Hinter dem Namen M. H. Steinmetz steckt der deutsche Autor Mario H. Steinmetz. Er wurde 1965 geboren und lebt in Rheinland-Pfalz. In seinen Büchern schreibt er vor allem über Horror, Thriller und dystopische Welten. Seine Faszination für das Düstere kommt nicht von ungefähr: Auch privat beschäftigt er sich mit eher ungewöhnlichen Themen wie mittelalterlichem Reenactment, Messerfechten und Endzeit-Rollenspielen. Diese handfeste Prise Dark Fantasy und Endzeit-Atmosphäre spürt man in jeder seiner Zeilen.
Eines seiner intensivsten Bücher ist der Psychothriller „Dreizehn“.
Der Einstieg ins Grauen: „Dreizehn“ und die großen RomaneSteinmetz entspinnt hier einen harten Mix aus Ermittlerkrimi und brutalem Okkult-Horror. Die Story: Detective Sergeant Ethan Ward vom New Scotland Yard untersucht eine Reihe grausamer Morde, bei denen die Opfer seltsame Symbole auf der Haut tragen. Zusammen mit der Graphologin Natascha Horvat führt ihn die Spur nach Courtsend – eine psychiatrische Klinik auf der abgelegenen Insel Foulness Island. Dort treffen sie auf eine Patientin, die nur unter der Nummer „Dreizehn“ bekannt ist. Obwohl sie isoliert lebt, kennt sie intime Details der Morde. „Dreizehn“ verbindet geschickt klassische Detektivarbeit mit ägyptischer Mythologie, Geisterbeschwörungen und expliziten, ziemlich blutigen Horrorelementen.
Wer diesen Mix mag, findet bei Steinmetz reichlich Nachschub. Besonders bekannt ist seine Zombie-Dystopie „Totes Land“, die eine vom Chaos verschlungene Welt zeichnet.
Mit Reihen wie „Hell’s Abyss“ oder dem Serienkiller-Schocker „The Wild Hunt“ widmet er sich voll und ganz dem übernatürlichen Horror.
Dass er auch anders kann, beweisen seine Ausflüge in den Cyberpunk mit „Shinigami“ und „Chromerunners“.
Ein echtes Highlight in seinem Portfolio sind zudem seine interaktiven Spielbücher wie
„Klinik des Todes“ oder
„1888 – Wer ist Jack the Ripper?“, bei denen die Leser durch eigene Entscheidungen den Handlungsverlauf aktiv beeinflussen können.
Das kreative Experimentierfeld: Seine Kurzgeschichten
Während die Romane viel Raum für komplexe Ermittlungen und tiefgründige Figurenentwicklung bieten, nutzt Steinmetz seine Kurzgeschichten als rücksichtsloses Experimentierfeld. In zahlreichen Horror- und Phantastik-Anthologien bricht er Genregrenzen auf und verdichtet seine düsteren Ideen auf wenigen Seiten zu beklemmenden Grenzerfahrungen.
In diesen kürzeren Texten reicht sein Spektrum von klassischem Grusel über Splatter und Erotik bis hin zu tiefschwarzem Humor. Dabei sucht er auch immer wieder den kreativen Austausch mit namhaften Größen der deutschen Horrorszene:
- Gemeinsame Projekte: Für die Anthologie Oldschool Horror 1 schrieb er zusammen mit Anja Hansen die Story „Am weinenden Fluss“. Für New Dodge tat er sich mit der bekannten Horror-Autorin Faye Hell zusammen, woraus die abgedrehte Geschichte „Katzenjammer“ entstand.
- Mut zu extremen Stoffen: Ob klassischer Horror wie „Die schwarze Spinne“ (in Geschichten aus dem Keller), maritime Albträume wie „Baychimo“ (in Mysterien der See) oder herrlich provokante B-Movie-Hommagen wie „Dollhouse“ in der berützchtigten Tentakelporn-Sammlung Lückenfüller 2 – Steinmetz lässt kein Tabu aus. Selbst Musiklegenden sind nicht sicher, wie er in „Saturday Night Fever“ (aus der Anthologie Elvis hat das Gebäude verlassen) beweist.
Großer Erfolg beim Vincent-Preisen
Dass dieses knackige, schonungslose Storytelling auch in der Literaturszene gefeiert wird, hat sich gerade erst wieder eindrucksvoll bestätigt. Seine Kurzgeschichte
„Rapture“, die im renommierten Magazin
Zwielicht 22 veröffentlicht wurde, schaffte es beim
Vincent Preis 2025 (dem wichtigsten deutschen Award für Horrorliteratur) auf den
zweiten Platz in der Kategorie „Beste Kurzgeschichte“.
Fazit: Für Fans seiner Romane sind die Kurzgeschichten der perfekte Einstieg, um weitere, oft noch extremere Facetten von M. H. Steinmetz kennenzulernen. Sie zeigen eindrucksvoll, dass seine düsteren Albtraumwelten nicht immer ein dickes Buch benötigen, um eine maximale, beklemmende Wirkung zu erzielen. Wer harten, abwechslungsreichen deutschen Horror sucht, kommt an seinen Anthologie-Beiträgen definitiv nicht vorbei.