Freitag, 22. Dezember 2017

Blutföhre von Monika Pfundmeier

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Inhalt: Ein brutaler Raubritter versetzt die Menschen im Jahre 1268 in Angst und Schrecken. Er hat es auf die Untergebenen des Grafen Ulrich abgesehen um Rache an diesem zu nehmen.

Meine Meinung:
Blutföhre ist der erste Roman Monika Pfundmeiers, geschickt verwebt sie die alte Legende der Blutföhre, die der Sage nach wächst und gedeiht wenn großes Unheil geschieht, mit nachgewiesenen historischen Fakten und Fiktion.
Durch ihren ungewöhnlichen, der damaligen Zeit angepassten Schreibstil, macht sie es ihren Lesern nicht leicht in das Buch hineinzufinden, aber es lohnt sich durchzuhalten. Die Geschichte rund um Ulrich, Agnes und Ludwig dem Strengen. Viel anders als zur heutigen Zeit ist das Leben, abgesehen natürlich vom Fehlen jeglicher Technik und so weiter, nicht. Jeder strebt nach Macht, Geld und Liebe und versucht dies auf die eine oder andere Art zu erreichen.
Der Schreibstil der Autorin, ist bildhaft, ich konnte mir das Leben zur damaligen Zeit gut vorstellen.
Inwieweit, die Protagonisten historisch belegt sein, vermag ich nicht zu sagen, so sehr kenne ich mich in den deutschen Adelsgeschlechtern nicht aus, aber das ist auch zweitrangig, denn Monika Pfundmeier hat sie zum Leben erweckt,genauso wie sie die Legende der Blutföhre zum Leben erweckte.
Ich vergebe eine absolute Leseempfehlung für Liebhaber besonderer Romane.

Mit einem Klick auf das Cover gelangt ihr direkt zur Autorenseite.

  • Taschenbuch: 468 Seiten
  • Verlag: Books on Demand; Auflage: 1 (24. April 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3744802949
  • ISBN-13: 978-3744802949

Donnerstag, 21. Dezember 2017

Neanderthal von Jens Lubbadeh

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Inhalt: Gesund und schön sollen sie sein, die Bürger Deutschlands im Jahr 2053 und dank der Fortschritte im Bereich der Genforschung ist das auch kein Problem, Krankheiten werden schon vor der Geburt eliminiert in dem die Gene die dafür verantwortlich sind editiert werden. Kontinuierliche Überwachung durch die Krankenkasse tut ihr übriges um die Menschen dazu zu bringen ihren Körper und Geist rein zu halten und fit zu bleiben.
Nur gegen die neue Volkskrankheit *Die große Depression* die vor allem jüngere Menschen befällt, scheint es kein Mittel zu geben, und so steigt auch die Gefahr des Selbstmordes bei jungen Menschen.
Auf der anderen Seite häufen sich Ehrenmorde an behinderten oder missgestalteten Menschen, verübt durch ihre Angehörigen. Von solch einem Ehrenmord geht Kommissar Nix zunächst aus, als er zu einem Toten gerufen wird der verblüffende Ähnlichkeiten mit einem Neandertaler aufweist, sein Smartphone führt den Kommissar ins nahe gelegene Neandertal, wo die Überreste weiterer Menschen gefunden werden. Um auszuschließen das es sich um Prähistorische Leichen handelt werden die Paläontologen Max Stiller und Sarah Weiss hinzugezogen und die trauen ihren Augen nicht, es handelt sich bei den Knochen um Neandertal Überreste, aber sie sind kaum 30 Jahre alt.
Hier mache ich mal Schluss, sonst habe ich das Buch komplett erzählt.

Meine Meinung:
Klappentexte sind dafür da, potentielle Leser neugierig zu machen, das ist hier auf jeden Fall gelungen. Ich musste dieses Buch unbedingt lesen und ich habe es nicht eine Sekunde bereut. Der Autor beschreibt die durchaus vorstellbare Entwicklung einer Gesellschaft in der vieles möglich ist und die viele dieser Möglichkeiten auch ausschöpft und dies bis an den Rand der Katastrophe. Lubbadeh legt sein Hauptaugenmerk recht schnell auf Stiller und Weiss, Nix von dem ich nach dem Lesen des Klappentext erwartet hatte das er der Hauptprotagonist ist, verschwindet im Lauf des Buches fast völlig, schade eigentlich denn ich mochte seinen Charakter. Aber auch Stiller und Weiss, beide alles andere als makellos, machen sich gut als Hauptcharaktere, sie sind sympathisch und ihre Handlungsweisen schienen für mich durchaus realistisch zu sein. Auch die anderen Protagonisten beschreibt er glaubhaft und realistisch.
Immer nur kurz beschreibt der Autor das öffentliche Leben, also die Auswirkungen der Genmanipulationen auf die Menschen und die *Große Depression* , aber wenn er das tut, dann so das ich recht klare Bilder im Kopf hatte.
Kur vor Ende des Buches,wechselt Lubaddeh den Hauptcharakter nochmals aus, was jetzt etwas nervig klingen mag, ist während des Lesens absolut nachvollziehbar und schlüssig, ich könnte mir keine andere Lösung vorstellen um die Geschichte zum angestrebten Ende zu bringen, ohne in hanebüchene Verwirrungen zu landen.
Ich weiß nicht ob die Beschreibungen des Autors die Gentechnik betreffend, realistisch sind, wie viel Wahrheit und wie viel Fantasy es enthält, aber das ist mir auch egal, ich wurde gut unterhalten, das Buch war zu keiner Zeit langweilig und darum vergebe ich eine uneingeschränkte Leseempfehlung.

Mit einem Klick auf das Cover seid ihr, wie immer, direkt beim Verlag.

  • Broschiert: 528 Seiten
  • Verlag: Heyne Verlag (13. November 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3453318250
  • ISBN-13: 978-3453318250
  • Größe und/oder Gewicht: 13,9 x 4,2 x 20,9 cm



Sonntag, 17. Dezember 2017

Kalt ruht die Nacht von Michaela Abresch

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 In sechs kurzen Geschichten aus vergangenen Tagen führt uns die Autorin in den beschaulichen Westerwald um uns dort mit Mord,Gewalt und Aberglauben zu konfrontieren. Sie gewährt uns einen Einblick in die verschiedenen Epochen und in die jeweiligen Lebensumstände der Menschen. Die meisten dieser Geschichten könnten auch, in leicht abgewandelter Form, in der Gegenwart spielen und sind auch heute noch vorstellbar, denn immer noch gibt es Menschen die andere ausnutzen, aus Habgier morden oder sich auf Kosten anderer amüsieren oder bereichern.
Als Beispiel möchte ich hier die Geschichte Schwalbenkinder anführen, in der unter anderem davon berichtet wird, das Gaukler u.a. kleine Äffchen zeigen um ihr Publikum zu unterhalten. Nach beenden der Geschichte war einer meiner ersten Gedanken: Gott sei Dank, Schausteller, die so etwas tun gibt es kaum noch. Mein zweiter: Die modernen Schausteller sind schlimmer, sie zerren die Objekte der Belustigung nicht mehr auf den Dorfplatz, sie stellen sie vor eine Kamera und das Volk jubelt.
Ich konnte nicht immer von allein einordnen zu welcher Zeit die Geschichten im Einzelfall spielten, von den Örtlichkeiten ganz zu schweigen, ich glaube ich kenne den Westerwald nur vom Durchfahren, aber das tat dem Lesevergnügen keinen Abbruch. Michaela Abreschs Schreibstil ließ die handelnden Personen und die Orte vor meinem inneren Auge lebendig werden, sie schaffte es trotz der kürze der Geschichten, sowohl Spannung aufzubauen als auch die Lebensumstände in früheren Zeiten wiederzuspiegeln.

Ich vergebe für Kalt ruht die Nacht von Michaela Abresch, gern eine Leseempfehlung, wer den Westerwald kennt, wird einige Orte wieder erkennen, wer ihn nicht kennt so wie ich, wird vielleicht neugierig und besucht ihn.

