Freitag, 31. März 2023

The Sacred Mother I: Die 22 Schüler der Hölle von M.H.Steinmetz

 





New York in den Siebzigern. Gefangen in der hochsommerlichen Gluthitze zwischen Psychedelic und Post-Punk.

Vier Teenager, die unterschiedlicher nicht sein könnten:
Cherryl – gewiss kein Engel für Charly.
Hope – am Scheideweg zwischen Gut und Böse.
Jason – lethargischer Biker, der den Sinn des Lebens sucht.
Vivian – einzige Überlebende des Purgatory-Massakers und untot.

Sie alle verbindet der Hass auf die 22 Schüler der Hölle, die sich um einen gewissen Sam Carr geschart haben und einer düsteren Prophezeiung folgen, nach der eine Auserwählte – The Sacred Mother – ein Kind von einem Höllenfürsten empfangen soll, um eben diese zu öffnen.

Schon bald verwischt die Grenze zwischen Realität und Fiktion. Zweifel kommen auf und Hoffnungen werden zerstört. Die Vier geraten im Kampf gegen das Böse in einen Malstrom aus Sex, Drogen und Gewalt, der ihren fragilen Bund auf die Probe stellt.

Ist am Ende jedes Mittel recht, um die 22 Schüler der Hölle aufzuhalten?

Eigentlich können die Teenager Chery, Hope, Jason und Vivian sich nicht leiden, aber ihr gemeinsames Ziel, die 22 Schüler der Hölle um Sam Carr zu stoppen, hält ihre Zweckgemeinschaft zusammen. Ohne einen Plan, wie genau sie vorgehen wollen, treffen sie auf einen Voodoo-Priester, der Hope, die unter Visionen leidet, unterrichtet. Vivian wird von den 22 Schülern der Hölle entführt, vergewaltigt und misshandelt, ihre Enttäuschung darüber, dass ihre Freunde scheinbar nicht nach ihr suchen, lässt sie offen werden für die Ideen der 22 Schüler Hölle.

Ich will euch gar nicht zu viel vom Inhalt verraten, das Buch umfasst nur knapp 230 Seiten, die es allerdings in sich haben. Ich habe zuvor »Mudlake« gelesen und empfehle, obwohl »The sacred Mother« auch eigenständig gelesen werden kann, jedem das auch zu tun, es hilft sehr einiges von den Ereignissen aus der Vergangenheit schon zu kennen, ebenso wie die Protagonisten schon kennengelernt zu haben. 

Um jetzt aber beim aktuellen Buch zu bleiben. Das ist nichts, aber so überhaupt nichts für schwache Nerven und Mägen. M.H. Steinmetz spart nicht mit äußerst rohen Gewalt und brutalen Vergewaltigungsszenen, die er sehr bildgewaltig beschreibt. Der Autor ist ein Meister darin, Bilder in die Köpfe seiner Leser zu projizieren und nicht nur das, man riecht förmlich den Schweiß, das Blut und die Tränen seiner Protagonisten. Und dennoch verliert er nie das Thema aus den Augen, die Bekämpfung des absolut Bösen. Und da schlägt er eine Brücke zu Charles Manson, dem Mann, dessen Sekte einst Sharon Tate und viele weitere Menschen ermordete, mehr darüber werden wir sicherlich im 2. Teil der Reihe erfahren, auf den ich mich schon sehr freue. 

Mein Fazit für The Sacred Mother ist also klar. Lesenswert, aber nichts für zartbesaitete Leser.

  • Herausgeber ‏ : ‎ Hammer Boox
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Taschenbuch ‏ : ‎ 227 Seiten
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 979-8369747377


Donnerstag, 30. März 2023

Top Ten Thursday Kurzgeschichten

Top Ten Thursday 30.03.2023 Zeige uns 10 interessante Anthologien

 


OK dann versuche ich mich auch mal an den Top Ten Thursday. Ich liebe Kurzgeschichten, aus fast jedem Genre. Leider sind sie aber wohl nicht so beliebt, ich verstehe das gar nicht, zeigen sie meiner Meinung nach, doch das wahre Können der Autorinnen und Autoren. Es fehlen noch ganz viele Anthologien auf dieser viel zu kurzen Liste. Ich bin jetzt auf die Schnelle nur ganz stur meine Rezensionen der letzten Zeit durchgegangen. 

Ich fange also mal an:

Mysterien der See. Verlag Torsten Low

Die Herausgeber dieser Anthologie haben viele tolle Geschichten gesammelt, allen ist das Thema Mysterien der See gemeinsam und doch sind sie so unterschiedlich das es niemals langweilig wird. Manche der Autorinnen oder Autoren verbinden die Mystik mit aktuellen Themen wie Umweltverschmutzung und die Ausbeutung der Meere, bei anderen stehen nur mysthische Themen im Vordergrund. Sie alle haben eines gemeinsam, sie sind interessant und sehr lesenswert. 




13 Lives of Hellcats Hammer BOOX

Kämpferinnen. Dämonen. Lieblingsmonster.


Eine Anthologie mit Geschichte über Katzen, mit zwei Autoren als Herausgeber, die ich sehr schätze, da blieb mir nicht viel anderes übrig, als sie zu kaufen. Auch, weil der Reinerlös dieser Anthologie  Katzenschutzprojekten zugutekommt.




Der Tod kommt auf Zahnrädern Amrûn Verlag

Steampunk ist faszinierend, zeitlich in der viktorianischen Zeit angesiedelt, spielen die Autoren mit der Mischung aus Technik und Ästhetik. Das Aussehen von Technik und Mode spielt in diesem Genre eine große Rolle. Und so ist es wichtig, dass die Beschreibungen der Menschen, ihre Umgebung und die der Technik ein Bild in den Köpfen der Lesenden erschaffen können, ohne sich zu oft zu wiederholen. Das ist den meisten Autorinnen und Autoren auch gelungen. 

