Dienstag, 1. September 2026

M. H. Steinmetz: Düstere Welten zwischen epischen Romanen und prämierter Kurzprosa

 


Hinter dem Namen M. H. Steinmetz steckt der deutsche Autor Mario H. Steinmetz. Er wurde 1965 geboren und lebt in Rheinland-Pfalz. In seinen Büchern schreibt er vor allem über Horror, Thriller und dystopische Welten. Seine Faszination für das Düstere kommt nicht von ungefähr: Auch privat beschäftigt er sich mit eher ungewöhnlichen Themen wie mittelalterlichem Reenactment, Messerfechten und Endzeit-Rollenspielen. Diese handfeste Prise Dark Fantasy und Endzeit-Atmosphäre spürt man in jeder seiner Zeilen.



Eines seiner  intensivsten Bücher ist der Psychothriller „Dreizehn“.


 
Der Einstieg ins Grauen: „Dreizehn“ und die großen RomaneSteinmetz entspinnt hier einen harten Mix aus Ermittlerkrimi und brutalem Okkult-Horror. Die Story: Detective Sergeant Ethan Ward vom New Scotland Yard untersucht eine Reihe grausamer Morde, bei denen die Opfer seltsame Symbole auf der Haut tragen. Zusammen mit der Graphologin Natascha Horvat führt ihn die Spur nach Courtsend – eine psychiatrische Klinik auf der abgelegenen Insel Foulness Island. Dort treffen sie auf eine Patientin, die nur unter der Nummer „Dreizehn“ bekannt ist. Obwohl sie isoliert lebt, kennt sie intime Details der Morde. „Dreizehn“ verbindet geschickt klassische Detektivarbeit mit ägyptischer Mythologie, Geisterbeschwörungen und expliziten, ziemlich blutigen Horrorelementen.

Wer diesen Mix mag, findet bei Steinmetz reichlich Nachschub. Besonders bekannt ist seine Zombie-Dystopie „Totes Land“, die eine vom Chaos verschlungene Welt zeichnet.


 Mit Reihen wie „Hell’s Abyss“ oder dem Serienkiller-Schocker „The Wild Hunt“ widmet er sich voll und ganz dem übernatürlichen Horror.
Dass er auch anders kann, beweisen seine Ausflüge in den Cyberpunk mit „Shinigami“ und „Chromerunners“

Ein echtes Highlight in seinem Portfolio sind zudem seine interaktiven Spielbücher wie „Klinik des Todes“ oder „1888 – Wer ist Jack the Ripper?“, bei denen die Leser durch eigene Entscheidungen den Handlungsverlauf aktiv beeinflussen können.
Das kreative Experimentierfeld: Seine Kurzgeschichten
Während die Romane viel Raum für komplexe Ermittlungen und tiefgründige Figurenentwicklung bieten, nutzt Steinmetz seine Kurzgeschichten als rücksichtsloses Experimentierfeld. In zahlreichen Horror- und Phantastik-Anthologien bricht er Genregrenzen auf und verdichtet seine düsteren Ideen auf wenigen Seiten zu beklemmenden Grenzerfahrungen.
In diesen kürzeren Texten reicht sein Spektrum von klassischem Grusel über Splatter und Erotik bis hin zu tiefschwarzem Humor. Dabei sucht er auch immer wieder den kreativen Austausch mit namhaften Größen der deutschen Horrorszene:
  • Gemeinsame Projekte: Für die Anthologie Oldschool Horror 1 schrieb er zusammen mit Anja Hansen die Story „Am weinenden Fluss“. Für New Dodge tat er sich mit der bekannten Horror-Autorin Faye Hell zusammen, woraus die abgedrehte Geschichte „Katzenjammer“ entstand.
  • Mut zu extremen Stoffen: Ob klassischer Horror wie „Die schwarze Spinne“ (in Geschichten aus dem Keller), maritime Albträume wie „Baychimo“ (in Mysterien der See) oder herrlich provokante B-Movie-Hommagen wie „Dollhouse“ in der berützchtigten Tentakelporn-Sammlung Lückenfüller 2 – Steinmetz lässt kein Tabu aus. Selbst Musiklegenden sind nicht sicher, wie er in „Saturday Night Fever“ (aus der Anthologie Elvis hat das Gebäude verlassen) beweist.
Großer Erfolg beim Vincent-Preisen
Dass dieses knackige, schonungslose Storytelling auch in der Literaturszene gefeiert wird, hat sich gerade erst wieder eindrucksvoll bestätigt. Seine Kurzgeschichte „Rapture“, die im renommierten Magazin Zwielicht 22 veröffentlicht wurde, schaffte es beim Vincent Preis 2025 (dem wichtigsten deutschen Award für Horrorliteratur) auf den zweiten Platz in der Kategorie „Beste Kurzgeschichte“.
Fazit: Für Fans seiner Romane sind die Kurzgeschichten der perfekte Einstieg, um weitere, oft noch extremere Facetten von M. H. Steinmetz kennenzulernen. Sie zeigen eindrucksvoll, dass seine düsteren Albtraumwelten nicht immer ein dickes Buch benötigen, um eine maximale, beklemmende Wirkung zu erzielen. Wer harten, abwechslungsreichen deutschen Horror sucht, kommt an seinen Anthologie-Beiträgen definitiv nicht vorbei.

