Dienstag, 30. September 2025

Unsere Liebe war unerhört: Historischer Roman von Eva Müller



Sommer 1946: In einem bayerischen Dorf verliebt sich die junge Marga in den älteren Henryk. Sie stammt aus einer alteingesessenen katholischen Familie – er ist Jude und schlägt sich nach dem Krieg als Wanderkaufmann durch. Was er durchgemacht hat, erschließt sich ihr erst nach und nach, aber Marga kämpft für ihre gemeinsame Liebe. Henryk hat mit seinem Leben eigentlich abgeschlossen, als er Marga kennenlernt. Diese zweite Chance auf Glück, die sie ihm schenkt, grenzt für ihn an ein Wunder. Doch die Leute im Dorf finden Margas Interesse an Henryk unerhört. Solch eine Liebe dürfe doch nicht sein

Gegenwart: Jonathan, der erwachsene Sohn von Marga und Henryk, fühlt sich in seiner Heimat tief verwurzelt. Doch auch nach so vielen Jahren bekommt er noch immer die Abneigung zu spüren, die bereits sein Vater ertragen musste. Jonathan trägt die Bürde seiner Familiengeschichte in die nächste Generation und sucht seinen eigenen Weg, um mit ihr umzugehen.

Als sich Marga 1946 in Henryk verliebt, sind die Leute in ihrem katholischen, bayrischen Dorf empört. Nicht nur, dass Marga zwölf Jahre jünger ist als Henryk, der Wanderkaufmann ist dazu noch Jude. Hendryk hat während der Naziherrschaft schreckliches erleben müssen und leidet unter den Folgen.

 Doch Marga und Henryk kämpfen für ihre Liebe, die gerade ihm die Kraft gibt, seine schlimmen Erlebnisse in der Vergangenheit zu verarbeiten. Der Krieg und damit die Schreckensherrschaft der Nazis mögen zwar vorbei sein, die Vorurteile und die Abneigung gegen die einst Verfolgten sitzen jedoch immer noch tief in den Köpfen der Menschen. 

Diese Abneigung spüren nicht nur Marga und Henryk, sondern auch noch Jahrzehnte später ihr Sohn Jonathan, wie wir im Prolog erfahren, der mich zugegebenermaßen ziemlich wütend gemacht hat.

 Jonathan wird in seiner Wohnung überfallen und kann die Einbrecher gerade so in die Flucht schlagen. Seine Anzeige bei der Polizei wird allerdings nicht ernst genommen, genauso wenig wie der Diebstahl seines Autos oder die anonyme Bedrohung am Telefon.  

 Dies war mein erstes Buch der Autorin Eva Müller, und sie hat mich wirklich beeindruckt. Ihre akribische Recherche und die Gespräche, die sie mit den realen Vorbildern der Geschichte geführt hat, lassen ihre Protagonisten authentisch und nahbar erscheinen. Eva Müller zeigt auf, dass die Vergangenheit immer nachwirkt. Sie kann nicht ausgelöscht werden, und die Traumata werden von Generation zu Generation weitergegeben. 

Und leider lernen nicht alle aus den Fehlern, die in unserer gemeinsamen Vergangenheit begangen wurden. Sie halten fest an den überlieferten Vorurteilen. Diese Vorurteile haben nichts mit den individuellen Erfahrungen zu tun, die wir sammeln, sondern mit Einbildung und dem, was uns von anderen vermittelt wird. Die Geschichte wird aus wechselnden Perspektiven erzählt. Dies ergibt ein vielschichtiges Bild sowohl auf die handelnden Personen als auch auf das direkte Geschehen und hat mir persönlich recht gut gefallen.

Ein gelungenes und bewegendes Buch, das zeigt, wie stark Vorurteile und Traumata über Generationen hinweg nachwirken können. Authentische Figuren, sorgfältige Recherche und eine vielschichtige Erzählweise machen die Geschichte nicht nur zu einer eindringlichen und lesenswerten Lektüre,sondern auch zu einer wichtigen Erinnerung daran, wie wichtig es ist, aus der Vergangenheit zu lernen.



  • Herausgeber ‏ : ‎ Penguin Verlag
  • Erscheinungstermin ‏ : ‎ 12. Juni 2024
  • Auflage ‏ : ‎ Originalausgabe
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe ‏ : ‎ 400 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3328603344
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3328603344



  •  

    Montag, 29. September 2025

    Clete: Ein Dave Robicheaux-Krimi, Band 24 von James Lee Burke (Autor), Jürgen Bürger (Übersetzer)

    Klappentext »Gestatten, Clete Purcel. Ex-Cop aus New Orleans, Privatermittler und bester Freund von Dave Robicheaux. Seit Ewigkeiten helfe ich Dave, die schwersten Fälle zu lösen und die härtesten Gangster zu stellen. Doch jetzt bin ich es, der die Zügel in die Hand nimmt. Mein 1959er ­Eldorado wurde demoliert und für einen illegalen Transport benutzt. Drogen? Oder Waffen? Nein, ein hochbrisanter Giftstoff, der jetzt in ­einem Schließfach in einem Bahnhof liegt. Gemeinsam mit Dave werde ich ­alles ­daransetzen, eine Katastrophe zu verhindern.« Cletes draufgängerische Methoden beim Bekämpfen der Skrupellosen und Korrupten verleihen dem 24. Band der Dave-Robicheaux-Reihe eine neue Perspektive.

