Sonntag, 22. Dezember 2019

Horror-Show von Peter Scheerer


Inhalt: Danny “Angel„ Engels ehemaliger Sänger der Rockband Heavenly Creatures, Inhaber einer Sicherheitsfirma und spiritueller Problemlöser, ist mit seinem Leben und sich selbst im Reinen, mit seiner Fähigkeit andere Menschen zu lesen, ihre Bedürfnisse zu erkennen und sie auch aufzuspüren hat er sich abgefunden. Um nicht als abgehalfterter Rockstar mit esoterischem Spleen zu gelten, hat er nur wenigen Menschen von seiner Gabe erzählt. Unter diesen wenigen Menschen ist auch sein ehemaliger Bandkollege und jetziger Pornoproduzent Raoul Cortese Stikk, der ihn an den Agenten Mrro Manning  vermittelt, dessen Freundin und Klientin Hope DeVine die unter mysteriösen Misshandlungen leidet. Angel zögert zunächst, er vermutet das Hopes Wunden psychischer Natur sind, weil sie das Pornobusiness verlassen will, bis er herausfindet das er eine ganz besondere Beziehung zu der jungen Frau hat.

Meine Meinung:
Ich hatte ein klein wenig Angst das Buch zu beginnen: Horror, Porno, Heimsuchung, Mord.. Da schlug meine Fantasie erstmal Purzelbäume.
Mir wurde aber schnell klar, dass sich Peter Scheerer nicht dazu herablässt den Horror mit Gräueltaten im Pornomilieu zu schildern.
Er geht viel subtiler vor, Scheerer lässt seine Leser teilhaben an den seelischen Qualen unter denen Hope zu leiden hat und die sind viel schlimmer als die körperlichen Wunden, die ihr im Schlaf zugefügt werden.
Auf der Suche nach Antworten muss Angel mehr über Hopes Vergangengheit erfahren und stößt dabei auf eine Gruppe, die unter dem Schutz eines uralten Dämons die grauenhaftesten Dinge taten. Diesen Dämon kann Angel nur auf einer anderen Ebene bekämpfen. Wie diese Ebene aussieht, das müsst ihr selber lesen, ich kann hier wirklich nicht näher darauf eingehen, nicht nur das ich euch damit die Spannung nehme, mir fehlt auch das Talent die komplexen Zusammenhänge in Worte zu fassen. Horror-Show ist tatsächlich ein Buch, das man nicht nur lesen, sondern fühlen muss.

Ich mag die Protagonisten, Angel ist trotz seines früheren Erfolgs auf dem Boden geblieben, er trauert den vergangenen Zeiten nicht nach, das führt ja meist zu irgendwelchen schwerwiegenden Problem die beim Leser ebenso wie beim Protagonisten zu Depressionen führen können, das hat der Autor uns erspart, wofür ich ihm sehr dankbar bin. Als Stikk das erste Mal auftauchte und sein Beruf erwähnte, dachte ich gleich in Klischees: Pornoproduzent = schleimig, kalt, geldgierig, da hat der Autor mich doch glatt getäuscht, denn Stikk ist genau das Gegenteil, solche Enttäuschungen mag ich sehr.
Peter Scheerer hat mich mit seinem Buch absolut überzeugt, es ist spannend und es fordert seine Leser, ohne sie zu überfordern, weil am Ende alles ein stimmiges Bild ergibt.

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  • Taschenbuch: 240 Seiten
  • Verlag: Independently published (23. April 2019)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 1095593757
  • ISBN-13: 978-1095593752

Freitag, 20. Dezember 2019

Wintertöchter: Die Frauen von Mignon Kleinbek


Ich habe zig Versuche geschrieben und wieder verworfen, um eine Rezension zu verfassen, die euch nicht spoilert. Aber allein die Tatsache das es sich bei Die Frauen um den 3. Band der Forstau Saga handelt, ließ das zu einem unmöglichen Unterfangen werden.
Deshalb gibt es eine Spoilerwarnung.

