Freitag, 30. August 2019

Washington Black von Esi Edugyan

Der Klappentext hört sich so gut, das Cover ist so schön.
Damit ihr nachvollziehen könnt was ich meine bekommt ihr den Klappentext zu lesen:

Die Flucht ist nur der Anfang

Barbados, 1830: Der schwarze Sklavenjunge Washington Black schuftet auf einer Zuckerrohrplantage unter unmenschlichen Bedingungen. Bis er zum Leibdiener Christopher Wildes auserwählt wird, dem Bruder des brutalen Plantagenbesitzers. Christopher ist Erfinder, Entdecker, Naturwissenschaftler – und Gegner der Sklaverei. Das ungleiche Paar entkommt in einem selbst gebauten Luftschiff von der Plantage. Es beginnt eine abenteuerliche Flucht, die die beiden um die halbe Welt führen wird. 

Eine Geschichte von Selbstfindung und Verrat, von Liebe und Erlösung. Und eine Geschichte über die Frage: Was bedeutet Freiheit? 

Der Roman beginnt vielversprechend, die Autorin berichtet von dem harten Leben des Washington Black als Feldsklave auf der Plantage Faith auf Barbados, sie berichtet von Misshandlungen und der brutalen Willkür der Aufseher und des Plantagenbesitzers Erasmus, von dem Aberglauben der Sklaven, die in der Hoffnung leben, nach ihrem Tod wieder in der Heimat aufzuwachen. Mit jedem Wort das die Autorin schreibt, spürt man die Hoffnungslosigkeit und die Angst der Sklaven.
Die Hauptfigur, der Sklave Washington Black, genannt Wash hat das unwahrscheinliche Glück in den Focus von Christopher *Titch* Wilde zu geraten, der Wissenschaftler ist ein Gegner der Sklaverei und bringt dem Kind lesen und rechnen bei und bestärkt ihn sein Zeichentalent zu vertiefen. Titch baut an einem Luftschiff und als sich die Ereignisse überschlagen fliehen Titch und Wash in diesem Luftschiff von der Insel.
Und von da an ging es leider bergab. 
Über dem offenen Meer gerät das Luftschiff in einen Sturm und stürzt ab, direkt auf das Deck eines Schiffes und das bleibt nicht die einzige Unwahrscheinlichkeit in dem Buch, Reisen die zu der Zeit eher Wochen wenn nicht Monate dauern würden bewältigen die Protagonisten in kürzester Zeit.Das wäre für einen Abenteuerroman vollkommen OK, aber es handelt sich nicht um einen solchen. Zwar begleiten wir Titch und Wash in die entlegensten Winkel der Welt, aber diese Episoden hätten auch an einem Ort stattfinden können.

Ich kann nur vermuten was die Autorin mit diesem Buch bezweckt, eine Geschichte der Selbstfindung sollte es sein, aber dafür entwickeln sich die Charaktere leider nicht genug. 
Titch lässt den jungen Wash eines Tages zurück ohne hinreichende Erklärung, dachte man doch das Titch und Wash so etwas ähnliches wie Familie sind und Wash macht sich auf die Suche nach dem vermeintlichen Freund, als entlaufener Sklave ist er immer in Gefahr aufgespürt zu werden. Hier erwartet man Angst zu spüren, hinter jeder Ecke könnte ein Sklavenjäger lauern, aber auch das bleibt aus.
Nicht einmal die Liebe die Wash zu der Tochter eines Meeresbiologen entwickelt lässt sich spüren, man weiß sie ist da, aber das sind nur Worte.
Alles in Allem lässt mich das Buch ratlos zurück. Meine Erwartungen waren hoch, nach den lobenden Stimmen zu der Originalausgabe wohl zu hoch.

  • Gebundene Ausgabe: 512 Seiten
  • Verlag: Eichborn; Auflage: 1. Aufl. 2019 (30. August 2019)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3847906658
  • ISBN-13: 978-3847906650


2 Kommentare:

  1. Guten Morgen!

    Das ist heute schon die dritte Rezension die ich zu diesem Buch sehe und alle scheinen ähnlich, nämlich nicht wirklich begeistert zu sein. Das ist echt schade, denn Cover und Klappentext sprechen mich total an.
    Jeder hat auch wohl das Gefühl, am Ende mit Fragezeichen stehen gelassen zu werden ... ich werde es aber wahrscheinlich auch ausprobieren, alleine um zu sehen, wie es auf mich wirkt.

    Liebste Grüße, Aleshanee

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  2. Ich habe nach den lobenden Stimmen zum Original viel mehr erwartet und dachte schon es läge nur an mir, aber das scheint ja nicht der Fall zu sein.

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