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Samstag, 2. Januar 2021

Das doppelte Gesicht von Heidi Rehn

 


München, August 1945. Der Krieg ist zu Ende, die Stadt versinkt im Chaos. Die Reporterin Billa Löwenfeld, eine aus dem Exil zurückgekehrte Jüdin, soll den Kriegsheimkehrer Viktor von Dietlitz interviewen – und findet ihn erschossen auf. Der junge und noch unerfahrene Ermittler Emil Graf soll den vermeintlichen Routinefall aufklären. Schon bald geschehen zwei weitere Morde nach demselben Muster. Und Emil findet heraus, dass ausgerechnet Billa die gesuchte Verbindung zwischen den drei Opfern sein könnte …

In einem französischen Gefangenenlager rekrutiert der amerikanische Captain Joe Simon den jungen Kriegsgefangenen Emil Graf für den Neuaufbau der deutschen Polizei und nimmt ihn mit nach München, wo in den ersten Wochen und Monaten nach Kriegende noch das absolute Chaos herrscht. Der unerfahrene Emil soll schon bald die Aufklärung des Mordes an dem Kriegsheimkehrer Viktor von Dietlitz übernehmen. Am Tatort lernt er die amerikanische Fotoreporterin Billa Löwenfeld kennen, die aus München stammende Jüdin wanderte   1938 mit ihrer Mutter, einer High Society Reporterin , nach New York aus, diese pflegte intensive Kontakte zu den Nazis. Als weitere Morde nach geschehen gerät Billa nicht zuletzt wegen der Beziehungen ihrer Mutter zu Nazigrößen in den Fokus der Ermittlungen, doch Emil zweifelt an ihrer Schuld.

Billa und Emil müssen in diesem ersten Teil der Reihe um Emil Graf ihren Platz noch finden. 

Während Billa auf der Suche nach der verlorenen Heimat nach München zurückkehrte, ist immer wieder ihre Angst spürbar, die sich in manchmal unerklärlichen Stimmungsschwankungen äußert. Ihre Ängste  musste ich mir immer wieder vor Augen halten um keine Antipathie für sie zu entwickeln, Verständnis für Billa aufzubringen fiel mir nicht immer leicht. Sympathiepunkte konnte sie aber auf jeden Fall für ihren Einsatz für den Heimatlosen Piotr sammeln,der ehemalige Zwangsarbeiter lebt in der ständigen Angst zurück nach Russland geschickt zu werden wo ihm die Deportation nach Sibirien oder schlimmer noch der Tod droht.

Emils indes hat Angst vor der Vergangenheit, er verurteilt sich selbst für sein Schweigen angesichts dessen was er im Krieg sah und erlebte, da hilft ihm auch die Unterstützung und der Zuspruch seines Mentors Joe Simons nichts. Trotz seiner Ermittlungserfolge bleibt er zunächst unsicher und sehr schüchtern.

Auf beider Entwicklung im Laufe der nächsten Bücher bin ich schon sehr gespannt. 

Heidi Rehn hat, soweit ich es beurteilen kann, hervorragend recherchiert, ich habe das eine oder andere nachgelesen und ihre Aussagen haben sich bestätigt, das ist für mich auch in der Unterhaltungsliteratur sehr wichtig.
Ich hätte mir etwas mehr Tempo im Handlungsverlauf gewünscht, vielleicht kommt das in den nächsten Bänden der Reihe, schließlich benötigt die Vorstellung der Protagonisten ihre Zeit.

Das doppelte Gesicht ist wirklich Lesenswert

  • Herausgeber : Aufbau Taschenbuch; 1. Edition (8. Dezember 2020)
  • Sprache: : Deutsch
  • Taschenbuch : 352 Seiten
  • ISBN-10 : 3746637074
  • ISBN-13 : 978-3746637075


Mittwoch, 13. August 2014

Dreimal im Leben von Arturo Pérez Reverte




Inhalt:
Als der junge Eintänzer und Gelegenheitskriminelle die schöne und reich verheiratete Mecha kennenlernt, ahnt er noch nicht das sie die Liebe seines Lebens sein wird. Dreimal treffen Max und Mecha aufeinander, dreimal verwebt sich ihr Schicksal, vor dem Hintergrund der glamourösen 30er Jahre den Wirren des Krieges und den Nachkriegszeiten, immer mehr miteinander um sie vielleicht bei ihrer letzten Begegnung 1966 für immer zu verbinden.

