Montag, 23. Oktober 2017

Ein Reif von Eisen Die Königschroniken 1 von Stephan M. Rother

Ausnahmsweise bekommt ihr an dieser Stelle den Klappentext, würde ich mich an einer Zusammenfassung versuchen, ich würde mich gnadenlos verhaspeln. Zu viele Personen und Handlungsstränge finden sich auf gerade mal 384 Seiten zusammen.

Im Kaiserreich der Esche herrscht Unruhe. Die Blätter des heiligen Baumes beginnen zu welken – ein Machtwechsel steht kurz bevor. 
Stammesfürst Morwa sucht in der düsteren Zeit die Völker des Nordens unter seinem Banner zu einen. Nur einen Stamm gilt es noch zu besiegen. Eile ist geboten, er spürt sein Ende nahen. Einzig die Kräfte der Sklavin Ildris erkaufen ihm eine letzte Frist. Doch welchem seiner Söhne soll er den Reif des Anführers anvertrauen? Die falsche Entscheidung könnte die Welt in Dunkelheit stürzen.
Zur selben Zeit will die junge Leyken aus dem Oasenvolk des Südens einen Schwur erfüllen: Sie begibt sich auf die Suche nach ihrer Schwester und fällt dabei in die Hände von Söldnern. Kurz darauf findet sie sich in der kaiserlichen Rabenstadt im Netz höfischer Intrigen wieder. 
In der längsten und kältesten Nacht des Jahres spitzen sich die Ereignisse zu, das Schicksal der Welt liegt in den Händen dreier Frauen: Ildris’, die ein Geheimnis mit sich trägt, der ehrgeizigen Leyken und Morwas unehelicher Tochter Sölva. Können sie gegen die Dunkelheit bestehen? Kann eine von ihnen das Land aus der Dunkelheit führen?

Meine Meinung:

Stephan M. Rother, setzt bei seinen Lesern eine gewisse Konzentrationsfähigkeit voraus, wie man es selten findet, immer wieder wechselt er die Handlungsstränge und damit die Protagonisten, immer wieder musste ich mich auf neue Orte einstellen. Wie ein Bild, von dem man immer ein weiteres kleines Stück zu sehen bekommt aber nie das große Ganze.
Der Autor lässt seinen Protagonisten Zeit sich vorzustellen, nach und nach lernt man sie kennen, ihre Charaktereigenschaften, ihre Beweggründe so zu handeln wie sie es tun. Noch wird kein Hauptaugenmerk auf eine der Personen gelegt, sie alle kommen gleichberechtigt zu Wort um es einmal so auszudrücken, ich bin gespannt wie es im zweiten Teil des Buches weitergeht, ob sich einer der Charaktere als Hauptprotagonist herauskristallisiert oder nicht.
Ich kann auch noch keinen Lieblingscharakter benennen, sie alle haben ihre positiven Züge und in ihnen allen liegt ein Geheimnis verborgen, das sie teilweise nicht einmal selbst kennen.
Leider ist die Geschichte nicht in sich abgeschlossen, was ich persönlich sehr schade finde, gerade hatte ich mich etwas zurecht gefunden im Kaiserreich der Esche musste ich es auch schon wieder verlassen.


Mit einem Klick auf das Cover, könnt auch ihr euch auf die gefahrvolle Reise in das Kaiserreich der Esche machen.

  • Broschiert: 384 Seiten
  • Verlag: Rowohlt Taschenbuch Verlag; Auflage: 1 (20. Oktober 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 349927356X
  • ISBN-13: 978-3499273568


Dienstag, 17. Oktober 2017

Tausend Teufel von Frank Goldammer

Zur Verlagsseite
Inhalt: Zwei Jahre nach Kriegsende leiden die Menschen im zerstörten Dresden bitterste Not. Lebensmittel,Medikamente und  Kohlen sind streng rationiert oder gar nicht erst zu bekommen, dementsprechend aufgeheizt ist die Stimmung gegen die sowjetischen Besatzungsmächte die in der Stadt, alles kontrollieren.
Als kurz nacheinander zwei sowjetische Soldaten tot aufgefunden werden steht Oberkommissar Max Heller vor der schwierigen Aufgabe, die Morde aufzuklären ohne dabei selber ins Visier der SMAD, der Sowjetischen Militäradministration in Deutschland zu geraten.
Als weitere Morde geschehen muss sich Heller auf ganz dünnem Eis bewegen um auf der einen Seite den Täter zu finden und auf der anderen Seite unschuldige Kinder vor den Besatzern zu schützen.

Meine Meinung: Was für ein Buch, was für eine Geschichte. Natürlich habe ich, wie wohl jeder von den Zuständen nach dem Krieg in Deutschland gehört, von dem Hass und der Angst die besonders den sowjetischen Besatzungsmächten entgegen schlugen, von den tausenden die an Hunger, Kälte und Krankheiten starben und von denen die plötzlich verschwanden und nie wieder auftauchten.
Aber das waren Berichte aus Geschichtsbüchern oder Bruchstücke aus Erzählungen von Verwandten, die eigentlich nicht über ihre Erlebnisse sprechen wollten. Außerdem war das ja im *Osten* bei den *Russen*.
Bevor ich mit dem Lesen begann, hatte ich eine relativ klare Vorstellung von dem was ich lesen würde, einen spannenden Krimi vor der Kulisse einer zerstörten Stadt, ein paar kleinere Schwierigkeiten die der Ermittler Max Heller mit den Besatzungsmächten zu lösen hätte und eine politisch korrekte Auflösung der Morde.
Bekommen habe ich etwas vollkommen anderes. Frank Goldammer führte mir ein Szenario vor Augen, das mir so manches Mal die Tränen in die Augen trieb, seine Beschreibungen der Lebensumstände der damaligen Zeit sind mehr als anschaulich. Ich konnte mir den ständigen Kampf ums Überleben der Erwachsenen und besonders der Kinder die alles verloren hatten recht gut vorstellen. Ich maße mir nicht an zu behaupten das ich nachfühlen konnte wie es damals war, denn das kann niemand, der nicht dabei war.
Zugegebener Maßen rückte der Kriminalfall ab einem bestimmten Punkt etwas ins Hintertreffen, ich wollte eigentlich nur noch wissen wie es den Kindern erging und ob Max Heller, der sich weigert in die SED einzutreten und sich vor allen Vorgesetzten für diese Weigerung rechtfertigen muss, unbeschadet aus allem hervorgeht.
Tausend Teufel, ist ein eindringliches Buch, eines das nicht so schnell aus den Köpfen der Leser verschwinden wird.
Und auch wenn die Krimihandlung für mich nicht immer hoch spannend war, ich habe mich ablenken lassen von den einzelnen Schicksalen es liegt also an mir, nicht am Buch, vergebe ich eine absolute Leseempfehlung.

