Dienstag, 23. Januar 2018

Gang zum Friedhof von Klaus Heimann

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Inhalt:
Als auf dem Gemeindefriedhof Essen-Haarzopf die Leiche eines Unbekannten Mannes gefunden wird, müssen Hauptkommissar Sigi Siebert und sein Team, all ihr kriminalistisches Gespür einsetzen um das Opfer zu identifizieren und den Mörder zu fassen.

Meine Meinung:
Gang zum Friedhof ist bereits der 3. Fall Sigi Sieberts und zunächst war ich etwas skeptisch ob es klug ist mitten in einer Reihe zu beginnen. Aber meine Bedenken waren völlig überflüssig, ich hatte zu keiner Zeit das Gefühl das mir irgendwelche relevanten Informationen fehlen.
Klaus Heimann bedient sich einer ungewöhnlichen Art zu erzählen. Er lässt seinen Protagonisten Sigi der mittlerweile in Frührente ist,von dem Fall erzählen, gemütlich bei einem Bier in ihrer Lieblingskneipe erzählt er seinem Freund von der Schutzpolizei Ecki, von dem Mordfall, von der Zusammenarbeit mit den Kollegen Erich dem Schürzenjäger und Möhrchen, der Neuen im Team, von kleinen und größeren Sorgen im Privatleben und so lernt man auch seine Frau Lotte und seine halbwüchsige Tocher Lucy kennen und vor allem auch mögen, gut bis auf Erich, den mag ich so gar nicht, seine Art Privates und Dienstliches zu vermischen ist mir zutiefst unsympathisch. Aber ich schweife ab, im Gegensatz zu Klaus Heimann der es trotz der wirklich amüsanten Anekdoten schafft, ( Sigis Versuch das Wohnzimmer zu streichen, ist göttlich) nie das wesentliche aus den Augen zu verlieren, der Suche nach Motiv und Täter.
Als Leser meint man immer mal wieder den Fall schon vor den Kommissaren gelöst zu haben, um dann festzustellen das dem wohl doch nicht so ist, durch eingeschobene Tagebuchaufzeichnungen eines jungen Mädchens, scheint das Motiv für den Mord schnell klar. Aber erst am Ende kommt die ganze Wahrheit ans Licht.

Klaus Heimann hat nicht nur einen spannenden Regionalkrimi geschaffen, er versteht es auch seinen Lesern ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern ohne seine Protagonisten ins Lächerliche zu ziehen.
Ich freue mich schon auf weitere Fälle Sigi Sieberts und vergebe eine absolute Leseempfehlung.

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  • Taschenbuch: 300 Seiten
  • Verlag: edition oberkassel; Auflage: 1 (18. Januar 2018)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3958131263
  • ISBN-13: 978-3958131262

Freitag, 19. Januar 2018

Mutwille von Kai Lüdders

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Inhalt: Paul Schneider ist mit Leib und Seele Lobbyist, er arbeitet für ein Gesundheitsunternehmen das sich UMC nennt. Sein Ziel ist es,  unschuldig Erkrankten und Leidenden Zugang zur Bestmöglichen medizinischen Versorgung zu ermöglichen unabhängig von ihrem sozialen Status.Schneider geht dafür unkonventionelle Wege und schreckt auch nicht davor zurück, Karrieren zu zerstören und die Menschen in Angst und Schrecken zu versetzen . Unterstützt wird er dabei vom Eigentümer der UMC Bruckmeier,dessen Beziehungen bis in die Führungsetagen der Politik reichen. Als in Deutschland ein mutiertes Lassa Fieber Virus ausgebrochen sein soll, sieht sich Schneider fast am Ziel seiner Wünsche, denn plötzlich wird Gesundheit zum höchsten Gut.