Mit einem Klick auf das Cover, gelangt ihr direkt zur Verlagsseite.


  • Taschenbuch: 264 Seiten
  • Verlag: Acabus Verlag; Auflage: Originalausgabe (25. September 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3862825388
  • ISBN-13: 978-3862825387


Dienstag, 12. Dezember 2017

Ray - Die letzte Hoffnung von William J. Jordan


Klappentext: Ausnahmsweise bekommt ihr von mir heute den Klappentext, statt einer Zusammenfassung von mir, damit ihr seht weshalb ich mich dafür entschieden habe dieses Buch zu lesen, denn der Text im Zusammenhang mit dem sehr gelungenen Cover hat mich wirklich neugierig gemacht.

Ray, Sohn eines Wissenschaftlers, erwacht aus dem Koma. Seine Umgebung ist ihm fremd, der Mann an seinem Bett behauptet, er sei sein Vater, seine Mutter bei einem Angriff von Robotern gestorben und Ray schwer verletzt worden. Weite Teile der Erde werden von Androiden beherrscht. Sie besitzen kognitive Eigenschaften und streben die Vernichtung der Menschheit an, was ihnen zum großen Teil bereits gelungen ist. Überlebende hausen in Verstecken unter der Erde und suchen verzweifelt nach einem Weg, die Erde Richtung Mars zu verlassen. Ray ist ihre letzte Hoffnung.

Meine Meinung:
Ich mag die Geschichte. 
Die Grundidee, einen jungen Mannes zur letzten Hoffnung der Menschheit werden zu lassen, ist zwar nicht neu, aber ich war sehr gespannt wie der Autor dieses Thema umsetzt.
Auf knapp 139 Seiten, erzählt uns William J. Jordan von der Welt, in der Ray nach dem Koma erwacht, nur leider überlässt er dabei viel der Fantasie seiner Leser und das funktioniert nicht immer, weder die Charaktere noch die örtlichen Gegebenheiten bekommen genug Raum um sich zu entfalten. Was nicht zu kurz kommt, sind die Actionszenen und diese sind zum Großteil auch gut ausgearbeitet, hier erkennt man das Potential des Autors, er vermag es durchaus seine Leser zu fesseln und neugierig zu machen, auf das was noch kommt. 
Ray Die letzte Hoffnung der Menschheit, ist das erste Buch William J. Jordans und Teil einer Reihe.
Ich hoffe das sich der Autor für die Folgebände, etwas mehr Zeit lässt die Charaktere und die Umstände, in der seine Geschichte spielt zu entwickeln, dann hat die Reihe wirklich die Chance, etwas Besonderes zu werden. 
Soviel zum Inhaltlichen, das wird, da bin ich mir ganz sicher und ich bin wirklich gespannt wie es weiter geht.

Einen Minuspunkt bekommt allerdings das Lektorat, ein Autor muss sich darauf verlassen können, dass er ein fehlerfreies Buch zurückerhält, wenn er schon für eine Dienstleistung bezahlt. Aus eigener Erfahrung weiß sicherlich jeder, dass eigene Fehler gern übersehen werden um so wichtiger ist es für Autoren, dass jemand mit Erfahrung sich des Textes annimmt. Das hat leider nicht funktioniert, je weiter das Buch fortschritt, desto mehr häuften sich die Rechtschreibfehler, Buchstabendrehern und falschen Zeitformen.


Freitag, 8. Dezember 2017

Sleeping Beauties von Owen und Stephen King

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Inhalt: Nicht einschlafen.
Weltweit spinnen schlafende Frauen  einen Kokon um sich und wachen nicht wieder auf, weckt man diese Frauen, werden sie zu Furien.
Einzig eine Frau scheint von diesem Phänomen nicht betroffen: Evie.
Evie taucht in der Kleinstadt Dooling auf, tötet zwei Männer und lässt sich widerstandslos festnehmen. Sie wird in das Frauengefängnis gebracht, in dem der Psychiater Clint Norcross arbeitet.
Als bekannt wird, dass es eine Frau gibt,die schläft und wieder aufwacht, fordern einige Männer ihre Auslieferung um mit allen Mitteln herauszufinden was man gegen die Schlafkrankheit, die mittlerweile Aurora genannt wird, tun kann.


Meine Meinung:
Eins vorweg, Männer, die alles persönlich nehmen, sollten dieses Buch nicht lesen, denn Männer kommen nicht sehr gut weg in diesem Gemeinschaftswerk von Stephen und Owen King. Das Autorenduo zeigt gnadenlos jede Schwäche auf, die ein Mann haben kann, sie sind gewalttätig, unbeherrscht, arrogant, schwach und ohne Frauen nicht überlebensfähig, in diesem speziellen Fall trifft dieser Punkt natürlich zu, sollten die Frauen nicht wieder aufwachen stirbt die Menschheit aus. Innerhalb weniger Tage scheinen die alten Strukturen zu zerbrechen, ohne ihre Frauen sind die Männer hilflos wie kleine Kinder, nicht einmal Hemden bügeln können sie. Im krassen Gegensatz dazu, glorifizieren die Autoren die Frauen, selbst die  Insassinnen, des örtlichen Gefängnisses wurden von Männern zu ihren Taten getrieben. Die Frauen im Buch sind stark, teilweise sowohl körperlich als auch mental, einige können sich tagelang wachhalten (wenn auch mit Hilfe von mehr oder weniger legalen Drogen), sie sind  auch im größten Chaos vorausschauend und denken zuerst an andere und dann an sich.
Hier müsste ich nun Spoilern um Stephen und Owen Kings, Frauenbild ausführlicher zu beschreiben.
Nun könnte man meinen das Stephen und Owen King, der Meinung sind, eine von Frauen regierte Welt, wäre harmonischer und weit weniger gewalttätig, aber dem ist nicht so, auch für sie kommt es immer auf die Mischung an, auf den Umgang miteinander.

Die Autoren haben eine Gesellschaftskritik in einen zumeist spannenden Fantasyroman verpackt, der zwar seine Längen hat, die sich aber in Grenzen hielten. Viel mehr gestört hat mich die schlechte Grammatik des Übersetzers, ich bin wahrlich kein Rechtschreibfanatiker und mir fällt sicher nicht jeder Grammatikfehler auf, ich selber mache häufig genug Fehler, aber von einem Übersetzer erwarte ich das er weiß, wann man als und wann man wo verwendet.

Trotz kleiner Schwächen ist die Gemeinschaftsproduktion von Vater und Sohn wirklich lesenswert. Für die ärgerlichen Grammatikfehler muss ich aber trotzdem auf Seiten, auf denen man Sternchen verteilen muss, einen abziehen, bei ausgefeilterer Technik wird es ein halber Stern.

Mit einem Klick auf das Cover seid ihr, wie immer, direkt beim Verlag.


  • Gebundene Ausgabe: 960 Seiten
  • Verlag: Heyne Verlag (13. November 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3453271440
  • ISBN-13: 978-3453271449
  • Originaltitel: Sleeping Beauties

Donnerstag, 30. November 2017

Die Forsyte Saga Der Besitzstreber von John Galsworthy

1886 verlobt sich June die Enkeltochter des Familienoberhauptes Joylon Forsyte mit dem mittellosen Architekten Philip Baynes Bosinney. Auf der Verlobungsfeier stellt der Autor Galsworthy seinen Lesern die Protagonisten vor, er erzählt von ihren Eigenheiten und ihrem optischen Erscheinungsbild. Ich gebe zu, ich habe nicht damit gerechnet mir alle Personen merken zu können, es schienen mir zu viele zu sein, aber Dank der guten und bildhaften Beschreibung des Autors ging es dann aber doch ganz gut.
Hauptsächlich geht es in diesem, dem ersten Teil der Saga um June,Philip, Soames dem Neffen Joylons und seiner Frau Irene, der ein Verhältnis mit Philip nachgesagt wird ob sie am Ende des ersten Teils ihr Glück finden müsst ihr natürlich selbst herausfinden.
Eigentlich dachte ich, ich hätte dieses Buch in meinen Teenager Jahren schon gelesen, aber dies war wie ich nun weiß ein Trugschluss, ich hatte wohl nur schon sehr viel davon gehört.
Obwohl die Geschichte schon weit über 100 Jahre alt ist, hat sie nichts von ihrer Aktualität eingebüßt, es geht um Geld, um Macht, um Liebe und deren manchmal tragischen Folgen.

