulegen. Das war bei Yosh Maibach sehr einfach. Er kam als Pianist zu mir, der sich als extrem scheuer Mensch im Sozialleben eher zurückzieht, der am liebsten den ganzen Tag am Klavier sitzen würde, wenn man ihn nur lassen würde. Dass er gleichzeitig ein hochtalentierter Musiker ist, das ist für ihn Segen und Fluch zugleich. Einerseits ermöglicht es ihm, genau so zu leben, wie er leben möchte: Zurückgezogen im Schneckenhaus und ab und zu geht es raus auf die Bühne.

Genau deswegen muss er seine Komfortzone aber nie wirklich verlassen. Er muss nicht seine sozialen Fähigkeiten schulen, er muss sein Geld nicht mit einem klassischen Brotjob verdienen und lernen, was es dafür bräuchte. Jemand hat mir einmal gesagt: „Der Kerl hat den Esprit einer Backsteinmauer.“ Das fand ich sehr lustig, weil: Es stimmt total. Macht aber nichts. Selbst wenn Yosh sich merkwürdig verhält, dann legt man ihm das als künstlerische Exzentrik aus. Wenn er zu etwas schweigt, dann interpretiert man das mitunter als „Tiefgang“ – in Wirklichkeit hat er vielleicht einfach nicht zugehört. Yosh ist extrem privilegiert, in jederlei Hinsicht. Er ist ein in Watte gepacktes Wunderkind und kann als Erwachsener genau so weiter machen, weil: Seiner Plattenfirma bringt es viel Geld ein. Das wiegt seine Besonderheiten auf.
Ich gebe zu: Das Ganze kratzt sehr am Archetypus des vergeistigten Künstlerentwurfs. Gleichzeitig machte genau das mich neugierig: Was passiert, wenn man so jemandem all das wegnimmt, was ihn ausmacht? Die Musik, die er so sehr liebt – und die Möglichkeit, sich in sein Schneckenhaus zu verkriechen? Oh, und die finanziellen Möglichkeiten natürlich. All das viele Geld, das er mit seinen Konzerten verdient hat, nützt ihm in der Apokalypse auch nichts mehr.

Das war die Herausforderung, mit der ich die Figur losgeschickt habe. Okay, gleich eine Zombieapokalypse ist schon ein bisschen hart. Aber drunter wäre es vermutlich nicht gegangen, etwas anderes hätte Yosh nicht aufgerüttelt. Es gibt übrigens LeserInnen, die das Konzept Yosh Maibach überhaupt nicht mochten. Die Abneigung finde ich natürlich schade, kann sie aber nachvollziehen. Total. Yosh ist weich, leise, „nicht ganz von dieser Welt“ und er kann unglaublich anstrengend werden. Ich als seine geistige Mama habe ihn natürlich trotzdem unglaublich lieb. Dennoch: Ich wollte eine Figur schaffen, die sich eben nicht nach einer kurzen Anpassung gut in der Apokalypse zurechtfindet. Ich glaube nämlich, dass das auf viele Menschen zutreffen würde. Und etwas in mir hofft sehr, dass dieser Typus Mensch nicht sofort von den untoten Horden gefressen wird, sondern auch einen Weg findet, mit der Situation umzugehen. Oder GefährtInnen, die ihnen ein wenig unter die Arme greifen. Ohne seine Wahlfamilie wäre Yosh nämlich auch völlig verloren. Zum Teil ist es auch die Solidarität anderer, die ihn rettet. Ihm stehen Menschen zur Seite, obwohl sie nicht müssten. Das wünsche ich mir für unsere Gesellschaft – nicht nur für den Extremfall einer Zombieapokalypse

7. Kannst du mir schon etwas zu dem 2. Teil, der wohl pünktlich zur Leipziger Buchmesse erscheint, erzählen? Ich bin schon so neugierig.



Klar, gerne. Also, es kommen Zombies vor (lacht). 😱

Nein, im Ernst: Tatsächlich war das Ganze nicht als Fortsetzung geplant. Teil 1 endet zwar mit einem winzigen Cliffhanger, den man aber auch gut als „Ende“ stehen lassen könnte. Achtung Spoiler: Yosh hat überlebt und auf ihn wartet jetzt der Apokalypsen-Alltag. Wird schon werden. „Muss ja“, wie er als Norddeutscher sagen würde.

