Uwe Friedrichs und seine Kollegen müssen gleich zwei Morde aufklären, im »Großen Garten« in Dresden werden am selben Abend zwei Frauen brutal vergewaltigt und getötet. Ingeborg, die nach Schichtende auf dem Nachhauseweg war und die Schülerin Simone, die mit ihrem Freund im Kino gewesen ist.
Erste Ermittlungen führen schnell zu einem Erfolg und zu einer Festnahme, der mutmaßliche Täter hat schon einmal eine Frau vergewaltigt und wurde erst vor kurzem aus dem Gefängnis entlassen. Doch Uwe kommen Zweifel und er ermittelt auf eigene Faust weiter, wobei ihm sein Chef Major Horst Günzel den Rücken freihält, denn der weiß genau, was er an Uwe hat. Und tatsächlich gibt es bald darauf ein weiteres Opfer.
Andreas M. Sturm hat es auf beeindruckende Weise geschafft, einen spannenden Kriminalfall vor der Kulisse der ehemaligen DDR zu schreiben, er weiß allerdings auch, wovon er schreibt, geboren und aufgewachsen in Dresden kennt er das Leben und die besonderen Umstände dort genau. Und so erfahren wir nicht nur von den Ermittlungsmethoden der damaligen Zeit, wir blicken auch auf die Lebensumstände der Menschen.
Gewaltverbrechen wurden in der ehemaligen DDR vertuscht, Mord und Totschlag passten nicht in das Idealbild des sozialistischen Staats. Dass ehemalige Kriegsverbrecher vom System eine reine Weste bekamen, wenn ihre Fähigkeiten gebraucht wurden, wurde übrigens ebenso vertuscht, hier dachte ich tatsächlich das nur im Westen Naziverbrecher direkt nach dem Krieg wieder in gehobene Positionen kamen, so kann man sich irren.
Und so verwundert es nicht, dass ein Stasimitarbeiter nach dem dritten Mord zum Team dazustößt, Major Eichler dessen Möglichkeiten die Ermittlungen trotz aller Skepsis ihm gegenüber vorantreiben.
Die vom Autor geschaffenen Protagonisten sind Menschen wie du und ich, mit Ecken und Kanten und dem Willen ein gutes Leben zu führen, das ist nicht immer einfach in einem Staat, in dem jeder ein Spitzel des Staates gewesen sein könnte und in dem Mangelwirtschaft an der Tagesordnung war. Und so trifft auch Uwe wieder auf einen alten Bekannten, dem Stasimitarbeiter Oberleutnant Michael Reinhardt, der schon lange versucht Uwe etwas anzuhängen, die Chance sieht er jetzt in den Schwarzmarktgeschäften von Uwes Bruder. Wie Uwe dieses Problem löst und was sonst noch spannendes geschieht, das müsst ihr natürlich selber lesen, ebenso welches Geheimnis hinter dem »Henker mit dem Totenkopf« steckt.
Bei dem vorliegenden Buch handelt es sich um den zweiten Fall des Volkspolizisten Uwe Friedrichs und wenn man ehrlich ist, ist es auch der zweite Fall für Sabine Fuchs, Uwes Freundin, die so manchen Hinweis liefern kann, die zur Aufklärung des Falls beitragen.
Ich vergebe für "Der Henker mit dem Totenkopf" eine absolute Leseempfehlung.
- Herausgeber : edition krimi; 1. Edition (5. Oktober 2022)
- Sprache : Deutsch
- Taschenbuch : 351 Seiten
- ISBN-10 : 3948972761
- ISBN-13 : 978-3948972769
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