    Seit Jahren lese ich die Krimis von James Lee Burke seine unverwechselbare Erzählweise und die atmosphärisch dichten Schilderungen machen seine Storys zu etwas ganz besonderem.  Dave Robicheaux und Clete Purcel sind mir mit der Zeit fast schon ans Herz gewachsen, darum war meine Vorfreude auf den 24. Band der Reihe besonders groß.

    Dieses Buch stellt in mehrfacher Hinsicht eine Besonderheit dar, denn Burke erzählt die Geschichte nicht aus Daves, sondern aus Cletes Sicht. zum ersten Mal bekam ich  seine Gedankenwelt und sein Handeln direkt vermittelt und war ihm so nah wie nie zuvor.

    Der Roman spielt Ende der 1990er Jahre. Clete holt seinen frisch gewaschenen 1959er Cadillac Eldorado von der Waschanlage seines Kumpels Eddy ab und stellt ihn im Innenhof seines Hauses ab. Doch kaum ist der Wagen abgestellt, wird er von drei zwielichtigen Gestalten auseinander genommen, und Clete selbst wird brutal zusammengeschlagen.Die Angreifer haben allerdings nicht gefunden, was sie suchten, und setzen Clete weiter massiv unter Druck. Unterstützt von seinem besten Freund Dave versucht Clete herauszufinden, wer hinter den Attacken steckt und was sie suchen und ihre Gegner schrecken vor nichts zurück.

    Gerade in diesem Band zeigt sich Clete als vielschichtige Figur. Er ist kein Held im klassischen Sinn, sondern jemand mit eigenem Moralkodex. Frauen und Kinder sind sind in seinen Augen immer zu schützen, Rassismus bekämpft er konsequent  doch bei seinen Methoden legt er das Gesetz oft nach eigenen Regeln aus. Das macht ihn zu seiner hochspannenden Figur.

    Besonders eindrucksvoll sind die symbolischen und gesellschaftskritischen Akzente, die Burke einsetzt. Immer wieder hat Clete Träume oder sind es Visionen, in denen Figuren wie Jeanne d’Arc auftreten und ihn an den Rand des Wahnsinns bringen. Gleichzeitig hält der Autor den Blick auf die politischen und sozialen Verhältnisse der USA der 1990er Jahre, scharf beobachtend und mit hintergründigem Sarkasmus. Das macht es für die Leserinnen und Leser nicht immer leicht, denn hier reicht es nicht, dem Krimiplot einfach zu folgen. Man muss sich auch auf die vielschichtigen Symbole, die surreale Ebene von Cletes Erlebnissen und die politischen Anspielungen einlassen, um die ganze Tiefe des Romans erfassen zu können.

    Auch das Bild von Louisiana wird wieder lebendig: die Landschaft, die Schattenseiten und Hoffnungen ihrer Bewohner, der allgegenwärtige Kampf gegen Korruption und Gewalt. Mit Clete als Erzähler erhält die Reihe einen härteren,  Ton, der mich beim Lesen sofort begeistert  hat. Und doch blitzt trotz aller Dramatik  immer wieder schwarzer Humor auf, besonders in den Dialogen und stillen Momenten zwischen Dave und Clete. Deren tiefe, unerschütterliche Freundschaft ist eines der großen Fundamente dieser Serie.

    „Clete“ ist für mich ein überzeugender, spannungsgeladener Band, der die Figuren neu beleuchtet und die Reihe zugleich bereichert. Burke gelingt es erneut, einen Kriminalfall mit gesellschaftskritischem Tiefgang zu verbinden und dabei eine unverwechselbare, südstaatliche Atmosphäre zu erschaffen. Für Fans ist dieser Perspektivwechsel ein absolutes Highlight.


     
  • Herausgeber ‏ : ‎ Pendragon Verlag
  • Erscheinungstermin ‏ : ‎ 12. September 2025
  • Auflage ‏ : ‎ Deutsche Erstausgabe
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe ‏ : ‎ 384 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 386532908X
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3865329080
  • Originaltitel ‏ : ‎ Clete
  •  

    Mittwoch, 24. September 2025

    ZWEI LEBEN: Hinter dem Schweigen von Astrid Korten


    Noras Großmutter, Xanna ist verstorben, zwar hatte Nora im Erwachsenenleben nicht mehr viel Kontakt mit der Großmutter, ihre Kindheitserinnerungen aber erzeugen in ihr ein Gefühl der Wärme und die Erinnerungen an Kekse und Schokolade. . Dass sie sie nicht wirklich kannte, erahnt sie schon auf der Beerdigung, zu der viel mehr Menschen erscheinen als gedacht. Auf den Verlust der Großmutter folgt ein weiterer Schlag,  6 Monate nach der Hochzeit wird sie von ihrem Mann verlassen, sie wäre langweilig, vorhersehbar und auch ihr gemeinsamer Sohn Oliver wäre mit glücklichen getrennten Eltern besser dran und er hätte sie sowieso nur geheiratet, weil sie nach 10-jähriger Beziehung so sehr darauf drängte.