Besonders gefallen haben mir die vielfältigen Themen der einzelnen Storys, von Zeitreisen ( Angelika Brox - My Happiness) über die klassische Detektivgeschichte ( Galax Acheronian -Von Käfern, Schaben und anderem Ungeziefer) bis zur sozialkritischen Story (Thorsten Küper - Hayes Töchter und Söhne). Sogar für Horror Fans ist etwas dabei, Yvonne Tunnat - Morsche Haut, diese Geschichte ging mir sehr nah, Eltern werden das nach dem Lesen verstehen. 

Stille Nacht Heilige Nacht Morgen wirst du umgebracht DTV

Die hier zusammengestellten weihnachtlichen Kurzkrimis stimmen ein auf ein mordsmäßig spannendes Weihnachtsfest. 

Ich lese ja eher selten saisonale Geschichten, aber in dieser Krimisammlung sind so einige Autorinnen und Autoren versammelt, die ich einfach sehr mag und so war ich gespannt, wie sie sich bei Kurzgeschichten machen. 




Prosaische Passionen Manesse

Eine eigene Inhaltsangabe zu dieser fantastischen Kurzgeschichtensammlung fällt mir dann doch etwas schwer. Die Herausgeberin Sandra Kegel hat eine wunderbare Auswahl an Kurzgeschichten zusammen getragen, die von mal mehr, mal weniger bekannten Autorinnen geschrieben wurden. Mir waren tatsächlich nicht alle bekannt, da waren die Autorinnenviten am Ende des Buches mehr als hilfreich, immer wieder habe ich nach dem Lesen der einzelnen Storys nachgelesen, um wen genau es sich eigentlich handelt.Da waren die Lebensläufe der Autorinnen teilweise genauso interessant wie ihre Geschichten und manchmal sogar sehr viel spannender. 



Wundersame Haustiere und wie man sie überlebt. Lindwurm Verlag

Dieses Buch ist mir als Erstes durch das wunderschön gestaltete Cover ins Auge gefallen, das von Annelie Lamers gestaltet wurde, Coverdesigner werden viel zu selten erwähnt, da das Hauptaugenmerk naturgemäß auf dem Inhalt der Bücher liegt. Hier passen Cover und Geschichten aber besonders gut zueinander.

Ich verzichte darauf, jede einzelne Story mit einer Inhaltsangabe zu versehen, damit würde ich viel zu viel verraten.

Eingerahmt durch Martins Geschichte »Eine Lange Nacht.« entführen uns die abwechslungsreichen Storys in fremde Welten oder bleiben mit uns im Hier und Jetzt. Mal humorvoll, mal traurig, zumeist spannend und manchmal auch nachdenklich, ist für jeden Geschmack, sofern die Leserinnen oder die Leser phantastische Geschichten mögen, etwas dabei.

Queer Welten  Ach je Verlag

Ich beginne diese Rezension tatsächlich mit einer Begriffserklärung:

Queer ist ein Sammelbegriff für Personen, deren geschlechtliche Identität (wer sie in Bezug auf Geschlecht sind) und/oder sexuelle Orientierung (wen sie begehren oder wie sie lieben) nicht der zweigeschlechtlichen, cis-geschlechtlichen und/oder heterosexuellen Norm entspricht. (Quelle Wikipedia)

Oder wie ich in meiner Naivität immer dachte: Menschen eben. 

So einfach ist es aber für wohl nur für Menschen wie mich, für die es vollkommen egal ist, wer wen liebt, oder wie sich jemand kleidet oder wo er herkommt. 

Queere Literatur, ist mir zwar nicht fremd, aber die meisten Romane, die mir bisher in die Hände gefallen sind, ließen sich dann doch mit 08/15 Liebesromanen vergleichen und die lese ich nicht, egal wer die Protagonisten sind. (für Lesetipps bin ich an dieser Stelle natürlich dankbar).

Jetzt erscheinen im Ach je Verlag, einem Imprint des Amrûn Verlags, halbjährlich die Queer*Welten, kleine, feine Sammelbändchen mit Kurz und kürzest Geschichten aus dem Bereich Fantasy und Science Fiction, Essays und Rezensionen. Also genau meins und so habe ich mich auf ein Leseabenteuer eingelassen. 

Facetten der Zukunft Verlag ohneohren

Der Herausgeber dieser Anthologie, Stefan Cernohuby hat Autorinnen und Autoren versammelt, die ihre Visionen einer möglichen Zukunft zu Papier gebracht haben und herausgekommen ist dabei eine wirklich bunte Mischung aus Geschichten.
Diese Anthologie besteht fast nur aus Lieblingsgeschichten. Ich wähle meinen Lesestoff sehr gezielt aus und weiß bei vielen Autorinnen und Autoren schon im Vorfeld, was mich erwarten könnte und sie enttäuschen mich so gut wie nie.




Ich stehe hier und bügle. aufbau
Die Menschen in Tillie Olsen Geschichten sind alle auf die eine oder andere Art miteinander verbunden, sie beschreibt sie nicht mit ihren körperlichen Merkmalen und doch hatte ich immer ein klares Bild von ihnen vor Augen und auch wie sie lebten konnte ich mir gut vorstellen, das hätte ich zu Beginn der Lektüre nicht erwartet, denn der Schreibstil der Autorin ist sehr knapp und sehr kurz, das muss man mögen. Ich mag ihn, einen ganzen Roman in diesem Stil zu lesen, wäre zwar sicherlich etwas anstrengend, aber in der vorliegenden Form ist die Lektüre zwar eine Herausforderung, aber auf eine gute Art, die mich am Ende zufrieden zurückließ.


Last Order.  The Dandy is Dead
Rezensionen zu Kurzgeschichten sind immer schwierig, bespreche ich die einzelnen Geschichten besteht die Gefahr das ich zu viel verrate oder zu wenig, noch schwieriger wird es, wenn die Kurzgeschichten wirklich kurz sind, also so wie ich persönlich sie besonders liebe. Ich picke mir aus den sechsundzwanzig Kurzgeschichten also nur die eine oder andere heraus, um etwas mehr darüber zu erzählen.

