Sonntag, 30. Dezember 2018

Roter Rabe von Frank Goldammer


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 Max Heller wartet vergeblich auf ein Telegramm seiner Frau Karin, die ihren Sohn Erwin in Westdeutschland besuchen darf. Hat sie ihn und die gemeinsame Ziehtochter Anni verlassen um im Westen zu bleiben? In dieser für ihn ohnehin schon schwierigen Zeit bekommt es Heller auch noch mit einigen Toten zu tun, zwei Zeugen Jehovas sollen in ihren Zellen Selbstmord begangen haben  und bei diesen Toten bleibt es nicht. Hellers Vorgesetzter Niesbach macht ihm unmissverständlich klar, das er zwar ermitteln soll aber nach Möglichkeit zu keinem Ergebnis kommen sollte, denn würde es sich doch um Mord handeln müssten sie alle nicht nur um ihre Posten fürchten. Und nicht nur Niesbach warnt Heller, auch sein alter Freund Alexej Saizev, der mittlerweile für den Geheimdienst arbeitet. Saizev ist auf der Spur eines Spions der woron genannt wird, Roter Rabe. Der rote Rabe soll hinter den vielen Toten und einer Explosion in einem Kraftwerk stecken. Es gehen Gerüchte um, nach denen die Amerikaner eine Atombombe auf Dresden abwerfen wollen.
Gemeinsam mit seinen Kollegen Oldenbusch und Salbach versucht Heller Licht ins dunkle zu bringen, doch jemand scheint ihn genau zu beobachten und beseitigt einen Zeugen nach dem anderen. Und auch innerhalb des Teams macht sich misstrauen breit, jeder könnte ein Spitzel der Russen oder der Staatsicherheit sein.

Frank Goldammer zeichnet ein bedrückendes Bild der damaligen Zeit, schwer nachzuvollziehen für jemanden wie mich, der diese Umstände nur vom Hören Sagen kennt, der immer das sagen durfte was er wollte und der seine Meinung zu den politischen und wirtschaftlichen Umständen im eigenen Land immer klar zu Ausdruck bringen durfte. Um so beeindruckender war es, das ich zumindest ansatzweise verstehen kann, wie die Atmosphäre damals war, auf der einen Seite voller Angst und auf der anderen die Hoffnung auf ein besseres Leben für alle.

Für mich der beste Teil der Reihe um Max Heller, sehr spannend und flüssig geschrieben, bekommt Roter Rabe von mir eine absolute Leseempfehlung.

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  • Broschiert: 384 Seiten
  • Verlag: dtv Verlagsgesellschaft (21. Dezember 2018)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3423262095
  • ISBN-13: 978-3423262095





Samstag, 29. Dezember 2018

Die Sonne über Berlin Nebelwände von Carla Kalkbrenner

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Inhalt: Der Chefentwickler einer Kosmetikfirma, kommt bei einer Explosion in seinem Labor ums Leben, was zunächst nach einem tragischen Unfall aussieht entpuppt sich bald als cleverer Mord, allerdings nicht clever genug für Kommissar Dahlberg und sein Team. Dahlberg vermutet Industriespionage und staunt nicht schlecht als ihm der Fall schnell wieder entzogen wird. Kurz darauf tauchen zwei verstümmelte Frauenleichen auf. Währenddessen wartet Dahlbergs früher Kollege Alexander auf seinen letzten Auftrag für den Geheimdienst.

Meine Meinung: Bis ich in diesem Krimi alle Fäden die zueinander führen sollten um ein einheitliches Bild ergeben, in der Hand hielt, dauerte es etwas, viele Personen, viele Handlungsstränge und viele, manchmal überflüssige Informationen ( als Beispiel führe ich hier nur die Farbe des Hauses an in dem Dahlberg lebt an: es ist blau)  die dazu noch wiederholt werden machten es nicht einfach für mich, mich auf das Buch einzulassen. Auf der anderen Seite schaffte es die Autorin mir die Protagonisten allen voran Dahlberg und sein Team nahe zu bringen, sie kommen sehr authentisch rüber, ich mag ihre unterschiedlichen Charaktere und das nahezu perfekte zusammenspiel des Teams um die Fälle zu lösen, Dahlbergs Sturheit sich eben nicht aus den Ermittlungen herauszuhalten machten ihn mir sehr sympathisch. Die Sonne über Berlin Nebelwände ist eine Herausforderung, bei der es sich am Ende aber lohnt dran zubleiben, die Auflösung ist in sich schlüssig und ich bin mir sicher das viele Leser die ausführlichen Beschreibungen lieben, mir fehlte vielleicht der erste Teil, der Reihe,manchmal dauert es ja etwas bis man sich an einen Schreibstil gewöhnt. Auf jeden Fall habe ich selten einen Krimi gelesen der mich so lange nach der letzten Seite noch beschäftigte und ich bin gespannt wie es weitergeht.

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  • Gebundene Ausgabe: 387 Seiten
  • Verlag: Martini & Loersch Verlag; Auflage: 1 (13. Oktober 2018)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3981610733
  • ISBN-13: 978-3981610734



Freitag, 28. Dezember 2018

Kälter als die Angst von Christine Drews

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Inhalt: Hat Klaus Delbrück seine Frau Carla erschlagen und danach versucht die Leiche zu verbrennen? Alle Indizien weisen auf eine Beziehungstat hin.  Doch Carla bekam an ihrem früheren Wohnort, Drohbriefe, die auf einen längst aufgeklärten Mord hinweisen und auch ihre ehemaligen Nachbarn und ihre Nachmieterin wird bedroht.
Als Charlotte Schneidmann und Peter Käfer den Hinweisen nachgehen, müssen sie feststellen, dass Katrin Ortrup, die sie von einem früheren Fall kennen, ebenfalls bedroht wird, denn sie wohnt mittlerweile in dem Haus, in dem Carla früher lebte.

Meine Meinung: Ich wollte schon länger etwas von Christine Drews lesen, das ich nun mit dem letzten Band der Reihe um Charlotte Schneidmann und Peter Käfer begann, war reiner Zufall, dass düstere Cover, zog mich an. Häufig ist es ja nun so, das man bei Reihen tatsächlich mit dem ersten Band starten sollte um die Hauptcharaktere nach und nach kennenzulernen, oder die Autoren beschreiben in jedem neuen Buch die Personen und früheren Begebenheiten immer wieder neu und so detailliert, das man sich fragt, warum man nicht gleich mit dem letzten Buch begann, wenn da doch alles wieder neu erzählt wird. Christine Drews,allerdings hat es geschafft, das ich nie das Gefühl hatte, etwas verpasst zu haben und das mit nur kurzen Erwähnungen früherer Geschehnisse.
Die Ermittler haben es mit einem verzwickten Fall zu tun, der Hauptverdächtige Klaus Delbrück, weist jede Schuld von sich und am Tatort finden sich Spuren die auf einen anderen Täter hinweisen.
Christine Drews hat es geschafft von der ersten bis zur letzten Seite Spannung aufzubauen, immer wieder wartet sie mit überraschenden Wendungen auf und mit einem Ende, mit dem ich so nicht unbedingt gerechnet hätte. Sie spielt mit der Angst ihrer Protagonisten, besonders im Focus steht Katrin, als wüsste der anonyme Briefeschreiber von dem, was ihre Familie erleiden musste und als würde es ihm ein besonderes Vergnügen bereiten ihre Angst zu sehen.
Von mir bekommt Kälter als die Angst eine absolute Leseempfehlung. Ich mag den Schreibstil der Autorin, er ist flüssig und bildreich genug um, genügend Platz für die eigenen Vorstellungen zu lassen.
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  • Taschenbuch: 304 Seiten
  • Verlag: Bastei Lübbe (Bastei Lübbe Taschenbuch); Auflage: 1. Aufl. 2018 (21. Dezember 2018)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3404177886
  • ISBN-13: 978-3404177882

Samstag, 22. Dezember 2018

Station 8 Episode 1 von Dominique Stalder

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Inhalt: Heute gibt es ausnahmsweise den Klappentext, statt einer Inhaltsangabe. Ich würde viel zu viel verraten, denn das Büchlein umfasst gerade mal 78 Seiten.

