Sonntag, 18. Juni 2017

Tote Götter von Faye Hell

http://www.amrun-verlag.de/produkt/tote-goetter/
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Inhalt: Während einer Amerika Reise beginnen sie, die Visionen, die Hannah an ihrem Verstand zweifeln lassen. Als hätte sie mit ihrer unheilbaren Multiplen Sklerose nicht schon genug zu kämpfen, sieht sie zurück in Österreich plötzlich unheimliche Wesen die den Platz der Menschen einnehmen. Als sich die Beweise dafür häufen, das sie nicht unter Halluzinationen leidet, beschließt sie den Kampf um den Erhalt der Welt wie wir sie kennen aufzunehmen. Oder spielen ihr vielleicht doch nur die langsam versagenden Nerven einen Streich?

Schmierige Geschäfte von James Lee Burke

http://www.pendragon.de/book/schmierige-geschafte/
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Inhalt:
Nachdem der Ex Cop Dave Robicheaux, seine Alkoholprobleme erst mal überwunden hat, lebt er ein recht beschauliches Leben als Inhaber eines Ködergeschäfts und Ziehvater der kleinen Alafair.Bis zu dem Tag, an dem ihn sein Schulfreund Dixie Lee Pugh aufsucht, der ehemalige Rockstar arbeitet mittlerweile bei einer Ölfirma und erzählt von dunklen Machenschaften zweier Kollegen.
Robicheaux wäre nicht er selbst, ließe er sich nicht in die Sache hineinziehen. Als Pugh nach einem Brandanschlag im Krankenhaus liegt und Robicheaux einen Drohbrief erhält, der sich gegen seine Ziehtochter richtet, stellt er die Absender zur Rede und wird kurze Zeit später beschuldigt einen der Männer ermordet zu haben.

Donnerstag, 15. Juni 2017

SuBventur




ÄH auflisten? meine ungelesenen Schätze? Ich glaube ich erkläre erst mal wie mein RuB (Regale ungelesener Bücher) überhaupt zustande kam. Die meisten wurden gerettet, aus den Händen skrupelloser Händler, die nur Gewinn machen wollten mit den armen Kleinen und sich dabei verzockt haben ( 12 Bananenkartons Bücher für 1 Euro bei ebay, das waren noch Zeiten) oder sie wurden auf Bücherbörsen vor ebay Geiern gerettet, die ohne zu gucken was sie kaufen nur nach dem Zustand guckten, als wieder nur Menschen die sie herzlos verkaufen wollten. Geht ja alles so gar nicht und da wir Platz ohne Ende haben, konnte ich ein Heim für vernachlässigte und ungeliebte Bücher einrichten.

Ich liebe meinen SuB, dieses Gefühl immer das richtige Buch zu finden und jederzeit zu Freunden sagen zu können: Hey such dir eins aus ;o) viele Bücher aus meinen Regalen haben so schon ein liebevolles Zuhause gefunden.
Aber auflisten werde ich sie jetzt trotzdem nicht alle. Aber gucken könnt ihr hier  https://www.lovelybooks.de/bibliothek/thenight/ungelesen/

Hier kommt ihr zu dem Blog der mich inspiriert hat.
kejas-blogbuch.de/subventur

Und hier könnt ihr in anderen SuB stöbern.

 Kerstins SuBventur-Liste
 Jannas SuBventur-Liste Leseratz Blog
 Laberladen
 Calimero`s Buchseite
◊ Hochhorst Buchblog
 empty bookshelves
 Lisa liebt Lesen
◊ Seitenfetzer

Dienstag, 13. Juni 2017

Junktown von Matthias Oden

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Inhalt:
Nach einer Revolution ist Drogenkonsum nicht nur legal, sondern Pflicht. Jeder Bürger Junktowns ist verpflichtet zu konsumieren und seinen Drogenpegel auf einem bestimmten Level zu halten, wird bei dem monatlichen Drogentest dieses Level unterschritten drohen harte Strafen.Biotech Maschinen beherrschen den Alltag, unter anderem Brutmütter, die hunderte von speziell gezüchteten Baby auf einmal ausbrüten. Als eine dieser Brutmütter ermordet wird, kommt Solomon Cain, Beamter der Geheimen Maschinenpolizei, der Sicherheit für Maschinenbürger einer bahnbrechenden Entwicklung auf die Spur und gerät dabei in größte Gefahr.