Meine Meinung:
Arturo Pérez Reverte, schreibt nicht für Jedermann, wer einen klassischen, seichten, historischen Liebesroman erwartet, wird furchtbar enttäuscht sein, denn seicht ist in diesem Buch nichts, weder die Story noch der Schreibstil des Autors, wortgewandt beschreibt er die Begegnungen seiner Protagonisten und verliert sich dabei leider auch in wiederkehrenden Beschreibungen zum Beispiel die der Schönheit Mechas auch die teils für meinen Geschmack etwas zu ausführlichen Beschreibungen der Geschichte des Tangos und den Schachspiel, stören etwas den Lesefluss.
Wohl absichtlich hat der Autor seine Protagonisten mit scheinbar wenig offensichtlichem Gefühl ausgestattet, Max muss seine Rolle spielen um in der Oberschicht in der er sich bewegt und zu der er zu gern gehören würde nicht anzuecken und Mecha wird gelernt haben, das das zur Schau stellen von Gefühlen sich für eine Dame der Gesellschaft nicht ziemt, so kann man nur vermuten wie es unter der Oberfläche der Beiden aussieht, das es doch nicht nur  erotische Anziehungskraft ist die beide miteinander verbindet.


Mein Fazit:
Hat man sich eingelassen auf die Geschichte und den Schreibstil des Autors, hat man die für sich persönlich wichtigen Informationen heraus gefiltert und lässt die Geschichte Revue passieren, verblassen die Längen und Wiederholungen in der Erinnerung und zurück bleibt eine Liebesgeschichte, die zu den Charakteren passt, distanziert und doch voller Leidenschaft.
Eine Geschichte wie der Tango, der hier ausführlich beschrieben wird, geprägt von Anziehungskraft und Abstoßung und immer voller Gefühl.

Das Buch kann direkt beim Verlag bestellt werden.


Erschienen: 05.08.2013
Gebunden, 525 Seiten
ISBN: 978-3-458-17580-3

 

Dienstag, 4. Dezember 2012

Der Kinderpapst von Peter Prange

  • Gebundene Ausgabe: 608 Seiten
  • Verlag: Pendo (10. September 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3866122764
  • ISBN-13: 978-3866122765
Klappentext:
Rom, 1032: Gerade zwölf Jahre alt, kommt Benedikt IX. auf den Thron, der jüngste Papst aller Zeiten. Doch die Macht hat einen hohen Preis: Um sie auszuüben, muss er die Liebe seines Lebens opfern. Das Verhängnis nimmt seinen Lauf. Während er in Blut watet, sehnt sich sein gebrochenes Herz nach Erlösung … Dies ist die Geschichte des wohl rätselhaftesten Papstes in zweitausend Jahren Kirchengeschichte. Sein Name: Benedikt IX. Sein Drama: Als Kind auf den Stuhl Petri erhoben, blieb ihm die Liebe versagt, der sein ganzes Leben galt. Unter der Bürde, Stellvertreter Christi zu sein, wurde er zum Teufel in Menschengestalt. Dreimal vom Papstthron verjagt, ging er über Leichen, um die Herrschaft wieder an sich zu reißen. Doch so entsetzlich seine Taten scheinen, war sein Leben in Wahrheit ein einziger Schrei nach Gott, Ausdruck seiner verzweifelten Hoffnung, dass der Schöpfer aus dem Dunkel seines Schweigens trete. Dabei stand Gott dem Verzweifelten zeit seines Lebens vor Augen, in Gestalt der Liebe – in Gestalt jener Frau, nach der sein Herz sich von allem Anfang an verzehrte