In einer fernen Zukunft dreht sich die Erde nicht mehr. Einer Nacht von einem halben Jahr, folgt ein Tag von einem halben Jahr. Die Menschen haben sich in Stationen zurückgezogen, leben von Insekten und nutzen die kurze Zeit der Erwärmung, um spezielles Getreide und Gemüse anzubauen. In der Nacht muss Strom gespart werden, der tagsüber in die gigantischen Akkustationen gespeist wurde. Das Leben ist hart, aber man hat sich arrangiert und nur die Ältesten haben noch als kleines Kind eine andere Erde erlebt. Am Beginn der Dämmerung ist es Brauch, der Station, die gerade in die Nachtruhe geht, eine gute Nacht zu wünschen, doch Station 1 antwortet nicht. Als man auf eine Videobotschaft stößt, muss man das Schlimmste befürchten. Was ist mit Station 1 geschehen und können die Geschehnisse dort auch eine Gefahr für Station 8 bedeuten? Zu allem Überfluss entdeckt man Schwankungen im Stromhaushalt. Jemand Unbekanntes scheint sich am Strom der Station zu bedienen. Das Schicksal aller 1288 Menschen in der Station hängt vom Mut einiger weniger ab


Meine Meinung: Das klingt nicht nur spannend, das ist es auch.
Dominique Stalder, erzählt von dem Leben auf der Station, er beschreibt den begrenzten Raum mit dem die Menschen auskommen müssen, dem fehlen der Privatsphäre und wie sich die Menschen damit arrangiert haben. Er lässt uns teilhaben an Leben der Menschen, die arbeiten, feiern und lieben.
Das Hauptaugenmerk von Episode 1, liegt auf den Protagonisten. 
Henry Payton, dem Leiter des Kontrollraums von dem aus das erste Mal festgestellt wird das es ein Problem gibt. Seinen Kindern Vanessa und Valentine, die 17 jährigen Zwillinge, müssen sich wie alle Teenager mit diversen Problemen herumschlagen, aber Vanessa erfährt auch gerade die 1. Liebe zu Chris, genannt Bit, der mit ihrem Vater zusammenarbeitet.
Natürlich erfährt der Leser auch etwas über die Vorgänge auf der Station, mit kleinen Häppchen des Geschehens hat der Autor mich auf jeden Fall angefixt, wäre das Buch schon komplett erschienen, ich hätte wohl die Nacht zum Tag gemacht und es in einem Zug durchgelesen. 

Es ist natürlich kaum möglich eine Rezension zu schreiben, bevor die Geschichte in Gänze erzählt ist, denn eigentlich handelt es sich ja nur um die ersten Kapitel. Ich für meinen Teil bin schon sehr gespannt wie es weitergeht, der Cliffhanger am Ende ist wirklich gemein, im positiven Sinne natürlich.
Bleibt die Story so wie sie jetzt ist, spannend aber auch für jugendliche Leser geeignet, eignen sich die Taschenbücher hervorragend auch für jüngere Leser, die vor einem dicken Buch vielleicht zurückschrecken, aber immer mal wieder ein dünnes Buch durchaus gern lesen. Dafür spricht auch der günstige Preis. Station 8 bekommt man tatsächlich zum Taschengeldpreis, bei der Ausstattung fast geschenkt, die einzelnen Seiten sind sehr schön gestaltet und die Buchrücken in der richtigen Reihenfolge werden ein echter Hingucker.

Noch eine Stimme zum Buch

https://sarahlippasson.wordpress.com/2019/01/06/station-8-episode-1-rezension/#more-4330

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  • Taschenbuch: 104 Seiten
  • Verlag: Independently published (6. Dezember 2018)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 1790635411
  • ISBN-13: 978-1790635412


Freitag, 21. Dezember 2018

Die Liebenden von Wiesbaden von Susanne Konrad

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Inhalt: Im Sommerurlaub trifft die vierzigjährige Kirsten auf den 20 Jahre älteren Ernst und verliebt sich in ihn. Als Ernst nach 20 jähriger Ehe einen Schlaganfall erleidet und Kirsten ihn pflegt, blickt sie auf das gemeinsam Leben zurück.
Sie denkt an die schnellen Entscheidungen die sie im Hinblick auf ihr jeweiliges Alter getroffen haben. Die Entscheidung zusammen zu ziehen, zu heiraten und die Entscheidung für ein Kind. Kirsten denkt aber auch an die Probleme, die der große Altersunterschied mit sich brachte.


Meine Meinung:
Zunächst einmal. Doch ich lese auch Liebesromane, aber nur wenn ich mir mehr als das Übliche von ihnen verspreche. Die Liebenden von Wiesbaden geht weit über die Art Liebesgeschichte hinaus die man sonst in der Literatur findet, sie endet nicht mit einer weißen Kutsche und der strahlenden jungen Braut. Die Autorin erzählt sehr authentisch von der deutlich spürbaren Liebe zwischen Kirsten und Ernst, die sich durch nicht beirren ließen und allen Widrigkeiten und schiefen Blicken zum Trotz immer fest beieinander standen.
Diese Liebe war während des Lesens deutlich spürbar. Ernst war von der ersten Minute,in der er in ihr Leben trat, der wichtigste Mensch in Kirstens Leben. Das zu lesen war wunderschön und berührend, jeder wünscht sich einen Menschen an seiner Seite, der wirklich in Guten wie in Schlechten Tagen zu einem steht, auch wenn die Schlechten Tage "nur" Ernsts Alter und später seiner Gesundheit geschuldet waren, die Guten aber geprägt von Wohlstand und damit verbundener Sorglosigkeit. Kirsten steht zu ihrem Mann und pflegt ihn hingebungsvoll.
 Kirsten beschreibt die Einschulung ihr Tochter Daniela, sie denkt an die Bemerkungen der anderen, wie alt doch Daniela Eltern sind, betiteln sie als Großeltern. Zwar scheinen sich ihre Gedanken mit dem Kummer ihrer Tochter zu beschäftigen, ich hatte beim Lesen aber immer das Gefühl in Wahrheit ging es ihr wieder nur um Ernst, wie verletzt er war, wie er darunter litt schon so alt zu sein, das alle ihn für den Großvater seiner eigenen Tochter hielten. Ich hatte stets den Eindruck, das die Erfüllung des Kinderwunsches Kirsten absolut verständlich war, Kirsten und Ernst liebten ihre Tochter ohne Frage, Kirsten wehrte sich auch gegen die Einstellung eines Kindermädchens, aber doch stellte sie das Kind immer hintenan, wie sie alles und jeden hintenan stellte wenn es um Ernst ging, auch Besuche bei ihrer mittlerweile Pflegebedürftigen Mutter wurden immer wieder verschoben, wenn Ernst sie lieber bei sich hatte. Da ging mir die Liebe und Hingabe einen Tick zu weit, denn vor allen anderen sollte immer das eigene Kind stehen. Wie gesagt das war mein Gefühl beim Lesen und das ist natürlich subjektiv.
Was mich beim Lesen wirklich störte, waren die häufigen Hinweise auf die Sexualität der Beiden, unbestritten ist diese auch im Alter wichtig und hoffentlich auch bei den meisten Liebenden sehr lebendig und erfüllend, aber auf gerade mal 140 Seiten erwähnte Kirsten irgendeine sexuelle Handlung gefühlt auf jeder 5 Seite, ich habe nicht mitgezählt. Als hielte hauptsächlich der Sex zwischen ihnen sie zusammen.
Ich mochte den ruhigen unaufgeregten Schreibstil der Autorin Susanne Konrad und werde sicherlich noch mehr von ihr lesen.
Ein großes Kompliment auch für die Auswahl des Covers. ( Ein Gemälde von August Macke)

Alles in Allem bekommt das Buch von mir eine Lesempfehlung, für Alle die gern einmal etwas besonderes lesen.

Mit einem Klick auf das Cover seid ihr direkt beim Verlag.

  • Taschenbuch: 190 Seiten
  • Verlag: Größenwahn Verlag; Auflage: 1 (4. Oktober 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 9783957711861
  • ISBN-13: 978-3957711861

Donnerstag, 20. Dezember 2018

Keine Helden - Piraten des Mahlstroms von Nils Krebber

https://amrun-verlag.de/produkt/keine-helden-piraten-des-mahlstroms/
Zum Mahlstrom
Inhalt: "Was soll schon passieren?" mit diesem Satz stürzen sich Eberhart Brettschneider und seine Partnerin Aurelia aus Kammerbad, einer Küstenstadt des Imperiums, kopfüber in ein eher unfreiwilliges Abenteuer. Eigentlich wollte das Gaunerpärchen die seit kurzem in Kammerbad weilende Gräfin del Mar ausnehmen und werden dabei von der Adligen nach allen Regeln der Kunst übers Ohr gehauen. Bevor sie sich versehen befinden sie sich auf dem Schiff des abergläubischen Akbash und in Begleitung des Nekromanten Joachim auf dem Weg zum Mahlstrom, wo sie den Schatz des legendären Schreckenskapitäns an sich bringen wollen. Was sie nicht ahnen, Gräfin del Mar und ihr Begleiter der Hexenjäger verfolgen einen finsteren Plan.