Galsworthy zeichnet ein Gesellschaftsporträt durch das ich mich gut in die damalige Zeit hineinversetzen konnte, ich liebe Familiengeschichten die über Generationen hinweg erzählt werden und bin jetzt schon gespannt wie es weitergeht.

Mit einem Klick auf das Cover seid ihr, wie immer direkt beim Verlag.

  • Gebundene Ausgabe: 430 Seiten
  • Verlag: edition oberkassel; Auflage: 1 (16. November 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3958131204
  • ISBN-13: 978-3958131200

Der Schleicher von Nadine d'Arachart und Sarah Wedler

Zu den Autorinnen
Inhalt: Daria Storm und ihr Team werden an die Ostsee versetzt um den SCHLEICHER zu fangen, den Serienmörder den zunächst alle für ein Internetmythos halten, zu unterschiedlich kommen seine vermeintlichen Opfer ums Leben. Daria ist davon überzeugt das es sich um Unfälle handelt und dementsprechend widerwillig nimmt sie die Ermittlungen auf zumal sie immer noch den Schatten ihrer Vergangenheit nachjagt, die sie besiegen muss um ihre Tochter zurück zubekommen die mittlerweile beim Vater lebt.

Meine Meinung: Zunächst einmal, man sollte die Vorgängerbände gelesen haben, sicher man kann auch jedes Buch für sich lesen, aber warum sollte man sich des Vergnügens berauben die Protagonisten, allen voran Daria Storm kennen zulernen, ihr Entwicklung zu verfolgen und natürlich die Ermittlungen zu außerordentlich spannenden Kriminalfällen.
Ich war wieder einmal überrascht, wie gekonnt die beiden Autorinnen zusammen arbeiten, ich habe es versucht aber ich konnte nicht herausfinden welche der Beiden nun was geschrieben hat. Der flüssige, klare und manches Mal sehr detaillierte Schreibstil, machte das Buch zu einem Gänsehaut erzeugenden Page Turner. Der Schleicher birgt die eine oder andere Überraschung, auf die ich hier nicht näher eingehen möchte um nicht zu spoilern. So manches Mal zweifelte ich an Darias Verstand.
Ob ich zu recht oder unrecht zweifelte, erfahrt ihr natürlich nur wenn ihr das Buch lest. Mit einem Klick auf das Cover gelangt ihr direkt zur Facebookseite der Autorinnen.

  • Taschenbuch: 240 Seiten
  • Verlag: telescope (14. November 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3959150334
  • ISBN-13: 978-3959150330



Donnerstag, 23. November 2017

Sonntags Tod von Carla Berling

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Inhalt: Die Lokalreporterin Ira Wittekind lebt erst seit kurzem wieder in der Nähe ihrer ostwestfälischen Heimat, als sie die Nachricht vom Tod ihrer ehemals besten Freundin Verena erhält. Verenas Mann Richard tötete erst sie, dann sich selber. Wenig später ist sie im Rahmen ihrer Aufgabe als Lokalreporterin dabei als eine stark verweste Leiche aufgefunden wird, ein kleines Detail macht sie auf mögliche Zusammenhänge zwischen den drei Toten aufmerksam.

Meine Meinung:
Mit Ira Wittekind, der Lokalreporterin von Tag 7, hat die Autorin eine sehr sympathische Protagonistin geschaffen, nicht mehr ganz jung steht sie mit beiden Beinen fest im Leben, als sie zurückkehrt in ihre ostwestfälische Heimat und tief in die tragische Geschichte der Familie Weyer eintaucht, deren Leben überschattet ist vom tragischen Unfalltod des Vaters und dem Verschwinden des jüngsten Sohnes Michel kurz darauf.
Jahre liegen zwischen den Ereignissen und doch, muss Ira herausfinden was damals wirklich geschah um zu erfahren warum drei Menschen starben.
Ich mag den Schreibstil Carla Berlings, anhand ihrer Beschreibung konnte ich mir die Orte und Personen sehr gut vorstellen, sicherlich war dabei auch hilfreich, dass ich den einen oder anderen Ort kannte. (Jetzt verstehe ich warum manche Leser Regionalkrimis, die in ihrer Heimat spielen so lieben). Mir gefiel auch das Ira Wittekind nicht wirklich ermittelte, sie arbeitet nicht Hand in Hand mit der Polizei, diese sieht ja auch keine Kriminalfälle, sondern sie rollt die Familiengeschichten auf, Stück für Stück kommt sie so, und damit der auch Leser, den Geheimnissen auf die Spur.

Dieses Buch sollte man vor dem zuletzt erschienen Mordkapelle lesen, Die Protagonisten die teilweise auch in Mordkapelle auftreten, werden liebevoll und detailliert vorgestellt. Ich kann nicht verstehen, warum die Reihenfolge bei der Neuveröffentlichung nicht eingehalten wurde. Das ist meiner Meinung nach ein großes Manko für Mordkapelle.

Für dieses Buch allerdings vergebe ich sehr gern eine Leseempfehlung und mit einem Klick auf das Cover kommt ihr, wie immer direkt zur Verlagsseite.

  • Taschenbuch: 272 Seiten
  • Verlag: Heyne Verlag (13. November 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3453419936
  • ISBN-13: 978-3453419933


Mittwoch, 22. November 2017

Mad Boy, Lord Berners, meine Großmutter und ich von Sofka Zinovieff

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Inhalt: Die Autorin erzählt die Geschichte ihrer Familie, die  geprägt von Skandalen sicherlich das eine oder andere Mal die feine englische Gesellschaft erschütterte.
Im Haus Lord Gerald Berners, dem Lebensgefährten ihres Großvaters Robert Heber-Perry (Mad Boy) traf sich alles was Rang und Namen hatte. Lord Bernes war bekannt für seine Gastfreundschaft, hervorragende Küche, seinen mitunter etwas eigenwilligen Humor, aber auch für seine Stimmungsschwankungen, die im Rückblick nicht verwundern, zur damaligen Zeit stand Homosexualität auch in England unter Strafe, so das Berners seine Sexualität niemals öffentlich zeigen durfte. Berners und Heber-Perry gingen soweit, das der Mad Boy 1942 Jennifer Fry heiratete und sie alle gemeinsam auf Farrington Hall lebten.Wo, Viktoria, Sofkas Mutter zu Welt kam.

Meine Meinung:
Die Geschichte kann ich auf gar keinen Fall beurteilen, schließlich geschah, was geschah und die Autorin hat sich die einzelnen Anekdoten und Ereignisse nicht ausgedacht, sondern teilweise recherchiert, teilweise selbst erlebt und niedergeschrieben. Sofka Zinovieff erzählt die Geschichte ihrer Familie, als säße sie gemeinsam mit ihren Lesern vor dem Kamin, lebhaft und mit der Fähigkeit ihren Lesen Bilder in den Kopf zu projizieren. Es hat mir viel Spaß gemacht, einzutauchen in die teilweise dekadente Welt der feinen englischen Gesellschaft.
Das Buch an sich, ist ein kleines Meisterwerk, reich bebildert und mit schmückenden Initialen versehen, schon das durchblättern, vor dem ersten Lesen war ein großes Vergnügen.
Ich vergebe gern eine Leseempfehlung für Englandliebhaber und für Leser mit einem Vergnügen an Klatsch und Tratsch aus fundierter Quelle.