Mit einem Klick auf das Cover seid ihr, wie immer, direkt beim Verlag.
  • Broschiert: 368 Seiten
  • Verlag: dtv Verlagsgesellschaft (13. Oktober 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3423261706
  • ISBN-13: 978-3423261708

Sonntag, 15. Oktober 2017

Das Bücherhaus auf der FBM17 Teil 2

Ohne ein Bild der berühmtesten Eule der Messe, geht es nicht. Ich finde sie einfach total schön.

Aber nun weiter mit meinem Bericht. Nachdem mich Martina mit Kaffee versorgt hatte, war ich soweit wieder hergestellt das ich mich auf die Suche nach dem Papierverzierer Verlag, in der Hoffnung dort auf Mario Steinmetz zu treffen und vielleicht auch schon sein neues Buch Armageddon: Horror (Hell's Abyss 3)
erwerben zu können, denn wie ich mittlerweile erfahren hatte, wenn der Autor am Stand ist, darf man auch kaufen. Leider hatte ich Pech und es war nur ein Ansichtsexemplar da, also hieß es *Nur gucken, nicht mitnehmen* Schade aber nicht zu ändern und die nächsten 14 Tage werde ich eben mehr oder weniger geduldig ausharren. 
Dafür hat mir Mario etwas über seine nächsten Projekte erzählt, da kommt einiges auf uns zu.Und wenn ihr auf das Bild klickt, kommt ihr direkt zu Lucy, wenn ihr euch traut. Als e-book gibt es das Buch übrigens schon.


Zu Lucy

Um 15 Uhr war ich mit der wunderbaren Autorin Astrid Korten verabredet, die sich fast eine ganze Stunde Zeit genommen hat um mit mir und Kerstin Dorer von Seehases Lesewelt zu plaudern. Wie haben viel spannendes erfahren, neue aufregende Projekte sind in Planung und wir durften das Cover ihres neusten Thrillers sehen, ich kann euch sagen es ist ein Traum. Und wir sprachen über ihr aktuelles Buch, das Traubenzimmer von dem sie Kerstin und mir ein Exemplar geschenkt hat, Kuschelsocken bekam ich auch noch, für gemütliche Lesestunden, die sind nicht auf dem Bild, die habe ich gleich am Abend noch eingeweiht und drehen ihre erste Runde in der Waschmaschine. Mit einem Klick auf die Bilder, kommt ihr zur Autorenseite oder zu einer Leseprobe. Vielen vielen Dank liebe Astrid, es war so schön dich in Natura zu sehen.






Um 16 Uhr musste ich schon weiter, da sich ein Termin in Luft aufgelöst hatte, hatte ich Zeit um zum Bloggertreff des Gmeiner Verlags zu gehen. Eine gute Entscheidung, denn dort traf ich nicht nur auf die Verlagsmitarbeiter, die sich durch ihre freundliche und herzliche Art auszeichnen, sondern auch auf weitere Bloggerkolleginnen und kollegen, die ich bisher nur vom Lesen kannte. Die Mädels vom Blog  Nicht ohne Buch, sind so lieb und herzlich, so wünsche ich mir alle Begegnungen mit anderen Bloggern. Und ja es gibt sie, männliche Blogger, Roland Reis vom Blog Rolands Bücher, entpuppte sich auch als sehr angenehmer Gesprächspartner. Natürlich vergesse ich auch die anwesenden Autoren nicht, die ihre Bücher vorstellten und danach noch für Gespräche offen waren. Im nächsten Leben werde ich Reich, jawohl, dann wandern die Bücher nicht nur auf meine Wunschliste sondern gleich in meine Taschen.

Den Abschluss bildete das Bloggertreffen von Randomhouse, ab 17.30 trafen sich Blogger und Autoren zu einem gemütlichen Beisammensein, bei leckeren Häppchen und  Getränken, boten sich viele Gelegenheiten mit den Autoren und Bloggern zu plaudern.

Mein Fazit der fbm17. Schön war es, sehr informativ und total entspannt, aber der Messeblues, wie nach Leipzig stellte sich nicht ein.

Das Bücherhaus auf der FBM17 Teil 1


Nachdem ich von der Leipziger Buchmesse im März so begeistert war und von der FBM immer nur gehört habe, wollte ich mir ein eigenes Bild machen. Die Akkreditierung als Blogger kam dann auch recht schnell und am 13.10.2017 machte ich mich früh morgens auf den Weg.

 ©Kerstin Dorer


Um kurz nach 8 war ich ja mit meiner lieben Freundin Petra Berger vom Blog phantastische-fluchten.blogspot.de auf dem Hauptbahnhof verabredet.

Auf der Messe angekommen, hieß es erst mal sich zu orientieren, wo ist wer und mit wem bin ich wann verabredet? Die erste Stunde lief ich also erst mal die Hallen ab, dabei konzentrierte ich mich allerdings auf Halle 3 und Halle 4, mehr ist sowieso nicht zu schaffen wenn man nur einen Tag Zeit hat.

Ein Besuch beim Acabus Verlag war allerdings Pflicht, die Mitarbeiterinnen dort sind immer sehr freundlich und das Verlagsprogramm ist so vielfältig wie das Leben selbst.
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 Ebenso musste ich den Bielefelder Verlag Pendragon aufsuchen, der u.a. herausragende Krimis veröffentlicht, James Lee Burke ist mittlerweile einer meiner Lieblingsautoren geworden und so sind wieder einige Bücher auf meiner Wunschliste gelandet. 
Vielen Dank Günther Butkus, dass du dir Zeit für mich genommen hast.

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Um 10 Uhr kam dann auch Kerstin von Seehases Lesewelt auf der Messe an, damit war unser Trio komplett um sich aber auch bald wieder zu trennen, nach einem frühen Mittagessen an einem der zahlreichen Food Trucks ( sehr leckeres Thailändisches Essen) stand mein erster Termin an. 

Die Veranstaltung der Mainwunder Agentur unter der Leitung von Tanja Rörsch:

Der Blogger Future Place



Der erste Teil der Veranstaltung war für mich leider nicht so interessant, da es Hauptsächlich um die Präsenz der Buchblogger auf You Tube ging, das ist gar nichts für mich, aber wie man auf dem ersten Bild sieht, die Zuhörer hingen gebannt an den Lippen der jungen Damen auf dem Podium (Lippenlesen war sowieso angesagt, da an einem Nachbarstand ausgiebig laut und gar nicht mal so schlecht, gesungen wurde).

Der zweite Teil war da schon interessanter, wenn auch irgendwie traurig, anscheinend muss man einige erwachsene Menschen auf die einfachsten Benimmregeln hinweisen, es ging natürlich um den Kontakt zwischen Bloggern und Verlagen bwz. Autoren. Wie man sie anschreibt, welche Informationen man schon im Vorfeld gibt. Wenn es schon an den einfachsten Höflichkeitsformen mangelt, darf sich niemand wundern, als Rezensent abgelehnt zu werden.