Inhalt:
Im November 2004 liest Barbara die Tagebücher ihrer Nichte Anna und trifft eine Entscheidung, die die Leben aller Beteiligten von Grund auf ändern wird, sie schickt die Bücher nach Deutschland zu Helena, die in Heidelberg an einem wissenschaftlichen Institut arbeitet.
Mit Ende 40 lebt diese allein in einer kleinen Mietwohnung im Haus ihrer mütterlichen Freundin Rosa, den Kontakt zu ihrer Familie hat sie auf ein Mindestmaß eingeschränkt, von ihrer Zwillingsschwester Christina hat sie nicht einmal mehr eine aktuelle Adresse und sieht sie nur zu besonderen Gelegenheiten.
Helenas Kindheit war schwierig, da sie immer wieder unter unerklärlichen Anfällen litt, sahen ihre Eltern keine andere Möglichkeit als das Kind in die Obhut der Ärzte zu geben. In Helenas Erinnerung wurde nur Christina, der Sonnenschein der Familie, von den Eltern bedingungslos geliebt.
Die Tagebücher Annas bringen Helena und Christina zusammen und gemeinsam fahren sie nach Österreich.

Die beiden erwachsenen Frauen, kamen mir über weite Strecken des Romans wie Teenager vor unreif, zickig und aufeinander eifersüchtig, ihre Beziehung untereinander war geprägt von ihrer Kindheit. Während sich Helena zurecht von ihren Eltern unverstanden und zurückgewiesen fühlte und dabei zusehen musste wie sich alles im Haus um die fröhliche Christina drehte, fürchtete diese immer aufzufallen und ebenfalls den Unmut ihrer Eltern auf sich zu ziehen.
Beide waren zu jung um die unerträgliche Situation der anderen zu erkennen und gingen unbewusst auf Abstand zueinander.
In der Forstau treffen die Frauen auf Barbara und während Helena der alten Frau offen entgegenkommt ist Christina gewohnt zickig, aber daran ist Barbara nicht ganz unschuldig, sie ist verbittert geworden im Laufe der Zeit und trägt schwer an der Vergangenheit.

Je mehr die Geschichte aufgeklärt wird, je mehr die Zwillinge über sich und ihre Familie erfahren, desto mehr lösen sich die Fesseln der Vergangenheit und desto mehr Verständnis und Liebe entwickeln die einzelnen Personen zueinander.

Der dritte Band der Forstau Saga dreht sich natürlich auch um die Gabe, der Fantasyanteil kommt sicher nicht zu kurz, auch wenn ich hier kaum darauf eingehe. Wichtiger für mich war aber das was ich aus dem Buch herauslas.
Jede Entscheidung, die wir treffen, hat Einfluss auf unsere Zukunft und auf die Zukunft anderer, die meisten sind unbedeutend und nicht relevant, andere verändern unser Leben und das der andern, manchmal zum Guten manchmal zum Bösen. Egal wie wir entscheiden wir müssen damit leben, es gibt keinen Weg zurück.  Wir können immer nur versuchen unser Leben so zu leben, das wir am Ende sagen können, ich habe mein Bestes versucht und wir müssen miteinander Reden, reden mit denen die uns wichtig sind.
Von mir bekommt auch dieser Band eine absolute Leseempfehlung.
Und damit natürlich auch die komplette Reihe,
Wir verlassen mir Die Frauen, die Forstau und ich warte gespannt auf weitere spannende und emotionale Romane aus der Feder Mignon Kleinbeks.

  • Taschenbuch
  • Verlag: pinguletta Verlag (2019)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3948063052
  • ISBN-13: 978-3948063054









Flokati von Sonja Baum


Ein niedliches, handgezeichnetes Lamm ziert das Cover dieses Pixi - Buches, stopp, das sieht nur so aus wie ein Pixi - Büchlein, denn die sind für Kinder, dieses kleine Buch mit den zwei Kurzgeschichten von Sonja Baum aber ist so gar nicht für Kinder geeignet und das sollen sie natürlich auch nicht sein.
Flokati, ist die Titelgebende Geschichte, sie erzählt von einer eifersüchtigen Liebe, mit ihren tragischen Folgen. Wer da wen liebt und ob das überhaupt Liebe ist, das müsst ihr natürlich selber lesen. Ebenso wie die zweite Geschichte Paradies, die mir nicht ganz so gut gefallen hat wie die erste, da fehlten mir ein paar kleine Erklärungen zur Vorgeschichte.
Trotzdem sind beide Storys interessant und gut geschrieben, Sonja Baums Schreibstil ist flüssig und sie hat es geschafft eine runde und schlüssige Geschichte auf wenigen Seiten (10 Pixi - Seiten) zu bannen und eine, für mich fast runde auf 12.
Ich mag die Idee des Verlags, nicht eine Anthologie oder Kurzgeschichtensammlung am Stück herauszugeben, sondern in kleinen Häppchen zum kleinen Preis.