Meine Meinung: Wenn ich an Piraten denke ich an Errol Flynn, groß, schlank, edelmütig, gut aussehend.
Ja und dann kam Eberhart Brettschneider, eher dicklich und gemütlich, dafür mit scharfem Verstand und sehr geschickter Zunge und eigentlich ist er ja auch kein Pirat. Eberhart ist Händler, Abenteurer und Entdecker oder vielleicht doch nur der erfolgreichste Betrüger Kammerbads ? Ich mochte Eberhart, der so gar nicht dem Klischee eines Helden entspricht, der fehlende körperliche Vorzüge und Kampfkunst mit seinem scharfen Verstand und redegewandheit auszugleichen vermag. Für die Kampfkunst ist die eher burschikose Aurelia, der weibliche Teil des Gaunerduos verantwortlich. Beide stehen absolut Loyal zueinander, eine Freundschaft die nicht durch unnötiges Liebesgeplänkel gestört wird.
Ihnen gegenüber stehen die Gräfin Del Mar und ihr Begleiter der Inquisitor von Berg, die Gräfin verfolgt ihre eigenen Ziele, sie will die Welt mit Hilfe ihrer Vorfahren vom Imperium und der Familie del Mar zu neuer Macht verhelfen, schnell ist klar das man der Dame nicht trauen kann. Von Berg kann ich schlecht einschätzen sein Charakter blieb mir immer etwas fremd.

Nils Krebber entführt seine Leser in ein Piratenabenteuer, gewürzt mit einer gehörigen Prise Magie und Hexerei. Ich mochte den Humor, der nie platt daherkam, gepaart mit der abenteuerlichen Handlung ergab sich ein Lesevergnügen der besonderen Art. Aber am meisten habe ich es genossen, wenn Eberhart seine schärfste und effektivste Waffe auspackte: Seine Zunge. Wenn jemand einen in den Mahlstrom und wieder hinaus quatschen kann, dann Eberhart Brettschneider: Händler, Abenteurer und Entdecker.
Keine Helden. Piraten des Mahlstroms bekommt von mir eine absolute Leseempfehlung und ich hoffe wirklich sehr auf eine Fortsetzung. Stoff genug für weitere Abenteuer, der bunten Truppe deuten sich zum Ende des Buches ja schon an.

Mit einem Klick auf das Cover könnt ihr in See stechen.

  • Taschenbuch: 301 Seiten
  • Verlag: Amrun Verlag; Auflage: 1 (5. September 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3958692966
  • ISBN-13: 978-3958692961

Mittwoch, 19. Dezember 2018

Sternenflammen eine Anthologie. Herausgegeben von Petra Mattfeld und Burkhard P. Bierschenck



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Mein erster Kontakt mit Science Fiction waren Groschenromane, wie sie damals etwas abfällig hießen, genauer gesagt: Perry Rhodan, das war neben Krimiheftchen und Arztromanen so ziemlich das einzige was an Lesestoff bei uns zu finden war. Diese Heftchen habe ich dann ziemlich schnell beiseite geschoben,gerade Perry Rhodan war nicht interessant, ich war ja noch ein Kind.
Irgendwann fiel mir aber doch wieder ein SF Roman in die Hände und ich begriff, das auch Science Fiction Literatur ist, bis heute wird das ja leider von vielen bestritten. Dabei gibt es gerade in dem Genre so viele unterschiedliche Facetten, das jeder auf seine Kosten kommen müsste. Ganze Welten zu erschaffen und Technik zu beschreiben die einen Sinn ergibt, die möglich erscheint, ist meiner Meinung nach eine herausragende Leistung. Und was hat das jetzt mit Sternenflammen zu tun?
Dass es sich um eine SF-Anthologie handelt, ist ja aus der Artikelüberschrift in Verbindung mit dem Cover klar ersichtlich, das ich nur selten Bücher aus dem Genre lese, weiß jeder, der mich kennt. Ich brauchte aber mal wieder Abwechslung und ich liebe Kurzgeschichten.
Diese hier auch? Schauen wir mal.

Leider beginnt die Anthologie mit einer meiner Meinung nach schwächeren Geschichte der Sammlung.

Zwischen dem Sonnenlicht von Miriam Achtzehnter.

Balen Kanter arbeitet in einer Fabrik in der Klone hergestellt werden, der Beschreibung nach ein ziemlich langweiliger Job. Das ändert sich, als einer der an sich willenlosen Klone ihn anspricht. Was danach geschieht, hätte sehr interessant und spannend sein können nur leider wählte die Autorin ein Ende, das mich persönlich nicht zufrieden stellte.

Da gefiel mir die zweite Geschichte schon besser
Jenseits von Heimat von Olga Baumfels

Die Autorin hat ein Thema gewählt das nicht neu, aber sehr gut erzählt ist. Sie beschreibt die Startprozedur die der Raumfahrer Gröl durchlebt, sehr bildreich und anschaulich, so anschaulich das ich vollstes Verständnis gehabt hätte wäre Gröl ausgestiegen. Gröl allerdings stieg nicht aus sondern strandet auf einem fremden Planeten und was er da erlebt, lässt trotz aller Widrigkeiten so etwas wie Hoffnung aufkommen.

Eine sehr spannende Abenteuergeschichte auf einem fernen Planeten.
Die Oase in der Dunkelheit von Ulf Fildebrandt

Was wäre die Menschheit ohne die Mutigen die aufbrachen um die Geheimnisse unseres Planeten zu erkunden, hätte jemals jemand den Mut gehabt zu den Sternen aufzubrechen wenn s nicht einmal jemand den Nord oder Südpol unseres Planeten erkundet hätte?
Diesen Mut brauchten auch Kerttu und sein Team, die auf einem Planeten leben dessen eine Seite immer in Dunkelheit und Kälte liegt. Gegen alle Angst und gegen jede Vernunft  dringen sie immer weiter vor um am Ende eine überraschende Entdeckung zu machen, die sie noch einen Schritt weiter wagen lässt.

Wie weit darf Forschung gehen?
Um der Kälte zu trotzen von Valerie Gaber

Die unbekannte Erzählerin, lässt uns Leser an ihren Gedanken teilhaben, während sie auf einer Krankenstation erwacht, sie berichtet von ihren Gefühlen und den Veränderungen, die sie an ihrem Körper wahrnimmt. Manipulationen die ihr das Leben auf einem eisigen Planeten ermöglichen sollen und das der Planet sie ruft. Sehr spannend und bildhaft geschrieben.

Ich glaube ich muss mich kürzer fassen.

Hier passt wieder alles.
Yggdrasil von Tobias Habenicht

Anarchisten wollen den Planeten BV27/8 vor dem Terraforming schützen. Das Landen auf diesem Planeten ist strengsten Untersagt, bei Zuwiderhandlung wird sofort das Feuer eröffnet. Das so manches Verbot auch ein Schutz sein kann, erkennen die Anarchos zu spät.


Und wir fürchten uns vor selbstfahrenden Autos? Denkende Computersysteme sind hier eher das Problem.
Fürchte deinen Nächsten wie dich selbst von Maximilian R. Herzig
Ich fasse mich wie versprochen, kurz.
Tolle Geschichte, klassische Science Fiction. Soweit ich das beurteilen kann.

Raysom von Erik Huyoff
Die Besatzung eines Raumschiffes fängt einen Notruf auf und muss sich bald entscheiden ob sie staatlich angeordnetes Unrecht unterstützt oder das Richtige tut.
So wie man die Besatzung kennen lernt, ist ihre Entscheidung keine Überraschung.
Gut geschrieben auch wenn das Ende absehbar war.

Exploration von Stefan Lochner
Es gibt sie, die Ekel unter den Raumfahrern, die denen man die Pest an den Hals wünscht, weil sie dumm, unfähig, überheblich und sexistisch und so triebgesteuert das sie nicht einmal vor Maschinen halt machen würden. Da hat sich die richtige Crew zusammengefunden und die richtige Maschine.

Jackpot von Gabriel Maier

Das Einzige das Marv, als er in einem Jagdkreuzer der Habicht Klasse aufwacht, mit Sicherheit weiß ist, das er schon mindestens 20 Tage unterwegs ist, das verrät ihm die Länge seines Bartes. Das er in der unendlichen Leere des Alls auf ein Raumschiff trifft, ist der Jackpot, der unmögliche Zufall der sein Leben rettet.
Logbuchenträge verraten uns die ganze Geschichte.
Die Geschichte hat mir wieder sehr gut gefallen.

