Samstag, 7. November 2026

Rezension: Miss Verständnis von Martina Parker

Werbung-Rezension

Als ich „Miss Verständnis“ zu lesen begonnen habe, habe ich vor allem einen humorvollen Krimi erwartet. Einen unterhaltsamen Fall, ein bisschen Wiener Schmäh und nette Figuren zum Miträtseln. Dass hinter der Geschichte dann doch so viel mehr steckt, hat mich ehrlich gesagt etwas überrascht.
Denn je weiter ich gelesen habe, desto mehr wurde mir klar, dass es Martina Parker nicht nur um die Suche nach einem Mörder geht. Es geht auch um das Älterwerden, um Schönheitsideale und um den ziemlich verrückten Druck, dem Frauen ausgesetzt sind, wenn sie nicht nur älter werden, sondern dabei bitte auch noch möglichst jung aussehen sollen.
Und genau diese Mischung hat mir an dem Buch besonders gut gefallen.
Worum geht es in „Miss Verständnis“?
Miss Brooks, die austro-britische Ermittlerin, arbeitet diesmal als Make-up-Artistin bei einer TV-Casting-Show auf einem Donau-Kreuzfahrtschiff. Die Show heißt „Fabelhafte Frauen Fünfzig Plus“ und schon der Name sagt eigentlich ziemlich viel aus. Frauen über 50 sollen ins Licht der Öffentlichkeit ,aber nur, wenn sie wie 25 aussehen.
Diese Ausgangssituation war für mich sehr gelungen, denn sie ist gar nicht so weit entfernt von dem, was man aus Fernsehen, Werbung und sozialen Medien kennt.
Und dann gibt es natürlich auch noch eine Leiche.
Die Hairstylistin Kim wird nach dem ersten großen Umstyling tot in ihrer Kabine gefunden. Und was zunächst nach einer heiteren Fernsehproduktion aussieht, bekommt plötzlich eine ganz andere Richtung. Während die Verantwortlichen offenbar vor allem daran interessiert sind, dass die Show weiterlaufen kann und möglichst kein schlechtes Licht auf die Produktion fällt, sieht Miss Brooks genauer hin.
Mehr als nur ein Mordfall: Kritik am Schönheitswahn
Mir hat dabei besonders gefallen, dass der Kriminalfall nicht einfach nur dazu dient, möglichst viele Verdächtige durch die Geschichte zu schicken. Hinter der glitzernden Oberfläche kommt einiges zum Vorschein: Eifersucht, Konkurrenz, alte Geschichten und Menschen, die mehr zu verbergen haben, als man zunächst denkt.
Trotzdem war für mich das Thema rund um das Älterwerden fast interessanter als die eigentliche Suche nach dem Mörder.
Denn mal ehrlich: Warum wird bei uns Frauen so viel Wert darauf gelegt, dass wir möglichst jung aussehen? Falten müssen weg, graue Haare werden gefärbt, hier ein bisschen straffen, da ein bisschen korrigieren. Und wenn eine Frau zu ihrem Alter steht, wird sie schief angesehen. Dabei sollte es doch eigentlich völlig normal sein, ungeschminkt und in Alltagsklamotten aus dem Haus zu gehen, und das in allen Altersgruppen.
Was ich an dem Buch mochte: Martina Parker macht daraus keine schwere Abhandlung über Altersdiskriminierung und Schönheitsdruck. Sie verpackt das Ganze in einen Cosy-Krimi. Das macht das Thema leichter zugänglich, ohne dass es dadurch weniger ernst wird.
Miss Brooks und die Frage nach der Selbstbestimmung
Dass Miss Brooks selbst als Hairstylistin und Visagistin ihr Geld verdient, gibt dem Ganzen den perfekten Dreh. Hier wird Schönheitspflege nicht verteufelt. Kritisch wird es erst, wenn der Griff zum Make-up nicht mehr aus Lust am Stylen passiert, sondern aus der nackten Angst heraus, ohne den ganzen Beauty-Zauber gar nicht mehr als „richtig“ wahrgenommen zu werden. Und das zieht sich ja durch alle Altersstufen. Ihr geht es gerade nicht besonders gut, sie ist verliebt und wird zurückgeliebt. Ihre Angst vor einer weiteren Zurückweisung nach dem Eheaus mit Hamish, der sie für eine jüngere Frau verlassen hat, sitzt tief und hindert sie daran, sich auf diese Liebe einzulassen.
Trotz der Ernsthaftigkeit des Krimis – Mord und Schönheitswahn sind wirklich nicht lustig – kam auch der Humor nicht zu kurz. Der Wiener Schmäh sorgt immer wieder dafür, dass die Geschichte nicht zu belastend wird. Die wichtigsten Begriffe werden mit Fußnoten übersetzt, davor muss also niemand Angst haben.
Die Auflösung des Falls möchte ich natürlich nicht verraten. Nur so viel: Es bleibt nicht bei einer Leiche, und je weiter die Geschichte voranschreitet, desto mehr merkt man, dass hinter der schönen Fassade einiges im Argen liegt.
Für mich ist „Miss Verständnis“ deshalb ein Buch, das zwei Dinge gut miteinander verbindet: einen unterhaltsamen Cosy Crime und ein Thema, über das man ruhig öfter sprechen könnte.
Mein Fazit zu „Miss Verständnis“ von Martina Parker
„Wer kurzweilige Cosy-Crime-Unterhaltung mit Wiener Flair und starken Charakteren sucht, wird hier fündig. An „Miss Verständnis“ hat mir besonders die Mischung gefallen: Auf der einen Seite steht ein cleverer Mordfall zum Mitfiebern, auf der anderen eine erstaunlich tiefgründige Auseinandersetzung mit dem gesellschaftlichen Druck, dem Frauen beim Thema Aussehen ausgesetzt sind.

