Sonntag, 1. November 2026

KÜSTENJAGD: Ostseekrimi - Inselkrimi (Die Kommissarin auf der Insel 18) von Eva Lirot

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Es ist Adventszeit auf der Ostseeinsel Fehmarn. Der Wind ist rau, die See unruhig, der Himmel düster, die Strände und Straßen nass. Die Inselgäste müssen im Warmen bei Laune gehalten werden. Gut, dass im größten Hotel am Platz für eine Attraktion gesorgt wurde, auf die Touristen und Insulaner gleichermaßen närrisch sind. Es wird ein köstliches Dinner serviert, währenddessen Schauspieler einen Kriminalfall inszenieren. Wer es schafft, den Täter zu ermitteln, erhält einen hohen Geldpreis. Doch dann kommt es bei einer dieser Veranstaltungen zu einem Stromausfall. Als das Licht wieder angeht, liegt dieses Mal keine Attrappe, sondern eine echte Leiche am Boden. Einer der Gäste hat Blut am Schuh. Es ist das des Toten. Für die Menschen und Medien ist der Fall schnell gelöst und die Sensation perfekt. Der Verhaftete war auf der Insel bisher hochangesehen. Verzweifelt wie nie zuvor in seinem Leben, hofft er auf die Hilfe von Inselkommissarin Frieda Lieken.
Und wieder war ich auf Fehmarn. Kurz vor Weihnachten ist es kalt und nass auf der beliebten Ferieninsel. Für Kommissarin Frieda Lieken bedeutet das nach der Rückkehr von ihrer Hochzeitsreise auf die Malediven erst einmal einen deutlichen Temperaturunterschied. Doch so richtig gefallen hat ihr die Reise ohnehin nicht, denn Nichtstun ist weder etwas für sie noch für ihren Mann Martin. Dass sie gleich nach ihrer Rückkehr allerdings ein besonderer Fall erwartet, damit hätte sie natürlich nicht gerechnet.
Mord beim Krimidinner: Der Inhalt
Bei einem Krimidinner im größten Hotel des Ortes gibt es einen echten Toten und der Mörder muss auf den ersten Blick nicht erst lange ermittelt werden, er steht direkt neben der Leiche.
Für Frieda beginnt damit ein besonders heikler Fall, denn der Hauptverdächtige ist ihr Chef Eisler. Die Beweislage sieht schlecht für ihn aus und auf der Insel verbreiten sich Klatsch und Tratsch in Windeseile. Viele verurteilen Eisler, lange bevor seine Schuld endgültig bewiesen ist. Für Frieda wäre das natürlich die Gelegenheit, ihren cholerischen Chef endlich loszuwerden. Doch das wäre nicht Frieda. Sie weiß, dass Eisler trotz seiner oft unangenehmen Art immer zur Stelle ist, wenn es wirklich darauf ankommt. Deshalb lässt sie sich nicht davon abhalten, genauer hinzusehen.
Ermittlungsverbot für die Inselkommissarin
Offiziell darf sie den Fall allerdings nicht übernehmen. Wegen ihrer persönlichen Verbindung zu Eisler könnte sie befangen sein. Die Ermittlungen liegen deshalb bei Kollegen vom Festland, und die Anweisungen der Staatsanwältin Bendixen sind dabei mehr als unmissverständlich. Bei dieser Anweisung hörte ich in Gedanken ein deutliches „Pfft“ von Frieda. Denn wer sie kennt, weiß, dass sie sich von einem Verbot nicht abschrecken lässt, wenn sie überzeugt ist, dass etwas nicht stimmt.
Schnell merkt sie, dass hinter dem Mord mehr steckt als ein spontaner Totschlag beim Krimidinner. Zwischen Inszenierung und Realität weiß man wie gewohnt nie sicher, wer nur spielt und wer wirklich etwas zu verbergen hat.
Mein Fazit: Ostseeatmosphäre trifft Hochspannung
Eva Lirot verbindet wieder die Ostseeatmosphäre mit einem spannenden und leicht lesbaren Kriminalfall. Das Krimidinner ist ein gelungener Rahmen für die Geschichte. Auch die Figuren haben mir gut gefallen, besonders Frieda, die ihrer Spur folgt, auch wenn alle anderen sich längst eine Meinung gebildet haben. Das eine oder andere Mal war ich mir auch nicht sicher, was genau denn nun vorgefallen ist.
Der Band lässt sich gut auch ohne Vorkenntnisse lesen, da der Fall in sich abgeschlossen ist. Wer spannende Ostseekrimis mit sympathischen Ermittlern mag, wird hier wieder gut unterhalten. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung.