Freitag, 28. August 2026

Rezension: Weiter Leben von Patrick Charnley – Ein Roman über einen Neuanfang

Buchcover von Weiter Leben von Patrick Charnley
Werbung-Rezension

Jago ist gerade einmal 20 Jahre alt, als er nach einem Herzstillstand vierzig Minuten lang klinisch tot ist.
Danach hat sich sein Leben von Grund auf verändert. Früher war er rastlos und konnte nicht stillsitzen. Nun ist er körperlich eingeschränkt, leidet unter chronischer Erschöpfung (Fatigue), kann sich kaum noch konzentrieren und wird von langen Gesprächen schnell ermüdet. Dinge, die er sich unbedingt merken möchte, muss er sich aufschreiben.

 Ein Neuanfang an der Küste Cornwalls

Im vergangenen Jahr hat Jago zudem seine Mutter verloren, seinen Vater kennt er nicht. Deshalb lebt er nun bei seinem Onkel Jacob an der rauen Küste Cornwalls. Das Leben auf dem Hof ist einfach: Es gibt keinen Strom und die Butter wird noch selbst hergestellt. Doch genau diese Entschleunigung und Einfachheit ist es, die Jago jetzt braucht. Ein geregelter Tagesablauf, vertraute Aufgaben und möglichst wenig Druck von außen helfen ihm dabei, sich in seinem neuen Leben zurechtzufinden.
Sein Onkel Jacob ist dabei ein wichtiger Begleiter. Er unterstützt Jago, ohne ihn  zu bevormunden. Er gibt ihm immer wieder das Gefühl, dass er so, wie er im Moment ist, genau richtig ist. Diese bedingungslose Unterstützung hat mir beim Lesen besonders gut gefallen. Jago muss sich nicht dafür rechtfertigen, dass vieles für ihn schwieriger geworden ist. Er darf in seinem eigenen Tempo leben und herausfinden, was ihm guttut.
Authentisch und berührend: Die Perspektive des Autors
Patrick Charnley lässt die gesamte Geschichte aus Jagos Perspektive erzählen. Der Roman ist von den eigenen Erfahrungen des Autors inspiriert, denn auch Charnley war nach einem Herzstillstand klinisch tot. Diese persönliche Erfahrung ist auf jeder Seite spürbar, ohne dass die Geschichte unnötig dramatisiert wird.
Aus meiner eigenen Erfahrung mit Menschen, die von Fatigue betroffen sind, weiß ich, wie belastend selbst alltägliche Dinge sein können. Genau das vermittelt der Roman sehr glaubwürdig. Er zeigt, was Betroffene in einer solchen Situation brauchen und auf was sie verzichten können, ohne dass dadurch ihre Lebensqualität verloren geht.
Ruhiger Schreibstil mit einer Prise Krimi-Spannung
Ich mochte den ruhigen Schreibstil, der die passende Stimmung für diese Story erzeugt. Trotz des ernsten Themas liest sich der Roman nicht bedrückend. Vielmehr entsteht eine beinahe stille Atmosphäre, in der kleine Fortschritte und einfache Tätigkeiten eine große Bedeutung bekommen. Jago findet nicht einfach in sein früheres Leben zurück. Er muss sich ein neues aufbauen. Dieser Prozess wird sehr einfühlsam beschrieben.
Zusätzlich sorgt eine kleine Krimihandlung für Abwechslung: Der Farmer Bill Sligo möchte unbedingt eines der Felder von Jacob kaufen und bietet dafür einen exorbitant hohen Preis. Als Jago herausfindet, dass der Eingang zu einer alten Mine auf dem Land seines Onkels neu verschlossen wurde, ahnt er, dass dort etwas nicht stimmt. Dieser Handlungsstrang lockert die Geschichte gut auf, drängt sich aber nie in den Vordergrund. Wichtiger blieb Jagos Entwicklung für mich.