  • Taschenbuch: 32 Seiten
  • Verlag: Literatur Quickie; Auflage: 1 (28. Oktober 2019)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3945453623
  • ISBN-13: 978-3945453629


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Mittwoch, 11. Dezember 2019

Wintertöchter - Die Kinder von Mignon Kleinbek


Inhalt: Das Buch beginnt mit einem Rückblick auf den ersten Teil, das ist für diejenigen, die die Bücher nicht kurz nacheinander lesen konnten eine hervorragende Gelegenheit die Erinnerungen an die Geschehnisse auf dem Julianenhof aufzufrischen. Und obwohl ich den ersten Teil ja gerade erst beendet hatte, las ich den Rückblick gern.
Und was geschieht im zweiten Band?
Das Leben für Anna, Barbara und Marie wird nicht leichter.
Marie kämpft sich nach einem Schlaganfall zurück ins Leben und Anna trauert um ihre große Liebe Mathis, der nach einem Sturz vom Heuboden stirbt und sie schwanger zurücklässt. Einzig Barbara, findet ihr persönliches Glück in der Beziehung zu dem Arzt Kilian, der mit seinem kleinen Sohn Niklas Urlaub auf dem Haindlhof macht.
Doch für Trauer bleibt nicht viel Raum in jenen Zeiten und so geht Anna zurück auf den Julianenhof wo sie wieder auf Roman trifft und damit wieder in einen Kreislauf von Missbrauch und Gewaltt.

Selten hat mich ein Buch, das man durchaus im Fantasy Bereich ansiedeln kann, so traurig und wütend zurückgelassen, traurig, weil das Schicksal der Frauen so sehr zu Herzen geht und wütend, weil Roman immer irgendwie davon kommt.
Roman, der unstete Geist der Marie umgarnte bis sie einer Heirat zustimmte, nicht ahnend das er nur an ihr Geld wollte und als sich nicht alles so entwickelte wie er sich das vorstellt, sein zweites Gesicht zeigt, brutal und rücksichtslos nimmt er sich was er will und alle verschließen die Augen vor dem, was auf dem Julianenhof geschieht.
Das mag der Zeit geschuldet sein, in der die Geschichte spielt, es gab Dinge, über die nicht gesprochen wurde, sehr viel hat sich ja bis heute in dieser Hinsicht nicht geändert.

Barbara wird zu einer folgenschweren Tat gerieben, um Anna zu retten, diesen Entschluss (was genau sie tut, verrate ich euch jetzt nicht) fasst sie, als sie mithilfe ihrer Gabe Anna rettet, die durch eine Lungenentzündung dem Tode näher ist, als dem Leben. In einer Zwischenwelt trifft sie auf Juliane die Urahnin der Familie, die sie eindringlich davor warnt, Anna und nicht nur diese in Romans Nähe zu lassen.

Ganz oft habe ich beim Lesen vergessen wie alt Anna eigentlich ist, sie handelt und fühlt meist, wie eine Erwachsene und dabei ist sie noch ein Kind, das in wenigen Lebensjahren mehr erlebte und erleiden musste als so mancher Erwachsene  in seinem ganzen Leben. Sie ist allein in ihrem Leid, trotz aller Liebe die ihr von ihrer Familie entgegengebracht wird.

Wintertöchter Die Kinder, ist wie auch schon der erste Band kitschfrei und doch hochemotional, das Buch schlägt eine Brücke zwischen dem ersten Band Die Gabe und dem abschließenden Buch Die Frauen, ich weiß das, weil ich mit dem dritten Buch schon begonnen habe.

Ich kann nicht anders, ich muss auch für dieses Buch eine absolute Leseempfehlung geben.