Jetzt kommt ein wirklich ärgerlicher Teil der FBM, also für mich. Was immer mich seit Wochen plagt hat gnadenlos zugeschlagen und ich musste die Veranstaltung früher verlassen und erst mal eine Weile an die frische Luft, die Alternative wäre gewesen das ich umkippe, Platz dafür wäre zwar gewesen, aber das muss ja nicht sein. ;o)
Hier möchte ich mich bei Martina bedanken, die mich begleitet hat.

Donnerstag, 12. Oktober 2017

Stadt der Tiefe- Der Hüter von Jasmin Jülicher

Zum Buch
Inhalt: Im Jahr 1888 bietet Biota eine Stadt die auf dem Meeresboden erbaut wurde nach dem Großen Krieg eine sichere Zuflucht. Geleitet von den Oberen mangelt es den Bewohnern Biotas an nichts, es gibt keine Gewalt und Wissenschaftler forschen unablässig daran das Leben für die Menschen noch angenehmer zu machen. Alle Erinnerungen an den Krieg und die Zeit vor Biota wurden ausgelöscht und die Bewohner angepasst, für Gedanken gegen die Gemeinschaft und gegen die Obrigkeit ist kein Platz in den Köpfen der Menschen. Doch dann geschieht etwas, das in Biota eigentlich unmöglich ist, eine Frau wurde ermordet und sie bleibt nicht das einzige Opfer.

Meine Meinung:
Zu Beginn der Geschichte erzählt die Autorin Jasmin Jülicher, wie es zu dem großen Krieg kam, dieser Abschnitt ist leider etwas kurz, allerdings verrät er trotzdem den wesentlichen Auslöser für den Krieg: Habsucht, Gier und das Streben nach immer mehr von Allem. Damit habe ich nicht gespoilert, denn das sind die Auslöser für die meisten Konflikte. Aber auch dies gibt es in Biota nicht mehr, es ist friedlich und die Menschen gehen respektvoll miteinander um, alle sind gleich, sofern sie innerhalb ihrer Kaste agieren, denn wie sollte es anders sein, es gibt immer die Höhergestellten, hier sind es die Wissenschaftler und die Oberen.
Schon früh wird in Tests ermittelt welchen Beruf jemand in Biota einnimmt. Alexander hat sich dazu entschieden Hüter zu werden, vergleichbar mit einem Polizisten, der durch die Gänge Biotas geht und den Menschen ein Gefühl von Sicherheit und Ordnung vermittelt, vielmehr hat er auch nicht zu tun, bis zu dem Tag an dem die erste verstümmelte Leiche auftaucht.
Gemeinsam mit der Biologin Nic, macht er sich auf die Suche nach dem Täter. Und hier wird es schwierig, wie kann man ermitteln, wenn niemand etwas von dem Mord erfahren darf, denn Mord gibt es ja nicht.
Ich könnte euch jetzt das gesamte Buch erzählen, die Zusammenhänge erläutern so wie ich sie während des Lesens verstanden habe, aber das wäre schade für euch, denn das Buch ist wirklich lesenswert, nach und nach kommen die Zusammenhänge ans Licht und damit das eine oder andere Geheimnis Biotas. Mit diesen aufgedeckten Geheimnissen stellten sich mir allerdings auch immer mehr Fragen, z. B die nach der Wahrheit über das was während der letzten Jahre an Land vor sich ging.
Eins wird allerdings dem Leser und auch Alexander bald klar: Nichts ist wie es scheint unter der funkelnden Oberfläche Biotas verborgen liegt jede Menge Dreck, den die Oberen auf gar keinen Fall offenbaren wollen.

Die Protagonisten Alexander und Nic sind sehr sympathische Protagonisten, besonders Alexander ist mir ans Herz gewachsen, eigentlich völlig überfordert (Sein Wissen über Mordermittlungen bezieht er aus einem Buch Arthur Connor Doyles) versucht er alles um die Morde aufzuklären, er geht sogar soweit das er dabei selber Gesetze Biotas bricht, er darf z.B. gar nicht allein mit Nic in einem Raum sein, da sie weit über ihm steht.
Nic ist etwas undurchsichtig, sie verstößt von Anfang an gegen alle Regeln im Umgang mit Untergeben, ihre Gründe dafür wurden mir bis zum Schluss nicht ganz klar.

Ich vergebe für die Stadt der Tiefe - Der Hüter, eine Leseempfehlung und hoffe, dass es nicht allzu lange dauert, bis Alexanders und Nics Geschichte weitererzählt wird.

Wenn ihr auch eintauchen wollt in die Tiefen und Untiefen Biotas, mit einem Klick seid ihr ausnahmsweise nicht auf der Verlagsseite, sondern bei Amazon.


  • Taschenbuch: 328 Seiten
  • Verlag: Nova MD; Auflage: Erstauflage (15. September 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3961114854
  • ISBN-13: 978-3961114856


Dienstag, 10. Oktober 2017

Buchblogger interviewen den Buchhandel zum Deutschen Selfpublishing Preis


Ich durfte an der Aktion Blogger interviewen Buchhändler zum Selfpublishing Preis teilnehmen und habe mich für die Osiandersche Buchhandlung entschieden. Zunächst kontaktierte ich den Filialleiter der Balinger Filiale, Herrn Christian Ludewig.



Das Balinger Team

Herr Ludewig,verwies mich an Herrn Schmitzer, dem Einkaufsleiter der Osianderschen Buchhandlung.


      Das Interview             



1) Möchten Sie sich und die Buchhandlung Osiander kurz vorstellen? Was ist das Besondere an diesem Familienunternehmen?

OSIANDER wurde 1596 in Tübingen gegründet und ist die zweitälteste bestehende Buchhandlung Deutschlands.

Unseren Erfolg verdanken wir vor allem unseren Kunden, die uns vertrauen und unsere Buchhandlungen und den Webshop OSIANDER.de als Ort der Begegnung für Bücherfreunde und Literaturbegeisterte erleben. Unsere kompetenten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stehen für Freude am Lesen, umfassenden Service, persönliche Beratung und herausragende Kulanz.
Eine Anmerkung von mir: Egal in welche Filiale man geht, man trifft immer auf freundliche und kompetente Buchhändler und Buchhändlerinnen. 
Als Bereichsleiter Einkauf verantworte ich bei Osiander den gesamten Einkauf.



2)Worauf achten Sie bei der Auswahl der Aufnahme eines Buches in Ihr Sortiment?

Da gibt es eine Fülle an Gründen, die dazu führen, ob und in welcher Menge wir einen Titel für unsere Buchhandlungen einkaufen:
- Bedeutung und Bekanntheit des Autors, wie haben sich andere Bücher des Autors verkauft,
- wie schätzen wir persönlich des Titel ein,
- voraussichtlicher Verkaufserfolg,
- passt er zu unserem Sortiment und zu unseren Kunden,
- welche Werbemaßnahmen macht der Verlag,
- Gestaltung und Ausstattung des Titels,
- Preis
- erscheint der Titel in einem Verlag, mit dem wir gut zusammenarbeiten,
- mediale Aufmerksamkeit für den Titel,
- Nachfragen von Kunden
- Autoren oder Verlage kommen auf uns zu und bieten uns den Titel an,
- u.v.m.