Mein Fazit 

„Weiter Leben“ von Patrick Charnley ist ein ruhiger, berührender und absolut lesenswerter Roman über einen jungen Mann, der sein Leben neu ordnen muss. Die Geschichte erzählt von Verlust, Fürsorge und den kleinen Schritten zurück in einen selbstbestimmten Alltag. Besonders gefallen hat mir, dass Jago nicht bemitleidet wird, sondern als eigenständiger Mensch mit Stärken und Einschränkungen im Mittelpunkt steht. Eine klare Leseempfehlung für alle, die tiefgründige und authentische Geschichten suchen!




📖 Buchdetails 

  • Titel: Weiter Leben
  • Autor: Patrick Charnley
  • Originaltitel: This, My Second Life
  • Herausgeber: DuMont Buchverlag GmbH & Co. KG
  • Erscheinungstermin: 11. August 2026
  • Auflage: 1. Auflage
  • Genre / Themen: Zeitgenössischer Roman, Leben nach Herzstillstand, Fatigue, Neuanfang
  • Seitenanzahl: 288 Seiten
  • ISBN-13: 978-3755800507

Mittwoch, 26. August 2026

Rezension zu „Sylthass“ von Jona Jensen

Buchcover des Sylt-Krimis Sylthass von Jona Jensen
Werbung-Rezension

Mein erster Gedanke nach den ersten Kapiteln war: In dieser Familie möchte man lieber nicht zu Gast sein, geschweige denn dazu gehören! Denn was zunächst wie ein ganz normaler 80. Geburtstag in Kampen auf Sylt beginnt, endet mit dem Tod des Familienoberhaupts Helmut Ahrens. Schnell steht fest, dass er nicht eines natürlichen Todes gestorben ist. Das rückt seine Familie sofort in den Fokus der Ermittlungen.

Fünf Verdächtige und ein Erbe

Fünf Kinder, ein erbitterter Streit ums Erbe und jede Menge alte Konflikte machen schnell deutlich, dass der Verstorbene offenbar kein liebevoller Vater war. Jedes der Kinder hatte ein Motiv. Nach und nach kommt ans Licht, was sich hinter der glänzenden Fassade der angesehenen Sylter Familie wirklich abgespielt hat.

Ein ungleiches Ermittler-Team bringt frischen Wind in die Krimiszene.