Ich beginne die Rezension aber mit dem Schreibstil der Autorin, die es schon mit ihren Krimis um Gerd Wegmann geschafft hat mich zu begeistern, es gibt viele gute Krimis, aber nur wenige, die sprachlich an die Autorin heranreichen, Germaine Paulus schreibt auf sehr hohem Niveau, das wusste ich schon, ich kannte auch schon die eine oder andere Kurzgeschichte von ihr, die mir im Großen und Ganzen auch gefielen, aber kann sie dieses Niveau auch in sechsundzwanzig Geschichten halten? Sie kann, definitiv.

Institut für gute Mütter von Jessamine Chen

 


Frida teilt sich das Sorgerecht für ihre kleine Tochter Harriet mit ihrem EX-Mann Gust, der sie wenige Monate nach der Geburt der kleinen Tochter für die viel jüngere Susannah verließ. Frida ist vollkommen überfordert mit der Situation, der Sehnsucht nach ihrem Ex, der Arbeit und einem fordernden Kind. Und so lässt sie das Baby, statt nach Hilfe zu fragen, allein zu Hause, um Notizen aus dem Büro zu holen.

Ein fataler Fehler mit dramatischen Folgen, ein Nachbar ruft die Polizei und das Jugendamt schaltet sich ein. Damit beginnt für Frida ein brutaler Kampf um das Sorgerecht für ihre Tochter.

Was in der Welt, wie wir sie kennen, jetzt mit Hausbesuchen vom Jugendamt, Beratungsgesprächen und anderen Hilfsangeboten einhergehen würde, hat in dem von Jessamine Chan geschriebenen Roman ganz andere Konsequenzen. Frida wird von nun an total überwacht, Kameras in allen Räumen ihres zu Hauses, ihr Telefon und Browserverlauf werden ebenso überwacht wie die seltenen Besuche bei ihrer Tochter, die bei ihrem EX-Mann untergebracht wird. Um dann als letzte Maßnahme im »Institut für gute Mütter« zu lernen, wie sie sich zu verhalten hat, um eine gute Mutter zu sein. Und damit folgt das beklemmendste, was ich in letzter Zeit gelesen habe.Mit neuster Technik sollen die »Fehler« der Mütter korrigiert werden, einer Technik, die eingeführt wurde, um Fehler der Sozialbehörden, wie sie in der Vergangenheit passierten, zu vermeiden.
Ich mochte Frida nicht, für mich war es unverständlich, dass sie ihr Kind allein ließ und nicht nach Hilfe fragte. Ich mochte auch Gust nicht oder seine neue Freundin. Eigentlich mochte ich niemanden außer Harriet in diesem Buch. Aber das, was im Laufe der Handlung passiert, hat niemand verdient.

  • Herausgeber ‏ : ‎ Ullstein Hardcover; 1. Edition (30. März 2023)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Übersetzerin: Friederike Hofert
  • Gebundene Ausgabe ‏ : ‎ 432 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3550201338
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3550201332
  • Originaltitel ‏ : ‎ The School for Good Mothers

Freitag, 24. März 2023

Schießt nicht auf die MörderMitzi: Kriminalroman (MörderMitzi und Agnes von Isabella Archan

Klappentext: Mitzi und Agnes auf Verbrecherjagd – Gänsehaut und Lachfalten garantiert. Nicht mal auf einer romantischen Schiffsreise hat die Mitzi ihre Ruhe – das Verbrechen ist ihr immer dicht auf den Fersen. Diesmal befindet sie sich mitten auf der Donau, als die erste Leiche auftaucht. Während Inspektorin Agnes Kirschnagel noch mit den kriminalistischen Fakten beschäftigt ist, stürzt sich Mitzi mit ihrer Vorliebe für böse Buben schon kopfüber in die Mördersuche. Und ziemlich schnell wird’s sehr brenzlig.



Bereits zum 5. Mal dürfen wir Maria Konstanze Schlager, die wir alle unter dem Namen Mördermitzi ins Herz geschlossen haben, begleiten und stellen schon bald fest. Es tut sich was in ihrem Leben, nicht nur, dass sie beginnt, zu reflektieren, bevor sie handelt, sie söhnt sich mit ihrer Vergangenheit aus, der Schatten, der seit dem Tod ihrer Familie, an dem sie sich schuldig fühlt, auf ihr lastet, lichtet sich. Nicht ganz unschuldig daran ist die kleine Konstanze, deren Patentante sie ist und die neue Liebe, die sich anbahnt. Rudolfo der zeitweise als Pianist auf einem Flussschiff arbeitet, hat sie eingeladen, ihn auf einer Fahrt zu begleiten.

Was kann denn die Mördermitzi dafür, dass auf dieser Reise so einiges passiert und mitten auf der Donau die erste Leiche auftaucht und auch für Mitzi wird es brenzlig. Währenddessen muss Agnes Kirschnagel den Wiedereinsteig in den Beruf und ihr neues Leben als Mutter unter einen Hut bringen. Sie steckt auch gleich mitten in den Ermittlungen zu einigen Überfällen auf Juweliergeschäfte.



Ich liebe die Reihe um Mitzi und ihre Freundin Agnes, die beiden Frauen sind so unterschiedlich wie es nur sein kann und gerade das macht sie zu einem unschlagbaren Team, auch wenn sich ihre Zusammenarbeit in diesem Fall schwierig gestaltet. Und so präsentiert uns die Autorin am Ende eine Auflösung, mit der ich niemals gerechnet hätte, nach all den falschen Fährten, die die Autorin geschickt gelegt hat, war ich am Ende vollkommen überrascht. Das Cover von »Schieß nicht auf die Mördermitzi« von Isabella Archan ist schlicht gehalten und zeigt ein Donaukreuzschiff – perfekt passend zum Schauplatz des Krimis.

Hier vergebe ich gern wieder eine absolute Leseempfehlung, wie auch schon zu den Vorgängerbüchern.
Es ist aber kein Problem, die Story ohne Kenntnis der vorigen Bücher zu verstehen und vor allem zu lieben.