3) Welche Rolle spielen Lesermeinungen oder Buchbesprechungen von Bloggern bei der Auswahl eines Buches?

Eine zunehmend größere Rolle, das können wir ganz eindeutig beobachten. Bestes Beispiel ist sicher "Spring in eine Pfütze".
Wir beobachten das und wenn uns ein Titel auffällt, kaufen wir ihn i.d.R. auch ein.


4) Beim Deutschen Selfpublishing Preis 2017 werden qualitativ hochwertige und erfolgreiche Romane von Selfpublishern ausgezeichnet. Was halten Sie von dem Preis?


Grundsätzlich eine gute Idee, weil er auf Bücher und Autoren aufmerksam macht.
Ich persönlich bin allerdings etwas skeptisch, ob für Leserinnen und Leser das Kriterium "Selfpublisher" alleine ausreicht, sich für die Bücher zu interessieren. Letztlich müssen sich die Titel neben anderen Titel innerhalb ihres Genres behaupten. Aus diesem Grund haben wir in unseren Buchhandlungen auch keine mit "Selfpublishing" überschriebenen Regale, auch wenn diese Idee immer mal wieder an uns herangetragen wird. Unsere Beobachtung ist, dass sich Kunden für Themen und Inhalte interessieren, durchaus unabhängig von einem Verlag oder Selfpublishing. Das sagt gar nichts über die Qualität der Titel aus. Wenn diese inhaltlich überzeugen, werden Sie sich auch am Markt behaupten.
Autoren eine Plattform zu bieten, ihre Werke bei Osiander veröffentlichen zu können, war auch der Grund, warum wir selbst seit einigen Monaten ein entsprechendes Angebot machen. Siehe: https://www.osiander.de/buch-veroeffentlichen/index.cfm


5) Der Preis ist momentan in aller Munde u. a. ist der historische Roman „Blutföhre“ von Monika Pfundmeier nominiert, kennen sie das Buch und haben sie es vielleicht schon in ihrem Sortiment?
Ganz kurz, falls Sie das Buch noch nicht kennen, worum es eigentlich in dem Buch geht:


Zum Buch


Ja, die Titel sind uns aufgefallen und wir prüfen, welche davon wir führen wollen. Durch den doch etwas regionalen Bezug Ihres Beispiels, sehen wir "Blutföhre" vorrangig in unserer Frankfurter Buchhandlung.
Sicherlich werden wir den oder die Preisträger in unser Sortiment aufnehmen.
6.) Angenommen das Buch würde den Deutschen Selfpublisher Preis gewinnen, wäre das ein Argument für sie dieses Buch in ihr Sortiment aufzunehmen?
s.o. ja


7.) Ich persönlich lese gern Bücher von Selfpublishern, oft hört man das es schwierig ist, diese über den örtlichen Buchhandel zu bekommen, kann ich diese Bücher problemlos in ihrem Geschäft bestellen?
Ja, selbstverständlich! In der Regel sind die Titel in unserem Katalog und Webshop www.osiander.de zu finden (Ausnahme sind allerdings bisher die bei amazon publishing publizierten Titel). Amazon publishing Titel können allerdings auch problemlos im Shop, per Mail, telefonisch oder persönlich vor Ort bestellt werden: Entweder in eine unsere Buchhandlungen zur Abholung, nach Hause portofrei per Post oder in einigen Orten per Fahrradkurier (https://www.osiander.de/service/fahrradkurier.cfm) oder als eBook- Download!
 
Ich bedanke mich bei Stephan Schmitzer für die Zeit die er sich genommen hat und kann jedem meiner Leser die Osianderschen Buchhandlungen ans Herz legen, geht einfach mal in einer Filiale vorbei oder besucht die Webseite.


Weitere Interviews findet ihr bei
Martina: https://leserattenhoehle.blogspot.de/2017/10/blogger-interviewen-buchhandel.html#more
und bei

Ulla: https://ullasleseecke.blogspot.de/2017/10/blogger-interviewen-den-buchhandel.html











Gwendys Wunschkasten

Der Wunschkasten
Inhalt:
Die 12jährige Gwendy ist ein Mädchen mit eisernem Willen, nach den Sommerferien will sie nicht mehr der Mugel, halb Mensch, halb Kugel sein. So hat sie ihr Schulkamerad Frankie auf der Grundschule immer genannt.Jeden Tag joggt das kleine Mädchen die Treppen zum Aussichtspunkt Castle View hinauf um abzunehmen und eines Tages trifft sie dort auf einen Mann, der sich als Mr. Farris vorstellt und ihr einen Kasten anvertraut.
Dieser Kasten kann Wünsche erfüllen so sagt er ihr.

Meine Meinung:
123 Seiten oder anders ausgedrückt, knapp 90 Minuten Lesezeit in einem vollen Wartezimmer, sind jetzt nicht so üppig, vor allen Dingen muss die Inhaltsangabe sehr knapp ausfallen um nicht etwas wesentliches zu verraten.
In der Novelle geht es um mehr als ein kleines, übergewichtiges Mädchen das durch eine Holzkiste Macht erhält, es geht ums Erwachsen werden und darum Verantwortung und Umsicht zu lernen.
Gwendy ist 12 als sie den Wunschkasten bekommt, ein Alter in dem das Leben sowieso beginnt schwierig zu werden. Aber Gwendy ist klug und sie merkt schnell das nicht nur sie Macht durch den Wunschkasten hat, nein der Kasten hat auch Macht über sie.
Mit jedem Ereignis, welches durch den Kasten ausgelöst wurde, stieg die Spannung was am Ende auf Gwendy zu kommen mag.
Die Zusammenarbeit Stephen Kings mit Richard Chizmar hat hervorragend geklappt, gemeinsam haben sie ihre Leser zurückgeführt in die kleine Stadt Castle Rock, auch wenn es sich nur um eine Stippvisite gehandelt hat, hat mir der Aufenthalt sehr viel Spaß gemacht und er hat mich sogar etwas zum Nachdenken angeregt. Welche Wünsche hätte ich gern erfüllt?

Ihr wollt auch zurückkehren nach Castle Rock? Kein Problem, drückt einfach auf den braunen Schalter links oben. :o)

Sonntag, 8. Oktober 2017

SOG von Yrsa Sigurdardóttir

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Inhalt:
Der zweite Fall für den Kommissar Huldar und die Kinderpsychologin Freya, beginnt relativ harmlos mit dem Inhalt einer Zeitkapsel. Vor zehn Jahren schrieben Schüler Aufsätze in denen sie beschrieben wie sie sich Island im Jahr 2016 vorstellen. Unter diesen Aufsätzen findet sich aber auch eine Liste mit den Initialen von zukünftigen Mordopfern. Als kurz darauf die abgetrennten Hände eines Mannes und zwei grausam zugerichtete Leichen gefunden werden. ist Huldar schnell klar, das ein Zusammenhang besteht, zwischen der Liste, den Morden und dem Mord an einem kleinen Mädchen vor 12 Jahren.