Ein Brief aus tiefstem Herzen von Liv Modes
Was würden uns Wesen von anderen Planeten wohl schreiben?
Das erfahren wir in dieser Geschichte. Eine schöne Idee, berührend und emotional, allerdings für meinen Geschmack ist die Moralkeule etwas schwer.

Der letzte Splitter Farbe von Kornelia Schmid

Valla arbeitet in den Minen eines Exoplaneten, sie schürft nach seltenen Kristallen für die Antriebe von Raumschiffen. Im Laufe der Jahre wurde es immer schwieriger diese Kristalle zu finden, die Loren mit denen früher Mengen des seltenen Material aus den Minen gekarrt wurden sind schon lange überflüssig. Bei einem ihrer letzten Spaziergänge entdeckt sie die ganzen Ausmasse des jahrelangen Raubbaus. Auch in dieser Geschichte ist eine Moral vorhanden, aber subtiler verpackt.


Drachenernte von Achim Stößer

Die Protagonisten in der zweiten Story einfach nur zu dumm zum Milch holen, wie meine Oma schon immer sagte. Auch hier geht es um Ausbeutung und Gier,die Geschichte hätte auch auf der Erde spielen können. Ob nun Elefanten oder Drachen getötet werden sollen um an einen kostbaren Bestandteil ihres Körpers zu kommen ist ja egal. Aber nicht vergessen, die Protagonisten sind strunzdumm. Hier musste ich tatsächlich etwas nachdenken, zunächst kam mir das Ende und damit leider auch die komplette Geschichte ziemlich dämlich vor, aber bei genauerer Überlegung kam mir folgender Gedanke: Die Drachen die diesen Planeten bevölkern besitzen eine gewisse Intelligenz, vielleicht war der Besuch der Drachenjäger der Funke der die Wissenschaft dort zum leuchten bringt?
Lest selbst und vielleicht stimmt ihr mir zu.

Grüner Planet von Henrik Sturmbluth
Wieder einmal haben wir es mit den fatalen Folgen der modernsten Wissenschaft zu tun. Diesmal mit Nanobots, die Pflanzen dazu bringen auch unter den widrigsten Umständen zu gedeihen, dumm nur wenn diese sich dann gegen eine Kolonisierung, des Planeten auf dem sie wachsen, wehren.

Elia von Holger Vos
Die letzte Geschichte handelt von der Kolonisierung eines Planeten,den ein sechs köpfiges Forschungsteam erkunden soll. Mysteriösen Vorgänge machen die Erzählung recht spannend, einzig das abrupte Ende ist mehr als gewöhnungsbedürftig, wobei es sich hier auch um einen Fehler beim Druck handeln könnte. Die Story endet mit:
Er prüft ihren Puls, doch kein Herz-

Wenn ihr bis hierhin gelesen habt, interessiert euch sicher noch meine abschließende Meinung.
Sternenflammen bekommt von mir auf jeden Fall eine Leseempfehlung, denn ich bewerte immer das komplette Buch, nicht jede Geschichte in einer Anthologie kann gefallen, ich vergebe auch keine Sternchen für einzelne und errechne dann den Durchschnitt ( ich war noch nie gut in Mathe).
Ich kann die Anthologie auch reinen Gewissens für Neueinsteiger empfehlen,die es nicht so technisch mögen.

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  • Taschenbuch: 186 Seiten
  • Verlag: Bookspot Verlag; Auflage: 1 (1. August 2018)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3956690923
  • ISBN-13: 978-3956690921








Dienstag, 18. Dezember 2018

Ich schenke dir den Schmerz von Ralf Gebhardt

  • Nach §2 Nr. 5 TMG kennzeichne ich diesen Beitrag als Werbung
Inhalt: Eigentlich wollte sich Kommissar Richard Störmer eine Auszeit nehmen und sich um seine Tochter Verena kümmern, aber als im Mansfelder Land Menschen entführt werden und alles darauf hinweist, das es sich bei dem Täter um Michels handelt, einen mehr als brutalen Serienmörder, muss Störmer seine Pläne ändern.Was er nicht weiß: Dieses Mal ist Michels nicht allein. Und die Motivation seines Partners reicht tief in die Vergangenheit der ehemaligen DDR und diese Vergangenheit lebt noch heute.

Meine Meinung:
Dies war mein erstes Buch von Ralf Gebhardt, den Vorgängerband
Ich schenke dir den Tod,
habe ich leider nicht gelesen, aber das ist auch nicht zwingend erforderlich. Ich schenke dir den Schmerz, lässt sich wunderbar auch ohne das Wissen aus dem ersten Buch lesen.
Wunderbar, war jetzt das erste und letzte sanfte Wort, das ich für Ich schenke dir den Schmerz, verwende. Denn sanft ist hier gar nichts.
Die Story ist brutal und auch wenn der Autor diese Brutalität durchaus in Worte zu fassen vermochte, mein Kopfkino ging immer noch einen Schritt weiter, auch wenn das gar nicht nötig gewesen wäre die Bilder, die Ralf Gebhardt mit seinen Worten zeichnet, sind eigentlich schon grausam genug.
Ich hoffe das es sich bei dem Szenario, das er aufzeichnet wirklich um reine Fiktion handelte und so etwas wie im Buch beschrieben, nirgendwo auf der Welt menschenmöglich ist.(Das ist natürlich Wunschdenken, ich weiß wozu Menschen fähig sind) Achtung Spoiler.

Montag, 17. Dezember 2018

Todesfall und Topfenstrudel von Kate Delore

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Inhalt: Mia findet ihren Verlobten Til in ihrer gemeinsamen Wohnung, alles sieht nach Selbstmord aus, aber Mia zweifelt an der Theorie und als noch mehr Menschen im beschaulichen Murnau Selbstmord begehen, ermittelt Mia auf eigene Faust, denn der ermittelnde Kommissar Hasselberg ist mehr mit seinen Liebschaften beschäftigt als das er sich Gedanken um die Selbstmordserie macht.

Meine Meinung:
Das Cover suggeriert einen heiteren Regionalkrimi, Regional stimmt, heiter trifft es nicht immer eher im Gegenteil, auch wenn ich das eine oder andere Mal beim lesen schmunzeln musste.Das Thema ist brisant, Menschen die scheinbar keine Verbindung zueinander haben nehmen sich aus heiterem Himmel und wie es aussieht grundlos das Leben. Als Mia auf eine erste Spur stößt, gerät sie selber in größte Gefahr.
Ich mochte die Story, sie entspricht so ziemlich genau meinem Geschmack und ist härter als das Cover glauben macht.
Die Geschichte wird aus vielen, schnell wechselnden Perspektiven erzählt,oft etwas zu schnell für meinen Geschmack, das störte manchmal etwas den Lesefluss. Auch hätte ich den einzelnen Charakteren mehr Raum gewünscht, jeder für sich kam etwas zu kurz, vielleicht waren es in der Summe ein paar Protagonisten zu viel, jeder für sich, besonders Kommissar Hasselberg und Mias Freundin Ella die als Journalistin arbeitet blieben etwas blass und Mias Handlungen und Reaktionen haben bei mir so manches Mal Unverständnis hervorgerufen, aber das ist etwas das ein anderer Leser vielleicht anders sieht.
 Bis zum Schluss hatte ich keine Idee was die Menschen in den Selbstmord trieb und natürlich vor allem Wer dahinter steckt, das machte die Lektüre natürlich spannend.
Besonders nett, war das kleine Bayrisch-Deutsche Lexikon, gleich zu Beginn des Buches. Ich mochte sehr das es am Anfang stand, so kann niemand es übersehen. Da ich persönlich vor dem Lesen nicht erst durch ein Buch blättere, ist mir so manches Mal ein Glossar erst aufgefallen als es zu spät war.
Ich bin auf jeden Fall gespannt wie es mit Mia in Murnau weitergeht, denn das Spiel ist noch lange nicht vorbei.

Mit einem Klick auf das Cover seid ihr direkt beimVerlag.