     
    Beim Entrümpeln von Xannas Haus stößt Nora kurze Zeit später auf eine Schatulle, deren Inhalt, ein Ring und ein Davidstern viele Fragen aufwirft. Um Antworten darauf zu finden, reist sie mit dem Journalisten Andreas Schwarz bis nach Belarus. Erst dort lernt sie ihre Großmutter wirklich kennen. Xanna wurde als die Jüdin Hannah in Osteuropa geboren und musste schon immer gegen Vorurteile und Einschränkungen kämpfen, aber erst als deutsche Truppen 1941 ihre Heimatstadt Glusk besetzen, erlebt sie, was es im schlimmsten Fall bedeuten kann »Jüdisch« zu sein und wie ihre ganze Welt auseinanderbricht. Sie verliert Familie und Freunde, und schließt sich dem Widerstand an Ihr Überlebenswille und die Fähigkeit, in schwierigsten Situationen durchzuhalten, prägen diesen Lebensabschnitt. Nach dem Krieg geht sie nach Paris und beginnt ein neues Leben, sie verschweigt ihrer Familie ihre Vergangenheit, die Nora erst nach und nach aufdeckt und dabei immer mehr ihre eigene Stärke entdeckt.


    Astrid Korten Geschichte handelt damit nicht nur von dem Terror, dem jüdische Familien im Krieg ausgesetzt waren, sondern auch von Identitätsverlust, Verdrängung und der schwierigen Entscheidung, ob und wie man über erlebtes Leid sprechen kann. Und sie zeigt uns Leserinnen und Lesern, wie wichtig es ist, die Vergangenheit nicht totzuschweigen oder zu verdrängen oder gar zu verleugnen, damit sie sich niemals wiederholt. Es gibt viele Romane, die sich auf zwei Zeitebenen bewegen und oft schon erzählten mir Autorinnen und Autoren aus ihren eigenen Familiengeschichten, das ist immer etwas Besonderes. Doch selten ist eine Geschichte, in der die eigene Familiengeschichte der Autorin oder des Autors verwebt ist, so berührend, wie diese.



    • ASIN ‏ : ‎ B0F7R8ZXGT
    • Herausgeber ‏ : ‎ Independently published
    • Erscheinungstermin ‏ : ‎ 6. Mai 2025
    • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
    • Seitenzahl der Print-Ausgabe ‏ : ‎ 287 Seiten
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 979-8282126341

    Schön, Reich, Tot von Nadine Hostettler

    Zugegeben, das Cover hat mich nicht angesprochen, aber der Klappentext hat meine Neugier geweckt und die Art, wie Nadine Hostettler erzählt, hat mich schnell für die Geschichte gewonnen. Die Autorin nahm mit in die Welt der Familie Borel, in der Geld, Erfolg und Schönheit die Spielregeln vorgeben. Wir lernen die Schwestern Borel kennen. Zoe die für eine Filmgesellschaft in Hollywood Gelder beschafft ist ständig auf Xanax, Paula ist Schriftstellerin in der Schweiz, Christina ist Sängerin und hat nur einen Wunsch:ein Kind

    Als der Vater der Schwestern stirbt, treffen sie im Haus der Borels aufeinander. Zoe, als neue Vermögensverwalterin, ist zum ersten Mal tonangebend und inszeniert die Beerdigung wie einen Hollywoodfilm, endlich so hofft sie kann sie die Anerkennung erfahren die sie immer vermisste. Währenddessen glaubt Paula nicht an einen Unfall und beginnt zu recherchieren, Christina sucht Trost bei einem Pastor.

     Nach und nach erfahren wir vom Leben der Borels im zweiten Abschnitt: Das Buch der Versager" lernen wir Max, seine Frau Teresa und seine Ex-Frau Olga kennen. und wir erfahren wie sich die Beziehungen und Lebensentwürfe der Familie entwickelt haben.

    Hostettler erzeugt in jedem Abschnitt eine besondere Atmosphäre, die Figuren sind vielschichtig und authentisch, ich hatte immer ein klares Bild vor Augen.Was mir besonders gefallen hat, ist die eindringliche Darstellung der handelnden Personen: Jede*r hat seine eigenen Wünsche, Zweifel und Widersprüche, alle wirken sehr echt und greifbar. Hostettler versteht es, Stimmungen und Konflikte einzufangen, ohne klischeehaft zu werden. Besonders gefallen hat mir, wie die Autorin mit  präzisem Stil die Konflikte einer Familie beschreibt, deren Lebensentwürfe von äußeren Zwängen bestimmt sind. Die Geschichte bleibt durchweg spannend, denn die Frage nach den wahren Todesumständen zieht sich als roter Faden durch den Roman.

    Mein Fazit: Ein vielschichtiger Generationenroman, der Familiengeheimnisse, Machtspiele und gesellschaftlichen Druck miteinander verbindet. Ich bin der Familie Borel gern durch alle Abschnitte gefolgt und habe bis zum Schluss mitgerätselt, was wirklich am Unglückstag geschah und wie es dazu kam.