Meine Meinung:
Schon der Prolog ließ mich vermuten das es sich bei SOG um kein Buch für zartbesaitete Leser handelt. Und so ist es auch, die Autorin spart nicht mit blutigen Details und lässt dennoch genügend Raum für die eigene Fantasie, die allerdings hätte ich gern das eine oder andere Mal ausgeschaltet, zu grausam waren teilweise die Bilder in meinem Kopf.
Obwohl es sich bei SOG um den zweiten Fall des ungleichen Ermittlerpaares Huldar und Freya handelt, lässt sich das Buch sehr gut alleine lesen. Huldar und Freya haben immer noch ihre Schwierigkeiten miteinander, die dadurch verstärkt werden das sie beide nach dem letzten Fall degradiert wurden, während Huldar mit der Situation nicht mehr der leitende Ermittler zu sein, sehr gut leben kann, fällt es Freya schwer sich nur noch mit Routineaufgaben im Kinderhaus abgeben zu müssen, nicht die besten Voraussetzungen für eine reibungslose Zusammenarbeit, aber sie bewältigen ihre privaten Differenzen während der gemeinsamen Suche nach dem skrupellosen Mörder.
Es hätte mich sehr gestört wäre es anders gewesen, ich mag es gar nicht wenn private Probleme den Ermittlungen im Weg stehen.
Yrsa Sigurdardóttir, führt ihre Leser auf so manche falsche Spur bevor sie gegen Ende eine für mich doch recht überraschende Auflösung präsentiert, damit hätte ich nicht wirklich gerechnet.
Ich vergebe für SOG eine Leseempfehlung für alle Leser mit starken Nerven.

Mit einem Klick auf das Cover, seid ihr wie immer, auf der Verlagsseite.
Und mit einem Klick Hier seid ihr bei meiner Rezension zum Vorgängerbuch DNA, den ihr euch auch nicht entgehen lassen solltet.

  • Gebundene Ausgabe: 448 Seiten
  • Verlag: btb Verlag (18. September 2017)
  • Übersetzung: Tina Flecken
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3442756642
  • ISBN-13: 978-3442756643
  • Originaltitel: Sogid

Mittwoch, 4. Oktober 2017

Dark Poems herausgegeben von Alisha Bionda

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Wieder einmal hat mich zu allererst das Cover eines Buches dazu verleitet es lesen zu wollen, die Augen der Frau haben mich in ihren Bann gezogen und nicht mehr losgelassen ich hätte da stundenlang drauf gucken können. Aber irgendwann sollte ich ja auch mal die Geschichten lesen und ich wusste ja das mich nicht nur Storys toller Autoren erwarten sondern auch weitere Illustrationen Mark Freiers.
Nun heißt es ja, man solle ein Buch nicht nach seinem Einband beurteilen, denn dies kann sowohl zu Enttäuschungen führen, falls der Inhalt nicht den Erwartungen entspricht, oder aber auch verhindern das man ein wirklich gutes Buch liest, wenn das Cover nicht gefällt und man es deshalb nicht zur Hand nimmt.Ob mich mein gutes Gefühl beim ersten Anblick des Buches getrogen hat,verrate ich euch natürlich auch.

Da mir einige der Autoren schon bekannt waren, wusste ich natürlich worauf ich mich einließ. Vincent Voss, Faye Hell und Markus Korb, sind mir als Verfasser von Horror Stories schon länger bekannt und ich liebe ihre Bücher, Rezensionen dazu findet ihr hier auf meinem Blog.
Mark Freier kannte ich bisher nur als Illustrator, aber als wäre das nicht genug, hat er auch noch ein nicht zu unterschätzendes Talent für düstere Geschichten. Andere Autoren die zu dieser Anthologie beitrugen, waren mir nur vom Namen her ein Begriff und den einen oder anderen kannte ich gar nicht.
Ich gehe nicht auf die einzelnen Geschichten ein, meiner Meinung nach, geht das bei Kurzgeschichten nicht ohne zu viel zum Inhalt zu verraten. Jede Einzelne zeichnet sich durch einen besonderen Schreibstil, eine besondere Idee oder die Umsetzung eines bewährten Themas aus. Seien es nun neue Erkenntnisse über Vampire die wir in einer der Geschichten gewinnen oder darüber das Geschwisterliebe nicht selbstverständlich ist. Alisha Bionda hat ein gutes Händchen bewiesen als sie die einzelnen Storys zusammentrug, nur die Uhrzeit zwang mich dazu das Buch aus der Hand zu legen, je mehr ich las, desto mehr freute ich mich auf die nächste Geschichte und die Nächste....

Vielen Dank an die Autoren: Tobias Bachmann, Barbara Büchner,Frank G. Gerigk, Faye Hell, Florian Hilleberg, Jörg Kleudgen, Markus K.Korb, David Seinsche, Vicent Voss, Guido Krain und Mark Freier, für die spannenden Geschichten.
Und natürlich an Alisha Bionda für das Leseexemplar.

Mit einem Klick auf das Cover, seid ihr wie immer, direkt auf der Verlagsseite.


Anthologie -Düstere Phantastik
Hardcover - 244 Seiten - 14,90 EUR
ISBN: 978-3-95810-021-3
eBook 4,99 EUR
Cover- und Innengrafiken: Mark Freier
Coverartwork: Mark Freier


Dienstag, 26. September 2017

Immerschuld von Roman Klementovic

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Inhalt:
Grundersdorf, das kleine österreichische Dorf kommt nicht zur Ruhe, nach den Entführungsfällen in der Vergangenheit, verschwinden wieder Menschen. Julia die kleine Cousine des ehemaligen Polizisten Patrick die bei den gemeinsamen Großeltern lebt und der Arzt Wallner sind nicht auffindbar. Doch das erfährt
Patrick, der nach dem Selbstmordversuch seiner Freundin Lisa, im vergangenen Jahr immer tiefer in Depressionen zu versinken droht, erst als der Förster ihn zu dem verstümmelten Kadaver eines Hundes ruft, der wohl Julia gehörte und er seinen Großeltern von dem Fund berichten will.