  • Taschenbuch: 342 Seiten
  • Verlag: pinguletta Verlag (21. November 2018)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3981767896
  • ISBN-13: 978-3981767896





Dienstag, 10. Dezember 2019

Die Hoffnung zwischen den Zeilen von Elin Olofsson



Inhalt: Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg lebt die junge Ulrike Hartmann in Schweden, dort sucht sie eine Frau, die ihrem Verlobten Hans während seiner Zeit in Norwegen Briefe geschrieben hat, viel mehr als den Namen Elsa Petterson und deren Wohnort weiß Uli nicht. Trotzdem macht sie sich auf den Weg nach Krokom, in der Hoffnung von Elsa mehr über ihren Verlobten zu erfahren.

Meine Meinung:
Das wird jetzt etwas schwierig, die Protagonistinnen Ulrike und Elsa sind mehr als Gewöhnungsbedürftig.
Ulrike ist ein sehr seltsamer Mensch, ohne Skrupel stiehlt sie was sie braucht und fühlt keinerlei Reue deswegen, sie wird als aufbrausend beschrieben aber das wird nur erzählt nicht gezeigt und sie sucht körperliche Nähe zu allen Männern die ihr gefallen, vor und während des Krieges war sie sicherlich kein Kind von Traurigkeit, das mag den Umständen geschuldet sein, unter denen sie in Deutschland leben musste, nach einer lieblosen Kindheit sucht sie Liebe wo nur Verlangen ist.

Elsa will Karriere machen, sie ist klug und als Verkäuferin im örtlichen Laden eigentlich unterfordert, kurzzeitig spielt sie sogar mit dem Gedanken den Sohn des Ladenbesitzers zu einer Heirat zu bringen, um mehr Einfluss im Geschäft zu bekommen. Sie hütet ein Geheimnis, das ihr Leben durcheinander bringt und auch Ulrikes Leben verändern wird.

Mit dem aufeinander Treffen der beiden so unterschiedlichen Frauen hoffte ich darauf, das die Geschichte Fahrt aufnimmt, aber leider bleibt das aus, die Erzählweise der Autorin ist sehr ruhig. Nicht einmal als das Geheimnis Elsas gelüftet wird, kommt Spannung auf.

Ich musste trotzdem wissen wie es weitergeht, was aus Ulrike und Elsa wird.
Das Buch lässt mich mit gemischten Gefühlen zurück, ich mochte die Geschichte und ich maße mir an zu glauben, was die Autorin mit ihr bewirken wollte: Gefühle auslösen, um mit den Protagonistinnen zu fühlen, das von ihnen erlebte zu empfinden. Leider hat das bei mir nicht funktioniert. 
Nichtsdestotrotz hat mich eine gewisse Art von Dramatik an dem Buch fasziniert, mein Wissen über das was in Deutschland während und nach dem Zweiten Weltkrieg geschah, wurde ergänzt durch das, was ich durch das Buch erfuhr, dieses Wissen ist bei mir nur sehr begrenzt, aber ich das Buch hat mich neugierig gemacht.


  • Gebundene Ausgabe: 304 Seiten
  • Verlag: C. Bertelsmann Verlag; Auflage: Deutsche Erstausgabe (14. Oktober 2019)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3570103641
  • ISBN-13: 978-3570103647

Montag, 9. Dezember 2019

FAAR Am Seelenbrunnen von Christian Günther

Inhalt: Band 3 beginnt mit einer kurzen Zusammenfassung, der früheren Geschehnissen, so dass kleine Gedächtnislücken schnell wieder gefüllt sind.
Harmis ist auf dem Weg zum Seelenbrunnen um Hilfe für Gor zu finden, der im letzten Kampf alle Seelen, die in ihm wohnten, verlor.
Nicht ahnend das sich auch sein Schicksal dort entscheiden wird.
Währenddessen tobt der Kampf um FAAR, das immer mehr sowohl vom wachsenden Wald als auch von den Meermenschen bedroht wird.