  • Herausgeber ‏ : ‎ Emons Verlag (23. März 2023)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Taschenbuch ‏ : ‎ 336 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3740816767
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3740816766


Donnerstag, 23. März 2023

Die Freien: Die Abartigen, Band 3 von Sascha Raubal

    


Loris muss erkennen, dass die Bewohner von Or ihn für einen Verräter halten, der, um das Amt des Dürrekommandanten zu bekommen, Mikails Familie verraten hat. Und das kurz bevor die Dürre das Land heimsucht und er jede Unterstützung braucht, um die Stadt gut durch die bevorstehende schwere Zeit zu bringen, die in diesem Jahr durch eine neue Bedrohung in Form von riesigen Echsen und Wölfen noch gefährlicher sein könnte als bisher. Loris muss beweisen, dass die neue Gefahr durchaus real ist, gegen alle Widerstände.

Derweil trifft Mikail auf die Freien, eine Gruppe von Nomaden, die den kleinen Garik, der von Mikail gerettet wurde, aufnehmen wollen, doch er selbst soll die Gruppe verlassen, denn auch die Freien haben ihre Gesetze und eines davon lautet, dass niemand über 15 Jahren neu aufgenommen wird, denn diese sind schon zu starr in ihren Meinungen über die »Abartigen«. Kann Mikail ihre Meinung ändern?

Ich hätte nicht gedacht, dass der Autor es schafft, mich noch tiefer in den Bann der Geschichte zu ziehen, als er es mit den ersten beiden Büchern der Reihe ohnehin schon getan hat, da habe ich mich allerdings getäuscht. Sascha Raubal offenbart in »Die Freien« die Hintergründe der Veränderungen der Menschen und was wirklich geschah, bevor die »nicht perfekten Menschen« aus den Städten verbannt wurden. Schon die ersten beiden Bände zeigten, dass es um mehr geht als nur das Überleben in einer schwierigen Umgebung. Es geht um zwischenmenschliche Beziehungen, Vertrauen, Verrat und das Überwinden von Hindernissen und natürlich um das Akzeptieren der Besonderheiten anderer.

Ich mag die Art und Weise, wie der Autor die Charaktere zum Leben erweckt hat. Jeder Charakter hat seine eigenen einzigartigen Merkmale und Hintergrundgeschichten, die sie zu realen und sympathischen Figuren machen. Auch die Beziehungen zwischen den Charakteren waren gut entwickelt und haben mich dazu gebracht, mit ihnen mitzufühlen.

Ich kann nur empfehlen, die vorigen Bände der Reihe zu lesen, um alle Zusammenhänge zu verstehen und um die einzelnen Charaktere kennenzulernen und wie ich in ihr Herz zu schließen.


Der Cliffhanger am Ende des Buches ist ein klein wenig gemein, ich kann es kaum erwarten zu erfahren, wie es weiter geht.
Die komplette Reihe bekommt eine absolute Leseempfehlung von mir.

  • Herausgeber ‏ : ‎ BoD – Books on Demand; 2. Edition (1. März 2023)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Taschenbuch ‏ : ‎ 280 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3734752299
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3734752292

Dienstag, 21. März 2023

Nachhaltig Kochen: die 40€-Woche - Hanna Olvenmark

 


Ob die Möhren-Linsensuppe im März, die Sommerpasta mit Zucchini-Tomatensauce im Juli oder die Kürbispizza mit Rotkohl und Orangencreme im Dezember - Für jeden Monat gibt es passende, einfach zu kochende Rezepte, mit denen man günstig, nachhaltig und vor allem lecker durch die Woche kommt.

Da ich nachweislich besser backen als kochen kann, ich aber meine Kinder, die sich für eine vegetarische Lebensweise entschieden haben, nicht immer nur mit Kuchen füttern will, wenn sie zu Besuch kommen, begab ich mich auf die Suche nach einem Kochbuch, in dem die Zutaten nicht aus das Budget des ganzen Monats sprengen und die nicht aus den entlegensten Winkeln der Erde kommen. 

Durch eine mir bekannte Bloggerin bin ich auf das Buch:

Nachhaltig Kochen: Die  40 Euro von Hanna Olvenmark gestoßen. 

Das Buch beginnt mit Erklärungen zu saisonalen Produkten und warum es manchmal besser ist, TK-Ware zu nutzen und einer Erklärung, wie die 40 Euro Woche aufgebaut ist.

Jede Woche beginnt mit einem Speiseplan für die Woche, in der man nur 6 Mal kochen muss, eines der Gerichte ist immer ein Großgericht, das man an einem anderen Tag der Woche wieder aufwärmt und mit Hinweisen, was für den nächsten Tag schon vorbereitet werden kann.  Ebenso gibt es eine Einkaufsliste, die nach Kategorien unterteilt ist, sodass man im Idealfall nicht durch den Supermarkt irren muss.

Ich sprach ja gerade vom Idealfall, in der tiefsten Provinz bekommt man alles was benötigt wird zwar an einem Ort, aber mit 40 Euro kommt man dabei nicht aus, natürlich kann man einige Lebensmittel austauschen, aber, gerade bei meinem Experiment 1 Woche vegetarisch, nach diesem Kochbuch, habe ich mich streng an die Liste gehalten. Ich habe also auch die Zutaten gekauft, die man normalerweise sowieso im Haus hat. Meine Rechnung belief sich auf ca. 75 Euro, einiges habe ich jetzt allerdings auf Vorrat, sodass die Folgerechnungen niedriger ausfallen werden und man muss bedenken, dass die Lebensmittelpreise in teilweise astronomische Höhen gestiegen sind.

Und dann ging es ans Kochen.

Die Rezepte sind übersichtlich und die Schritt- für Schrittanleitungen gefallen mir sehr gut, zu jedem Rezept gibt es ein ansprechendes Bild, das Appetit auf das Gericht macht.
Alles was ich nachgekocht habe, hat mir auch sehr gut geschmeckt, sogar das indische Gericht. 

