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| Umschlaggestaltung Annadel Hogen |
Als das Mädchen Katharina von den zwei Klassenschönheiten Bianca und Anette eingeladen wird mit ihnen am Totenmaar, einem nahen See, zelten zu gehen, ist das schüchterne Mädchen überglücklich, endlich würde sie nicht mehr außen vor sein, endlich hätte sie die Chance Freunde zu finden.
Katharina ahnt nicht das sie nur eingeladen wird, damit die Eltern der anderen beiden Mädchen den Ausflug erlauben, wenn die Tochter des Pfarrers mit gehen darf, können die eigenen Eltern schlecht nein sagen, so die Überlegungen Biancas und Anettes. Am See stoßen Sebastian und Anettes Freund zu ihnen und Katharina merkt schnell, das sie nur Mittel zum Zweck war, doch das was dann geschieht ist an Grausamkeit kaum zu überbieten und nur Katharina und Sebastian überleben die Nacht. Sebastian hat nichts gesehen und Katharina kann sich an nichts erinnern. Janna Habena, lässt der Fall auch 30 Jahre nach den Morden an den Teenagern keine Ruhe.
Die Geschichte beginnt Karfreitag 1984. Zu der Zeit waren die technischen Möglichkeiten der Forensik noch sehr begrenzt, einen Täter anhand seiner DNA zu ermitteln unmöglich und so verwundert es nicht, das auch ein Mordfall ohne Zeugen nach einer gewissen Zeit zu den Akten gelegt wird, Mordakten werden allerdings nie ganz geschlossen und so nimmt sich Janna Habena auch diese Akte immer wieder vor und sucht nach 30 Jahren nochmals das Gespräch mit Katharina in der Hoffnung das sie sich mittlerweile an mehr erinnert. Sie trifft auf ein seelisches Wrack.
Eindrucksvoll schildert Eva-Maria Silber die Qualen eines Menschen, der so etwas erleben musste, der unter Flashbacks leidet, von denen er nicht einmal sicher weiß, ob es sich um reale Bilder aus der Erinnerung handelt oder um Bilder die die Psyche sich ausdenkt, um Lücken zu füllen.
Die Suche Jannas nach dem Täter, hat etwas verzweifeltes, sie klammert sich an jeden Strohhalm und geht jedem, noch so kleinen Hinweis nach während der Leser leider schon früh ahnt, was am See wirklich passiert ist. Aber das tut dem Lesevergnügen keinen Abbruch. Wir sind häufig leichtfertig mit dem Spruch " Nun reiß dich mal zusammen" oder "Das ist schon so lange her, vergiss es endlich" wenn wir mit den psychischen Problemen anderer konfrontiert werden ohne zu ahnen wie verletzend das für die Betroffenen eigentlich ist, denn zwischen Wollen und Können liegen klaftertiefe Abgründe, die trotz Modernste Behandlungsmethoden und Medikamenten nicht überwunden werden können. Natürlich ist auch die Krimihandlung lesenswert, schließlich handelt es sich nicht um ein Psychologielehrbuch, aber ich mag es sehr wenn gerade Krimis die ja zur Unterhaltung dienen, etwas tiefer gehen und mir etwas mitgeben mit dem ich so absolut nicht gerechnet habe.
Forgotten Girl bekommt von mir eine Leseempfehlung, wobei ich mir manchmal gewünscht hätte, das die Charakterbeschreibungen etwas detaillierter gewesen wären, das kommt bis auf Katharina etwas zu kurz, hier wäre etwas mehr besser gewesen, aber das ist Geschmackssache.
- Taschenbuch: 240 Seiten
- Verlag: dp DIGITAL PUBLISHERS GmbH (27. März 2018)
- Sprache: Deutsch
- ISBN-10: 3960873778
- ISBN-13: 978-3960873778

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