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Dienstag, 21. November 2017

Die Stunde des Wolfes von Simo Hiltunen

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Inhalt. Der Journalist Lauri Kivi hat sich auf Gewaltverbrechen spezialisiert und somit ist er völlig in seinem Element als ein Polizist erst seine Familie und dann sich selbst tötet und das ist nicht der erste Familienmord. Kivi glaubt allerdings nicht daran das die Morde so geschehen sind und versucht mithilfe eines Artikels den wahren Mörder aus der Reserve zu locken ohne zunächst zu ahnen das er damit seine vor allen verheimlichte Tochter in Gefahr bringt.

Meine Meinung:
Mich zog zu allererst das Cover an und dann überzeugte mich der Klappentext,. Beides versprach einen spannenden und ungewöhnlichen Thriller aus Skandinavien. Leider machte es aber der Schreibstil Simo Hitunens es sehr schwer der Geschichte zu folgen, immer wieder springt der Autor von einer Situation in die nächste die allerdings früher stattfand. Zeitangaben wären hier sicherlich hilfreich gewesen. Dabei bietet gerade die Person Lauri Kivi sehr viel potential, der finnische Journalist, hat in seiner Jugend einiges erdulden müssen, misshandelt von seinem Vater blieb ein dauerhafter Hörschaden zurück, so das er ein Hörgerät tragen muss, was durchaus auch schon mal zu amüsanten Szenen führte, so z.B. das er dem Geplapper eines nervenden Kollegen entflieht in dem er das Gerät ausstellt "Hier stimmt was nicht, das pfeift nur"
Auch der Fall an sich ist durchaus spannend nur leider reicht das nicht für eine Leseempfehlung, der ständige unvermittelte Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit störte den Lesefluss zu sehr.

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  • Gebundene Ausgabe: 496 Seiten
  • Verlag: Rütten & Loening; Auflage: 1 (6. November 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 335200904X
  • ISBN-13: 978-3352009044
  • Originaltitel: Lampaan vaatteissa

Montag, 20. November 2017

Seelenrisse von Eva Lirot

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Inhalt: Innerhalb kurzer Zeit geschehen zwei Morde, beide Opfer werden mit einer Plastiktüte über dem Kopf und eingeritzten Symbolen auf dem Körper aufgefunden. Jim Devcon und sein Team stehen vor einem Rätsel. Als ein dritter Mord geschieht, erkennt zunächst nur Tatjana Kartan die Zusammenhänge, aber Tatjana ist nach den traumatischen Erlebnissen der letzten Zeit noch immer nicht Diensttauglich geschrieben und darf eigentlich nicht an den Ermittlungen teilnehmen.
Kenner der Reihe wissen allerdings auch, das sich Tatjana nicht davon abhalten lässt, das zu tun was ihr richtig erscheint.


Meine Meinung. Achtung kann Spuren von Spoilern enthalten.
Zwar kann Seelenrisse durchaus allein gelesen werden, aber zum besseren Verständnis halte ich persönlich es für besser die Vorgängerbände zu kennen.
Seelenrisse, ist wieder weit mehr als ein Krimi, es geht um mehr als um die profane Jagd nach einem Mörder, die man vergisst und sich dem nächsten Fall, dem nächsten Buch zuwendet.
Seelenrisse beschäftigt sich mit der Psyche der Menschen. Wie viel Leid kann ein Mensch ertragen bevor aus den Rissen in der Seele, Brüche werden die vielleicht niemals mehr heilen können?
Eva Lirot lässt ihre Leser, teilhaben an dem Heilungsprozess Tatjanas, die durch Alpträume die Vergangenheit bewältigt und zeigt an ihrem Beispiel wie wichtig eine gute psychologische Betreuung nach schrecklichen Erlebnissen ist. Und sie zeigt was geschehen kann wenn ein Mensch mit Rissen in der Seele erneut ein traumatisches Erlebnis hat und allein damit fertig werden muss.
Der Schreibstil Eva Lirots ist wie gewohnt flüssig und ich konnte bis zum Ende miträtseln, welches Motiv hinter den Morden steckt, da wurde ich zu Beginn auf eine völlig falsche Fährte geführt.
Die Reihe um Jim Devcon und sein Team, gehört zu den wenigen Büchern, bei denen mich tiefere Einblicke in das Privatleben der Protagonisten nicht stören, da die Verknüpfungen zu den Fällen immer stimmig und logisch sind, außerdem kenne ich Jim Devon ja nun schon seit seinem ersten Fall und wenn man jemanden schon so lange kennt, will man natürlich auch wissen wie es ihm persönlich geht. ;o)

Mit einem Klick auf das Cover gelangt ihr direkt zur Autorenseite, dieser Link darf gern als Werbung aufgefasst werden.

In der Jim Devcon Reihe sind bisher erschienen:

Seelenfieber (1), Seelenbruch (2), Seelengruft (3), Seelennot (4), Seelensühne (5), Seelenfalle (6), Seelen in Fesseln (7)

  • Taschenbuch: 220 Seiten
  • Verlag: Independently published (27. Oktober 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 1973155567
  • ISBN-13: 978-1973155560


Freitag, 17. November 2017

Denn die Nacht bringt das Meer von Veronika Bicker

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Inhalt:
Nachdem sie die Leitung ihres Hotels im Schwarzwald an ihre Tochter Janna übergeben hat, zieht Marit ans Meer. Der kleine Ort Nordersiel soll ihre neue Heimat werden, vorübergehend mietet sich Marit in den alten Leuchtturm eines Bekannten ein, doch zur Ruhe kommt sie nicht. Sie fühlt sich beobachtet und Erinnerungen an einen Urlaub mit Janna, die vor Jahren fast im Meer ertrank, werden wach. Im Dorf erfährt Marit von Tomme einem vor Jahrzehnten ertrunken Kind, von Geistern und Legenden rund um Nordersiel und Moorland einer versunkenen Hallig und von vielen toten Kindern.

Meine Meinung:
Man nehme: Eine alleinstehende Frau, ein einsam gelegenes Haus, Sturm, Wind, klappernde Fensterläden und alte Legenden und schon hat man die Grundzutaten für eine Gruselgeschichte. Um diese Geschichte rund zu machen braucht es aber mehr als die Grundzutaten, es braucht die Fähigkeit Bilder im Kopf entstehen zu lassen. Und diese Fähigkeit hat Veronika Bicker in diesem Buch hier auf jeden Fall bewiesen. Ich war am Meer, ich sah und hörte, was Marit sah und hörte, fast körperlich spürte ich die Bedrohung, der sie ausgesetzt war, bzw. der sie sich ausgesetzt fühlte, denn lange war mir nicht klar, ob alles was geschah nicht der überreizten Fantasie einer vom Leben enttäuschten Frau war, die im Unterbewusstsein ihr schlechtes Gewissen ihrer Tochter gegenüber verarbeitet oder ob die Gefahr real und greifbar ist. (Es handelt sich um einen Mistery Thriller, wohlgemerkt, nicht um eine reine Gruselgeschichte).
Der Autorin ist es gelungen von Beginn an einen Spannungsbogen aufzubauen, der in einem doch überraschenden Finale endet, ich verdächtigte während des Lesens einige Personen hinter allem zu stecken, zwischenzeitlich glaubte sogar ich an Geister.
Denn die Nacht bringt das Meer, bekommt von mir eine absolute Leseempfehlung.

Mit einem Klick auf das Cover, kommt ihr direkt zur Verlagsseite. Das darf gern als Werbung verstanden werden.

  • Taschenbuch: 280 Seiten
  • Verlag: Acabus Verlag; Auflage: Originalausgabe (1. September 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3862825000
  • ISBN-13: 978-3862825004





Mittwoch, 15. November 2017

Juli what the bird said von Gabriele Auth

Zur Autorenseit
Inhalt: Während eines Krankenhausaufenthaltes lernt Juli im Raucherraum Elsa kennen und erzählt ihr ihre Geschichte, von ihrer kaputten Kindheit mit dem sehr geliebten Alkoholkranken Vater, einer ersten Liebe, die böse endet und der Liebe zu zwei Brüdern zwischen denen sie sich nicht entscheiden kann.

