Dienstag, 30. Oktober 2018

In der Nacht hör ich die Sterne von Paola Perreti

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 Die 9-jährige Mafalda weiß, dass sie in absehbarer Zeit erblinden wird, sie leidet an einer unheilbaren Augenkrankheit und laut ihrer Ärztin bleibt ihr noch ein halbes Jahr bis sie völlig blind ist. Mafalda zählt nicht in Monaten oder Wochen, sie zählt in Schritten. Die Schritte die sie benötigt um vom Moment des Erkennens des Kirschbaums vor ihrer Schule bis zum Baum benötigt.

140 Schritte. Damit ist das erste Kapitel überschrieben und wir lernen Mafalda kennen, das kleine Mädchen schmiedet Pläne, wie ihr Leben aussehen soll, wenn sie vollkommen erblindet ist, sie will in den Kirschbaum ziehen wie der Held in ihrem Lieblingsbuch und nie wieder herunterkommen und sie führt eine Liste mit Dingen, die sie bald nicht mehr tun kann. Mafalda hat Angst, vor dem was auf sie zukommt, Angst davor Allein zu sein. Und zunächst erscheint ihre Angst auch berechtigt, ihre Klassenkameraden tun sich schwer mit ihr Beeinträchtigung umzugehen und auch ihr beste Freundin wendet sich von ihr ab. Erst als Mafalda die neue Hausmeisterin Estella kennenlernt, die ihr immer zur Seite steht und ihr auch schon mal den Kopf gerade rückt, lernt sie, das das Leben trotz aller Widrigkeiten auch noch schöne Seiten für sie bereithalten wird. Und ausgerechnet der Schulrüpel Filippo erweist sich als ein wahrer Freund.

Als ich das Cover und den Titel sah, dachte ich zunächst, bei dem Buch handelt es sich um einen Liebesroman, dann wurde mir das Buch als Rezensionsexemplar angeboten und ich habe mich etwas näher damit beschäftigt worum es in dem Buch wirklich geht und da ich dabei Gänsehaut bekam, nahm ich das Buch an. Die Autorin Paola Peretti weiß, wovon sie schreibt, auch sie wird irgendwann ihr Augenlicht komplett einbüßen. In der Nacht hör ich die Sterne ist das Debüt Paola Perettis, manches kam mir noch etwas unausgereift vor, die Charakterbeschreibungen hätten in manchem Fall gern etwas mehr Raum beanspruchen dürfen, ich wusste zwar das ihre Eltern an der Situation verzweifelten ( welche Eltern würden das nicht) aber ich spürte es nicht, da fehlten sogar mir ein wenig die in Worte gefassten Emotionen. Manchmal zweifelte ich an der Zeit in der die Geschichte spielt, wäre das Internet nicht erwähnt worden oder der Integrationshelfer Fernando, ich hätte geglaubt irgendwo in den 60er oder 70er Jahren zu sein, die Mädchen in Mafaldas Alter die ich kenne sind längst nicht mehr so naiv und kindlich, so manches passte doch eher in meine Generation und dann schienen mir die Kinder wieder viel älter zu sein als 9, ihre Gespräche über die Freundschaft und Liebe zu Jungs, schienen mir viel zu abgeklärt.
Ich habe lange überlegt was mir dieses Buch gibt, was Mafaldas Geschichte für mich bedeuten könnte. Ist es das viel zitierte "Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar"? Eher nicht, denn das kann man sicher nur behaupten wenn sowohl die Augen als auch das Herz richtig funktionieren. Für mich ist es eher, der Gedanke das man seinen Weg so gut man es vermag und egal welche Steine man in den Weg gelegt bekommt gehen muss und auch das ist wieder leicht gesagt wenn man nicht betroffen ist. Aber vielleicht hilft es ja in zukünftigen Situationen.
Die Gänsehaut die ich beim recherchieren ob ich das Buch lesen will auftrat, blieb also aus und dennoch kann ich das Buch durchaus empfehlen und ich hoffe bald noch mehr von Paola Peretti lesen zu dürfen.
Mit einem Klick auf das Cover seid ihr direkt beim Verlag.

 Frau Goethe liest gewährt euch einen genaueren Blick auf das Buch und die Autorin.

  • Gebundene Ausgabe: 224 Seiten
  • Verlag: dtv Verlagsgesellschaft (26. Oktober 2018)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3423289678
  • ISBN-13: 978-3423289672
  • Originaltitel: La distanza tra me e il ciliegio

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