Ich habe aber gemerkt: Die Figur hat mich nicht losgelassen. Ich habe mich lange gefragt, was der Grund ist. Und irgendwann wurde mir klar: Dieses „muss ja“ war nicht genug. Yosh hatte überlebt. Aber er hat seinen Platz in dieser neuen Welt noch nicht gefunden. Okay, das muss man in einer Dystopie vielleicht gar nicht sofort, mit dem Leben davongekommen zu sein, ist ja erst mal eine Menge wert.

Trotzdem fing ich an, nachzudenken, was Yosh nach dem Ende von „Elegie“ den ganzen Tag so macht. Ich hatte schnell das Bild vor Augen, dass er sich mit den Zombies arrangieren kann. Dass er, nach einem holprigen Anfang, kein Problem damit haben würde, gegen Untote zu kämpfen. Es gibt Menschen, die ihm wichtig sind, er hat dazugelernt – und er ist zu groß, zu jung, zu sportlich, um sich herauszureden. Er wird zurechtkommen. Muss ja. (lacht).
Aber ihm fehlte etwas Entscheidendes: Seine Musik. Die glaubt er verloren und obwohl das in der Apokalypse ein Luxusproblem sein mag, leidet er unglaublich darunter.

Also entschloss ich mich eines schönen Tages, noch einmal gemeinsam mit Yosh auf die Reise zu gehen. Ich wollte schauen, ob wir das Verlorene nicht wiederfinden können. Ich verspreche: Wir finden etwas. Vielleicht nur nicht ganz so, wie Yosh es sich vorstellt

8. »Elegie« ist im Amrûn Verlag erschienen. Welche Herausforderungen siehst du derzeit in der Buchbranche gerade für Autorinnen und Autoren die ihre Bücher in Kleinverlagen veröffentlichen?

Ich sage lieber „Independent“-Verlag, ich hoffe, es ist okay, wenn ich im Folgenden diese Formulierung benutze? Vorausgeschickt: Ich liebe diese Indie-Verlage, weil sie sich oft an mutige, unkonventionelle Themen wagen, weil AutorInnen dort viel mehr Freiheiten haben und experimentieren dürfen, auch mehr Mitspracherecht haben. Genau das ist aber bereits die erste Herausforderung: Unkonventionell-experimentell ist oft nicht unbedingt massentauglich.

Zudem haben Publikumsverlage ganz andere (finanzielle) Möglichkeiten in Auflage, optischer Ausstattung und Marketing. Das fehlt Indie-Verlagen manchmal. Fehlende Sichtbarkeit kann entsprechend ebenfalls eine Herausforderung sein und damit auch eine geringere Aufmerksamkeit und Reichweite.

Außerdem passiert vieles im Bereich Vertrieb und Verkauf, hinter den Kulissen der großen Anbieter, was es den Indie-Verlagen wirklich schwer macht, das bekommen AutorInnen und LeserInnen oft gar nicht so mit. Für mich war es damals allerdings gar keine Frage, der Amrûn-Verlag ist genauso zu mir gekommen, wie meine Figuren es immer tun: Ich hatte die Zombie-Pianisten-Story im Kopf, habe zufällig beim Herumsuchen im Netz – ich weiß nicht einmal mehr, wonach - die Zombie Zone Germany entdeckt und wusste: Das ist das richtige Zuhause für meine Geschichte. Ich freue mich unglaublich, dass es geklappt hat. Danke an dieser Stelle an Jürgen Eglseer und das ZZG-Team für – einfach alles!

Und ungeachtet der Herausforderungen: Ich glaube, dass es gerade mutige Indie-Verlage sind, die auch den gesellschaftlichen Diskurs voranbringen können. Dabei denke ich zum Beispiel an Queer-Sci-Fi und viele Subgenres, die bewusst verwachsene und veraltete Strukturen aufbrechen. Ich glaube, das braucht es ganz dringend und noch viel mehr davon und ich hoffe, dass Indie-Verlage da weiterhin ganz vorn mit dabei sind.