Ausgerechnet mitten in diesem komplizierten Fall bekommt Hauptkommissarin Mona Fedder einen neuen Kollegen an die Seite gestellt. Dominik Kirschbaum ist jung, unerfahren und manchmal etwas zu arglos für den Polizeialltag. Außerdem spricht er gelegentlich, bevor er denkt, was Mona verständlicherweise ziemlich nervt. Er ist allerdings lernwillig und bringt sich auf seine eigene Art in die Ermittlungen ein. Manchmal führt seine unbedarfte Art tatsächlich zu Ergebnissen, mit denen selbst Mona nicht gerechnet hat. Ich mochte ihn gerade deshalb sehr – er bringt frischen Wind in die Krimiszene.
Mona Fedder hat mir als Ermittlerin ebenfalls gut gefallen. Sie wirkt erfahren und souverän, muss aber gleichzeitig mit den ganz normalen Problemen ihrer pubertierenden Tochter zurechtkommen. Dadurch bekommt sie eine persönliche Tiefe und wirkt angenehm menschlich, statt nur als typische Kommissarin zu funktionieren.
Spannung, Wendungen und ein zweiter Mord

Die Handlung nimmt nach und nach an Fahrt auf. Immer wieder gibt es neue Verdächtige, Hinweise und Wendungen, sodass ich beim Lesen gut miträtseln konnte. Als ein zweiter Mord die Nordsee-Insel erschüttert, wird die Geschichte noch einmal deutlich spannender.
Jona Jensen schreibt flüssig und leicht zugänglich. Die Abgründe der Ahrens-Familie werden Stück für Stück aufgedeckt. Als Leserin bekam ich immer neue Puzzleteile geliefert, die sich am Ende langsam zu einem stimmigen Gesamtbild fügen.

Fazit 

„Sylthass“ hat mich insgesamt gut unterhalten. Besonders das Zusammenspiel von Mona und Dominik hat mir gefallen, weil beide sehr unterschiedliche Charaktere mitbringen und sich als Ermittlerteam erst noch entwickeln müssen. Dazu kommt ein spannender Familienkonflikt mit genügend Verdächtigen und Motiven, um selbst ein wenig mitzurätseln.
Ein angenehm zu lesender Krimi mit sympathischen Ermittlerfiguren und einer Geschichte, die immer wieder neue Wendungen bereithält. Ich würde jedenfalls gern einen weiteren Fall mit Mona und Dominik lesen!


📖 Buchdetails 

  • Titel: Sylthass
  • Autorin: Jona Jensen
  • Reihe: Mona Fedder & Dominik Kirschbaum (Band 1)
  • Genre: Kriminalroman / Sylt-Krimi
  • Themen: Familiendrama, Erbschaftsstreit, Nordsee-Insel
  • Herausgeber: Independently published
  • Erscheinungstermin: 9. Juli 2026
  • Sprache: Deutsch
  • Seitenzahl: 264 Seiten (Print-Ausgabe)
  • ISBN-13: 979-8183947175
  • ASIN: B0H6H4VBJP

Montag, 24. August 2026

Martas Gift Rezension: Gianpietro Montanos neuer Basilicata-Krimi

rezension-martas-gift-gianpietro-montano
Buchcover Martas Gift
Rezension-Werbung

Mit „Martas Gift“ legt Gianpietro Montano den zweiten Band seiner packenden Achim-Crocco-Reihe vor. Wer den Vorgänger „Die Tote von Anglona“ kennt, ist mit der atmosphärischen Landschaft der italienischen Region Basilicata und mit Achims Lebensumständen bereits vertraut. Der neue Kriminalroman knüpft eng an den ersten Teil an,als Leser wird man förmlich mitten in die Geschichte hineingeworfen. Erfahre in dieser Rezension zu Martas Gift, ob der Umwelt-Krimi mit dem starken Debüt mithalten kann.

Worum geht es in „Martas Gift“? 