Meine Meinung:
Benedikt IX, wurde 1032 durch die Macht und den Einfluss seiner Familie auf den Papstthron gesetzt, eigentlich nichts ungewöhnliches zu dieser Zeit, konnte doch der Papst wie kein Zweiter noch mehr Geld und Macht an die herrschenden Familien Roms verteilen, ungewöhnlich an diesem Papst war allerdings auch schon zu dieser Zeit sein Alter, zwischen 10 und 30 Jahren sei er gewesen, wahrscheinlich ist, dass er um die 14 Jahre alt gewesen.
In Peter Pranges Roman der Kinderpapst ist Teofilo noch ein Kind von 12 Jahren, als sein Onkel der Papst stirbt, um die Macht in der Familie zu halten beschließt sein Vater ihn auf den Papstthron zu setzen, gegen den Willen des aufgeweckten intelligenten Jungen der sich eigentlich nichts sehnlicher wünscht, als als Ritter zu leben und seine Kinderliebe Chiara zu heiraten und dem nichts übrig bleibt als sich dem Willen seines Vaters zu beugen, zumal seine Mutter und sein Taufpate davon überzeugt sind, Teofilo wäre auserwählt Gottes erster Diener auf Erden zu sein.
Als Spielball der wirklich mächtigen, der Bischöfe und Familien Roms, zerbricht das Kind an der Last des Amtes und an der fehlenden Liebe in seinem Leben und entwickelt sich zum grausamsten Papst aller Zeiten, ausschweifende Feste, Hurerei und Verschwendungssucht bringen Rom an den Rand des Untergangs.
Peter Prange hat es geschafft dem historischen Bennedikt IX, Leben einzuhauchen, der Leser fühlt mit dem Kind und hofft auf einen positiven Ausgang der Geschichte, er fragt sich wie geldgierig Menschen sein können um sehenden Auges daneben zu stehen wenn Menschen verhungern und weiterhin nur für die eigenen Schatztruhen zu handeln. Historische Fakten gemischt mit Fiktion sind auch für die die sich nicht so sehr für die Fakten sondern mehr für die Unterhaltung interessieren gut lesbarer Stoff. Ich persönlich hätte mir Beschreibungen der Lebensumstände der Menschen gewünscht, der Auswirkungen Teofilos Machtbessenheit und dafür etwas weniger Liebesgeschichte, die für mich sehr unglaubwürdig war.
Alles in Allem hat mir das Buch aber sehr gut gefallen und es bekommt 4 Sterne, weil es mich neugierig gemacht hat, wie es den nun wirklich war mit Benedkt IX.

Mittwoch, 24. August 2011

Das Geheimnis der Totenmagd von Ursula Neeb

Frankfurt im Mittelalter, die Totenwäscherin Katharina entdeckt bei ihrer Arbeit das die Hure Hildegard erwürgt wurde, statt zu den Statdvätern, die schon einen früher von ihr entdeckten Mord nicht verfolgten, berichtet sie ihre Entdeckung an die Bordellchefin, die die Stadtväter unter Androhung das sie verrät wer alles zur Kundschaft der Hure gehörte, dazu bringt wenigstens halbherzig nach dem Mörder zu suchen. Kurz darauf wird eine weitere Leiche gefunden, die einer jungen Patrizierin. Der Totengräber Heinrich Stah, Katharinas Vater wird des Mordes an der jungen Frau verdächtigt,nach einem durch die Folter erpressten Geständnisse wird er hingerichtet.

Katharina, die als Totenwäscherin arbeitet und die Schwester der Toten Anna, freunden sich an und begeben sich gemeinsam auf die Suche nach dem wahren Mörder, dabei stossen sie auf den Geheimbund * Bruderschaft des Todes* einer Art Sekte die den Tod als das einzig erstrebenswerte Ziel im Leben sieht, und Katharina selber gerät in die Fänge des Anführers der Sekte.

Leider ist der Roman sehr vorhersehbar, sehr schnell war mir klar, in welchem Zusammenhang die Morde stehen und wer dafür verantwortlich ist. Der teilweise sehr bemühte Versuch, die Personen in einer authentischen Sprache sprechen zu lassen hat mir nicht ganz so gut gefallen. Das Buch lässt sich nichtsdestotrotz gut lesen, optimal für einen faulen Lesenachmittag, aber wenn man es nach der letzten Seite zuklappt ist es leider auch schnell vergessen.