Top Ten Thursday 30.03.2023 Zeige uns 10 interessante Anthologien
OK dann versuche ich mich auch mal an den Top Ten Thursday. Ich liebe Kurzgeschichten, aus fast jedem Genre. Leider sind sie aber wohl nicht so beliebt, ich verstehe das gar nicht, zeigen sie meiner Meinung nach, doch das wahre Können der Autorinnen und Autoren. Es fehlen noch ganz viele Anthologien auf dieser viel zu kurzen Liste. Ich bin jetzt auf die Schnelle nur ganz stur meine Rezensionen der letzten Zeit durchgegangen.
Ich fange also mal an:
Mysterien der See. Verlag Torsten Low
Die Herausgeber dieser Anthologie haben viele tolle Geschichten gesammelt, allen ist das Thema Mysterien der See gemeinsam und doch sind sie so unterschiedlich das es niemals langweilig wird. Manche der Autorinnen oder Autoren verbinden die Mystik mit aktuellen Themen wie Umweltverschmutzung und die Ausbeutung der Meere, bei anderen stehen nur mysthische Themen im Vordergrund. Sie alle haben eines gemeinsam, sie sind interessant und sehr lesenswert.
13 Lives of Hellcats Hammer BOOX
Kämpferinnen. Dämonen. Lieblingsmonster.
Eine Anthologie mit Geschichte über Katzen, mit zwei Autoren als Herausgeber, die ich sehr schätze, da blieb mir nicht viel anderes übrig, als sie zu kaufen. Auch, weil der Reinerlös dieser Anthologie Katzenschutzprojekten zugutekommt.
Der Tod kommt auf Zahnrädern Amrûn Verlag
Steampunk ist faszinierend, zeitlich in der viktorianischen Zeit angesiedelt, spielen die Autoren mit der Mischung aus Technik und Ästhetik. Das Aussehen von Technik und Mode spielt in diesem Genre eine große Rolle. Und so ist es wichtig, dass die Beschreibungen der Menschen, ihre Umgebung und die der Technik ein Bild in den Köpfen der Lesenden erschaffen können, ohne sich zu oft zu wiederholen. Das ist den meisten Autorinnen und Autoren auch gelungen.
Besonders gefallen haben mir die vielfältigen Themen der einzelnen Storys, von Zeitreisen ( Angelika Brox - My Happiness) über die klassische Detektivgeschichte ( Galax Acheronian -Von Käfern, Schaben und anderem Ungeziefer) bis zur sozialkritischen Story (Thorsten Küper - Hayes Töchter und Söhne). Sogar für Horror Fans ist etwas dabei, Yvonne Tunnat - Morsche Haut, diese Geschichte ging mir sehr nah, Eltern werden das nach dem Lesen verstehen.
Stille Nacht Heilige Nacht Morgen wirst du umgebracht DTV
Die hier zusammengestellten weihnachtlichen Kurzkrimis stimmen ein auf ein mordsmäßig spannendes Weihnachtsfest.
Ich lese ja eher selten saisonale Geschichten, aber in dieser Krimisammlung sind so einige Autorinnen und Autoren versammelt, die ich einfach sehr mag und so war ich gespannt, wie sie sich bei Kurzgeschichten machen.
Prosaische Passionen Manesse
Eine eigene Inhaltsangabe zu dieser fantastischen Kurzgeschichtensammlung fällt mir dann doch etwas schwer. Die Herausgeberin Sandra Kegel hat eine wunderbare Auswahl an Kurzgeschichten zusammen getragen, die von mal mehr, mal weniger bekannten Autorinnen geschrieben wurden. Mir waren tatsächlich nicht alle bekannt, da waren die Autorinnenviten am Ende des Buches mehr als hilfreich, immer wieder habe ich nach dem Lesen der einzelnen Storys nachgelesen, um wen genau es sich eigentlich handelt.Da waren die Lebensläufe der Autorinnen teilweise genauso interessant wie ihre Geschichten und manchmal sogar sehr viel spannender.
Wundersame Haustiere und wie man sie überlebt. Lindwurm Verlag
Dieses Buch ist mir als Erstes durch das wunderschön gestaltete Cover ins Auge gefallen, das von Annelie Lamers gestaltet wurde, Coverdesigner werden viel zu selten erwähnt, da das Hauptaugenmerk naturgemäß auf dem Inhalt der Bücher liegt. Hier passen Cover und Geschichten aber besonders gut zueinander.