     

  • Herausgeber ‏ : ‎ BoD – Books on Demand
  • Erscheinungstermin ‏ : ‎ 27. August 2025
  • Auflage ‏ : ‎ 1.
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe ‏ : ‎ 460 Seiten
  •  

    Dienstag, 23. September 2025

    Alles hat ein Ende: Eifelkrimi (Frederike Suttner) von Andrea Revers

    • Mein zweiter Krimi der Autorin Andrea Revers und nach „Vertrau mir nicht“ auch der zweite mit der pensionierten Kriminalkommissarin Frederike und auch diesen kann man mit Vergnügen lesen, wenn man die Vorgängerbände nicht kennt.


      Frederike hat eigentlich Grund zur Freude, ihre Nichte erwartet ihr erstes Kind, doch zeitgleich eröffnet diese ihr, dass sie den Verdacht hat, dass Frank, der werdende Vater, sie betrügt, und zieht sie erst einmal bei Frederike ein.




      Frederike versucht herauszubekommen, was mit Frank los ist, und stößt dabei auf ein erschütterndes Geheimnis des Beamten, das seine Karriere bei der Polizei zerstören könnte: Frank hat sich gegenüber seinem Jugendfreund Luis erpressbar gemacht, und der nutzt das gnadenlos aus.

      Sie wittert auch Mord, als eine Frau beim Mittagessen stirbt. Eine Portion »Himmel un Äd« wurde ihr zum Verhängnis.

      Die pensionierte Kriminalkommissarin beginnt zu ermitteln. Unterstützung erhält sie auch dieses Mal von Willi, Franks Onkel, der pensionierte forensische Psychologe ist, ihr ein guter Freund und eine große Hilfe. Sie stößt schon bald auf Zusammenhänge, die auch mir als Leserin schnell klar waren, und doch ist „Alles hat ein Ende“ ein wahres Lesevergnügen. Ich mag Frederike und ihre Beharrlichkeit, sie lässt sich nicht davon abhalten, die Wahrheit herauszufinden, nicht einmal durch das LKA.

      Und der Fall hat es wirklich in sich: Es geht nicht nur um die Wurst, es geht um Drogen, das hätte niemand in dem beschaulichen Eifeldorf erwartet.

      Neben dem Spannungsbogen im Kriminalfall hat mich auch die Darstellung der Dorfgemeinschaft sehr angesprochen. Das Eifeldorf wirkt lebendig und realistisch, mit all seinem Klatsch und Tratsch, dem lokalen Verkaufswagen der Metzgerei und dem Seniorenstift, in dem Willi wohnt. Die Bewohner dort sind liebevoll und mit Humor skizziert.

      Und so ist dieser Krimi mehr als ein beschaulicher Eifelkrimi – es ist eine Story über Menschen, ihren Alltag, ihre Schwächen und Stärken, inmitten einer spannenden Kriminalgeschichte. Und das Ende verspricht einen weiteren spannenden Teil der Buchreihe um Frederike, denn: Alles hat ein Ende…



      Herausgeber ‏ : ‎ KBV
    • Erscheinungstermin ‏ : ‎ 20. August 2025
    • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
    • Seitenzahl der Print-Ausgabe ‏ : ‎ 300 Seiten
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3954417375
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3954417377

    Montag, 22. September 2025

    Adelindis: Die toten Äbte von Carmen Mayer


     Im düsteren Kloster Bochaugia am Verdersee wächst die junge Adelindis auf, abgeschieden von der Welt und den Geheimnissen um ihre Herkunft als Findelkind. Während sie in den alten, verstaubten Handschriften der Bibliothek forscht, entdeckt sie eine tiefe Leidenschaft: die Heil- und Pflanzenkunde. Ein Wissen, das ihr Leben verändern könnte. Doch als sie ihren eigenen Weg finden will, fernab des strengen Klosters, sind nicht alle bereit, ihr diesen zu gewähren. Im Jahr 1136 wird Adelindis zur Klosterinsel Reichenau gesandt, um eine bedeutende Urkunde abzuholen. Dort gerät sie in ein Netz aus Intrigen, Verrat und dunklen Machenschaften. Der plötzliche und mysteriöse Tod des Abts Udalrich von Zollern erschüttert die Klostergemeinschaft. Schnell fällt der Verdacht auf Adelindis, die des Giftmords beschuldigt wird. In einem Wettlauf gegen die Zeit versucht sie, das Rätsel um den Tod des Abts zu lösen, während unerwartet Verbündete ihren Pfad kreuzen. Doch die Intrigen drohen, alles zu zerstören, was sie sich erträumt hat. Wird es Adelindis gelingen, das Geheimnis zu lüften und ihre Freiheit zu erlangen?



    Der Prolog erzählt uns Leserinnen und Lesern die wechselhafte Geschichte des alten Kloster Bochaugia, das abgeschieden von der Welt am Verdersee, eine handvoll Frauen beherbergt die aus den unterschiedlichsten Gründen Zuflucht suchen und dem alten Gemäuer neues Leben einhauchen wollen.

    Dann lesen wir die Geschichte aus der Perspektive Adelindis, die als Findelkind im Kloster aufwächst, niemand weiß wer sie vor die Klostertür abgelegt hat. Adelindis ist ein kluges und wissbegieriges Kind, sie lernt lesen und schreiben und erlangt mehr Wissen als von den Kirchenoberen erwünscht, ihr besonderes Interesse gilt den Heil und Giftpflanzen über die sie im Laufe der Zeit ein fundiertes Wissen erlangt.

