Schwimmen ist Bewegung. Schwimmen ist Veränderung. Schwimmen ist Musik. Denn ein Schwimmbecken ist mehr als ein physischer Ort. Wer es betritt, dem kann es erlauben, Altes loszulassen, die Gedanken zu sortieren und neue Perspektiven zu entdecken. Es scheint, als würde mit dem ersten Schwimmzug eine innere Reise beginnen, die zu neuen, noch unbekannten, teils unerwarteten Optionen führt. Eine faszinierende Sammlung von Geschichten über Menschen, die die Leidenschaft an der Bewegung im Wasser und die Freude am Leben eint.
Ich erzähle es euch schon wieder: Kurzgeschichten sind meiner Meinung nach die hohe Kunst in der Literatur und ich liebe sie. So habe ich gleich ohne zu zögern zugegriffen, als mir nach einer Lesung, die ich im Urlaub besuchte das Buch: Kaffee am Beckenrand zur Rezension angeboten wurde. Nach den drei schon gehörten Storys war ich gespannt, was mich noch erwartete und ob die Autorin das hohe Niveau halten kann. Sie kann.
Die erste Geschichte, „Fehler im System“, dreht sich um Karsten, den besten Schwimmer seines Teams. Er ist klug, arbeitet in der Erwachsenenbildung, hat aber auch mit Selbstzweifeln zu kämpfen. Nach einer Herzoperation will er niemanden mit seiner Krankheit belasten und vor allem keine Frau mit einem möglicherweise frühen Tod konfrontieren. Trotzdem kommt es anders: Während des Trainings trifft er immer wieder auf Frederike und verliebt sich trotz aller Vernunft in sie. „Das Herz will, was es will.“ Ob Frederike eine Annäherung wirklich will, bleibt offen, aber Karsten möchte es zumindest versuchen. Diese Geschichte hat mich zum Schmunzeln gebracht, da ich Karstens Zweifel gut nachvollziehen konnte – auch wenn meine eigenen Bedenken in Beziehungen weniger schwerwiegend sind.
In einer anderen Geschichte, „Feuer und Wasser“, trifft eine ältere Frau während des Trainings auf einen Schwimmtrainer und wundert sich über die scheinbare Antriebslosigkeit der jungen Rettungsschwimmer-Anwärter, die er ausbildet, ihnen fehle die Lebensfreude, die sie nach einer Krebserkrankung beim schwimmen wiederentdeckte – etwas, das sie bei den Jüngeren vermisst. Ihre Worte bringen den Trainer dazu, sein eigenes Leben zu hinterfragen und besser zu erkennen, was ihm wirklich wichtig ist und was allen Menschen wichtig sein sollte.
Die anderen Storys dürft ihr gern selbst entdecken, ich habe immer etwas Angst zu spoilern.
Peggy Langhans präsentiert mit ihrem Kurzgeschichtenband Kaffee am Beckenrand feinfühlig erzählte Episoden, die Themen wie Veränderung, Begegnung und innere Entwicklung gekonnt miteinander verbinden. Die kurzen Geschichten sind sprachlich präzise und schaffen es, Alltagssituationen und menschliche Zwischentöne stimmungsvoll einzufangen. Dabei gelingt es der Autorin, ohne Gefühlsduselei eine besondere Atmosphäre zu schaffen, die tiefe Eindrücke hinterlässt. Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung.
- Herausgeber : Verlag Andrea Schröder
- Erscheinungstermin : 1. Mai 2024
- Auflage : Erste
- Sprache : Deutsch
- Seitenzahl der Print-Ausgabe : 136 Seiten
.jpg)
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen
Hier dürft ihr mir eure Kommentare hinterlassen. Bitte beachtet: DATENSCHUTZ: Mit dem Abschicken des Kommentars nehme ich zur Kenntnis und bin einverstanden, dass meine Daten gespeichert und weiterverarbeitet werden!