Sonntag, 14. April 2024

Die Schattenmacherin: Roman von Lilly Gollackner

 


Die Welt im Jahr 2068, wird von Frauen regiert, die nach einem alles vernichtenden Krieg als Folge der Klimakatastrophe in großen Teilen unbewohnbar geworden ist. Wasser muss rationiert werden, der Aufenthalt in der Sonne ist ohne Schutzkleidung tödlich. Eine Seuche hat alle Männer getötet und die Frauen, welche die Welt regieren, tun ihr Möglichstes, um deren frühere Fehler nicht zu wiederholen. An ihrer Spitze steht Ruth, die gegen ihren Willen ihr Amt als Präsidentin an die junge Ania abgeben muss. In den nächsten 100 Tagen soll Ania alles lernen, was sie als Präsidentin braucht. Doch Ania stellt Fragen.

Nicht einmal 200 Seiten umfasst dieses Buch und doch hat die Autorin Lilly Gollackner es geschafft eine Welt zu erschaffen, die ich mir als Leserin sehr gut vorstellen konnte, vielleicht weil es mir heute nicht so abwegig erscheint, das unsere Welt in der Zukunft so aussehen könnte wie die Autorin sie beschreibt? Die Erinnerung an Männer verblasst immer mehr in der Gesellschaft, viele Frauen kennen die Welt nur wie sie jetzt ist und die Regierung tut alles, damit sie vollkommen vergessen werden. Ob es allerdings wirklich so sein könnte, dass in einer von Frauen regierten Welt, die Ressourcen gerecht verteilt werden? Dass es keine Gewalt gegen andere Menschen mehr gibt und alle gleich sind und jede die gleichen Chancen hat? Nur, weil es keine Männer mehr gibt? Ich wage es zu bezweifeln, denn auch Ruth nutzt ihre Stellung aus, das erläutere ich an dieser Stelle natürlich nicht näher. Die Fragen, die Ania stellt, bringen sie in Gefahr, doch sie bekommt Unterstützung von einer Person, die sich selbst als »unsichtbar« betitelt und sie kommt einem Geheimnis auf die Spur, das sich für die aufmerksamen Leserinnen und Leser schon relativ früh abzeichnet.

Lilly Gollackner zeichnet in ihrem Werk eine überzeugende Vision einer von Frauen regierten Welt im Jahr 2068. Die Geschichte regt zum Nachdenken über Machtstrukturen, Gerechtigkeit und die Folgen von Umweltzerstörung an. Durch die plastische Darstellung der Welt und der Charaktere gelingt es der Autorin, die Leser:innen in ihren Bann zu ziehen, auch wenn der kühlere Schreibstil anfangs gewöhnungsbedürftig sein kann. Insgesamt ist das Buch eine lohnenswerte Lektüre für Fans des dystopischen Genres und für alle, die sich für gesellschaftskritische Themen interessieren.


  • Herausgeber ‏ : ‎ Kremayr & Scheriau; 1. Edition (6. März 2024)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Gebundene Ausgabe ‏ : ‎ 192 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3218014247
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3218014243

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