Samstag, 12. August 2017

Longmire von Craig Johnson

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Inhalt: Als Walt Longmire die Meldung bekommt das eine Leiche entdeckt wurde, hält er das zunächst für einen schlechten Scherz und schickt seine Mitarbeiterin Vic, zum Fundort von was auch immer, nur leider stellt sich heraus, es gibt diese Leiche tatsächlich. Cody Pritchard wurde in der Nähe des Indianerreservats erschossen. Jagdunfall oder Mord? Cody hatte vor einigen Jahren die Cheyenne Melissa, gemeinsam mit einigen Kumpanen, brutal vergewaltigt und gefoltert.

Meine Meinung:
Staubige Straßen, weite Landschaften, einsame Helden mit weißen Hüten und die Bösewichte in schwarz, das waren die Western meiner Kindheit und die kannte ich auch nur aus Groschenromanen in denen die Helden zumindest in meiner Erinnerung immer Heldenhaft waren.
Walt Longmire ist anders, übergewichtig und immer noch voller Trauer über den Tod seiner Frau, kehrt er Abend für Abend in das halbfertige Haus zurück, in dem er den Rest seines Lebens mit seiner Frau verbringen wollte und in dem er nun zwischen Umzugskartons lebt. Jetzt könnte man denken, wieder so ein verkorkster Ermittler, dessen Privatleben die Arbeit beeinflusst, aber dem ist nicht so, Longmire ist einer der besten und sympathischsten Sheriffs die mir in meinem Leserleben untergekommen sind, man muss ihn einfach mögen.
Der 1961 geborene Autor Craig Johnson vermochte es die Landschaft Wyomings vor meinem inneren Augen entstehen zu lassen, die Berge die sich Longmire in Vietman geschworen hatte täglich anzusehen wenn er wieder nach Hause kommt, waren zum Greifen nah.
Johnson lässt es gemächlich angehen, er stellt seine Protagonisten vor und lässt sie quasi nebenher in dem Mord ermitteln, bis er gegen Ende an Tempo zulegt. Das Buch wird allerdings trotz der eher ruhigen Erzählweise niemals langweilig, im Gegenteil, ich habe mich sehr wohl gefühlt in Absaroka County, mit seinen skurrilen Menschen, ich habe wirklich mit ihnen gefühlt. Und mir ist wirklich etwas passiert, worauf ich bei Krimis absolut keinen Wert lege, ich habe gelacht, nicht durchgehend natürlich, aber so manche Situation oder Unterhaltung war wirklich amüsant und hier muss sicherlich dem Übersetzer ein großes Lob ausgesprochen werden, er hat einen fantastischen Job gemacht.


Ich gebe für Longmire von Craig Johnson eine absolute Leseempfehlung, er hat es geschafft die Atmosphäre eines klassischen Westerns in die heutige Zeit zu transportieren, er hat gezeigt das Freundschaft  ohne viele Worten sondern von Taten lebt. Ich bin gelinde gesagt, hin und weg und freue mich auf die nächste Begegnung mit Walt Longmire.


Mit einem Klick auf das Cover kommt ihr direkt zum Festa Verlag, wenn ihr euch traut, denn Lesen kann zur Mutprobe werden.

Hier findet ihr noch mehr begeisterte Leserstimmen:

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  • Taschenbuch: 512 Seiten
  • Verlag: Festa Verlag (27. Juli 2017)
  • Originaltitel: The Cold Dish
  • Übersetzer: Patrick Baumann
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3865525504
  • ISBN-13: 978-3865525505


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