  • ASIN ‏ : ‎ B0HJHLR89X
  • Herausgeber ‏ : ‎ Independently published
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe ‏ : ‎ 227 Seiten
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 979-8171191672
  • Abmessungen ‏ : ‎ 12.7 x 1.32 x 20.32 cm

Mittwoch, 28. Oktober 2026

Rezension: Das Lächeln der Kinder von Julia Kröhn

Werbung-Rezensionsexemplar

Es gibt Dinge, die im Grauen eines Krieges fast verschwinden, Unrecht, das unglaublich groß ist und doch kaum Beachtung findet. Der systematische Raub von Kindern gehört für mich dazu.
Die Nationalsozialisten verschleppten Kinder aus den besetzten Gebieten, besonders wenn sie mit blondem Haar und blauen Augen ihrem Ideal entsprachen. Ihnen wurden ihre Familien, ihre Sprache, ihre Herkunft und  ihre Identität genommen, um sie zu „germanisieren“. Dass auch heute im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine Kinder verschleppt werden, zeigt erschreckend, wie aktuell dieses Unrecht geblieben ist. Wieder entscheiden Erwachsene über das Leben von Kindern, die sich dagegen nicht wehren können.
Genau diese Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart greift Julia Kröhn in ihrem Roman „Das Lächeln der Kinder“ auf. Sie erzählt zwei Geschichten, die Jahrzehnte auseinanderliegen und doch auf schmerzliche Weise miteinander verbunden sind.
Zwei Schicksale zwischen Vergangenheit und Gegenwart
Im historischen Handlungsstrang begegnen wir Lori, die sich nach dem Zweiten Weltkrieg in einem von Anna Freud gegründeten Kriegskinderheim um traumatisierte Kinder kümmert. Sie erfährt dabei auch vom Schicksal jener Kinder, die von den Nationalsozialisten ihren Familien entrissen und verschleppt wurden. Mir stellte sich automatisch die Frage, was geschieht, wenn ein Kind zwischen seiner leiblichen Mutter und der Frau steht, die es großgezogen hat, denn gewachsene Bindungen und Gefühle lassen sich nicht einfach auslöschen.
Wie sehr solche Verletzungen über Generationen hinweg nachwirken können, zeigt der zweite Handlungsstrang, der uns in die Gegenwart nach Polen führt. Dort betreut Dr. Milena Kowalska ukrainische Kinder, die sich in einer ruhigen und sicheren Atmosphäre von den Traumata des Krieges etwas erholen sollen. Besonders der verschlossene Nikolay berührt sie. Der Junge wurde von den Russen entführt, seine Erlebnisse und die der anderen Kinder sind kaum in Worte zu fassen. Milena hofft, dass der Umgang mit Tieren den Kindern helfen kann, und sucht Ryta auf, die einen Gnadenhof betreibt. Mit dieser Begegnung zeichnet sich eine Verbindung zur Vergangenheit ab.
So führt Julia Kröhn beide Zeitebenen zusammen und lenkt den Blick auf diejenigen, die in den großen Erzählungen über Krieg und Geschichte leicht übersehen werden: die Kinder. Sie tragen keine Schuld, haben kaum eine Möglichkeit, sich zu wehren, und müssen doch oft ein Leben lang mit den Folgen dessen leben, was Erwachsene ihnen angetan haben.
Einblicke in die Arbeit von Anna Freud
Neben diesem Einblick in die Schicksale der Kinder hat mir besonders gefallen, dass ich durch den Roman mehr über Anna Freud, die Tochter von Sigmund Freud, erfahren habe. Ihre Erkenntnisse über die kindliche Psyche und ihre Arbeit mit traumatisierten Kriegskindern haben mich erstaunt und berührt. Sie wusste, wie wichtig es ist, die Ängste und Bedürfnisse von Kindern ernst zu nehmen und ihre seelischen Verletzungen zu verstehen.
Für mich ist „Das Lächeln der Kinder“ deshalb mehr als ein Roman über ein dunkles Kapitel unserer Geschichte. Er macht deutlich, dass Unrecht nicht einfach verschwindet, nur weil Zeit vergeht. Er bleibt in Erinnerungen, im Schweigen und in Familiengeschichten spürbar, die über Generationen von Verlust geprägt sind.
Mein Fazit zu diesem wichtigen Buch
Der NS-Kinderraub und die Verschleppung ukrainischer Kinder macht auf deutlich, wie hilflos Kinder sind, wenn Ideologien und Machtansprüche über Menschlichkeit gestellt werden. Dabei geht es nicht darum, die Verbrechen miteinander zu vergleichen, sondern das gemeinsame Unrecht zu erkennen. 
Es ist keine leichte Lektüre, aber ich finde  Bücher wie dieses so wichtig. Sie machen auf ein Leid aufmerksam, das angesichts so vieler historischer Grausamkeiten leicht übersehen wird.Gleichzeitig musste ich an die unzähligen Kinder weltweit denken, die unter Krieg, Verfolgung und Vertreibung leiden.  Auch sie dürfen wir nicht aus dem Blick verlieren.

