Sonntag, 27. August 2017

Kukolka von Lana Lux

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Inhalt:
Samira lebt in der Ukraine, in einem Land in dem die Menschen nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion von Freiheit und Wohlstand träumen. Auch Samira träumt, sie träumt von einem besseren Leben in bei ihrer Freundin Marina die von einem Ehepaar aus Deutschland adoptiert wurde. Als sie einen Brief von Marina erhält, den eine der Erzieherinnen des Heims in dem sie lebt, aus reiner Schikane behält, läuft Samira weg, sie will nach Deutschland zu Marina und eine berühmte Sängerin werden und landet bei Rocky und seiner *Familie*
Rocky schickt seine Familie auf Beutezüge in die Stadt, sie müssen stehlen und betteln und ihre Einnahmen bei ihm abgeben. Samira ist die bald die Beste in ihrem Job und Rocky mag sie sehr, wenn sie ihn massiert bekommt sie von ihm Schokolade, er nennt sie Kukolka das heißt Püppchen: Samira ist 7.
Und sie ist 12 als sie Dima kennenlernt, sie verliebt sich ihn, er ist schön, er ist nett, er ist reich, er legt ihr die Welt zu Füssen und sich das Kind in sein Bett. Dima nimmt sie mit nach Deutschland, dem Land ihrer Träume, in dem ihr Leidensweg erst richtig beginnt.

Meine Meinung:
Ich könnte euch das komplette Buch erzählen, Station für Station des Lebens eines Kindes, das mehr durchmachen musste als ein Mensch eigentlich,ertragen kann, diese Geschichte hat sich in mein Gedächtnis eingebrannt wie kaum eine zuvor.
Lana Lux, lässt Samira ihre Geschichte erzählen, mit den Worten eines Kindes, mit den Gefühlen eines Kindes. Samira glaubt den Worten, der Menschen, sie glaubt das das Herz zerquetscht wird wenn man auf der linken Seite schläft, wie es die Erzieherinnen im Kinderheim Sonnenschein sagten, sie glaubt Rocky, das er sie nach Deutschland bringen wird und sie glaubt Dima, der ihr erzählt sein Leben sei in Gefahr und nur sie könne ihm helfen das Geld für seine Schulden aufzubringen. Sie ist ein Kind, das keinerlei Schulbildung hat, das einzige was sie im Heim lernte war sich an die Regeln zu halten.
Samira erzählt ihre grausame Geschichte unbefangen wie es Kinder nun einmal tun, weil sie nicht wirklich weiß das ihr großes Unrecht angetan wurde, sie genießt den Sex mit Dima,  sie weiß nicht das er sie missbraucht.
Diese Unbefangenheit mit der die Autorin ihre kleine Protagonistin erzählen lässt, macht das Buch zu etwas ganz besonderem.
Selten hatte ich so sehr den Wunsch das eine Geschichte gut ausgeht, das dieses Kind noch jemanden findet der ihr Geborgenheit und Schutz bietet, bevor es zu spät ist.
Kindesmissbrauch egal in welcher Form macht jeden normal denkenden Menschen wütend und hilflos lesen wir davon in den Zeitungen oder hören in den Nachrichten. Wir hören von Kinderbanden, die stehlen und betteln oder sich prostituieren müssen. Das ist alles ganz weit weg, eine Meldung die von anderen ebenso erschütternden Nachrichten abgelöst wird. Samiras Geschichte allerdings lässt sich nicht so einfach durch andere Nachrichten ablösen, sie bleibt in Erinnerung, gerade weil sie sie ohne erhobenen Zeigefinger erzählt, es gibt kein Heulen und Wehklagen, kein Selbstmitleid, natürlich gibt es Tränen, Samira leidet, sie weint,aber sie lacht auch, freut sich an dem luxus einer Badewanne oder guten Essens und schöner Kleider. Ich war es die zu jeder Sekunde die ich Samira "zuhörte" wütender wurde auf die Männer, auf die Freier, auf alle die dem Kind Leid zufügten.
Kukolka ist ein bemerkenswertes Debut aus der Feder Lana Lux, die Autorin werde ich auf jeden Fall im Auge behalten, ich spreche für das Buch eine absolute und uneingeschränkte Leseempfehlung aus.

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  • Gebundene Ausgabe: 375 Seiten
  • Verlag: Aufbau Verlag; Auflage: 1 (18. August 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3351036930
  • ISBN-13: 978-3351036935

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