    Dieses Wissen wird zur Gefahr für Adelindis, als sie das Kloster verlässt um ein für das Überleben des Klosters wichtiges Dokument von der Insel Reichenau zu holen. Kurz nach ihrer Ankunft stirbt der Abt und sie wird des Giftmordes beschuldigt. Adelinde muss das Rätsel um den Tod des Abts lösen.

    Carmen Mayers Geschichte um Adelindes und die toten Äbte entführt mich in das 12. Jahrhundert und ihre Beschreibungen des Lebens im "Alten Kloster" waren außerordentlich interessant. Adelindis verschafft sich vor allem Wissen über Kräuter und Heilkunde,meist aus eigener Initiative, wenn sie in den alten Handschriften der Klosterbibliothek stöbert. Die Auseinandersetzung mit solchen Themen gilt in jener Zeit jedoch als ambivalent: Einerseits schätzt man im Kloster heilkundliche Fähigkeiten durchaus, andererseits wird das Streben nach Wissen für Frauen gefährlich, sobald es als zu umfassend, zu eigenständig oder gar über das allgemein Gelehrte hinausgehend wahrgenommen wird. Hier wird die gründliche Recherchearbeit der Autorin deutlich. Alles, was ich gelesen habe und was meine durch sie geweckte Neugier mich weiter nachprüfen ließ, erwies sich als stimmig und gut belegt.

    Auch der Kriminalfall ist überzeugend aufgebaut: Ich konnte Adelindis Schritt für Schritt begleiten, wenn sie Zeugen befragte, logische Schlüsse zog, die anderen verborgen blieben, und dabei stets unter dem misstrauischen Blick ihrer Umgebung stand.

    In „Adelindis: Die toten Äbte“ erzählt Carmen Mayer eine spannende Krimigeschichte und nahm mich gleichzeitig mit ins Leben im mittelalterlichen Kloster. Adelindis, die Hauptfigur, machte mit ihrem Wissensdurst und ihrer Entschlossenheit richtig Eindruck bei mir und sorgte dafür, dass die Geschichte lebendig wirkt. Wer kluge Heldinnen und gut gemachte historische Krimis mag, wird mit diesem Buch sicher seinen Spaß haben.


    • Herausgeber ‏ : ‎ Bonifatius Verlag
    • Erscheinungstermin ‏ : ‎ 15. Mai 2025
    • Auflage ‏ : ‎ 1.
    • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
    • Seitenzahl der Print-Ausgabe ‏ : ‎ 392 Seiten
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3987900741
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3987900747

    Sonntag, 21. September 2025

    Selektion: Batgenes Trilogie Band 1 (Bücher der Batgenes-Reihe, Band 1) von Walther Stonet


     Klappentext: Eine spannende Liebesgeschichte: ein Powercouple, das sich im Outback findet und sich aufmacht, die Welt zu retten. Science Fiction: In nur acht Generationen ab jetzt ist die Welt dystopisch, heiß, pandemisch, durch eine böse rassistische Macht bedroht, die nach der Weltherrschaft strebt.

    Fantasy: Mutanten mit Fledermausgenen haben ihre Fähigkeiten und Virenresistenz geerbt.
    Phantastik: Die Mutanten können noch mehr. Sie werden es brauchen, damit ein Asteroid die Menschheit nicht ausrottet.
    Und das ewig Böse sie nicht unter die Knute nimmt.

    Ich kenne die Krimireihe um Graf-Brühlsdorf von Walther Stonet und mochte sie sehr. Als ich dann erfuhr, dass er auch eine komplett andere Art von Literatur geschrieben hat, war ich neugierig, vor allem weil es sich bei dieser um eine Mischung aus Fantasy, Science Fiction und Phantastik handelt, drei Genres, die ich ebenso wie Krimis sehr mag.

    Aber nun zum Buch: Es beginnt mit einer eher bedrohlichen Situation für den Ich-Erzähler Lou. Eine noch unbekannte Person bedroht ihn in einer staubigen Halbwüste mit einem Gewehr. Wie sich herausstellt, handelt es sich bei dieser Person um eine Frau  und bei dieser Frau um Beth. Beth rettet Lou vor Desperados und nimmt ihn mit in eine Station der "Energie", einer Organisation, die die Welt mit Strom versorgt, solange, bis die riesigen Spiegelsatelliten im All versagen und das werden sie wohl über kurz oder lang.

    Regiert werden die verbliebenen Menschen, die nach mehreren Pandemien, die die Menschheit nach der ersten Corona-Pandemie noch übrig geblieben sind, von der »Ordnung«. Die Ordnung führt ein strenges Regime und hat eine Klassengesellschaft etabliert. Lou hat sich dem entzogen, als er erfuhr, dass seine Ehe mit Claudia nur dem einzigen Zweck diente, Kinder zu zeugen.