Garam-Masala-Curry, mit Tomate, Kokosmilch und Kichererbsen

dass sich mein Mann gewünscht hatte, ich bin kein Freund der indischen Küche und hatte mir deshalb noch eine Kartoffel-Sellerie-Suppe gekocht, aber das wäre gar nicht nötig gewesen, denn auch das hat mir sehr gut geschmeckt. Ebenso wie alle anderen Gerichte, die ich nachkochte. Einfach und bodenständig zum Beispiel war:

Kartoffelpüree mit Pilzsauce und grünen Bohnen in Knoblauch.

Die Rezepte sind fast alle sehr gut und einfach nachzukochen, dazu und das ist das wichtigste sind sie sehr schmackhaft, ich werde also häufiger das eine oder andere nachkochen, nicht, nur wenn die Kinder zu Besuch kommen.

Was ich nicht machen werde, ist, die Reste des Großgerichts für mehrere Tage in den Kühlschrank oder die TK zu stellen, um sie am Sonntag nochmals aufzutischen, gerade am Wochenende bleibt doch mehr Zeit und vor allem Lust dazu frisch zu kochen.

Pro für das Kochbuch:

Leckere und einfach nachzukochende Gerichte Viele Zutaten hat man entweder schon im Haus oder man kann sich einen Vorrat anlegen, weil sie gut haltbar sind. Keine Fleischersatzprodukte.


Contra für das Kochbuch

ich habe noch nie in einer Woche so viele Brühwürfel verarbeitet sehr Hülsenfrüchte lastig Mit 40 Euro in der Woche kommt man momentan nicht aus Wenn man auf mehr als ein Geschäft angewiesen ist und mit dem Auto einkaufen muss, wird es etwas schwierig mit der Nachhaltigkeit (aber dafür kann natürlich die Autorin nichts)

  • Herausgeber ‏ : ‎ Südwest Verlag (1. März 2023)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Gebundene Ausgabe ‏ : ‎ 192 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3517102148
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3517102146
  • Originaltitel ‏ : ‎ Portionen under tian: 300-Kronorsveckorna










Montag, 20. März 2023

Engeltreiber von Ditha Brickwell

 

Die Perlenfädlerin Genove und Leo sitzen beieinander und erzählen sich die Geschichte ihres Lebens. Während Genoveva schon auf die Rente zugeht, ist Leo noch sehr jung, ein Teenager würde man heute sagen. Und doch besteht eine besondere Verbindung zwischen den beiden so unterschiedlichen Charkteren. Während Leo in der Obhut einer Bekannten seiner Mutter nach Paris ging und dort die unterschiedlichsten Künstler kennenlernt und von einem zum anderen gereicht wird, erfährt er das Leben im Paris der 60er Jahre, hautnah mit. Bis er am Ende am Tisch mit Genoveva landet, sie soll ihn in Geschichte abhören, doch das, was die ältere Frau zu erzählen hat, ist um vieles interessanter. Und so erzählt Genoveva vom harten, manchmal grausam scheinenden Leben auf dem Land und ihrem Traum von einem besseren Leben, das sie sich durch die Flucht vom Land in die Stadt erhofft. Mit erstaunlicher Auffassungsgabe und starken Willen kämpft versucht sie ihren Traum zu erfüllen.

Der Schreibstil der Autorin ist sehr bildhaft, die Erzählung enthält viele Metaphern und Vergleiche, die meine Vorstellungskraft anregten, es aber auch schwierig machten, das Buch in einem Zug zu lesen, ich braucht ehrlicherweise immer wieder eine Pause, um das gelesene Revue passieren, zu lassen, die Autorin verwendet eine sehr eigene Sprache, die den Text ausgesprochen persönlich und einzigartig macht. Manchmal erschien mir das geschriebene etwas umständlich zu lesen, aber das ist natürlich meine ganz eigene Empfindung.


  • Herausgeber ‏ : ‎ Drava (27. Februar 2023)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Gebundene Ausgabe ‏ : ‎ 474 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3991380218
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3991380214

Samstag, 18. März 2023

Der Code der Pandora: Magpie Lodge 2 von Stephanie Kempin





Nach dem Einbruch in die Magpie Lodge stellt Jillian gegen Kayleighs energischen Widerstand eigene Ermittlungen an. Kayleigh versucht ihrerseits tapfer, zwischen den Vorbereitungen der großen Halloween-Feier, Brandons wahrhaft zauberhaften Beiträgen zum alltäglichen Chaos und den Kapriolen des neuesten Mitbewohners, wenigstens den Anschein des Überblicks zu wahren. Während Jillian erschütternde Geheimnisse ausgräbt, ist niemandem klar, dass die Bewohner der Lodge schon längst einer neuen Bedrohung gegenüberstehen - denn die wahre Natur dieser tiefschwarzen Magie offenbart sich erst, wenn es bereits zu spät ist.


Eins vorweg, es empfiehlt sich den 1. Band der Reihe zuerst zu lesen, zum einen um Kayleigh und ihre Familie besser kennenzulernen, zum anderen natürlich auch um zu erfahren, was in der jüngsten Vergangenheit geschah.
Ich hatte mich schon im ersten Band in die magische Welt verliebt, die bevölkert ist von Feen, magischen Mischwesen aus Fledermäusen und Blättern, Irrlicht-Wichteln, Drachen, Kobolden und vielen weiteren liebevoll von der Autorin Stephanie Kempin erschaffenen Wesen.
Es könnte alles so schön sein in der Magpie Lodge, wären nicht alle immer noch auf der Suche nach dem Einbrecher, der kurz zuvor die Lodge heimsuchte.

