Eine Frau wird vermisst. Im Obergeschoss ihres Hauses in Bad Soden findet die Polizei den dementen Vater, verwirrt und dehydriert. Und in der Küche Spuren eines Blutbads. Die Ermittlungen führen Pia Sander und Oliver von Bodenstein zum renommierten Frankfurter Literaturverlag Winterscheid, wo die Vermisste Programmleiterin war. Ihr wurde nach über dreißig Jahren gekündigt, woraufhin sie einen ihrer Autoren wegen Plagiats ans Messer lieferte – ein Skandal und vielleicht ein Mordmotiv? Als die Leiche der Frau gefunden wird und ein weiterer Mord geschieht, stoßen Pia und Bodenstein auf ein gut gehütetes Geheimnis. Beide Opfer kannten es. Das war ihr Todesurteil. Wer muss als Nächstes sterben? Pia und Bodenstein jagen einen Täter, der ihnen immer einen Schritt voraus zu sein scheint.
Der 10. Band um die Ermittler Pia Sander und Oliver von Bodenstein führt die Leser in die harte Welt der Buchverlage. Die Programmleiterin Heike Wersch, des renommierten Literaturverlags Winterscheid wird von ihrer Freundin, der Agentin Maria Hauschild als vermisst gemeldet, im Haus der Vermissten trifft Pia auf den dementen Vater der Vermissten und es gibt jede Menge Hinweise auf ein Verbrechen. Um die Vermisste zu finden, müssen Sander und Bodenstein zunächst einmal herausfinden, wer ein Motiv haben könnte, ihr etwas anzutun. Schon bald gibt es mehr Verdächtige als den Ermittlern lieb ist, denn Heike Wersch ist kein netter Mensch, knallhart setzt sie ihre Interessen durch und lässt was Literatur angeht nur ihre Meinung gelten, sie ist die selbsternannte Koryphäe am Literaturhimmel und alles, was nicht ihrem Geschmack entspricht, wird gnadenlos niedergemacht und in der TV-Sendung *Paula liest, die sie gemeinsam mit der Kulturjournalistin Paula Domski bestreitet, buchstäblich in die Tonne geworfen. Außerdem will sie einen eigenen Literaturverlag gründen, nachdem der neue Geschäftsführer des Winterscheid Verlags, Carl Winterscheid, auch Unterhaltungsliteratur ins Programm aufnahm, um das Überleben des Verlags zu sichern und macht sich damit keine Freunde.
So viele Charaktere es gibt, so viele Motive tun sich im Laufe des Buches auf, teils liegen sie weit in der Vergangenheit, teils in der Gegenwart und es macht einen Mordspaß gemeinsam mit Pia und Oliver den verschieden Spuren zu folgen, denn trotz aller Ernsthaftigkeit musste ich bei der Lektüre so manches Mal schmunzeln, Hinweise auf real existierende Autoren und auch auf ihr eigenes Werk zeugten nicht selten auf einen besonderen Humor der Autorin, dabei ist sie im Gegensatz zu Heike Wersch niemals boshaft, das macht Nele Neuhaus sehr sympathisch.
Um all den privaten Verwicklungen der Ermittler folgen zu können sollte man die Vorgängerbände gelesen haben, denn diese ziehen sich wie ein roter Faden durch all ihre Bücher, ich habe leider feststellen müssen das ich zwischendurch nicht alle gelesen habe und werde das nun schleunigst nachholen, trotzdem reichte mein Wissen gepaart mit den Informationen aus diesem Buch um mir ein gutes Bild machen zu können.
Ein positiver Punkt ist allerdings, dass das Privatleben keinen störenden Einfluss auf die Ermittlungen hat. Pia, Oliver und der Rest des Teams sind immer fokussiert und in der Lage Zusammenhänge zu sehen, die mir als Leser nicht auf den ersten Blick auffielen. So geht Spannung.
Ein Roman über Freundschaft, falsche Freunde, Neid und Missgunst, mit einem gewissen Augenzwinkern, der für viele vergnügliche Lesestunden sorgt.
- Herausgeber : Ullstein Hardcover; 2. Edition (18. November 2021)
- Sprache : Deutsch
- Gebundene Ausgabe : 528 Seiten
- ISBN-10 : 3550081049
- ISBN-13 : 978-3550081040

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen
Hier dürft ihr mir eure Kommentare hinterlassen. Bitte beachtet: DATENSCHUTZ: Mit dem Abschicken des Kommentars nehme ich zur Kenntnis und bin einverstanden, dass meine Daten gespeichert und weiterverarbeitet werden!