Mittwoch, 13. Mai 2026

Das Ende der Nacht von Pia Lüddecke


Klappentext: Nuri Ramoska hat keine Angst vor der Dunkelheit. Als Aushilfsjournalistin mit einem Faible für morbide Themen läuft sie nachts zur Höchstform auf. Dann wird auf dem Gelände einer verfallenen Chemiefabrik eine verstümmelte Frauenleiche gefunden, und das Verbrechen geht ihr näher, als sie sich eingesteht. Ist der Fabrikmörder aus den Neunzigerjahren zurück? Was hat es mit den Gerüchten von einem Fluch auf sich? Und welche Rolle spielt Viktor Lux, der undurchsichtige Erbe der Pharmafirma Lux Enterprises? Bei ihren Recherchen gerät Nuri immer tiefer in einen Sumpf aus Intrigen und Schauergeschichten. Die Grenzen zwischen Albtraum und Wirklichkeit verschwimmen in einer finsteren, vom Totentanz der Glühwürmchen erfüllten Mitsommernacht. Um das Böse zu besiegen, muss Nuri auf ihr Herz hören und sich den Monstern der Vergangenheit stellen. In ihrem neuen Schauerroman „Das Ende der Nacht“ entführt Pia Lüddecke ihre Leserschaft einmal mehr auf einen packenden, sprachlich reich bebilderten Trip, der die Leidenschaft der Autorin für schwarzromantische Schauplätze und alte Mythen und Legenden offenlegt. Und natürlich ist es nur konsequent, dass einmal mehr – wie schon bei ihren Vorgängerromanen „Geister“ und „In Dreams“ – Holger Much die Gestaltung des einzigartigen Buchumschlages übernahm.



Mit Das Ende der Nacht hat Pia Lüddecke erneut einen Roman geschrieben, der mich von der ersten bis zur letzten Seite überzeugen konnte. Zwar verrät der Klappentext bereits einiges, trotzdem blieb für mich beim Lesen lange die Frage offen, was hier eigentlich real ist. 

Als auf dem Gelände einer stillgelegten Chemiefabrik eine verstümmelte Frauenleiche gefunden wird, landet die Aushilfsjournalistin Nuri mitten in einem Fall, der schnell mehr ist, als es zunächst scheint. Die Parallelen zu einer Mordserie aus den Neunzigerjahren sind deutlich, und auch die Geschichten, die sich seit Jahren um das Gelände halten, lassen sich nicht einfach ausblenden.

Anfangs war ich mir zunächst sehr sicher, dass hinter allem eine nachvollziehbare Erklärung steckt, vielleicht im Zusammenhang mit den Ereignissen rund um die Chemiefabrik während der NS-Zeit. Doch je weiter die Handlung voranschreitet, desto mehr beginnt diese Sicherheit zu bröckeln. Die Atmosphäre wird immer dichter und unangenehmer, ohne dabei jemals völlig ins Übernatürliche abzudriften.

Besonders mochte ich, dass der Roman mich ständig im Ungewissen lässt. Mit jeder neuen Erkenntnis verschiebt sich das Bild erneut, und irgendwann wusste ich selbst nicht mehr, woran ich eigentlich noch glauben soll. Trotzdem bleibt die Geschichte gerade genug in der Realität verankert, dass ich immer weiter nach rationalen Erklärungen suche.

Auch die weiteren Figuren neben Nuri tragen viel zu dieser bedrückenden Stimmung bei. Weder der Eigentümer des Geländes, Silas Lux, noch die Behörden wirken wirklich daran interessiert, die Wahrheit ans Licht zu bringen. Statt Aufklärung geht es eher darum, die Situation unter Kontrolle zu halten und die Chemiefabrik in einem guten Licht erscheinen zu lassen und Nuri durch haltlose Verdächtigungen von weiteren Nachforschungen abzuhalten. Viktor Lux, den Nuri nach der Pressekonferenz kennenlernt, wirkt von Beginn an geheimnisvoll, obwohl Nuri nicht einschätzen kann, ob sie ihm trauen kann oder welche Rolle er in den Geschehnissen spielt, fühlt sie sich auf eine schwer erklärbare Weise zu ihm hingezogen.

Pia Lüddecke schafft es mühelos, diese beklemmende Stimmung über den gesamten Roman hinweg aufrechtzuerhalten. Die Sprache der Autorin ist sehr bildhaft und verstärkt die einzelnen Elemente der Geschichte, anstatt sie aufzulösen. Gerade dadurch entsteht eine dichte Atmosphäre, in der die Grenzen zwischen Realität und Vorstellung zunehmend verschwimmen. Für mich lebt Das Ende der Nacht von seiner Atmosphäre und diesem permanenten Gefühl der Unsicherheit. Gerade das hat den Roman für mich so eindringlich gemacht, das Ende und die Auflösung sind einfach großartig, aber davon verrate ich euch natürlich nichts.



  • Herausgeber ‏ : ‎ Edition Outbird
  • Erscheinungstermin ‏ : ‎ 1. März 2026
  • Auflage ‏ : ‎ 1.
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe ‏ : ‎ 390 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3948887977
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3948887971
  • Lesealter ‏ : ‎ Ab 14 Jahren

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Hier dürft ihr mir eure Kommentare hinterlassen. Bitte beachtet: DATENSCHUTZ: Mit dem Abschicken des Kommentars nehme ich zur Kenntnis und bin einverstanden, dass meine Daten gespeichert und weiterverarbeitet werden!