    Und da steht ja noch etwas von einer Liebesgeschichte gleich zu Beginn des Klappentextes, die ist natürlich auch da, und zwar ziemlich präsent. Lou und Beth sind das Powercouple: Sie ergänzen sich hervorragend und bilden ein unschlagbares Team, das sich nicht nur mit Worten, sondern auch mit Gedanken verständigen kann. Sie sind beide fähig, ihre Gedanken mit anderen zu teilen, selbst mit den Droiden, die Beth bei ihrer Arbeit auf der Station unterstützen. Gemeinsam mit anderen nehmen Beth und Lou den Kampf gegen die totalitäre "Ordnung" auf. Ihr Weg ist nicht immer einfach, doch gemeinsam sind sie stark und überzeugen durch Klugheit und den Willen, die Welt in eine bessere zu verwandeln.

    Mein Fazit zu Selektion ist eindeutig positiv. Walther Stonet hat eine spannende Welt erschaffen, die eine düstere Zukunft mit einer fesselnden Handlung verbindet. Besonders gut fand ich, dass die Figuren im Mittelpunkt bleiben. Lou und Beth wirken als Team sehr glaubwürdig, und ihre besonderen Fähigkeiten sind so in die Geschichte eingebaut, dass sie passen, ohne übertrieben zu wirken, ebenso wie die technologischen Errungenschaften.

    Die Mischung aus ernsten Themen wie Klimawandel, Pandemien und einer strengen Herrschaft und dem trotzdem leichten, manchmal auch humorvollen Erzählstil hat mir gut gefallen. So wird das Lesen trotz der schweren Themen nie anstrengend.

    Wer Zukunftsgeschichten mag und sich auch für gesellschaftskritische Themen interessiert, bekommt hier ein Buch, das spannend ist, unterhält und gleichzeitig zum Nachdenken anregt. Für mich hat Selektion genau die richtige Mischung aus Spannung, Tiefe und Lesespaß – und macht definitiv Lust auf die nächsten Bände der Batgenes-Trilogie.

     

    • ASIN ‏ : ‎ B0D273YCX6
    • Herausgeber ‏ : ‎ Independently published
    • Erscheinungstermin ‏ : ‎ 8. April 2024
    • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
    • Seitenzahl der Print-Ausgabe ‏ : ‎ 412 Seiten
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 979-8321797860

     

     

    Freitag, 19. September 2025

    Im Kopf des Bösen – Der Happy Face Killer von Petra Mattfeldt und Axel Petermann


    Im Kopf des Bösen – Der Happy Face Killer ist bereits der dritte gemeinsam von Petra Mattfeldt und Axel Petermann geschriebene True-Crime-Kriminalroman.


    Bremen wird durch eine Serie brutaler Frauenmorde erschüttert, und das BKA zieht die Profilerin Sophie Kaiser hinzu, nachdem eine weitere Frauenleiche aufgefunden wird und sich der Täter an die Presse wendet. Gemeinsam mit ihrem Kollegen Leonard Michels gibt sie alles, den Täter, der seine Briefe mit einem Smiley unterschreibt, dingfest zu machen. 

    Leonard ist Kommissar bei der Mordkommission und bildet mit Sophie ein harmonisches Team. Er nimmt Sophies durch ihren Autismus geprägten Blick auf den Fall ernst. Sie haben ein respektvolles, fast freundschaftliches Verhältnis: Leonard bringt Geduld und Humor ein, findet sogar Gefallen an Sophies Eigenheiten und ergänzt ihr analytisches Denken mit seiner Erfahrung als Ermittler.

    Ich mag beide sehr.


    Die Story wird aus wechselnden Perspektiven erzählt, sodass ich beim Lesen nicht nur das Ermittlerduo bei ihrer Arbeit begleiten konnte, auch der Täter kommt zu Wort, und ich wusste manchmal etwas mehr als Sophie und Leonard. Wieder einmal konnten mich Petra Mattfeldt und Axel Petermann mit ihrer Story von der ersten bis zur letzten Seite fesseln. Die Zusammenarbeit der beiden Autoren ist außerordentlich gelungen und spürbar. Man merkt die Expertise von Axel Petermann als Profiler, der sein umfassendes Wissen gekonnt in die Handlung einfließen lässt. Gleichzeitig zeigt sich das schriftstellerische Talent von Petra Mattfeldt, die mit ihrem authentischen Stil die Fälle lebendig und spannend erzählt. Dieses perfekte Zusammenspiel aus fundierter Fallanalyse und mitreißender Erzählkunst macht die Reihe unverwechselbar und sorgt dafür, dass man als Leserin immer wieder neue Einblicke in die Psyche des Täters und auch der Ermittler bekommt.

    Der Epilog ist ein klein wenig beängstigend, warum, das müsst ihr natürlich selber lesen. 

    Besonders Interessant ist auch das Nachwort, in dem das Autorenduo, den zugrunde liegenden Fall des Happy Face Killers, Keith Hunter Jesperson der 1955 in Kanada geboren wurde erläutern. 

    Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung.