Meine Meinung:
Viel mehr möchte ich euch zum Inhalt gar nicht erzählen. Ein bisschen was kommt sicher noch im Text.
Ich habe mich auf die Rückkehr nach FAAR gefreut, tatsächlich sind mir die Charaktere mit all ihren Stärken und Schwächen ans Herz gewachsen. Hyron z.B. der als gnadenlosen Krieger und Anführer der Brüder der Schande im Laufe der Zeit seine etwas weichere Seite entdeckt, er persönlich schiebt das auf sein Alter, ich sehe das aber etwas anders.
Wieder einmal ließ Christian Günther scheinbar mühelos Bilder in meinem Kopf entstehen, ich sah den Seelenbrunnen und den stetig wachsenden Wald vor mir und ich litt mit Alix während ihrer grausamen Visionen. Kopfkino vom Feinsten.
In schnellem Wechsel erzählt der Autor mal von Alix, Hyron oder Harmis so das ich immer das Gefühl hatte, ich bin gerade direkt dabei, mir wird nichts im Nachhinein erzählt. Ich mag diese Art eine Geschichte zu erzählen sehr.
Am Ende blieb die eine oder andere Frage noch unbeantwortet, das ist auf der einen Seite etwas frustrierend auf der anderen Seite schürt das natürlich die Hoffnung auf einen weiteren Teil, die Gerüchteküche erzählt auch schon davon.
Aber ob es nun einen weiteren Band geben wird oder nicht. FAAR AM SEELENBRUNNEN bekommt  wie schon die Vorgängerbände eine absolute Leseempfehlung von mir.

  • Broschiert: 290 Seiten
  • Verlag: Amrun Verlag; Auflage: 1 (29. März 2019)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3958693784
  • ISBN-13: 978-3958693784


Freitag, 6. Dezember 2019

Das offizielle Kochbuch zum Original KRIMIDINNER®: 13 mörderisch gute Menüs

Der eine oder andere von euch hat es sicher mitbekommen:
Ich liebe Krimidinner Veranstaltungen.
Die Kombination aus gutem Essen und Krimitheater ist für mich die perfekte Abendunterhaltung.
Im Ullmann Verlag ist nun ein Kochbuch erschienen, dem ich einfach nicht widerstehen konnte.
Das in schwarz-weiß gehaltene Cover mit rotem Schriftzug zog mich fast magisch an.
Das original Krimidinner Kochbuch, ist nun aber weitaus mehr als ein schnödes Kochbuch. Der Leser kann, während er darauf wartet das die Kartoffeln und der Braten gar werden, im Buch schmökern und dabei einige Tatorte kennenlernen, z.B. das Schlosshotel Hugenpoet in Essen, da war ich tatsächlich schon einmal und kann euch sagen, es ist auf jeden Fall einen Besuch wert und wem das zu weit ist, das Rezept für das Menü aus der Schlossküche ist wie 13 weitere natürlich im Buch enthalten. Auch die weiteren Tatorte werden vorgestellt nicht nur mit Text, sondern auch mit wunderschönen Bildern.

Der Leser erfährt auch einiges über die legendäre Familie Ashtonburry, in Porträts werden die einzelnen Familienmitglieder vorgestellt, die so ziemlich genau jedem Klischee entsprechen das man sich vorstellen kann, der steife in Traditionen verhaftete Lord, die dekadente und vergnügungssüchtige Lady um nur zwei zu nennen. Aber das ist genau das was ich sehen, bzw. lesen will.

In der 7-teiligen Ashtonburry Chronik werden Kriminalfälle vorgestellt und das ist auch mein einziger Kritikpunkt am Buch, die einzelnen Fälle werden kurz angerissen, das ist als Appetitthäppchen ganz nett, mir persönlich wäre aber eine durchgehende Story lieber gewesen, so erfahre ich ja nie wer der Mörder ist, da ist Frustessen angesagt.
Womit wir zu den Rezepten kommen.
                                 
                                                           

Auf den ersten Blick erscheinen sie etwas kompliziert, aber mit etwas Übung und Geduld bekommt man auch als Hobbykoch ein durchaus leckeres Menü auf den Tisch gezaubert. Hier könnte ich euch jetzt ein Bild aus meiner Küche zeigen, aber den Anblick erspare ich euch, ich bin kein Foodblogger der stundenlang immer wieder dasselbe kocht, um am Ende die perfekten Bilder zu präsentieren. Anders kann ich mir die perfekten Ergebnisse nicht vorstellen. Das überlasse ich den Profis.
Ich hatte mir am als ersten Versuch ein eigenes Menü zusammengestellt.

Es gab
Den Salat aus Menü Nr. 8
Wildkräutersalat an Himbeervinaigrette

Schwarze Linsensuppe (ohne Wachtelkeule) aus Menü Nr. 1 und ebenso aus Menü 1, 
Schweinefilet an Kräutersauce mit gebratenem Gemüse und Rosmarinkartoffeln.