Meine Meinung:
Immerschuld ist die Fortsetzung des Buches Immerstill, das man allerdings nicht zwingend gelesen haben muss um sich mit den Protagonisten vertraut zu machen. Es hilft, aber um die besondere Atmosphäre im Dorf zu verstehen.
Wieder sind die Menschen im Dorf nicht sehr sympathisch, angefangen bei den ehemaligen Kollegen Patricks, über den Dorf bekannten Säufer bis zum Bürgermeister, der nur auf seinen eigenen Vorteil bedacht zu sein scheint, sogar Patricks Großvater ist ein unangenehmer Mensch, der Patrick von jeher ablehnte.
Doch diesmal liegt der Focus des Autors mehr auf Patrick, der Hauptperson im Buch, gemeinsam mit ihm macht sich der Leser auf die Suche nach dem kleinen Mädchen, das nicht in der Lage gewesen wäre, sein Bett allein zu verlassen, Julia litt seit Monaten unter einer rätselhaften Krankheit. Und da der Leser immer ganz nah an Patrick bleibt, erfährt er auch nicht mehr als dieser und kann nur rätseln und Mutmaßungen aufstellen, Verdächtige gibt es in Grundersdorf ja zur Genüge, nicht unbedingt, weil sie etwas verdächtiges getan hätten, sondern weil sie so abgrundtief unsympathisch sind.
Fast bis zum Schluss bleibt das Motiv im Dunkeln und auch die Frage, ob die Verschwunden überhaupt noch am Leben sind, bleibt lange unbeantwortet.
Erst im letzten Drittel des Buches ergibt sich ein rundes Bild, wie bei einem Puzzle fügt sich ein Teil ins Andere und die Auflösung ist mehr als erschreckend.
Ich gebe für Immerschuld eine klare Leseempfehlung und freue mich schon auf weitere Story aus Grundersdorf.

Mit einem Klick auf das Cover seid ihr direkt beim Verlag.

  • Taschenbuch: 347 Seiten
  • Verlag: Gmeiner-Verlag; Auflage: 2017 (6. September 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3839220661
  • ISBN-13: 978-3839220665

Donnerstag, 21. September 2017

Spuk: Dunkle Geschichten von Markus K. Korb

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Inhalt: Normalerweise schreibe ich hier eine kurze Zusammenfassung der Geschichte oder wenn es sich um Kurzgeschichten handelt, auch schon mal um Zusammenfassungen der einzelnen Geschichten. Das geht hier aber nicht, dafür sind die Geschichten teilweise wirklich zu kurz.

Meine Meinung:
Was unterscheidet Spuk von Horror?
Spontan würde der eine oder andere sicherlich: "Nichts" antworten. Beides ist gruselig und je besser die Geschichte, desto größer ist unser Drang danach bei Licht zu schlafen.
Für mich habe ich allerdings eine andere Antwort gefunden. Horror ist laut und greifbar, die Geschichten sind oft blutig und gewalttätig, theoretisch kann man sich gegen diesen Horror auch wehren, weil er in einer greifbaren Form auftritt.
Spukgeschichten sind anders, in ihnen kommt die Angst leise daher, sie schleicht sich in unsere Gedanken und setzt sich fest, sie zermürbt uns nicht nur psychisch, auch physisch.

Sind Spukgeschichten eigentlich noch zeitgemäß? Fehlt ihnen nicht der Schockmoment, die sicht und fühlbare Gefahr, Blut und Gewalt?
Markus K. Korb hat bewiesen, das dem nicht so ist. Schon die erste Geschichte "Nachtgespenst", die amüsanter Weise aus der Sicht des Gespenst geschrieben ist, weckte in mir die Erinnerungen an meine Kindheit, in der überall in den nächtlichen Schatten im Kinderzimmer, böse Geister lauerten.
Manchmal vermischt er Horror und Spuk "Das Lied der Äolsharfen" ist gleichermaßen unheimlich wie grausam.
Meine Lieblingsgeschichte im Buch ist "Spukzeit- ein Märchen" in der eine Mutprobe etwas anders verläuft als geplant, mehr kann ich euch auch hier nicht verraten, dann müsstet ihr die Geschichte nicht mehr lesen.
Nicht jede Geschichte konnte mich überzeugen "Die Quote" z.B. hat eine gute Grundidee aber etwas hat mich gestört, der Schreibstil des Autors war etwas anders als bei den anderen Geschichten. Auch der Aufbau der Geschichte gefiel mir nicht so, zunächst wird der Leser zu einer klassischen Spukgeschichte geführt, in dem ein altes englisches Anwesen die Hauptrolle zu spielen scheint um am Ende doch zu einer komplett anderes Story zu führen.

Überwiegend haben mir die Geschichten gefallen und wenn ihr wissen wollt, wie Mary Shelley auf die Idee zu ihrem Meisterwerk "Frankenstein" kam, klickt auf das Cover, wenn ihr euch traut (man weiß nie was einen erwartet) und schon seid ihr auf der Verlagsseite.

Das Cover wurde gestaltet von Mark Freier.

  • Taschenbuch: 285 Seiten
  • Verlag: Amrun Verlag; Auflage: 1 (22. März 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3958695639
  • ISBN-13: 978-3958695634



Dienstag, 19. September 2017

Bittere Liebe an der Ruhr von Monika Dettering und Horst-Dieter Radke

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Normalerweise meide ich Krimis in denen die Protagonisten im Notfall eine Telefonzelle suchen müssen. Diesen hier habe ich ganz bewusst gewählt, denn er spielt zwar in den 50er Jahren, wurde aber erst in der Gegenwart geschrieben. Ich erhoffte mir, ein klassisches Szenario ohne den Staub der Jahrzehnte, einen Krimi vor der Kulisse der Nachkriegszeit in einer spanndenen Zeit des Aufbruchs.
Und da im Klappentext von dramatischen Ereignissen im Umfeld der Literatur, gesprochen wird , musste ich das Buch unbedingt lesen.

Die Handlung an sich ist spannend, ein wie erwartet klassischer Fall, den Kommissar Pogel und sein Team aufzuklären haben. Die Autoren haben es geschafft, die besondere Atmosphäre der damaligen Zeit auferstehen zu lassen, die Vorurteile gegen Menschen die anders denken, anders leben und anders lieben. Kommissar Poggel und sein Team konnten mich überzeugen, sie sind sympathisch und effizient.

Warum es mich trotz allem nicht ganz überzeugen konnte, liegt einzig und allein an einer Protagonistin des Buches: Anna Puff, die Zimmerwirtin des Kommissars, selbsternannte Hobbydedektivin und eine Nervensäge, mit der ich es im echten Leben keine 5 Minuten aushalten würde. Wenn ich darüber nachdenke, lag es wohl hauptsächlich an ihrem Ruhrpott Dialekt, mit dem ich in gehörter Form ohne weiteres klar komme, in geschriebener Form ist es sehr anstrengend zu lesen. Den kurzen Abschnitt im Dialekt als Bestandteil des Klappentextes, hatte ich für einen cleveren Marketing Gag gehalten, der auch durchaus gelungen wäre.

Mein Fazit: Gute Handlung, sehr gut eingefangenes Lokalkolorit, ich fühlte mich fast zurückversetzt in die nicht immer gute Alte Zeit. Weniger von Anna Puff wäre für mich ganz persönlich mehr gewesen.
Mit einem Klick auf das Cover seid ihr, wie immer, direkt beim Verlag.

