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Montag, 7. September 2020

Der Petticoat-Mörder: Fred Lemkes erster Fall (Lemke-von Stain-Serie, Band 1) von Leonard Bell

1958 ist Fred Lemke gerade 23 Jahre und frisch mit der Polizeiausbildung fertig, überraschenderweise wird er der Abteilung für Delikte am Menschen zugeteilt, sein Abschlusszeugnis der Polizeischule ist das zweitschlechteste des ganzen Jahrgangs, warum er trotzdem die Chance bekommt, bleibt zunächst unklar. Ebenso unklar ist die Rolle der einzigen Frau in der Abteilung, der Sonderermittlerin Baronesse Ellen von Stain, die junge Frau scheint sich alles erlauben zu können und alles zu bekommen was sie will.

Gleich an seinem ersten Tag wird er zu einem Tatort gerufen, am Ufer des Fennsees wurde eine männliche Leiche gefunden, Lemkes Kollege würde den Fall am liebsten gleich als Raubmord zu den Akten legen, doch Fred Lemke liest mehr aus den Spuren und ermittelt tiefer gehend als es seinen Vorgesetzten recht ist, die Liste seiner Verdächtigen ist lang.

Ich mag historische Krimis, die Nachkriegszeit fasziniert mich besonders, wie arbeiteten die Beamten damals, welche Mittel standen ihnen zur Verfügung und wie weit sind die Strukturen noch von Nazis durchseucht.

Lemkes Versuche mehr über die Vergangenheit des Opfers herauszufinden scheitern am Widerstand seiner Vorgesetzten, die Vergangenheit soll endlich ruhen. Und so bleiben auch die Charaktere seiner Kollegen ziemlich im Dunkeln, werden sie beeinflusst von ihrer eigenen Vergangenheit oder im Falle Ellens von der Vergangenheit ihrer Familie? Oder wollen sie einfach nur vergessen was einst geschah?

Diese Frage klärt sich im vorliegenden Buch noch nicht, das macht mich ja schon wieder neugierig darauf, was weiter geschehen wird und damit auf einen weiteren Fall für Lemke.

Also konzentriere ich mich jetzt einmal auf den aktuellen Mord. Fred Lemke ist sich sicher, das das Motiv für den Mord in Heinz Obermanns Vergangenheit liegt und mit den wenigen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln und vor allem mit der ihm gegeben Sturheit und seiner Gabe zum Kombinieren kommt er dem Mörder auf die Spur. Ein Mörder den ich zu keinem Zeitpunkt unter Verdacht hatte, so das mich das Ende wirklich überraschte.

Und bis zum Ende fesselte mich der Autor mit seinem Schreibstil, den Andeutungen und auch mit dem Schicksal Lemkes an das Buch, er lässt gerade so viele Fragen offen, um die Neugier zu entfachen und beantwortet nur so viel, das man das Buch nicht frustriert an die Seite legt, sondern voller Vorfreude auf das nächste.



Taschenbuch : 432 Seiten
ISBN-10 : 3548063071
ISBN-13 : 978-3548063072