Es ist kurz vor Halloween und die Vorbereitungen dafür laufen auf Hochtouren, doch die erst kurz zurückliegenden Ereignisse überschatten noch immer das Leben Kayleighs und ihrer Familie. Noch konnten sie dem Hintergrund für den Einbruch noch nicht auf die Spur kommen, geschweige denn den Einbrecher zu fassen bekommen. Jillian, Kaleighs jüngere Schwester, lässt sich trotz aller Verbote nicht davon abhalten eigene Ermittlungen anzustellen, gegen alle Regeln der magischen Welt. Immer noch dürfen Jillian und Kayleigh nicht alles Geheimnisse der magischen Welt erfahren, als "Nichtmagische" werden sie noch immer nicht von allen akzeptiert, doch das ändert sich allmählich, als Jillian mit ihrem wachen Verstand das eine oder andere Rätsel löst und besonders ihre Onkel und ihre Freunde erkennen, das nicht immer die Magie einen Vorteil in sich birgt, manchmal braucht es einen frischen Blick auf die Dinge.

Was mir an diesem Buch besonders gut gefällt, ist die liebevolle und detailreiche Ausgestaltung der magischen Welt, in der die Charaktere leben. Die Autorin Stephanie Kempin erschafft eine Vielzahl von unterschiedlichen Wesen, von Feen über Drachen bis hin zu Kobolden und Irrlicht-Wichteln, die alle ihre eigenen Eigenschaften und Fähigkeiten besitzen. Diese Vielfalt an magischen Wesen trägt maßgeblich zum Charme des Buches bei und lässt die Leserinnen und Leser in eine zauberhafte Welt eintauchen.

Insgesamt kann ich "Der Code der Pandora" jedem empfehlen, der sich für magische Geschichten und spannende Ermittlungen begeistern kann. Die liebevolle Ausgestaltung der magischen Welt und die gut ausgearbeiteten Charaktere machen dieses Buch zu einem wahren Lesevergnügen. 

Illustriert wurde das Buch von Nina Schellenbach.

  • Herausgeber ‏ : ‎ BoD – Books on Demand; 1. Edition (4. Juli 2022)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Taschenbuch ‏ : ‎ 350 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 375436006X
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3754360064







Donnerstag, 16. März 2023

Die Kolonie von Jinkang Wang

 

1971, Provinz Henan, Zentralchina. Die Kulturrevolution hat das Land in einen blutigen Taumel gestürzt. Zusammen mit Millionen anderen wird die Studentin Guo Qiuyun zur Umerziehung auf eine Farm geschickt. Dort begegnet sie ihrer Jugendliebe Yan Zhe wieder, und gemeinsam fassen sie einen ehrgeizigen Plan: Sie wollen ein geheimes Ameisenserum an den Menschen testen, um sie kooperativer zu machen und den blutigen Wirren ein Ende zu setzen.

Ausnahmsweise erzähle ich kurz etwas zum Autor, der 1948 geborene Ingenieur Wang Jinkang hat in der Ölförderindustrie gearbeitet und wurde über Nacht mit seinen Kurzgeschichten berühmt. Seitdem hat er über 15 Romane und 80 Kurzgeschichten veröffentlicht. Am Anfang des vorliegenden Romans steht: »Figuren und Handlung dieses Romans sind frei erfunden, doch den historischen Hintergrund hat der Autor am eigenen Leib erlebt.«


Ich war gespannt auf die Geschichte, die Wang Jinkang zu erzählen hat, vor allem da er die Kulturrevolution am eigenen Leib erlebte, wie er schreibt. Das Bild von China und den Menschen dort, das ich jahrelang vor Augen hatte, war geprägt von Fernsehbildern, die Paraden zeigten und immer gleich gekleideten Menschen, denen, wenn sie sich nicht regierungstreu verhielten, in Umerziehungslager geschickt wurden, Die genaue Zahl der Todesopfer ist wohl bisher nicht bekannt.

Als Leserin und Leser muss man sich einlassen wollen auf eine für uns vollkommen andere Kultur und dem Umgang, den die Menschen untereinander.
Guo Qiuyun, wird als Studentin in ein Umerziehungslager geschickt und trifft dort auf Yan Zhe, gemeinsam wollen sie ein Serum herstellen, das die Menschen zu Altruisten macht, die ihr eigenes Leben, ihr denken und handeln dem Allgemeinwohl unterordnen, wie Ameisen, die zum Wohl ihres Staates und besonders dem der König sterben würden.

Das Buch ist definitiv nichts für zwischendurch, es fordert seine Leserinnen und Leser, viele Begriffe und auch die Handlungen der Protagonisten erschlossen sich mir nicht immer auf Anhieb, also hieß es außerhalb des Buches, außerhalb der Geschichte zu recherchieren.

Ich werde das Buch wohl zu gegebener Zeit nochmals lesen, mit mehr Hintergrundwissen, zur Kulturrevolution, dass ich mir bisher und bis dahin angelesen haben werde.

  • Herausgeber ‏ : ‎ Heyne Verlag; Deutsche Erstausgabe Edition (15. Februar 2023)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Broschiert ‏ : ‎ 480 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3453321332
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3453321335
  • Originaltitel ‏ : ‎ 蚁生 (Yǐ shēng, "Ant Life")

Mittwoch, 15. März 2023

Der Untergang des Hauses Usher: Graphic Novel.




Nach Edgar Allan Poe, adaptiert von Dacia Palmerino und gezeichnet von Andrea Grosso Ciponte (Dust Novel: Herausgegeben von Michele Sciurba
)


Ein dringlicher Brief führt rasch in das grauenhafte Geheimnis. Ein Freund ist krank und verwirrt, seine Schwester stirbt und wird doch lebendig begraben. „Der Untergang des Hauses Usher“ ist eine Erzählung zum Fürchten und ein glänzendes Beispiel für die tiefschwarze Romantik im Gewand einer Gothic Fiction.

Die Geschichte erschien erstmals 1839 und traf wohl den Puls der Zeit, Schauergeschichten waren sehr beliebt und die Geschichten Poes haben bis heute nichts von ihrer Faszination verloren. Typische Motive seiner Geschichten sind die Abgründe der menschlichen Psyche bis hin zum Wahnsinn.