  • Herausgeber ‏ : ‎ Gmeiner-Verlag
  • Erscheinungstermin ‏ : ‎ 9. September 2026
  • Auflage ‏ : ‎ 1. Auflage 2026
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe ‏ : ‎ 336 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3839281458
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3839281451



Dienstag, 27. Oktober 2026

Kunstcartoons-Kalender des Ananas Verlags

Rezensionsexemplar, Cover von Rudi Hurzlmeier

Kalender zu rezensieren, ist nicht ganz einfach. Der Inhalt ändert sich ja nicht großartig: Der Januar steht immer an erster Stelle, Mai und Dezember tauschen ihre Plätze nicht, und auch die Wochentage folgen in derselben Reihenfolge. Einzig die Zahlen ändern sich. So ist der 27. Oktober in diesem Jahr ein Dienstag, im nächsten Jahr fällt er auf einen Mittwoch. Deshalb brauchen wir jedes Jahr einen neuen Kalender.


Das muss aber nicht sein. Es gibt schließlich auch immerwährende Kalender, bei denen man einfach die Montage weglässt, die sowieso niemand will, und die anderen Wochentage können dann auch weg. Und wenn man dann noch Cartoons verschiedener Künstler*innen dazu bekommt, wie bei diesem Kunstcartoons-Kalender des Ananas-Verlags, hat man über Jahre ein richtiges Schmuckstück in der Wohnung. Dann ist es auch nicht schlimm, wenn man wie ich regelmäßig vergisst, umzublättern. Denn jeder Cartoon ist ein Kunstwerk für sich.