Meine Meinung:
Der Klappentext hat mich neugierig gemacht. Wie lebt es sich in einer Welt in der Drogen legal sind, besteht das Leben aus einer einzigen rauschhaften Party?Sind alle glückliche und zufriedene Blumenkinder? Wie aus meiner kurzen Inhaltsangabe schon ersichtlich ist, ist dem nicht so. Überwachung und Kontrolle bestimmen das Leben der Junktowner. Die Rauschssicherheitsbehörde überwacht alles, Kritik am Staat wird als Hochverrat gewertet und schnell landet man vor einem Sozialhygienegericht, was genau dann mit der betreffenden Person geschieht habe ich leider nicht so ganz verstanden, im schlimmsten Fall wird man recycelt.
Prinzipiell mochte ich das Buch, der Schreibstil ist klasse, etwas störend sind die vielen Abkürzungen. HMW, GEMAPO,BM,BEPO,GGA und und und, sicher die werden alle im Buch und auch im Anhang erklärt aber ich bin trotzdem oft beim Lesen gestolpert.
Matthias Oden, hat eine erschreckende Welt erschaffen, die nur auf den ersten Blick wie ein Paradies erscheint, sich aber schnell als das entpuppt was es wirklich ist, eine kontrollierte, dreckige Drogenhölle. Einzige Errungenschaften sind die HMW (Höhere Maschinenwesen) die so etwas wie ein Bewusstsein haben und sogar Liebesbeziehungen mit Menschen eingehen können. Überhaupt scheint der Sex mit Maschinen oder mit maschineller Unterstützung für den Autor sehr wichtig zu sein, er erspart seinen Lesern allerdings allzu detaillierte Beschreibungen, da darf dann die Fantasie des Lesers Purzelbäume schlagen ;o)
Die Krimihandlung, hat mir sehr gut gefallen, der Ermittler Solomon Cain ist ein sehr interessanter Charakter, dass er dem Staat kritisch gegenübersteht und das er den Fall der ermordeten BM unbedingt aufklären will, rückt ihn ins Blickfeld der Rauschsicherheitsbehörde und dennoch lässt er nicht locker. Die Auflösung hat mir extrem gut gefallen, das Motiv für die Tat ist so nachvollziehbar wie erschreckend.
Ich hätte gern mehr Hintergrundinformationen bekommen, was genau führte zur Revolution die das Leben aller so sehr verändert hat? Was geschieht rund um Junktown, ist die Stadt von allen anderen Staaten abgeschottet oder hat sich das System Weltweit durchgesetzt?
Ich könnte euch noch viel mehr erzählen, denn das Buch ist durchaus lesenswert. Ich könnte mir eine Fortsetzung durchaus vorstellen, in der vielleicht auch einige Fragen die sich mir beim Lesen stellten beantwortet werden.
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Donnerstag, 8. Juni 2017

Zombie Zone Germany: Trümmer: Eine ZZG-Novelle

http://www.amrun-verlag.de/?s=Tr%C3%BCmmer
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Inhalt:
Deutschland ist immer noch vom restlichen Europa abgeriegelt und von einer Mauer umgeben.  Auf einem Ökobauernhof haben sich einige Überlebende von der Außenwelt abgeschottet. Gemeinsam träumten Christine und Marcus hier ihren Traum von einem friedlichen, selbstbestimmten Leben in dem das Miteinander wichtig sein sollte und nicht die Gier nach Geld. Einige Jahre nach dem Ausbruch der Zombieplage ist dieser Traum ausgeträumt. Und der ehemals friedliebende Marcus hat sich zu einem brutalen Despoten entwickelt.
Mehr erzähle ich euch nicht, ihr sollt die Geschichte selber lesen.

