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Mein erster Kontakt mit Science Fiction waren Groschenromane, wie sie damals etwas abfällig hießen, genauer gesagt: Perry Rhodan, das war neben Krimiheftchen und Arztromanen so ziemlich das einzige was an Lesestoff bei uns zu finden war. Diese Heftchen habe ich dann ziemlich schnell beiseite geschoben,gerade Perry Rhodan war nicht interessant, ich war ja noch ein Kind.
Irgendwann fiel mir aber doch wieder ein SF Roman in die Hände und ich begriff, das auch Science Fiction Literatur ist, bis heute wird das ja leider von vielen bestritten. Dabei gibt es gerade in dem Genre so viele unterschiedliche Facetten, das jeder auf seine Kosten kommen müsste. Ganze Welten zu erschaffen und Technik zu beschreiben die einen Sinn ergibt, die möglich erscheint, ist meiner Meinung nach eine herausragende Leistung. Und was hat das jetzt mit Sternenflammen zu tun?
Dass es sich um eine SF-Anthologie handelt, ist ja aus der Artikelüberschrift in Verbindung mit dem Cover klar ersichtlich, das ich nur selten Bücher aus dem Genre lese, weiß jeder, der mich kennt. Ich brauchte aber mal wieder Abwechslung und ich liebe Kurzgeschichten.
Diese hier auch? Schauen wir mal.
Leider beginnt die Anthologie mit einer meiner Meinung nach schwächeren Geschichte der Sammlung.
Zwischen dem Sonnenlicht von Miriam Achtzehnter.
Balen Kanter arbeitet in einer Fabrik in der Klone hergestellt werden, der Beschreibung nach ein ziemlich langweiliger Job. Das ändert sich, als einer der an sich willenlosen Klone ihn anspricht. Was danach geschieht, hätte sehr interessant und spannend sein können nur leider wählte die Autorin ein Ende, das mich persönlich nicht zufrieden stellte.
Da gefiel mir die zweite Geschichte schon besser
Jenseits von Heimat von Olga Baumfels
Die Autorin hat ein Thema gewählt das nicht neu, aber sehr gut erzählt ist. Sie beschreibt die Startprozedur die der Raumfahrer Gröl durchlebt, sehr bildreich und anschaulich, so anschaulich das ich vollstes Verständnis gehabt hätte wäre Gröl ausgestiegen. Gröl allerdings stieg nicht aus sondern strandet auf einem fremden Planeten und was er da erlebt, lässt trotz aller Widrigkeiten so etwas wie Hoffnung aufkommen.
Eine sehr spannende Abenteuergeschichte auf einem fernen Planeten.
Die Oase in der Dunkelheit von Ulf Fildebrandt
Was wäre die Menschheit ohne die Mutigen die aufbrachen um die Geheimnisse unseres Planeten zu erkunden, hätte jemals jemand den Mut gehabt zu den Sternen aufzubrechen wenn s nicht einmal jemand den Nord oder Südpol unseres Planeten erkundet hätte?
Diesen Mut brauchten auch Kerttu und sein Team, die auf einem Planeten leben dessen eine Seite immer in Dunkelheit und Kälte liegt. Gegen alle Angst und gegen jede Vernunft dringen sie immer weiter vor um am Ende eine überraschende Entdeckung zu machen, die sie noch einen Schritt weiter wagen lässt.
Wie weit darf Forschung gehen?
Um der Kälte zu trotzen von Valerie Gaber
Die unbekannte Erzählerin, lässt uns Leser an ihren Gedanken teilhaben, während sie auf einer Krankenstation erwacht, sie berichtet von ihren Gefühlen und den Veränderungen, die sie an ihrem Körper wahrnimmt. Manipulationen die ihr das Leben auf einem eisigen Planeten ermöglichen sollen und das der Planet sie ruft. Sehr spannend und bildhaft geschrieben.
Ich glaube ich muss mich kürzer fassen.
Hier passt wieder alles.
Yggdrasil von Tobias Habenicht
Anarchisten wollen den Planeten BV27/8 vor dem Terraforming schützen. Das Landen auf diesem Planeten ist strengsten Untersagt, bei Zuwiderhandlung wird sofort das Feuer eröffnet. Das so manches Verbot auch ein Schutz sein kann, erkennen die Anarchos zu spät.
Und wir fürchten uns vor selbstfahrenden Autos? Denkende Computersysteme sind hier eher das Problem.
Fürchte deinen Nächsten wie dich selbst von Maximilian R. Herzig
Ich fasse mich wie versprochen, kurz.
Tolle Geschichte, klassische Science Fiction. Soweit ich das beurteilen kann.
Raysom von Erik Huyoff
Die Besatzung eines Raumschiffes fängt einen Notruf auf und muss sich bald entscheiden ob sie staatlich angeordnetes Unrecht unterstützt oder das Richtige tut.