Zu Beginn reflektiert Ermittler Achim einen Zoom-Call mit seiner Tochter Jessica. Sie ist entsetzt darüber, dass in unmittelbarer Nähe eine Giftmülldeponie errichtet oder eine bereits bestehende Deponie erweitert werden soll. Dort sollen schädliche Abfallprodukte aus der Erdölindustrie gelagert werden. Im Roman wird schnell deutlich: Das Lagern ist für die Konzerne offenbar günstiger, als die Rückstände fachgerecht zu verwerten. Ein erschreckender Gedanke, der zeigt, dass es hier nicht nur um ein lokales Umweltproblem geht.

Achim würde Jessica gern in seiner Nähe wissen. Sie soll bei ihm ihre Doktorarbeit in Umweltwissenschaften schreiben und sich aber nicht mit den illegalen Vorgängen vor Ort beschäftigen. Doch je mehr Fragen gestellt werden, desto gefährlicher wird die Situation für Vater und Tochter. Bedrohung, Korruption und kriminelle Netzwerke spielen eine zentrale Rolle. Bald wird klar, dass die Mächtigen  im Hintergrund keinerlei Interesse daran haben, dass die Wahrheit jemals ans Licht kommt.


Wie schon im ersten Band beschreibt Gianpietro Montano die Landschaft, das Essen und den Wein Süditaliens sehr ausführlich. Dadurch entsteht eine dichte, packende Atmosphäre. Man spürt in jedem Kapitel, dass der Autor diese Region nicht nur als bloßen Schauplatz verwendet, sondern sie den Leserinnen und Lesern wirklich nahebringen möchte.
Allerdings waren mir manche Passagen gelegentlich etwas zu ausführlich geraten. Wenn beispielsweise ein großer Flughafen sehr detailliert geschildert wird, war das für meinen Geschmack stellenweise etwas zu viel des Guten, schließlich wissen wir im Allgemeinen alle, wie große Flughäfen aussehen.

Die interessante Handlung leidet darunter jedoch nicht dauerhaft. Die Spannung bleibt über weite Strecken erhalten, und die ausführlichen Landschafts- und Milieuschilderungen verleihen dem Roman gleichzeitig seinen ganz eigenen Charakter.



Besonders gelungen finde ich, wie der Autor die klassische Krimihandlung mit hochaktuellen Themen verbindet. Es geht in „Martas Gift“ nicht nur um persönliche Bedrohungen. Im Fokus stehen:
Illegale Umweltzerstörung in Italien, skrupellose wirtschaftliche Interessen und die Frage, welchen Preis wir Menschen bereit sind, für Profit zu zahlen


Dabei wird erschreckend realistisch deutlich, wie eng Korruption, Macht und kriminelle Strukturen in der Wirtschaft miteinander verbunden sein können.

Fazit: Für wen lohnt sich „Martas Gift“?

Wer den ersten Band „Die Tote von Anglona“ gelesen hat, wird sich in Achims Welt schnell wieder zurechtfinden. Bekannte Figuren und Schauplätze treffen auf neue Themen rund um Umweltwissenschaft und Erdölindustrie, die dem zweiten Band eine eigene Richtung geben.


„Martas Gift“ ist eine atmosphärische Fortsetzung mit einem brisanten Thema, interessanten Figuren und einer spannenden Handlung. Die ausführlichen Beschreibungen von Landschaft, Essen und Wein waren mir an einigen Stellen etwas zu lang. Insgesamt hat mich der Roman aber erneut in die Basilicata entführt und mit seinem Zusammenspiel aus Bedrohung, Korruption und Umweltproblematik überzeugt. Eine klare Empfehlung für Fans italienischer Kriminalromane!



📖 Buchdetails & Fakten zu „Martas Gift“

  • Titel: Martas Gift
  • Autor: Gianpietro Montano
  • Reihe: Achim Crocco (Band 2)
  • Genre: Kriminalroman / Italien-Krimi
  • Themen: Umweltkriminalität, Korruption, Mafia-Strukturen

Rezension: Das Buch der toten Namen von M.H.Steinmetz Packender Kosmischer Horror: Eine düstere Hommage an den Cthulhu-Mythos von H.P. Lovecraft!