  • Taschenbuch: 228 Seiten
  • Verlag: Latos Verlag; Auflage: 1 (15. Oktober 2018)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3964150134
  • ISBN-13: 978-3964150134

Freitag, 7. Dezember 2018

Ein Reif von Silber und Gold von Stephan M. Rother

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Inhalt: Im finalen Band der Trilogie laufen alle Fäden zusammen, unwichtige Kleinigkeiten aus den Vorgängerbänden enthüllen ihre Bedeutung. Morwas Kinder haben die Einigkeit des Landes gefestigt und nun stellt sich die Frage, welcher seiner Erben das Land in Zukunft führen soll. Und die Zeit drängt, denn schon beginnen die einzelnen Stammesführer gegeneinander zu arbeiten.
Meine Meinung: Gewohnt Sprachgewaltig und Wortreich führt uns Stephan M. Rother durch das Buch. Sein Hauptaugenmerk lag diesmal auf Leyken und Sölva, Pol wurde dieses Mal leider etwas vernachlässigt. Die Handlung konzentriert sich auf Leyken, die trotz allem was ihr dort widerfuhr alles in ihrer Macht Stehende tut, um die Esche zu retten und auf Sölva, die das Vertrauen der Nordländer erringen will und muss.
Die Frage, ob sich am Ende alles zum Guten wendet, zieht sich durch das komplette Buch, kurz vor Ende dachte ich: Das schafft er nie, wie soll das Finale einen gebührenden Platz auf nicht einmal 10 Seiten finden? Um so erstaunter war ich, das alles passte, dass auf den letzten Seiten die Geschichte  noch einmal richtig Fahrt aufnahm und in einem grandiosen Finale mündete. Dieses Tempo hätte ich mir auch während des gesamten Buchs gewünscht, so schön die Sprache und die Bilder, die der Autor mit seinen Worten entstehen lässt auch sind, manchmal war es zu viel des Guten. Er wiederholt sich leider recht häufig.
Ein Reif von Silber & Gold, kann auf gar keinen Fall eigenständig gelesen werden, die Vorgängerbände
Ein Reif von Eisen und Ein Reif von Bronze sind ebenfalls im Rowohlt Verlag erschienen.
Alle drei Bücher zusammen ergeben eine in sich schlüssige und bis auf die schon erwähnten Längen, durchaus spannende Geschichte.

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  • Broschiert: 384 Seiten
  • Verlag: Rowohlt Taschenbuch; Auflage: 1. (20. November 2018)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 349927406X
  • ISBN-13: 978-3499274060

Donnerstag, 6. Dezember 2018

Die vermisste Freundin von Olaf Jahnke

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Inhalt:"Wir lagen vor Madagaskar und hatten die Pest an Bord" sicher gingen Roland Bernau genau diese Zeilen des alten Seemannsliedes durch den Kopf, als er den Auftrag erhielt, Martina, die vermisste Freundin einer Frauengruppe zu suchen, die sich auf Madagaskar ein Entwicklungshilfeprojekt ansehen wollte und von einem auf den anderen Tag verschwand.
Die Suche nach Martina gestaltet sich schwierig, niemand hat etwas gesehen und wie sich herausstellt sind die örtlichen Behörden mit einem anderen Fall mehr als ausgelastet. Eine verschwundene Touristin steht nicht sehr weit oben auf ihrer Prioritäten Liste.

Meine Meinung:
Ich weiß nicht, wem es noch so geht und er bei dem Wort Madagaskar sofort an die Pest denkt und daran das das Land ist, in das man hin gewünscht wird, wenn gesagt wird: Geh doch dahin wo der Pfeffer wächst. Das war es aber auch schon, mehr wusste ich nicht über das exotische Land, dank der akribischen Recherche Olaf Jahnkes bin ich allerdings mittlerweile etwas schlauer, ich weiß zum Beispiel das die Pest, obwohl eigentlich Weltweit ausgerottet, auf Madagaskar immer mal wieder ausbricht und auch warum. Da drehte sich mir doch der Magen um.
Aber zur Handlung, je länger Bernau die Frau auf Madagaskar suchte und je mehr er von Land und Leuten und den Entwicklungshilfeprojekten erfuhr desto unwahrscheinlicher wurde die Theorie das sich Martina einfach nur ein paar Tage Auszeit genommen hatte.
Bernau deckt immer mehr ungereimtheiten auf und kommt auf die Spur dubioser Machenschaften.
Das ist sehr spannend und dank der kurzen knappen Sätze fliegen die Seiten nur so dahin.
Mit Bernau hat Olaf Jahnke einen sehr sympathischen Ermittler geschaffen der sich nicht die Butter vom Brot nehmen lässt und sich durchaus zu behaupten weiß wenn ihm jemand dumm kommt und der immer zufällig Fälle übernimmt, die mehr sind als sie auf den ersten Blick scheinen, das macht sie so spannend, man weiß als Leser zu Beginn nie was genau einen erwartet, ich persönlich mag diesen Überraschungseffekt sehr.

Die vermisste Freundin bekommt von mir eine absolute Leseempfehlung.

Mit einem Klick seid ihr direkt auf der Verlagsseite.

  • Taschenbuch: 300 Seiten
  • Verlag: Größenwahn Verlag; Auflage: 1 (2. August 2018)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3957712300
  • ISBN-13: 978-3957712301

Donnerstag, 29. November 2018

Mord eines anderen von Klaus Heimann

  • Nach §2 Nr. 5 TMG kennzeichne ich diesen Beitrag als Werbung

Inhalt: Sigi Siegbert erzählt in seiner Stammkneipe von einem Mord der sich 2010 ereignete, während sich das Ruhrgebiet auf zwei Großereignisse freut, der  Still-Leben Ruhrschnellweg und der Loveparade in Duisburg, wird der Geschäftsführer einer Essener Firma in seinem Büro ermordet.
Meine Meinung:
Ich mag das Konzept das Klaus Heimann verwendet, er lässt Sigi in der gemütlichen Kneipenatmosphäre erzählen, was passiert ist, wie die Ermittlungen verliefen, wie eins zum anderen führt und alle Spuren und Informationen Schlussendlich zum Mörder.
Sigi und sein Team hatten es diesmal mit einem kniffeligen Fall zu tun, die Spurenlage ist sehr dünn, es gibt kaum Verdächtige und wenn ist ihr Motiv so klar, das ich mir nicht vorstellen konnte den Mörder vor mir zu haben, ob ich recht hatte müsst ihr schon selber lesen.
Als Leser begleiten wir Sigi auf jedem Schritt, er lässt uns an jedem Ermittlungsschritt teilhaben, manchmal sogar gefühlt in Echtzeit, eine Fahrradfahrt, die ihn von zu Hause zum Tatort führte, war mir einen Ticken zu genau beschrieben, aber das nur am Rande, denn im Großen und Ganzen habe ich es sehr genossen die Ermittlungen so nah verfolgen zu können.
Natürlich kam auch Sigis Privatleben nicht zu kurz, seine Frau Lotte ist einfach herrlich, sie hat ihren Sigi fest im Griff und er hat gelernt was eine gute Ehe nach so langer Zeit ausmacht. Das müsst ihr lesen, ich habe doch tatsächlich die eine oder andere Situation wieder erkannt. 😊Diese kleine Anekdoten, lockern die Atmosphäre etwas auf und das tut dem Buch gut und macht das Lesevergnügen mit aus.
Sigis Teamkollege Erich hat sich zu seinem Besseren verändert, zwar guckt er immer noch jeder hübschen Frau nach und spart auch nicht mit doofen Kommentaren, aber er ist seßhaft geworden und steht kurz vor der Hochzeit mit der Kollegin Möhrchen, die ihm die Kommentare wohl auch noch abgewöhnen wird. Der Tonfall der Protagonisten ist flapsig, manchmal etwas zu flapsig für meinen Geschmack aber das Ende bzw. das was Sigi am Ende sagt ( das darf ich euch wieder nicht verraten) hat mich wirklich versöhnt.
Mord eines Anderen ist ein spannender Krimi mit echten Schmunzel und Gänsehauteffekten und bekommt von mir ein Lesempfehlung.