Meine Meinung:
Trümmer ist sehr harter Stoff. Das Buch ist brutal, eklig,obszön kurz gesagt, wer einen schwachen Magen hat sollte diese Geschichte nicht lesen.
Ich mochte sie, sie beschreibt das Leben nach der Zombie Apokalypse wieder aus einem anderen Blickwinkel als die anderen Novellen aus der Reihe. Beschreibt TAG 78 von Vincent Voss, dass Verhalten einer kleinen Gruppe, die vorerst nichts von der Katastrophe ahnt und beleuchtet Letzter Plan von Jenny Wood, eher die Normalität in der Katastrophe, so zeigt Simona Turini die wirklich erschreckenden Auswirkungen. Nicht  nicht nur die allgegenwärtige Angst vor den Zombies sondern auch die Entwicklung, die Einzelne durchmachen, als Beispiel sei hier noch einmal Marcus genannt, aber ihr könnt mir glauben, es geht noch schlimmer, viel schlimmer. Denn Gesellschaftliche Normen existieren nur innerhalb einer Gesellschaft. Es gibt aber keine Gesellschaft mehr.
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  • Taschenbuch: 106 Seiten
  • Verlag: Amrun Verlag; Auflage: 1 (24. Juli 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3958690459
  • ISBN-13: 978-3958690455


Montag, 5. Juni 2017

Tag 78 von Vincent Voss eine Zombie Zone Germany Novelle


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Inhalt: Wer kennt sie nicht: Container Shows. Vor laufenden Kameras leben Kandidaten, mal mehr, mal weniger komfortabel in einem Haus oder Container. Unterschiedliche Charaktere prallen aufeinander, Zicken, Prolls, Snobs, Flittchen, sie alle kämpfen mit allen Mitteln um ein Preisgeld. Und sie verlieren alle Hemmungen um sich bei den Fernsehzuschauern einzuschmeicheln, um der zu sein, der am Ende übrig bleibt.
Secret & Surprise ist eine solche Show, nach 68 Tagen sind noch 7 Kandidaten übrig, als der Kontakt zur Außenwelt abbricht. Keine Nachrichten, keine Regieanweisungen, keine Überraschungen: Nichts. Und sie können den Container nicht verlassen.

Meine Meinung:
Tag 78, erzählt von dem was passieren kann, wenn alles zusammenbricht, vom Lagerkoller und davon das sich schon vorhandener Wahnsinn noch verstärken kann ( was damit gemeint ist, müsst ihr schon selber herausfinden). Novellen haben leider den Nachteil, das sie meist sehr kurz sind, hier umfasst die Geschichte gerade mal 120 Seiten und da bleibt leider nicht viel Platz um die Charaktere ausgiebig vorzustellen, sie blieben leider etwas blass, aber wenn man schon einmal Big Brother gesehen hat genügt ein kleines bisschen eigene Vorstellungskraft und schon hat man die Protagonisten mehr als anschaulich vor Augen.
Vincent Voss, legt den Schwerpunkt der Geschichte auf das was die Bewohner bewegt, ihre Wut die in Verzweiflung umschlägt, da gab es dann Momente in denen ich mich in die Situation einfühlen konnte. Vincent Voss hat einen sehr angenehmen Schreibstil und weiß mit seiner Geschichte gut zu unterhalten.

  • Taschenbuch: 120 Seiten
  • Verlag: Amrun Verlag; Auflage: 1 (31. Oktober 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3958692362
  • ISBN-13: 978-3958692367



Die Brut von Ezekiel Boone eine Gastrezension von Bärbel82

http://www.fischerverlage.de/buch/die_brut-sie_sind_da/9783596035533
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Heute habe ich mal wieder eine Gastrezension für euch. Das Buch konnte Bärbel82 leider nicht vollständig überzeugen. Bei so vielen unterschiedlichen Meinungen, die ich bisher gelesen habe, macht mich das nur neugieriger.

Bärbel82 schreibt:

Mix aus Alien und Apocalypse


„Die Brut - Sie sind da“ startet spannend, in einem Urwald in Peru. Eine Wandergruppe wird von einer ‚schwarzen Flut‘ verschlungen. Danach lernen wir Mike Rich kennen. Er ist Special Agent in Minneapolis, Minnesota, und wird zu einem Flugzeugabsturz gerufen. Aus einer der Leichen kriecht ‚etwas Schwarzes‘.
Dann ein Sprung nach Indien. Ein Erdbeben scheint sich anzubahnen. Und in China explodiert eine Atombombe. Ein Unfall? Last but not least eine Uni in Washington, D.C. Melanie Guyer ist Biologin. Aus Peru bekommt sie einen Eierkokon geschickt - und ES schlüpft. Wo ist die Verbindung?
Gleich mehrere Handlungsstränge gilt es zu verfolgen, viele Perspektivwechsel sorgen für Dynamik. Gekonnt spielt Ezekiel Boone mit unseren Urängsten: Es geht um Spinnen.
Im Mittelpunkt stehen zwei Frauen und zwei Männer: Die Präsidentin der Vereinigten Staaten, Stephanie Pilgrim, und die Biologin Melanie sowie Melanies Ex Manny, Stabschef des Weißen Hauses, und Agent Mike.
Hauptschauplatz ist Kalifornien: Die Präsidentin verhängt den Ausnahmezustand. Die Menschen rund um Los Angeles sollen in Quarantäne. Die Lage eskaliert…
„Die Brut“ ist ein Endzeit-Thriller mit einem hohen Ekelfaktor. Wie eine Mischung aus den Alien-Filmen mit Sigourney Weaver und dem Kriegsfilm „Apocalypse Now“ von Francis Ford Coppola. Ein typisches Buch für den US-amerikanischen Markt: Militär, Hubschrauber, Waffen.
Die Figurenzeichnung ist gelungen. Mike und Melanie kommen sympathisch rüber. Vielleicht geht da ja was? Die Präsidentin ist schwach. Sie hält die Menschen mit Verharmlosung der Situation hin. Zudem hat sie ein Verhältnis mit Manny.
Das Ende hat mich enttäuscht. Spoiler-Gefahr verbietet allerdings detaillierte Ausführungen in dieser Richtung. „Die Brut - Sie sind da“ ist der erste Teil einer Trilogie. Band 2, „Die Brut - Die Zeit läuft“, folgt bereits im August.

Fazit: Rasantes und actionreiches Popcorn-Lesekino ohne Tiefgang.

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  • Taschenbuch: 400 Seiten
  • Verlag: FISCHER Taschenbuch; Auflage: 1 (24. Mai 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3596035538
  • ISBN-13: 978-3596035533




Samstag, 3. Juni 2017

Wo ist Jay? von Astrid Korten

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Inhalt:
Als Mias beste Freundin Jay, von einem Tag auf den anderen verschwindet, scheint für ihre Freunde und für ihren Mann klar zu sein: Jay ist abgehauen, sie hatte keine Lust mehr auf ihre Familie und ihren Job, sie wird sich schon melden wenn ihr danach ist. Und da ihr Mann Hugo, von einem Abschiedsbrief spricht, den er gefunden hat, sieht auch die Polizei keinen Handlungsbedarf.
Die Clique um Mia, bestehend aus Doreen, Thomas, Laura,Falk,Hugo und Leon scheint fast erleichtert zu sein, das Jay verschwunden ist, einzig Mia sucht  verzweifelt nach ihrer Freundin und entdeckt dabei nach und nach Seiten an ihren Freunden, die die Beziehungen untereinander in ein völlig anderes Licht setzen und nicht nur Mias Leben von Grund auf ändern.

Meine Meinung:
Es gab eine Frage die sich mir während des Lesens immer wieder stellte: Warum?
Die erste natürlich: Warum verschwand Jay? Ging sie wirklich freiwillig oder ist sie einem Verbrechen zum Opfer gefallen? Schließlich wurden schon mehrere Frauen die Ähnlichkeit mit Jay hatten ermordet.
Diese Frage rückte aber mehr und mehr in den Hintergrund und machte den anderen vielen Warums Platz. Warum scheint es die Freunde nicht zu interessieren was mit Jay geschah? Warum versuchen sie, allen voran Mias Mann Leon, sogar Mia die Suche nach ihrer Freundin auszureden?
Und warum, sind die eigentlich befreundet, bzw. sogar verheiratet?
Um diese Fragen zu beantworten muss man sich zu allererst mit dem Thema Freundschaft beschäftigen, was bedeutet Freundschaft? Reicht es aus, sich regelmäßig zu treffen, zu quatschen und Spaß zu haben, oder sollte Freundschaft nicht mehr sein? Grenzenloses Vertrauen ineinander und auch das Vertrauen, dass die anderen immer für einen da sind, egal was man gerade durchmacht?
Mia muss bei ihrer Suche nach Jay feststellen, dass dies in ihrer Clique nicht so ist, sie muss erfahren das Neid und Missgunst, Eifersucht und unerfüllte Liebe, die vorherrschenden Gefühle sind. Jay war wie ein Licht, das alle anzog, sie war der Mittelpunkt um den sich alles drehte, die Frauen wollten sein wie sie, stark, sexy, unabhängig trotz Familie, glücklich verheiratet und gleichzeitig wurde sie von ihnen misstrauisch und eifersüchtig beobachtet. Und die Männer waren auf die eine oder andere Weise von Jay besessen, teilweise schienen sich ihre Gedanken um nichts anderes zu drehen als um Jay. Und Mia muss erkennen das sie von all dem nichts mitbekommen hat, das sie in ihrer perfekten Welt, getrennt von den anderen lebte.
Ob Mia das Geheimnis um Jays Verschwinden lösen konnte, was sonst noch alles geschah und wie es mit dem Freundeskreis weiterging, dass müsst ihr natürlich selber herausfinden, es ist spannend, es ist teilweise wirklich brutal und sogar ich musste manchmal schlucken, weil die eine oder andere Szene wirklich heftig war.
Astrid Korten hat es mal wieder geschafft, ein Buch zu schreiben, das weit über 08/15 Unterhaltung hinausgeht. Sie serviert ihren Lesern mehr als einen Thriller, sie zwingt sie fast über ihr eigenes Leben, die Freundschaften und die Liebe nachzudenken.
Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung.
Mit einem Klick auf das Cover  kommt ihr direkt zur Autorenseite.