Meine Meinung:
Als mir Juli what the bird said, als Rezensionsexemplar angeboten wurde, wollte ich spontan ablehnen: Ich lese keine Liebesromane und ich habe auch überhaupt keine Zeit für noch ein Buch, vor Weihnachten wird das nix. Dann habe ich mir überlegt, was wenn das Buch kein kitschiger Liebesroman ist, das Cover deutet ja nicht darauf hin und der Titel ist interessant und der Klappentext, machte mich ja auch ein klein wenig neugierig. Also habe ich das Buch angenommen unter der Voraussetzung: Vor Weihnachten wird das aber nichts mit der Rezension.
Das Ergebnis seht ihr hier, ich wollte nur mal kurz rein lesen und war doch schon auf den ersten Seiten so gefangen von Julis Geschichte, das ich nicht mehr aufhören wollte zu lesen.
Die Autorin hat es geschafft mich mit ihrem ruhigen, unaufgeregten Schreibstil in den Bann Julis zu ziehen, sie hat mich in die Zeit zurückversetzt in der Julis Geschichte spielt, in die letzten Tage der Blumenkinder, als es noch möglich schien frei und ungebunden in den Tag hinein zu leben.
Juli lebt ein solches Leben, nachdem sie sich von ihrer ersten großen Liebe getrennt und ihr Studium abgebrochen hat. Nur wird dem Leser, schnell klar sie ist weder frei noch unabhängig.Sie rutscht in die Drogenszene ohne selber Drogen zu nehmen, ist auf Sozialhilfe angewiesen und stützt ihre Drogenabhängigen Freunde und Liebhaber von denen sie nicht loskommt. Mir stellte sich immer wieder die Frage: Wer braucht hier wen?
Wenn Juli die Erzählerin ist, welche Rolle spielt da Elsa? Elsa hört zu, sie wertet nicht und dadurch das sie "nur" zuhört, gibt sie Juli die Chance herauszufinden was in ihrem Leben wirklich wichtig ist.
Vielleicht braucht jeder von uns ab und an mal eine Elsa, jemand Fremdes, dem man seine Geschichte anvertraut um die nächsten Schritte im Leben klarer zu sehen.
Ich vergebe für Juli what the bird said, eine klare Leseempfehlung.
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  • Taschenbuch: 364 Seiten
  • Verlag: TWENTYSIX; Auflage: 1 (28. September 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 374073261X
  • ISBN-13: 978-3740732615




Dienstag, 14. November 2017

Sarajewo Disco von David Gray

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Inhalt: In Hamburg wird ein Türsteher Boss ermordet und kurz darauf ein Mitglied der Hells Angels, alles deutet darauf hin, das sich ein Kiezkrieg anbahnt. Lewis Boyle der Leiter der Mordkommission setzt alles daran das zu verhindert. Als  Jale Arslan, Kommissarin im Kriminal Dauer Dienst, Hinweise auf ein neues Drogenkartell entdeckt, sieht zunächst nicht jeder einen Zusammenhang.

Meine Meinung:
Auch wenn Lewis Boyle hier schon seinen zweiten Fall löst, habe ich keine Informationen vermisst. Sarajewo Disco kann also gut eigenständig gelesen werden.
Viele Protagonisten und unterschiedliche Handlungsstränge erfordern ein gewisses Maß an Konzentration und Ausdauer beim Lesen, die sollte man zwar bei allem was man liest aufbringen, aber manchmal schadet ein kleiner Hinweis nicht. Das Buch ist nicht dafür geeignet es schnell mal zwischendurch zu lesen. Im Mittelteil zieht es sich auch ein klein wenig, hier kommt dann die geforderte Ausdauer ins Spiel, aber dafür wird man mit einem mehr als spannenden Finale belohnt.
David Gray hat mit Boyle einen authentischen Charakter entwickelt, der flucht, der lügt, der betrügt und auch schon mal einen kleinen Schritt neben der Legalität handelt und seine persönlichen Beziehungen zur Hamburger Unterwelt nutzt um an sein Ziel zu gelangen.
Mit jeder Zeile in dem Buch merkt man: Die Zeiten Derricks sind vorbei, der deutsche Krimi ist in der Realität angekommen, einer Realität in der sich auch die Guten die Finger schmutzig machen müssen um schlimmeres zu verhindern.

Mit einem Klick auf das Cover seit ihr direkt bei der Verlagsseite, das dürft ihr gern als Werbung verstehen.

  • Taschenbuch: 496 Seiten
  • Verlag: Pendragon (25. August 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3865325858
  • ISBN-13: 978-3865325853

Donnerstag, 9. November 2017

Sakari lernt, durch Wände zu gehen von Jan Costin Wagner

Werbelink zur Verlagsseite
Inhalt: Die Meldung das ein nackter, mit einem Messer bewaffneter Mann in einem Brunnen der Stadt Turku steht, lässt den Polizisten Petri Grönholm aufhorchen. Diesen Brunnen sieht er jeden Morgen wenn er aus seinem Fenster sieht und so begibt er sich dorthin. Warum er den jungen Mann erschießt, weiß er selber nicht und bittet seinen Kollegen Kimmo Joentaa um Hilfe, er will mehr über den jungen Mann herausfinden, der offenbar geistig verwirrt war. Kimmo, der mittlerweile allein erziehender Vater ist stößt bei seinen Nachforschungen auf Menschen die alle mit einem tragischen Verlust umgehen müssen, der sie miteinander verbindet und gleichzeitig trennt.

Meine Meinung:
Sakar lernt, durch Wände zu gehen, ist ein Buch das mir sicher noch lange im Gedächtnis bleiben wird. Weniger durch die Handlung, als durch die Sprache, derer sich Jan Costin Wagner bedient. Schon die ersten Zeilen machen aus der Beschreibung des Geisteszustandes eines Menschen, ein Leseerlebnis der besonderen Art. Jetzt zu erklären was ich beim Lesen empfand, übersteigt meine Sprachgewandtheit allerdings.

Wo andere vielleicht schreiben: Petri schoss auf den nackten Mann.
Bekommt man bei Jan Costin Wagner folgendes zu lesen:

Der nackte Mann erhebt sich, plötzlich, in einer Bewegung, die Petri Grönholm als zugleich ruckartig wie fließend erlebt. Der Mann ist groß und schlank und steht gekrümmt, mit angezogenen Schultern, das Messer mit einer Faust fest umschließend, und er sagt etwas, das Grönholm nicht versteht. Dann ist er nur noch einen Augenblick weit entfernt, und der Augenblick steht still, ist ein Gemälde.
Das Gemälde zeigt ihn selbst. Ihn, Petri, im Zentrum einer Welt, die seine ist, nicht weit von Zuhause. Nur diesen einen Augenblick entfernt. In einer Bewegung erstarrt, die er einstudiert hat.
Dann beginnt die Zeit wieder zu laufen, und die Energie, die Kraft, die Petri Grönholm aufwendet, durchströmt mit ungeheurer Gewalt seinen Körper. Bevor sie endlich seine Fingerspitze erreicht, die den ersten Schuss auslöst.