 

mh-steinmetz-das-buch-der-toten-namen-rezension-buchcover
Rezension Werbung

Als begeisterter Fan von Horrorromanen hat mich „Das Buch der toten Namen“ von M. H. Steinmetz sofort angesprochen. Dieser spannende Cthulhu-Roman reiht sich meisterhaft in den berühmten Cthulhu-Mythos ein jene legendäre Sammlung von Geschichten, die auf den unheimlichen Werken von H. P. Lovecraft beruhen. Im Mittelpunkt stehen auch hier die Großen Alten: uralte, außerweltliche Wesen, deren bloße Existenz das menschliche Verständnis übersteigt und den Verstand der Protagonisten unaufhaltsam zerstört. Wer klassischen kosmischen Horror sucht, wird hier fündig.

Die mitreißende Weird Fiction Story beginnt im Jahr 1917 im schlammigen Flandern mitten im Ersten Weltkrieg. Henry Anthony Wilcox erlebt dort als amerikanischer Beobachter das Grauen der Front hautnah. Doch die brutalen Kampfhandlungen sind bei weitem nicht das Schrecklichste, was ihm begegnet. Im krassen Kontrast dazu treffen wir im Jahr 2028 auf Zoe. Sie wird von grausamen Albträumen geplagt, leidet unter Psychosen und verletzt sich selbst. Genau wie ihr Urgroßvater erschafft sie düstere, verstörende Kunstwerke. Auf eine unerklärliche, übersinnliche Weise scheint sie mit Henry und den Geheimnissen des Necronomicon verbunden zu sein. Die geschickte Verknüpfung aus den historischen Schrecken des Weltkriegs, einer fremdartigen Dimension und düsteren familiären Geheimnissen verleiht diesem Horror-Buch eine enorme Tiefe.
M.H. Steinmetz führt uns tief in eine Welt des übernatürlichen Horrors, getragen von einer extrem spannenden Atmosphäre und vielschichtigen Charakteren. Der Schreibstil des Autors hat mir unglaublich gut gefallen. Er beschreibt die Szenerie schonungslos und nimmt absolut kein Blatt vor den Mund. Das erinnert an die kompromisslose Härte von Extrem-Horror-Romanen – das gefällt sicher nicht jedem und ist definitiv nichts für jüngere Leser und Leserinnen. Steinmetz erzeugt eine meisterhafte, klaustrophobische Stimmung, in der Realität, Albtraum und purer Wahnsinn fließend miteinander verschmelzen. Die dichte Geschichte hat mich rasend schnell in ihren Bann gezogen.
Eine kleine Kritik habe ich allerdings: Die Sexszenen waren für meinen Geschmack  etwas zu ausführlich geraten. Allerdings muss man fairerweise sagen, dass sie eine wichtige Funktion in der Handlung erfüllen. Sie dienen nicht bloß dem billigen Schockeffekt, sondern tragen aktiv zur düsteren, bedrohlichen Grundstimmung des Romans bei.
Mein Fazit:
„Das Buch der toten Namen“ ist eine absolute Leseempfehlung für alle, die modernen kosmischen Horror, den Cthulhu-Mythos und epischen Schrecken jenseits der menschlichen Vorstellungskraft suchen. Wer mit den teils sehr deutlichen und expliziten Szenen leben kann, bekommt eine hochspannende, dichte und atmosphärische Geschichte geboten. Nicht immer leichte Kost, aber durchgehend fesselnd. Und noch einmal als Warnung: Dieses Buch ist absolut nichts für Jugendliche!

📊 Fakten zum Buch: 

Titel: Das Buch der toten Namen: Ein Cthulhu-Roman 

Autor: M.H. Steinmetz

Details: 393 Seiten 

Independently published Erscheinungstermin: 1. August 2025 

 Sprache: Deutsch 

ISBN-13: 979-8285474067 | ASIN: B0FK39ZMFF