Der erste Band der Neuauflage der Elric
Saga ist hier anders als erwartet. Der Mantikore Verlag hat hier
nicht nur den ersten Band neu aufgelegt, sondern diesen mit einigen
Extras versehen, was ihn zu einem opulenten Werk macht.
Obwohl viele Leser sicherlich die
Vorworte und Einleitungen als zu umfassend empfinden werden, sollte
man sich die Mühe machen, diese zu lesen, denn sie enthalten viele
Zusatzinformationen zu Michael Moorcock, die mir bisher nicht bekannt
waren.
Das Buch startet mit einer Einleitung
des Verlags, gefolgt von einer Einführung von John Cluse zu Michael
Moorcock, bevor dieser dann selbst zu Wort kommt. Danach schreibt
Alan Moore über seine Beziehung zu Melnibone, ein Text, der mir
persönlich zu abgehoben war, nichtsdestotrotz aber sehr informativ
ist und eine eigene Sichtweise auf diese Welt wiederspiegelt.
Bevor wir Elric begegnen, wir eröffnet
das Buch mit einer Vorgeschichte über Graf Aubec, der im ersten
Band der Elric Saga nochmals Erwähnung findet.
Danach folgt das Skript zu einer
Graphic Novel und ich muss sagen, diese Skript hat fast dazu geführt,
dass ich dieses Buch aufgebe. Ich habe einen Roman erwartet und
wollte einen Roman lesen. Der Stil des Graphic Novel eignet sich
allerdings nicht für einen Roman. Die Schreibweise war sehr
irritierend, man liest hier eher eine Art Drehbuch oder Theaterstück.
In Kursiv schreibt der Autor seine Anmerkungen nieder, wie eine Szene
später in Bildform auszusehen hat und welche Mienen die handelnden
Personen tragen sollen. Das nervt und irritiert. Man sollte aber
durchhalten denn die im Skript geschilderten Ereignisse erzählen von
dem Kampf um die Nachfolge Sadrics. Kein Kampf mit Schwertern,
sondern ein Kampf des Geistes in einer Traumwelt, die der
schwächliche Elric mit Bravour (und zum Erstaunen aller) gewinnt.
Sein Cousin Yrkoon und ewiger Feind, legt ihm auch in der Traumwelt
Steine in den Weg, doch Elric kann allen Fallen entkommen und
mächtige Verbündete gewinnen, die ihm in den eigentlichen Roman
dann zur Seite stehen. Trotz des nervigen Schreibstil ist es somit
doch eine wichtige Ergänzung zu Saga.
Erst dann folgt der eigentliche erste
Band der Elric Saga. Verglichen mit der alten Saga bzw. der alten
Übersetzung, wurde die Sprache modernisiert, um auch junge Leser für
die Serie zu begeistern. Einigen mag das sicherlich gefallen, mir
nicht.
Anbei einige Beispiele der kleinen aber
feinen Unterscheide in der Sprache.
Zitat neu: Seine Augen öffnen sich
ganz
Zitat alt: Er riß die Augen auf
Zitat neu: Und sein Gesichtsausdruck
ist immer hämisch, seine Haltung dagegen arrogant
Zitat alt: Und sein Gesichtsausdruck
ist immer leicht ironisch, während seine Haltung Arroganz verrät
Zitat neu: Unbedingheit
Zitat alt: Absolutem
Auch die Anrufung Straashas
unterscheidet sich sehr in den beiden Fassungen. Da es sich um einen
Roman handelt, der in einer epischen Welt spielt, die über viele
mittelalterliche Elemente verfügt, passt die alte und poetische
Sprache wesentlich besser zu dem Ambiente des Romans. Obwohl Jan
Enseling seine Sache gut gemacht hat, erreicht er bei weitem nicht
die Eleganz eines Thomas Schlück hier nicht heran.
In der alten und neuen Ausgabe werden
die gleichen Illustrationen genutzt, leider wird die Arbeit von J.
Cawthorne bei Mantikore nicht gewürdigt, da er im Einband keine
Erwähnung findet. Meines Erachtens ein Fauxpas des Verlags.
Alles in allem aber eine durchaus
gelungene Neuauflage, die Leser auf die Saga aufmerksam machen wird.
Und das ist sicherlich auch Ziel dieses Buches. ich bleibe bei der
alten Auflage und werde die schöne, ausdrucksstarke und treffende
Sprache genießen. mag sie auch anderen Lesern altmodisch erscheinen.
Das Cover ist sehr gelungen. Man muss
ja trotz allem zugeben, dass den Cover der siebziger und achtziger
Jahre etwas an Finesse gefehlt hat, die Karten im Inneren sind fast
identisch, allerdings wirken sie in der neuen Ausgabe etwas
detaillierter.
Das Buch kann direkt beim Verlag bestellt werden.
Titel: Elric, der Blutthron
Reihe: Elric von Melibone
Autor Michael Moorcook
Übersetzung: Jan Enseling
Verlag: Mantikore, TB, 508 Seiten

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