(Da bin ich absolut deiner Meinung, ich habe einige meiner Lieblingsbücher bei Indie-Verlagen entdeckt)💕


9. Dass der 2. Band von »Elegie« bald erscheint, darauf freuen sich Fans der Reihe schon sehr, worauf können wir uns denn noch freuen? Gibt es neue Projekte, an denen du gerade arbeitest?

Ich arbeite immer an irgendetwas und überarbeite auch immer etwas, aber ich rede währenddessen ungern darüber. Seht es mir bitte nach. Danke für euer Verständnis.
(Vielleicht hätte ich 🍸 servieren sollen 😂)


10. Ein leidiges Thema ist ja gerade in aller Munde. KI. Glaubst du, dass KI die Art und Weise, wie Bücher geschrieben, veröffentlicht und konsumiert werden, verändern wird?


Das glaube ich definitiv. Und klar beschäftigt mich das, Schreiben ist mein Beruf, und ich mache mir da auch Sorgen – die weit über das Schreiben hinausgehen. Aber das ist ein anderes Thema.

Was den Bereich Literatur betrifft: Ich bin ein Fan davon, die Entwicklung aufmerksam zu beobachten und wachsam zu sein. Ich finde Reglementierungen ungemein wichtig, vor allem wenn es um Urheberrechte geht. Ich bin aber keine Person, die sich die Zeit zurückwünscht, in der es KI noch nicht gab. Das halte ich für nicht zielführend, denn: Sie ist nun einmal da. Die Entwicklung ist nicht rückgängig zu machen, ich denke, die Technik wird da auch noch weiter fortschreiten. Also brauchen wir Lösungen, wie wir damit umgehen.

Ich glaube durchaus, dass KI-generierte Literatur mehr und auch besser werden wird. Gleichzeitig mache ich mir keine Sorgen, dass menschliche AutorInnen komplett ersetzt werden können. Es wird vermutlich schwieriger, davon zu leben, aber das war schon immer schwierig und auch da muss man Wege suchen und das ist ja auch nicht für jede*n AutorIn das Ziel. Vielleicht tun sich da auch neue Möglichkeiten auf, die wir noch gar nicht sehen.

Und ich denke: Gerade das Unperfekte, das Überraschende, das Fehlbahre an uns Menschen ist etwas, was wir dem Algorithmus voraushaben. Noch jedenfalls.

Und um den Bogen noch einmal zur Musik zurückzuschlagen (sorry, Yosh muss dazu auch noch unbedingt seine Meinung loswerden): Es gibt ja bereits KI-generierte Musik und auch erste Ideen, ein komplettes Orchester von einem KI-Roboter dirigieren zu lassen. Das finde ich spannend, aber ich habe auch gehört, dass das Feedback des menschlichen Publikums eher durchwachsen war, dass es sogar Unbehagen bereitet hat.
Grund: Es wirkte zu glatt, zu perfekt.
Vielleicht ist es ganz gut, dass wir Menschen nach wie vor fehlerhafte Wesen sind und weiterhin Kunst erschaffen, die eben nicht Perfektion ist. Ich glaube hier stimmt sogar Yosh mir zu: Perfektion ist gar nicht das, was wir eigentlich wollen.



Nun sind es doch 10 statt nur 8 Fragen geworden, da musst du nun leider durch. Ich freue mich sehr, dass du mich im Bücherhaus besucht hast. Vielleicht treffen wir uns ja auch mal auf einer Messe oder Events wie dem BuCom.

Bei Amrûn erschienen von Janika Rehak außerdem

  • Elegie (ein Roman aus der Zombie Zone Germany)

  • Der Tod kommt auf Zahnrädern“ (Herausgeberschaft, gemeinsam mit Yvonne Tunnat)

  • Elegie2 – Der letzte Pianist

Ihr Romanprojekt „Das Unbehagen der Fische“ erhielt 2021 das Stipendium INITIAL der Berliner Akademie der Künste.

Ihre Kurzgeschichte „Nordmeer-Delfine“ erhielt einen Hauptpreis des Projektes „Klima-Zukünfte“, ausgeschrieben vom Hirnkost-Verlag sowie dem Klimahaus Bremerhaven.