Das muss man mögen, diese leicht verschnörkelte Sprache, die sich nicht darauf beschränkt eine Situation zu beschreiben sondern sie mit Gefühlen zu füllen. 240 Seiten umfasst das Buch, 240 Seiten von denen ich dachte das ich sie innerhalb eines Lesetages schaffen würde, da habe ich mich allerdings geirrt, denn schnell mal durchlesen geht nicht, so manches Mal musste ich eine Textstelle nochmals lesen um zu begreifen was eigentlich hinter den Worten steht.
Kimmo Joentaa ist ein ungewöhnlicher Ermittler, er will die Zusammenhänge herausfinden, in einem Fall der eigentlich klar zu sein scheint: Polizist erschießt Jugendlichen der ihn mit einem Messer bedroht.
Ihn interessiert die Vorgeschichte, die ich hier natürlich nicht verraten kann, die aber tragische Auswirkungen auf viele Menschen hat.Und wieder fehlen mir die Worte. Sakari lernt durch Wände zu gehen, ist in meinen Augen weniger ein Krimi als ein Schicksalsbericht, sehr spannend und poetisch.
Ich vergebe für das Buch eine absolute Leseempfehlung, für alle die sich einlassen wollen auf den Sog der sprachlichen Bilder.

Mit einem Klick auf das Bild seid ihr, wie immer, direkt auf der Verlagsseite.


Gebundene Ausgabe: 240 Seiten
Verlag: Galiani-Berlin (9. November 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3869710187
ISBN-13: 978-3869710181

Montag, 6. November 2017

HEX von Thomas Olde Heuvelt

Zur Verlagsseite (Werbelink)
Inhalt: In dem beschaulichen Örtchen Black Spring scheint die Welt in Ordnung, im idyllischen Hudson Valley umgeben von Wäldern und Flüssen kennen und mögen sich die Menschen. Nur eine wird nicht gemocht: Katherine, eine dreihundert Jahre alte Hexe, aber man hat sich mit ihr arrangiert, durch ein ausgeklügeltes Warnsystem, wird Katherine vor den Augen der Welt versteckt. Und damit niemand etwas verrät gibt es strenge Regeln, niemand von Außerhalb darf jemals etwas von Katherine erfahren, niemand darf ihre Augen und ihren Mund öffnen. Das Internet und die Telefone werden überwacht.
Doch die Teenager des Ortes haben genug von all den Einschränkungen, die ihnen aufgezwungen werden.

Meine Meinung:
Auf den ersten Seiten, schienen die Begegnungen mit Katherine eher amüsant als bedrohlich. Sie taucht unvermittelt in der Küche der Familie Grant auf und bekommt einen Spüllappen über den Kopf geworfen und wird ansonsten ignoriert. Diese Szene zeigt die Abgeklärtheit auf, mit der die Einwohner von Black Springs mit der Situation umgehen.
Und doch spürt man schon schnell, das es nicht so friedlich weitergeht. Tyler der ältere Sohn der Familie Grant, will sich und alle anderen vom Fluch der Hexe befreien und filmt sie bei jeder Gelegenheit um eine Möglichkeit zu finden, den Fluch zu brechen. Fälschlicherweise steht im Klappentext, das eines seiner Videos veröffentlicht wird. Gemeinsam mit seinen Freunden spielt er der Hexe Streiche um auch diese aufzunehmen. Als einer seiner Freunde beginnt die Hexe zu misshandeln läuft alles aus dem Ruder.
Je mehr ich las, desto mehr Mitleid empfand ich mit Katherine, zu Lebzeiten als Hexe verfolgt und getötet findet sie auch im Tod keine Ruhe und als die Misshandlungen durch die Jugendlichen des Städtchens immer gemeiner und brutaler wurden, wuchs auch mein Wunsch das sie die Augen öffnet um allem ein Ende zu setzen.
Mich konnte das Buch nicht zu 100 Prozent überzeugen, das beginnt schon mit den falschen Informationen im Klappentext. Dann war mir schon sehr bald klar, wer die Situation in die Eskalation treiben wird, das nahm wirklich viel von der Spannung, die erst gegen Ende wieder zunahm.

Mit einem Klick auf das Cover kommt ihr direkt zur Verlagsseite.

  • Taschenbuch: 432 Seiten
  • Verlag: Heyne Verlag (16. Oktober 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3453319060
  • ISBN-13: 978-3453319066
  • Originaltitel: Hex


Sonntag, 29. Oktober 2017

Fever von Deon Meyer

Zur Verlagsseite
Inhalt: Nicolaas Storm erzählt fast 50jährig vom Fieber, das den Großteil der Menschheit ausgerottet hat, vom Überlebenskampf gegen wilde Tiere, Krankheiten und dem gefährlichsten Tier: Anderen Menschen.
Auf der Suche nach einer neuen Heimat gründet Nicolaas Vater die Gemeinde Amanzi, die bald andere Menschen anzieht, die ebenso auf der Suche nach Schutz und Gemeinschaft sind, aber auch gewalttätige Banden, die die Stadt bedrohen.
Meine Meinung:
Deon Meyer bedient sich an dem typischen Endzeitszenario, ein Menschenleeres Land, zwei Menschen die auf Gedeih und Verderb aufeinander angewiesen sind und das macht er richtig gut. Die Atmosphäre die er schon auf den ersten Seiten des Buches schafft, ist mehr als beklemmend.
Der ewige Kampf ums Überleben, die Angst vor Krankheiten und vor Gangs die sich holen was sie wollen und dabei über Leichen gehen, ist im Buch immer präsent.
Deon Meyer stellt nicht nur Nicolaas und seinen Vater Willem vor auch die weiteren Mitglieder der Gemeinschaft kommen zu Wort. Dank eines Geschichtsprojekts das Willem ins Leben rief, und in dem andere erzählen was sie vermissen und wie sie die einzelnen Ereignisse erlebten.
Da ist Domingo,der sich bald als herausragender Soldat herausstellt und seine Fähigkeiten werden bald unverzichtbar, aber er hütet auch ein Geheimnis, auch er ist wieder ein typischer Endzeitcharakter, dunkel, düster, skrupellos und gleichzeitig verletzlich und sehr loyal.Der Priester Nkosi, der fast schon besessen davon ist eine Christliche Gemeinde entstehen zu lassen.

Ich hatte leider zwischendurch das Gefühl, das sich die Geschichte etwas zieht, Nico erzählt, was zum Mord an seinem Vater führte, den er immer wieder ohne die genaueren Umstände seines Todes zu erläutern., erwähnt. Zugegebener weise, war die Neugier auf die Auflösung in der Mitte des Buches das was mich bei der Stange hielt.
Deon Meyer erzählt aber nicht nur von den Schrecken der Postapocalypse, er beschreibt auch die positiven Dinge, den Zusammenhalt der Überlebenden, den gemeinsamen Anstrengungen eine neue Zivilisation aufzubauen ohne die Fehler der Vergangenheit zu wiederholen und davon das sich die Natur langsam zu erholen beginnt.
Das Ende gefällt mir persönlich überhaupt nicht. Dazu würde ich gern mehr schreiben, aber dann müsste ich es verraten und das wäre ja absolut unfair neuen Lesern gegenüber. Trotzdem ist es in sich schlüssig und beantwortet so einige Fragen die im Laufe des Buches auftauchen.

Alles in Allem vergebe ich für Fever eine Leseempfehlung.

Mit einem Klick auf das Cover gelangt ihr direkt zur Verlagsseite. ( Was ich hiermit als Werbung kennzeichne)

  • Gebundene Ausgabe: 702 Seiten
  • Verlag: Rütten & Loening; Auflage: 2 (9. Oktober 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3352009023
  • ISBN-13: 978-3352009020
  • Originaltitel: Fever





Montag, 23. Oktober 2017

Ein Reif von Eisen Die Königschroniken 1 von Stephan M. Rother

Ausnahmsweise bekommt ihr an dieser Stelle den Klappentext, würde ich mich an einer Zusammenfassung versuchen, ich würde mich gnadenlos verhaspeln. Zu viele Personen und Handlungsstränge finden sich auf gerade mal 384 Seiten zusammen.