Meine Meinung: Als ich gerade die Inhaltsangabe schrieb, wurde mir klar wie schwierig es sein kann die Balance zu halten zwischen: "So viele Informationen herauszugeben wie nötig um Neugierig zu machen und so wenige wie möglich um nicht zu viel zu verraten"
Mutwille ist das Debüt des Autors und ich muss sagen, es ist ihm fast auf ganzer Linie gelungen.
Er hat es geschafft ein Schreckensszenario zu entwickeln, das sich genau so abspielen könnte, würde es zur Wirklichkeit. Millionen Menschen in Angst vor einem Virus den jeder zunächst unentdeckt in sich tragen könnte, für das es kein Gegenmittel gibt und das fast unausweichlich tötet. Panik und die Suche nach dem Schuldigen blieben sicher nicht aus. Und die Politiker würden sicherlich auch in der Realität beschwichtigen und verharmlosen oder die Angst der Bürger weiter schüren und die Stimmung anheizen, je nach dem was sie sich davon versprechen.
Man darf allerdings weder in dieser fiktionalen Geschichte noch in der Realität vergessen wer die Fäden im Hintergrund zieht.
Kai Lüdders erzählt die Geschichte aus der Sicht der jeweils agierenden Person und mit Zeitsprüngen in die Vergangenheit ( Das ist aber jeweils gekennzeichnet), das scheint nur auf den ersten Blick etwas verwirrend, hilft aber sehr die komplexe Story zu verstehen.
Seine Protagonisten sind mal mehr mal weniger detailreich beschrieben, die Hauptpersonen allerdings konnte ich mir ausnahmslos bildlich vorstellen, bei den Randfiguren ist dies auch nicht nötig. Die Story an sich ist, komplex, hochspannend und bedrückend denn genauso kann es passieren, genauso werden die Menschen reagieren, es bleibt nur zu hoffen das im Falle eines Falles an den wichtigen Stellen im Land nicht Profit- und Machtgier an oberster Stelle stehen sondern der Mensch.

Ich vergeben für Mutwille eine absolute Leseempfehlung.

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  • Taschenbuch: 364 Seiten
  • Verlag: Velum Verlag; Auflage: 1. (15. November 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3947424000
  • ISBN-13: 978-3947424009

Dienstag, 16. Januar 2018

Nichts drin: Ein Homöopathie Krimi von Irene Matt

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Inhalt: Die Komissarin Alexandra Rau und ihr Kollege Isidor Rogg werden zu einem Todesfall auf einen Bauernhof im Hotzenwald gerufen, der sich allerdings als Selbstmord herausstellt und die Ermittler den Fall somit schnell abschließen können. Der Sturz aus dem Fenster eines hochrangingen Bankangestellen, wirft da schon eher Fragen auf, für Selbstmord hatte er kein Motiv, für Mord gibt es keine Beweise. Erst Kommissar Zufall führt zu einem Geständnis des vermeintlichen Täters und zu einem Zusammenhang der beiden Todesfälle.

Meine Meinung:
Zunächst einmal, ich persönlich halte nichts aber auch gar nichts von Homöopathischen Heilmethoden aber ein kluger Mann sagte wohl einmal: Wer heilt, hat Recht. Und für manche Menschen ist die Homöopathie, dass was sie heilt oder zumindest ihre Beschwerden lindert. So habe ich im Verlauf dieses Krimis das eine oder andere Mal mit dem Kopf geschüttelt.
Trotzdem hat mir das Buch der Autorin Irene Matt, bis auf kleine Abstriche gut gefallen, ihr Schreibstil ist angenehm unaufgeregt und sie verzichtet auf wilde Verfolgungsjagden oder gar Schießereien. Die Hauptprotagonisten Alexandra und Isidor sind ein gut eingespieltes Team, das mit den jeweiligen Macken und Eigenheiten des Anderen gut umzugehen weiß.
Nichts Drin? ist mehr als ein Krimi der mit der Festnahme des Täters ändert, an diese Festnahme schloss sich noch die Gerichtsverhandlung mit den im Klappentext erwähnten medizinischen Gutachten an und mir stellte sich unweigerlich die Frage nach der Wirksamkeit Homöopathischer Medikamente. Manches im Buch erschien mir doch zu Hanebüchen, wie z.B. der Schlaganfallpatient der nach der Verabreichung der passenden Globuli innerhalb weniger Stunden wieder vollkommen hergestellt war. Hier kommt allerdings wieder meine persönliche Skepsis zum Tragen.
Weit mehr gestört haben mich die eine oder andere Länge im Buch, Szenen die zwar wie alles andere gut geschrieben waren aber nicht wirklich etwas zur Handlung beitrugen, ein bisschen mehr Tempo hätte dem Buch gut getan.
Wenn jetzt jemand fragt, was genau ich meine, muss ich passen, ich mache mir während des Lesen keine Notizen um Highlights oder störende Szenen zitieren zu können. So lese ich im Allgemeinen nicht, ich bewerte das Gesamtlesevergnügen und so bekommt
Nichts drin? von Irene Matt
eine Leseempfehlung von mir.

Mit einem Klick auf das Cover kommt ihr auf die Homepage der Autorin.

  • Gebundene Ausgabe: 361 Seiten
  • Verlag: Verlag am Eschbach (22. Februar 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3869175532
  • ISBN-13: 978-3869175539