Der Wandkalender im DIN-A4-Format umfasst 13 Blätter und versammelt Arbeiten von Cartoonist*innen wie Bettina Bexte, Hannes Richert, HUSE, La Razzia,Markus Grolik,Matrattel,OL, Oslo Davis, Rudi Hurzlmeier Ruedi Widmer,SOBE und Stefan Kahlhammer. Im Mittelpunkt steht die Kunst selbst, ihre Eitelkeiten, ihre Rituale und ihre absurden Seiten. Ob das korrekte Verhalten am Eröffnungsbuffet, ein Abendessen mit Marina Abramović oder die Frage, wie M. C. Escher am Strand wohl aussieht: Die Motive spielen charmant mit Kunstgeschichte, Galeriebetrieb und dem eigenen Anspruch, Kunst genauer zu betrachten.
Mir gefällt besonders, dass der Kalender nicht  die Tage und Monate ordnet, wie man es von Kalendern gemeinhin kennt, sondern  zum genauen Hinschauen einlädt.
Die Cartoons funktionieren einzeln, unabhängig vom jeweiligen Monat. Man kann sie genießen, wenn der Kalender den richtigen Monat zeigt aber auch wenn ich den Blattwechsel mal wieder vergessen habe, das passiert mir nämlich andauernd. Dann hängt eben noch der April im Juni an der Wand.
Der Kunstkalender, eignet sich auch als Geschenk für Menschen, die Galerien, Cartoons oder eine etwas ironische Sicht auf die Kunstwelt mögen. Er ist kein Kalender, den man nach dem Jahreswechsel achtlos entsorgt, sondern einer, bei dem mir die Bilder auch nach dem 31. Dezember noch Freude machen.

Fazit: Ein witziger, kunstsinniger Wandkalender mit starken Cartoonist*innen und Motiven, die auch außerhalb ihres Monats funktionieren. Wer ohnehin gern vergisst, umzublättern, hat hier sogar einen guten Grund dazu.

Ihr bekommt den Kalender direkt beim Ananas-Verlag

Montag, 26. Oktober 2026

Bad Ulmenhain: Die Kastanienallee auf Sommerfrische - Roman von Louise K.

Werbung-Rezensionsexemplar

 Ich kannte natürlich schon den ersten Band um die Bewohnerinnen und Bewohner der Kastanienallee und war neugierig, wie es dort weitergeht. In „Bad Ulmenhain“ schickt Louise K. ihre Figuren in die Sommerfrische, doch so erholsam wird der Aufenthalt nicht.

Dolli und Arthur Furtner erben eine Kabane im Thermalbad Bad Ulmenhain. Dolli will sich das Erbe nicht nehmen lassen und reist mit Arthur dorthin. Arthur wiederum hat so seine Mühe mit den gemeinschaftlichen Bädern und den Eigenheiten des Ortes. Parallel geht es im Tennisclub Leopoldshof weiter, wo alte Abhängigkeiten, Geldsorgen und persönliche Kränkungen für Unruhe sorgen. Und dann taucht der Koffer Herrmann Hatls auf, dem verschwundenen Kioskbetreibers er ist wohl doch nicht nach Brasilien abgetaucht. Den Kiosk betreibt nun seine Frau Heidi, gemeinsam mit ihrer Tochter Jessica. Für den Chefinspektor Karl Berger sind die relativ häufigen Besuche im Kiosk, mittlerweile eine Mischung aus beruflichem als auch privatem Interesse geworden. 
Louise K. erzählt von vielen Figuren, die alle ihre eigenen Interessen verfolgen. Es wird gelogen, intrigiert, gehofft und gerechnet. Besonders gut gefallen hat mir, dass die Autorin ihre Figuren nicht einfach als gut oder böse zeigt. Fast jede von ihnen hat etwas, das sie verbergen möchte, und genau daraus entsteht der Humor des Romans. Manches ist überzeichnet, aber gerade das passt zu dieser Welt aus kleinen Eitelkeiten, Erbschaften und gesellschaftlichen Spielchen.
 Wer gern Figuren dabei beobachtet, wie sie sich gegenseitig versuchen auszuboten, wird viel Freude an der Fortsetzung haben, denn „Bad Ulmenhain“ ist ein unterhaltsamer, ironischer Gesellschaftsroman mit vielen schrägen Figuren und einem wunderbar feinen Blick für die menschlichen Absurditäten.
Das Personenverzeichnis am Ende des Buches ist sehr hilfreich, um die vielen Personen und ihre Beziehungen untereinander nicht durcheinander zu bringen.



