Die Geschichte spielt in einem heißen, Sommer in Norwegen. Diese Hitze schafft eine dichte, fast greifbare Atmosphäre, die gut zu Bjørks innerem Zustand passt. Und ich konnte mir die Hitze sehr gut vorstellen, die die Autorin beschreibt, hier herrschen gerade auch ziemlich hohe Temperaturen. Die Autorin schafft es also, diese Stimmung sehr überzeugend darzustellen.
Bjørk ist mir in diesem Band etwas nähergekommen als in Band 1 Die den Schnee fürchten. Ihr Kampf mit der eigenen Schuld wirkt glaubwürdig und berührend. Sie ist nicht perfekt, sondern eine Figur mit Ecken und Kanten, was sie besonders menschlich macht.
Der Fall selbst ist spannend und vielschichtig. Die Verbindung zur Vergangenheit bringt einige für mich sehr überraschende Wendungen, ohne übertrieben oder künstlich zu wirken.
H. S. Palladino schreibt klar und ruhig. Vielleicht färbt ihre Lebensart auch auf ihre Art zu schreiben ab: So wenig wie möglich, so viel wie nötig. Es gibt keine unnötige Dramatik oder brutale Szenen. Trotzdem ist die Spannung immer spürbar. Man weiß genau, was passiert, auch wenn vieles unausgesprochen bleibt. Gerade das macht das Buch interessant und auch für Leser:innen geeignet die es etwas subtiler mögen.
Das Umfeld wirkt echt, nicht nur die Orte, sondern auch die Gedanken und Gefühle der Figuren. Der zweite Band ist für mich stärker als der erste. Die Reihe wird immer besser. Besonders gefallen haben mir die ruhigen, nachdenklichen Töne, die tief unter die Oberfläche gehen.

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