  • Herausgeber ‏ : ‎ Gmeiner-Verlag
  • Erscheinungstermin ‏ : ‎ 12. Oktober 2026
  • Auflage ‏ : ‎ 1. Auflage 2026
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe ‏ : ‎ 320 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3839209196
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3839209196


Freitag, 6. November 2026

Rezension: „Als die Würfel fielen“ von Ana Pawlik

 


Ana Pawlik eröffnet „Als die Würfel fielen“ mit Lena, die ihren Sohn auf einem Hof in Frankenburg nur wenige Tage im Jahr besuchen kann. Bei ihrem Besuch eskaliert die Lage: Belastet durch extreme Abgaben und Fronarbeiten, die Adam Graf von Herberstorff für den Kaiser durchsetzt, begehren Bauern und Handwerker auf. Als auch noch ein evangelischer Pfarrer vertrieben wird, belagern sie das Schloss. Der Aufstand führt zum historischen Frankenburger Würfelspiel: 36 Männer müssen auf Befehl des Grafen um ihr Leben würfeln, die Verlierer werden hingerichtet.

Von diesem Schlüsselmoment aus springt die Erzählung zurück und wir erfahren, was genau geschehen ist. Ana Pawlik verknüpft in ihrem neuen Roman gekonnt historische Fakten mit Fiktion.

Liebe, Glaube und die Flucht vor der Willkür

Lena, die Tochter einer katholischen Bauernfamilie, liebt Martin, der ebenfalls von einem Bauernhof stammt, aber evangelisch ist. Ihr unterschiedlicher Glaube wird zum Hindernis, denn ihre Eltern würden einer solchen Verbindung niemals zustimmen. Lena fasst deshalb einen Plan. Wäre sie schwanger, wäre für ihren strengen Vater die Schmach einer sogenannten Mischehe eher zu verkraften als ein uneheliches Kind auf dem Hof. Der Plan gelingt, doch kurz nach der Hochzeit erreicht Lena die Nachricht, dass Martin tödlich verunglückt ist.