Ich habe die Kurzgeschichte vor dem Lesen der Graphic Novel nochmals gelesen und ich muss sagen, Andrea Grosso Ciponte hat die Stimmung, die mir beim Lesen und Anschauen der Graphic Novel im Kopf entstanden, mit seinen Zeichnungen, die er mithilfe einer KI erschaffen hat, recht gut getroffen. Die knappen Texte von Dacia Palmerino unterstützen die düsteren, bedrohlichen Zeichnungen, welche die Symbolik aus Poes Text aufgreifen und veranschaulichen. 

Gleich zu Beginn zeigt uns Ciponte den Verfall des Gebäudes und wir erahnen den Verfall des Geisteszustands Rodericks, beides steigert sich auf den folgenden Seiten, um am Ende im buchstäblichen Untergang des Gebäudes und dem Ende der Familie zu gipfeln. Für meinen Geschmack hat Ciponte alles sehr gut umgesetzt.

  • Herausgeber ‏ : ‎ Edition Faust; 1. Edition (1. März 2023)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Gebundene Ausgabe ‏ : ‎ 64 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3949774130
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3949774133

Sonntag, 12. März 2023

Old Country – Das Böse vergisst nicht von von Matt Query und Harrison Query , Michael Pfingstl (Übersetzer)

 

Harry, ein Afghanistan -Veteran und seine Frau Sasha erfüllen sich, mit dem Umzug auf eine kleine Farm in Idaho, ihren Traum vom Leben inmitten der Natur. Die einzigen Nachbarn weit und breit sind Dan und Lucy, von denen Harry und Sasha  Blakemore mit offenen Armen willkommen geheißen werden. Das Leben in der Abgeschiedenheit ist vor allem für Harry, der unter PTBS leidet, Balsam für die Seele, aber auch Sasha liebt das Leben in der Natur. Es könnte alles perfekt sein. Bei ihrem ersten Treffen mit Dan und Lucy erklären diese ihnen, wie sie die Farm in Schuss bringen und worauf sie sonst noch achten müssen, zum Beispiel die Rituale einhalten, die den bösen Geist abwehren, der im Tal wohnt.

Harry und Sasha halten ihre Nachbarn im ersten Moment für absolut verrückt, der Gedanke, dass sie ihnen vielleicht die Wahrheit erzählen könnten, kommt ihnen nicht einmal im Ansatz. Wer würde auch darauf kommen, dass es einen Geist gibt, der je nach Jahreszeit in anderer Gestalt erscheint. Besonders Harry scheint sich manchmal persönlich angegriffen zu fühlen, das wird besonders deutlich, als er das erste Mal das Frühlingsritual durchführen musste.

»Ich habe gerade zum ersten Mal in meinem Leben ein heidnisches Ritual durchgeführt, um einen bösen Geist abzuwehren, und jetzt gehe ich einfach wieder meiner verdammten Arbeit nach, als wäre nichts passiert. Dieser Satz machte mich richtig wütend. Oder vielleicht entfachte er nur von Neuem meine Scham und meine Wut darüber, dass ich mir vor etwas so Lächerlichem in die Hose gemacht hatte.«

Der Roman wird abwechselnd aus Sashas und Harrys Sicht erzählt, im ersten Kapitel erfahren wir, was Harry in Afghanistan erleben musste und welche Traumata er davontrug. So lernen wir sie immer besser kennen, während die Zeit vergeht und die Spannung immer mehr wächst. Denn als Leser weiß man natürlich schon das etwas passiert, aber nicht wann und was genau und so wird es immer schwieriger das Buch überhaupt aus der Hand zu legen, denn auf jeder neuen Seite könnte wieder etwas Entscheidendes geschehen, das das Geheimnis um den Naturgeist etwas lüftet oder vielleicht komplett auflöst.

Das Autorenduo, die Brüder Matt und Harrsion Query haben mich wirklich überrascht, sie setzen nicht auf brutale Schockmomente, es ist der meist subtile Horror der für eine dichte und beklemmende Atmosphäre sorgt. Wir erleben aber auch die Schönheit der Natur, welche, die  Blakemores umgibt, ihr Bemühen, mit der Natur weitestgehend im Einklang zu leben, dies sind die entspannenden Momente im Buch. 

Old Country – Das Böse vergisst nicht, ist tatsächlich ein Highlight, es stimmt einfach alles, die Handlung ist in sich stimmig, und wartet mit der einen oder anderen Überraschung auf, der Schreibstil ist fesselnd (der Übersetzer Michael Pfingstl hat hier einen guten Job gemacht) und so kann ich eine absolute Leseempfehlung vergeben.


  • Herausgeber ‏ : ‎ Heyne Verlag; Deutsche Erstausgabe Edition (15. Februar 2023)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Übersetzung: Michael Pfingstl
  • Broschiert ‏ : ‎ 432 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3453322312
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3453322318
  • Originaltitel ‏ : ‎ Old Country




Freitag, 10. März 2023

Die indische Kugel von Matthias Hübner

 


Das Böse ist nur ein Gedanke. Eine funkelnde Kugel rollt durch die Welt und schlägt die Menschen auf unerklärliche Weise in ihren Bann. Ihr Radius ist weit gespannt und reicht in die verschiedensten Ecken der Welt und der Zeit. Die Kugel verführt ihre Besitzer, entfacht Böses. Und sie rollt in jeden Winkel. Für die meisten ist sie unwiderstehlich, magisch und oft tödlich. Nur wenige erkennen ihre Gefahr und die Notwendigkeit, die Menschen vor ihr zu schützen. Zu ihnen gehört Graham Yeomans, ein ebenso begnadeter Schachspieler wie großer Indienreisender - und außerdem heimlicher Hüter der Kugel und liebevoller Beschützer von Paul und Lynn, den Kindern seiner verstorbenen Schwester. Bis zum Tag seines Unfalls.