  • Taschenbuch: 250 Seiten
  • Verlag: edition oberkassel; Auflage: 1 (15. November 2018)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3958131549
  • ISBN-13: 978-3958131545

Dienstag, 27. November 2018

Zombie Zone Germany: Blutzoll von Matthias Ramtke

Zur Zombie Zone
Inhalt: Während der Zombieapokalypse schufen die Brüder Ben und Niklas in einer Kleinstadt eine sichere Zuflucht für Überlebende. Eden. Gemeinsam erträumten sie sich eine friedliche Zukunft, doch der Traum zerplatzte als die Brüder sich zerstreiten und Eden unter sich aufteilen. Während auf einer Seite der Stadt fast so etwas wie Normalität herrscht, hungern die Menschen auf der anderen Seite.
Meine Meinung:
Ich habe mich riesig auf Neuigkeiten aus der Zombie Zone gefreut, ich bin total begeistert von der Idee die Apokalypse in Deutschland geschehen zu lassen und ich wurde wieder einmal nicht enttäuscht.
Vor allem weil das Hauptaugenmerk  einmal mehr nicht auf Fressorgien und Zombie Schlachtungen liegt, sondern die Probleme, Sorgen und Nöte der Menschen die überlebten und weiterhin ums überleben kämpfen stark im Vordergrund stehen. Aber keine Angst, auch der Horror kommt nicht zu kurz.
Im Mittelpunkt stehen Niklas und Ben, Niklas der auf seiner Seite von Eden für seine Anhänger ein fast normales Leben aufgebaut hat, mit Handel und Zerstreuung war mir von Beginn an unsympathisch, Frauen und Alkohol sind das was ihm wichtig scheint, er erfüllte auf den ersten Blick das Klischee eines egoistischen Anführers, der auf Kosten seiner Anhänger lebt, ob dem so ist müsst ihr schon selber lesen. Und dann ist da Ben, auf seiner Seite der Stadt herrscht an allem Mangel und die Menschen sind in Lethargie verfallen, ohne Aufgaben ist der Aufbau einer Gesellschaft schwierig. Ben hat nur ein Ziel, er will seine Frau finden, die am Tag ihrer Hochzeit gebissen wurde und er will sie heilen, erst dann will er sich um mit aller Kraft um den Aufbau Edens kümmern. Was für ein Weicheim, versunken in Selbstmitleid, "Ich habe meine Frau im Stich gelassen, ich bin schuld, ich armer" hätte sein Text sein können, erkennt er die Katastrophe nicht auf die die gesamte Stadt zusteuert, denn der Winter naht und die Vorräte reichen nicht für alle.
In einem Satz, ich bin begeistert und ich könnte mich stundenlang über Ben und Niklas aufregen. Ob es noch Hoffnung für Eden gibt? Auch das müsst ihr selber lesen.
Mit einem Klick auf das Coverbild gelangt ihr direkt in die Zombie Zone, aber Achtung Deutschland ist Speerzone, ihr kommt vielleicht nicht wieder hinaus.

  • Broschiert: 160 Seiten
  • Verlag: Amrun Verlag; Auflage: 1 (19. Oktober 2018)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3958692699
  • ISBN-13: 978-3958692695
  • Herausgeber: Piper Marou



Blogtour Tag 3 Rigor Mortis



Interview mit Faye Hell
Liebe Faye,
vielen Dank, dass du dich meinen Fragen stellst, im realen Leben würde ich dir jetzt Kaffee und Kekse anbieten, hier geht das leider nicht, also fangen wir am besten gleich an.
Und damit ihr wisst, mit wem ich mich unterhalten habe.


1. Magst du dich meinen Lesern die dich vielleicht noch nicht kennen kurz vorstellen?
Wer ist Faye Hell?

Mhhmmm … keine Kekse. *seufz*
Faye Hell? Nun, das bin ich!
Mag jetzt banal und dämlich klingen, ist es aber nicht. Als ich begonnen habe zu schreiben, habe ich mir ein Pseudonym gesucht. Unter anderem auch deshalb, weil ich ja Lehrerin bin und es in diesem Zusammenhang nicht immer gut ankommt, wenn man ein Horror-Nerd ist. Ich habe mir überlegt, wie diese Faye zu sein hätte … nur um draufzukommen, dass Faye vielmehr die Person ist, die ich eigentlich bin, als zum Beispiel mein Lehrer-Ich. Fast so, als hätte ich Faye erschaffen, um mich wahrhaftig ausleben zu können. Ein blödes Beispiel: Ich war knappe zwanzig Jahre alt, als mir mal jemand gesagt hat, ich könne nicht mehr lange so ein Gothic-Outfit tragen, ohne lächerlich zu sein. Faye kann!
Also, Faye ist Horrorautorin, Horrorfan und Horrorliebhaberin. Ein Leben ohne Horror – egal ob als Buch, Film oder Serie – ist für mich seit meinem elften Lebensjahr undenkbar.

                          

2. Wissen deine Kollegen und vor allem deine Schüler, dass du schreibst und vor allem was du schreibst und wenn ja, was sagen sie dazu?

Die meisten Kollegen wissen es. Vor den jüngeren Schülern versuche ich es (soweit wie möglich) geheimzuhalten. Das ist nicht (nur) meine eigene Entscheidung. Die äußeren Umstände haben das mit sich gebracht und eine gewisse Art von Geheimhaltung notwendig gemacht. Denn nein, es ist nicht selbstverständlich, dass eine Lehrerin eben nicht nur eine Lehrerin ist, sondern sogar ein Privatleben hat. Und sich darüber hinaus vielleicht sogar noch für Horror begeistert! Gott behüte! Eine Horrorautorin als Lehrerin ist für einige Eltern undenkbar. Diese Erfahrung habe ich leider machen müssen.

3. Deine Bücher. Keine Menschenseele und Tote Götter wurden mit Preisen ausgezeichnet, kannst du den Moment beschreiben als du erfahren hast, das du tatsächlich gewonnen hast?

Nahezu alle Menschen werden von Zweifeln geplagt. Im Autorenumfeld bekomme ich häufig den Eindruck, dass sich Autoren dieses Quäntchen mehr quälen als andere. Der Zweifel ist ein fieses Vieh, das nur darauf wartet, dir ins Ohr zu flüstern, dass deine Arbeit nichts wert ist, sich sowieso niemand dafür interessiert und du am besten alles hinwerfen solltest. Ich denke nicht, dass mich irgendeiner der Preise objektiv wirklich weitergebracht hat in meiner (nennen wir es halt mal so …) Karriere. Aber Preise sind richtig gut darin, dem Zweifelsuntier fest in den Arsch zu treten. Und ja, ich habe mich jedes Mal höllisch gefreut. Es ist eine Form der Anerkennung und ich weiß es total zu schätzen, dass mich meine Leser immer so grandios unterstützen.

4. Im November erscheint dein neuestes Buch: Rigor Mortis, kannst du uns schon ein bisschen was verraten?

Ich glaube, Rigor Mortis könnte mein bisher bestes Buch sein. Aber mein Freund und Autorenpartner M. H. Steinmetz hat mir mal gesagt, dass das so sein muss. Wenn dem nämlich nicht so wäre, dann könnte man aufhören zu schreiben. Da hat er sicher recht!
Ich habe vor allem sehr viel Recherchearbeit in diesen Roman investiert, da ja einer der Handlungsstränge im Yukon Territory/in Alaska zur Zeit des Goldrausches spielt und es war mir sehr wichtig, dass ich die Geschichte zwar zu meiner eigenen mache, in den zentralen Punkten aber historisch korrekt bleibe. Dazu habe ich auch direkt vor Ort recherchiert und Sekundärliteratur besorgt. Diese Reise hat den Roman ungemein beeinflusst, nicht nur, was die Fakten angeht. Zum Glück ist es mir gelungen, die Magie dieser besonderen Region treffend zu Papier zu bringen. Und alle Orte, die in Rigor Mortis erwähnt werden, habe ich tatsächlich selbst besucht!
Auch musste ich das erste Mal in meiner Autorenlaufbahn ein Vorwort schreiben, da ich einen Ich-Erzähler erschaffen habe, vor dem mir wahrhaft selbst graut. Er ist meine wahrscheinlich abstoßendste, aber auch vielschichtigste und durchdachteste Figur. Richard Darius ist ein modernes Monster, ein Zerrspiegel unserer Zeit.



Zum Klappentext und zum Cover und zu einer Überraschung, klickt mal auf das Coverbild.

(Das Buch erscheint als E-Book am 02.12.2018, Printliebhaber wie ich müssen noch etwas länger warten)

5. Nach dem Buch ist vor dem Buch: Woran arbeitest du gerade?

Gerade arbeite ich gemeinsam mit M. H. Steinmetz an einem Old-School-Hardcore Roman, der Sommer nächsten Jahres bei Redurm erscheinen wird. Das ist für mich ein neues Genre, auch wenn in all meinen Büchern auch bisher schon Hardcoreszenen zu finden sind. Es ist eine Herausforderung, aber auch saugeil! Mal so richtig auf den Putz klopfen, bis Scheiße und Blut spritzen. Mal etwas weniger literarisch. Und es macht unfassbar viel Spaß, mit einem Kollegen und Freund an einem Roman zu arbeiten. Steinmetz und Hell, das harmoniert. Wie bereits die Anthologie Ghost Stories of Flesh and Blood beweist. Klar gibt es jetzt schon Stimmen, die behaupten, ich würde für ein derartiges Buch meinen guten Namen verkaufen. Aber ich vertraue auf die Mündigkeit meiner Leser und darauf, dass diese selbst erkennen werden, dass dieses Buch wohl von meiner üblichen Schiene abweicht. Steinmetz/Hell ist ja auch so etwas wie eine Marke innerhalb der Marke.
Nebenbei feile ich an meinem zweiten Infotainment Buch. Und an der Idee zu einer Novelle, die ich auch demnächst umsetzen werde. Einen vierten, eigenständigen Roman habe ich auch schon im Sinne und recherchiere eifrig.