Für Lena und ihren Sohn Casper beginnt daraufhin eine Zeit voller Demütigungen. Schließlich entschließt sie sich, mit ihrem Kind zu gehen und nach Steyr zu fliehen. Über ihre Geschichte wird deutlich, was religiöse und politische Konflikte für Menschen bedeuten, die selbst kaum Einfluss auf die Ereignisse haben. Lena muss Schutz suchen, ihr Kind beschützen und mit der ständigen Unsicherheit leben. In Steyr begegnet sie dem Stadtrichter Wolf Madlseder, der versucht, in einer Zeit wachsender Willkür wenigstens einen Rest an Recht und Menschlichkeit zu bewahren.

Das Frankenburger Würfelspiel als Wendepunkt

Das Würfelspiel ist der Wendepunkt des Romans. Herberstorffs Willkür entzündet den bereits schwelenden Zorn der Bevölkerung, und aus Unterdrückung wird offener Aufstand. Die verschiedenen Handlungsstränge laufen zunehmend zusammen, ohne dass die einzelnen Figuren dabei zu bloßen Funktionen der Geschichte werden. Gerade Lena ist eine Figur, die ich sehr mochte, weil sie sehr menschlich gezeichnet wird.

Auch wenn eine Liebesgeschichte in „Als die Würfel fielen“ ihren Platz hat, ist mir vor allem das menschliche Schicksal dahinter nahegegangen. Es geht um Menschen, die unterdrückt werden, um Macht, die rücksichtslos ausgenutzt wird, und darum, wie viel Menschlichkeit in einer so grausamen Zeit überhaupt noch möglich ist. Lenas Geschichte ist alles andere als leicht, und gerade deshalb wirkt sie auf mich so echt. Ana Pawlik macht es sich nicht einfach, sondern zeigt, wie hart das Leben damals war und wie wenig Spielraum den Menschen oft blieb.

Mein Fazit zur Buchrezension

Besonders gut gefallen hat mir, wie die Geschichte aufgebaut ist. Zwar wusste ich, dass es auf das Würfelspiel hinausläuft, und trotzdem blieb die Spannung immer erhalten, ich wollte natürlich wissen, wie es so weit kommen konnte. Ich erlebte mit, wie sich die Wut und Verzweiflung immer weiter aufbauten, bis es schließlich keinen Weg mehr zurück zu geben schien. Für mich ist der Roman deshalb viel mehr als eine Geschichte über einen historischen Aufstand. Er erzählt von Menschen, die irgendwann nicht mehr bereit sind, alles hinzunehmen und davon, wie viel Mut, aber auch wie viel Leid damit verbunden sein kann.


  • Herausgeber ‏ : ‎ Gmeiner-Verlag
  • Erscheinungstermin ‏ : ‎ 9. September 2026
  • Auflage ‏ : ‎ 1. Auflage 2026
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe ‏ : ‎ 448 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3839281431
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3839281437

Donnerstag, 5. November 2026

Rezension: THE WHITBY PROTOCOL von Bernadette Bernson

Werbung-Rezension

Klappentext:WHITBY SCHWEIGT ÜBER SEINE TOTEN.


Detective Constable Martha Rowe sollte eigentlich eine von ihnen sein.
Nach einer fehlgeschlagenen Undercover-Operation wird sie nach Whitby versetzt – in der Hoffnung auf einen Neuanfang. Stattdessen stößt sie auf die Spuren eines geheimen Forschungsprojekts, das offiziell nie existiert hat.
Geschwärzte Akten. Verschwundene Testpersonen. Die Leiche einer unbekannten jungen Frau, gefunden draußen im Moor.
Je tiefer Martha gräbt, desto beunruhigender wird die Wahrheit. Denn alle Spuren führen nicht nur zu einer Organisation namens PALISADE.
Sie führen zu ihr.
Dann macht Martha eine Entdeckung, die alles verändert:
Jemand hat ihr ohne ihr Wissen und ihre Zustimmung ein neuronales Implantat eingesetzt. Entwickelt von PALISADE – einer Organisation, die möglicherweise entschieden hat, welche Erinnerungen sie behalten durfte – und welche für immer verschwinden sollten.
Als Martha begreift, dass ihre Vergangenheit eine Lüge sein könnte, ist es bereits zu spät.
Denn die größte Gefahr ist nicht die Verschwörung, die sie aufzudecken versucht.
Sondern die Möglichkeit, dass sie selbst Teil des Experiments war.