  • Taschenbuch: 250 Seiten
  • Verlag: edition oberkassel; Auflage: 1 (14. September 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3958131085
  • ISBN-13: 978-3958131088

Montag, 18. September 2017

Gastrezension von Bärbel82 zu Alternativen von Leif Tewes

Zu besonderen Büchern, veröffentliche ich gern mal eine Gastrezension.

Heute lasse ich Baerbel82 zu Wort kommen.




„Tag Null“ und „Blutzucker“ hatte ich mit Begeisterung verschlungen und so war ich schon gespannt auf „Alternativen“. Die Inhaltsangabe ließ erneut auf einen brisanten Roman noir hoffen und ich wurde nicht enttäuscht. Worum geht es?
„Alternativen“ erzählt die Geschichte zweier Männer. Auf der einen Seite Thomas, ein Normalo, der sich von den Thesen der rechtspopulistischen Partei »Die besseren Deutschen« blenden lässt. Auf der anderen Seite Farim, ein Deutscher mit tunesischen Wurzeln, der sich vom IS verführen und für einen Anschlag rekrutieren lässt.
Der Frankfurter Kommissar Berg und seine Kollegin Landers ermitteln währenddessen in einem tödlichen Autounfall, bei dem ein Hoffnungsträger der DbD ums Leben kam…
Der Kriminalfall spielt hier eigentlich nur eine Nebenrolle. Spannend ist vielmehr die Entwicklung der beiden Protagonisten. Gekonnt seziert Leif Tewes deren Gesinnung und Gefühle. Es gibt viele Parallelen zwischen Thomas und Farim, beide radikalisieren sich. Eigentlich sind sie gar nicht so verschieden. Die Figuren sind natürlich überzeichnet, die Geschichte voller Klischees. Aber es gibt eben nicht nur Schwarz und Weiß, sondern Vielschichtigkeit.
Erst als - kurz vor der Bundestagswahl - in Frankfurt eine Bombe explodiert, werden die Ermittlungen forciert. Die Spuren führen nach Duisburg, die Stadt, in der Farim geboren ist. Aber ist es wirklich so einfach? Nicht nur Berg kommen Zweifel…
Selbst wenn der Leser der Polizei immer einen Schritt voraus ist, wird dennoch Spannung aufgebaut - und gehalten. Gut gefallen haben mir die Dialoge zwischen Berg und seiner Frau und, dass es auch wieder einen Soundtrack zum Roman gibt.
Natürlich muss man eine Weile über die im Buch mitgeteilten Fakten grübeln und sie erst einmal verdauen. Positiv ist zu vermerken, dass der Autor nie den mahnenden Zeigefinger hebt. Zitat: „Aber ich will den Lesern deutlich zeigen, dass es immer noch andere Wege gibt als die einfachen Scheinwahrheiten von Verführern und Populisten.“
Fazit: Gelungener Mix aus Realität und Fiktion. Ein brandaktuelles Thema bestens recherchiert. Ein Buch mit Herzblut. Ich bin begeistert!

  • Taschenbuch: 300 Seiten
  • Verlag: Größenwahn Verlag; Auflage: 1 (3. August 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3957711622
  • ISBN-13: 978-3957711625

Sonntag, 17. September 2017

Das Haus der Monster von Danny King

Zum Monsterhaus beim Luzifer Verlag
Inhalt: Viele kennen es, das alte verkommene Haus in dem ein mehr oder weniger komischer Kauz lebt, der zurückgezogen lebt und um den sich Geschichten ranken, die mal mehr mal weniger unheimlich sind.
Diesen Kauz gibt es auch in Thetford, einer kleinen Stadt in England: John Coal.
Die Kinder des Viertels spielen dem alten Mann Streiche, die ihn dazu bringen, ihnen sein Geheimnis anzuvertrauen. Er lockt sie in seinen Keller und zwingt sie ihm zuzuhören, seine Geschichten handeln von Werwölfen, Vampiren und Serienmördern.

Meine Meinung:
Dieses Buch hat mir mehr als einmal ein Lächeln aufs Gesicht gezaubert.
Moment, das ist doch eine Horrorgeschichte, die sollte ihren Lesern doch eher kalte Schauer über den Rücken jagen und sie nicht zum Lächeln bringen. Auch ich hatte nicht erwartet, was ich bekommen habe, der Klappentext verrät nichts über den wunderbaren Wortwitz und den Humor, den die durchweg spannenden Geschichten mitbringen. Hier gebührt sicher der Übersetzerin Heike Schrapper ein großes Lob, schon oft habe ich erlebt das ein Text, der in der Originalsprache originell und witzig war, in der Übersetzung nur noch flach und albern daherkam.
Der rote Faden im Buch sind die Episoden im Keller, in dem John Coal den Kindern seine Lebensgeschichte erzählt und ihnen mit den Geschichten so viel Angst einjagen will, das sie ihn zukünftig in Ruhe lassen. Jede Geschichte wird etwas düsterer als die vorige und die Spannung und der Gänsehautfaktor steigen stetig.
John Coal, ist eigentlich ein liebenswerter Kauz, der nichts mehr als seine Ruhe haben will und bei dem ich mir vorstellen könnte, das er seinen Enkeln Geschichten erzählt, wäre sein Leben anders verlaufen.


Ich gebe für Das Haus der Monster eine absolute und uneingeschränkte Leseempfehlung.

Ihr wollt noch eine andere Meinung?
Kein Problem, schaut doch mal was Kerstin meint: Seehases Lesewelt

Mit einem Klick auf das Cover gelangt ihr direkt zu John Coals Monsterhaus beim Luzifer Verlag.
  • Taschenbuch: 328 Seiten
  • Verlag: Luzifer-Verlag (30. Juni 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3958351832
  • ISBN-13: 978-3958351837


Freitag, 15. September 2017

Todesreigen von Andreas Gruber

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Inhalt:
Die BKA Ermittlerin Sabine Nemez wird misstrauisch als mehrere Kollegen kurz hintereinander Selbstmord begehen und damit nicht genug, Angehörige der Beamten sterben durch vermeintliche Unfälle oder durch erweiterten Suizid. Sabine Nemez bittet ihren früheren Chef den eigenwilligen Profiler Maarten S. Sneijder um Informationen, doch der verweigert ihr die Zusammenarbeit, sie soll die Finger von den Fällen lassen und auch ihre Vorgesetzten behindern die Ermittlungen. Natürlich kommt es, wie es kommen muss, Sabines Neugier ist geweckt und sie ermittelt auf eigene Faust und muss schon bald erkennen, dass die Antworten weit in der Vergangenheit liegen. Und was hat Thomas Hardy Hardkowsky, mit allem zu tun, der EX-BKA und
EX-Drogendealer, wird zur Zeit der Selbstmorde aus dem Gefängnis entlassen und sinnt auf Rache.