  • Taschenbuch: 380 Seiten
  • Verlag: Books on Demand; Auflage: 2 (29. Mai 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3744802752
  • ISBN-13: 978-3744802758

Montag, 29. Mai 2017

Interview mit Leif Tewes auf der LBM 2017






Ja, man könnte es ein Interview nennen, obwohl es sich dann doch eher zu einem wirklich tollen und informativen Gespräch entwickelte.
Da bin ich ja wieder in etwas reingerutscht. Als Tanja Rörsch von der Mainwunder Agentur fragte, wer denn Lust auf ein Interview mit Leif Tewes hat, konnte ich nicht schnell genug *Ich, bitte* rufen. Schließlich hatte ich sein Buch ,,Tag Null“ gelesen und fand es einfach nur Klasse, vor allem anders als Andere.
Die Interviews, die ich bisher geführt hatte,  waren einfach:
Ich habe mir Fragen ausgedacht und diese an meine Interviewpartner geschickt, die sie dann ganz in Ruhe beantworten konnten.
Diesmal sollte es aber anders laufen, ein persönliches Interview auf der Leipziger Buchmesse.
Dementsprechend aufgeregt war ich, völlig derangiert kam ich gerade noch pünktlich zum vereinbarten Treffpunkt und wurde von Tanja Rörsch in Empfang genommen und auch Leif Tewes war schon vor Ort. Er war mir von Anfang an sympathisch, seine freundliche und offene Art hat mir gleich sehr viel von meiner Nervosität genommen


Jetzt aber zu meinen Fragen, die Antworten sind nicht wortgetreu, ich brauche entweder ein Diktiergerät oder muss meine Steno Kenntnisse auffrischen.

1. Für die Leser die dich noch nicht kennen, beschreibe dich doch bitte in 5 Worten.

Leif Tewes:
Interessiert, weltoffen, mutig ,sammele immer und überall Erfahrungen
Zitat: Ich bereue nicht was ich getan habe, nur das was ich nicht getan habe.

2. Wie kommen dir die Ideen zu deinen Büchern?

Leif Tewes:
Ich brauche lange, bis ich zu einem Thema komme. Es muss etwas sein, das mich richtig interessiert und bewegt, etwas, das mich wütend macht, wovon ich überzeugt bin, was irgendwo ein Teil von mir ist. Es muss eine Frage sein, die mir die Energie für den Marathon gibt, den so ein Buch darstellt. Die Manipulation der Konsumenten durch Lebensmittelkonzerne ist so ein Thema, über das ich mich sehr aufregen kann. Und so kam ich zu diesem Thema.

