Donnerstag, 1. Oktober 2015

Schattenlicht die Gesamtausgabe von Martin Bühler

Am Anfang steht ein Dachbodenfund: Als der Schriftsteller Martin Bühler sein Elternhaus entrümpelt, entdeckt er in einer Holzkiste ein Manuskript: Der Autor hält die Lebensgeschichte seines verstorbenen Vaters Matthias Bühler in den Händen, dessen biografische Aufzeichnungen von den 1920er Jahren bis in die Nachkriegszeit reichen.

Meine Meinung: Schattenlicht, war der erste Biografische Roman meines Lebens, nicht ganz der erste, aber der Erste bei dem ich glauben konnte das sich alles wie beschrieben zugetragen hat, ohne Ausschmückungen, um die Geschichte für den Leser interessanter zu machen, ohne das etwas weggelassen wurde, das vielleicht das Bild das Verwandte und Freunde von dem Protagonisten haben zerstören könnte. Warum ich das glaube? Ich nenne es mal Bauchgefühl, vielleicht irre ich mich, vielleicht auch nicht, ich werde es nie erfahren. 

Wie rezensiert man ein Leben? Denn darum geht es in der Schattenlicht Trilogie, um  das Leben des Matthias Bühler, der aufgewachsen in einem schwäbischen Dorf, gegen alle Widerstände versucht sich seine Träume zu erfüllen, Träume die sich erst im Laufe seines Lebens herauskristallisieren, der sich nicht damit zufrieden geben will, zu arbeiten,zu heiraten,Kinder zu bekommen und dann zu sterben, der Lernen will, der auch in schwierigen Zeiten immer Zeit findet die Nase in Lehrbücher zu stecken, ich sah ihn direkt vor mir, wie er hinter dem Pflug herlief mit einem Lehrbuch in der Hand und der es während des Krieges schaffte sein externes Abitur zu machen. 

Also wie rezensiert man ein Leben? Gar nicht, ich kann die Handlung weder loben noch kritisieren, ich kann keine Kritik üben an eventuelle unlogische Handlungen, die ich nicht nachvollziehen konnte noch kann ich Begebenheiten loben bei denen ich genauso gehandelt hätte wie Matthias. Denn das hat sich niemand ausgedacht, niemand hat sich überlegt, *wenn Person A nun das tut, wie handelt dann Person B?* 
Wie werte ich dann das Buch?
Durch die Umsetzung, der Autor Martin Bühler hat die Tagebücher seines Vaters natürlich überarbeitet, er hat recherchiert um ein Bild von den letzten Jahren zu bekommen und das hat er gut gemacht, mirgefiel der Schreibstil und die Art wie er mir die Geschichte seines Vaters erzählte, die Beschreibungen der Landschaften, die ich teilweise kenne, waren treffend, auch die Charaktereigenschaften der schwäbischen Bevölkerung hatten einen großen Wiedererkennungswert. Das er manchmal etwas zu detailliert botanische Vorgänge beschreibt, ist der einzige wirkliche Kritikpunkt den ich habe, andere Leser finden das sicherlich wahnsinnig spannend.
Ich vergebe eine absolute Leseempfehlung.


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