     

  • Herausgeber ‏ : ‎ MAXIMUM Verlag
  • Erscheinungstermin ‏ : ‎ 1. September 2025
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe ‏ : ‎ 280 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 398679073X
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3986790738
  •  

    Donnerstag, 18. September 2025

    Dunkelnah: Thriller von Roman Klementovic

     


    Ein seit Jahrzehnten stillgelegtes Kurhotel tief im Wald ist Simons neuer Arbeitsplatz. Er soll dem einstigen Luxustempel zur baldigen Wiedereröffnung verhelfen. Doch das Gebäude entpuppt sich als Bruchbude und die sonderbaren Besitzer scheinen etwas zu verbergen. Als Simon von dem mysteriösen Verschwinden einer jungen Frau erfährt, regt sich in ihm ein schlimmer Verdacht: Hat jemand aus der Hoteliersfamilie etwas damit zu tun? Er macht sich in dem riesigen Haus auf die Suche und ahnt dabei nicht, dass er längst in der Falle sitzt

    Dies war nicht mein erstes Buch des Autors Roman Klementovic und ganz sicher nicht mein letztes. Mit „Dunkelnah“ hat der Autor wieder einmal einen grandiosen Psychothriller vorgelegt, der seinen Vorgängern in nichts nachsteht. Simon nimmt einen Job in einem einsam gelegenen, stillgelegten Kurhotel an, das er für eine baldige Wiedereröffnung renovieren soll. Doch was er vorfindet, ist mehr als renovierungsbedürftig – das Hotel ist eine Ruine. Auch die Besitzer sind mehr als seltsam. Seine erste Begegnung mit dem Ehepaar ist beängstigend. Der Mann geht keinen Schritt ohne Gewehr und seinen Rottweiler, die Frau scheint die Augen vor der Realität zu verschließen. Sie sieht das Hotel mit ganz anderen Augen – für sie reicht „einmal aufräumen und durchfegen“, damit es im längst vergangenen Glanz erstrahlt. Das könnte auch am Schnaps liegen, den sie gern konsumiert und den sie auch Simon aufdrängt.

    Statt seinem ersten Impuls nachzugeben und zu fliehen, bleibt Simon und stößt bald auf ein düsteres Geheimnis. Als die Polizei im Hotel auftaucht, um das Besitzerpaar wegen des Verbleibs einer jungen Frau zu befragen, die seit einiger Zeit vermisst wird, sind diese nicht auffindbar. Simon kommt der Verdacht, dass sie etwas mit dem Verschwinden der Frau zu tun haben könnten, und macht sich in dem großen, verwinkelten Haus auf die Suche.

    Als Kind habe ich mich mit Freunden in Abbruchhäusern umgesehen, und auch deren vergangenen Glanz konnte man noch erahnen. So hatte ich beim Lesen ziemlich genaue Bilder vor Augen, denn der Autor war in seinen Beschreibungen sehr präzise. Ebenso schaffte er es, eine mehr als düstere und beklemmende Atmosphäre zu erzeugen, die sich im Laufe des Buches immer mehr steigerte – bis zu dem doch überraschenden Ende.

    Mich hat besonders  unheimliche Stimmung fasziniert, die sich wie ein roter Faden durch die ganze Geschichte zieht.  Das steigert die Spannung und macht die Lektüre  zu einem Vergnügen.

    Ich gebe für „Dunkelnah“ eine klare Leseempfehlung und freue mich schon jetzt auf weitere Bücher des Autors.

     

    • Herausgeber ‏ : ‎ Gmeiner-Verlag
    • Erscheinungstermin ‏ : ‎ 10. September 2025
    • Auflage ‏ : ‎ 1. Auflage 2025
    • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
    • Seitenzahl der Print-Ausgabe ‏ : ‎ 384 Seiten
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3839208696
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3839208694

     

    Sonntag, 14. September 2025

    Schwüre, die wir brechen: Ein Fall für Svea Karhuu und Jon Nordh von Roman Voosen und Kerstin Signe Danielsson.


    Der Fall, mit dem Jon Nordh und seine Kollegin Svea Karhuu es zu tun bekommen, hat es wirklich in sich: Eine Leiche wird mit einem angenähten Krokodilskopf gefunden, was die Ermittler vor ein rätselhaftes und besonders grausames Verbrechen stellt. Jon versucht zunächst, die Übernahme des Falls zu vermeiden, die Belastung scheint zu groß, nicht nur für ihn, sondern auch für seine junge Kollegin, die mit einem belastenden Vorfall aus ihrer beruflichen Vergangenheit kämpft. Auch Jon muss mit dem Tod seiner Frau fertig werden und mit dem Verrat eines Kollegen, der gemeinsam mit Jons Frau bei einem vermeintlichen Unfall starb. Zudem fordert die alleinige Erziehung seiner beiden Kinder eigentlich all seine Kraft. Seine Vorgesetzte, Polizeichefin Mellander, lockt ihn mit der Offenlegung der Akte zum Tod seiner Frau, weshalb Jon letztlich den Fall annimmt.

    Weitere Tote und ein verschwundenes Mädchen setzen die Ermittler noch weiter unter Druck, können Svea und Jon wenigstens sie retten?

    Eine Podcasterin scheint mehr über den Fall zu wissen, doch statt bei den Ermittlungen zu helfen, nutzt sie die Situation aus, um noch bekannter zu werden.