Kann man das Böse in der Welt stoppen, wenn nur jeder nichts Böses mehr denkt?
Laut den Erkenntnissen, die man als Leserin und Leser dieses Buchs gewinnt, könnte dem so sein. Aber natürlich ist es nicht so einfach und der Autor macht es uns auch nicht so einfach. Eingebettet in die Geschichte um Paul und Lynn, die unter einfachsten Verhältnissen in New York aufwuchsen und nach dem Tod ihrer Mutter zu ihrem Onkel Gram nach England geschickt werden, erfahren wir von der »Indischen Kugel«, die seit langer Zeit durch die Welt rollt und die dunkelsten Seiten in den Menschen, die sie in die Hände bekommen, zum Vorschein bringt. Paul findet die Kugel kurz vor dem Tod seiner Mutter und wird von ihr gezwungen sie wieder abzugeben, auf Umwegen gelangt sie in die Hände seines Onkels Gram.

Ich glaube, dies war das erste Buch mit philosophischem Hintergrund, das ich jemals gelesen habe, dementsprechend schwer fällt mir auch die Rezension, ich habe von Philosophie keine Ahnung. Wahrscheinlich war es aber auch genau das, was mich so neugierig machte. 
Der Autor animiert seine Leserinnen und Leser dazu, das eigene Verhalten zu reflektieren und in meinem Fall, tatsächlich auch zu versuchen, bösen Gedanken keinen Raum mehr zu geben, das ist tatsächlich leichter gesagt als getan. 

Matthias Hübner hat einen wunderbaren Schreibstil, der mich an jede Seite fesselte, mich gebannt die Entwicklung Pauls verfolgen ließ und kopfschüttelnd von der Gier nach Erfolg lesen ließ, die durch die Manipulation seiner Arbeitgeber immer mehr befeuert wurde, die Frage, was geschieht, wenn ohnehin schon skrupellose Menschen die Kugel in die Hände bekämen, ließ mich nicht mehr los.

Lynn ist das genaue Gegenteil ihres Bruders, wo er introvertiert ist, ist sie aufgeschlossen, mit inniger Zuneigung hängt sie an ihrem Onkel und ist auch gedanklich sehr mit ihm verbunden, sie ist auch diejenige, die alles daran setzt, das Versteck der Kugel zu finden und die Aufgabe ihres Onkels zu übernehmen, die Kugel vor der Welt zu verbergen.

Mich hat das Buch vollkommen überzeugt, die liebevoll beschrieben Protagonisten, die Handlung und vor allem die Denkanstöße, die mir das Buch gegeben hat, das alles ergibt ein tolles Gesamtbild und verdient eine absolute Leseempfehlung.

  • Herausgeber ‏ : ‎ Äquatorkind Verlag; New Edition (15. September 2022)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Gebundene Ausgabe ‏ : ‎ 472 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3948959048
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3948959043




Donnerstag, 9. März 2023

Banksy und der blinde Fleck von Bernhard Jaumann (Kunstdetektei von Schleewitz ermittelt, Band 3)

 




Mit einer Ratte fängt es an, schnell folgen weitere Graffiti in der ganzen Stadt: Ist Banksy in München unterwegs? Auf der Suche nach dem mysteriösen Sprayer stößt die Kunstdetektei von Schleewitz auf immer weitere Rätsel.



Als plötzlich überall in München Graffiti auftauchen, die verblüffende Ähnlichkeit mit denen des berühmten Streetartkünstlers Banksy aufweisen, steht erst die Presse Kopf und dann die Kunstwelt. Banksy in München, das wäre die Sensation. Eine reiche Kunstsammlerin beauftragt die renommierte Kunstdetektei von Schleewitz mit dem Auftrag herauszufinden, ob das Graffiti »Love is in the Bin«, das an der Wand ihrer Villa prangt, wirklich ein Banksy ist oder ob es sich um das Werk eines Nachahmers handelt. 

Für 300 Euro schwatzt der Kunsthändler Tony von der Au, einem Imbissbudenbetreiber, die Tür seiner Bude ab, die kurz darauf für 700000 Euro im Auktionshaus versteigert wird. Klara, die bei der Auktion anwesend ist, hat Zweifel daran, dass alles mit rechten Dingen zu geht.
Ruupert, lernt den jungen Streetartkünstler Adil kennen, der ihm die Welt der Graffitikünstler erklärt, die 
Graffiti, könnten unmöglich von einem echten Sprayer stammen. Währenddessen schlägt Max sich die Nächte um die Ohren, mit der festen Überzeugung, dass es der echte Banksy ist, der seine charakteristischen Bilder auf die Wände von Industriebauten, Brückenpfeiler und Wände sprüht. Und er will dessen Identität unbedingt lüften.


Bald schon muss sich Rupert, der Chef der Agentur, die in einer finanziellen Krise steckt, entscheiden, ob er weiterhin für zahlungskräftige Kunden oder für die Wahrheit arbeitet.



Dies ist schon der 3. Band um die Kunstdetektei von Schleewitz und wie auch in den beiden vorigen Bände, steht ein bekannter Künstler oder eines seiner Werke im Mittelpunkt der Ereignisse, in diesem Fall um Banksy, um dessen Identität sich die wildesten Gerüchte ranken und genau dieses Geheimnis macht wohl einen Großteil seines Erfolges aus und den Preisen die für seine Werke schadet das Mysteriöse um den Künstler sicher auch nicht. 


Bernhard Jaumann hat es wieder einmal geschafft, einen äußerst spannenden Kriminalroman zu schreiben, dessen Auflösung mich an Ende wirklich überrascht hat. Was mir aber besonders an den Romanen des Autors gefällt, er bringt mich dazu, mich mit der Kunst und in diesem Fall auch mit der Kunstwelt zu beschäftigen, die auch ihre Schattenseiten hat.


Ich vergebe für die komplette Reihe eine absolute Leseempfehlung, man kann die Bücher unabhängig voneinander lesen, aber um ein Gefühl für die Charaktere zu bekommen, ist es empfehlenswert, mit dem ersten Band zu beginnen.


  • Herausgeber ‏ : ‎ Galiani-Berlin; 1. Edition (9. März 2023)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Broschiert ‏ : ‎ 320 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3869712732
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3869712734