Meine Meinung zum Buch

Also, wenn die Buchbeschreibung nicht neugierig macht, weiß ich auch nicht. Mir hat die Story jedenfalls gut gefallen und vor allem Martha Rowe fand ich als Hauptfigur interessant. Sie wird nach einer fehlgeschlagenen Undercover-Operation nach Whitby versetzt und soll dort eigentlich neu anfangen. Stattdessen gerät sie schnell in einen Fall, der immer mehr mit ihrer eigenen Vergangenheit zu tun hat.

Als im Moor alte Akten gefunden werden, führen die Spuren zu einem geheimen Forschungsprojekt und zur Organisation PALISADE. Dazu kommen verschwundene Testpersonen, eine unbekannte Tote und jede Menge Fragen darüber, was  eigentlich passiert ist. Je weiter Martha ermittelt, desto mehr merkt sie, dass es hier nicht nur um einen alten Fall geht.

Nervenkitzel durch unzuverlässige Erinnerungen

Besonders interessant fand ich die Idee, dass Martha ihren eigenen Erinnerungen nicht mehr wirklich vertrauen kann. Im Laufe der Geschichte wird immer deutlicher, dass auch ihre Vergangenheit nicht so sein könnte, wie sie bisher gedacht hat. Das hat für mich einen großen Teil der Spannung ausgemacht, weil man sich dadurch zusammen mit Martha immer wieder fragt, was eigentlich wahr ist.

Die Geschichte ist eine Mischung aus Polizeithriller und Psychothriller und hat dabei eine etwas ungewöhnliche Richtung. Es geht zwar um Ermittlungen und eine Verschwörung, aber gleichzeitig auch viel um Erinnerung, Wahrnehmung und die Frage, wie viel man über sich selbst eigentlich wissen kann. Das fand ich ziemlich spannend.

Die Charaktere und die Atmosphäre

Auch die Personen rund um Martha haben mir gefallen. Da gibt es ihren Vorgesetzten CI Leonard Hargreaves, ihren Kollegen oder  ihren Ex-Freund Tom Hensley, der als Hacker durchaus hilfreich ist. Dazu kommen noch weitere Personen, bei denen man nie so genau weiß, was sie eigentlich wissen und welche Rolle sie in der ganzen Geschichte spielen.

Trotz der teilweise düsteren Handlung gibt es auch immer wieder etwas Humor, was mir ganz gut gefallen hat. Dadurch wird die Geschichte zwischendurch etwas aufgelockert.

Martha selbst ist für mich aber der interessanteste Teil des Romans. Sie ist nicht die typische Ermittlerin, die immer genau weiß, was sie tut, sondern hat selbst mit einigen Unsicherheiten zu kämpfen, verständlich, wenn nach allem, was man beim Lesen erfährt. Aber gerade das hat sie für mich glaubwürdiger gemacht und es war spannend, sie durch die Geschichte zu begleiten.

Fazit

Insgesamt hat mir der Roman gut gefallen. Die Mischung aus Ermittlungsarbeit, Geheimnissen und den psychologischen Elementen hat für mich gut funktioniert.



  • ASIN ‏ : ‎ B0HJYG9D69
  • Herausgeber ‏ : ‎ Independently published
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe ‏ : ‎ 397 Seiten
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 979-8174462892

Montag, 2. November 2026

Rezension: Andere als diese Welten von Stephen King – Das Jack-Sawyer-Finale


Seit „ES“ habe ich einen Deal mit Stephen King: Er schreibt, ich lese. Und das funktioniert bis heute sehr gut. Ich gehöre zu den Menschen, die sich einfach über jedes neue Buch von ihm freuen, und deshalb konnte ich den Erscheinungstermin von „Andere als diese Welten“ kaum erwarten. Der Roman ist der Abschluss der Reihe um Jack Sawyer, die mit „Der Talisman“ begann und mit „Das schwarze Haus“ fortgesetzt wurde. Nach dem Tod von Peter Straub hat Stephen King die Geschichte nun allein zu Ende erzählt.

