Als ich „Die dem See begegnen“ von Daniel Göring gelesen habe, hat mich vor allem die besondere Atmosphäre der Geschichten berührt. Der See ist hier viel mehr als nur ein Ort – er wirkt fast wie ein stiller Begleiter, der die Gefühle der Menschen widerspiegelt. Es ist faszinierend, wie der See in den einzelnen Geschichten eine so zentrale Rolle spielt und dabei eine ruhige, fast meditative Stimmung erzeugt.
Die einzelnen Geschichten sind kurz, aber voller Tiefe. Manchmal sind sie leise und nachdenklich, manchmal überraschend intensiv. Besonders gefallen hat mir, wie Göring mit wenigen Worten viel ausdrücken kann und dabei Raum lässt, um selbst zu interpretieren. Es ist schön, dass die Geschichten nicht alles vorgeben, sondern mich einlud, eigene Gedanken und Gefühle mit einzubringen.
Nicht jede Geschichte habe ich auf Anhieb ganz verstanden, was mich manchmal etwas zurückgeworfen hat. Das hat aber auch dazu geführt, dass ich immer wieder zum Nachdenken angeregt wurde und das Buch beim Lesen in ruhigen Momenten genossen habe. Es ist kein Buch, das man schnell durchliest, sondern eines, das sich Zeit nimmt und bei dem man sich auf die Atmosphäre einlassen sollte.
Mir hat der Schreibstil sehr gefallen. Göring schafft es, eine ruhige Stimmung zu vermitteln, die mich beim Lesen immer wieder in den Bann gezogen hat. Seine Worte ließen mich tief eintauchen in die Atmosphäre der Geschichten. In meinen Augen steht der See dabei als Metapher für das Gefühlsleben der handelnden Personen – seine Ruhe, aber auch die Tiefe und manchmal die zerstörerische Kraft, die darin verborgen liegt.
Da ist z.B. die Geschichte "Laugenbretzel" in der sich der Bürgermeister Raoul Waeber am Tag der Entscheidung ob er wieder gewählt wird in seinem Büro aufhält und sich bei einem Blick auf ein Seebild, das von seinem Vorgänger hinterlassen wurde, versteht was dieser ihm sagen wollte "Lass dich nicht blenden, jetzt wo du im Sonnenschein stehst.Ehe du dich versiehst, schlägt das Wetter um und du findest dich in einem Sturm wieder"
Für mich ist „Die dem See begegnen“ ein Buch, das man am besten in ruhigen Momenten liest, obwohl es sich um Kurzgeschichten handelt, sind sie nicht schnell weggelesen.
Mein Fazit:
Ein stimmungsvolles, schönes Buch mit Geschichten, die nachklingen und zum Nachdenken anregen. Weil ich nicht jede Geschichte sofort ganz erfassen konnte, gebe ich 4 von 5 Sternen. Dennoch hat mich der Schreibstil immer wieder fasziniert und das Buch zu einem besonderen Leseerlebnis gemacht.
- Herausgeber : Neptun Verlag (4. April 2025)
- Sprache : Deutsch
- Gebundene Ausgabe : 122 Seiten
- ISBN-10 : 3858203858
- ISBN-13 : 978-3858203854

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