Ich verzichte darauf, jede einzelne Story mit einer Inhaltsangabe zu versehen, damit würde ich viel zu viel verraten.
Eingerahmt durch Martins Geschichte »Eine Lange Nacht.« entführen uns die abwechslungsreichen Storys in fremde Welten oder bleiben mit uns im Hier und Jetzt. Mal humorvoll, mal traurig, zumeist spannend und manchmal auch nachdenklich, ist für jeden Geschmack, sofern die Leserinnen oder die Leser phantastische Geschichten mögen, etwas dabei.
Queer Welten Ach je Verlag
Ich beginne diese Rezension tatsächlich mit einer Begriffserklärung:
Queer ist ein Sammelbegriff für Personen, deren geschlechtliche Identität (wer sie in Bezug auf Geschlecht sind) und/oder sexuelle Orientierung (wen sie begehren oder wie sie lieben) nicht der zweigeschlechtlichen, cis-geschlechtlichen und/oder heterosexuellen Norm entspricht. (Quelle Wikipedia)
Oder wie ich in meiner Naivität immer dachte: Menschen eben.
So einfach ist es aber für wohl nur für Menschen wie mich, für die es vollkommen egal ist, wer wen liebt, oder wie sich jemand kleidet oder wo er herkommt.
Queere Literatur, ist mir zwar nicht fremd, aber die meisten Romane, die mir bisher in die Hände gefallen sind, ließen sich dann doch mit 08/15 Liebesromanen vergleichen und die lese ich nicht, egal wer die Protagonisten sind. (für Lesetipps bin ich an dieser Stelle natürlich dankbar).
Jetzt erscheinen im Ach je Verlag, einem Imprint des Amrûn Verlags, halbjährlich die Queer*Welten, kleine, feine Sammelbändchen mit Kurz und kürzest Geschichten aus dem Bereich Fantasy und Science Fiction, Essays und Rezensionen. Also genau meins und so habe ich mich auf ein Leseabenteuer eingelassen.
Facetten der Zukunft Verlag ohneohren
Der Herausgeber dieser Anthologie, Stefan Cernohuby hat Autorinnen und Autoren versammelt, die ihre Visionen einer möglichen Zukunft zu Papier gebracht haben und herausgekommen ist dabei eine wirklich bunte Mischung aus Geschichten.Diese Anthologie besteht fast nur aus Lieblingsgeschichten. Ich wähle meinen Lesestoff sehr gezielt aus und weiß bei vielen Autorinnen und Autoren schon im Vorfeld, was mich erwarten könnte und sie enttäuschen mich so gut wie nie.
Ich stehe hier und bügle. aufbau
Die Menschen in Tillie Olsen Geschichten sind alle auf die eine oder andere Art miteinander verbunden, sie beschreibt sie nicht mit ihren körperlichen Merkmalen und doch hatte ich immer ein klares Bild von ihnen vor Augen und auch wie sie lebten konnte ich mir gut vorstellen, das hätte ich zu Beginn der Lektüre nicht erwartet, denn der Schreibstil der Autorin ist sehr knapp und sehr kurz, das muss man mögen. Ich mag ihn, einen ganzen Roman in diesem Stil zu lesen, wäre zwar sicherlich etwas anstrengend, aber in der vorliegenden Form ist die Lektüre zwar eine Herausforderung, aber auf eine gute Art, die mich am Ende zufrieden zurückließ.
Last Order. The Dandy is Dead
Rezensionen zu Kurzgeschichten sind immer schwierig, bespreche ich die einzelnen Geschichten besteht die Gefahr das ich zu viel verrate oder zu wenig, noch schwieriger wird es, wenn die Kurzgeschichten wirklich kurz sind, also so wie ich persönlich sie besonders liebe. Ich picke mir aus den sechsundzwanzig Kurzgeschichten also nur die eine oder andere heraus, um etwas mehr darüber zu erzählen.Ich beginne die Rezension aber mit dem Schreibstil der Autorin, die es schon mit ihren Krimis um Gerd Wegmann geschafft hat mich zu begeistern, es gibt viele gute Krimis, aber nur wenige, die sprachlich an die Autorin heranreichen, Germaine Paulus schreibt auf sehr hohem Niveau, das wusste ich schon, ich kannte auch schon die eine oder andere Kurzgeschichte von ihr, die mir im Großen und Ganzen auch gefielen, aber kann sie dieses Niveau auch in sechsundzwanzig Geschichten halten? Sie kann, definitiv.