Schon als ich hörte, dass er die Vorgängerbände zu einem runden Abschluss bringen will, habe ich beide Werke vorab immer mal wieder quergelesen. Diese Entscheidung sollte sich schnell als goldrichtig erweisen. Schließlich ist es schon einige Jahre her, seit diese Klassiker erschienen sind, und das Auffrischen der Erinnerungen half mir sehr. Gleichzeitig wurde mir beim Lesen schnell klar: Um die gesamte Tragweite dieses Finales wirklich zu erfassen, sollte man nicht nur die Vorgänger kennen.

Die Trilogie begann mit „Der Talisman“, in dem der 12-jährige Jack die magischen Territorien entdeckte, um seine Mutter zu retten. 30 Jahre später, in „Das schwarze Haus“, musste er als 42-Jähriger die Pläne des Scharlachroten Königs vereiteln und kehrte dauerhaft in diese Parallelwelt zurück. „Andere als diese Welten“ bringt diese Reise nun 15 Jahre später für den inzwischen 57-jährigen Jack zum großen Finale. Als wäre das nicht genug, sollte man meiner Meinung nach auch die „Dunkler-Turm“-Saga gelesen haben.

Die „Turm“-Saga ist das absolute Lebenswerk von Stephen King und der Dreh- und Angelpunkt seines gesamten Multiversums. Im Kern folgt die Reihe dem letzten Revolvermann Roland Deschain auf seiner obsessiven Suche nach dem sagenumwobenen Dunklen Turm. Erst durch diesen epischen Mythos versteht man, wie Kings Geschichten wirklich miteinander verzahnt sind.

  • Schwarz (Band 1)
  • Drei (Band 2)
  • Tot. (Band 3)
  • Glas (Band 4)
  • Wind (Band 4.5 – diese Zwischengeschichte spielt zwischen Band 4 und 5)
  • Wolfsmond (Band 5)
  • Susannah (Band 6)
  • Der Turm (Band 7)

Ohne dieses Wissen läuft man Gefahr, sich in den Weiten der Territorien zu verlieren.

Die Verbindung zum Dunklen Turm und den Territorien

Ich hatte beim Lesen jedenfalls viel Freude an den zahlreichen Verbindungen zum Dunklen Turm. Überall begegnet man vertrauten Begriffen, kleinen Anspielungen und einem Wiedersehen mit bekannten Charakteren. Es fühlt sich an, als würde man sich in einer Welt bewegen, die man schon seit Jahren kennt. Genau diese Entdeckungen haben mich auch leicht über ein paar der ruhigeren Passagen hinwegsehen lassen. King nimmt sich eben Zeit und lässt seinen Geschichten Raum, sich zu entfalten. Das gehört bei ihm einfach dazu; so kenne und liebe ich ihn.

Jack Sawyer und das Schicksal der Welten

Im Zentrum der Story steht Jack Sawyer, der inzwischen 57 Jahre alt ist und überwiegend in den Territorien lebt. Er kann zwar weiterhin zwischen den Welten wechseln, darf sich in unserer Realität aber nicht mehr lange aufhalten Und viel lieber würde er dauerhaft in Mitwelt bleiben, aber Aufträge des Gouvernours Youngblood auch der Große Zampano genannt führen ihn immer wieder auf die Amerika-Seite, er muss für ihn so wichtige Dinge besorgen wie klassische Kriminalromane und Cola. Auf einer dieser Reisen erhält er beunruhigende Nachrichten, eine mörderische Gruppe bedroht Amerika und schließlich auch in Mittwelt auftaucht. Das Schicksal beider Welten steht auf dem Spiel.