3. Leif, gerade ist Dein neuer Thriller „Blutzucker“ im Größenwahn Verlag erschienen. Darin geht es wieder richtig zur Sache, aber erzähl selbst..worum geht es?
Erzählt wird auf verschiedenen Ebenen: Ich glaube, dass Menschen Visionen brauchen, um ihr Leben gestalten zu können. Eine Vision, an die sie glauben, für die sie kämpfen. Dafür habe ich zwei Protagonisten, der Lebensmittelchemiker Paul und sein Chef Meininger, sie arbeiten in einem globalen Lebensmittelkonzern. Der eine, Paul, hatte mal eine Vision, ein Ziel, für das er lebte, und es wurde ihm genommen. Nach zwanzig Jahren verliebt er sich erneut in eine Journalistin, eine echt starke Persönlichkeit. Doch sie ermittelt gegen die Firma, für die er arbeitet. Dann kommt Meininger, der an seinen Platz im Vorstand glaubt, und alles dafür macht. Auch über Leichen zu gehen. Die andere Ebene ist die Bühne, auf der das spielt: Es geht um Zucker in Lebensmitteln, und warum er für diesen Konzern so wichtig ist. Die haben gerade einen Pharmakonzern gekauft, nicht unüblich in der realen Welt, und dieser Pharmakonzern lebt von Diabetes Therapien. Warum sollte also der Lebensmittelhersteller Interesse haben, weniger Zucker in seine Produkte zu mischen? Doch der öffentliche Druck und aufgeklärte Verbraucher stehen Zucker mittlerweile kritisch gegenüber. So entwickelt der Manager Meininger eine Idee, die Paul umsetzen soll. In diesem Setting geraten die beiden unterschiedlichen Figuren aneinander und kämpfen jeweils für ihre Vision.


4. Glaubst du das Blutzucker etwas bei deinen Lesern bewirkt?

Leif Tewes:
Bei mir persönlich hat es etwas bewirkt, ich vermeide seit 2 Jahren Zucker, keine Limonaden, keine Schokolade, keine Bonbons, keine Fertigprodukte (wobei die bei uns sowieso so gut wie nie verwendet werden). Ich verwende auch keine Lightprodukte oder Süßstoffe, außer einer Tablette Süßstoff im Kaffee, denn es geht darum, von dieser Konditionierung auf „Süß“ weg zu kommen.
Ich fühle mich seitdem Leistungsfähiger, mein Glückshormonlevel ist konstanter und nicht kurzfristig hochgeputscht durch Zucker, was zur Folge hat, das ich noch mehr Spaß am Leben habe. Dazu kommt noch ein Gewichtsverlust von 10kg.

5. Wenn du gefragt wirst *Warum sollte ich deine Bücher lesen?* Was antwortest du?
Leif Tewes:
Weil sie spannend sind, politisch unkorrekt und weil sich der Leser in ihnen wiederfinden kann.

5: Auf dem Cover steht nicht „Krimi“ oder „Thriller“, sondern „Roman noir“. Was ist da der Unterschied?
Leif Tewes:
Unter „Krimi“ erwartet der Leser in der Regel die Suche nach einem Mörder oder anders gearteten Verbrecher. Heutzutage oftmals noch regional eingegrenzt, der „Regionalkrimi“, damit die Leser ihre so vertraute Umgebung auch in der Geschichte wiederfinden Die Einschränkung auf eine Region liegt mir auch nicht, deshalb spielt „Blutzucker“ in Kolumbien, Zürich und Frankfurt. Ich kann auch keinen „Whodunit“ schreiben, also eine Mördersuche, weil die mich nicht interessiert. Deshalb war in „Tag Null“ der Mörder auch nicht auf der letzten Seite, sondern auf der ersten Seite Ein „Thriller“ ist zumeist der Kampf „Gut gegen Böse“, wobei das Böse dann richtig Böse ist, ermittelnde Polizisten spielen meist keine Rolle. Ich habe jedoch ein Ermittlerteam, das zwar die Fälle nie so richtig lösen kann sondern den Geschehnissen eher hinterher hechelt, aber ich mag das Team. In „noir“ Geschichten ist es, auch wenn „noir“ ja „schwarz“ heißt, eben nicht „schwarz-weiß“, sondern sehr viel grau. Die Figuren sind oftmals wichtiger als die Handlung, es sind meist irgendwie gebrochene Menschen, die verzweifelt nach Geld, Gold, Gerechtigkeit oder Liebe suchen, etwas, das sie aus ihrer Trostlosigkeit erlöst. Obwohl sie wissen, dass Erlösung eine Illusion ist. Meine Figuren Paul und Meininger, aber auch Pauls Freunding Nicole und selbst Kommissar Berg und auch seine Kollegin Landers passen irgendwie da rein. Bei „noir“ ist die Grenze von Gut und Böse schwammig und widersprüchlich, das Gesetz und die persönlichen Moral nicht deckungsgleich. So interessiert sich der Kommissar nicht nur für das Verbrechen, sondern eher für die Krise, den Auslöser, und bewertet Verbrechen nach wechselnden Maßstäben und seiner eigenen Moral.