Im Kaiserreich der Esche herrscht Unruhe. Die Blätter des heiligen Baumes beginnen zu welken – ein Machtwechsel steht kurz bevor. 
Stammesfürst Morwa sucht in der düsteren Zeit die Völker des Nordens unter seinem Banner zu einen. Nur einen Stamm gilt es noch zu besiegen. Eile ist geboten, er spürt sein Ende nahen. Einzig die Kräfte der Sklavin Ildris erkaufen ihm eine letzte Frist. Doch welchem seiner Söhne soll er den Reif des Anführers anvertrauen? Die falsche Entscheidung könnte die Welt in Dunkelheit stürzen.
Zur selben Zeit will die junge Leyken aus dem Oasenvolk des Südens einen Schwur erfüllen: Sie begibt sich auf die Suche nach ihrer Schwester und fällt dabei in die Hände von Söldnern. Kurz darauf findet sie sich in der kaiserlichen Rabenstadt im Netz höfischer Intrigen wieder. 
In der längsten und kältesten Nacht des Jahres spitzen sich die Ereignisse zu, das Schicksal der Welt liegt in den Händen dreier Frauen: Ildris’, die ein Geheimnis mit sich trägt, der ehrgeizigen Leyken und Morwas unehelicher Tochter Sölva. Können sie gegen die Dunkelheit bestehen? Kann eine von ihnen das Land aus der Dunkelheit führen?

Meine Meinung:

Stephan M. Rother, setzt bei seinen Lesern eine gewisse Konzentrationsfähigkeit voraus, wie man es selten findet, immer wieder wechselt er die Handlungsstränge und damit die Protagonisten, immer wieder musste ich mich auf neue Orte einstellen. Wie ein Bild, von dem man immer ein weiteres kleines Stück zu sehen bekommt aber nie das große Ganze.
Der Autor lässt seinen Protagonisten Zeit sich vorzustellen, nach und nach lernt man sie kennen, ihre Charaktereigenschaften, ihre Beweggründe so zu handeln wie sie es tun. Noch wird kein Hauptaugenmerk auf eine der Personen gelegt, sie alle kommen gleichberechtigt zu Wort um es einmal so auszudrücken, ich bin gespannt wie es im zweiten Teil des Buches weitergeht, ob sich einer der Charaktere als Hauptprotagonist herauskristallisiert oder nicht.
Ich kann auch noch keinen Lieblingscharakter benennen, sie alle haben ihre positiven Züge und in ihnen allen liegt ein Geheimnis verborgen, das sie teilweise nicht einmal selbst kennen.
Leider ist die Geschichte nicht in sich abgeschlossen, was ich persönlich sehr schade finde, gerade hatte ich mich etwas zurecht gefunden im Kaiserreich der Esche musste ich es auch schon wieder verlassen.


Mit einem Klick auf das Cover, könnt auch ihr euch auf die gefahrvolle Reise in das Kaiserreich der Esche machen.

  • Broschiert: 384 Seiten
  • Verlag: Rowohlt Taschenbuch Verlag; Auflage: 1 (20. Oktober 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 349927356X
  • ISBN-13: 978-3499273568


Dienstag, 17. Oktober 2017

Tausend Teufel von Frank Goldammer

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Inhalt: Zwei Jahre nach Kriegsende leiden die Menschen im zerstörten Dresden bitterste Not. Lebensmittel,Medikamente und  Kohlen sind streng rationiert oder gar nicht erst zu bekommen, dementsprechend aufgeheizt ist die Stimmung gegen die sowjetischen Besatzungsmächte die in der Stadt, alles kontrollieren.
Als kurz nacheinander zwei sowjetische Soldaten tot aufgefunden werden steht Oberkommissar Max Heller vor der schwierigen Aufgabe, die Morde aufzuklären ohne dabei selber ins Visier der SMAD, der Sowjetischen Militäradministration in Deutschland zu geraten.
Als weitere Morde geschehen muss sich Heller auf ganz dünnem Eis bewegen um auf der einen Seite den Täter zu finden und auf der anderen Seite unschuldige Kinder vor den Besatzern zu schützen.

Meine Meinung: Was für ein Buch, was für eine Geschichte. Natürlich habe ich, wie wohl jeder von den Zuständen nach dem Krieg in Deutschland gehört, von dem Hass und der Angst die besonders den sowjetischen Besatzungsmächten entgegen schlugen, von den tausenden die an Hunger, Kälte und Krankheiten starben und von denen die plötzlich verschwanden und nie wieder auftauchten.
Aber das waren Berichte aus Geschichtsbüchern oder Bruchstücke aus Erzählungen von Verwandten, die eigentlich nicht über ihre Erlebnisse sprechen wollten. Außerdem war das ja im *Osten* bei den *Russen*.
Bevor ich mit dem Lesen begann, hatte ich eine relativ klare Vorstellung von dem was ich lesen würde, einen spannenden Krimi vor der Kulisse einer zerstörten Stadt, ein paar kleinere Schwierigkeiten die der Ermittler Max Heller mit den Besatzungsmächten zu lösen hätte und eine politisch korrekte Auflösung der Morde.
Bekommen habe ich etwas vollkommen anderes. Frank Goldammer führte mir ein Szenario vor Augen, das mir so manches Mal die Tränen in die Augen trieb, seine Beschreibungen der Lebensumstände der damaligen Zeit sind mehr als anschaulich. Ich konnte mir den ständigen Kampf ums Überleben der Erwachsenen und besonders der Kinder die alles verloren hatten recht gut vorstellen. Ich maße mir nicht an zu behaupten das ich nachfühlen konnte wie es damals war, denn das kann niemand, der nicht dabei war.
Zugegebener Maßen rückte der Kriminalfall ab einem bestimmten Punkt etwas ins Hintertreffen, ich wollte eigentlich nur noch wissen wie es den Kindern erging und ob Max Heller, der sich weigert in die SED einzutreten und sich vor allen Vorgesetzten für diese Weigerung rechtfertigen muss, unbeschadet aus allem hervorgeht.
Tausend Teufel, ist ein eindringliches Buch, eines das nicht so schnell aus den Köpfen der Leser verschwinden wird.
Und auch wenn die Krimihandlung für mich nicht immer hoch spannend war, ich habe mich ablenken lassen von den einzelnen Schicksalen es liegt also an mir, nicht am Buch, vergebe ich eine absolute Leseempfehlung.

Mit einem Klick auf das Cover seid ihr, wie immer, direkt beim Verlag.
  • Broschiert: 368 Seiten
  • Verlag: dtv Verlagsgesellschaft (13. Oktober 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3423261706
  • ISBN-13: 978-3423261708

Donnerstag, 12. Oktober 2017

Stadt der Tiefe- Der Hüter von Jasmin Jülicher

Zum Buch
Inhalt: Im Jahr 1888 bietet Biota eine Stadt die auf dem Meeresboden erbaut wurde nach dem Großen Krieg eine sichere Zuflucht. Geleitet von den Oberen mangelt es den Bewohnern Biotas an nichts, es gibt keine Gewalt und Wissenschaftler forschen unablässig daran das Leben für die Menschen noch angenehmer zu machen. Alle Erinnerungen an den Krieg und die Zeit vor Biota wurden ausgelöscht und die Bewohner angepasst, für Gedanken gegen die Gemeinschaft und gegen die Obrigkeit ist kein Platz in den Köpfen der Menschen. Doch dann geschieht etwas, das in Biota eigentlich unmöglich ist, eine Frau wurde ermordet und sie bleibt nicht das einzige Opfer.