  • Herausgeber ‏ : ‎ Kremayr & Scheriau
  • Erscheinungstermin ‏ : ‎ 12. August 2026
  • Auflage ‏ : ‎ 1.
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe ‏ : ‎ 304 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3218015146
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3218015141

Rezension: „Immerkalt“ von Roman Klementovic – Das Finale der Marchfeld-Trilogie

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  Nach Immerstill und Immerschuld kehren wir nach Grundendorf zurück, zehn Jahre nach den früheren Geschehnissen. Und ich war gleich wieder gefangen von der düsteren und abschreckenden Atmosphäre des kleinen Ortes.

Der pensionierte Kriminalpolizist Schulz wird ins Marchfeld gerufen, als die kleine Tochter Patrick Raabs und deren 22-jährige Babysitterin Lena spurlos verschwinden. Ein Wettlauf gegen die Zeit und gegen alle Widerstände beginnt, und nicht jeder im Ort ist davon begeistert, dass Patrick Schulz um Hilfe gebeten hat.
Schulz ist kein unbeschwerter Held. Nach einem Schlaganfall, der vorzeitigen Pensionierung und dem Scheitern seiner Ehe, von dem er nicht einmal weiß, was zu deren Ende geführt hat, ist er körperlich wie seelisch angeschlagen. Gerade das macht ihn glaubwürdig. Er kehrt nicht als fitter Ermittler zurück, sondern als jemand, der mit seiner eigenen Geschichte und seinen Grenzen kämpfen muss. Dass ausgerechnet er wieder nach Grundendorf muss, verleiht dem Fall eine zusätzliche Brisanz.
Die Atmosphäre: Das Dorf als eigener Charakter
Klementovic beschreibt den Ort mit einer beklemmenden Genauigkeit. Grundendorf wirkt abgeschlossen, verschwiegen und feindselig, ohne dabei überzeichnet zu sein. Man spürt schnell, dass hier niemand gerne über die Vergangenheit spricht und dass das Verschwinden des Kindes alte Wunden wieder aufreißt. Die Enge des Dorfes wird zum Teil der Handlung: Jeder kennt jeden, doch gerade deshalb weiß niemand etwas.
Mein Fazit zum Schreibstil und der Spannung
Der Roman entwickelt sich ruhig, aber stetig. Klementovic baut die Spannung nicht über lautstarke Actionszenen oder unnötige Gewalt auf, sondern über Andeutungen, Widersprüche und das wachsende Misstrauen zwischen den Figuren. Seine Stärke liegt im subtilen Grauen und in der Frage, was Menschen bereit sind zu verbergen, um ihre Fassade zu wahren. Die Auflösung hat mich überrascht und passt in ihrer Konsequenz zu der beklemmenden Stimmung des Romans.
Die kurzen Kapitel sorgen für einen zügigen Lesefluss. Trotzdem bekommt jede Figur genug Raum, um über die Funktion im Kriminalfall hinauszutreten. Patrick als verzweifelter Vater, Schulz als gebrochener Ermittler und die Bewohnerinnen und Bewohner von Grundendorf bilden eine glaubwürdige, wenn auch nicht immer sympathisches Dorfgemeinschaft.
Am Ende erfahren wir nicht nur, was sich in Grundendorf zugetragen hat, sondern auch, warum Schulz’ Frau Inge ihn verlassen hat. Das hat meinen Blick auf Schulz komplett verändert ich kam ihm so nah wie an keiner anderen Stelle des Buchs. 
Ist „Immerkalt“ ein gelungener Abschluss der Trilogie?
Immerkalt ist kein Krimi, der mit unnötiger  Gewalt Spannung aufbauen muss. 
Für mich ist Immerkalt ein stimmiger Abschluss der Trilogie. Wer die beiden Vorgänger mochte, wird hier wieder in diese besondere, unangenehm nahbare Atmosphäre eintauchen. 

  • Herausgeber ‏ : ‎ Gmeiner-Verlag
  • Erscheinungstermin ‏ : ‎ 9. September 2026
  • Auflage ‏ : ‎ 1. Auflage 2026
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe ‏ : ‎ 368 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3839281512
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3839281512