Samstag, 16. März 2024

Das Böse - Horrorstorys (Horror-Kurzgeschichten ab 18)

 

Eins vorweg. Dieses Buch hat nicht umsonst eine Leseempfehlung ab 18 Jahren, das ist kein billiger Marketinggag zur Verkaufsförderung. Es ist auf jeden Fall nur für Erwachsene geeignet.


So, genug der Warnungen, jetzt zum Inhalt. 


Keine der Storys gehört in Kinderhände oder sollte von Menschen mit schwachem Magen gelesen werden. Die Gewalt, die in den Geschichten vorkommt, wird vom Autor explizit beschrieben, er nimmt kein Blatt vor den Mund und das zu lesen macht wirklich Spaß. Aber, es geht nur vordergründig um Gewalt, Blut und Ekel, hinter vielen der Storys steckt noch viel mehr.

Da ist z. B.

Deine zehn Sekunden

Eine junge Frau erzählt, dass sie am liebsten Kurzvideos im Internet von Menschen ansieht, denen irgendein dummes Missgeschick passiert, sie amüsiert sich königlich und das, obwohl sie selber in der Schule gemobbt wurde, als Videos von ihr auftauchten. 
Mir tat die junge Frau so leid und ich hatte soviel Verständnis für sie.

Das Internet vergisst nichts und jeder sollte sich mehrmals überlegen, was er postet.

Die traurigste Geschichte ist definitiv:

Ich werde überleben

Edin verliert während des Jugoslawienkriegs seine Familie und überlebt übelste Misshandlungen und Folter, hier noch mal der Hinweis DAS IST NICHTS FÜR ZARTBESAITETE.
Sein Mantra: Ich werde überleben.
Nach seiner Flucht zieht er den Hauptverantwortlichen für seine Qualen zur Rechenschaft. Doch ist es so wie Edin denkt?
Die Geschichte ließ mich mit einem Kloß im Hals zurück, Krieg verliert seine Schrecken nicht, nur weil die Waffen schweigen.

OK ich gebe es zu, ich bin schadenfroh

Ein sicheres Ding

hat mir ein böses Grinsen ins Gesicht gezaubert.

 Patrick ist ein Frauenheld, einer, der jede Frau herumkriegt, eine Nacht mit ihr verbringt und sie dann wieder abschießt und wenn es bei den Hübschen nicht klappt, nimmt er auch, eine, die nicht seinem Beuteschema entspricht. Und dann trifft er auf Runa.
Und diese Begegnung verändert dann wohl sein Leben, ob er will oder nicht.

Der Klappentext beginnt mit der Frage


Fasziniert Sie das Böse im Menschen?

Sind wir nicht alle vom Bösen fasziniert? Oder warum lesen wir Horrorgeschichten, Thriller und Co. und wer weiß? Vielleicht steckt das Böse ja auch in jedem von uns und es bedarf nur dem richtigen Auslöser, um es hervorzubringen.

Ich spreche für 

Das Böse eine klare Leseempfehlung aus, für alle, die Geschichten aus der Hölle mögen, die mehr sind als eine sinnlose Aneinanderreihung von Gewalt.



  • ASIN ‏ : ‎ B0BZFCV57R
  • Herausgeber ‏ : ‎ Independently published (26. März 2023)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Taschenbuch ‏ : ‎ 283 Seiten
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 979-8502352154














Mängelexemplare: Das Familienvermächtnis von Constantin Dupien (Herausgeber)

 

Zum zehnjährigen Jubiläum der Mängelexemplare-Reihe kehren die unheimlichsten und makabersten Geschichten aus den legendären Bänden I bis IV zurück – kuratiert in komplett überarbeiteter Form.

Dazu gesellen sich vier neue Schöpfungen aus schwarzen Federn.

Mängelexemplare: Das Familienvermächtnis

Das sind 13 phantastische Kurzgeschichten und das Schattenmärchen-Triptychon von Michael Marrak.