6. Hattest du schon mal den Wunsch alles hinzuschmeißen und das Schreiben aufzugeben und was hat dich motiviert weiterzumachen?

Ja, hatte ich. Mehrfach sogar. Niemand ahnt, wie viel Zeit und Herzblut in diese Arbeit fließen und wie wenig oft zurückkommt. Ganz im Gegenteil, oftmals kommt sehr viel Ablehnung auf einen zu. Schnell mal wird man als Horrorautorin als pervers oder abartig abgestempelt. Und ich bin noch nicht so abgebrüht, dass ich das als Adelsprädikat anerkennen könnte. (grins) Es kann hart sein, einem Traum hinterherzujagen und teilweise erschreckend ernüchternd. Was mich grundlegend motiviert, ist die Liebe zur Sache. Der Horror, die Schreiberei. Vincent Voss hat mir in einer Situation des Zweifelns mal gesagt: „Du wirst nicht aufhören. Du wirst schreiben. Du kannst gar nicht anders.“ Besser könnte ich es nicht sagen. Der Drang zu schreiben steckt in mir, seit ich schreiben kann. Wenn ich zweifle, habe ich mein schreibendes Umfeld, das mich aufbaut. Und Mister Hell und Mama Hell. Kein Mensch ist eine Insel, auch Autoren nicht.

7. Diese Frage passt vielleicht zur vorigen. Was rätst du Menschen die davon träumen zu schreiben und vor allem auch zu veröffentlichen?

Genau das, was man mir ganz am Anfang geraten hat: Du brauchst einen langen Atem! Weiterführend: Wer beim ersten Hindernis umdreht, beim ersten Gegenwind die Ohren anlegt und abtaucht, der wird es nicht schaffen. Und tritt die verdammte Eitelkeit in die Tonne! Ich weiß, du bist überzeugt von deiner Arbeit. Das ist die Grundvoraussetzung und schwer genug! Das heißt aber nicht, dass es alle anderen auch sofort sein werden. Absagen sind kein Grund weinend im Selbstmitleid zu versinken und aufzugeben oder (das andere Extrem) aufs Hohe Ross zu steigen und diejenigen schlechtzumachen, die einen abgelehnt haben. Nein, genau dann heißt es sich schütteln wie ein nasser Hund und einfach weitermachen. Und wenn du damit fertig bist, dann machst du weiter. Und weiter. Und weiter. Bis du ein Ziel nach dem anderen erreicht hast. Und übrigens: He Leute, wenn ich das hingebracht habe, dann schafft ihr das auch!

8. Welchen Liebesroman hast du gelesen und geliebt? (Irgendeine Leiche hat doch jeder im Keller).

Hihihi. Das fragst du doch nur, weil du das bereits weißt! (grins) Ja, ich lese auch mal Liebeskram. Sehr selten. So gut wie nie. Weil ich einfach schrecklich unrund werde, wenn Klischees plattgetreten werden. Etwas, dass die Liebe und der Horror übrigens gemein haben, wenn es um die kommerzielle Nutzung geht. Weil die Rezipienten teilweise auf Klischees bestehen! Wenn ich Rezensionen lese, in denen sich ernsthaft Frauen darüber beschweren, dass das „dicke Mädchen“ aus dem Roman wohl niemals so einen klasse Kerl abbekommen würde und dass die Autorin da gewiss nur ihre eigenen Sehnsüchte verarbeitet hat … dann werde ich so aggressiv, dass ich gleich wieder ein paar schöne Hardcoreszenen schreiben muss.
Mein liebster Liebesroman ist von Phoebe Ann Miller „Auf die andere Art“. Kein Klischee, echte Gefühle, viele Tränen!

Danke für das Interview und wehe, du bringst mir in Leipzig keine Kekse ….
(Schnurrrrrrrrrr from Hell)



Ich habe zu Danken, für Deine Zeit und dieses tolle Interview, ich freue mich schon auf ein Wiedersehen in Leipzig, mit Keksen.

Zur Facebook Veranstaltung mit einem tollen Gewinnspiel klickt einfach hier.
Dort findet ihr auch weitere Links zu interessanten Beiträgen.

Montag, 26. November 2018

Berlin Rostiges Herz von Sarah Stoffers

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Inhalt:
Während des Lesens kam mir das Buch gar nicht so kompliziert vor, der Schreibstil ist locker und bildhaft, die Story scheint simpel. Die Erfinderin Mathilda ist seit Jahren in die Tochter des obersten Zauberers verliebt und will ihr diese Liebe nun endlich gestehen, Rosas Geburtstagsfest scheint die richtige Gelegenheit zu sein, doch bevor sie dazu kommt, erfährt sie, das sie in dem Zauberer Fidelio einen Konkurrenten um Rosas Liebe hat und er will Rosa einen Heiratsantrag machen. Doch bevor auch nur einer der Beiden die Chance hat sein Vorhaben in die Tat umzusetzen geschieht ein Mord und Mathilda muss fliehen.
Das ist der einfache Teil der Geschichte, aber Berlin Rostiges Herz ist mehr als ein Lady Thriller im Steampunk Kleid. Steampunk ist für mich immer noch ein neues Genre, ich weiß nicht viel darüber, aber das die Geschichten in der Zukunft angesiedelt sind und das neben Erfindungen auch Zauberei eine Rolle spielt ist meiner Ansicht nach, vollkommen neu. Darum bekommt ihr noch eine alternative Inhaltsangabe.
800 Jahre nach dem Untergang des ersten Zeitalters, in dem sich die Menschheit durch Umweltverschmutzung, Klimaerwärmung und Kriege fast selber auslöschte und nur durch das Auftauchen der Zauberer gerettet werden konnte, leben Erfinder und Zauberer in einem brüchigen Frieden nebeneinander, der durch einen feigen Mord endgültig zu zerbrechen droht. Die Erfinder haben die Einschränkungen die ihnen von der Zaubergilde auferlegt wurden satt und sie scheinen einen Aufstand zu planen. Ist der Mord der Beginn einer Revolte?
Meine Meinung:
Diese Mischung aus Fantasy, Dystopie, Steampunk, Krimi und dem Hauch einer Liebesgeschichte ergibt am Ende ein tolles Lesevergnügen, das auch noch eine Botschaft enthält: Geht achtsam miteinander und mit eurer Umwelt um. Nehmt euch und andere an wie sie seid, eure Herkunft ist egal ihr seid alle Menschen.
Der Schreibstil der Autorin ist  sehr bildhaft, ich konnte mir sowohl die Türme der Zauberer als auch die "Bretterbuden" der Erfinder gut vorstellen die das nebeneinander der Gilden gut beschreiben. Ich mochte ihre Hauptcharaktere Mathilda und Fidelio, wobei mir Fidelio etwas näher war, er hat im Laufe des Buches eine erstaunliche Wandlung durchgemacht, vom verspielten und etwas verantwortungslosen Zauberlehrling zum Erwachsenen.
Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung.
Wie üblich seid ihr mit einem Klick auf das Cover direkt beim Verlag.
Ich habe das Buch als Rezensionsexemplar bekommen, das hat auf meine Rezension allerdings keinen Einfluss. Ihr müsst auf das Print also noch etwas warten, als E-Book könnt ihr es aber schon erwerben.