Meine Meinung:
Zu Beginn der Geschichte erzählt die Autorin Jasmin Jülicher, wie es zu dem großen Krieg kam, dieser Abschnitt ist leider etwas kurz, allerdings verrät er trotzdem den wesentlichen Auslöser für den Krieg: Habsucht, Gier und das Streben nach immer mehr von Allem. Damit habe ich nicht gespoilert, denn das sind die Auslöser für die meisten Konflikte. Aber auch dies gibt es in Biota nicht mehr, es ist friedlich und die Menschen gehen respektvoll miteinander um, alle sind gleich, sofern sie innerhalb ihrer Kaste agieren, denn wie sollte es anders sein, es gibt immer die Höhergestellten, hier sind es die Wissenschaftler und die Oberen.
Schon früh wird in Tests ermittelt welchen Beruf jemand in Biota einnimmt. Alexander hat sich dazu entschieden Hüter zu werden, vergleichbar mit einem Polizisten, der durch die Gänge Biotas geht und den Menschen ein Gefühl von Sicherheit und Ordnung vermittelt, vielmehr hat er auch nicht zu tun, bis zu dem Tag an dem die erste verstümmelte Leiche auftaucht.
Gemeinsam mit der Biologin Nic, macht er sich auf die Suche nach dem Täter. Und hier wird es schwierig, wie kann man ermitteln, wenn niemand etwas von dem Mord erfahren darf, denn Mord gibt es ja nicht.
Ich könnte euch jetzt das gesamte Buch erzählen, die Zusammenhänge erläutern so wie ich sie während des Lesens verstanden habe, aber das wäre schade für euch, denn das Buch ist wirklich lesenswert, nach und nach kommen die Zusammenhänge ans Licht und damit das eine oder andere Geheimnis Biotas. Mit diesen aufgedeckten Geheimnissen stellten sich mir allerdings auch immer mehr Fragen, z. B die nach der Wahrheit über das was während der letzten Jahre an Land vor sich ging.
Eins wird allerdings dem Leser und auch Alexander bald klar: Nichts ist wie es scheint unter der funkelnden Oberfläche Biotas verborgen liegt jede Menge Dreck, den die Oberen auf gar keinen Fall offenbaren wollen.

Die Protagonisten Alexander und Nic sind sehr sympathische Protagonisten, besonders Alexander ist mir ans Herz gewachsen, eigentlich völlig überfordert (Sein Wissen über Mordermittlungen bezieht er aus einem Buch Arthur Connor Doyles) versucht er alles um die Morde aufzuklären, er geht sogar soweit das er dabei selber Gesetze Biotas bricht, er darf z.B. gar nicht allein mit Nic in einem Raum sein, da sie weit über ihm steht.
Nic ist etwas undurchsichtig, sie verstößt von Anfang an gegen alle Regeln im Umgang mit Untergeben, ihre Gründe dafür wurden mir bis zum Schluss nicht ganz klar.

Ich vergebe für die Stadt der Tiefe - Der Hüter, eine Leseempfehlung und hoffe, dass es nicht allzu lange dauert, bis Alexanders und Nics Geschichte weitererzählt wird.

Wenn ihr auch eintauchen wollt in die Tiefen und Untiefen Biotas, mit einem Klick seid ihr ausnahmsweise nicht auf der Verlagsseite, sondern bei Amazon.


  • Taschenbuch: 328 Seiten
  • Verlag: Nova MD; Auflage: Erstauflage (15. September 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3961114854
  • ISBN-13: 978-3961114856


Dienstag, 10. Oktober 2017

Gwendys Wunschkasten

Der Wunschkasten
Inhalt:
Die 12jährige Gwendy ist ein Mädchen mit eisernem Willen, nach den Sommerferien will sie nicht mehr der Mugel, halb Mensch, halb Kugel sein. So hat sie ihr Schulkamerad Frankie auf der Grundschule immer genannt.Jeden Tag joggt das kleine Mädchen die Treppen zum Aussichtspunkt Castle View hinauf um abzunehmen und eines Tages trifft sie dort auf einen Mann, der sich als Mr. Farris vorstellt und ihr einen Kasten anvertraut.
Dieser Kasten kann Wünsche erfüllen so sagt er ihr.

Meine Meinung:
123 Seiten oder anders ausgedrückt, knapp 90 Minuten Lesezeit in einem vollen Wartezimmer, sind jetzt nicht so üppig, vor allen Dingen muss die Inhaltsangabe sehr knapp ausfallen um nicht etwas wesentliches zu verraten.
In der Novelle geht es um mehr als ein kleines, übergewichtiges Mädchen das durch eine Holzkiste Macht erhält, es geht ums Erwachsen werden und darum Verantwortung und Umsicht zu lernen.
Gwendy ist 12 als sie den Wunschkasten bekommt, ein Alter in dem das Leben sowieso beginnt schwierig zu werden. Aber Gwendy ist klug und sie merkt schnell das nicht nur sie Macht durch den Wunschkasten hat, nein der Kasten hat auch Macht über sie.
Mit jedem Ereignis, welches durch den Kasten ausgelöst wurde, stieg die Spannung was am Ende auf Gwendy zu kommen mag.
Die Zusammenarbeit Stephen Kings mit Richard Chizmar hat hervorragend geklappt, gemeinsam haben sie ihre Leser zurückgeführt in die kleine Stadt Castle Rock, auch wenn es sich nur um eine Stippvisite gehandelt hat, hat mir der Aufenthalt sehr viel Spaß gemacht und er hat mich sogar etwas zum Nachdenken angeregt. Welche Wünsche hätte ich gern erfüllt?

Ihr wollt auch zurückkehren nach Castle Rock? Kein Problem, drückt einfach auf den braunen Schalter links oben. :o)

Sonntag, 8. Oktober 2017

SOG von Yrsa Sigurdardóttir

Zur Verlagsseite
Inhalt:
Der zweite Fall für den Kommissar Huldar und die Kinderpsychologin Freya, beginnt relativ harmlos mit dem Inhalt einer Zeitkapsel. Vor zehn Jahren schrieben Schüler Aufsätze in denen sie beschrieben wie sie sich Island im Jahr 2016 vorstellen. Unter diesen Aufsätzen findet sich aber auch eine Liste mit den Initialen von zukünftigen Mordopfern. Als kurz darauf die abgetrennten Hände eines Mannes und zwei grausam zugerichtete Leichen gefunden werden. ist Huldar schnell klar, das ein Zusammenhang besteht, zwischen der Liste, den Morden und dem Mord an einem kleinen Mädchen vor 12 Jahren.

Meine Meinung:
Schon der Prolog ließ mich vermuten das es sich bei SOG um kein Buch für zartbesaitete Leser handelt. Und so ist es auch, die Autorin spart nicht mit blutigen Details und lässt dennoch genügend Raum für die eigene Fantasie, die allerdings hätte ich gern das eine oder andere Mal ausgeschaltet, zu grausam waren teilweise die Bilder in meinem Kopf.
Obwohl es sich bei SOG um den zweiten Fall des ungleichen Ermittlerpaares Huldar und Freya handelt, lässt sich das Buch sehr gut alleine lesen. Huldar und Freya haben immer noch ihre Schwierigkeiten miteinander, die dadurch verstärkt werden das sie beide nach dem letzten Fall degradiert wurden, während Huldar mit der Situation nicht mehr der leitende Ermittler zu sein, sehr gut leben kann, fällt es Freya schwer sich nur noch mit Routineaufgaben im Kinderhaus abgeben zu müssen, nicht die besten Voraussetzungen für eine reibungslose Zusammenarbeit, aber sie bewältigen ihre privaten Differenzen während der gemeinsamen Suche nach dem skrupellosen Mörder.
Es hätte mich sehr gestört wäre es anders gewesen, ich mag es gar nicht wenn private Probleme den Ermittlungen im Weg stehen.
Yrsa Sigurdardóttir, führt ihre Leser auf so manche falsche Spur bevor sie gegen Ende eine für mich doch recht überraschende Auflösung präsentiert, damit hätte ich nicht wirklich gerechnet.
Ich vergebe für SOG eine Leseempfehlung für alle Leser mit starken Nerven.

Mit einem Klick auf das Cover, seid ihr wie immer, auf der Verlagsseite.
Und mit einem Klick Hier seid ihr bei meiner Rezension zum Vorgängerbuch DNA, den ihr euch auch nicht entgehen lassen solltet.

  • Gebundene Ausgabe: 448 Seiten
  • Verlag: btb Verlag (18. September 2017)
  • Übersetzung: Tina Flecken
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3442756642
  • ISBN-13: 978-3442756643
  • Originaltitel: Sogid