    Besonders faszinierend waren für mich die Einblicke in die altägyptische Mythologie, die als roter Faden durch die Inszenierung der Opfer zieht. Ebenso bedrückend und spannend ist das, was wir als Leserinnen und Leser über die berüchtigte Colonia Dignidad in Chile erfahren, vor allem durch die Figur Peter, der dort elternlos aufwuchs und schwere Misshandlungen erlitten hat. In beiden Aspekten zeigt sich die ausgezeichnete Recherchearbeit des Autorenduos Roman Voosen und Kerstin Signe Danielsson.

    Die Hinweise auf den Täter sind schwer zu entschlüsseln. Dank der Rückblenden war ich den Ermittlern manchmal einen Schritt voraus, doch am Ende fügen sich alle Puzzlestücke auch für das Team zusammen. Insgesamt ist „Schwüre, die wir brechen“ ein atmosphärisch dichter und bisweilen sehr brutaler Krimi, den ich mit großem Interesse gelesen habe. Einziger kleiner Kritikpunkt ist der etwas gemeine Cliffhanger. Ich bin allerdings schon sehr gespannt auf den hoffentlich bald erscheinenden 3. Band der Reihe, dann werden sicherlich einige Fragen beantwortet, die jetzt noch offen sind.


    • Herausgeber ‏ : ‎ KiWi-Paperback
    • Erscheinungstermin ‏ : ‎ 14. August 2025
    • Auflage ‏ : ‎ 1.
    • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
    • Seitenzahl der Print-Ausgabe ‏ : ‎ 448 Seiten
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3462007076
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3462007077

    Das schwarze Geheimnis von Maulbronn: Historischer Roman (Bruder Anselm) von Norbert Weimper


     Kloster Maulbronn im Jahre des Herrn 1516. Der junge Anselm sucht das weltabgewandte mönchische Leben. Als die mächtige schwäbische Zisterzienserabtei bedroht wird, schickt ihn der Abt auf eine gefährliche Mission. Hohe weltliche Herren und der berüchtigte Magier Dr. Johann Faust kreuzen seinen Weg. Man trachtet ihm außerhalb und innerhalb der Mauern nach dem
    Leben. Doch Bruder Anselm muss sein geliebtes Kloster retten. Der versteckte Brief einer Seherin weist ihm den Weg zum Schwarzen Geheimnis.


    Anselm ist kein Kind der Liebe und er wächst ohne sein Mutter Margarethe bei den Bauern auf deren Hof sie gearbeitet hatte, denn Margarethe ist eines Tages ohne ein Wort verschwunden auf dem Eflinger ist er mehr geduldet als willkommen. Als Neunjähriger wird er vom Bauern, ins nahegelegene Kloster Maulbronn gebracht. Das Essen auf dem Hof ist knapp und Anselm mit seinen zwei linken Händen ein unnützer Esser. 

    Auch im Kloster wirkt Anselm zunächst verloren. Die Arbeit in der Backstube liegt ihm  ebenso wenig weiter wie die Aufgaben draußen auf dem Hof. Viel lieber möchte er  lesen und schreiben lernen Latein ist sein heimlicher Traum, eines Tages möchte er auch ein Mönch sein und sein Leben vollkommen den Geboten Gottes widmen.  Erst als er Bruder Raimund, dem Finanzverwalter, zur Seite gestellt wird und Botengänge übernehmen darf, erhält er Zutritt zu Unterricht und Weltwissen der Klosterbrüder. Norbert Weimper schildert das klösterliche Leben Anfang des 16. Jahrhunderts so authentisch, ich hatte ein relativ klares Bild des Klosterlebens vor Augen.

    Doch das beschauliche Klosterleben ist auch von Unruhe und Gefahr geprägt. Im zweiten Teil des Romans wird das Kloster durch äußere Bedrohungen und dunkle Machenschaften erschüttert. Der Abt vertraut dem inzwischen gereiften Anselm eine riskante Aufgabe an, die weit über die Klostermauern hinausführt. Jetzt muss Anselm Mut beweisen, zum ersten Mal verlässt er den vertrauten Schutz des Klosters, um einen rätselhaften Auftrag zu erfüllen, von dem das Überleben seiner Gemeinschaft abhängt. Machtspiele, Intrigen und ein Geheimnis um ein schwarzes Pulver fordern ihn heraus. Und dann ist da noch das Geheimnis um das Schicksal seiner Mutter und das Geheimnis seiner Herkunft.

    Im Zusammenspiel von historisch belegten Figuren, wie dem Herzog von Württemberg und dem Bischof von Speyer, und fiktionalen Elementen entsteht ein atmosphärisches Bild jener Zeit, das nicht nur das Leben im Kloster, sondern auch dessen Bedrohung durch die Welt der Mächtigen greifbar macht. Anselm muss Entscheidungen treffen, die ihn nicht nur als Mönch, sondern als Mensch wachsen lassen.

    Norbert Weimper gelingt es, mit eindringlicher Sprache und fundiertem historischen Hintergrund eine Geschichte zu erzählen, die tief ins Herz der Klosterkultur führt.

     

  • Herausgeber ‏ : ‎ Gmeiner-Verlag
  • Erscheinungstermin ‏ : ‎ 9. Juli 2025
  • Auflage ‏ : ‎ 1. Auflage 2025
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe ‏ : ‎ 320 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 383920853X
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3839208533
  •