6.Welches war dein meist gehasstes Schulfach?
Chemie, trotzdem hatte ich gute Noten, weil mein Chemielehrer mich für ein Genie hielt, ich konnte in Rekordzeit den Zauberwürfel knacken und wer das kann muss hochbegabt sein. ;o)

7.Seit wann schreibst du und überlegst du dir vorher genau wie sich dein Buch entwickeln soll?
Leif Tewes:
Ich habe schon als Kind geschrieben, aber nur für mich. Ich habe Informatik studiert und Fachbücher geschrieben. Irgendwann habe ich dann eine neue Herausforderung gesucht, so entstand 2013 „Tag Null“. Ich wollte eine Geschichte schreiben über die ich mich selber nicht ärgern wollte, weil sie nach Schema F geschrieben ist.
Da ich ein „Thesenschreiber“ bin und kein Plotter, weiß ich anfangs nicht, wie die Geschichte endet. Ich entwickelte Figuren zu meiner These, suche dann eine „Bühne“ und lasse sie loslaufen. So entwickelt sich dann der Plot. Das kann zwar auch schon mal in eine Sackgasse geraten, aber mit dem Lektorat komme ich dann da auch wieder raus.

8.Hast du Lieblingsautoren? Was liest du um abzuschalten?
Leif Tewes:
Ich lese tatsächlich recht wenig und breche Bücher die mich nicht nach 20 Seiten überzeugt haben, gnadenlos ab.
Im letzten Jahr haben mich aber einige Bücher begeistert, unter anderem  Melanie Raabe: Die Falle,
Unterwerfung von Michel Houellebecq und besonders empfehlenswert Driver von James Sallis.

9. Du bist der neue Star beim Größenwahn Verlag, einem Frankfurter Verlag, der sich Themen entgegen des Mainstreams widmet. Bist Du auch etwas größenwahnsinnig oder was begeistert Dich an genau diesem Verlag?
Leif Tewes:
Natürlich ist der Name Programm. Nicht alle wissen, dass der Grössenwahn-Verlag die Idee einer der Betreiber des zumindest in Frankfurt ruhmreichen „Grössenwahn Café“ ist. In dieser Kneipe habe ich schon vor 25 Jahren als Student gesessen. Den Name dieser Kneipe haben sich die Betreiber ausgedacht, weil es in den 20/30-er Jahren in den deutschsprachigen Boomtowns in Europa (Berlin, Wien etc.) Kneipen gab, in denen sich die Künstler, Weltverbesserer, Spinner getroffen haben. Man sagte damals „gehen wir dahin, wo die Größenwahnsinnigen hingehen“. Ich hab mich damals in der Kneipe wohl gefühlt, und fühle mich jetzt im Verlag wohl. Und ja, der Verlag ist gegen den Mainstream gebürstet, meine „noir“-Geschichten und deren Aufbau passt nicht ganz in die aktuell erfolgreiche Strömung der Regionalkrimis, Whodunits und Ermittlerkrimis. Von daher passt der Name, das Programm, und die regionale Nähe macht es einfacher, sich mit dem äußerst engagierten Verleger zwischendurch mal zu treffen und Neues auszuhecken.

Und als letzte Frage

10. Was bringt dich zum Lachen?

 Leif Tewes:
Monthy Pyton finde ich genial und die Heute Show, weniger Lachen kann ich über Comedians deren Humor zu flach ist.

Lieber Leif, ich danke dir wirklich für dieses Gespräch, mir hat es sehr viel Spaß gemacht und ich freue mich wirklich auf dein nächstes Buch.

Und wenn ihr neugierig geworden seid. Mit einem Klick aufs Bild landet ihr direkt auf der Autorenseite.
Und zum  Verlag kommt ihr Hier.