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| Buchcover Martas Gift |
Mit „Martas Gift“ legt Gianpietro Montano den zweiten Band seiner packenden Achim-Crocco-Reihe vor. Wer den Vorgänger „Die Tote von Anglona“ kennt, ist mit der atmosphärischen Landschaft der italienischen Region Basilicata und mit Achims Lebensumständen bereits vertraut. Der neue Kriminalroman knüpft eng an den ersten Teil an,als Leser wird man förmlich mitten in die Geschichte hineingeworfen. Erfahre in dieser Rezension zu Martas Gift, ob der Umwelt-Krimi mit dem starken Debüt mithalten kann.
Worum geht es in „Martas Gift“?
Zu Beginn reflektiert Ermittler Achim einen Zoom-Call mit seiner Tochter Jessica. Sie ist entsetzt darüber, dass in unmittelbarer Nähe eine Giftmülldeponie errichtet oder eine bereits bestehende Deponie erweitert werden soll. Dort sollen schädliche Abfallprodukte aus der Erdölindustrie gelagert werden. Im Roman wird schnell deutlich: Das Lagern ist für die Konzerne offenbar günstiger, als die Rückstände fachgerecht zu verwerten. Ein erschreckender Gedanke, der zeigt, dass es hier nicht nur um ein lokales Umweltproblem geht.
Achim würde Jessica gern in seiner Nähe wissen. Sie soll bei ihm ihre Doktorarbeit in Umweltwissenschaften schreiben und sich aber nicht mit den illegalen Vorgängen vor Ort beschäftigen. Doch je mehr Fragen gestellt werden, desto gefährlicher wird die Situation für Vater und Tochter. Bedrohung, Korruption und kriminelle Netzwerke spielen eine zentrale Rolle. Bald wird klar, dass die Mächtigen im Hintergrund keinerlei Interesse daran haben, dass die Wahrheit jemals ans Licht kommt.
Wie schon im ersten Band beschreibt Gianpietro Montano die Landschaft, das Essen und den Wein Süditaliens sehr ausführlich. Dadurch entsteht eine dichte, packende Atmosphäre. Man spürt in jedem Kapitel, dass der Autor diese Region nicht nur als bloßen Schauplatz verwendet, sondern sie den Leserinnen und Lesern wirklich nahebringen möchte.
Die interessante Handlung leidet darunter jedoch nicht dauerhaft. Die Spannung bleibt über weite Strecken erhalten, und die ausführlichen Landschafts- und Milieuschilderungen verleihen dem Roman gleichzeitig seinen ganz eigenen Charakter.
Besonders gelungen finde ich, wie der Autor die klassische Krimihandlung mit hochaktuellen Themen verbindet. Es geht in „Martas Gift“ nicht nur um persönliche Bedrohungen. Im Fokus stehen:
Illegale Umweltzerstörung in Italien, skrupellose wirtschaftliche Interessen und die Frage, welchen Preis wir Menschen bereit sind, für Profit zu zahlen
Dabei wird erschreckend realistisch deutlich, wie eng Korruption, Macht und kriminelle Strukturen in der Wirtschaft miteinander verbunden sein können.
Fazit: Für wen lohnt sich „Martas Gift“?
Wer den ersten Band „Die Tote von Anglona“ gelesen hat, wird sich in Achims Welt schnell wieder zurechtfinden. Bekannte Figuren und Schauplätze treffen auf neue Themen rund um Umweltwissenschaft und Erdölindustrie, die dem zweiten Band eine eigene Richtung geben.
„Martas Gift“ ist eine atmosphärische Fortsetzung mit einem brisanten Thema, interessanten Figuren und einer spannenden Handlung. Die ausführlichen Beschreibungen von Landschaft, Essen und Wein waren mir an einigen Stellen etwas zu lang. Insgesamt hat mich der Roman aber erneut in die Basilicata entführt und mit seinem Zusammenspiel aus Bedrohung, Korruption und Umweltproblematik überzeugt. Eine klare Empfehlung für Fans italienischer Kriminalromane!
📖 Buchdetails & Fakten zu „Martas Gift“
- Titel: Martas Gift
- Autor: Gianpietro Montano
- Reihe: Achim Crocco (Band 2)
- Genre: Kriminalroman / Italien-Krimi
- Themen: Umweltkriminalität, Korruption, Mafia-Strukturen




