„Papa, lach doch mal!“ von Tobias Radloff ist ein Buch, das ich lange vor mir hergeschoben habe. Zu groß war meine Sorge, dass mich der Inhalt zu sehr herunterziehen könnte. Und davon gibt es im Alltag ohnehin schon genug. Rückblickend kann ich sagen, dass diese Angst unbegründet war.
Der Autor schreibt sehr offen über seine Depression, über die Unsicherheit, damit an die Öffentlichkeit zu gehen, und über die Herausforderung, seinem kleinen Kind zu erklären, warum der Papa manchmal einfach nicht kann. Nicht lachen, nicht spielen und manchmal nicht einmal aufstehen. Gerade diese Momente gehen nah, weil sie so ehrlich und greifbar geschildert sind.
Dabei wird einmal mehr deutlich, was eigentlich längst klar sein sollte. Depression ist keine Einbildung und schon gar keine Faulheit, sondern eine unsichtbare Krankheit.Tobias Radloff sagt auch, das er sich lange davor scheute über seine Krankheit zu sprechen von seinen Ängsten diese Öffentlich einzugestehen (einzugestehen ist ein blödes Wort, bei einem Beinbuch spricht ja auch niemand davon das er das "eingestehen" muss). Umso wichtiger ist es, doch darüber zu sprechen und Betroffenen das Gefühl zu geben, gesehen zu werden. Genau das gelingt diesem Buch sehr eindrücklich.
Trotz der ernsten Thematik gibt es aber auch immer wieder leichtere, fast schon humorvolle Szenen. Besonders hängen geblieben ist mir die Situation an der Supermarktkasse. Ein Klassiker für alle, die schon mal mit einem Kind einkaufen waren. Die Frage nach dem Eis, das Abwägen zwischen Ja und Nein, wenn Ja besteht die Gefahr das das Kind denkt es bekomme immer alles, bei einem Nein muss man die Ablehnung schlüssig erklären, doch bei einem Nein droht auch der Schreinanfall auf dem Supermarktboden, die ungefragten Kommentare aus der Schlange gibt es gratis dazu. Ich musste tatsächlich lachen, weil ich die Situation natürlich auch kenne (das ist übrigens nur lustig, wenn man nicht gerade das betroffene Elternteil ist). Die Lösung die gefunden wurde war schon ziemlich clever und dann kam die Frage aller Fragen: Kann ich ein Ü-Ei?
Und vielleicht fragt ihr euch auch, was macht die Katze auf dem Cover? Was hat sie mit Depressionen zu tun? Eine der Geschichten erzählt davon wie die Mama dem Kind versucht hat zu erklären , wie so eine Drepression aussieht und was sie mit dem Papa macht, diese Eklärung verselbständig sich und führt zu sehr interessanten Szenen.
Gerade diese Mischung aus Schwere und Alltagskomik macht das Buch so besonders. Es ist traurig und nachdenklich, aber auch warm und stellenweise überraschend leicht. Für mich war es eine Lektüre, die nicht belastet, sondern eher zum Verstehen beiträgt.
Gerade diese Mischung aus Schwere und Alltagskomik macht das Buch so besonders. Es ist traurig und nachdenklich, aber auch warm und stellenweise überraschend leicht. Für mich war es eine Lektüre, die nicht belastet, sondern eher zum Verstehen beiträgt.
- Herausgeber : Katz & Katharsis
- Erscheinungstermin : 16. Oktober 2025
- Sprache : Deutsch
- Seitenzahl der Print-Ausgabe : 112 Seiten
- ISBN-10 : 3384731565
- ISBN-13 : 978-3384731562

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