Montag, 19. Januar 2015

Stammtischmorde III

Klappentext:
Was hat ein Plakat in der Red-Bull-Arena mit einem Mord in Gronau zu tun? Wie reagiert ein Mann, wenn ihn die Frau verlässt, der er aus Liebe eine Niere gespendet hat? Wozu ist ein alter Mann fähig, der seinen Enkel um jeden Preis zum Fußball-Profi machen will?

Aller guten Dinge sind drei. Zum dritten Mal legen Autorinnen und Autoren vom Leipziger Krimi-Stammtisch eine Anthologie mit Mords-Geschichten vor.
Mordsgeschichten - das ist einmal wörtlich zu nehmen, weil es Gewalt und Tote gibt.
Mordsgeschichten - das gilt ebenso im übertragenen Sinne, weil die Fantasie des Schreibers auch einen Fall ohne Leiche zu einer spannenden und ungewöhnlichen Story macht.
Dreizehn Autorinnen und Autoren haben sich diesmal zusammengetan. Und wie bei den ersten Bänden mit Erich Loest und Edgar Franzmann haben sie sich Verstärkung von außen dazugeholt, und zwar einen Mann vom Fach: Leipzigs Polizeipräsident Bernd Merbitz ist mit einer Geschichte aus turbulenten Nachwende-Zeiten dabei. Ein besonderer Coup der Stammtisch-Bande.


 Einmal mehr durfte ich der Einladung des FHL Verlags folgen und 13  Krimiautoren sowie einem Gastautor beim  Morden begleiten und wie gewohnt wurde ich von den Kurzgeschichten nicht enttäuscht. Anthologien sind wie Tüten mit gemischten Süßigkeiten, nie weiß man so ganz genau was einen erwartet, manches ist köstlich und zergeht auf der Zunge anderes möchte man am Liebsten gleich wieder ausspucken und wieder anderes mutet seltsam an. Genauso ging es mir mit den einzelnen Geschichten, nicht immer liessen sie sich gefällig lesen und erschlossen sich auf Anhieb, sorgsames und manchmal wiederholtes Lesen war nötig und vielleicht war es gerade dann das etwas sperrige, was diese Geschichten so interessant machte.Einige der Geschichten, bzw. der Motive zogen mich unausweichlich auf die Seite des Mörders, dessen Motive für mich so nachvollziehbar und verständlich waren das ich ihn nicht verurteilen konnte. z.B. in meinem Top Favoriten:
Hügel der Stiefel von David Gray, der uns in den wilden Westen nach Hope führt einer kleinen, von tiefgläubigen Menschen bewohnten, Stadt in der nicht alles so friedlich und heimelig ist wie es auf den ersten Blick scheint.
Oder die Story macht betroffen und traurig, wie in Klassentreffen von Hartwig Hochstein, in der sich über Jahre angestaute Wut und Verzweiflung in einer grausamen Tat entladen für die ich wieder, obwohl ich im realen Leben ein rigoroser Gegner von Selbstjustiz bin, vollstes Verständnis hatte.
Häufig ist man vom Täter überrascht, hat man doch jemand ganz anderen im Visier,der Motiv und Gelegenheit hätte jemanden zu ermorden, wie in Lady in Black von Andreas M. Sturm.
Kurz zum Gastautor Bernd Merbitz, ich gebe zu, es hat etwas gedauert bis ich mich an die Art und Weise gewöhnt hatte in der der Autor schreibt,  sein Schreibstil gehört zu denen die etwas seltsam anmuteten hat man sich allerdings erst einmal daran gewöhnt und sich darauf eingelassen, ist er durchaus interessant, aus diesem Blickwinkel zu erfahren wie es zu der Tat kam.
Zum Schluss sei noch gesagt, in der Wundertüte gab es keine Süßigkeit die ich wieder ausspucken wollte,jede Geschichte war auf ihre Art spannend, manchmal traurig manchmal etwas makaber.
Ich freue mich schon auf die nächsten Stammtischmorde.

  • Broschiert: 220 Seiten
  • Verlag: fhl Verlag Leipzig; Auflage: 1 (15. Oktober 2014)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3942829266
  • ISBN-13: 978-3942829267

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