Auf einer Lesung von Constantin Dupien und Vincent Voss habe ich das erste Mal von der »Mängelexemplar Anthologie« gehört und seitdem gehört diese Reihe quasi auch zu meiner Familie. Immer wieder versammeln sich namhafte Horrorautoren in weiteren Büchern. In dieser Ausgabe sind Lisanne Surborg, Vincent Voss, Stefanie Maucher, Constantin Dupien, Jana Oltersdorff, Melisa Schwermer, Xander Morus, Carlo Reißmann, Sanjina Karma, Markus K. Korb, Tobias Bachmann, Michael Dissieux, Lilly Rautenberger und Michael Marrak vertreten. 


Jede und Jeder von ihnen hat seinen ganz eigenen Stil und das ist es, was die Anthologien so besonders macht. Nun könnte man sagen: Die meisten Storys sind ja nicht neu. Stimmt, aber mir persönlich hat auch das nochmalige Lesen großes Vergnügen bereitet. Ein absolutes Highlight allerdings ist »Das Schattenmärchen-Tryptichon« 3 Geschichten, die in der gleichen Welt spielen, allerdings auch unabhängig voneinander gelesen werden können. Literarisch ganz großes Kino, passend zu seinen Beiträgen hat der Autor Michael Marrak drei Illustrationen beigesteuert, die dieses Buch zusätzlich zu etwas ganz Besonderem machen. 


Ich vergebe für Mängelexemplare: Das Familienvermächtnis eine absolute Leseempfehlung.




  • Herausgeber ‏ : ‎ Amrûn Verlag; 1. Edition (19. Dezember 2023)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Taschenbuch ‏ : ‎ 190 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3958693598
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3958693593

Freitag, 15. März 2024

Wir werden jung sein von Maxim Leo

 

Jakob ist 17 und leidet an einer Herzschwäche, die ihn daran hindert, all das zu tun, was für andere Teenager selbstverständlich ist und dann leidet er auch noch unter Erektionsstörungen und das wo er gerade frisch verliebt ist. Verena hatte als Profischwimmerin mit 16 die größten Erfolge und gehört eigentlich mittlerweile zum "alten Eisen" zudem sie unter einer Herzmuskelschwäche leidet, als sie überraschend einen Schaukampf gewinnt und einen neuen Weltrekord aufstellt.


Nicht nur sie erfahren erstaunliche Veränderungen, da sind noch Jenny, die nach vielen erfolglosen Versuchen plötzlich schwanger wird und der pedantische Kontrollfreak Herr Wenger.


Sie und weitere Personen, nehmen an einer Medikamentenstudie teil, die von dem Wissenschaftler Martin Mosländer geleitet wird, er hat das Medikament entwickelt und nimmt es auch selber.


Es stellt sich heraus, dass das Medikament sich nicht nur positiv auf die Gesundheit der Probanden auswirkt, ihre Zellen verändern sich, sie werden jünger.


Als sich herausstellt, was das Medikament bewirkt, weckt das Begehrlichkeiten. 

Maxim Leo, hat ein Szenario entworfen, das nicht so weit hergeholt scheint, der Wunsch nach ewigem Leben ist wohl so alt wie die Menschheit. Die Protagonisten sind unterschiedlich alt, vom Teenager bis zum älteren, um nicht zu sagen alten Mann und so erfahren wir, wie sich das Medikament auf Menschen in verschiedenen Lebensstadien auswirkt. 

Der Autor wirft einen kritischen Blick auf das Thema. Für immer Jung sein, ohne Krankheiten ertragen zu müssen, scheint nur im ersten Moment erstrebenswert, wer für immer jung ist, stirbt im schlimmsten Fall auch nicht, schon jetzt ist die Lebenserwartung in den Ländern mit guter Krankenversorgung recht hoch. Vielleicht zu hoch und wer entscheidet, wem das Medikament verabreicht werden soll? Soll es für jeden zugänglich sein oder wird es so teuer, dass sich nur Wohlhabende es sich leisten können? Und doch forscht die Pharmaindustrie sei Jahren an solchen Medikamenten.


Maxim Leo, regt seine Leser auf unterhaltsame Art und Weise zum Nachdenken an, das hat mir sehr gut gefallen und so kann ich eine klare Leseempfehlung aussprechen.




  • Herausgeber ‏ : ‎ Kiepenheuer&Witsch; 1. Edition (7. März 2024)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Gebundene Ausgabe ‏ : ‎ 304 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3462003755
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3462003758