Dass King ein großartiger Erzähler ist, wird in dieser Geschichte wieder besonders deutlich. Und Bernhard Kleinschmidt hat als Übersetzer sehr gute Arbeit geleistet: Der Text liest sich wunderbar flüssig und transportiert die düstere, zugleich märchenhafte Stimmung der Territorien perfekt ins Deutsche.

Mein Fazit zu „Andere als diese Welten“

Am Ende bleibt festzuhalten: „Andere als diese Welten“ ist ein gelungenes  Finale. Wer King liebt, sollte dieses Buch lesen, aber eben nicht ohne die Vorgänger und die „Dunkler-Turm“-Saga. Kennt man diese Welten, ist es das perfekte Buch für alle King-Fans.



  • Herausgeber ‏ : ‎ Heyne Verlag
  • Erscheinungstermin ‏ : ‎ 14. Oktober 2026
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe ‏ : ‎ 848 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3453275810
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3453275812
  • Originaltitel ‏ : ‎ Talisman 3: Other Worlds Than These

Eisglut: Thriller (Grönland-Reihe, Band 3) von Roland Muller

Ich habe mich sehr gefreut, wieder mehr von John Kaunak und seinem Team lesen zu dürfen, nachdem ich ihn bereits im Vorgängerband (Eisfalle) kennengelernt hatte. Mit Eisglut kehrt Roland Muller zurück in die eisige Welt Grönlands und schickt seinen Sonderermittler diesmal in einen Fall, der schnell weit über eine gewöhnliche Ermittlung hinausgeht.
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Darum geht es in dem Grönland-Thriller „Eisglut“
Kurz nachdem die Besatzung des Fischtrawlers Hans Henrik II unbekannte Trümmerteile aus dem Meer geborgen und gemeldet hat, verschwinden sowohl die Crew als auch die geborgenen Teile spurlos. Kaunak und sein Team werden in die Arktis geschickt, um den Hintergründen auf den Grund zu gehen. Was sie dort erwartet, ist alles andere als eine Routineuntersuchung: Die Spur führt sie ins Darknet und von Grönland bis in den Nahen Osten. Nach und nach wird deutlich, dass das Verschwinden der Crew und der Trümmerteile nur der Anfang einer Bedrohung ist, deren Ausmaß zunächst niemand erahnt.
Geopolitik und Realität: Das internationale Machtgefüge um Grönland
Besonders interessant fand ich, wie nah die Geschichte an der Realität bleibt: Grönland steht heute tatsächlich im Fokus der Interessen der USA, Chinas und Russlands. Genau diese geopolitischen Hintergründe und Spannungen machen den Roman für mich so glaubwürdig und hochaktuell.
Muller erklärt die komplexen Zusammenhänge verständlich und lässt die Informationen ganz natürlich in die Handlung einfließen, ohne dass die Spannung darunter leidet. Vielleicht bringt die Geschichte auch den einen oder anderen Leser dazu, sich etwas näher mit Grönland und seiner Bedeutung im internationalen Machtgefüge zu beschäftigen.
John Kaunak und sein Team
Was mir ebenfalls sehr gut gefallen hat,ist das Team. John Kaunak, Nuka, Astrid, Jacob, Silpa und Tarra die neue im Team arbeiten vertrauensvoll miteinander und wissen, dass sie sich jederzeit aufeinander verlassen können. Diese Verlässlichkeit macht die Figuren für mich außerordentlich sympathisch.
Mein Fazit zu „Eisglut“
Die Handlung entwickelt sich schnell, wechselt geschickt zwischen den Perspektiven und hält die Spannung bis zum Ende aufrecht. Eisglut ist ein  faktennaher Thriller für alle, die Arktis-Settings, politische Spannung, und Ermittlungen mit internationalem Ausmaß mögen.

  • Herausgeber ‏ : ‎ Aufbau Taschenbuch
  • Erscheinungstermin ‏ : ‎ 6. Oktober 2026
  • Auflage ‏ : ‎ 1.
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe ‏ : ‎ 367 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3746642671
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3746642673