Sonntag, 17. Mai 2026

Die Frauen vom Tafelberg. Catharina Ustings' mutiger Kampf um ihr Glück: Roman von Inès Keerl


Liebe und Verrat am Kap der Guten Hoffnung Kapstadt, 1672. Sieben Jahre nach den dramatischen Ereignissen am Tafelberg steht Catharina Ustings erneut vor einer existenziellen Bedrohung: Sie wird des Mordes bezichtigt und soll nach Mauritius verbannt werden. Zusätzlich drohen ihre heimliche Affäre mit einem neuen Kommandanten und ein gefährliches Geheimnis sie zu vernichten. Gemeinsam mit der ehemaligen Sklavin Amisha und Krotoa, der »Urmutter Südafrikas«, riskiert Catharina alles, um ihre Farm, ihre Freiheit und ihr Glück zu retten.


Die Frauen vom Tafelberg von Inès Keerl ist nach Die Löwin vom Tafelberg der zweite Band um Ustings die auch dieses Mal wieder im Mittelpunkt steht. Der Roman knüpft wohl nahtlos an die Geschehnisse im ersten Band an und obwohl ich den ersten Band nicht kenne, hatte ich kaum schwierigkeiten mich in die Geschichte einzufinden. Ich habe ein bisschen etwas über den Beginn der Geschichte Catharina Usting srecherchiert, die tatsächlich gelebt hat, wie ich aus dem kurzen Vorwort erfahren habe. Solche Geschichten, gewebt aus Fiktion und historischen Tatsachen haben immer einen besonderen Reiz.

Catharina und ihr Mann Hans leben mit ihren Kindern auf einer Farm. Die Verhältnisse sind schwierig, denn die Preise, die die VOC, die Niederländische Ostindien-Kompanie, für Getreide zahlt, sind unfair. Deshalb verkaufen viele Farmer heimlich Rinder an Engländer und Franzosen, bis der Secunde Crudop Brandzeichen einführt, um das Vieh besser kontrollieren und zählen zu können. Das ist nur ein Beispiel für die Schikanen, denen die Siedler ausgesetzt sind. Doch selbst das ist nichts im Vergleich zu dem, was die Menschen erleiden müssen, die schon immer dort gelebt haben. Den Stämmen wird der Zugang zu ihren angestammten Weidegründen verwehrt, und wer sich dagegen auflehnt oder auch nur eine Bitte äüßert das zu ändern wird bestraft, so wie Eva/Krotoa die zu Beginn des Romans auf Robben-Eiland verbannt ist, angeblich weil sie zuviel getrunken hat.

Als Hans  stirbt muss Catherina um ihre Farm fürchten, denn Frauen dürfen kein Land besitzen so das es nach Hans Tod an die Niederländischen Ostindien-Kompanie zurückfallen würde, wenn Catherina keine Lösung findet. 

Eine Mordanklage, die drohende Verbannung und die vielen Geheimnisse sorgen dafür, dass die Spannung eigentlich nie abreißt. Was mir dabei besonders gefallen hat: Catharina wirkt trotz aller Schwierigkeiten nie schwach oder hilflos. Sie trifft Entscheidungen, kämpft für sich selbst und versucht, ihren eigenen Weg zu gehen.

Auch die Beziehungen zwischen den Figuren haben mir gut gefallen. Vor allem die Verbindung zwischen Catharina, Amisha und Krotoa bringt viel emotionale Tiefe in die Geschichte. Gerade die Momente, in denen Zusammenhalt und Vertrauen wichtig werden, haben das Buch für mich besonders gemacht.

Der Schreibstil liest sich angenehm flüssig und die historischen Details wirken gut eingebunden, ohne dass es zu ausführlich oder trocken wird. Man merkt, dass gut recherchiert wurde, gleichzeitig bleibt die Geschichte aber immer lebendig und unterhaltsam.

Mir hat außerdem gefallen, dass der Roman nicht nur Drama und Gefühle bietet, sondern auch zeigt, wie abhängig das Leben vieler Frauen damals von Machtverhältnissen und gesellschaftlichen Regeln war. Das macht die Geschichte nocheinmal interessanter.

Insgesamt ist Die Frauen vom Tafelberg für mich ein gelungener historischer Roman mit starken Figuren, viel Atmosphäre und einer spannenden Handlung. Wer historische Geschichten mit emotionalen Konflikten und starken Frauenfiguren mag, dürfte mit diesem Buch viel Freude haben.


  • Herausgeber ‏ : ‎ Emons Verlag
  • Erscheinungstermin ‏ : ‎ 16. Oktober 2025
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe ‏ : ‎ 496 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3740826002
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3740826000

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