  • Taschenbuch: 428 Seiten
  • Verlag: Amrun Verlag; Auflage: 1 (15. Oktober 2018)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3958693733
  • ISBN-13: 978-3958693739


Donnerstag, 22. November 2018

Stephen King: Erhebung

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  • Nach §2 Nr. 5 TMG kennzeichne ich diesen Beitrag als Werbung
  • Inhalt: Tag für Tag steigt Scott auf die Waage und täglich zeigt sie weniger an. Was normalerweise für die Meisten ein Grund zur Freude ist, ist für Scott erschreckend, denn er hat weder etwas an seiner Lebensweise geändert noch macht seine Kleidung oder das was er in den Händen hält einen Unterschied. Ob er nun nackt ist oder sich die Taschen mit Gewichten vollstopft, die Waage zeigt immer dasselbe und täglich weniger. Weder er noch ein befreundeter Arzt haben eine Erklärung dafür. Aber fast noch mehr als das Phänomen stören ihn die Hunde der neuen Nachbarinnen die fast täglich ihr Geschäft auf seinem Rasen verrichten und die Art wie die beiden Frauen darauf reagieren
    Das ist nun nicht viel mehr als der Klappentext verrät, aber die Geschichte wird auf gerade mal 144 Seiten erzählt, ruck zuck ist zu viel verraten. 
    Meine Meinung:
    Als ich mich das erste Mal mit dem Inhalt des Buches beschäftigte, kam mir natürlich der Gedanke: Das hatten wir doch schon mal, Billy Halleck der Anwalt aus Der Fluch, wurde ja auch immer dünner ohne zunächst eine Erklärung dafür zu haben, wer glaubt denn schon an Flüche?Aber der Meister, wäre nicht der Meister wäre diese Geschichte nicht völlig anders, es geht nicht um Rache oder Schuld, es geht um Toleranz und ein friedliches Miteinander um Freundschaft und vielleicht auch ein klein bisschen daraum sein Schicksal anzunehmen.
    Ich habe immer mehr das Gefühl, das es dem Autor in seinen Novellen mehr darum geht seinen Lesern eine Botschaft zu vermitteln als sie das Gruseln zu lehren, die übersinnlichen Phänomene sind eher schückendes Beiwerk und machen die Story natürlich ungleich spannender.
    Ich vergebe für Die Erhebung eine absolute Leseempfehlung.
    Mit einem Klick auf das Cover seid ihr direkt auf der Verlagsseite.

    • Gebundene Ausgabe: 144 Seiten
    • Verlag: Heyne Verlag (12. November 2018)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 3453272021
    • ISBN-13: 978-3453272026
    • Originaltitel: Elevation

Craig Russel: Wo der Teufel ruht

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Inhalt:In den 30er Jahren wird Prag durch eine brutale Mordserie erschüttert, die in ihrer Grausamkeit an die Taten Jack the Rippers erinnert.Viktor ein junger Arzt will mit einer neuen Methode den Teufel in brutalen Mördern finden und tritt eine Stelle in Hrad Orlů an, wo in der modernsten Irrenanstalt des Landes die "Satanischen Sechs" untergebracht sind, die gefährlichsten Mörder, die die Welt seit langem gesehen hat. In der Anstalt will er mit Medikamenten unterstützter Hypnose tief in die Psyche der Patienten eindringen. Zeitgleich ermittelt Lukas Smolak in Prag um den Killer den alle nur "Lederschürze" nennen endlich zu erfüllen.

Meine Meinung:
Der Gedanke einen Thriller zu lesen, der die Anfänge der Psychiatrie zum Thema hat, reizte mich schon sehr: Ich musste allerdings schon bald feststellen, das ich keine Ahnung habe, ob das was Craig Russell geschrieben hat, auch nur ansatzweise den Tatsachen entspricht und da mir auch die Zeit fehlte das zu recherchieren, nahm ich das Geschriebene ohne es zu hinterfragen, so hin und ergab mich ganz dem Lesevergnügen. Ich tauchte ein in die verstörenden tiefen der Psyche der Satanischen Sechs, deren Taten sie unter Hypnose in allen brutalen Einzelheiten selbst preisgaben. Ebenso interessant war der Einblick in die damals noch junge Geschichte der Tschechoslowakei, die junge Republik kämpft im Schatten des nationalistischen Deutschlands  um ihre Identität, ein Aspekt des Buches, dem ich irgendwann nachgehen werde, um mehr über diese Zeit zu erfahren.  
Ich mochte den Schreibstil Craig Russels, er ist flüssig und sehr bildhaft, Wo der Teufel ruht, erinnert stellenweise mehr an einen Roman als an einen Thriller, darauf muss man sich nach einlassen wollen um die kompletten 500 Seiten genießen zu können, denn darunter leidet manchmal die Spannung.Die Bezeichnung Thriller trifft es also nicht ganz, die Geschichte Roman zu nennen wäre auch nicht richtig, wahrscheinlich muss für dafür noch ein Untergenre erfunden werden.
Im Großen und Ganzen vergebe ich aber für Wo der Teufel ruht eine Leseempfehlung.

Mit einem Klick auf das Cover gelangt ihr direkt zur Verlagsseite.

  • Taschenbuch: 544 Seiten
  • Verlag: Rütten & Loening; Auflage: 1. (14. September 2018)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 9783352009174
  • ISBN-13: 978-3352009174
  • ASIN: 3352009171
  • Originaltitel: Where The Devil Hides

Dienstag, 20. November 2018

Nadine d´Arachart und Sarah Wedler – Ein Spiel für Gewinner

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Inhalt: Nach ihrem letzten Fall werden die Hamburger Star Ermittler Alexander Dornfeld und sein Kollege Daniel Schwarzer von dem Ex Junkie Kilian Kaiser angesprochen, der den Selbstmord seiner Freundin Emila nicht verwinden kann und nicht akzeptieren will, das ihr Suizid freiwillig geschah. Daniel glaubt ihm nicht und versucht ihn abzuwimmeln, bis ein weiterer Selbstmord die Stadt erschüttert und die Ermittler einsehen müssen: Ein Spiel für Gewinner hat längst begonnen und es wird tödlich enden.

Meine Meinung:
Das gleich zu Beginn des Buches ein Warnhinweis steht, der Menschen, die sich in einer Lebenskrise befinden davor warnt dieses Buch zu lesen, fand ich zunächst etwas übertrieben, doch je mehr ich las, desto sinnvoller wurde die Warnung und der Hinweis darauf sich Hilfe zu suchen bevor man so sehr verzweifelt, dass es keinen anderen Ausweg als Selbstmord zu geben scheint. Schon gar nicht konnte ich glauben, dass ein Internetspiel Menschen dazu bringen könnte sich das Leben zu nehmen. 15 Level heißt es zu überwinden und die letzte Aufgabe könnte lauten: 

Klettere über die Brüstung. 
Tritt bis ganz vorne an den Rand. 
Dann spring.

Wer tut denn so etwas? Wer lässt sich von einem Spiel soweit treiben sich selber zu verletzen  oder sogar zu töten? 
Antworten darauf gibt es im Buch, das weit mehr ist als ein mitreißender Thriller, es zeigt auf wie Menschen manipuliert werden können, wie sie Schritt für Schritt, fast schon behutsam auf ein Spielergebnis geführt werden können ohne das sie die Manipulation überhaupt bemerken. So geht es uns allen, wir werden auf Schritt und Tritt manipuliert, von den Eltern in der Schule, von Freunden und der Werbung, normalerweise schadet uns diese Manipulation nicht, manchmal scheint sie notwendig zu sein um ein harmonisches Miteinander zu gewährleisten, manchmal ist sie lästig weil sie uns dazu bringt Dinge zu kaufen die wir gar nicht brauchen oder die völlig überteuert sind. Das alles ist harmlos, bis jemand beginnt psychisch labile Menschen zu manipulieren. Ich könnte mich jetzt seitenlang darüber auslassen, welchen Manipulationen wir täglich ausgesetzt sind, was sie mit uns machen und besonders mit unglücklichen Menschen machen können, aber meine Küchenpsychologie findet sowieso keine Lösung, weder für den normalen Alltag und schon gar nicht für Extremsituationen.
Also kommen wir zu den wesentlichen Dingen. Hat mir Ein Spiel für Gewinner gefallen?
Ja, sehr. Der Schreibstil der Autorinnen ist wie gewohnt flüssig und hat sich im Laufe der Jahre weiterentwickelt, ich habe schon mehere Bücher aus der Feder Nadine d´Arachart  und Sarah Wedler gelesen und meiner Meinung nach werden sie von Buch zu Buch besser. Die Story ist brisant und wenn man sich ansieht wie wichtig das Internet für Alle mittlerweile geworden ist, nicht wirklich weit hergeholt.
Ich kann also guten Gewissens eine absolute Leseempfehlung aussprechen, ihr solltet aber nicht allzu zart besaitet sein. Ein Spiel für Gewinner ist stellenweise sehr brutal, es bohrt sich ins Gehirn und es dauert eine Weile bis man es aus seinen Gedanken wieder vertrieben hat.

Wenn ihr mögt, findet ihr hier ein Interview mit Nadine d´Arachart  und Sarah Wedler.
Weitere Rezensionen findet ihr auf

und

und wenn ihr mehr über die Autorinnen erfahren wollt, mit einem Klick auf das Cover seid ihr schon bei Ihnen.


  • Taschenbuch: 480 Seiten
  • Verlag: telescope (20. November 2018)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 395915044X
  • ISBN-13: 978-3959150446