Montag, 1. Juni 2026

Raskova und die Macht der Schatten: Fantasy-Roman von Sascha Sprikut


Der Roman beginnt damit, dass Yulya eine Wurzel entdeckt. Was in unserer Welt nichts Besonderes ist, kann in Yulyas Welt eine tödliche Bedrohung bedeuten, denn Holz ist untrennbar mit den einst alles vernichtenden Schatten verbunden. Yulya wächst mit der Gabe auf, Holz spüren zu können. Als dieses Geheimnis bei der Würdigung, der sich alle jungen Erwachsenen unterziehen müssen, ans Licht kommt, flieht sie, um nicht in die Hauptstadt zur Akademie geschickt zu werden, denn die Warnung ihrer Großmutter geht ihr nicht aus dem Kopf.

"Es ist kein Geschenk.
Es ist keine Gabe.
Trau ihren Lügen nicht."

Gleichzeitig will Yulya ihre Freundin Natasha finden, die vor ihrem gewalttätigen Vater geflohen ist und möglicherweise in die Hände von Sklavenhändlern geraten ist.

Auf ihrem Weg begegnet Yulya immer wieder unterschiedlichen Menschen. Einige helfen ihr, andere verfolgen eigene Interessen und versuchen, sie davon zu überzeugen, an die Akademie zu gehen. Gerade diese Begegnungen bringen zusätzliche Dynamik in die Geschichte und zeigen, wie schwer es für Yulya ist, zu entscheiden, wem sie überhaupt noch trauen kann.

Schon nach wenigen Seiten war ich tief in dieser düsteren, ungewöhnlichen Welt gefangen. Besonders spannend fand ich die Grundidee: eine Welt, in der Holz gefürchtet wird und die Angst vor dem, was einst aus ihm kam, allgegenwärtig ist. Diese Atmosphäre zieht sich konsequent durch das gesamte Buch und sorgt für eine latente Bedrohung, die man beim Lesen ständig spürt.

Yulya als Protagonistin hat mir richtig gut gefallen. Sie ist keine klassische Heldin, sondern wirkt oft verletzlich, unsicher und getrieben, und genau das macht sie so greifbar. Ihre Gabe ist Fluch und Schlüssel zugleich, und ich mochte es sehr, wie sich nach und nach zeigt, welche Konsequenzen diese Verbindung zu den Schatten hat. Auch die Reaktionen ihrer Umwelt darauf sind glaubwürdig und teilweise erschreckend konsequent.

Die Welt selbst wirkt rau und fast mittelalterlich. Statt großer Schlachten stehen hier vor allem Flucht, Angst und moralische Grauzonen im Mittelpunkt. Auch die Einflüsse osteuropäischer Mythen geben der Geschichte eine eigene, frische Note.

Was mir ebenfalls gut gefallen hat: Die Geschichte nimmt sich Zeit für ihre Figuren und deren Entwicklung, ohne dabei an Spannung zu verlieren. Gerade die Mischung aus innerem Konflikt, äußerer Bedrohung und leisen emotionalen Momenten hat für mich sehr gut funktioniert.

Insgesamt ist Raskova und die Macht der Schatten ein düsterer, atmosphärischer Fantasyroman, der mit einer originellen Welt, starken Figuren und einer konstanten Grundspannung überzeugt.

  • Herausgeber ‏ : ‎ Edition Paashaas Verlag EPV
  • Erscheinungstermin ‏ : ‎ 10. Mai 2026
  • Auflage ‏ : ‎ Erstausgabe
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe ‏ : ‎ 400 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3961742901
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3961742905

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