Meine Meinung: Ich kannte Maarten S.Sneijder schon aus einem früheren Buch *Todesmärchen*, das den Abschluss einer Trilogie bildete. So fiel es mir relativ leicht die Hauptcharaktere einzuschätzen. Ich habe allerdings nicht wirklich damit gerechnet, Sneijder wieder zutreffen, schließlich wurde er vom Dienst suspendiert. Sabine ist also zunächst auf sich allein gestellt, während Sneijder den Unnahbaren gibt (ich mochte ihn schon früher nicht, aber darauf ist seine Rolle auch nicht angelegt, er ist arrogant aber genial).
Schnell wurde mir klar, das die BKA Beamten allesamt Dreck am Stecken hatten, es stellte sich mir nur die Frage, was  so schlimm war, das sie keinen anderen Ausweg sahen, als in den Tod zu gehen. So konnte ich nur gemeinsam mit Sabine, Hinweisen nachgehen und Spuren folgen.
In einem zweiten Handlungsstrang begleitet der Leser, Thomas Hardkowsky, genannt Hardy, der nach seiner Haftentlassung die wahren Schuldigen am Tod seiner Familie finden will. Immer wieder gibt es Rückblicke, manchmal liest man von Ereignissen die wenige Tage zurückliegen, manchmal von 20 Jahre alten Ereignissen. Andreas Gruber präsentiert seinen Lesern ein recht kompliziertes Puzzle, dessen Teile sich erst nach und nach zu einem logischen Gesamtbild zusammenfügen.

Meiner Meinung nach kann man Todesreigen auch lesen, wenn man die Vorgängerbände nicht kennt, aber warum sollte man sich dieses Vergnügen entgehen lassen.
Todesreigen bekommt von mir eine Leseempfehlung.

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  • Taschenbuch: 576 Seiten
  • Verlag: Goldmann Verlag (21. August 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3442483131
  • ISBN-13: 978-3442483136

Montag, 11. September 2017

Die Bücherstadt von Akram El-Bahay

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Inhalt:
Nach dem Tod seines Bruders Jamal will der Meisterdieb Samir -genannt Sam- sein Leben ändern. Unter falschem Namen schleicht er sich in den Palast des weißen Königs ein, mit dem brennenden Wunsch, Diesem zu dienen und zu schützen. Zwar wird sein Wunsch erfüllt und er wird in die Scharlachrote Garde aufgenommen, allerdings nicht, um den König zu schützen, sondern, um die Bücherstadt Paramythia zu bewachen.
Paramythia, die Stadt unter der Stadt. Die Bibliothek in deren unzähligen Gängen, in unzähligen Regalen, Bücher lagern, die das Wissen und die Geschichten der Welt beherbergen und ein Geheimnis, dem Sam zufällig auf die Spur kommt und das alles verändern kann.



Meine Meinung:
Als ich das erste Mal von dem Buch hörte, wurde ich zunächst vom Cover angezogen, dann vom Titel und als ich den Klappentext las, war es um mich geschehen. Ein Buch das von Büchern handelt, von einem Geheimnis in einer riesigen Bibliothek, wenn das keine spannende Geschichte verspricht, was dann? Und ich wurde nicht enttäuscht.
Schon bald enthüllt sich eines der Geheimnisse der Bibliothek: Sam macht die Bekanntschaft mit den Asfuras, blutrünstigen Flügelmenschen. Nur knapp wird er von der Dienerin Kani gerettet.
Akram El-Bahay entführt seine Leser in eine zauberhafte Welt, die an die Märchen des Orients erinnert. Die bildhaften Beschreibungen des Autors, ließen die Bücherstadt vor meinem inneren Auge entstehen, die endlosen Gänge, die immer tiefer und tiefer in die Erde führten bis zum Herzen der Bücherstadt. Seine Charaktere, allen voran Samir der Dieb und Kani die Tochter eines Buchgelehrten, sind mir ans Herz gewachsen.
Nicht alle Geheimnisse werden in diesem Buch gelüftet, es werden einige Fragen beantwortet die sich gleich zu Beginn stellen, aber es bleiben noch einige Fragen unbeantwortet. Die Mischung ist perfekt gewählt, um neugierig zu machen auf das nächste Buch und doch habe ich das Buch zufrieden zugeklappt.

Ich gebe für Die Bibliothek der flüsternden Schatten eine klare Leseempfehlung.

Eine ebenso klare Leseempfehlung gibt Gisela vom Blog Giselas Bücher




Giftflut von Christian v. Ditfurth

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Inhalt:
Hauptkommissar de Bodt und sein Team ermitteln in einem skurrilen Fall, der Leiter des Wasserwerkes und seine Frau liegen ertränkt in ihrer Badewanne. Mord oder Selbstmord? Fast zeitgleich werden in Paris und London die Leichen der dortigen Wasserwerksdirektoren aufgefunden, ebenfalls ertränkt in ihren Badewannen.
Kurz darauf sprengen Terroristen die wichtigsten Brücken in Berlin, London und Paris in die Luft. Europa droht in Chaos und Angst zu versinken.

Meine Meinung:
Die verschiedenen Handlungsstränge greifen perfekt ineinander über, der Leser erfährt nicht nur etwas von den Ermittlern, auch die Terroristen Pavlon und Oberon verfolgt der Leser hautnah mit.
Die Motive der Anschläge bleiben lange unklar auch de Bodt und sein Team tappen lange im Dunkeln, behindert von den Zwängen und Regeln die das Gesetz ihnen auferlegt kommen sie nicht weiter.
Ditfurth spielt mit der allgemein herrschenden Angst vor Terroranschlägen, die in der heutigen Zeit jeden treffen können, zu jeder Zeit und an fast jedem Ort, wobei das Wort "spielt" nicht ganz richtig ist, er entwirft ein Szenario, das erschreckend realistisch ist.
Giftflut war mein erstes Buch aus der Feder Ditfurths und ich kann sagen: Sicher nicht mein letztes.
Vielleicht hätte ich die Vorgängerbände um de Bodt und sein Team, Salinger und Yussuf lesen sollen, aber als zwingend erforderlich sehe ich das jetzt nicht, nur das ich wahrscheinlich ebenso spannende Lesestunden verpasst habe, wie ich sie jetzt hatte.
Ditfurth schafft es schon auf den ersten Seiten seine Protagonisten zu charakterisieren, so das ich mir schnell ein Bild von ihnen machen konnte und das ohne, dass sich der Autor in belanglosem Geschwafel verliert. An den Schreibstil des Autors musste ich mich, zugegebenermaßen, erst gewöhnen, extrem kurze Sätze, in denen nur das absolut Nötige gesagt wird geben ein recht hohes Lesetempo vor. Da blieb keine Zeit zum Durchatmen. Schlag auf Schlag führt Ditfurth seine Leser durch die sehr spannende Handlung einem überraschenden, nachvollziehbaren Ende.

Ich vergebe eine absolute Leseempfehlung.

Mit einem Klick auf das Cover, gelangt ihr wie immer direkt zum Verlag.

  • Broschiert: 480 Seiten
  • Verlag: carl's books (4. September 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3570585654
  • ISBN-13: 978-3570585658