So wie man die Besatzung kennen lernt, ist ihre Entscheidung keine Überraschung.
Gut geschrieben auch wenn das Ende absehbar war.
Exploration von Stefan Lochner
Es gibt sie, die Ekel unter den Raumfahrern, die denen man die Pest an den Hals wünscht, weil sie dumm, unfähig, überheblich und sexistisch und so triebgesteuert das sie nicht einmal vor Maschinen halt machen würden. Da hat sich die richtige Crew zusammengefunden und die richtige Maschine.
Jackpot von Gabriel Maier
Das Einzige das Marv, als er in einem Jagdkreuzer der Habicht Klasse aufwacht, mit Sicherheit weiß ist, das er schon mindestens 20 Tage unterwegs ist, das verrät ihm die Länge seines Bartes. Das er in der unendlichen Leere des Alls auf ein Raumschiff trifft, ist der Jackpot, der unmögliche Zufall der sein Leben rettet.
Logbuchenträge verraten uns die ganze Geschichte.
Die Geschichte hat mir wieder sehr gut gefallen.
Ein Brief aus tiefstem Herzen von Liv Modes
Was würden uns Wesen von anderen Planeten wohl schreiben?
Das erfahren wir in dieser Geschichte. Eine schöne Idee, berührend und emotional, allerdings für meinen Geschmack ist die Moralkeule etwas schwer.
Der letzte Splitter Farbe von Kornelia Schmid
Valla arbeitet in den Minen eines Exoplaneten, sie schürft nach seltenen Kristallen für die Antriebe von Raumschiffen. Im Laufe der Jahre wurde es immer schwieriger diese Kristalle zu finden, die Loren mit denen früher Mengen des seltenen Material aus den Minen gekarrt wurden sind schon lange überflüssig. Bei einem ihrer letzten Spaziergänge entdeckt sie die ganzen Ausmasse des jahrelangen Raubbaus. Auch in dieser Geschichte ist eine Moral vorhanden, aber subtiler verpackt.
Drachenernte von Achim Stößer
Die Protagonisten in der zweiten Story einfach nur zu dumm zum Milch holen, wie meine Oma schon immer sagte. Auch hier geht es um Ausbeutung und Gier,die Geschichte hätte auch auf der Erde spielen können. Ob nun Elefanten oder Drachen getötet werden sollen um an einen kostbaren Bestandteil ihres Körpers zu kommen ist ja egal. Aber nicht vergessen, die Protagonisten sind strunzdumm. Hier musste ich tatsächlich etwas nachdenken, zunächst kam mir das Ende und damit leider auch die komplette Geschichte ziemlich dämlich vor, aber bei genauerer Überlegung kam mir folgender Gedanke: Die Drachen die diesen Planeten bevölkern besitzen eine gewisse Intelligenz, vielleicht war der Besuch der Drachenjäger der Funke der die Wissenschaft dort zum leuchten bringt?
Lest selbst und vielleicht stimmt ihr mir zu.
Grüner Planet von Henrik Sturmbluth
Wieder einmal haben wir es mit den fatalen Folgen der modernsten Wissenschaft zu tun. Diesmal mit Nanobots, die Pflanzen dazu bringen auch unter den widrigsten Umständen zu gedeihen, dumm nur wenn diese sich dann gegen eine Kolonisierung, des Planeten auf dem sie wachsen, wehren.
Elia von Holger Vos
Die letzte Geschichte handelt von der Kolonisierung eines Planeten,den ein sechs köpfiges Forschungsteam erkunden soll. Mysteriösen Vorgänge machen die Erzählung recht spannend, einzig das abrupte Ende ist mehr als gewöhnungsbedürftig, wobei es sich hier auch um einen Fehler beim Druck handeln könnte. Die Story endet mit:
Er prüft ihren Puls, doch kein Herz-
Wenn ihr bis hierhin gelesen habt, interessiert euch sicher noch meine abschließende Meinung.
Sternenflammen bekommt von mir auf jeden Fall eine Leseempfehlung, denn ich bewerte immer das komplette Buch, nicht jede Geschichte in einer Anthologie kann gefallen, ich vergebe auch keine Sternchen für einzelne und errechne dann den Durchschnitt ( ich war noch nie gut in Mathe).
Ich kann die Anthologie auch reinen Gewissens für Neueinsteiger empfehlen,die es nicht so technisch mögen.
Mit einem Klick auf das Cover seid ihr direkt beim Verlag.
- Taschenbuch: 186 Seiten
- Verlag: Bookspot Verlag; Auflage: 1 (1. August 2018)
- Sprache: Deutsch
- ISBN-10: 3956690923
- ISBN-13: 978-3956690921