Und mein Highlight, 
Creme Brûlée mit Vanille und Tonkabohne, Kompott von karamellisierter Ananas und Milchschokoladeneiscreme


In der nächsten Auflage könnte gern noch die eine oder andere vegetarische Alternative vorgestellt werden.

Ich vergebe für das Buch 5 Kochlöffel, ne Quark.
Das Buch bekommt von mir eine Leseempfehlung nicht nur für Krimi Liebhaber.

  • Gebundene Ausgabe: 192 Seiten
  • Verlag: Ullmann Medien GmbH; Auflage: 1.Auflage 2019 (31. Oktober 2019)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3741524239
  • ISBN-13: 978-3741524233

Mittwoch, 4. Dezember 2019

Fressen oder gefressen werden von Thomas Williams


Deutschland ist immer noch komplett von der Außenwelt abgeriegelt, auf den Straßen herrscht das Recht des Stärkeren.
Nathalie und ihre Zufallsbekanntschaft Lars folgen einem Gerücht: Es soll einen Weg nach draußen geben. Auf dem Weg zur Grenze begegnen sie den Bluthunden, die unter der Herrschaft des Imperius, einen Staat des Schreckens aufbauen wollen und sie fressen Menschen.

Auf die neueste Novelle der ZZG Reihe, habe ich schon lange gewartet, es ist immer wieder interessant zu lesen wie unterschiedlich die Autoren das Thema umsetzen.
Thomas Williams lässt seine Geschichte zu einer Zeit spielen, zu der die Lebensmittel knapp werden und der Wahnsinn bei dem einen oder anderen Überhand gewinnt.
So auch bei Imperius, der Menschenfresserkönigin, mit gnadenloser Gewalt und kaum zu überbietender Grausamkeit hält sie ihre Anhänger zusammen, die von Bielefeld aus immer weitere Kreise ziehen um “Nahrung" zu finden.
Während Lars in Bad Oeynhausen in Gefangenschaft gerät, findet sich Nathalie unter Prepern wieder, die einen waghalsigen Plan gegen Imperius schmieden.

Thomas Williams spart nicht mit Gewaltszenen und was er nicht explizit beschreibt, entsteht als Bild unweigerlich im Kopf seiner Leser, abgemildert wird das durch die eine oder andere humorvolle Szene, wobei ich mir nicht immer sicher war, ob Leser, die die Gegend nicht kennen auch so witzig finden, vielleicht kam da aber auch ein klein wenig Heimweh in mir auf. Wer kennt schon Bad Oeynhausen.
Dass sich einer der Hauptprotagonisten teilweise unbekleidet durch die Geschichte schlagen muss, kann man witzig finden, muss man aber nicht ;o)
Ich neige ja dazu auch in Horror Storys eine Botschaft hineinzuinterpretieren, bei dieser fällt es mir sogar sehr leicht.
Gemeinsam ist man stark, sei es nun ein Zusammenschluss zum Bösen oder in der Absicht Gutes zu tun und möglichst vielen Menschen die Gelegenheit zu geben zu überleben.

Mir hat das Lesen dieser Novelle durchaus Spaß gemacht und ich bin wieder sehr gespannt was es demnächst neues gibt, aus der Zombie Zone Germany

  • Taschenbuch: 128 Seiten
  • Verlag: Amrun Verlag; Auflage: 1 (15. Oktober 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3958691293
  • ISBN-13: 978-3958691292



Dienstag, 3. Dezember 2019

Hass stirbt nie von Steintór Rasmussen


In der kleinen färöischen Küstenstadt Nordvik ist das Leben noch einfach, man kennt und versteht sich, der gemeinsame Glaube verbindet die Menschen seit Generationen.
Bis ein Mord die Gemeinde erschüttert.

Meine Meinung:
Steintór Rasmussen erzählt die Geschichte des Mordes an Hallvin Tróndarson ruhig und ohne Effekthascherei, in Rückblenden lässt er die Geschehnisse, die zu dem Mord führten, wieder aufleben. So erfährt der Leser auch viel über das Leben der Färöer und das ist ein sehr interessanter Aspekt des Buches, der für meinen Geschmack gern noch tiefer hätte ausgeführt sein können.
Als Leser erfährt man nur durch kurze Passagen wie behütet die Färoer doch leben, der Aufschrei in der Gemeinde ist groß als die Zeitungen zu ausführlich über den Mord berichten. Solche Berichte würden die Frauen und Kinder verstören.
Hier hoffe ich auf die weiteren Bücher rund um den Stricknadelclub, von denen wohl schon 4 Bände erschienen sind. Rasmussen stellt die Damen des Strickclubs sehr ausführlich vor, jede kommt zu Wort, ebenso wie die Täterin, dies allerdings führt dazu, das mir schon recht bald klar war, warum sie keinen anderen Weg sah sich von ihren inneren Dämonen zu befreien.
Sie ist eine zerstörte Seele, der durch die Tat ihres späteren Opfers das  Leben genommen wurde, das sie sich als Kind und Jugendliche ausgemalt hat, wie es wohl jeder von tut. Ohne die Chance sich jemandem anzuvertrauen, fraß sich der Hass so tief in die Seele der Frau, das für nichts anderes mehr Platz blieb. Diesen Aspekt kann man sicherlich als Kritik an allzu tiefer Bibeltreue verstehen.
Manchmal erschien mir die Sprache des Autors nicht unbedingt passend zu einem Mord, in Verbindung mit meinem Wissen wer die Tat begangen hat, konnte nicht allzu viel Spannung aufkommen
Nichtsdestotrotz habe ich das Buch gern gelesen und das gerade wegen der manchmal fast poetischen Wortwahl Rasmussens. Ich mag es mich in der Sprache eines Buches zu verlieren.
Am Ende gibt es ein Personenverzeichnis und das ist schon allein wegen der vielen Personen mit für deutsche Ohren schwierigen Namen sehr wichtig.

  • Taschenbuch: 344 Seiten
  • Verlag: edition krimi; Auflage: 1 (1. November 2019)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3946734723
  • ISBN-13: 978-3946734727

Montag, 2. Dezember 2019

„Nachdem du Poppy gelesen hast, möchtest du das Mädchen nie wieder allein lassen .“Tim Robbins – Regisseur/Schauspieler. Ein Interview mit Astrid Korten



Liebe Astrid, herzlich willkommen im Bücherhaus. Ich freue mich sehr das du dich bereit erklärst hast, ein paar Fragen zu beantworten. Kaffee und frisch gebackene Torte stehen bereit.


1.) Für die Leser, die dich vielleicht noch nicht kennen, magst du dich mit 5 Worten beschreiben?

Ideenreich, humorvoll, zuverlässig, großzügig, ungeduldig.
(Das kann ich aus eigener Erfahrung nur bestätigen, Astrid Korten gehört zu den nettesten und großzügigsten Menschen die ich kenne, am Ende des Interviews, werdet ihr das auch selber sehen können)

2.) Wenn du nicht schreibst, was tust dann am liebsten?
Ich male Öl auf Leinen, treibe ein bisschen Sport und bin Familienmensch.

3.) Hast du einen Lieblingsschriftsteller, wenn ja, was fasziniert dich an ihm oder ihr?

Ja, die Geschwister Brontee. Sie begleiten mich schon mein ganzes Leben. Mir gefällt es, wie sie ihr Können in der viktorianischen Zeit und unter schwierigsten Bedingungen unter Beweis stellen konnten und SchriftstellerInnen wurden. In der Kindheit haben sie ihre Geschichten auf Toilettenpapier geschrieben, weil nichts anderes da war.


4.) Bald erscheint dein zweites Buch um den Ermittler Ibsen, hast du geplant ihm eine längere Reihe zu widmen?

So ist es. Ibsen wird meine Reihe für den Piper-Verlag. Es gibt weitere spannende Fortsetzungen.

5.) Ibsen ist ein sehr spezieller Charakter, was hat dich inspiriert ihn gerade so zu erschaffen wie er ist?

Ich finde viele Ermittler so „abgenutzt“. Deshalb wollte ich einen besonderen Charakter schaffen. Ich mag ihn sehr. Er ist so abseits vom Mainstream. Das beginnt schon mit seinem Namen.


6.) Diese Fragen waren zum warm werden, jetzt kommen wir zu dem Punkt über den wir bei unserem viel zu kurzen Treffen auf der FBM19 gesprochen haben. Du hast mich ja sehr neugierig gemacht.

Du hast mir erzählt, dass du in die USA fliegst und zwar für etwas ganz besonderes. Was kannst und darfst du mir und meinen Lesern denn verraten?




Letzte Woche ist mein brandneuer Psychothriller „Poppy“ erschienen. Das Buch beruht auf einer wahren Begebenheit um einen Kindesmissbrauch. Ich schreibe oft zuerst ein Drehbuch und reiche es dann in USA bei meinem Agenten oder im Drehbuchwettbewerb ein. In USA wurde der Roman nominiert. Aber dann geschah noch etwas. Ich hatte vorher für Piper einen Thriller geschrieben, der in USA spielt, dort auch nominiert wurde, und der im Herbst 2020 im Piper-Verlag veröffentlicht wird.
Mit diesem Drehbuch ist Tim auf mich aufmerksam geworden. Warum …? Das darf ich leider nicht verraten. Aber wenn das Buch auf dem Markt ist, wird jeder es verstehen. So kam auch Poppy zu ihm. Jedenfalls hat mein Agent einige Tage später das Drehbuch angeboten und ich wurde eingeladen. Man darf gespannt sein, wie dieses schwierige Thema umgesetzt wird.


                                          


Mittlerweile ist das Buch erschienen und es gibt schon viele Stimmen dazu, allein die Rezensionen auf Amazon zeigen wie tief die Leser durch Poppys Geschichte erschüttert sind und da ich das Buch auch gelesen habe, kann ich die Emotionen, die es hervorruft absolut nachvollziehen.
Da das kleine Mädchen aus dem Buch keine Fiktion ist, interessierte mich natürlich auch ihr weiteres Schicksal, so das es doch noch eine 7. Frage gab.

7.) Wie geht es Poppy heute, wie konnte sie die Erlebnisse in ihrer Kindheit verarbeiten.

Ich habe per Zufall Poppys Akte gelesen, weil ich in den Semesterferien bei einem Psychiater gearbeitet habe. Poppy hat als Teenager eine Therapie gemacht. Ich habe sie nie darauf angesprochen, weil mir das untersagt wurde. Wir haben uns Jahre später mal zum Essen getroffen und da hat sie mir von sich aus davon erzählt. Poppy hat einen sehr netten Mann kennengelernt (da war sie 32) und vier Kids bekommen. Sie lebt heute im Norden des Landes. Ihr Mann ist früh gestorben.

Poppy ist eines von vielen Kindern auf der ganzen Welt, die täglich unter Missbrauch zu leiden haben, umso wichtiger sind Bücher wie dieses, denn vielleicht öffnet es dem einen oder anderen die Augen. Es kostet nicht mehr als ein bisschen Überwindung seltsame Vorkommnisse in der Familie oder Nachbarschaft beim Jugendamt  zu melden, lieber schauen die Mitarbeiter dort einmal zu viel nach dem Rechten als einmal zu wenig.
Auch Betroffene finden dort Hilfe.
Astrid Korten selbst unterstützt den Kinderschutzbund, terre de femme und den Verein Lebenshilfe e.v.


Ihr könnt auch etwas gewinnen, mir wurden von Astrid 3 Sets bestehend aus Buch, Kugelschreiber Taschenlampe und einer Autogramm Karte zur Verfügung gestellt, die ich unter euch verlosen darf.







Beantwortet mir hier oder auf meiner Facebookseite folgende Frage:
Unterstützt ihr gemeinnützige Vereine, die sich speziell für Menschenrechte einsetzen?

Das Kleingedruckte:
wichtig. LESEN.
Teilnahmebedingungen
-das Gewinnspiel endet am 07.12.2019 um Mitternacht.
- den Beitrag auf dem Blog und/oder auf Facebook kommentieren
- Teilen wäre lieb, ist aber kein Muss
- Teilnahme ab 16 (oder mit Erlaubnis der Eltern) und mit Wohnsitz in Deutschland
- Kein Ersatz, wenn der Postbote lieber selbst das Buch lesen möchte
- Der Rechtsweg ist ausgeschlossen und eine Barauszahlung nicht möglich
- Die Adresse wird nur für den Versand des Buches an die Autorin weitergegeben

- Das Gewinnspiel steht in keiner Verbindung zu Facebook

Das Gewinnspiel ist beendet und die Gewinner sind ausgelost, Toldi du hast gewonnen,
Allen anderen Danke ich fürs Mitmachen.